
19.06.2026
In zwei neuen Folgen des Podcasts „Kopfsalat“ von Freunde fürs Leben e.V. geht es um Einsamkeit und den Frust junger Menschen. In der ersten Folge spricht dazu der Jugendcoach und Sozialarbeiter Simon Batta. Er erzählt von einer schwierigen Jugend, geprägt von Einsamkeit, Kriminalität, Sucht und dem Gefühl, nirgendwo richtig dazuzugehören. Heute nutzt er seine Erfahrungen, um junge Menschen in herausfordernden Lebenssituationen zu unterstützen. In der zweiten Folge ist der Psychologe, Autor und Content Creator Marcel Moses zu Gast. Durch seine Arbeit in der Jugendhilfe und zahlreiche Gespräche mit Jugendlichen kennt er die Sorgen einer Generation, die zwischen Social Media und Zukunftsängsten aufwächst.
Podcast „Kopfsalat“: Einsamkeit und jugendlicher Frust
In der neuen Folge von „Kopfsalat“ zum Thema Einsamkeit ist Simon Batta zu Gast. Er arbeitet seit vielen Jahren mit Kindern und Jugendlichen in schwierigen Lebenslagen und hat den Verein Simon Batta Jugendcoaching e. V. gegründet. Im Gespräch mit Sven Haeusler erzählt er von seiner eigenen Jugend, von Isolation, Kriminalität, Sucht und dem tiefen Gefühl, nicht gesehen zu werden.
Schnell wird klar: Einsamkeit zeigt sich nicht immer leise. Manchmal steckt sie hinter Wut, Aggression, Rückzug oder dem Versuch, irgendwo dazuzugehören. Simon Batta beschreibt eindrücklich, wie sehr ihn das Gefühl geprägt hat, in der eigenen Familie nicht gehört zu werden. „Ich hatte immer das Gefühl, ich bin anders und ich gehöre nicht so richtig dazu“, sagt er und macht damit sichtbar, wie früh Einsamkeit entstehen kann.
Doch er erzählt auch von einem Brief seiner Schwester, der sein Leben verändert hat. Ihre Worte gaben ihm das Gefühl, trotz allem geliebt und gebraucht zu werden. Diese Erfahrung prägt bis heute seine Arbeit: Simon Batta trennt konsequent zwischen dem Menschen und seinem Verhalten. Wer Fehler macht, ist für ihn nicht verloren, sondern braucht Beziehung, Vertrauen und eine echte Chance.
Im Gespräch geht es auch darum, was Jugendlichen wirklich helfen kann. Nämlich nicht starre Konzepte, sondern wirklich ehrliches Interesse, Kommunikation auf Augenhöhe und Menschen, die bleiben, auch dann, wenn es schwer ist. Der Jugendcoach zeigt, wie viel Kraft darin liegt, sich zu öffnen, Scham abzulegen und die eigene Geschichte nicht länger zu verstecken. Eine Folge über Schmerz, Verantwortung und die Hoffnung, dass es Wege aus der Einsamkeit gibt.
In der neuen Folge von „Kopfsalat“ spricht der Psychologe, Autor und Content Creator Marcel Moses über eine Generation, die so viel über mentale Gesundheit weiß wie keine zuvor und sich dennoch oft allein und stark belastet fühlt.
Durch seine Arbeit an Schulen und in der Jugendhilfe erlebt Marcel Moses immer wieder Jugendliche, die Depressionen erkennen können, Begriffe wie Selbstwert oder Trauma richtig einordnen und genau wissen, wann professionelle Hilfe sinnvoll wäre. Was ihnen häufig fehlt, ist etwas anderes: Menschen, bei denen sie sich sicher genug fühlen, um all das auch auszusprechen. Dabei erlebt er immer wieder, wie groß der Wunsch nach Austausch eigentlich ist.
Besonders bewegt hat ihn in seiner Arbeit in Schulprojekten, wie viele junge Menschen von Hoffnungslosigkeit, Depressionen und sogar Suizidgedanken berichten. „Es fehlt irgendwie diese Resonanz im echten Leben“, sagt er und die macht einsam.
Im Gespräch beschreibt der Psychologe außerdem, wie Jugendliche heute zwischen widersprüchlichen Erwartungen aufwachsen. In der Schule sollen sie etwas leisten, zu Hause Erwartungen erfüllen und gleichzeitig sehen sie auf Social Media scheinbar perfekte Lebensläufe. „Diese Vergleiche führen zu viel Frust“, sagt er. Der Eindruck, ständig hinterherzuhängen, werde für viele zur täglichen Belastung.
Gleichzeitig plädiert er dafür, Frust nicht nur als Problem zu betrachten. Für Marcel Moses ist Frustration oft ein Hinweis darauf, dass einem etwas wichtig ist. Die entscheidende Frage sei deshalb nicht, wie man unangenehme Gefühle möglichst schnell los wird, sondern wie man lernt, mit ihnen umzugehen.
Im Gespräch mit ihm wird deutlich: Es geht um die Bedeutung von Zugehörigkeit, Selbstwirksamkeit und Gemeinschaft. Marcel Moses macht deutlich, warum Jugendliche nicht nur Informationen brauchen, sondern vor allem Beziehungen, die sie tragen. Eine Folge über Frust, der oft mehr ist als schlechte Laune, über Einsamkeit inmitten vieler Menschen und die Frage, warum Zuhören manchmal wirksamer sein kann als jeder gut gemeinte Ratschlag.
Diese Folgen sind Teil der
Sonderedition Einsamkeit. Die Staffel wird durch das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) gefördert. Die Veröffentlichung stellt keine Meinungsäußerung
des BMBFSFJ dar. Die Verantwortung für den Inhalt der Veröffentlichung liegt bei den Autor*innen.
Über Kopfsalat
Der Freunde fürs Leben-Podcast Kopfsalat erscheint zweimal monatlich und ist auf frnd.de sowie auf den
gängigen Podcast-Plattformen wie Apple Podcasts, Spotify, Deezer und RTL+
abrufbar. Die Sonderedition Einsamkeit wird von der KKH Kaufmännische Krankenkasse gefördert. Der Moderator ist Filmemacher und Journalist Sven Haeusler.
Seit 2001 klärt der gemeinnützige Verein Freunde fürs Leben e.V. Jugendliche und junge Erwachsene über mentale Gesundheit, Depression und Suizid auf. Denn durch gezielte Informationsvermittlung
über Warnsignale, Hilfsadressen und Therapiemöglichkeiten ist Suizidprävention möglich.
Autor: Freunde fürs Leben e. V.; zusammengestellt von Gert Holle - 19.06.2026
