Bischof aus Pakistan: Erstmals wird das Thema Christenverfolgung ernst genommen

Oberstes Gericht kassiert Bericht der Staatsanwaltschaft über Ausschreitungen im August 2023 ein

Bischof Samson Shukardin, Präsident der Pakistanischen Katholischen Bischofskonferenz und Bischof von Hyderabad. © Kirche in Not
Bischof Samson Shukardin, Präsident der Pakistanischen Katholischen Bischofskonferenz und Bischof von Hyderabad. © Kirche in Not

23.02.2024

 

(München/kin) - In einem Gespräch mit dem weltweiten katholischen Hilfswerk „Kirche in Not“ hat der Bischof der pakistanischen Diözese Hyderabad, Samson Shukardin, die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs Pakistans begrüßt, den Bericht der zuständigen Staatsanwaltschaft über die Angriffe auf Christen und Kirchen in der Stadt Jaranwala Mitte August 2023 abzulehnen. Er bewertete dies als „sehr positiv für uns Christen. Es ist das erste Mal, dass der Oberste Gerichtshof dieses Thema so ernst nimmt.“

 

Bei den Ausschreitungen in Jaranwala wurden durch eine wütende Menschenmenge mehr als 25 Kirchen und bis zu 100 Häuser von Christen in Brand gesteckt. Auslöser soll mutmaßlich eine Behauptung gewesen sein, dass zwei christliche Männer Seiten aus dem Koran gerissen hätten.

Foto: Gert Holle
Foto: Gert Holle

AKTUELL BEI WIR IM NETZ - AUS ALLER WELT - 26.02.2024


Zum Wohl benachteiligter Kinder: Kooperation zwischen den SOS-Kinderdörfern und Bergblick feiert zwölfjähriges Jubiläum

26.02.2024

 

 

(München/sos) - Im März 2024 feiert die langjährige Partnerschaft zwischen den SOS-Kinderdörfern weltweit und dem TV-Sender Bergblick, einem Unternehmen der HIGH VIEW, ihr zwölftes Jubiläum. Im Rahmen dieser langjährigen Kooperation setzt Bergblick erneut auf Sonderprogrammierungen, um die Aufmerksamkeit auf die Herausforderungen benachteiligter Kinder weltweit zu lenken. Die ausgewählten Sendungen werden im März zur Primetime auf Bergblick und parallel auch auf SCREEN GREEN ausgestrahlt und stehen zudem jederzeit in den Mediatheken zur Verfügung.

 

Seit vielen Jahren unterstützt das unabhängigen Medienunternehmen HIGH VIEW die Kinderschutzorganisation SOS-Kinderdörfer. Das gemeinsame Ziel bleibt dabei unverändert: Sensibilisierung für die Probleme benachteiligter Kinder und Bereitstellung einer Plattform für ihre Anliegen. Die Dokumentationen zeigen, welche Folgen Klimawandel, Armut und Vernachlässigung auf das Leben und die Zukunft von Kindern haben. Sie zeigen aber auch Lösungswege auf und porträtieren Kinder, die von den SOS-Kinderdörfern unterstützt werden und selbstbewusst und stark durchs Leben gehen. Ein besonderer Fokus liegt im Jubiläumsjahr auf dem Thema Frauenstärkung.

 

Im Rahmen der Kooperation werden folgende Programme präsentiert:

 

-        SOS Kinderdörfer weltweit

 

Sonderprogrammierung jeden Sonntag im März

 

Jeweils ab 19:20 Uhr

 

- Jordanien - Mit Klimaschutz und Frauenpower in die Zukunft (am 03. März 2024

- Jedes Kind hat ein Recht auf eine Familie - Mit den SOS-Kinderdörfern um die Welt (am 10. März 2024)

- Ein liebevolles Zuhause - Mit den SOS-Kinderdörfern um die Welt (am 17. März 2024)

- Kapverden - Frauen zwischen Not und Hoffnung (am 24. März 2024)

- Starke Frauen am Fluss - Die Familienprogramme der SOS-Kinderdörfer

in Bangladesch; Peru - Am Rande der Gesellschaft; Überleben in

Somalia: Einsatz für Kinder und Mütter (am 31. März 2024)

 

Susanne Braun, Leitung Programm für Fiction and Factual Entertainment bei HIGH VIEW, betont die Bedeutung der Kooperation: "Die Förderung benachteiligter Kinder ist uns eine Herzensangelegenheit. Jahr für Jahr setzen wir uns mit unseren Programmen dafür ein, diesen Kindern eine Stimme und eine Plattform zu geben. Unser Ziel ist es, nicht nur einen kleinen Beitrag zu leisten, sondern auch Aufmerksamkeit zu schaffen und weitere Unterstützer zu gewinnen. Wir sind stolz darauf, die SOS-Kinderdörfer in ihrem wichtigen Engagement für benachteiligte Kinder weltweit zu unterstützen."

 

Lanna Idriss, Vorständin der SOS-Kinderdörfer, sagt "Millionen Mädchen weltweit sind noch immer in einem Teufelskreis aus Armut, Benachteiligung und alltäglicher Diskriminierung gefangen. Die SOS-Kinderdörfer setzen sich auf der ganzen Welt gegen diese Ungerechtigkeit und für die Freiheiten und Rechte von Mädchen ein. Die Dokumentationen zeigen, dass durch nachhaltigen Einsatz und langfristiges Engagement Veränderung möglich ist. Sie schaffen auf berührende Weise Bewusstsein dafür, dass Mädchen die Kraft haben, die Welt zu verändern, wenn sie ihr Potential ausschöpfen können. Wir sind der Mediengruppe HIGH VIEW sehr dankbar, dass sie uns nun bereits im zwölften Jahr eine starke Plattform bietet, um benachteiligten Mädchen, aber natürlich auch Jungen, Gehör zu verschaffen."

 

Die detaillierten Programminformationen und Abläufe finden Sie unter  folgendem Link: https://www.highview.com/presse/bergblick.html

 

 

Über HIGH VIEW

 

Zum Portfolio der HIGH VIEW gehören Medienangebote auf allen relevanten Plattformen, von Free-TV bis Pay-TV, von Online bis Mobile Apps. Der Schwerpunkt liegt auf Musik- und Factual-Entertainment-Angeboten. Bereits heute gehören DELUXE MUSIC, SCHLAGER DELUXE, Jukebox, Gute Laune TV, DELUXE LOUNGE , DELUXE DANCE BY KONTOR, DELUXE FLASHBACK, DELUXE ROCK, DELUXE RAP und just.classical zum Unternehmen, genauso wie die Dokumentationssender Bergblick für alpin Interessierte, XPLORE für Reise- und Abenteuerprogramme und man hat die Marke WAIDWERK für Jäger und Angler und JUST COOKING für Kulinarik-Begeisterte entwickelt. Außerdem gehören die Marken Hip Trips und One TERRA zum Portfolio des inhabergeführten Medienunternehmens. http://www.highview.com

 

Über die SOS-Kinderdörfer

 

Die SOS-Kinderdörfer sind eine unabhängige soziale Organisation, die 1949 von Hermann Gmeiner ins Leben gerufen wurde. Seine Idee: Jedes verlassene, Not leidende Kind sollte wieder eine Mutter, Geschwister, ein Haus und ein Dorf haben, in dem es wie andere Kinder in Geborgenheit heranwachsen kann. Aus diesen vier Prinzipien ist eine global agierende Organisation entstanden, die sich hauptsächlich aus privaten Spenden finanziert. Sie ist heute in 138 Ländern aktiv: mit 533 SOS-Kinderdörfern und über 2.300 weiteren Einrichtungen wie Kindergärten, Schulen, Jugendeinrichtungen, Ausbildungs- und Sozialzentren, Krankenstationen, Nothilfeprojekte und der Familienhilfe. Weltweit unterstützen die SOS-Kinderdörfer etwa 2,5 Millionen Kinder und deren Angehörige.

 

 


Entwicklungsländer brauchen Handlungsspielraum

13. WTO-Ministerkonferenz in Abu Dhabi (26.-29.2.)

 

Welthandelsorganisation * WTO * Ministerkonferenz * Abu Dhabi

 

(Berlin/bfw) - Das aktuelle multilaterale Handelsregime benachteiligt die Länder des globalen Südens. Brot für die Welt fordert deshalb zum Start der 13. Ministerkonferenz der Welthandelsorganisation (WTO) in Abu Dhabi konkrete Vorschläge zur gerechteren Gestaltung der Weltwirtschaft. „Seit über 20 Jahren fordern Entwicklungsländer, dass ihre Interessen stärker von den Industriestaaten berücksichtigt werden. Das gilt besonders für den Marktzugang und Marktschutz im Agrarsektor“, sagt Francisco Marí, Referent für Agrarhandel und Meerespolitik bei Brot für die Welt. „Stattdessen schützen die EU und die USA ihre eigenen Märkte mit Subventionen. Anders herum sollen afrikanische Staaten ihre Märkte offenhalten – etwa für Agrarüberschüsse aus der EU. Diese Doppelzüngigkeit muss beendet werden.“

 

Während die EU für die Tagung andere Prioritäten hat, ist für die Länder des globalen Südens ein größerer wirtschaftspolitischer Handlungsspielraum Voraussetzung, um sich auf dem Weltmarkt gegenüber dominanten Volkswirtschaften durchsetzen zu können. „Um neue Wirtschaftszweige besser schützen und aufbauen zu können, sollte es Entwicklungsländern erlaubt werden, umfangreicher als bisher industriepolitische Maßnahmen zu ergreifen. Dazu gehören etwa die Einführung von Industriezöllen und Exportsteuern. Die EU wiederum muss ihre Märkte für Exporte aus Entwicklungsländern offenhalten“, sagt Marí.

 

Anstatt sich auf multilateraler Ebene für eine Vorzugsbehandlung der Länder des globalen Südens einzusetzen, schränkt die EU deren Recht auf Entwicklung durch ungleiche bilaterale Abkommen weiter ein. Die Wirtschaftspartnerschaftsabkommen mit afrikanischen Staaten oder das EU-Mercosur-Abkommen dienen der einseitigen Durchsetzung europäischer Wirtschaftsinteressen und behindern den Aufbau von Wertschöpfungsketten in den Partnerstaaten.

 

„Globale Herausforderungen, wie die Bekämpfung von Armut, Ungleichheit und der Klimakrise, können nur gemeinsam gemeistert werden. Dafür muss die ökonomische Kluft zwischen den reichen Industrieländern und den Ländern des globalen Südens endlich verkleinert werden“, sagt Sven Hilbig, Referent für Handelspolitik bei Brot für die Welt. „Statt ihren Subventionswettlauf weiterzuführen, sollten EU und USA ärmere Länder dabei unterstützen, eigene Wertschöpfungsketten aufzubauen. Damit steigt das Produktivitätsniveau in den einheimischen Unternehmen, was wiederum gute Löhne, menschenwürdige Arbeit und die Einhaltung internationaler Standards ermöglicht.“

 

 


FIDES-NACHRICHTEN - 24.02.2024

ASIEN/INDONESIEN - Konflikt auf den Molukken in weiter Ferne: Vergebung trägt Früchte

 

 

Von Paolo Affatato

 

Ambon (Agenzia Fides) - Die Zeit des Konflikts, die Zeit des Zusammenstoßes zwischen den christlichen und muslimischen Gemeinschaften ist in weiter Ferne. Von 1999 bis 2002 waren die Inseln von interreligiöser Gewalt geprägt. Und Bischof Seno Ngutra von Amboina in Ambon, der Hauptstadt der Molukken-Provinz im Osten Indonesiens - ein Gebiet, das von der Mission des heiligen Franz Xaver missioniert wurde - kann heute berichten, dass "wir die Wüste des Konflikts zwischen den Religionen durchquert haben, aber jetzt sind in dieser Wüste die Blumen der gegenseitigen Annahme, der Koexistenz und der Vergebung aufgegangen". Gegenwärtig, so sagt er, "pflegen wir gute Beziehungen zu anderen Religionsgemeinschaften, sowohl auf der Ebene der Verantwortlichen als auch unter den einfachen Menschen".

Der 2021 ernannte Bischof kann dies bezeugen, nachdem er die verschiedenen Inseln (es gibt etwa 50 in seiner Diözese, mit 56 Pfarreien) besucht hat, einige mit muslimischer, andere mit christlicher Bevölkerungsmehrheit. "Es herrscht Harmonie zwischen Christen und Muslimen - und auch mit Hindus und Buddhisten. Es gibt einen Dialog, der auf gegenseitiger Vergebung beruht. Wir haben die Lektion aus der Vergangenheit gelernt, als ein Funke der Gewalt einen schmerzhaften Bürgerkrieg auslöste", sagt er als jemand, der diese Zeit direkt miterlebt hat. Heute organisiert der Bischof interreligiöse Begegnungen "sowohl für Erwachsene als auch für Kinder, die zusammenkommen, tanzen und spielen und Freundschaften schließen: das ist der gute Samen des Zusammenlebens".

"Das Geheimnis", fügt er hinzu, "ist der gemeinsame Alltag; es geht darum, keine Zäune oder Ghettos in den Dörfern zu errichten", um "täglich Freundschaft zu säen und jede Form von Feindseligkeit zu vermeiden". "Wir haben gelernt, den anderen immer als menschliches Wesen anzuerkennen, das Barmherzigkeit verdient, als Bruder oder Schwester, als Person, die man lieben muss", sagt er. "Auf dieser Grundlage wurde auf den Molukken der Frieden aufgebaut; auf dieser Grundlage erleben wir gegenseitige Vergebung, die Dynamik, die den Krieg auf den Molukken beendete. Aus der Vergebung entsteht etwas 'Neues', das in unserem Fall die Freude der Brüderlichkeit gebracht hat".

„Auf dem Weg des Zusammenlebens", stellt er fest, "haben sich die Lehren von Papst Franziskus als sehr nützlich erwiesen, die wir versuchen, in unserem Kontext anzuwenden, indem wir den Dialog und nicht den Proselytismus fördern. Wir haben zum Beispiel eine katholische Kirche und drei Grundschulen auf einer Insel mit einer muslimischen Mehrheit und nur 4 % der Bevölkerung sind katholisch. Die Schüler in den drei Schulen sind also zu 99 % Muslime. Die muslimischen Kinder und Familien haben großen Respekt vor ihrem Glauben. Dieser Respekt erzeugt bei ihnen Dankbarkeit uns gegenüber. Auch auf einer anderen Insel mit animistischer Bevölkerung gibt es eine katholische Schule“. "Es ist ein Geschenk für diese Menschen, und einige Familien haben darum gebeten, ihre Kinder taufen zu lassen", stellt er fest und erzählt, dass die Diözesangemeinschaft mehr als hundert Schulen unterhält. Mission, erklärt der Bischof, "geht oft über das Engagement in der Bildung, das Nähe zu den Menschen bedeutet: Es ist eine Form der Nächstenliebe".

Auf den Inseln gibt es auch "Missionsstationen", kleine Kapellen, zu denen ein Priester regelmäßig mit dem Boot fährt. "Von dort aus können Interesse am Glauben und Bekehrungen entstehen", stellt er fest und lobt die Arbeit der ehrenamtlichen Katecheten, Männer und Frauen, die den Priestern und Diakonen vor allem auf den weiter entfernten Inseln helfen.

Portugiesische und spanische Missionare landeten 1534 auf den Molukken, als die erste Taufe in Ternate im Norden des Archipels gespendet wurde. Von da an verbreitete sich der katholische Glaube, ab 1546 auch dank der Arbeit des spanischen Missionars Franz Xaver. Man schätzt, dass es 1558 auf Ambon und den umliegenden Inseln etwa 10 000 Katholiken gab. Nachdem die Niederländer zu Beginn des 17. Jahrhunderts die Kontrolle über die Inseln übernommen hatten, nahm der Protestantismus rasch zu.

Im 20. Jahrhundert wurde das Apostolische Vikariat von Amboina gegründet, das in den 1960er Jahren in den Rang einer Diözese erhoben wurde und heute etwa 115.000 Katholiken bei einer Bevölkerung von 3,2 Millionen zählt. Die Diözese Amboina geriet in eine schwere Krise, als am 19. Januar 1999 ein sozialer Konflikt ausbrach, der bald die religiöse Färbung eines islamisch-christlichen Konflikts annahm. Gebäude und Häuser, etwa 80 Kirchen, Klöster, mehrere Schulen, Krankenhäuser und katholische Einrichtungen wurden beschädigt. Der Konflikt endete offiziell mit dem so genannten „Malino“-Abkommen vom Februar 2002. Es gab etwa 15.000 Tote und über 500.000 Vertriebene. Im Juni 2003 fand in der Hauptstadt Ambon eine Versöhnungszeremonie statt, an der mehrere lokale religiöse Führer vor Tausenden von Gläubigen teilnahmen und die vom damaligen katholischen Bischof von Amboina, Petrus Canisius Mandagi, nachdrücklich gewünscht worden war.

 

(Fides 24/2/2024)


FIDES-NACHRICHTEN - 24.02.2024

AFRIKA/NIGERIA - Bischöfe: „Mit Maßnahmen zur Bekämpfung der Unsicherheit und zur Förderung der Landwirtschaft der Armut entgegenwirken“

 

Abuja (Fides) - "Die Legitimität einer Regierung hängt von ihrer Fähigkeit ab, Leben und Eigentum zu schützen", betonen die nigerianischen Bischöfe in der Abschlusserklärung ihrer ersten Vollversammlung im Jahr 2024.

Die Katholische Bischofskonferenz von Nigeria (CBCN) meldet sich erneut zu Wort, um an die Dringlichkeit wirksamer Maßnahmen zu erinnern, um der ernsten Unsicherheit zu begegnen, die Nigeria aufgrund der Übergriffe der Dschihadisten im Norden, der Überfälle der bewaffneten Fulani-Hirtenbanden im Zentrum-Norden, der separatistischen Strömungen im Süden und der Geißel der Entführungen zu Erpressungszwecken im ganzen Land heimsucht.

"Angesichts der Verpflichtung der Regierung, die Unsicherheit zu beenden, empfehlen wir, die laufende Diskussion über die Schaffung der Staatspolizei sorgfältig zu prüfen. Darüber hinaus sollte die Regierung die Auswirkungen aller anderen bestehenden Sicherheitsvorkehrungen in dieser Hinsicht bewerten", so die Bischöfe. Derzeit wird in Nigeria eine öffentliche Debatte über die Schaffung von Polizeieinheiten in den 36 Bundesstaaten geführt, um die Bundespolizei zu ergänzen, die, abgesehen von einigen Freiwilligenorganisationen, die in einigen Bundesstaaten anerkannt sind, derzeit die einzige Polizeibehörde des Landes ist.

Während viele Nigerianer argumentieren, dass die Schaffung von Polizeibehörden in den einzelnen Staaten längst überfällig ist, befürchten andere, dass die Gouverneure der Bundesstaaten diese für ihre eigenen Machtzwecke einsetzen könnten.

