Libanon am Limit: Partnerkirchen des GAW leisten Überlebenshilfe

Compassion Protestant Society, das Hilfswerk der Evangelischen Kirche in Syrien und im Libanon (NESSL), kümmert sich um die Notversorgung von Geflüchteten.  Foto: George Shamas
Compassion Protestant Society, das Hilfswerk der Evangelischen Kirche in Syrien und im Libanon (NESSL), kümmert sich um die Notversorgung von Geflüchteten. Foto: George Shamas

25.03.2026

 

(Leipzig / Beirut/gaw) – Die militärische Eskalation im Libanon hat eine humanitäre Katastrophe ausgelöst. Während die staatliche Infrastruktur kollabiert, werden die Partnerkirchen des Gustav-Adolf-Werks (GAW) zu lebenswichtigen Anlaufstellen für Binnenflüchtlinge.

Die Lage im Libanon hat sich dramatisch zugespitzt. Massive Luftangriffe und Gefechte zwischen Israel und der Hisbollah im Süden führen zur Zerstörung zentraler ziviler Infrastruktur, wie den strategisch wichtigen Brücken über den Litani-Fluss. Ganze Regionen sind dadurch isoliert.

 

Dramatische Fluchtbewegung
In der Hauptstadt Beirut wächst der Druck stündlich: Schätzungsweise eine Million Libanesen sind bereits auf der Flucht – bei einer Gesamtbevölkerung von nur fünf Millionen Menschen. Viele Vertriebene leben unter prekären Bedingungen in Zelten, überfüllten Notunterkünften oder bei Verwandten. Eine Rückkehr in ihre Heimatorte ist derzeit nicht absehbar. Beispielhaft für diese Entwicklung steht das christliche Dorf Alma Al-Shaab, das inzwischen vollständig entvölkert ist.

Kirchen übernehmen staatliche Aufgaben
Da staatliche Stellen mit der Krise überfordert sind, übernehmen zivile Organisationen wie die Partnerkirchen des GAW eine entscheidende Rolle. Die Hilfe konzentriert sich aktuell auf die direkte Notversorgung mit Matratzen, Decken, Hygienepaketen und sauberem Trinkwasser. Zudem werden Gemeinderäume und Schulen als sichere Notquartiere für geflohene Familien bereitgestellt. Über die materielle Unterstützung hinaus leisten die Gemeinden psychosoziale Betreuung für traumatisierte Menschen und versuchen, durch Bildungsangebote sowie Gottesdienste ein Mindestmaß an Normalität und Hoffnung aufrechterzuerhalten.

Einsatz unter ständiger Bedrohung
Beobachter gehen davon aus, dass sich die militärischen Operationen weiter ausweiten und länger andauern werden. Trotz der ständigen Bedrohung, die auch Beirut erfasst hat, setzen die Partner vor Ort – die Evangelische Kirche in Syrien und im Libanon sowie die Armenisch-Evangelische Kirche – ihr Engagement unermüdlich fort.

 

Das GAW bittet dringend um Spenden, um die Flüchtlingsarbeit der libanesischen Partnerkirchen abzusichern:

Spendenkonto: 

Empfänger: Gustav-Adolf-Werk e.V.
IBAN: DE42 3506 0190 0000 4499 11
Verwendungszweck: Nothilfe

 

 

Gustav-Adolf-Werk e.V. ist das Diasporawerk der EKD und nimmt gemäß Artikel 16 der Grundordnung der EKD vom 13.07.1948 im Zusammenwirken mit der EKD, ihren Gliedkirchen und Gemeinden die besondere Verantwortung für den Dienst in der Diaspora wahr. Die Arbeit wird von bundesweit 21 Hauptgruppen und 19 Frauengruppen getragen. Das GAW hilft seinen Partnerkirchen beim Gemeindeaufbau, bei der Renovierung, beim Kauf und beim Neubau von Kirchen und Gemeinderäumen, bei sozialdiakonischen und missionarischen Aufgaben, bei der Aus- und Weiterbildung von kirchlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern u. a. Jährlich werden verschiedene Projekte mit mehr als zwei Millionen Euro unterstützt.