
28.07.2026
Auch heute noch sind Hexenglaube und -verfolgung in vielen Ländern verbreitet. Das Hilfswerk missio setzt sich dagegen ein. Eine Ausstellung in Trier und die Begegnung mit Schwester Lorena Jenal zeigen das Engagement auf.
Von Simone Bastreri
(Trier/sb)– Ab Montag, 10. August, dem internationalen Tag gegen Hexenwahn, laden die Diözesanstelle Weltkirche und das katholische Hilfswerk missio zur Ausstellung „Gegen Hexenverfolgung“ in die Jesuitenkirche Trier ein, wo auch Friedrich Spee SJ begraben ist, der ein prominenter Kritiker der Hexenprozesse im 17. Jahrhundert war.
Für Krisen werden Sündenböcke gesucht - auch heute noch
Hexenverfolgung gab es nur im finsteren Mittelalter? Irrtum: Rund 40 bis 60.000 Menschen wurden Schätzungen zufolge in Europa vor allem in der Frühen Neuzeit im 16. und 17. Jahrhundert verfolgt und hingerichtet. Und auch heute gehören Aberglaube und Hexenverfolgung leider nicht überall der Vergangenheit an, wie das katholische Hilfswerk missio aufzeigt. In vielen Ländern werden Frauen, Kinder und Männer heute noch zu Sündenböcken für Krankheiten, Armut, Tod oder soziale Krisen gemacht. Dabei geht es nicht um Einzelfälle, sondern um ein globales Problem: In 46 Ländern sind Hexenglaube- und Verfolgung dokumentiert, vor allem in vielen afrikanischen Ländern, aber auch in Peru, Bolivien, Mexiko sowie asiatischen Ländern wie Thailand, Kambodscha, Pakistan und Indien. Besonders betroffen? Frauen, Kinder und ältere Menschen, also die Schwächsten der Gesellschaft. Ihnen drohen Stigmatisierung, Folter und sogar Tod.
Schwester Lorena rettet Frauen vor Folter und Tod
Eine, die sich seit 40 Jahren für diese Menschen in Papua-Neuguinea einsetzt, ist die Ordensschwester Lorena Jenal. Sie bringt bedrohte Frauen in Sicherheit, versorgt Überlebende medizinisch und begleitet sie zurück in ein Leben ohne Angst. In den vergangenen Jahren hat sie 352 Frauen vor dem Foltertod gerettet. Im Rahmen der missio-Ausstellung ist sie als langjährige Projektpartnerin in Trier zu Besuch. Am Samstag, 8. August um 17 Uhr können ihr interessierte Frauen auf der Frauen-Mitgehbank begegnen. Treffpunkt ist am Grab von Friedrich Spee, Jesuitenstraße 13 in Trier. Organisiert wird die Aktion von der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands, der Frauenpastoral im Pastoralen Raum Trier sowie dem Hilfswerk missio.
Ein Treffen für alle missio-Spenderinnen und Spender und die Eröffnung der Ausstellung finden am Sonntag, 9. August um 15 Uhr auf dem Hof der Jesuitenkirche statt.
Mehr Informationen zum Thema gibt es auch auf: www.missio.de unter der Rubrik Informationen.