Die Bischöfe beklagen auch die wachsende Zahl von Binnenflüchtlingen und das Versagen wirtschaftlicher Maßnahmen zur Unterstützung der Bevölkerung, was zu wachsender Armut und Not führt.

Die Bischofskonferenz schlägt in diesem Zusammenhang auch Maßnahmen zur Verbesserung des Agrarsektors und zur Schaffung von Kleinbetrieben in ländlichen Gebieten vor, um die Produktivität zu steigern und die Arbeitslosigkeit zu verringern. "In Anbetracht der sinkenden Kaufkraft der nigerianischen Währung und der Fähigkeit der Landwirtschaft, für die Grundlage unseres Überlebens zu sorgen, fordern wir die Regierung auf, die notwendigen und förderlichen Rahmenbedingungen zu schaffen, damit unsere Menschen auf ihre Höfe zurückkehren können. Wir fordern die Regierung auf, Kleinindustrien in ländlichen Gebieten zu schaffen, um die Produktivität zu steigern und die Arbeitslosigkeit zu verringern. Es wäre hilfreich, wenn solche Industrien auf der Landwirtschaft basieren würden“.

Gemäß dem Motto der Vollversammlung ("Synode zur Synodalität: Bereiche, die der Kirche in Nigeria Sorgen bereiten") betonten die Bischöfe, wie wichtig es ist, gemeinsam zu handeln und einander zuzuhören, um die Herausforderungen, vor denen die Nation steht, zu bewältigen. Speziell an die Regierung gerichtet, rufen die Bischöfe diese auf, "offen zu sein für Beiträge aus allen Segmenten und Ebenen der nigerianischen Gemeinschaft, damit wir gemeinsam die Notsituation angehen können, in der wir uns jetzt befinden. Es ist nicht länger hinnehmbar, dass sich unsere führenden Politiker nur mit ihren Anhängern und politischen Freunden umgeben".

(L.M.) (Fides 23/2/2024)

 

ASIEN/CHINA - Pfarrgemeinde Hancheng verteilt Kalender mit Impulsen zur Fastenzeit

 

Tangshan (Fides) - Nach der Liturgie des Aschermittwochs erhielten die Mitglieder Gemeinde Hancheng (Tangshan, Provinz Hebei) zu Beginn der Fastenzeit einen Kalender mit vierzig Impulsen für tägliche Gesten und kirchliche Praktiken für jeden Tag der Fastenzeit. An einem Tag wird das Gebet für die Eltern angeregt, an einem anderen Tag dazu aufgefordert, für diejenigen zu beten, die einen verletzt haben. Es fehlen auch nicht Gebete für den Frieden, für die Priester und für die Mission. An anderen Tagen gibt es die Anregung, einen Abschnitt aus der Heiligen Schrift zu lesen, an der eucharistischen Anbetung in der Pfarrei teilzunehmen oder für einen längeren Zeitraum auf die Nutzung und den Gebrauch des Smartphones zu verzichten. "Es ist, als ob man jeden Tag eine Blume pflückt, um einen Strauß 'geistiger Blumen' zu bilden, den man am Ostertag auf dem Altar des Herrn darbringt. Auf diese Weise entdecken wir die Fruchtbarkeit von Fasten, Gebet und Almosen wieder, die die Kirche allen in der Fastenzeit empfiehlt, wobei wir vor allem das 'Fasten des Herzens' pflegen sollten", betont Pfarrer Jiang Xiaoman zu der Initiative.

Mit Kreativität sollen die Gläubigen in China die Gesten, Vorschriften und Praktiken, die die Kirche ihren Kindern auf dem Weg zur österlichen Auferstehung vorschlägt, auf das konkrete Alltagsleben anwenden.

Am Samstag, dem 17. Februar, dem Vorabend des ersten Fastensonntags, weihte der Bischof der Diözese Handan, Joseph Sun Jigen, im Rahmen der Festtage des chinesischen Neujahrs eine neue Kirche ein. "Wir haben dem Herrn eine schöne Kirche geweiht", sagte der Bischof zu den zahlreichen Teilnehmern der Feier, "aber wir sollten uns daran erinnern, dass wir uns dem Herrn mit Leib und Seele widmen müssen. Die Kirche, so der Bischof, sei der Ort der Anbetung und das Haus der getauften Christen, "wo wir den Segen des Herrn empfangen, der uns zu Zeugen von ihm und seinem Werk macht".

(NZ) (Fides 23/2/2024)

 

ASIEN/MONGOLEI - Kardinal Marengo: "Fastenzeit steht im Zeichen des Gebets und der Versöhnung“

 

Ulaanbaatar (Fides) - "Unsere kleine katholische Gemeinschaft in der Mongolei lebt diese Fastenzeit mit großer Intensität. Die neun Pfarrgemeinden haben pastorale und spirituelle Programme auf den Weg gebracht. Wir haben uns auf das Thema des Gebets eingestimmt, in diesem Jahr des Gebets, das der Papst zur Vorbereitung auf das Heilige Jahr ausgerufen hat", so der Apostolische Präfekt von Ulaanbaatar, Kardinal P. Giorgio Marengo, gegenüber Fides.

"Gleichzeitig“, fährt er fort, „hat die Fastenzeit immer einen besonders interessanten Aspekt, weil sie in Übereinstimmung mit dem Mondneujahr beginnt. In diesem Jahr stimmte der mongolische Kalender mit den in Korea und China verwendeten Daten überein. Das Neujahrsfest fand am Wochenende statt, und in der darauffolgenden Woche begann die Fastenzeit mit dem Aschermittwoch. Einerseits ist Neujahr eine Zeit des Überflusses und des Feierns, nicht des Verzichts; andererseits bringt es Werte mit sich, die tief mit dem Evangelium übereinstimmen, wie z. B. die Erneuerung. Alles muss neu sein im Hinblick auf eine echte, tiefgreifende Erneuerung, nicht nur äußerlich".

"Es muss eine Versöhnung stattfinden", unterstreicht der Apostolische Präfekt, "damit alles, was im vergangenen Jahr erlebt wurde, irgendein Zwiespalt oder irgendeine Spannung, hinter uns gelassen wird und wir mit friedlichen Beziehungen neu beginnen. Ein weiterer Aspekt: Es ist die Zeit, in der jeder ein Jahr älter wird, weil ein Winter hinter uns liegt und wir die Älteren als Träger der kollektiven Weisheit ehren. In diesem Sinne gibt es auch für uns Christen eine Einstimmung auf die Gestalt der geistlichen Väter und Mütter, die wir in der Fastenzeit verstärkt anrufen".

Die mongolische Gemeinschaft fühle sich eng mit dem Heiligen Stuhl verbunden, betont er: "Wir haben die Fastenbotschaft von Papst Franziskus ins Mongolische übersetzt und am Aschermittwoch verteilt. Ich möchte auch erwähnen, dass Mongolisch seit kurzem offiziell die 52. Sprache ist, in der die Vatikan-Nachrichten über ‚Vatican News‘ verbreitet werden. Wir haben nun diese Plattform, auf der wir im Moment wöchentlich die Mittwochskatechese und das sonntägliche Mittagsgebet des Papstes übersetzen. Es ist der Schatz der Lehre des Papstes, den die Menschen auf diese Weise konsultieren können: Wir versuchen, uns anzueignen, woran uns Papst Franziskus in dieser Fastenzeit erinnert".

"Ich möchte noch einmal den Diskurs über neue, versöhnte Beziehungen betonen“, fährt der Kardinal fort, „denn genau darauf beruht das Nachdenken über den Frieden, der leider in so vielen Teilen der Welt zur Debatte zu stehen scheint. Der Aufruf des Neujahrsfestes hilft uns, diesen Schritt zu tun: Damit der Friede kommt, muss jeder von uns bei seinen eigenen Beziehungen beginnen, indem er selbst Arbeiter und Sämann des Friedens ist. Es ist also eine Einladung, sich für den Frieden zu engagieren, ausgehend von der eigenen persönlichen Umkehr".

Am 5. März wird die Kirche Fastenexerzitien für Priester, Ordensleute und Missionare in der Mongolei abhalten, an denen auch der Generalabt des Zisterzienserordens, Pater Mauro Giuseppe Lepori, teilnehmen wird.

Auf der Ebene der karitativen Werke schließlich versuche die Kommission für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung, Maßnahmen zu ergreifen, um Landwirten zu helfen, die durch besonders starke Schneefälle in Not geraten sind. "In nur wenigen Tagen kann ein Landwirt fast seinen gesamten Viehbestand verlieren, weil die Tiere buchstäblich eingeschneit sind. Wir versuchen zu verstehen, was konkret für sie getan werden kann: dies könnte eine der Verpflichtungen sein, die uns in der Fastenzeit im Hinblick auf die Geschwisterlich kennzeichnen sollen", schließt Kardinal Marengo.

(PA) (Fides 23/2/2024)

 

AFRIKA/ZENTRALAFRIKANISCHE REPUBLIK - Bischofskoadjutor von Bangassou ernannt

 

Vatikanstadt (Fides) – Papst Franziskus hat den bisherigen Leiter der Caritasstelle der Diözese Bouar, Pater Aurelio Gazzera (ocd), zum Bischofskoadjutor der Diözese Bangassou (Zentralafrikanische Republik) ernannt.

Bischof Aurelio Gazzera (ocd) wurde am 27. Mai 1964 in Cuneo (Italien) geboren und trat 1974 in das Kleine Seminar der Unbeschuhten Karmeliten von Arenzano ein. Im Jahr 1979 legte er die zeitlichen Gelübde bei der Ordensgemeinschaft der Karmeliten der Provinz Genua ab, verbrachte dann ein Ausbildungsjahr in der Delegation der Karmeliten in der Zentralafrikanischen Republik und legte am 11. Oktober 1986 die ewigen Gelübde ab. Er studierte Philosophie und Theologie an der Theologischen Fakultät in Norditalien in Genua und wurde am 27. Mai 1989 zum Priester geweiht.

Nachdem er Ausbilder am Kleinen Seminar der Karmeliten in Arenzano war, begann er seine Tätigkeit als Missionar in der Zentralafrikanischen Republik, wo er folgende Ämter innehatte: Assistent am Kleinen Seminar in Yole (1992-1994), Direktor des ersten Zyklus desselben Kleinen Seminars (1994-2003), Pfarrer der Gemeinde „St. Michael“ in Bozoum (2003-2020), Oberer der Delegation der Unbeschuhten Karmeliten in Zentralafrika (2014-2020). Seit 2003 ist er Leiter der Caritasstelle in der Diözese Bouar und seit 2020 Mitglied der Gemeinschaft von Baoro und zuständig für die Christen in den Dörfern der Savanne sowie Direktor der Berufsschule in Baoro.

 

(EG) (Fides 23/02/2024)


Geballte Hip-Hop Power: Nura Omer und Niko BACKSPIN für die SOS-Kinderdörfer weltweit in Tansania

Nura und Niko treffen beeindruckende Menschen aus den Programmen der SOS-Kinderdörfer in Tansania. Foto: SOS-Kinderdörfer weltweit Hermann-Gmeiner-Fonds Deutschland e.V. Fotograf:Martin Fischer
Nura und Niko treffen beeindruckende Menschen aus den Programmen der SOS-Kinderdörfer in Tansania. Foto: SOS-Kinderdörfer weltweit Hermann-Gmeiner-Fonds Deutschland e.V. Fotograf:Martin Fischer

22.02.2024

 

(München/ots) - Rund ein Drittel der Bevölkerung in Tansania lebt unterhalb der Armutsgrenze, vor allem in den ländlichen Gebieten. Viele Familien haben keinen Zugang zu grundlegender Infrastruktur, und eines von drei Kindern ist unterernährt. Die SOS-Kinderdörfer sind als Organisation in Tansania an sechs Standorten tätig. Nura, die deutschsprachige Rapperin und Schauspielerin mit eritreischen Wurzeln besuchte im November 2023 die Projekte der SOS-Kinderdörfer in Tansanias Hauptstadt Daressalam. Begleitet wurde Nura dabei von dem Journalisten und Videoproduzenten Niko BACKSPIN.

Beide sind prominente Unterstützer:innen der Organisation und möchten den Menschen in den Programmen vor Ort eine Stimme geben und für mehr Sichtbarkeit sorgen. Dafür trafen sie Familien, die Teil der Programmarbeit der Kinderrechtsorganisation sind, wurden zu diesen in ihr Zuhause eingeladen und lernten ihren Alltag kennen. ...


FIDES-NACHRICHTEN - 22.02.2024

AFRIKA/SOMALIA - Nach Vereinbarungen zwischen Äthiopien und Somaliland: Somalia schließt Abkommen mit der Türkei

 

Mogadischu (Fides) - "Somalia will nicht, dass ausländische Mächte auf seinem Territorium kämpfen", so der somalische Präsident Hassan Sheikh Mohamud, um zu versichern, dass das gestern, am 21. Februar, genehmigte (aber bereits am 8. Februar unterzeichnete) militärische Seeabkommen zwischen seinem Land und der Türkei nicht gegen Äthiopien gerichtet ist. Dieses Land hatte am 1. Januar ein Seeverkehrsabkommen mit der separatistischen Region Somaliland unterzeichnet.

Das vom somalischen Ministerrat gebilligte Abkommen mit einer Laufzeit von zehn Jahren überträgt der Türkei "volle Autorität" über die somalischen Hoheitsgewässer und verpflichtet sie zu deren Schutz und Verteidigung. Das Abkommen sieht vor, dass die Türkei 30 Prozent der Einnahmen aus der ausschließlichen Wirtschaftszone Somalias erhält, deren Ressourcen (abgesehen von der Fischerei) noch weitgehend ungenutzt sind. Im Gegenzug verpflichtet sich Ankara, die somalische Marine wiederaufzubauen und auszurüsten.

Die neue Vereinbarung stärkt die Beziehungen zwischen Somalia und der Türkei, die bereits seit 2017 einen Militärstützpunkt in Mogadischu eingerichtet hat, um somalische Truppen auszubilden, insbesondere Mitglieder des Elitekorps „GorGor“, die im Kampf gegen die Shabaab-Miliz eingesetzt sind. Die Ausweitung der Zusammenarbeit im Bereich der Marine wird der türkischen Marine eine stabile Präsenz in den Gewässern des Roten Meeres, des Golfs von Aden und des Persischen Golfs ermöglichen, wo die Türke bereits seit einigen Jahren einen Marinestützpunkt in Katar unterhält.

Parallel zu dem Abkommen mit Somalia unterzeichnete die Türkei eine Vereinbarung mit Dschibuti, in der sich Ankara verpflichtet, den Streitkräften des kleinen Staates an der Mündung der Straße von Bab el-Mandab, dem Tor zum Roten Meer, militärische Ausbildung und finanzielle Unterstützung zu gewähren.

Der Präsident von Somaliland reagierte seinerseits auf die von Somalia mit der Türkei unterzeichneten Vereinbarungen und erklärte, dass das von dem selbsternannten Staat mit Äthiopien geschlossene Abkommen in jedem Fall durchgesetzt würde, selbst wenn der somalische Präsident Hassan Sheikh Mohamud "Äthiopien und Ägypten in den Konflikt hineinziehen" würde. Selbst Ägypten, das mit Äthiopien wegen des äthiopischen Staudamms am Blauen Nil (Grand Ethiopian Renaissance Dam) im Streit liegt, hat mit Mogadischu ein Verteidigungsabkommen geschlossen.

Andererseits gibt es nach wie vor Vereinbarungen, nach denen Äthiopien Somalia im Kampf gegen die Shabaab-Miliz unterstützt, während Mogadischu auch von den Vereinigten Arabischen Emiraten (die kürzlich drei Soldaten bei einem der Shabaab-Miliz zugeschriebenen Anschlag verloren haben), Eritrea und den Vereinigten Staaten militärische Hilfe erhält. Letzte Woche unterzeichneten die USA und Somalia eine Vereinbarung über den Bau von fünf Militärstützpunkten für die somalische Nationalarmee.

(L.M.) (Fides 22/2/2024)

 

AFRIKA/GHANA - Kirche hilft Migranten und Asylbewerbern

 

Accra (Fides) - Neben dem Drama in der Ukraine und im Gazastreifen gibt es viele andere Situationen von Vertreibung und Zuflucht suchenden Menschen, die die Aufmerksamkeit der internationalen Institutionen verdienen. Dies ist der Fall der Flüchtlinge aus den Nachbarländern, die in Ghana, insbesondere in der Upper East Region, Zuflucht suchen.

Der Apostolische Nuntius in Ghana, Erzbischof Henryk Mieczyslaw Jagodzinski, besuchte in der Region die Diözese Navrongo-Bolgatanga und bekräftigte das Engagement der katholischen Kirche für den Schutz und die Unterstützung gefährdeter Menschen, unabhängig von ihrer Herkunft und ihren religiösen Überzeugungen, und sagte, dass diese Menschen, einschließlich der Vertriebenen, der Armen und derjenigen, die als "unerwünscht" gelten, Papst Franziskus besonders am Herzen liegen, der in seinen Predigten, Lehren und Programmen immer wieder für Trost und Unterstützung für diese Menschen plädiert hat.

"Natürlich ist unsere Mission als katholische Kirche geistlich, unser Ziel ist das Heil der Seele", sagte Erzbischof Jagodzinski. "Aber wie der heilige Jakobus in seinem Brief schreibt, ist der Glaube ohne Werke tot, und wir müssen nicht nur die Liebe zu unserem Nächsten verkünden, sondern auch etwas für andere tun."

Am heutigen 22. Februar wird der Apostolische Nuntius die Aufnahmezentren für Asylbewerber in Tarikom, im Bezirk Western Bawku, besuchen, um sich aus erster Hand über die Lage der Flüchtlinge zu informieren, die hauptsächlich aus Burkina Faso stammen, von wo sie wegen der Angriffe von Dschihadisten geflohen sind.

Stephen Yakubu, Regionalminister der Upper East Region und Vorsitzender des regionalen Sicherheitsrates, erklärte, dass mehr als 1.160 Asylbewerber in Aufnahmeeinrichtungen gebracht worden seien, und lobte die katholische Kirche, insbesondere die Diözese Navrongo-Bolgatanga, für ihre Hilfe bei der Bewältigung der Situation.

Die katholische Kirche in Ghana unterstützt sowohl Binnenmigranten als auch Flüchtlinge aus den Nachbarländern. Bei ersteren handelt es sich hauptsächlich um gefährdete junge Migrantinnen (meist Minderjährige), die vom Land in die Stadt ziehen, in der Regel von Norden nach Süden. Ein Netzwerk aus mehreren religiösen Orden und Organisationen versucht diesen Menschen zu helfen: die Salesianer von Don Bosco (SDB), die Steyler Missionsschwestern (SSpS) und die Töchter der Nächstenliebe des Heiligen Vinzenz von Paul.

