
11.04.2026
(Leipzig / Beirut/gaw) – Angesichts der jüngsten dramatischen Eskalation im Libanon und der anhaltenden Instabilität im Nahen Osten hat sich Rev. Dr. Paul Haidostian, Vorsitzender der Union der Armenisch-Evangelischen Kirchen im Nahen Osten (UAECNE), mit einem eindringlichen Bericht an die internationale Öffentlichkeit gewandt.
Trotz schwerer Zerstörungen in Beirut und einer massiven humanitären Krise setzt die Kirche ihre Arbeit fort, um der herrschenden Gewalt ein Zeichen der Hoffnung entgegenzusetzen.
Humanitäre Hilfe für
Binnenvertriebene
Die jüngsten Ereignisse in Beirut haben Teile der Stadt in Trümmer gelegt. Die Katastrophe forderte hunderte Todesopfer und tausende Verletzte. Auch die Gemeinschaft der armenisch-evangelischen
Haigazian-Universität ist betroffen. Als unmittelbare Reaktion hat das Krisenkomitee der UAECNE umfassende Hilfsmaßnahmen eingeleitet. Über die diakonischen Einrichtungen, Schulen und private
Unterkünfte werden derzeit hunderte Binnenvertriebene materiell und seelsorglich unterstützt.
Gemeinden in der ganzen
Region zeigen Standhaftigkeit
Haidostian, der auch Präsident der Haigazian-Universität ist, hob die Standhaftigkeit der Gemeinden hervor – etwa in Teheran, wo die Ostergottesdienste trotz der schwierigen Sicherheitslage ein
Zeugnis tiefer Glaubensstärke waren. Auch die Gemeinden im Irak und in Syrien setzen ihre Arbeit unter extremen Bedingungen fort. Die kirchlichen Institutionen im Libanon wie die evangelischen
Schulen, die Haigazian Universität sowie die sozial-diakonischen Einrichtungen setzen ihren Dienst fort, soweit es die Umstände erlauben.
Klage über die
Instrumentalisierung von Religion
In seinem Appell prangert Haidostian eine „ideologische Arroganz“ an, die echtes Streben nach Frieden ersetzt habe. Besonders scharf kritisiert er den Missbrauch des Glaubens: „Es erfüllt mich
mit tiefem Schmerz zu sehen, wie die Religion über verschiedene Traditionen hinweg missbraucht wird. Sie wird instrumentalisiert, um Gewalt anzustacheln, zu rechtfertigen und zu verbergen – eine
Art ‚Reinwaschung‘ des Krieges durch religiöse Sprache.“ Er warnt davor, Theologie zum bloßen Instrument geopolitischer Interessen zu degradieren, während Menschenleben auf dem Altar von Gier und
Macht geopfert werden.
Mission der Kirche und
Dank für die Hilfe
Trotz der schwierigen Lage betont der Bericht die unveränderte Mission der Kirche: das Evangelium zu predigen, Barmherzigkeit zu zeigen und für Gerechtigkeit einzutreten. Haidostian dankt in
diesem Zusammenhang Partnern wie der Armenian Missionary Association of America (AMAA) und dem Gustav-Adolf-Werk (GAW) für ihre Unterstützung. Sein Appell schließt mit einem Wort des Apostels
Paulus an die Römer: „Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem.“
Das GAW wird in dieser
Notsituation weiterhin den armenischen Partnern zur Seite stehen.
Spendenkonto:
Gustav-Adolf-Werk e.V.
IBAN: DE42 3506 0190 0000 4499 11
BIC: GENODED1DKD (KD-Bank)
Spendenlink
UAECNE: Die Union der Armenisch-Evangelischen Kirchen im Nahen Osten (UAECNE) umfasst Gemeinden im Libanon, Syrien, Irak, Iran, der Türkei, Ägypten und Griechenland. Sie unterhält zahlreiche Bildungseinrichtungen und soziale Werke in der Region.
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Gustav-Adolf-Werk e.V. ist das Diasporawerk der EKD und nimmt gemäß Artikel 16 der Grundordnung der EKD vom 13.07.1948 im Zusammenwirken mit der EKD, ihren Gliedkirchen und Gemeinden die besondere Verantwortung für den Dienst in der Diaspora wahr. Die Arbeit wird von bundesweit 21 Hauptgruppen und 19 Frauengruppen getragen. Das GAW hilft seinen Partnerkirchen beim Gemeindeaufbau, bei der Renovierung, beim Kauf und beim Neubau von Kirchen und Gemeinderäumen, bei sozialdiakonischen und missionarischen Aufgaben, bei der Aus- und Weiterbildung von kirchlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern u. a. Jährlich werden verschiedene Projekte mit mehr als zwei Millionen Euro unterstützt.
