Bergexerzitien des Bistums Trier im Montafon : „Gib, dass wir unser Dasein leben wie einen Tanz“

Frühmorgens startete die Wanderung zur nächsten Hütte. Foto: © Judith Schwickerath
Frühmorgens startete die Wanderung zur nächsten Hütte. Foto: © Judith Schwickerath

27.07.2026

 

Zwischen Hütten, Gipfeln und geistlichen Impulsen erlebten elf Teilnehmende den ersten Bergexerzitienkurs des Bistums Trier im österreichischen Montafon.

 

(Trier/Koblenz/Saarbrücken/bt) -– Elf Frauen und Männer haben im Juli am ersten Bergexerzitienkurs im österreichischen Montafon teilgenommen, zu dem die Diözesanstelle „Geistlich Leben“ im Bistum Trier gemeinsam mit weiterblicken.com eingeladen hatte. Begleitet wurde die Woche von Dipl.-Theol. Sandro Frank und Pastoralreferentin Judith Schwickerath. Die Exerzitien standen unter dem Leitwort „Gib, dass wir unser Dasein leben wie einen Tanz“.

 

Den roten Faden der gemeinsamen Tage in den Bergen bildeten Texte von Madeleine Delbrêl. Die französischen Mystikerin und Sozialarbeiterin Delbrêl suchte Gott nicht fernab der Welt, sondern mitten im Leben der Menschen und in den Herausforderungen des Alltags. Die grandiose Berglandschaft des Montafons mit ihren weiten Ausblicken und beeindruckenden Gipfeln bot dabei einen besonderen Rahmen. Von Hütte zu Hütte wanderte die Gruppe mit leichtem Gepäck durch die Bergwelt. Was für das Wandern praktisch ist, wurde zugleich zu einer geistlichen Erfahrung: Das reduzierte Unterwegssein half vielen Teilnehmenden, den Blick auf das Wesentliche zu richten: auf den nächsten Schritt, die Begegnung miteinander, die Schönheit der Natur und die Fragen des eigenen Lebens.  

 

Spiritualität Madeleine Delbrêls ist Anregung für die Gegenwart 

Die täglichen Wanderungen luden dazu ein, Abstand vom Alltag zu gewinnen und mit sich selbst, mit Gott und der Schöpfung neu in Berührung zu kommen. Neben dem atemberaubenden Bergpanorama halfen die Impulse der morgendlichen Einstimmungen, den eigenen Lebensweg und persönliche Fragestellungen in den Blick zu nehmen. Der Austausch und das gemeinsame Gebet in der Gruppe sowie persönliche Zeiten des Schweigens gaben den einzelnen Tagen eine unterstützende Struktur. „Die Bergexerzitien sind immer wieder besondere Zeiten des gemeinsamen Unterwegsseins“, sagt Sandro Frank. „Die Impulse von Madeleine Delbrêl haben geholfen, mit dem eigenen Leben und unserem Christsein heute in Berührung zu kommen.“ Schwickerath sieht in Delbrêls Gedanken eine wichtige Anregung für die Gegenwart: „Delbrêls Texte zeigen eine Spiritualität, die leicht, frei, beweglich und offen für Gottes Impulse ist. Auf den Wegen durch die Bergwelt konnten wir etwas von dieser Haltung einüben: mit leichtem Gepäck unterwegs sein, Ballast loslassen, den eigenen Weg Schritt für Schritt annehmen und darauf vertrauen, dass sich der nächste Abschnitt des Weges zeigen wird.“  

 

Die Schönheit des Wesentlichen neu entdecken 

 

Die Teilnehmenden erlebten die Woche als intensive Zeit der Gemeinschaft, der Bewegung und der persönlichen Reflexion. Christel Quiring beschreibt ihre Erfahrungen so: „Die Berge haben mich gelehrt, mit weniger auszukommen, über mich hinauszuwachsen und die Schönheit des Wesentlichen neu zu entdecken. Ich fühle mich gestärkt und bin dankbar für die Gemeinschaft und diese Erfahrungen.“ Ein positives Fazit ziehen auch die beiden Leitenden: „Die Berge laden dazu ein, Wesentliches neu in den Blick zu nehmen“, sagt Frank; Schwickerath ergänzt: „Gerade die Verbindung von körperlicher Bewegung, Stille, Naturerfahrung und geistlichen Impulsen eröffnet einen Raum, in dem Menschen ihrem Leben und Gottes Gegenwart neu begegnen können.“