Im zweiten Fall unterstützt die Kirche nicht nur Asylsuchende in Ghana, die vor dschihadistischen Bedrohungen in den Nachbarstaaten fliehen, sondern auch mehrere Migranten, die die Wüste auf der Suche nach Zielen jenseits von Ghana durchqueren, und engagiert sich insbesondere im Rahmen der bischöflichen Kommission "Gerechtigkeit und Frieden" gegen den Menschenhandel.

(L.M.) (Fides 22/2/2024)

 

ASIEN/LIBANON - WCAL-Group: “Unerträgliche Gräueltaten” gegen Palästinenser im Gazastreifen

 

Beirut (Fides) - Im Gazastreifen und anderen Teilen Palästinas werden "unerträgliche und unmenschliche Gräueltaten" an Palästinensern verübt. Gräueltaten, die "über 28.000 Zivilisten das Leben gekostet haben, von denen mehr als zwei Drittel Kinder und Frauen sind". Angesichts eines solchen Szenarios verbreitet die Gruppe christlicher Analysten, Theologen und Seelsorger "Wir wählen das Leben in Fülle" ("We Choose Abundant Life", WCAL) ein Dokument, das hervorhebt, dass der Krieg im Heiligen Land "nicht nur die Fähigkeit zur menschlichen Gewalt, zur Dämonisierung und Entmenschlichung des anderen aufzeigt, sondern auch eine tiefe moralische Krise, die uns nicht nur als Christen, sondern als Menschen herausfordert".

Die Ökumenische Gruppe veröffentlichte im September 2021 ein Dokument mit dem Titel "Christen im Vorderen Orient auf dem Weg zu erneuerten theologischen, sozialen und politischen Entscheidungen". Zu der Gruppe, deren Namen auf ein Zitat aus dem Deuteronomium zurückgeht ("Wir wählen das Leben in Fülle"), gehören Frau Professor Souraya Bechealany, ehemalige Generalsekretärin des Rates der Kirchen des Nahen Ostens, der maronitische Priester Rouphael Zgheib, Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke im Libanon, und der libanesische griechisch-melkitische Priester und Theologe Gabriel Hachem.

"Die unmittelbare militärische Reaktion, die als impulsive Rache für die Gräueltaten vom 7. Oktober 2023 begann", heißt es in der Botschaft, "verwandelte sich schnell in einen verheerenden und geplanten Krieg, der von mehreren Ländern der freien Welt gerechtfertigt und unterstützt wird und bei den Diktaturen in der Region auf Schweigen stößt“.

Die Verfasser des Dokuments weisen darauf hin, dass "die Militarisierung religiöser Ideologien, sowohl in etablierten Staaten als auch in nichtstaatlichen Bewegungen und Akteuren, ein eklatanter Indikator für die schwerwiegenden konzeptionellen Gefahren ist, denen die Religionen ausgesetzt sind, wenn sie sich vom Kern ihrer Botschaft entfernen". Das Dokument weist auch auf die Klarheit der kritischen Stimmen hin, die "die vorherrschende Erzählung, die das Judentum mit dem Zionismus in Verbindung bringt oder suggeriert, dass das Judentum ein Synonym für den Zionismus ist", zurückweisen und widerlegen. “Die Kritik an den völkerrechtswidrigen Praktiken Israels", heißt es in dem Text, "ist nicht gleichbedeutend mit Antisemitismus".

Die Gruppe schließt sich all jenen Stimmen an, die "das Recht der Palästinenser auf Selbstbestimmung" fordern. „Insbesondere sprechen sie sich immer wieder gegen die Verwechslung zwischen der palästinensischen Sache als nationaler Sache und dem militanten, bewaffneten Dschihad oder extremistischen islamistischen Forderungen aus. Diese Stimmen stellen allzu vereinfachte Erzählungen in Frage und tragen zu einem nuancierten Verständnis der verschiedenen Perspektiven innerhalb der muslimischen Gemeinschaft bei", heißt es in der Botschaft.

(GV) (Fides 22/2/2024)

 

AFRIKA/GUINEA - Diözese Boké errichtet und erster Bischof ernannt

 

Vatikanstadt (Fides) – Papst Franziskus hat auf einem Teilgebiet der Erzdiözse Conakry die neue Diözese Boké (Guinea) errichtet und den bisherigen Pfarrer der Gemeinde St. Augustin in Taouyah, Pfarrer Moïse Tinguiano aus dem Klerus von Conakry zum ersten Bischof der neuen Diözese ernannt.

Bischof Moïse Tinguiano wurde am 11. Dezember 1977 in Benty geboren. Er trat in das Propedeutische Seminar „St. Jean XXIII.“ in Kindia ein und studierte Philosophie und Theologie am Großen Seminar „St. Augustin Samayah“ in Bamako. Am 26. November 2006 wurde er zum Priester geweiht.

Danach hatte er folgende Ämter inne: Pfarrvikar in der Christkönigsgemeinde in Fria (2006-2009); Pfarrer von der Herz-Jesu-Gemeinde in Boké und der Gemeinde Sankt Peter in Sangaredi (2010-2011); Doktorat in Katechetischer Theologie und Jugendpastoral an der Päpstlichen Universität Salesiana (2011-2017); pastorale Tätigkeit in der italienischen Diözese Vittorio Veneto (2013-2016); pastorale Tätigkeit in der italienischen Diözese Città del Castello (2016-2017). Seit 2018 ist er Pfarrer der Gemeinde Saint Augustin in Taouyah (Conakry) und Professor im Priesterseminar „Benoît XVI.“ sowie Direktor des katholischen Radiosenders „La Voix de la Paix“.

(EG) (Fides 22/02/2024)

LINK

Statistiken -> https://www.fides.org/it/attachments/view/file/Dati_statistici_della_nuova_Diocesi_di_Bok_.pdf

 


Ukraine: Russische Behörden beschlagnahmen katholische Kirche

Fastenaktion des Hilfswerks „Kirche in Not“ für traumatisierte Familien

Auf einem Friedhof in der Nähe der westukrainischen Stadt Lemberg. © Kirche in Not
Auf einem Friedhof in der Nähe der westukrainischen Stadt Lemberg. © Kirche in Not

20.02.2024

 

(München/kin) - Das Oberhaupt der Ukrainischen Griechisch-Katholischen Kirche, Großerzbischof Swjatoslaw Schewtschuk, hat bei einer Konferenz des weltweiten Hilfswerks „Kirche in Not“ zum Beginn der Fastenzeit auf die andauernde dramatische Situation in der Ukraine aufmerksam gemacht, vor allem in den von Russland besetzten Gebieten.


Zwei Jahre Ukraine-Krieg: Kindermissionswerk unterstützt weiter seine Partner vor Ort

Mehr als 3,8 Millionen Euro seit Kriegsausbruch

21.02.2024

 

 

(Aachen/kmw) - Russlands brutaler Angriff auf die Ukraine jährt sich am 24. Februar zum zweiten Mal. Täglich gibt es Tote und Verletzte, darunter auch Kinder. Seit Ausbruch des Krieges hat das Kindermissionswerk ‚Die Sternsinger‘ mehr als 3,8 Millionen Euro für Nothilfen bereitgestellt. „Explosionen, Beschuss, Luftalarm, Nächte in Bunkern und Kellern – viele ukrainische Mädchen und Jungen leben seit zwei Jahren in ständiger Angst. Sie haben kein Zuhause mehr und können nicht in die Schule gehen, weil Wohnhäuser und Bildungseinrichtungen gezielt angegriffen und zerstört werden“, sagt Klemens Büscher, Ukraine-Länderreferent im Kindermissionswerk. „Die psychologischen Folgen für die Kinder in diesem seit zwei Jahren andauernden Konflikt werden immer deutlicher. Viele sind von den Kriegserlebnissen traumatisiert. Daher sind die psychologische Betreuung, die Trauma-Bewältigung und Rehabilitations-Programme ein ganz wichtiger Teil unserer Hilfen“, so Büscher.

 

In verschiedenen Landesteilen der Ukraine leisten Sternsinger-Partner Nothilfe. Zu Kriegsbeginn evakuierten die Partner vor allem Kinder und Familien aus besonders bedrohten Städten in den Westen des Landes. Neben der psychologischen Hilfe versorgen die Partner nach wie vor die Binnenflüchtlinge mit dem Nötigsten wie Nahrungsmittel, Medizin und Decken und bieten Unterkünfte an. Die Unterstützung geht vermehrt in die Einrichtung so genannter Child Friendly Spaces. Das sind Orte, an denen die Kinder in einem geschützten Umfeld betreut werden, spielen können, Freunde treffen und Hilfe beim Lernen bekommen. „Wir erhalten weiterhin Nothilfe-Anträge unserer ukrainischen Partner, die dringend Unterstützung benötigen und die vor Ort alles tun, um den Kindern zu helfen. Die Not ist weiter groß“, betont Länderreferent Klemens Büscher. 

 

Das Kindermissionswerk ,Die Sternsinger‘ nimmt Spenden für vom Krieg betroffene Kinder entgegen:

Stichwort: Kinder Ukraine

Spendenkonto: Pax-Bank eG, IBAN: DE 95 3706 0193 0000 0010 31, BIC: GENODED1PAX.

 

Kindermissionswerk ‚Die Sternsinger‘ – das Hilfswerk der Sternsinger

 

Rund 1.200 Projekte für benachteiligte und Not leidende Kinder weltweit werden jährlich vom Kindermissionswerk ‚Die Sternsinger‘ unterstützt. Einnahmen in Höhe von insgesamt rund 64 Millionen Euro standen dem Hilfswerk der Sternsinger 2022 für seine Arbeit zur Verfügung. Gefördert wurden Projekte in 91 Ländern. Neben der Förderung der Kinder-Hilfsprojekte zählen der Einsatz für die Rechte von Kindern weltweit sowie die Bildungsarbeit zu den Aufgaben. 


FIDES-NACHRICHTEN - 21.02.2024

AFRIKA/SUDAN - Der zehnmonatige Krieg im hat das Land verwüstet

 

Khartum (Fides) - Der Krieg, der vor zehn Monaten im Sudan ausgebrochen ist, hat eine verheerende humanitäre Krise ausgelöst. Im Januar 2024 gab es über 10,7 Millionen Vertriebene, die größte Vertreibungskrise der Welt. Der Konflikt hat 12.000 bis 15.000 Todesopfer gefordert.

Ein Drama, an das Papst Franziskus nach dem Angelus am Sonntag, den 18. Februar, erinnerte: "Es sind nun zehn Monate seit dem Ausbruch des bewaffneten Konflikts im Sudan vergangen, der eine sehr ernste humanitäre Situation verursacht hat. Ich bitte die Kriegsparteien erneut, diesen Krieg zu beenden, der den Menschen und der Zukunft des Landes so viel Schaden zufügt. Wir beten, dass bald Wege des Friedens gefunden werden, um die Zukunft des geliebten Sudan aufzubauen".

Der Konflikt, der am 15. April 2023 zwischen der regulären Armee (Sudan Armed Forces, SAF) unter der Führung von Abdelfattah Al-Burhan und den Rapid Support Forces (RSF) unter der Führung von Mohammed Hamdan Dagalo (genannt Hemeti) ausgebrochen ist, scheint kein einfaches Ende zu nehmen. Im Gegenteil, er hat eine Dynamik ausgelöst, die den Sudan zu zersplittern droht, nachdem andere bewaffnete Gruppen, die schon seit einiger Zeit in verschiedenen Gebieten des Landes präsent sind, Partei ergriffen oder das Chaos genutzt haben, um die Kontrolle über die Gebiete zu übernehmen, in denen sie präsent sind.

Im Moment scheinen die RSF einen Vorteil gegenüber der regulären Armee zu haben, nachdem sie Mitte Dezember die Kontrolle über Wad Madani im Bundesstaat Al-Gezira, der als Kornkammer des Sudan gilt, übernommen haben.

Die RSF können auch auf Waffen-, Munitions-, Treibstoff- und andere Lieferungen aus den Nachbarländern zählen: Zentralafrika, Tschad, Libyen (Cyrenaica) sowie auf die Unterstützung durch russische Söldner der Firma Wagner und der Vereinigten Arabischen Emirate. Unterdessen hat die reguläre Armee eine wichtige Waffenfabrik Yarmouk im Raum Khartum verloren, zählt aber auf eine gewisse Unterstützung von außen, z. B. von Ägypten. Im Netz kursieren auch Videos von Angriffen ukrainischer Spezialeinheiten gegen die RSF und russische Wagner-Söldner, die fast eine Ausweitung des Krieges in der Ukraine auf sudanesischen Boden symbolisieren.

Erschwert wird der Konflikt durch die Spaltungen innerhalb der Streitkräfte selbst. Die reguläre Armee ist intern zwischen Stämmen, Ethnien und religiösen Bekenntnissen gespalten, da sie sich aus verschiedenen Schichten der sudanesischen Gesellschaft rekrutiert. Andererseits macht die flexible Kommandostruktur der RSF ihre Kämpfer weniger kontrollierbar für die Führungsspitze der Organisation, was Menschenrechtsverletzungen begünstigt. Diese wiederum können eine Spirale der Rache und weiterer Gewalt auslösen. Schließlich sind die verschiedenen Gruppen, die sich der einen oder anderen Seite angeschlossen haben, ihrerseits in gegnerische Formationen gespalten.

(L.M.) (Fides 21/2/204)

 

AFRIKA/SUDAN - Der zehnmonatige Krieg hat das Land verwüstet

 

Khartum (Fides) - Der Krieg, der vor zehn Monaten im Sudan ausgebrochen ist, hat eine verheerende humanitäre Krise ausgelöst. Im Januar 2024 gab es über 10,7 Millionen Vertriebene, die größte Vertreibungskrise der Welt. Der Konflikt hat 12.000 bis 15.000 Todesopfer gefordert.

Ein Drama, an das Papst Franziskus nach dem Angelus am Sonntag, den 18. Februar, erinnerte: "Es sind nun zehn Monate seit dem Ausbruch des bewaffneten Konflikts im Sudan vergangen, der eine sehr ernste humanitäre Situation verursacht hat. Ich bitte die Kriegsparteien erneut, diesen Krieg zu beenden, der den Menschen und der Zukunft des Landes so viel Schaden zufügt. Wir beten, dass bald Wege des Friedens gefunden werden, um die Zukunft des geliebten Sudan aufzubauen".

Der Konflikt, der am 15. April 2023 zwischen der regulären Armee (Sudan Armed Forces, SAF) unter der Führung von Abdelfattah Al-Burhan und den Rapid Support Forces (RSF) unter der Führung von Mohammed Hamdan Dagalo (genannt Hemeti) ausgebrochen ist, scheint kein einfaches Ende zu nehmen. Im Gegenteil, er hat eine Dynamik ausgelöst, die den Sudan zu zersplittern droht, nachdem andere bewaffnete Gruppen, die schon seit einiger Zeit in verschiedenen Gebieten des Landes präsent sind, Partei ergriffen oder das Chaos genutzt haben, um die Kontrolle über die Gebiete zu übernehmen, in denen sie präsent sind.

Im Moment scheinen die RSF einen Vorteil gegenüber der regulären Armee zu haben, nachdem sie Mitte Dezember die Kontrolle über Wad Madani im Bundesstaat Al-Gezira, der als Kornkammer des Sudan gilt, übernommen haben.

Die RSF können auch auf Waffen-, Munitions-, Treibstoff- und andere Lieferungen aus den Nachbarländern zählen: Zentralafrika, Tschad, Libyen (Cyrenaica) sowie auf die Unterstützung durch russische Söldner der Firma Wagner und der Vereinigten Arabischen Emirate. Unterdessen hat die reguläre Armee eine wichtige Waffenfabrik Yarmouk im Raum Khartum verloren, zählt aber auf eine gewisse Unterstützung von außen, z. B. von Ägypten. Im Netz kursieren auch Videos von Angriffen ukrainischer Spezialeinheiten gegen die RSF und russische Wagner-Söldner, die fast eine Ausweitung des Krieges in der Ukraine auf sudanesischen Boden symbolisieren.

Erschwert wird der Konflikt durch die Spaltungen innerhalb der Streitkräfte selbst. Die reguläre Armee ist intern zwischen Stämmen, Ethnien und religiösen Bekenntnissen gespalten, da sie sich aus verschiedenen Schichten der sudanesischen Gesellschaft rekrutiert. Andererseits macht die flexible Kommandostruktur der RSF ihre Kämpfer weniger kontrollierbar für die Führungsspitze der Organisation, was Menschenrechtsverletzungen begünstigt. Diese wiederum können eine Spirale der Rache und weiterer Gewalt auslösen. Schließlich sind die verschiedenen Gruppen, die sich der einen oder anderen Seite angeschlossen haben, ihrerseits in gegnerische Formationen gespalten.

(L.M.) (Fides 21/2/204)

 

ASIEN/PHILIPPINEN - “Volksmission”: Aktionswoche soll Priester- und Ordensberufe fördern

 

Die Berufungskrise ist auch für die asiatischen Kirchen, in denen sich in der jüngsten Vergangenheit so viele junge Menschen für das Priester- und Ordensleben entschieden haben, zu einem akuten Problem geworden. Auf den Philippinen gehen die Kirchengemeinden das Problem mit Entschlossenheit und Kreativität an.

Die Erzdiözese Cebu hat im Rahmen des Monats der Berufungen im „Freedom Park-Carbon Market“öffentliche Initiativen auf den Weg gebracht. Während einer Woche mit Begegnungen und gemeinsamen Überlegungen organisierten Mitglieder verschiedener Männer- und Frauenorden offene Treffen, insbesondere für junge Menschen, bei denen sie ihren Berufungsweg vorstellten, in der Überzeugung, dass sie angesichts der Berufungskrise "unsere Ziele nicht allein erreichen können. Wir können es nur gemeinsam als Kirche tun, mit der Unterstützung des ganzen Volkes Gottes", sagte Pater Ferderiz Cantiller, ein Redemptoristenpriester, der der Berufungsabteilung der Philippinen in Cebu City vorsteht, gegenüber Ucanews.

Die Initiativen waren jedoch nicht von dem Anspruch geprägt, mit Propagandastrategien in kurzer Zeit neue Berufungen "anzuwerben". Vielmehr liegt der Schwerpunkt auf der Dringlichkeit des Gebets, um das Geschenk neuer Berufungen zu erbitten.

Während der Aktionswoche schufen die Priester auf dem öffentlichen Markt Räume, in denen sie das Sakrament der Beichte spendeten und Passanten, Straßenhändlern und Obdachlosen das Wort Gottes vorlasen. Die Tage wurden zu einer echten „Volksmission“ inmitten der belebten Straßen, eine Mission, die sich auch spontan in Werken der Nächstenliebe ausdrückte, wie dem Anbieten von Essen für die Hungrigen und der medizinischen Versorgung von Menschen, die an verschiedenen Krankheiten litten, dem Segnen aller, die darum baten, sowie dem Zuhören und Trösten all derer, die Probleme und Erwartungen hatten, denen sie sich anvertrauen wollten.

