
7.07.2026
▪ Gestaltung durch neun Künstlerinnen und Künstlern aus verschiedenen Städten und Ländern
▪ Projekt im Rahmen des Jubiläums 375 Jahre Augsburger Hohes Friedensfest
▪ Motto: „Empowering Perspectives“
(Augsburg/aug) - Neun Künstlerinnen und Künstler aus verschiedenen Städten und Ländern haben unter dem Motto „Empowering Perspectives“ sechs Wandflächen mit je 288 Quadratmetern der Studierendenwohnanlage Lechbrücke (Lechhauser Straße 35) gestaltet. Mit 48 Metern Höhe und insgesamt 1.728 Quadratmetern Kunst im öffentlichen Raum ist das Projekt „Peacetower“ damit das bislang größte bzw. höchste Mural-Projekt an einem Wohngebäude in Deutschland. Am vergangenen Freitag, 3. Juli, fand die feierliche Einweihung statt. Initiiert wurde das Projekt vergangenes Jahr anlässlich des Jubiläums 375 Jahre Augsburger Hohes Friedensfest von der Wohnbaugrupe Augsburg gemeinsam mit dem Graffitiverein „Die Bunten“ und dem Friedensbüro der Stadt Augsburg. Die Umsetzung an den Wänden begann im April 2026.
Ein Wahrzeichen mit Geschichte
Das 62 Meter hohe und 22-geschossige Gebäude an der Ulrichsbrücke – häufig „Lechbrücke“ genannt – wurde ursprünglich für die Athletinnen und Athleten der Olympischen Sommerspiele 1972 errichtet und dient seither als Wohnraum für Studierende. Seit 2024 modernisiert die Wohnbaugruppe das Wohnheim umfassend. Ab Herbst bietet es rund 250 jungen Menschen aus aller Welt ein Zuhause. Die Motive des Murals greifen genau diese Themen des Ortes auf: studentisches Leben, das Miteinander unterschiedlicher Herkünfte sowie den unmittelbar angrenzenden Lech als Teil des Augsburger UNESCO-Welterbes „Wasser“.
OB Dr. Florian Freund: „Kunstwerke prägen Lebensgefühl unserer Stadt“
„Jeden Tag werden Tausende Menschen an diesem Ort vorbeikommen, zu Fuß, mit dem Rad, im Auto oder in der Straßenbahn. Der Peacetower schenkt ihnen einen Moment des Staunens und macht den öffentlichen Raum ein Stück lebenswerter. Die Kunstwerke erzählen von Gemeinschaft und Hoffnung. Damit prägen sie nicht nur das Stadtbild, sondern auch das Lebensgefühl unserer Stadt. Sie machen sichtbar, was Augsburg auszeichnet: Vielfalt, Offenheit und den respektvollen Dialog zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft. So ist ein Ort entstanden, an dem sich die Werte des Friedensstadt mit dem Alltag der Bürgerinnen und Bürger verbinden und der weit über Augsburg hinaus ausstrahlt“, so Oberbürgermeister Dr. Florian Freund.
„Dass wir in einem Atemzug mit der Sanierung des Hochhauses diesem außergewöhnlichen Kunstprojekt Raum geben durften, freut uns sehr“, so Geschäftsführer der Wohnbaugruppe Augsburg Dr. Mark Dominik Hoppe. „Schon in der Vergangenheit haben wir gerne vielfach Fassaden für die Friedensmurals zur Verfügung gestellt. Nun ist mit dem Studierendenwohnheim - unserem mit Abstand höchstem Gebäude – ein Ort in den Mittelpunkt gerückt, an dem Vielfalt und internationales Miteinander jeden Tag gelebt werden. Die Kunstwerke spiegeln genau das wider und tragen diese Atmosphäre weit über Augsburg hinaus."
Sechs künstlerische Perspektiven
Je zwei Wandabschnitte wurden von regionalen, nationalen und internationalen Kunstschaffenden gestaltet, die sich an nebeneinanderliegenden Flächen begegnen. „Wir sind begeistert! Die Vielfalt unserer Gesellschaft und ihrer Geschmäcker wird durch die sechs gänzlich unterschiedlichen Stilrichtungen auf beeindruckende Weise sichtbar“, erklären die beiden Projektleiter des Graffitivereins „Die Bunten e. V.“, Thomas Wittkowski und Daniel Tröster. „Wie bei all unseren Projekten war es uns wichtig, eine transparente Ausschreibung zu organisieren. Nun dieses Mammutprojekt gemeinsam mit so vielen Helfenden und Künstlerinnen und Künstler erfolgreich abzuschließen, hat uns alle mit Freude und Stolz erfüllt. Wir danken daher ausdrücklich allen, die dieses Projekt ermöglicht haben, für diese beeindruckende Leistung.“
So entstand ein Gesamtkunstwerk, das die internationale Mural- und Graffiti-Szene mit den Stärken der Augsburger Szene verbindet:
• Fintan Magee (Australien) – „Woman with Olive Branch“
• MOTS – Diogo Ruas & Jagoda Cierniak (Portugal & Polen) – „Branch Out“
• Daniel Man (Augsburg) – „peace possible“
• Franziska Hauber, Oliver Skowronek & Tristan Huschke (Augsburg) – ohne Titel
• Bond Truluv (Deutschland) – „Frieden beginnt mit einem Lächeln“
• Cone The Weird (Deutschland) – „The Flow“
Dem Projekt ging eine weltweite Ausschreibung voraus: Aus 123 Bewerbungen wählte eine Fachjury zunächst 15 Konzepte aus, von denen sechs realisiert wurden. Der Jury gehörten Stefan Buffler für die Technische Hochschule Augsburg, Maria Trump als Popkulturbeauftragte, Thomas Weitzel für das Friedensbüro, Dr. Mark Dominik Hoppe und Bernd Silbermann von der Wohnbaugruppe Augsburg, Lisa McQueen für Schöne Felder e. V. sowie Eric Nikodym als künstlerischer Leiter des Friedensjubiläums 2025 an. Der Entwurf des Augsburger Teams Franziska Hauber, Oliver Skowronek und Tristan Huschke ging als Favorit aus der öffentlichen Abstimmung für Bürgerinnen und Bürger hervor.
Murals seit 2013 Teil des Friedensfest-Kulturprogramms
Seit 2013 sind großflächige Wandbilder an Hausfassaden - sogenannte Murals - Teil des Kulturprogramms zum Augsburger Friedensfest. Jahr für Jahr entstehen sie als Kooperation des Graffiti-Vereins Die Bunten e.V. mit dem Friedensbüro der Stadt Augsburg nach vorangegangener Ausschreibung und Jurybewertung. Die künstlerischen Statements im öffentlichen Raum machen auf die Schwerpunkte des Friedensfests und auf gesellschaftspolitische Themen aufmerksam, laden zur Reflexion und Diskussion ein und bereichern das Stadtbild.
