Vertrauen im Fluss des Lebens

Eine WortWeise zu dem Song „Lass es fließen“ – von und mit Gert Holle

„Lass es fließen“ – Ein Lied wie ein stiller Fluss des Lichts Mit seinem Lied „Lass es fließen“ schenkt der Liedermacher Gert Holle nicht nur Worte, sondern einen Raum. Einen Raum, in dem Stille sprechen darf, in dem Trost sich wie Licht in uns legt, und in dem das Herz eine Sprache findet, die jenseits der Worte liegt. Es ist ein Lied, das von innen kommt. Es spricht von dem, was viele heute vermissen: Leichtigkeit. Tiefe Freude. Glauben, der nicht erdrückt, sondern trägt. Es ist eine Einladung an den Hörer, sich mit den eigenen Gefühlen zu versöhnen. Zu vertrauen – nicht blind, sondern im Licht einer inneren Weisheit, die oft leiser spricht als der Lärm der Welt. Die Musik umarmt die Worte, und die Worte tragen wie Flügel: „Ich spiel dir ein Lied, das deine Ängste in die Wolken trägt...“ – ein Satz, der zum Gebet werden kann. Zum Trost. Zur Tauferinnerung oder zur Segensspur an einem neuen Lebensjahr. Dieses Lied ist mehr als ein musikalischer Moment. Es ist ein spiritueller Ort. Ein Ort, wo Träume, Erinnerungen, Gedanken und Gefühle fließen dürfen – ohne Urteil, ohne Eile, ohne Maske. Ein Ort, an dem der Glaube an das Gute, Wahre und Schöne in uns selbst aufleuchten darf – wie ein warmer Glanz.

Manchmal stockt der Fluss.


Das Leben steht still – oder rast vorbei. Wir fühlen uns überfordert, innerlich leer, oder voller Fragen. Wo ist mein Platz? Wozu das Ganze? Was bleibt?

Und dann hören wir leise – manchmal durch ein Lied – eine Einladung:
Lass es fließen.


Nicht alles musst du halten. Nicht alles musst du verstehen.
Manches darfst du einfach fühlen.

 

Gott spricht oft nicht im Sturm, sondern im leisen Windhauch (vgl. 1. Könige 19,12).
Und manchmal spricht dein eigenes Herz. Dort, wo du ehrlich wirst. Dort, wo du aufhörst, dich zu verstecken. Dort, wo Glaube nicht Theorie, sondern gelebte Hoffnung ist.

Du musst nicht perfekt sein, um getragen zu werden.
„Ich wünsch dir ein Glück ohne Neid – das tief aus dem Innern gedeiht.“
Das ist kein billiger Trost – das ist ein Angebot.
Denn Gott schaut auf das Herz (1. Samuel 16,7).
Dein Herz.
Nicht deine Likes. Nicht dein Lebenslauf.

 

Philosophisch gesehen: Der Mensch ist ein „offenes Gefäß“ – voller Sehnsucht, wie Augustinus schreibt: „Unruhig ist unser Herz, bis es ruht in dir, o Gott.“
Und genau deshalb: Lass es fließen.
Dein Suchen. Deine Gebete. Deine Freude.
Auch deine Tränen – sie sind nicht verloren.
„Alle meine Quellen sind in dir“, heißt es in Psalm 87,7.

 

Gebet

Gott,
du kennst mein Herz.
Du kennst mein Fragen, mein Hoffen, mein Scheitern.
Lass mich hören, was du mir sagen willst.
Mach mein Herz weit –
damit Freude Platz hat.
Mach mein Herz still –
damit ich dich höre.
Lass mich fließen – im Strom deiner Liebe.
Amen.

 

Segensspruch

Gott segne deinen Weg –
dass du spürst, wann du loslassen darfst
und wann du festhalten sollst.
Gott segne dein Herz –
dass Freude in dir wächst
wie Licht am frühen Morgen.
Gott segne deinen Tag –
mit Frieden, mit Sinn
und mit dem Mut,
deinem Herzen zu trauen.

 

 

Liedtext

Lass es fließen

Ich spiel dir ein Lied – ein Lied, das dein Herz berührt, es bewegt.
Ich spiel dir ein Lied, das Liebe in deine Seele legt.
Ein Lied, das die Angst in dir sanft
zu den Wolken trägt –
dich leicht macht und sorglos bewegt.

 

Ich wünsch dir das Glück – dass Freude dein Herz durchzieht.
Ich wünsch dir, dass du entdeckst, was im Dunkeln blüht.
Ich wünsch dir, dass Freude von dir
zu den andern zieht –
wo Leben im Schatten verblüht.

Ich wünsch dir ein Glück ohne Neid –
das tief aus dem Innern gedeiht.

 

Frag dein Herz um Rat, such seine Weisheit stets.
Öffne dich den Zeichen des Lichts.
Hör auf dein Herz – verstell ihm den Weg doch nicht.
Erinnerung, Sehnsucht, Gefühl, Traum –
nimm’s an, lass es fließen.
Wenn du mit dem Herzen sprichst
und es spricht zu dir –
brauchst du keine Worte.
Fass es, lass es fließen:
Dein Fühlen, dein tiefstes Ich,
dein Herz bebt. Lass es frei,
als Ruh, Licht, Frieden – warm und neu.

 

Ich wünsch dir den Glauben – der dir echte Stärke gibt.
Der trägt dich für andre,
wenn ihr Halt verloren blieb.
Ich wünsch dir den Glauben, der dir
Dankbarkeit verleiht –
und zeigt, was das Leben dir zeigt.

 

Ich wünsch dir das Glück –
das wie ein Kristalllicht scheint.
Ich wünsch dir ein Glück, das still
in dir selbst erscheint.
Ich wünsch dir, du kannst es empfinden,
ohne dich selbst zu verlieren –
ohne andre zu übergehn.

 

 

Frag dein Herz um Rat, such seine Weisheit stets.
Öffne dich den Zeichen des Lichts.
Hör auf dein Herz – verstell ihm den Weg doch nicht.
Erinnerung, Sehnsucht, Gefühl, Traum –
nimm’s an, lass es fließen.
Wenn du mit dem Herzen sprichst
und es spricht zu dir –
brauchst du keine Worte.
Fass es, lass es fließen:
Dein Fühlen, dein tiefstes Ich,
dein Herz bebt. Lass es frei,
als Ruh, Licht, Frieden – warm und neu.

 

(Worte & Musik: Gert Holle - 2024 / 2025 03.06.)


Autor: Gert Holle  - 9.07.2026