Neben der Erzdiözese Cebu, der Caritas von Cebu und unter anderem den Redemptoristen nahmen auch geweihte Laien der Teresianischen Einrichtungen, der Schwestern vom heiligen Paul von Chartres und der Kongregation der Barmherzigkeit an der Berufungswoche teil.

Die Redemptoristen-Missionare der Provinz Cebu haben der Berufungspastoral im Laufe der Zeit immer größte Bedeutung beigemessen. Im Provinzzentrum des Allerheiligsten Erlösers in Cebu City finden jährliche Treffen unter der Leitung des Berufungsteams der Provinz statt. Bei diesen Treffen werden Ideen, Methoden und Möglichkeiten zur Begleitung und Unterstützung neuer Berufungen zum Priestertum und zum Ordensleben erörtert.

 

(NZ) (Fides 21/2/2024)


Ukrainehilfe: „Wir dürfen nicht müde werden zu helfen“

Diakonie Katastrophenhilfe ruft zu Spenden auf

 

 21.02.2024 

 

 

(Berlin/dw) - Zwei Jahre nach dem Einmarsch Russlands gerät die humanitäre Lage in der Ukraine zunehmend aus dem Blickfeld. Fast täglich sterben Zivilisten bei Luftangriffen, die Infrastruktur wird gezielt zerstört. „Die Folgen werden noch Generationen spüren“, warnt Martin Keßler, Leiter der Diakonie Katastrophenhilfe. Für humanitäre Hilfe und den Wiederaufbau brauche es einen langen Atem und Spenden. Das Spendenergebnis sei auch 2023 gut gewesen, aber nur ein Bruchteil dessen, was noch 2022 gespendet wurde. 

 

Die Angriffe auf ukrainische Ortschaften und Infrastruktur haben seit Ende vergangenen Jahres zugenommen. „Wir erleben fast täglich Luftalarme und Menschen müssen stundenlang in Luftschutzkellern bleiben“, beschreibt Andrij Waskowycz, Büroleiter der Diakonie Katastrophenhilfe in Kiew, die Lage. Leider sei das schon Normalität und man gewöhne sich an den Krieg. „Aber die Menschen dürfen sich keine Kriegsmüdigkeit leisten. Und wir dürfen nicht müde werden zu helfen“, betont Waskowycz.

 

Rund 17 Millionen Menschen sind auf Hilfe angewiesen, mehr als drei Millionen sind innerhalb der Ukraine vertrieben. Der Bedarf an sicherem Wohnraum ist immens. „Hinzu kommt, dass vor allem Ältere ihr Zuhause im Osten nicht verlassen können oder wollen, weil es ihre anvertraute Heimat ist. Wenn Teams unserer Partnerorganisation East SOS sie evakuieren, bringen sie die Menschen in nahe Notunterkünfte, oder sie reparieren beschädigte Häuser vor Ort. Beides ist riskant, aber dringend notwendig“, erklärt Waskowycz. Tausende Menschen konnte der Partner East SOS in den vergangenen Jahren evakuieren.

 

Mehr als sechs Millionen Menschen haben in europäischen Staaten Schutz gesucht. „Dank unserer Partnerorganisationen, den Diakonieverbänden und unseren kirchlichen Netzwerken wie der ACT Alliance können wir Hilfe in Ländern wie Polen, Rumänien oder der Republik Moldau leisten“, sagt Martin Keßler, Leiter der Diakonie Katastrophenhilfe. Dort werden Geflüchtete bei der Suche nach Unterkünften unterstützt, erhalten Bargeldhilfen oder belegen Sprach- und Ausbildungskurse zur leichteren Integration. „Auch hier in Deutschland helfen zahlreiche kleine Projekte in diakonischen Verbänden bei der Integration von Geflüchteten. Jederzeit könnten wieder mehr Menschen fliehen, wenn sich das Kräfteverhältnis im Krieg ändert. Darauf müssen wir vorbereitet sein“, betont Martin Keßler.

 

Zudem sei eine baldige Rückkehr für Menschen aus der Ostukraine riskant. „Landminen stellen eine wachsende Gefahr dar“, so Keßler, der Anfang Februar im Osten der Ukraine war. „Ich habe Dorfbewohner getroffen, die im Winter frieren müssen, weil sie den Wald neben ihrem Haus wegen der Landminengefahr nicht betreten können, um Feuerholz zu schlagen.“ Die Partnerorganisation DanChurchAid leiste vor Ort wichtige Aufklärung über Landminen, doch eine umfängliche Räumung wird Jahrzehnte dauern. „Eine Fläche halb so groß wie Deutschland ist vermint. Es braucht Frieden für eine sichere Räumung. Und im Krieg braucht es die Verpflichtung der Kriegsparteien, den Einsatz von Landminen zumindest zu begrenzen. Von beidem ist man weit entfernt“, sagt Keßler.

 

Laut einer repräsentativen Umfrage von YouGov im Auftrag der Diakonie Katastrophenhilfe hat rund ein Drittel der Menschen in Deutschland bereits für die Ukraine gespendet. Rund die Hälfte von ihnen kann sich vorstellen, dies auch in Zukunft weiterhin zu tun. „Die Menschen verstehen die Tragweite dieses Krieges, geraten aber durch viele andere Krisenherde weltweit und die angespannte wirtschaftliche Lage in Deutschland an Grenzen. Umso mehr honoriere ich die Tatsache, dass wir im vergangenen Jahr 4,6 Millionen Euro Spenden für die Ukrainehilfe bekommen haben. Das ist zwar ein Bruchteil dessen, was wir noch 2022 erhalten haben, aber es sichert die Hilfe ab, mit der wir bisher knapp 770.000 Menschen erreicht haben. Ich bin zuversichtlich, dass wir weiterhin auf diese starke Unterstützung unserer Spenderinnen und Spender zählen können“, sagt Martin Keßler.

 

Die Diakonie Katastrophenhilfe bittet um Spenden:

Diakonie Katastrophenhilfe, Berlin

Evangelische Bank

IBAN: DE68 5206 0410 0000 5025 02

BIC: GENODEF1EK1

Stichwort: Ukraine-Krise

 

Online unter: www.diakonie-katastrophenhilfe.de/spenden/


FIDES-NACHRICHTEN - 20.02.2024

VATIKAN - Gegenwart und Zukunft der “Missio ad gentes”

 

Vatikan (Fides) - Etwa dreißig Diözesandirektoren der Päpstlichen Missionswerke (POM), die meisten aus Afrika, nehmen an dem missionarischen Fortbildungskurs teil, der gestern Nachmittag in Rom im Internationalen Zentrum für missionarische Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit (CIAM) eröffnet wurde. Der von der Päpstlichen Missionsvereinigung der Kleriker (PUM) organisierte Kurs wird von deren Generalsekretär, Pater Dinh Anh Nguyen (ofmConv) koordiniert, der dabei von Pfarrer Antony Chantry, vom Nationaldirektor von Missio England & Wales und europäischen Kontinentalkoordinator, unterstützt wird.

Am Morgen des heutigen Dienstag, 20. Februar, besuchte die Delegation der Diözesandirektoren, die an dem bis nächsten Freitag laufenden Kurs teilnehmen, die Büros der Generalsekretariate der Päpstlichen Missionswerke und das Dikasterium für Evangelisierung (Sektion für Erstevangelisierung und neue Teilkirchen). Ziel des fünftägigen Kurses ist es, Inhalte zu vermitteln, die für die Arbeit der missionarischen Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit nützlich sein können. Das Programm sieht vor, dass jeden Morgen nach der Eucharistiefeier und der Laudes Orte besucht werden, die für die Geschichte und die Tätigkeit des Missionswerkes sowie für die apostolische Arbeit der Kirche von Bedeutung sind. Morgen stehen insbesondere die Teilnahme an der Generalaudienz mit Papst Franziskus und ein Besuch des Petersdoms auf dem Programm, am Donnerstag ein Besuch des Collegio Urbano, der Päpstlichen Universität Urbaniana und des historischen Archivs des Dikasteriums für Evangelisierung und am Freitag ein Besuch des Collegio San Pietro.

Die Nachmittage sind für Vorlesungen und Gruppenarbeiten reserviert. Am Montagnachmittag, dem 19. Februar, eröffnete der Generalsekretär der Päpstlichen Missionsunion der Kleriker den Kurs mit einem Grußwort, in dem er die Geschichte, die Mission und das Charisma der Päpstlichen Missionswerke zusammenfasste. Die heutigen und morgigen Vorträge werden von Pater Tadeusz Nowak, Generalsekretär des Päpstlichen Werkes für die Glaubensverbreitung, und Schwester Roberta Tremarelli, Generalsekretärin des Päpstlichen Kindermissionswerks, gehalten, gefolgt von den Überlegungen von Pater Antony Chantry über die Zukunft der ‚Missio ad gentes‘.

Am Donnerstagnachmittag, wird nach dem Vortrag des Generalsekretärs des Päpstlichen Apostel-Petrus-Werkes, Pater Guy Bognon (sss), der Untersekretär des Dikasteriums für Evangelisierung (Erste Sektion) Monsignore Samuele Sangalli, über die Bedeutung der Mission heute und den Dienst des Dikasteriums für Evangelisierung sprechen. Den Abschluss bildet Pater Anh Nhue Nguyen mit einem kurzen Vortrag über die Botschaften des Papstes für die Weltmissionssonntage 2022, 2023 und 2024. Am Freitag wird der Kurs mit dem Beitrag des Generalsekretärs der Päpstlichen Missionsvereinigung der Kleriker, gefolgt von der Arbeits- und Diskussionsgruppensitzung und schließlich den Schlussfolgerungen, enden.

(EG) (Fides 20/02/2024)

 

AFRIKA/SIMBABWE - Simbabwische Bischöfe warnen vor der zunehmenden Armut in ihrem Land

 

Harare (Fides) - Eine weitere Bischofskonferenz in Afrika warnt davor, dass die Wirtschaftspolitik der Regierung, die Armut, in der die Mehrheit der Bevölkerung lebt, verschlimmert. Wie bereits die Bischöfe von Nigeria betonen nun auch die Bischöfe von Simbabwe, dass "die Entscheidung der Regierung, die Steuern zu erhöhen, während die normalen Bürger darum kämpfen, sich eine Mahlzeit am Tag leisten zu können, die Bedingungen für die Familien verschlechtert hat".

"Für die meisten älteren Menschen und vor allem für die Armen ist das Leben unglaublich teuer geworden. Rohstoffe werden immer teurer", betonen sie in diesem Zusammenhang.

Die umstrittenen Wahlen im August 2023 haben zudem das politische System so stillgelegt, dass nach Ansicht der Bischöfe "viele Menschen befürchten, dass wir uns auf einen Einparteienstaat zubewegen und die Demokratie langsam stirbt".

"Infolge der schlechten Politik, des zerrütteten Wirtschaftssystems und ihrer verheerenden Auswirkungen geraten viele Menschen in Verzweiflung", heißt es in der Botschaft der Bischöfe, die dazu aufrufen, nicht der Versuchung der Verzweiflung zu erliegen, sondern vor allem zu beten. "Das Gebet", so betonen sie, "ist kein Fluchtweg. Es ist ein Weg, um Lösungen für die Herausforderungen zu finden, vor denen wir in unserer Welt und in unserem Land stehen".

Lösungen, die nicht so sehr auf Intelligenz, sondern auf vom Geist Gottes inspirierter Weisheit beruhen. In der Botschaft werden die Menschen daher aufgefordert, die Fastenzeit zu nutzen, um ihr Gebet und ihre Beziehung zu Gott zu intensivieren, damit "wir als Christen in einem verzweifelten Land und einer verzweifelten Welt zu Leuchttürmen der Hoffnung werden können".

Trotz einer guten Erholung der Wirtschaft des Landes in den Jahren 2021 und 2022 sind die Raten von Armut, Gefährdung und Ernährungsunsicherheit weiterhin hoch.

Zunehmende globale Unruhen und Unterbrechungen der Lieferketten trugen zu höheren Energie- und Lebensmittelpreisen und einer hohen Inflation bei. Die Unterbrechung der Versorgungskette während der COVID-19-Pandemie und der Krieg in der Ukraine führten zu einem Anstieg der Inflation. Aufgrund der Auswirkungen des Krieges in der Ukraine stiegen die Energiepreise im Jahr 2021 um 80 % und die Lebensmittelpreise um mehr als 30 %. Auch im Jahr 2022 stiegen die Energiepreise um 60 % und die Lebensmittelpreise um weitere 18 %.

Simbabwe ist nach wie vor verschuldet, und obwohl die Neuverschuldung begrenzt ist, ist die Staatsverschuldung aufgrund von Zahlungsrückständen und Altschulden weiter gestiegen.

(L.M.) (Fides 20/2/2024)

 

ASIEN/IRAK - Patriarch Sako warnt in einem Appell an die chaldäischen Christen vor sektiererischer Spaltung

 

Erbil (Fides) - Das Sektierertum zerstöre das Zugehörigkeitsgefühl der Iraker, und auch die Christen würden "in diese Logik und ihre Spaltung hineingezogen". Für die zerbrechliche christliche Minderheit, sei das Sektierertum gleichbedeutend mit Selbstzerstörung, so der chaldäische Patriarch Louis Raphael Sako in einem eindringlichen "an die Chaldäer der ganzen Welt" in einer Zeit, die Kardinal Sako als eine extreme Stunde für die christlichen Gemeinschaften erscheint. Eine Endzeit, in der das Fortbestehen der christlichen Gemeinschaften im Irak nicht so sehr durch äußere Bedrohung, sondern durch sektiererische Ambitionen und Triebe, die die Christen spalten, gefährdet zu sein scheint. Der Patriarch erinnert bereits im Titel der Botschaft an die Worte Jesu im Matthäus-Evangelium: „Jedes Reich, das in sich gespalten ist, wird veröden und eine Stadt und eine Familie, die in sich gespalten ist, wird keinen Bestand haben“.

In einer am Sonntag, den 18. Februar, veröffentlichten Botschaft stellt der Patriarch "internationale und regionale Einflüsse und korrupte Parteien" in Frage, die "daran arbeiten, die Iraker in sektiererische Gemeinschaften zu spalten" und "es geschafft haben, das Gefühl der Zugehörigkeit zu einer Nation zu zerstören".

„Im Irak", so Kardinal Sako weiter, "beansprucht jeder, seiner eigenen Gemeinschaft anzugehören: Schiiten, Sunniten, Kurden und jetzt auch Christen", während die Regierungen, "die ebenfalls in diese sektiererische Logik verstrickt sind", unfähig zu sein scheinen, die nationale Souveränität des Landes zu schützen.

Der chaldäische Kardinal gesteht, dass er auch während seiner jüngsten Reise nach Belgien und in die Niederlande "mit Schmerz" alle Spaltungen innerhalb der irakischen christlichen Gemeinschaften festgestellt habe. Selbst in diesen Ländern gebe es unter den irakischen Christen in der Diaspora "diejenigen, die sich als Chaldäer oder Assyro-Chaldäer bezeichnen, und diejenigen, die sich Assyrer oder Syrer nennen“. Es gebe diejenigen, die sich mobilisieren, um "eine neue Partei zu gründen", und diejenigen, "die eine chaldäische Konferenz organisieren wollen, und das ist sicherlich nicht zum Wohle der Chaldäer".

Die Spaltungen zwischen den irakischen Christen - so der Patriarch - "führen uns in die Selbstzerstörung", weshalb er an die Chaldäer appelliert, sich "um ihre Identität und ihre Kirche" zu vereinen.

Patriarch Sako, der derzeit in Saudi-Arabien befindet, bekräftigt seine Unterstützung für die Einheit der Kirchen und erinnert daran, dass "die Einheit mit starken Menschen und nicht mit Opportunisten erreicht wird".

Der irakische Kardinal stellt auch fest, dass die Spaltungen, die sich unter den Christen im Irak und im Nahen Osten eingeschlichen haben, einen politischen Hintergrund haben und lädt dazu ein, sich an die Geschehnisse im Libanon zu erinnern, wo die Versuche des Patriarchen Bechara Boutros Raï, die maronitischen politischen Parteien zusammenzubringen, um einen Präsidenten der Republik zu wählen, "nicht erfolgreich waren". "Es gibt keine Rettung für uns", schließt Kardinal Sako, "ohne Einheit und Solidarität, besonders da unsere Zahl im Irak schwindet und unsere Präsenz bedroht ist".

(GV) (Fides 20/2/2024)

 

ASIEN/INDIEN - Synodaler Prozess muss “Kastenlose” miteinbeziehen

 

Bangalore (Fides) - Sie gelten innerhalb des seit Jahrtausenden im Land verwurzelten indischen Kastensystem als Dalit, die „Unberührbaren“ und „Kastenlosen“ und sind noch heute in vielen Bereichen vom gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen. Die katholische Kirche hat ihnen seit der Ankunft der christlichen Botschaft auf dem indischen Subkontinent stets die Befreiung, das Heil und die Würde der Kinder Gottes verkündet, und sie tut dies auch heute noch, da das Kastensystem zwar formell durch die Verfassung abgeschafft wurde, aber in Kultur, Mentalität und Praxis weiterhin sehr präsent ist. Und heute bezieht die indische katholische Gemeinschaft sie auch in den synodalen Prozess ein, um ihre Stimme zu hörbar und sich mit ihnen auf den Weg zu machen. In den letzten Tagen organisierte das Indian Social Institute in Bangalore die "Synode der Kastenlosen", eine Versammlung, die vom Büro für die Kasten und zurückgebliebenen Klassen der Katholischen Bischofskonferenz Indiens (CBCI) und der vom Bischofsrat von Tamil Nadu anerkannten Kommission für die unterdrückten Kasten und tribale Stämme koordiniert wurde. Es nahmen Vertreter der Dalit aus den Bundesstaaten Andhra Pradesh, Delhi, Maharashtra, Odisha, Kerala, Karnataka, Tamil Nadu und Telangana teil.

Vor dem Hintergrund der bereits 2016 von der indischen Bischofskonferenz verabschiedeten Politik des "Dalit Empowerment" haben die Bischöfe eine Bestandsaufnahme des Phänomens der Marginalisierung vorgenommen und sich dabei auch auf die Ausgrenzung von Dalit-Christen im zivilen und kirchlichen Bereich konzentriert. Dalit-Christen sind Opfer eines Systems, das sich weigert, ihre Würde, ihren Respekt und ihren Schutz anzuerkennen, und ihre Vertretung ist selbst in der katholischen Kirche marginalisiert. Kardinal Anthony Poola bemerkte dazu: "Eine synodale Kirche darf niemanden zurücklassen, insbesondere keine Randgruppen, die gehört werden und am kirchlichen Leben teilhaben sollten".

