
26.03.2026
(Bad Salzhausen/rcn/gho) - Zwei Themen prägten das jüngste Treffen des Rotary Club Nidda im Kurhaushotel Bad Salzhausen: gelebte Bildungsförderung und ein eindrucksvoller Blick auf globale Zusammenhänge der Ernährung.
Zunächst stellte der Club seine neue Stipendiatin Mirai Alhaddad vor. Die gebürtige Syrerin lebt seit 2014 in Deutschland und hat ihr Studium der Elektro- und Informationstechnik an der Technischen Hochschule Mittelhessen erfolgreich abgeschlossen. Neben hervorragenden Leistungen engagierte sie sich vielfältig in Hochschulgremien und als Mentorin. Trotz beruflicher Perspektiven in der Wirtschaft strebt sie eine wissenschaftliche Laufbahn an. In ihrer persönlichen Vorstellung berichtete sie offen über ihren Bildungsweg und aktuelle Herausforderungen. Die Unterstützung durch Rotary bezeichnete sie als wichtige Hilfe und große Motivation.
Im Mittelpunkt des Abends stand anschließend ein Vortrag von Monika Brenninger, Vorsitzende des Vereins Weltacker Wetterau e.V. Mit großer Leidenschaft stellte sie das Projekt „Weltacker“ vor, das globale Landwirtschaft auf eine konkrete Fläche herunterbricht: 2000 Quadratmeter – so viel Ackerland steht rechnerisch jedem Menschen weltweit zur Verfügung.
Auf dieser Fläche wird sichtbar, was tatsächlich angebaut wird – und wofür. Denn ein großer Teil der Ernte landet nicht direkt auf unseren Tellern, sondern wird zu Tierfutter, Energie oder industriellen Produkten weiterverarbeitet. Der Weltacker macht diese Zusammenhänge anschaulich und lädt Besucher dazu ein, ihr eigenes Konsumverhalten zu hinterfragen.
Seit 2025 ist der Weltacker in Friedberg-Fauerbach für Schulklassen, Familien und Interessierte geöffnet. Dort wird Landwirtschaft praktisch erfahrbar – von der Bedeutung fruchtbarer Böden bis hin zu globalen Lieferketten. Brenninger betonte: „Ernährung ist einer der wichtigsten Hebel für den Klimaschutz.“
Auch kritische Themen wie Lebensmittelverschwendung, hoher Fleischkonsum und die Folgen globaler Importabhängigkeit wurden angesprochen. In der Diskussion wurde deutlich, wie stark individuelle Entscheidungen mit globalen Entwicklungen verknüpft sind.
Die Resonanz auf das Projekt ist groß: Besonders Kinder und Jugendliche reagieren mit Interesse und neuen Einsichten. Für die Zukunft ist geplant, das Konzept im Rahmen der Landesgartenschau in Bad Salzhausen einer breiteren Öffentlichkeit vorzustellen.
Mit großem Applaus dankten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Referentin für einen Abend, der zum Nachdenken anregte – und den Blick auf den eigenen Teller nachhaltig verändern dürfte.
