
16.06.2026
Bei Pizza und Pasta diskutierten Azubis mit Politik und Kolping über bezahlbaren Wohnraum als Schlüssel für eine Steigerung der Ausbildungsverträge.
Berlin/kol) -Bezahlbarer Wohnraum ist eine entscheidende Voraussetzung für den Abschluss von Ausbildungsverträgen, für eine erfolgreiche Ausbildung und damit für eine wirksame Fachkräftesicherung. Diese Botschaft stand im Mittelpunkt des Besuchs des Regierenden Bürgermeisters von Berlin Kai Wegner und von Katharina Günther-Wünsch, der Senatorin für Bildung, Jugend und Familie, im neuen Kolping Jugendwohnen Berlin-Mitte. Unter dem Motto „Pizza, Pasta & Perspektiven“ tauschten sich die politischen Gäste mit Auszubildenden, dem pädagogischen Team des Kolping Jugendwohnens sowie Vertreter*innen von Kolping Deutschland über die Herausforderungen beim Start ins Berufsleben aus. Nach einem Rundgang durch das Haus wurde in der Gemeinschaftsküche gemeinsam gekocht und diskutiert. „Berlin braucht Orte, an denen junge Menschen ihre Ausbildung beginnen und ihr Leben selbstbestimmt gestalten können. Das neue Azubiwohnen bietet bezahlbaren Wohnraum und darüber hinaus Gemeinschaft, Unterstützung und echte Teilhabe. Damit leistet Kolping einen wichtigen Beitrag für Inklusion und die Fachkräftesicherung in unserer Stadt. Der Senat arbeitet mit vielen Partnern daran, solche Zukunftsprojekte für junge Menschen in Berlin auszubauen“, betonte Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner.
Auch Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch hob die Bedeutung entsprechender Wohnangebote hervor: „Bildungsgerechtigkeit bedeutet, junge Menschen auf ihrem Weg in Ausbildung und Beruf bestmöglich zu begleiten. Dazu gehört auch, die Übergänge von der Schule in die Ausbildung verlässlich und erfolgreich zu gestalten. Bildung, Ausbildung und bezahlbarer Wohnraum für Auszubildende müssen deshalb als gemeinsame Aufgabe gedacht werden. Das Kolping Jugendwohnen zeigt beispielhaft, wie dies gelingen kann: Es bietet jungen Menschen nicht nur ein Zuhause auf Zeit, sondern auch Orientierung, Gemeinschaft und die notwendige Unterstützung für einen erfolgreichen Start ins Berufsleben. Solche Angebote stärken die individuellen Chancen junger Menschen und leisten zugleich einen wichtigen Beitrag zur Fachkräftesicherung in unserer Stadt.“
Mit dem neuen Kolping Jugendwohnen in Berlin-Mitte entsteht ein dringend benötigtes Wohnangebot für Auszubildende in der Hauptstadt. Das Haus bietet insgesamt 104 Wohnplätze, darunter elf barrierearme und zwei rollstuhlgerechte Zimmer. Bereits wenige Wochen nach der Eröffnung sind zahlreiche Plätze belegt; bis zum Ausbildungsstart im Herbst wird eine Vollbelegung erwartet. Dies unterstreicht den hohen Bedarf an bezahlbarem Wohnraum für junge Menschen in Ausbildung.
Besonders für Auszubildende mit körperlichen Einschränkungen gestaltet sich die Wohnungssuche häufig schwierig, da barrierefreie und zugleich bezahlbare Angebote nur begrenzt verfügbar sind. Das inklusive Wohnkonzept des Hauses schafft hier zusätzliche Perspektiven und verbessert die Chancen auf einen erfolgreichen Ausbildungsabschluss.
„Wir erleben jeden Tag, wie eng die Themen Ausbildung und Wohnen miteinander verbunden sind“, erklärte Henrik Beer, Geschäftsführer des Kolping Jugendwohnens. „Wer keinen bezahlbaren Wohnraum findet, kann oftmals auch keinen Ausbildungsplatz annehmen. Deshalb sind Wohnangebote für Auszubildende ein wichtiger Baustein für Chancengerechtigkeit und Fachkräftesicherung.“
Darüber hinaus trägt das Kolping Jugendwohnen dazu bei, sogenannte Passungsprobleme auf dem Ausbildungsmarkt zu verringern. Während viele Ausbildungsplätze unbesetzt bleiben, suchen gleichzeitig junge Menschen nach geeigneten Ausbildungsstellen. Bezahlbarer Wohnraum erhöht die Mobilität junger Menschen und ermöglicht es ihnen, eine Ausbildung auch außerhalb ihres Heimatortes aufzunehmen.
Für Kolping Deutschland ist das neue Haus ein wichtiger Beitrag zur sozialen Infrastruktur der Hauptstadt. Das Kolping Jugendwohnen bietet jungen Menschen zwischen 16 und 26 Jahren unabhängig von Nationalität, Religion, Geschlecht oder sexueller Orientierung bezahlbaren Wohnraum mit sozialpädagogischer Begleitung während ihrer Ausbildung. Als gemeinnützige Organisation arbeitet das Kolping Jugendwohnen kostendeckend und nicht gewinnorientiert. Sämtliche erwirtschafteten Mittel fließen in den Betrieb, die Weiterentwicklung und den Ausbau der Wohnangebote.
Das gemeinsame Fazit des Nachmittags: Wer über Fachkräftemangel spricht, muss auch über Wohnraum sprechen. Das Kolping Jugendwohnen Berlin-Mitte zeigt, wie konkrete Lösungen für eine der zentralen Herausforderungen des Ausbildungsmarktes aussehen können.
Kolping Deutschland ist ein generationsübergreifender katholischer Sozialverband mit bundesweit rund 200.000 Mitgliedern, davon etwa 34.000 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene, die der Kolpingjugend angehören. In seinen Einrichtungen und Unternehmen sind rund 10.000 Mitarbeitende beschäftigt. Kolping Deutschland ist Teil von Kolping International und von Kolping Europa.