Bischof Sarat Chandra Nayak, Präsident des Büros für Kasten und zurückgebliebene Klassen der Indischen Bischofskonferenz, wünschte sich eine Wiederbelebung des Konzepts der Synodalität, das "Teilhabe, Dialog, Gemeinschaft, gegenseitigen Respekt und die Achtung der Würde aller Menschen" bedeute. Es ist an der Zeit, die Politik der Förderung der Dalits im Kontext der Synodalität zu diskutieren", sagte er.

Pfarrer Cosmon Arockiaraj, Dalit und Theologe, tauschte Gedanken und Erfahrungen aus und stellte fest: "Eine integrative Gemeinschaft aufzubauen bedeutet, Chancen für marginalisierte Gemeinschaften zu schaffen, mit einem offenen Geist und einer synodalen Einstellung". Dieser Geist dürfe keine Diskriminierung aufgrund von Kaste, ethnischer Zugehörigkeit oder sozialer Klasse akzeptieren, fügte der Theologe Pater Arul Raja (sj) hinzu, und dies gelte umso mehr für die Kirche, bemerkte die in Odisha lebende Schwester Sujata Jena.

Zum Abschluss der Synodenkonferenz wurde ein "Memorandum" verfasst, das an die indische Bischofskonferenz und den Heiligen Stuhl gesandt werden soll und in dem die Dringlichkeit bekräftigt wird, die Gelegenheit des Synodenprozesses zu nutzen, um die Dalits einzubeziehen.

 

(PA) (Fides 20/2/2024)


Missio Aachen warnt nach Massaker vor weiterer Gewalt in Papua-Neuguinea

Katholische Kirche vermittelt – Frauen und Kinder als Leidtragende

19.02.2024

 

 

 

(Aachen, 19. Februar 2024). Das katholische Hilfswerk missio Aachen warnt vor einer weiteren Zunahme der Gewalt zwischen lokalen ethnischen Gruppen und Familienverbünden auf Papua-Neuguinea. Nach heutigen Medienberichten sollen am Wochenende im Hochland der Provinz Enga bei einer solchen Fehde mehr als 50 Menschen getötet worden sein. „Wir trauern um die Opfer und ihre Angehörigen. Für unsere Partnerinnen und Partner der Kirche in Papua-Neuguinea ist das eine schwierige Lage. Ihre Vermittlungsversuche zwischen rivalisierenden Gruppen werden prekärer. Die Leidtragenden unter der grassierenden Gewalt sind nicht zuletzt Frauen und Kinder. Das wird leider zu schnell vergessen,“ sagte Johannes Seibel, Pressesprecher von missio Aachen, am Montag.

 

Die Gewalt zwischen ethnischen Gruppen und Familienverbünden im Hochland Papua-Neuguineas hat eine lange Geschichte. Polizeiliche oder militärische Maßnahmen konnten sie bis heute nicht entscheidend eindämmen. Die Frage der Gewalt zwischen ethnischen Gruppen und Familienverbünden ist eine politische Zukunftsfrage für die Entwicklung des Landes. Die Kirche versucht in ihrer Seelsorge und Sozialarbeit, der Gewalt vorzubeugen und bei Konflikten zu vermitteln. „Neu sind die Grausamkeit und Regellosigkeit, mit der die Konflikte ausgetragen werden, wie unsere Partnerinnen und Partner berichten“, erklärte Seibel. „Gründe dafür sehen sie in der zunehmenden Verfügbarkeit automatischer Waffen, dem dramatisch steigenden Konsum gewaltverherrlichender Videos auf Internetplattformen, Drogen- und Alkoholsucht und den überdauernden patriarchalischen Strukturen“, führte Seibel weiter aus.

 

Wenn es zu solchen Fehden kommt, hat dies auch für die Frauen und Kinder in den Siedlungen massive Folgen. Sie können dann zum Teil wochenlang nicht aus dem Haus gehen. Die Frauen können nicht auf den Feldern arbeiten. Für die Kinder fällt die Schule aus. Das erschwert den Alltag und die Entwicklung der jeweiligen Region. „Die Vertreterinnen katholischer Frauenverbände berichten uns, dass sie versuchen, auf die Männer Einfluss zu nehmen, um sie vom Kämpfen abzuhalten. Dies sei aber nur in sehr geringem Maße möglich“, sagte Seibel. Für missio Aachen ist die Stärkung der Frauen und weitere Professionalisierung der kirchlichen Frauenarbeit in Papua-Neuguinea ein wichtiges Projektfeld. Manchmal entsendet die katholische Kirche auch Vertreter in sogenannte Streitschlichtungskomitees. „Aber auch diese Arbeit wird immer gefährlicher und unberechenbarer“, berichtet Seibel.

 

Im vergangenen Herbst hatte eine Delegation von missio Aachen das Hochland in Papua-Neuguinea besucht. Gäste der Kirche aus dem Land in Ozeanien werden im kommenden Oktober zum Monat der Weltmission nach Deutschland kommen, um über ihre Arbeit zu berichten. Die grassierende Bandenkriminalität in Städten wie Port Moresby, die Konflikte zwischen ethnischen Gruppen und Familienverbünden im Hochland, die Gewalt gegen Frauen, die der vermeintlichen Hexerei beschuldigt werden, und die Folgen des Klimawandels sind grundlegende Herausforderungen für die Arbeit der Kirche in Papua-Neuguinea.

 

 


Schutz der Zivilbevölkerung praktisch unerreichbar

Militäroperationen im Süden von Gaza hätten katastrophale humanitäre Folgen

 

Gaza * Militäroperation Rafah * humanitäre Katastrophe * Völkerrecht

 

(Berlin/dd) - In der Stadt Rafah im Süden des Gazastreifens steht eine Ausweitung der Militäroperationen bevor. Dort haben rund 1,3 Millionen Menschen Schutz vor den Kampfhandlungen gesucht und sind akut gefährdet. Dazu sagt Martin Keßler, Leiter der Diakonie Katastrophenhilfe:

 

„Ein Großteil der Bevölkerung Gazas wurde in den vergangenen Monaten aufgefordert, sich in den Süden des Gazastreifens zu begeben. In Rafah suchen viele Menschen auf engstem Raum Schutz. Eine Ausweitung der Kampfhandlungen dort käme einer humanitären Katastrophe gleich. Weder werden Menschen ausreichend geschützt und versorgt, noch haben sie genug Zeit und Kraft, abermals zu fliehen. Im gesamten Gazastreifen gibt es keine sicheren Zonen für Zivilisten. Ein Notausgang existiert für sie nicht.

 

Das humanitäre Völkerrecht verbietet allen Konfliktparteien klar und deutlich Handlungen wie Zwangsvertreibungen, Geiselnahmen oder den Einsatz von Menschen als Schutzschilde. Ebenso sind unterschiedslose und unverhältnismäßige Militäroperationen verboten, die Zivilisten und zivile Infrastruktur besonders gefährden. Bei drohenden Kampfhandlungen in Rafah ist dieser völkerrechtlich verankerte Schutz der auf engstem Raum lebenden Zivilbevölkerung praktisch unerreichbar.“

 

Mehr über die humanitären Standpunkte der Diakonie Katastrophenhilfe finden Sie hier: https://www.diakonie-katastrophenhilfe.de/blog/advocacy-messages-humanitaere-lage-in-israel-und-den-palaestinensischen-gebieten

 

Die Diakonie Katastrophenhilfe bittet um Spenden:

Diakonie Katastrophenhilfe, Berlin

Evangelische Bank

IBAN: DE68 5206 0410 0000 5025 02

BIC: GENODEF1EK1

Stichwort: Nahost-Konflikt

 

Online unter: www.diakonie-katastrophenhilfe.de/spenden/


FIDES-NACHRICHTEN - 19.02.2024

AFRIKA/NIGERIA - Vorsitzender der Bischofskonferenz: “Wirtschaftsreformen führen zu extremer Armut”

 

Abuja (Fides) - "Die Reformen der Regierung haben Millionen von Nigerianern zu einem Leben in extremer Armut, unglaublichem Leid und unaussprechlicher Not geführt, wie es in der Geschichte unseres Landes noch nie vorgekommen ist", so der Vorsitzender der Katholischen Bischofskonferenz von Nigeria (CBCN) und Erzbischof von Owerri Lucius Iwejuru Ugorji in seiner Eröffnungsrede auf der ersten Jahresvollversammlung der CBCN über die von der Regierung von Präsident Bola Tinubu eingeleiteten Wirtschaftsreformen.

"Die Reformagenda der derzeitigen Regierung hat die Not der Nigerianer verschlimmert", betont Bischof Ugorji "und mit der Abschaffung der Treibstoffsubventionen und der Vereinheitlichung des Devisenmarktes sind die Preise für Erdölprodukte an den Zapfsäulen stark gestiegen und der Naira hat stark an Wert verloren. Tatsächlich befindet sich die Landeswährung im freien Fall".

Die Nigerianer sehen sich mit einer Verdreifachung der Treibstoffpreise und steigenden Lebensmittelkosten konfrontiert, nachdem Präsident Tinubu, der seit dem 29. Mai 2023 im Amt ist, die Treibstoffsubventionen aufgehoben und die Landeswährung Naira auf den internationalen Devisenmärkten notieren ließ. Das bedeutet, dass der Wert des Naira gegenüber anderen Währungen nicht mehr von der nigerianischen Zentralbank, sondern von den Devisenmärkten bestimmt wird. Da Nigeria von der Einfuhr von Treibstoff (Nigeria produziert zwar Rohöl, muss aber Treibstoff importieren, da seine Raffineriekapazitäten nicht ausreichen, um den heimischen Markt zu versorgen) und Lebensmitteln abhängig ist, hat die Inflation in Nigeria stark zugenommen, wovon vor allem die ärmeren Bevölkerungsschichten betroffen sind. Präsident Tinubu ist der Ansicht, dass die negativen Auswirkungen der Reformen nur vorübergehend sein werden, da die Reformen langfristig positive Auswirkungen haben und ausländische Investitionen in die nationale Wirtschaft anziehen werden.

"Um zu überleben, versuchen immer mehr Arme zu betteln", sagt Bischof Ugorji. "Mit mehr als 80 Millionen Nigerianern, die unterhalb der Armutsgrenze von weniger als zwei Dollar pro Tag leben, ist unser Land nach den jüngsten Zahlen der Weltbank nach Indien die zweitärmste Bevölkerung der Welt", betont er.

"Während viele arme Nigerianer weiterhin unter den Härten leiden und sterben, die durch die Wirtschaftsreformen der Regierung verursacht wurden, hat der Präsident die Menschen immer wieder aufgefordert, noch mehr Opfer zu bringen, in der Gewissheit, dass bessere Tage bevorstehen", so der Vorsitzende der Bischofskonferenz. Der abschließend auch auf das Problem der Unsicherheit einging und in diesem Zusammenhang darauf hinwies, dass trotz der monatlich für die Sicherheitskräfte bereitgestellten Mittel Entführungen mit dem Ziel der Erpressung sowie Massaker und Morde im ganzen Land zugenommen hätten.

(L.M.) (Fides 19/2/2024)

 

Afrika / Mosambik - Dschihadistische Übergriffe nehmen zu: Einwohner berichten von “neuer Vorgehensweise"

 

Maputo (Fides) - Die Angriffe von mit dem IS in Verbindung stehen Dschihadisten der „Ahl al-Sunnah wa al-Jamma'ah“-Miliz haben sich in der Provinz Pemba im Norden Mosambiks verstärkt. In den letzten Tagen wurde das kleine mosambikanische Fischerdorf Quissanga, etwa 65 km nördlich der Provinzhauptstadt Cabo Delgado und der Hafenstadt Pemba, von islamischen Terroristen überfallen und besetzt.

Die Einwohner berichten von einer neuen Vorgehensweise der Dschihadisten. Anstatt die Zivilisten zu töten, werden sie zur Zahlung von „Schutzgeld“ aufgefordert, um ihr Leben und ihren Besitz zu schützen. Diejenigen, die Muslime sind, werden ermutigt zu bleiben und eingeladen, freitags am Gemeinschaftsgebet teilzunehmen.

Am 12. Februar wurde die Stadt Mazeze im Bezirk Chiúre angegriffen, wo Terroristen wichtige Infrastrukturen wie das Krankenhaus, den Markt und die katholische Mission "Unsere Liebe Frau von Afrika" zerstörten. Daran erinnerte auch Papst Franziskus in seiner Ansprache nach dem Mittagsgebet am gestrigen Sonntag, den 18. Februar. "Die Gewalt gegen die wehrlose Bevölkerung, die Zerstörung der Infrastruktur und die Unsicherheit sind in der Provinz Cabo Delgado in Mosambik wieder weit verbreitet, wo in den letzten Tagen auch die katholische Mission Unserer Lieben Frau von Afrika in Mazezeze in Brand gesetzt wurde. Lasst uns für die Rückkehr des Friedens in dieser geplagten Region beten", sagte der Papst.

Die neue Angriffswelle kommt, nachdem die mosambikanischen Behörden mit Hilfe ruandischer Truppen und eines Militärkontingents der SADC (Entwicklungsgemeinschaft des südlichen Afrika) den dschihadistischen Aufstand Ende 2023 unter Kontrolle gebracht zu haben schienen. Nach Angaben der mosambikanischen Armee war die Sicherheit bis Mitte Dezember in rund 90 % der Provinz Cabo Delgado wiederhergestellt worden. Mehrere unabhängige Experten hatten jedoch davor gewarnt, dass die Terroristen noch lange nicht endgültig besiegt sind, sondern ihre Aktionen reduziert haben und sich unter die Zivilbevölkerung mischen, um zu gegebener Zeit wieder zuzuschlagen. Dieser Zeitpunkt scheint nun gekommen zu sein, nachdem der Abzug des SADC-Kontingents begonnen hat, der auf jeden Fall im Juli 2025 abgeschlossen sein wird, während das französische Unternehmen Total die Wiederaufnahme seines Projekts zum Bau einer Gasverflüssigungsanlage im Rovuma-Becken überdenkt, nachdem es im März 2021 durch die Einnahme der Stadt Palma durch die Terroristen gezwungen worden war, die Arbeiten einzustellen.

(L.M.) (Fides 19/2/2024)

 

ASIEN/INDONESIEN - Kamillianer auf der Insel Flores: “Es ist nicht gut, wenn Menschen alleine sind”

 

Maumere (Fides) - "Sie sind wie eine große Familie mit 'einem Herzen, einer Seele und einem Geist', die sich um diejenigen kümmert, die leiden und sich allein fühlen. Das ist die besondere Eigenschaft, die die Gruppe der jungen Kamillianer zu 'lebendigen Boten' ihres Gründers, des heiligen Kamillus, macht, der wollte, dass sie 'wie Jesus' den Kranken und Armen dienen", so der auf der Insel lebende italienische Kamillianer-Missionar, Pater Luigi Galvani, über einen gemeinsamen Tag mit der Bevölkerung am gestrigen 18. Februar.

In Anlehnung an die Botschaft, die Papst Franziskus anlässlich des XXXII. Welttages der Kranken verkündet hat, freuten sich die in der Diözese Maumere auf der indonesischen Insel Flores lebenden Kamillianer zusammen mit einigen Kranken über den Besuch einiger junger Priester und Seminaristen. "Mit unserer Anwesenheit wollten wir die Botschaft von Papst Franziskus 'Es ist nicht gut für den Menschen, allein zu sein' konkret interpretieren", erzählt der Missionar. „Lebendig und besonders berührend war die gemeinsame Messe in der Krankenhauskapelle, der von zwei Priesternovizen und ein Diakon der Kamillianer, die einige Tage zuvor geweiht worden waren, zusammen mit sechzig Seminaristen gestaltet wurde. Wir haben versucht, die Menschen wenigstens für einige Momente das Leid, die Einsamkeit und die Isolation vergessen zu lassen".

Der Missionar beschreibt auch den Einsatz nicht nur für die Kranken im großen Krankenhaus der Stadt, wo die Kamillianer für die Seelsorge zuständig sind, sondern auch für Dutzende anderer Kranker und älterer Menschen in verschiedenen Pfarreien. "Während des Gottesdienstes spendeten sieben junge Kamillianerpriester etwa 250 Kranken das Sakrament der Salbung. Selbst das medizinische und pflegerische Personal, das bei der Feier anwesend war, bewunderte vor allem die Gruppe junger Kamillianer, die sich für ihre Berufung begeisterten".

(LG/AP) (Fides 19/2/2024)

 

ASIEN/MYANMAR - Mögliche Einführung der Wehrpflicht führt zur Flucht junger Menschen

 

Yangon (Fides) - In der burmesischen Gesellschaft herrscht große Besorgnis, vor allem unter jungen Männern und Frauen, nachdem die regierende Militärjunta ihre Absicht erklärt hat, den Militärdienst als "Wehrpflicht" einzuführen, ohne weitere Einzelheiten zu nennen. "Das Fehlen genauer Informationen hat in den Familien Ängste ausgelöst", berichtet der Katholik Joseph Kung aus Yangon gegenüber Fides über die Befürchtungen katholischer Familien, die Söhne und Töchter im möglichen Wehrpflichtalter haben. In den letzten Tagen hat die Junta erklärt, dass sie ein Gesetz durchsetzen wird, das erlaubt, dass Männern im Alter von 18 bis 35 Jahren und Frauen im Alter von 18 bis 27 Jahren für zwei Jahre eingezogen zu werden.

Derzeit sieht sich die Junta mit einem weit verbreiteten bewaffneten Widerstand konfrontiert, der sich nach dem Staatsstreich vom Februar 2021 entwickelt hat. In den letzten Monaten hat die Armee Verluste und Niederlagen erlitten und sich aus großen Gebieten zurückgezogen, insbesondere in den Grenzprovinzen (wo Armeen ethnischer Minderheiten aktiv sind) und nur noch die Kontrolle über große Städte behalten.

Beobachtern zufolge könnte dieser Schritt der Junta ein Zeichen der Schwäche sein. Doch die Zwangsrekrutierung könnte in Anbetracht der sich verschärfenden sozioökonomischen Krise, in der sich die Familien befinden, nicht die gewünschten Auswirkungen haben und im Gegenteil zu einer starken Migrationswelle führen. "Das Gesetz hat keine Legitimität, denn das Regime ist eine bewaffnete Gruppe, die die Staatsmacht mit Gewalt übernommen hat und es hat kein Mandat, ein Gesetz zu erlassen", bemerkte U Kyaw Zaw, Sprecher der Regierung der Nationalen Einheit (NUG) im Exil, und forderte junge Menschen „im wehrpflichtigen Alter“ auf, dem Aufruf nicht zu folgen.

