Götter, Helden, Kreaturen

Junge Stimme, großes Thema: Griechische Mythen beim Rotary Club Nidda

Die junge Referentin Mila Wiesner konnte mit ihrem Vortrag überzeugen. Foto: Gert Holle
Die junge Referentin Mila Wiesner konnte mit ihrem Vortrag überzeugen. Foto: Gert Holle

3.03.2026

 

(Bad Salzhausen/Nidda/gho) - Einen ebenso erfrischenden wie fundierten Blick in die Welt der Antike bot am Mittwoch, 25. Februar 2026, die Neuntklässlerin Mila Wiesner vom Lucius Institut Echzell beim Meeting des Rotary Club Nidda. Unter dem Titel „Von Chaos zu Mythen – Wie aus Leere Legenden wurden“ nahm sie mehr als 20 Zuhörerinnen und Zuhörer im Raum „Vogelsberg“ des Kurhaushotels Bad Salzhausen mit auf eine Reise in die griechische Mythologie – und zurück in die Gegenwart.

Clubpräsident Fritz Hense eröffnete die Veranstaltung um 19 Uhr und begrüßte neben zahlreichen Mitgliedern auch Gäste vom Rotary Club Büdingen sowie vom Inner Wheel Club. In seinen Regularien warb er zudem um eine rege Beteiligung an der kommenden Clubversammlung am 4. März.

 

Von Kap Sounion bis zum Olymp

Nach einer kurzen persönlichen Vorstellung – Mila Wiesner stammt aus Haiger-Burbach im Westerwald und besucht das Internat in Echzell – begann nach dem gemeinsamen Essen der eigentliche Vortrag. Mit einer selbst gestalteten Präsentation und sorgfältig ausgewählten Bildquellen führte die Schülerin zunächst zu historischen Schauplätzen der Mythologie: zum rund 2.500 Jahre alten Poseidon-Tempel am Kap Sounion, zur Akropolis von Athen als politischem und religiösem Zentrum sowie zum Olymp mit dem Gipfel Mytikas, dem sagenhaften Sitz der Götter.

Von dort spannte sie den Bogen „vom Chaos zum Olymp“: Aus der mythischen Ur-Leere entstehen Gaia und Uranos, Titanen und schließlich die olympischen Götter – ein Generationenmodell, das sie anschaulich erläuterte.

 

Götter, Helden und Kreaturen

Im Mittelpunkt standen sodann die zwölf olympischen Gottheiten – von Zeus als Herrscher des Himmels über Athene als Göttin der Weisheit bis hin zu Dionysos als Gott des Weines und der Ekstase. Dabei machte die Referentin deutlich, wie stark familiäre Beziehungen und Machtkonstellationen die Erzählungen prägen.

Ein weiterer Schwerpunkt galt den Helden der Antike: Herakles mit seinen zwölf Aufgaben, Perseus als Bezwinger der Medusa sowie Achilles, dessen verwundbare Ferse sprichwörtlich wurde. Auch die dunkleren Figuren der Mythologie – etwa Cerberus, Medusa oder der Minotauros – fanden ihren Platz.

 

Von Jupiter bis Percy Jackson

Besonders anschaulich wurde es, als Mila Wiesner die Brücke in die Gegenwart schlug. Die Namen unserer Planeten – Jupiter, Mars, Venus oder Saturn – gehen auf römisch-griechische Gottheiten zurück. Selbst in Medizin und Alltagssprache lebt die Antike fort, etwa in Begriffen wie „Achillessehne“.

Auch Marken- und Firmennamen wie Nike, Hermes oder Demeter greifen auf mythologische Motive zurück. In Literatur, Film und Musik ist der Stoff ebenfalls präsent: Die „Percy Jackson“-Reihe von Rick Riordan habe ihr eigenes Interesse an der griechischen Mythologie geweckt, berichtete die Referentin. Ebenso verwies sie auf das Musical „Epic“ von Jorge Rivera-Herrans und den Film Troja.

 

Begeisterter Applaus

Mit klarer Gliederung, sicherem Auftreten und sichtbarer Begeisterung für ihr Thema überzeugte Mila Wiesner das Publikum. Der Vortrag zeigte eindrucksvoll, dass antike Mythen keine verstaubten Erzählungen sind, sondern bis heute unsere Sprache, Kultur und Vorstellungswelt prägen.

 

Präsident Fritz Hense dankte der jungen Referentin herzlich für ihren engagierten Beitrag. Das Meeting klang in angeregten Gesprächen über Götter, Helden und die bleibende Kraft der Mythen aus – ein Abend, der eindrucksvoll zeigte, wie lebendig Antike sein kann.