Nach Daten aus dem Jahr 2022 sind von den rund 54 Millionen Einwohnern Birmas 2,2 Millionen Frauen zwischen 20 und 29 Jahren und 4,5 Millionen Männer zwischen 20 und 34 Jahren. Es ist möglich, dass ein großer Teil von ihnen Widerstand leisten und versuchen wird, dem Gesetz zu entkommen: entweder indem sie sich Rebellengruppen (den Volksverteidigungskräften oder ethnischen Milizen) anschließen oder indem sie das Land in Richtung Thailand, China oder Indien verlassen.

Wie Beobachter gegenüber Fides berichten, versuchen derzeit Tausende von jungen Burmesen, das Land zu verlassen, um der Wehrpflicht zu entgehen, indem sie vor allem ein Visum für Thailand beantragen. Dieses Land sollte nach Ansicht von Experten umgehend einen Plan entwickeln, um sich auf den möglichen Zustrom junger Menschen aus Myanmar vorzubereiten. Insgesamt erschweren sowohl die Sicherheitslage als auch die wirtschaftliche Instabilität das Leben der birmanischen Bevölkerung, was zu Binnenflüchtlingen (von denen es bereits 2,5 Millionen gibt) oder zur Migration über die Grenze führt.

(PA) (Fides 19/2/2024)

 

ASIEN/INDIEN - Bischof von Aurangabad zurückgetreten

 

Vatikanstadt (Fides) –Papst Franziskus hat den von Bischof Ambrose Rebello von Aurangabad (Indien) eingereichten Rücktritt angenommen.

(Fides 17/2/2024)

 

ASIEN/INDIEN - Bischof von Indore zurückgetreten und Nachfolger ernannt

 

Vatikanstadt (Fides) – Papst Franziskus hat den von Bischof Chacko Thottumarickal von Indore eingereichten Rücktritt angenommen und den bisherigen Pfarrer der Kathedrale von Indore, Pfarrer Thomas Mathew Kuttimackal aus dem Klerus der Diözese Indore zu seinem Nachfolger ernannt.

Bischof Thomas Mathew Kuttimackal wurde am 25. Februar 1962 in Kalloorkad (Kerala), in der Diözese Kothamangalam, geboren. Er studierte Philosophie und Theologie am „Khrist Premalaya Philosophate and Theologate Seminary“ in Bhopal. Am 25. November 1987 wurde er zum Priester geweiht und in die Diözese Indore inkardiniert.

Danach hatte er folgenden Ämter inne: Stellvertretender Pfarrer der Kathedrale von Indore (1987-1990); stellvertretender Pfarrer in Jhabua (1990-1992); stellvertretender Direktor (1992-1998) und Direktor einer Schule in Indore (1998-2002); stellvertretender Rektor des Kleinen Seminars in Jhabua (2002-2004); Direktor einer Diözesanschule (2004-2009); Pfarrer in Dewas (2009-2015); Pfarrer und Dekan von Dewas (2015-2021); seit 2021 Pfarrer der Kathedrale von Indore.

(Fides 17/2/2024)

 

ASIEN/INDIEN - Bischof von Purnea ernannt

 

Vatikanstadt (Fides) – Papst Franziskus hat den bisherigen Leiter des Social Service Centre Santo in Purnea, Pfarrer Francis Tirkey aus dem Klerus der Diözese Purnea, zum Bischof von Purnea (Indien) ernannt.

Bischof Francis Tirkey wurde am 24. Juli 1961 in Kolodiah geboren. Nach dem Studium der Philosophie am „St. Albert's College“ in Ranchi und der Theologie am „St. Joseph's Interdiocesan Seminary“ in Mangalore erwarb er am „Coady International Institute“ in Halifax (Kanada) ein Diplom in Sozialwissenschaft. Sm 17. Mai 1993 wurde er zum Priester geweiht und zunächst in die Diözese Dumka und nach der Teilung der Diözese in die Diözese Purnea inkardiniert.

Danach hatte er folgende Ämter inne: Stellvertretender Pfarrer in Tinpahar, Diözese Dumka (1993-1994); Verwalter des Sozialen Entwicklungszentrums in Dumka (1994-1997); Studium am „St. Xavier's College of Social Service“ in Ranchi (1998-1999); seit 1999 Direktor des Sozialdienstzentrums in Purnea; Diözesanadministrator von Purnea (2004-2007); Generalvikar von Purnea (2007-2021); seit 2007 Leiter der Arbeitskommission Tribale Völker und Kasten (Scheduled Tribe/Caste ST/SC) und Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit der Diözese Purnea; seit 2013 Beauftragter für Seminare; seit 2015 Beauftragter für soziale Kommunikation.

(Fides 17/2/2024)

 

ASIEN/INDIEN - Bischof von Nalgonda ernannt

 

Vatikanstadt (Fides) – Papst Franziskus hat den bisherigen Pfarrer der Gemeinde St. Bartolomäus in Münster und Missionsdelegierten der Missionare des heiligen Franz von Sales (M.S.F.S) in Deutschland, Pater Karnam Dhaman Kumar, zum Bischof von Nalgonda ernannt.

Bischof Karnam Dhaman Kumar (msfs) wurde am 16. November 1963 in Vijayanagaram, in der Erzdiözese Visakhapatnam, im Staat Andhra Pradesh geboren. Nach seinem Noviziat in der Kongregation der Missionare des Heligen Franz von Sales im Salesianum in Visakhapatnam studierte er Philosophie am „Suvidya College“ in Bangalore und Theologie am „Jnana Deepa Vidyapeeth“ in Pune. Am 3. Dezember 1989 legte er die ewigen Geübde am und am 17. Oktober 1990 wurde er zum Priester geweiht.

Danach hatte er folgende Ämter inne: Stellvertretender Pfarrer der Mission, Elakathuruthy (1991-1993); Pfarrer von Chinnamanayunikota (1993-1995); Rektor des „Fransalian Vidya Jyothi Minor Seminary“ in der Diözese Eluru (1995-1998); Rektor der „St. Francis de Sales“-Schule in der Diözese Eluru (1998-2000); Rektor des „St. Pius“-Seminars und Administrator der „St. Pius“-Schule (2000-2010); Kaplan der Gemeinde „St. Gertrudis in Horstmar und der Gemeinde „St. Cosman et Damian“ in Horstmar-Laer (Diözese Münster, Deutschland) (2000-2012); Rektor des Theologischen Studienhauses „St. Francis de Sales“ in Horstmar, (Diözese Münster, Deutschland) (2000-2012); Provinzrat der M.S.F.S.-Provinz von Visakhapatnam (2013-2016); Schulleiter der „St. Francis de Sales School“ in Shantinagar in der Erzdiözese Hyderabad (2016-2017); Pfarrkoadjutor der Gemeinde „St. Gertrudis“ in Horstmar (Diözese Münster, Deutschland) (2017-2020); ab 2019 Delegierter Oberer der Provinz der Missionare vom heiligen Franz von Sales in Deutschland und ab 2020 Pfarrer der Gemeinde „St. Bartolomäus“ (Diözese Münster, Deutschland).

(Fides 17/2/2024)

 

ASIEN/INDIEN - Bischof von Khandwa ernannt

 

Vatikanstadt (Fides) – Papst Franziskus hat den bisherigen Verwalter der Diözese Khandwa Pfarrer Augustine Madathikunnel, zum Bischof von Khandwa ernannt.

Bischof Augustine Madathikunnel wurde am 9. Juli 1963 in Koolivaya (Kerala) in der Diözese Mananthavady geboren. Er studierte Philosophie und Theologie am „St. Charles“-Seminar in Nagpur und wurde am 18. April 1994 zum Priester geweiht und in die Diözese Khandwa inkardiniert.

Danach hatte er folgende Ämter inne: Vizepfarrer in Sirpur (1994-1996); Sekretär des Bischofs und Lehrer an der „St. Thomas“-Schule (1996-1997); kanonisches Lizentiat in Moraltheologie an der Päpstlichen Akademie „Alfonsiana“ in Rom (1997-1999); Sekretär des Bischofs (1999-2000); Rektor des „St. Pius“-Seminars und Administrator der St. Thomas-Schule (2000-2010); Sekretär des Bischofs und Diözesanverwalter (2010-2018); Pfarrer der Gemeinde „St. Anne's“ (2018-2021); seit 2021 Diözesanverwalter von Khandwa.

(Fides 17/2/2024)

 

ASIEN/INDIEN - Bischof von Khammam ernannt

 

Vatikanstadt (Fides) – Papst Franziskus hat den bisherigen Pfarrer der Gemeinde "St. John Bosco” in Chittor Koordinator des Gesundheitsapostolats der Indischen Bischofskonferenz Pfarrer Prakash Sagili aus dem Klerus der Diözese Cuddapah zum Bischof von Khammam ernannt.

Bischof Prakash Sagili wurde am 2. Januar 1957 geboren. Nach dem Besuch des „St. Peter's Minor Seminary“ in Cuddapah und des „Christ the King Seminary“ in Vijayawada setzte er seine Ausbildung am „Sacred Heart Seminary in Poonamallee“ in Chennai fort. Am 25. April 1984 wurde er zum Priester geweiht.

Danach hatte er folgende Ämter inne und absolvierte weitere Studien: Vizepfarrer in Badvel (1984); Jugenddirektor und Pastoralzentrum (1985-1987); Pfarrer in Mydukur und Sekretär der „Multipurpose Social Service Society“ (1986); Regionaler Jugenddirektor in Andra Pradesh (1987-1993); Pfarrer in Proumamilla (1993-1995); Nationaler Direktor der „Youth Movements India“ (1995-2001); Direktor der „Chittoor Multipurpose Social Service Society“ (2001-2003); Generalvikar von Cuddapah und Pfarrer am Arogyamatha-Heiligtum (2002-2007); Direktor des „St. John's Hospital“ in Bangalore (2008-2011); Promotion in Soziologie an der „Shri Venkateswara University“ in Thirupathi (2013); Pfarrer in Sivadi (2011-2015) und in der „St. Mary's Cathedral“ in Cuddapah (2015-2020): ab 2020 Pfarrer der Gemeinde „St. John Bosco“ in Chittor und ab 2021 Koordinator des Gesundheitsapostolats der Indischen Bischofskonferenz.

 

(Fides 17/2/2024)


FIDES-NACHRICHTEN - 17.02.2024

ASIEN/KAMBODSCHA - Jahr des Gebets: Beten wie “Jesus, Maria und die Heiligen Drei Könige”

 

Phnom Penh (Fides) - "Um uns auf das Heilige Jahr vorzubereiten, ein Jahr der Barmherzigkeit des Herrn, sollten wir uns Zeit für das Gebet nehmen. Das Gebet ist die Grundlage aller Dinge, die Grundlage der Bekehrung, die Grundlage unserer Berufung durch das Hören auf das Wort Gottes, die Grundlage jeder Aktivität der christlichen Gemeinschaft", so der Apostolische Vikar von Phnom Penh, Bischof Olivier Schmitthaeusler (mep) zum Jahr des Gebets 2024, wobei er die Glaubensgemeinschaft einlud, es mit geistlicher Intensität zu leben, um sich gemäß der Aufforderung von Papst Franziskus auf das Heilige Jahr vorzubereiten.

"Manchmal sind wir damit beschäftigt, uns in den Dienst der anderen zu stellen, wir bringen viele Aktivitäten auf den Weg, und allzu oft vergessen wir dabei, dass das erste Grundprinzip des Gebets die Stille ist. Die Stille lehrt uns, gemeinsam mit Gott ins Gebet zu gehen. In diesem Jahr finden wir in unserem Vikariat in Phnom Penh Zeit zum Beten", heißt es in einer Botschaft des Apostolischen Vikars.

In einer kirchlichen Realität, die aus vielen kleinen Gemeinschaften besteht, lädt Bischof Schmitthaeusler "jede lokale Gemeinde ein, sich einmal im Monat zu einem besonderen Gebet für Berufungen mit allen Gläubigen zu treffen", aber auch "sich wöchentlich zu treffen, um mit einer ‚Lectio divina‘ zu beten und auf das Wort Gottes zu hören". Das Gebet, so sagt er, beginnt in der Familie: "Jede Familie sollte zu Hause mindestens einmal in der Woche Zeit für das Gebet finden und 10-15 Minuten gemeinsam im Gebet verbringen", sagt er an die Adresse der katholischen Eltern. Auf persönlicher Ebene sollte "jeder Christ mindestens einmal in der Woche und am Sonntag die Messe besuchen", um seine Bindung an die Eucharistie zu stärken und zur Quelle der Gnade Gottes zu gehen.

"Das Jahr 2024 soll für uns das Jahr sein, in dem wir zu Gott, dem Vater, beten, so wie Jesus den Vater zu allen Zeiten gepriesen hat. Möge 2024 für uns das Jahr sein, in dem wir auf Maria schauen, um uns mit ihrem Herzen, mit der Liebe Gottes zu verbinden. Das Jahr 2024 soll für uns eine Zeit sein, in der wir uns bekehren und an das Evangelium glauben, das Jesus vor mehr als 2.000 Jahren verkündet hat", betont der Apostolische Vikar.

Der Bischof lädt dazu ein, "wie Jesus zu beten", denn „alle seine Werke und Worte sind aus dem Gebet hervorgegangen". Zudem lädt er dazu ein, "still zu sein wie Maria", die "alle Heilsereignisse in ihrem Herzen bewahrte, um über die Bedeutung der Liebe Gottes nachzudenken". Er bittet auch darum, "zu beten wie die Heiligen Drei Könige", die "sich auf den Weg machten, das Jesuskind fanden und zu ihm gingen, um es anzubeten".

Die Botschaft fand besonderen Anklang bei den Jugendlichen der neun pastoralen Bezirke des Vikariats Phnom Penh, die eingeladen wurden, "Zeit mit Jesus zu verbringen", um "den Ruf Gottes im Leben zu erkennen und zu verstehen". „Um die Gegenwart Jesu im täglichen Leben zu entdecken und mit ihm verbunden zu bleiben", erklärte der Bischof bei einem Treffen mit mehr als 100 Jugendlichen aus der Region, "muss man glauben, dass Jesus im eigenen Herzen wohnt; sich mit den Augen des Glaubens umsehen; das eigene Leben mit Dankbarkeit betrachten; mit kurzen Gebeten den ganzen Tag über mit Gott kommunizieren; sich morgens und abends Zeit für Meditation und Gebet nehmen; den Blick für die Nöte der Welt weiten; barmherzig zu den anderen sein, besonders zu den Ärmsten". Auf diese Weise, so der Bischof, „werden wir wissen, dass unser Leben mit der Gegenwart Gottes verbunden ist, und wir werden im Glauben wissen, dass Jesus jeden Tag unser Wegbegleiter ist". Das Jahr der Vorbereitung auf das Heilige Jahr werde somit auch ein besonderes "Jahr der Berufung" für junge Kambodschaner sein, um den Ruf Gottes zu hören, auch im Hinblick auf die Berufung zum Priestertum oder zum geweihten Leben.

Im Jahr 2023 wurden in Kambodschas neue einheimische Priester geweiht: drei junge Kambodschaner wurden im Apostolischen Vikariat Phnom Penh zu Diözesanpriestern geweiht, und die Gemeinschaft freute sich auch über den ersten kambodschanischen Jesuitenpriester (vgl. Fides 23/9/2023). Gegenwärtig hat die katholische Kirche in Kambodscha insgesamt 14 einheimische Priester, zusätzlich zu etwa 100 ausländischen Missionaren, die im ganzen Land, das in drei kirchliche Bezirke (ein Vikariat und zwei Apostolische Präfekturen) unterteilt ist, in denen es insgesamt etwa 20.000 Katholiken gibt, ihren pastoralen Dienst leisten.

(PA) (Fides 17/2/2024)

 

AMERIKA/HAITI - Die wichtigsten kriminellen Banden in Port-au-Prince

 

Port-au-Prince (Fides) - Unter den etwa 300 kriminellen Banden, die in Haiti aktiv sind, gibt es mehrere Zusammenschlüsse verschiedener Banden. Die wichtigste ist die so genannte G9-Allianz („G9 Fanmi e Alye“), ein im Juni 2020 gegründeter Zusammenschluss von neun kriminellen Banden.

Ihr Gründer und Anführer ist der ehemalige Polizeibeamte Jimmy Chérizier, auch bekannt als "Barbecue". Die Haupteinnahmequelle der G9 ist die Erpressung in ihren vielfältigen Formen. Die kriminelle Vereinigung erhebt "Schutzgelder" von lokalen Unternehmen, Straßenverkäufern und Fahrern öffentlicher Verkehrsmittel und koordiniert die Entführung von Zivilisten zu Erpressungszwecken. Die G9 hat auch die Kontrolle über öffentliche Dienstleistungen wie die Strom- und Wasserversorgung übernommen.

„Barbecue" wurde (vielleicht zu Unrecht) verdächtigt, in die Ermordung von Präsident Jovenel Moïse verwickelt zu sein, der ihr bevorzugter politischer Führer gewesen war. Die G9 wurde gegründet, um Moïse zu unterstützen, als dieser aufgrund der Wirtschaftskrise, der grassierenden Korruption, der Benzinknappheit und der zunehmenden Gewalt in der Bevölkerung angefeindet wurde. „Barbecue" und seine Bande von ehemaligen Polizisten (die Delmas 6) waren von der Polizei wegen der von ihnen verübten willkürlichen Massaker entlassen worden, wurden aber von der Regierung Moïse weiterhin mit Geld, Waffen, Polizeiuniformen und Regierungsfahrzeugen versorgt.

Als „Barbecue“ die Bildung der G9-Allianz ankündigte, glaubten viele, es handele sich um eine Formation zur Unterstützung von Moïse, die einer Tradition haitianischer Politiker folgt, die Banden zur Unterdrückung von Gegnern und zur Aufrechterhaltung der sozialen Ordnung in Armenvierteln einsetzen.

„Barbecue“ versprach, dass die G9 den Frieden in Port-au-Prince wiederherstellen würde. Doch die Entführungen eskalierten dramatisch, und interne Auseinandersetzungen innerhalb der G9 führten zu weiterer Gewalt.

Kurz vor der Ermordung des Präsidenten hatte die G9 ihre Beziehungen zur Parti Haïtien Tèt Kale (PHTK) -der Partei Moïses - gekappt, da ihre Vorherrschaft in weiten Teilen von Port-au-Prince es ihr ermöglichte, eine beträchtliche Anzahl von Wahllokalen zu kontrollieren, insbesondere in Gebieten wie Martissant und Lower Delmas. Die G9 konnte daher ihre Stimmen anderen politischen Unterstützern anbieten. Und tatsächlich scheint der Tod von Moïse keine großen Auswirkungen auf die Aktivitäten der G9 gehabt zu haben. Stattdessen nutzten der G9 nahestehende Banden die weit verbreitete Instabilität nach Moïses Tod, um ihr Territorium auszuweiten und die Kontrolle über wichtige Infrastrukturen wie das größte Ölterminal Haitis – das Terminal Varreux - zu übernehmen.

Die G9 wiederum hat sich mit 11 anderen kriminellen Banden zur sogenannten G20 zusammengeschlossen.

Der Hauptkonkurrent der G9 ist die G-PEP, ein Zusammenschluss von Banden, der speziell zur Bekämpfung des Einflusses der G9 gegründet wurde und von den politischen Gegnern der PHTK weitgehend unterstützt wird.

Die G-PEP, die von Gabriel Jean-Pierre, auch bekannt als "Ti Gabriel", angeführt wird, kämpft mit der G9 um die Kontrolle wichtiger Gebiete in Port-au-Prince und insbesondere um die nördliche Gemeinde Cité Soleil, die lange Zeit eine Hochburg der G-PEP war und deren Bewohner seit 2022 als Opfer von Bandenkämpfen unter unmenschlichen Bedingungen und ohne Grundversorgung wie Wasser, Strom und medizinische Versorgung leben müssen.

Eine der Banden, die sich der G-PEP angeschlossen haben, sind die „400 Mawozo“, die größte Bande in Haiti, die für die Entführung von 17 amerikanischen und kanadischen protestantischen Missionaren im Jahr 2021 bekannt ist. Im Zusammenhang mit dieser Entführung wurde der zweite Anführer der Bande, Germine Joly, verhaftet und 2022 an die Vereinigten Staaten ausgeliefert, wo er nicht nur der Entführung amerikanischer Bürger, sondern auch des Waffenhandels beschuldigt wird. Nach wie vor vom FBI gesucht wird der Anführer der „400 Mawozo“, Joseph Wilson, alias "Lanmò San Jou".

Die „400 Mawozo“ konzentriert sich hauptsächlich auf Gruppenentführungen, darunter auch einige katholische Priester und Missionare .

Eine der Banden, die keiner bestimmten kriminellen "Vereinigung" angehört, sind die „Fantom 509“. Es handelt sich um eine gut bewaffnete Gruppe ehemaliger Polizeibeamter und solchen, die noch im Dienst sind und Regierungsgebäude und -einrichtungen angegriffen haben, um eine bessere Bezahlung und bessere Arbeitsbedingungen für Polizeibeamte zu fordern.

„Fantom 509“ tauchte erstmals 2018 auf, als die nationale Polizeigewerkschaft von Haiti (Syndicat de la Police nationale d'Haïti - SPNH) protestierte, um bessere Gehälter und Arbeitsbedingungen zu fordern. Lokalen Medienberichten zufolge hat sich die Polizeigewerkschaft in letzter Zeit von der Gruppe distanziert.

Angesichts der Ohnmacht der Polizei haben sich Bürgerwehren gebildet, die sich „Bwa Kale" nennen und hauptsächlich aus bewaffneten Zivilisten mit improvisierten Waffen bestehen, die mutmaßliche Bandenmitglieder jagen und töten und deren Leichen verbrennen. Eine "Selbstjustiz", die das Risiko birgt, dass weitere kriminelle Banden entstehen, wie es in anderen Teilen der Welt geschehen ist. In Mexiko beispielsweise haben Selbstverteidigungsgruppen begonnen, kriminelle Organisationen zu bekämpfen, wobei sie häufig die Unterstützung der Bevölkerung und fehlende institutionelle Kapazitäten ausnutzen, um dann in eine kriminelle wirtschaftliche Dimension wie Erpressung, Waffen- und Drogenhandel und Auftragsmorde einzusteigen.

 

(L.M.) (Fides 17/2/2024)


FIDES-NACHRICHTEN - 16.02.2024

AFRIKA/NIGERIA - Entführungen immer häufiger: Dikasterium für Evangelisierung bringt Solidarität mit Betroffenen zum Ausdruck

 

von Luca Mainoldi

 

Abuja (Fides) - "In diesen schwierigen Zeiten bekundet das Dikasterium dem nigerianischen Volk, das mit einer Krise zu kämpfen hat, die sich immer mehr ausweitet und verschärft, seine tiefste und aufrichtigste Solidarität", so brachten Kardinal Luis Antonio Tagle, Pro-Präfekt für die Abteilung Erstevangelisierung und Neue Teilkirchen des Dikasteriums für Evangelisierung, und der Sekretär desselben Dikasteriums, der nigerianische Erzbischof Fortunatus Nwachukwu, die Solidarität des Dikasteriums mit der Kirche und dem nigerianischen Volk zum Ausdruck, nachdem man "mit Bedauern aus verschiedenen Quellen von der Häufigkeit der Entführungen in Nigeria erfahren" habe, "einer Situation, die sich in letzter Zeit erheblich verschlimmert hat".

"Zu denjenigen, die auf tragische Weise in das Kreuzfeuer dieser verwerflichen Taten geraten, gehören auch Mitglieder des Klerus, Ordensleute und Laiengläubige", heißt es in der Botschaft, die an Lucius Iwejuru Ugorji, Erzbischof von Owerri und Vorsitzender der Bischofskonferenz von Nigeria, adressiert ist.

"Nichts kann das Verbrechen der Entführung rechtfertigen", betont die Botschaft, denn "die physische Gewalt und die psychische Folter, die mit Entführungen einhergehen, untergraben die Säulen der zivilen und sozialen Harmonie, da sie die Betroffenen, ihre Familien und die Gesellschaft als Ganzes traumatisieren."

"Unsere Gedanken und Gebete sind bei den Bischöfen, Geistlichen und Ordensleuten, Seminaristen, frommen Mitgliedern der Kirche, allen Christen und Menschen guten Willens im ganzen Land", heißt es in der Botschaft weiter, in der "ein tiefes Mitgefühl für die unschuldigen Opfer dieser Entführungen und ihre Familien" zum Ausdruck kommt. "Ebenso rufen wir die nigerianische Regierung auf, schnell zu handeln, um dieser Bedrohung zu begegnen und die anhaltende Krise zu beenden“, betont die Botschaft, in der die Hoffnung zum Ausdruck gebracht wird, dass "der Staat nicht nur Maßnahmen zum Schutz von Leben und Eigentum ergreift, sondern mit Unterstützung der Kirche nach Wegen sucht, um die Nation wieder auf den Weg des wirtschaftlichen Wachstums, der politischen Stabilität und des religiösen Zusammenhalts zu bringen".

"Wir hoffen, dass sich die Fastenzeit für jeden Gläubigen und jede Kirchengemeinde in Nigeria als geistlich fruchtbar erweisen wird. Möge der Herr Sie segnen und Maria, Königin und Patronin von Nigeria sie schützen", heißt es in der Botschaft abschließend.

Seit Jahren hat Nigeria mit der Geißel der Entführungen zu kämpfen, der nicht nur Priester und Ordensleute zum Opfer fallen, sondern auch Ausländer im Allgemeinen, Geschäftsleute, Politiker, Regierungsbeamte, Diplomaten, traditionelle Herrscher sowie einfache Bürger, darunter Studenten und Schulkinder, die häufig Opfer von Massenentführungen werden.

Es ist nicht immer leicht zu unterscheiden, ob die Entführungen von terroristischen Gruppen oder von kriminellen Banden begangen werden, die nur auf finanziellen Gewinn aus sind. Unabhängig davon, ob sie von Terroristen oder Banditen begangen werden, lassen sich verschiedene Formen von Entführungen unterscheiden: geplante Entführungen bestimmter Personen, die im Voraus identifiziert werden; wahllose Entführungen, insbesondere auf der Straße, bei denen die Opfer zufällig ausgewählt werden; Massenentführungen (bei denen in der Regel Überfälle auf Dörfer, Gebetsstätten, einschließlich Kirchen und Moscheen, Schulen, Züge und Bahnhöfe geplant werden). Bei Entführungen von genau ausgewählten Opfern wurden sowohl Entführungen entlang der üblichen Route des zu entführenden Opfers als auch nächtliche Überfälle auf die Wohnung und Honigfallen, mit denen das Opfer an den Ort der Entführung gelockt werden soll, festgestellt.

In Nigeria wurden seit Mai 2023 und dem Beginn der Amtszeit von Präsident Bola Ahmed Tinubu nach Angaben des Risikomanagement-Beratungsunternehmens „SBM Intelligence“ insgesamt 3.964 Menschen entführt. Die Entführungen machten auch vor der Bundeshauptstadt Abuja nicht halt, wo am 5. Januar Mansoor Al-Kadriyar zusammen mit sechs seiner Töchter entführt wurde. Der Mann wurde später freigelassen, nachdem er 50 Millionen Naira (35.336 $) für die Freilassung seiner Töchter gezahlt hatte. Eine Tochter wurde getötet, da sie die geforderte Summe nicht gezahlt hatte. Die anderen kamen nach der Zahlung des Lösegelds wieder frei. Am 11. Januar verübten bewaffnete Männer in Militäruniform in der Bundeshauptstadt eine Massenentführung, bei der 11 Personen entführt wurden. Eine von ihnen, ein 13-jähriges Mädchen, wurde getötet, weil das Lösegeld nicht gezahlt wurde. Am 18. Januar wurde auch das Militärgelände in Kurudu angegriffen und zwei Personen entführt.

(Fides 16/2/2024)

 

AFRIKA/SENEGAL - Verschiebung der Präsidentschaftswahl für verfassungswidrig erklärt

 

Dakar (Fides) - "Der Senegal hat den Titel des Afrikameisters im Cup der Fußballnationen verloren, behält aber den Titel des Leuchtturms der Demokratie in Afrika", heißt es in einer Schlagzeile des burkinischen Nachrichtportals „Wakatsera“ zur Entscheidung des senegalesischen Verfassungsgerichts, die Verschiebung der Präsidentschaftswahlen auf den 15. Dezember für ungültig zu erklären.

Am gestrigen 15. Februar erklärte das Gericht das am 5. Februar von der Nationalversammlung verabschiedete Gesetz für verfassungswidrig, mit dem die Wahlen um zehn Monate verschoben wurden und Präsident Macky Sall bis zum Amtsantritt seines Nachfolgers im Amt blieb.

Der Gerichtshof erklärte auch das Dekret von Präsident Sall zur Änderung des Wahlkalenders drei Wochen vor Ablauf der Frist für nichtig. Angesichts der Unmöglichkeit, die Präsidentschaftswahlen zum ursprünglich vorgesehenen Termin (25. Februar) abzuhalten, forderte der Gerichtshof die zuständigen Behörden auf, die Wahlen so bald wie möglich abzuhalten.

Die von Präsident Sall erlassenen und nun vom Verfassungsgericht aufgehobenen Dekrete sahen eine Verlängerung der am 2. April auslaufenden Amtszeit des Präsidenten bis Anfang 2025 vor, doch das Verfassungsgericht bekräftigte den Grundsatz der "Unantastbarkeit" der fünfjährigen Amtszeit des Präsidenten.

Die Opposition fordert nun, die Abstimmung auf einen Termin zwischen dem 25. Februar und dem 2. April zu legen, um die Verfassung und das Urteil des Gerichts zu respektieren.

Kurz vor der Veröffentlichung des Urteils des Verfassungsgerichts wurde eine Reihe von Oppositionellen, die in den letzten Tagen und Monaten verhaftet worden waren, wieder freigelassen.

Das Eingreifen des obersten Garanten der Verfassung wurde von einem großen Teil der Bevölkerung des Landes begrüßt, das, wie es auf der burkinischen Website heißt, als "Leuchtturm der Demokratie in Afrika" gilt.

(LM.) (Fides 16/2/2024)

 

ASIEN/PAKISTAN - Christ nach Blasphemie-Vorwürfen für unschuldig erklärt

 

Faisalabad (Fides) - Die sozialen und religiösen Spannungen in der Region Faisalabad in der pakistanischen Provinz Punjab haben sich beruhigt, nachdem der der Blasphemie beschuldigte Christ Younis Masih, für unschuldig erklärt, von der Anklage freigesprochen und von der Polizei aus der Haft entlassen wurde.

Masih war in den letzten Tagen wegen Blasphemie verhaftet worden, nachdem eine Frau, Susan Fatima, ihn beschuldigt hatte, in ihr Haus eingebrochen zu sein, sie angegriffen und den Koran beleidigt zu haben. Fatimas Familie war vor etwa eineinhalb Jahren zum Islam konvertiert.

Nachdem die Anklage eingegangen und die Anzeige registriert worden war, ging Masih freiwillig zur Polizei, um den Vorfall zu klären. Einheimische Christen beteuerten zusammen mit Masih seine Unschuld und sprachen von "erfundenen Anschuldigungen". Nach der Befragung durch die Ermittler kam der Wendepunkt: Susan Fatima wurde ebenfalls verhaftet, um den Vorfall weiter zu untersuchen. Diese Entwicklung ist insofern interessant, als sie die Notwendigkeit einer gründlichen Untersuchung unterstreicht, um die Verantwortung und den Wahrheitsgehalt in Fällen, in denen es um mutmaßliche Blasphemievorwürfe geht, zu ermitteln.

In Faisalabad habe der positive Umgang mit diesem Vorfall, so die Anwältin Aneeqa Maria Anthony, die den Angeklagten im Namen von Masihs Familie vertrat, "in der christlichen Gemeinschaft Vertrauen geschaffen, insbesondere im Hinblick auf die Unterstützung der Behörden für die Justiz und den Schutz der Rechte aller Menschen, unabhängig von ihrer religiösen Überzeugung“. "Masihs Fall erinnert daran, wie wichtig faire und unparteiische Gerichtsverfahren und die Gefahr falscher Anschuldigungen sind", stellt die Nichtregierungsorganisation „Centre for Legal Aid, Assistance and Settlement“ (CLAAS) fest.

Nach Ansicht des in Jaranwala wohnhaften Pastors Shakoor Alam könnte sich hinter dem Vorfall ein Landrechtsstreit verbergen, und die Erhebung der Blasphemie-Anklage könnte ein Trick und eine Instrumentalisierung des geltenden Rechts gewesen sein. „Die Polizei hat daher die Pflicht, die Wahrheit herauszufinden, indem sie missbräuchliche Blasphemiegesetze in persönlichen Streitigkeiten unterbindet", sagte er.

Nach Ansicht von Nasir Saeed, Direktor des CLAAS, wirft der Fall Younis Masih ein Schlaglicht auf den Missbrauch der Blasphemiegesetze in Pakistan. Saeed lobte die Polizei für ihre Einsicht bei der Untersuchung der Angelegenheit, die zur Freilassung von Masih und zur Verhaftung von Fatima führte, die Masih fälschlicherweise beschuldigte.

"Dies ist jedoch kein Einzelfall. Solche Fälle können, wenn sie nicht untersucht werden, tragische Folgen haben: einige unschuldige Menschen können viele Jahre im Gefängnis sitzen oder sogar getötet werden.

Die Christen vor Ort schieben den "kollektiven Angriff", der im August letzten Jahres in Jaranwala in der Region Faisalabad verübt wurde, auf eine ähnliche Dynamik: die Anklage wegen angeblicher Blasphemie gegen zwei Christen, die alle Vorwürfe bestreiten und sich auf "falsche Anschuldigungen" berufen. Die neue pakistanische Regierung, die nach den jüngsten Wahlen gebildet werden soll, so Saeed, "wird die Pflicht haben, Gesetzesreformen durchzuführen, um weiteres Unrecht zu verhindern und die Rechte aller Bürger zu schützen".

Nach dem pakistanischen Strafgesetzbuch wird der Straftatbestand der Blasphemie in drei Artikeln (295-a, 295-b, 295-c, zusammen als "Blasphemiegesetz" bezeichnet), die insbesondere die Beleidigung des Islam unter Strafe stellen, mit der Todesstrafe oder lebenslanger Haft geahndet.

 

(PA) (Fides 16/2/2024)


Kein Zuhause, keine Bildung, verwundete Seelen - Kinder sind die größten Opfer des Ukraine-Krieges

Zum 2. Jahrestag am 24. Februar ziehen die SOS-Kinderdörfer erschütternde Bilanz

15.02.2024

 

(München/Kiew/ots) - Zwei Jahre Krieg in der Ukraine haben das Leben von zahlreichen Kindern und Familien zerstört. Die SOS-Kinderdörfer weisen darauf hin, dass sich die Situation absehbar noch weiter verschlechtern wird. Nach Schätzungen werden 2024 14,6 Millionen Ukrainer - 40 Prozent der Bevölkerung - auf humanitäre Hilfe angewiesen sein. Darunter 4,1 Millionen Kinder. Zum Jahrestag des vollumfänglichen Krieges Russlands gegen die Ukraine am 24.Februar ziehen die SOS-Kinderdörfer erschütternde Bilanz.

 


Institutionelle Angriffe auf Irakisch-Kurdistan: Westen muss Autonomie der Region schützen

15.02.2024

 

Institutionelle Angriffe auf Irakisch-Kurdistan:

•         GfbV warnt vor politischen Angriffen auf föderalen Status der Region

•         Islamisten wollen Kontrolle über letzte Bastion der Religionsfreiheit

•         Zugleich bombardieren Türkei und Iran die irakische Region fast täglich

 

Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) warnt vor zunehmenden politischen Angriffen auf den föderalen Status von Irakisch-Kurdistan. Radikalisierte schiitische und sunnitische Parteien und Milzen im Süden und im Zentralirak versuchen, der Region ihre Autonomie zu nehmen. Irakisch-Kurdistan ist zu einem einzigen Zufluchtsort für Millionen innerirakischer Flüchtlinge sowie für hunderttausende Menschen aus Syrien und dem Iran geworden“, erinnerte GfbV-Nahostexperte Dr. Kamal Sido am heutigen Donnerstag in Göttingen. „Selbst irakische Politiker und christliche Würdenträger wie der chaldäische Patriarch Kardinal Louis Sako und der ehemalige irakische Parlamentarier Mithal al-Alusi finden in Kurdistan Zuflucht. Die internationale Gemeinschaft muss dringend verhindern, dass islamistische Kräfte, welcher Ausprägung auch immer, die Kontrolle über diese letzte Bastion der Religionsfreiheit und Toleranz im Irak erlangen.“ Deutschland und verbündete Staaten müssten ihren Einfluss auf die Zentralregierung in Bagdad nutzen, um den Status Kurdistans vor radikalen Parteien dort zu schützen.

Pro-iranische schiitisch-islamistische Parteien versuchen offen, den in der irakischen Verfassung verankerten Status Irakisch-Kurdistans zu untergraben. So haben sie dafür gesorgt, dass Mitarbeiter staatlicher Institutionen in der Region nicht mehr bezahlt werden. Entgegen der Verfassung beanspruchen sie einseitig die administrative Kontrolle über die erdölreiche Provinz Kirkuk. „Artikel 140 der irakischen Verfassung sollte diesen Streit eigentlich regeln. Schiitische wie sunnitische Parteien haben ihn mit Unterstützung des Iran beziehungsweise der Türkei faktisch abgeschafft“, berichtete Sido. „Trotz ihrer Rivalitäten sind sich die schiitisch geprägten und die sunnitisch geprägten Nachbarstaaten des Irak in einer Sache einig: Sie wollen alle kurdischen Bestrebungen nach mehr Autonomie rücksichtslos bekämpfen. Dabei wäre es für die westlichen Staaten wichtig, den einzigen Ort im Irak zu erhalten, an dem noch ethnische und religiöse Vielfalt herrscht.“

Neben den institutionellen Angriffen auf den Status der Region im föderalen System des Irak ist Kurdistan permanenter Gewalt von außen ausgesetzt. „Weder das NATO-Mitglied Türkei noch das Mullah-Regime im Iran respektieren die territoriale Souveränität des Irak. Sie bombardieren die kurdischen Gebiete dort fast täglich mit Drohnen und Kampfflugzeugen“, berichtete Sido. „Viele Menschen in Irakisch-Kurdistan sind in großer Sorge. Sie vergleichen die Gefahr für Kurdistan mit der von 1991, als Millionen Menschen vor der anrückenden Armee des damaligen Diktators Saddam Hussein in die Berge fliehen mussten.“

 

Laut Artikel 140 der irakischen Verfassung sollte die Bevölkerung in den umstrittenen Gebieten bereits am 31. Dezember 2007 in einem Referendum darüber abstimmen, ob Kirkuk und andere betroffene Provinzen zur Autonomen Region Kurdistan oder zum irakischen Zentralstaat gehören sollen.


FIDES-NACHRICHTEN - 15.02.2024

AFRIKA/D.R. KONGO - Lage in Nord Kivu spitzt sich zu: Zwei südafrikanische Soldaten sterben bei Anschlag auf Militärbasis

 

Kinshasa (Fides) - Die Situation in Nord-Kivu, im Osten der Demokratischen Republik Kongo (DRC), verschlechtert sich. Am gestrigen 14. Februar wurden zwei südafrikanische Soldaten getötet und drei weitere verwundet, als eine Mörsergranate eine Militärbasis traf. Die südafrikanischen Soldaten sind im Rahmen der Mission der Entwicklungsgemeinschaft des Südlichen Afrika (SADC) in der kongolesischen Provinz im Einsatz, um die kongolesischen Streitkräfte und die UN-Mission in der Demokratischen Republik Kongo (MONUSCO) bei dem Versuch zu unterstützen, die M23-Bewegung zu stoppen, die die Hauptstadt von Nord-Kivu, Goma, bedroht. Neben den 2.900 südafrikanischen Soldaten, die seit Dezember in dem Gebiet stationiert sind, gehören auch Soldaten aus Tansania und Malawi zur SADC-Mission.

Seit Ende 2021 wird die Provinz Nord-Kivu von einem Konflikt zwischen der M23, die von Einheiten der ruandischen Armee unterstützt wird, und der kongolesischen Armee heimgesucht. Der Konflikt hat die anhaltende humanitäre Krise in der Region verschärft, die seit drei Jahrzehnten immer wieder Schauplatz bewaffneter Gewalt ist.

Aufgrund der sich verschlechternden Sicherheitslage hat der Bürgermeister der Stadt Goma, Kapend Kamand Faustin, gestern eine Maßnahme angekündigt, die es den Kirchen verbietet, in den Hügeln der Stadt Gebetsstunden abzuhalten.

Die Maßnahme folgt auf die Zunahme der Zusammenstöße, die in den letzten Tagen in mehreren Gebieten der Provinz Nord-Kivu beobachtet wurden.

"Kapend Kamand Faustin informiert die Leiter der verschiedenen Kirchen, deren Gläubige die Hügel rund um die Stadt zum Gebet aufsuchen, dass diese Aktivität aus Sicherheitsgründen bis auf weiteres ausgesetzt wird", heißt es in dem Kommuniqué der Behörden von Goma wörtlich.

(L.M.) (Fides 15/2/2024)

 

AFRIKA/GHANA - Im Vorfeld der Präsidentschaftswahl: Finanzminister aus dem Amt entlassen

 

Accra (Fides) - Nach Senegal befindet sich nun auch Ghana (die beiden stabilsten Länder Westafrikas) in einer politischen Krise. Ghanas Präsident hat gestern, am 14. Februar, im Rahmen einer Kabinettsumbildung Finanzminister Ken Ofori-Atta ersetzt. Wie das Büro von Präsident Nana Akufo-Addo mitteilte, wird Ofori-Atta durch Mohammed Amin Adam ersetzt, der bisher als stellvertretender Energieminister für den Erdölsektor zuständig war.

Der Präsident hatte in den letzten Tagen den ehemaligen Finanzminister dafür kritisiert, dass er die schlimmste Wirtschaftskrise des Landes seit einer Generation nicht in den Griff bekommen hat. Ken Ofori-Atta ist ein ehemaliger Banker, der für einige der größten US-Investmentbanken tätig war. Ofori-Atta beaufsichtigte die Umschuldungsbemühungen Ghanas. Das Land musste im Dezember 2022 einen Großteil seiner Auslandsschulden begleichen, als die Inflation auf über 50 Prozent anstieg und die Landeswährung zusammenbrach.

In den letzten Monaten war sowohl bei Straßendemonstrationen als auch in parlamentarischen Protesten von Mitgliedern der Opposition und sogar aus den Reihen der Regierungspartei der Rücktritt von Ofori-Atta gefordert worden.

Mit seiner Entlassung hat unterdessen auch der Wahlkampf für die Präsidentschaftswahlen im Dezember dieses Jahres, bei denen Vizepräsident Mahamadu Bawumia kandidiert, praktisch begonnen. Ken Ofori-Atta scheint vor diesem Hintergrund der Sündenbock zu sein, da der Vizepräsident versucht, sich von dessen Umgang der schweren Wirtschaftskrise zu distanzieren.

Die Wahl im Dezember scheint daher entscheidend für die Zukunft Ghanas zu sein. "Lasst uns Ghana wieder zu einem wahren Stern Afrikas machen", schreiben die ghanaischen Bischöfe, wenig überraschend, in ihrer Fastenbotschaft mit Blick auf die Wahlen. Die Botschaft rät den Ghanaern, nicht auf Wahlfälschung hereinzufallen und die Verbreitung von Fake News und Hassbotschaften in den sozialen Medien zu verzichten. "Im digitalen Zeitalter“ - so die Bischöfe – „kann sozusagen jeder ein Journalist sein. Wir fordern die Menschen in Ghana auf, die sozialen Medien, das Internet, Mobiltelefone usw. auf positive Weise zu nutzen. Diese Geräte sollten nicht zur Verbreitung von Hassreden und Gewalt genutzt werden, sondern um Frieden, Wahrheit und Gerechtigkeit für ein besseres Ghana zu fördern."

(L.M.) (Fides 15/2/2024)

 

ASIEN/INDONESIEN - Ex-General Prabowo Subianto gewinnt Wahl

 

Jakarta (Fides) - Der ehemalige General Prabowo Subianto (72) wird Indonesiens neuer Präsident. Obwohl die Ergebnisse noch nicht offiziell bekannt gemacht wurden, hat der ehemalige General der seinen Sieg bei den Präsidentschaftswahlen erklärt und sich als "Sieg aller Indonesier" bezeichnet. Obwohl das endgültige offizielle Ergebnis - angesichts der territorialen Struktur des 17.000 Inseln umfassenden Archipels -, erst in einigen Wochen feststehen wird, gibt es bereits erste Hochrechnungen aus einer als sehr zuverlässig geltenden Schnellauszählung, die von drei unabhängigen Umfrageinstituten ("Indonesian Survey Institute", "Population Center" und "Political Chart" mit 2000 Wahllokalen in 38 Provinzen), die übereinstimmend Prabowo Subianto einen deutlichen Vorsprung vor den anderen Kandidaten und ein Ergebnis deutlich über der absoluten Mehrheit der Stimmen (über 58 % der Stimmen) bescheinigen, so dass er im ersten Wahlgang gewählt werden könnte, ohne dass eine Stichwahl erforderlich wäre. Das System der schnellen Auszählung hat bei den vier Runden der Präsidentschaftswahlen in Indonesien seit Beginn der Direktwahlen im Jahr 2004 ein stets genaues Ergebnisse abgeboödet und gilt daher als sehr glaubwürdig und zuverlässig.

Der ehemalige General präsentierte sich als Erbe des sehr beliebten Präsidenten Joko Widodo, der Indonesien zwei Amtszeiten lang regierte und dessen Sohn neben Prabowo Vizepräsident kandidiert.

Prabowo Subianto war Armeegeneral während der Suharto-Diktatur, die in Indonesien vor etwas mehr als 25 Jahren mit der Eröffnung einer demokratischen Phase endete. Er wurde von der internationalen Gemeinschaft wegen Menschenrechtsverletzungen kritisiert, als er Befehlshaber der "Kopassus"-Spezialeinheiten war, die der Folter und des Verschwindenlassens von Personen beschuldigt werden. Ein Schatten hängt über dem neuen Präsidenten im Zusammenhang mit der Gewalt in Osttimor in den 1980er und 1990er Jahren, als Indonesien das Land, das 2002 unabhängig wurde, besetzte. Weitere Anschuldigungen wegen Menschenrechtsverletzungen gegen Suhartos politische Gegner zwangen ihn zum Rücktritt aus der Armee. Viele seiner Männer wurden vor Gericht gestellt und verurteilt, aber Subianto wurde nie formell angeklagt und verurteilt. Er ging 1998 ins selbst auferlegte Exil und kehrte 2008 nach Indonesien zurück, wo er an der Gründung der Gerinda-Partei mitwirkte.

In seiner neuen Rolle als Politiker stellte sich Prabowo Subianto zunächst gegen Joko Widodo, verbündete sich dann aber mit ihm, wurde Verteidigungsminister in seiner Regierung und stellte den Sohn des ehemaligen Präsidenten an seine Seite - ein Schritt, der umstritten war und als "Vetternwirtschaft" angesehen wurde. Im Wahlkampf hat er nun versprochen, das Modernisierungsprogramm fortzusetzen, das dem Land ein schnelles Wachstum beschert und Indonesien zu einer "aufstrebenden Macht" in Asien gemacht hat. Er versprach, Widodos Plan zur wirtschaftlichen Entwicklung fortzusetzen, der sich Indonesiens Reichtum an Nickel, Kohle, Öl und Gas zunutze machte und die Expansion der größten Volkswirtschaft Südostasiens vorantrieb.

(PA) (Fides 15/2/2024)

 

 

ASIEN/SYRIEN - Ehemalige IS-Hochburg Rakka: Büro soll Immobilien christlicher Eigentümer "schützen"

 

Rakka (Fides) - In Rakka, der Stadt, die von Januar 2014 bis Oktober 2017 zur Hochburg und syrischen Hauptstadt des selbsternannten Islamischen Staates (IS) wurde, wurde vor kurzem ein Büro des Hohen Komitees für Immobilien eröffnet, deren Aufgabe es ist, die Immobilien der christlichen Eigentümer, die die Region während der Jahre des Syrienkonflikts verlassen haben, vor unrechtmäßiger Enteignung zu "schützen".

In einem Interview mit der Online-Publikation „SyriacPress“ betont der Sekretär des Hohen Komitees für Immobilien, Fadj Jajo, die Bedeutung dieser Initiative und bezeichnet sie als Beispiel für die Politik zum Schutz der Rechte von Minderheiten der derzeit in der Region regierenden Kräfte.

Die Initiative ist gerade deshalb besonders wichtig, weil sie in einem Gebiet Syriens stattfindet, das lange Zeit nicht von der Regierung in Damaskus kontrolliert wurde.

Gerade Rakka wurde bei der militärischen Intervention der Anti-IS-Koalition mit Bomben beschossen, um den Widerstand der dschihadistischen Milizen zu brechen. Es waren die von den Vereinigten Staaten unterstützten und bewaffneten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF), eine Koalition überwiegend kurdischer Milizen, die die Stadt befreiten. Seitdem wird das Gebiet im Nordosten Syriens von der "Demokratischen Autonomen Verwaltung der Region Nord- und Ostsyrien" (DAARNES) kontrolliert, einer de facto autonomen Einheit, die von der syrischen Regierung nicht offiziell anerkannt ist, von kurdischen Kräften dominiert und von den USA militärisch unterstützt wird.

Die ad hoc eingerichtete Zweigstelle des Komitees, so Jajo, habe die Aufgabe Immobilien - Häuser und Grundstücke - armenischer, syrischer und assyrischer christlicher Eigentümer zu katalogisieren, mit dem vorrangigen Ziel, sicherzustellen, dass Eigentum, das unter Ausnutzung des erzwungenen Exodus unrechtmäßig enteignet wurde, auch an diese zurückgegeben wird“.

Armin Mardoian, Verwaltungsbeamter des Ausschusses, bekräftigte dessen Engagement für den "Schutz des Eigentums und der heiligen Stätten des syrischen (syrischen, assyrischen, chaldäischen) und armenischen Volkes". Er betonte die Zusammenarbeit mit der Autonomen Verwaltung Nordostsyriens, um die Rückgabe von Eigentum an die rechtmäßigen Eigentümer zu gewährleisten.

Erklärtes Ziel der von der politischen Einheit, die das Gebiet de facto kontrolliert, auf den Weg gebrachten Politik ist es, die Rückkehr von Christen aus einheimischen Gemeinschaften zu erleichtern, die während des langjährigen Konflikts, der Syrien zerrissen hat, vertrieben wurden. Die Autonome Verwaltung von Nordostsyrien, die international nicht anerkannt ist, versteht sich als Garant für eine Politik, die auf die Bedürfnisse der religiösen Minderheiten eingeht.

In Rakka zeigt sich die Vorgangsweise, den die Kräfte, die die Region kontrollieren, gegenüber den einheimischen christlichen Gemeinschaften anwenden, nicht zuletzt auch beim Wiederaufbau der Märtyrerkirche, die während des Krieges in Schutt und Asche gelegt worden war.

Das Gotteshaus, das der armenisch-katholischen Kirche gehörte, war lange Zeit in den Händen von Milizionären des Islamischen Staates, die es in ein Gericht verwandelt hatten und selbst von dort aus das Recht diktierten und ihre dschihadistische "Justiz" durchsetzten. Dann wurde sie durch Bombardierungen unter westlicher Führung verwüstet, die einen Großteil des Stadtzentrums dem Erdboden gleichmachten, als die syrische Hauptstadt des Kalifats erobert werden sollte. In den letzten Jahren wurde die Märtyrerkirche von den so genannten „Free Burma Rangers“, die auf Initiative des amerikanischen evangelikalen Pastors Dave Eubank, der am „Fuller Theological Seminary“ (das als eines der einflussreichsten evangelikalen Ausbildungsinstitute gilt) ausgebildet wurde und gleichzeitig ein ehemaliger Offizier der US Army Special Forces ist, gegründet wurde, wieder aufgebaut (siehe Foto).

Im Inneren der Kirche befindet sich kein Altar, sondern ein Kanzel für die Predigt, wie er in den Gotteshäusern der evangelikalen Gemeinden üblich ist. Nach der Einweihung wurden nur die wenigen Dutzend Christen, die sich in Rakka aufhalten, eingeladen, die wieder aufgebaute Kirche zu besuchen.

"Sie sagen, es sei unsere Kirche und man habe sie sie für die Christen von Rakka wieder aufgebaut", so Erzbischof Boutros Marayati im Februar 2022 gegenüber Fides "aber wir wissen nichts davon. Die Initiative wollte wohl ein Zeichen setzen: Lasst uns die Kirchen wieder aufbauen und die Christen schützen. Aber wir haben mit derartigen Operationen nichts zu tun“.

(GV) (Fides 15/2/2024)

 

ASIEN/BANGLADESCH - Weihbischof für die Erzdiözese Dhaka ernannt

 

Vatikanstadt (Fides) – Papst Franziskus hat den bisherigen Pfarrer der Gemeinde vom Heiligen Rosenkranz, Pfarrer Subroto Boniface Gomes aus dem Klerus der Erzdiözese Dhaka zum Weihbischof für die Erzdiözese Dhaka ernannt und ihm den Titularsitz Tamazuca verliehen.

Bischof Subroto Boniface Gomes wurde am 19. November 1962 in Rangamatia (Erzdiözese Dhaka) geboren. Er besuchte das Intermediat Semyanary of St. Joseph in Dhaka und erwarb einen Bachelor of Arts am „Notre Dame College“ in Dhaka. Er studierte Philosophie in Bangalore und Theologie in Dhaka und erwarb ein kanonisches Lizentiat in Philosophie an der Pontifical and Royal University of Santo Tomas. Sm 16. April 1990 wurde er zum Priester geweiht und in die Erzdiözese Dhaka inkardiniert.

Danach hatte er folgende Ämter inne und absolvierte weitere Studien: Stellvertretender Pfarrer von der Gemeinde vom Heiligen Rosenkranz in Dhaka (1990-1993); Studium in Manila (1994-1996); Professor für Logik am „Notre Dame College“ in Dhaka (1997-2003); Professor am „Holy Spirit Major Seminary“ in Dhaka (2004-2007); Stellvertretender Generalsekretär der Bischofskonferenz von Bangladesch (2007-2015); Pfarrer in Golla, Dhaka (2015-2017); Geistlicher Direktor des „Holy Spirit Major Seminary“ in Dhaka (2017-2018); Kanzler der Erzdiözese Dhaka (2018-2019); seit 2020 ist er Pfarrer der Gemeinde vom Heiligen Rosenkranz in Dhaka. Außerdem ist er Studiendekan des „Holy Spirit Major Seminary“ in Dhaka, Chefredakteur des Theological Journal, Sekretär der Bangladescher Bruderschaft der Diözesanpriester, Mitglied Regional Planning and Evaluative Committee der Caritas in Dhaka und Leiter einiger Kommissionen der Erzdiözese.

 

(Fides 15/2/2024)


"Elternlose Kinder brauchen Schutz: Wir müssen entführte Kinder aus Russland zurückholen - und in der Ukraine anonyme Heime abschaffen!"

"Man muss kein Prophet sein, um zu wissen, dass bald sehr viel mehr ukrainische Kinder auf alternative Betreuung angewiesen sein werden. Als Kinderhilfsorganisation ist es eines unserer wichtigsten Ziele, dass sie liebevoll und familiennah untergebracht und große, anonyme Heime geschlossen werden", sagt Serhii Lukashov, Leiter der SOS-Kinderdörfer in der Ukraine. Die Hilfsorganisation setzt sich auch dafür ein, dass entführte Kinder aus Russland zurückgeholt werden. Foto: Bildrechte SOS-Kinderdörfer weltweit Hermann-Gmeiner-Fonds Deutschland e.V. / Fotograf: SOS-Kinderdörfer Ukraine

Brot für die Welt beim Weltsozialforum in Nepal

Menschenrecht auf Nahrung im Mittelpunkt der Aktivitäten / 30.000 Teilnehmende erwartet

 

 14.02.2024

 

(Berlin/bfw) - Das Weltsozialforum (WSF) findet erstmals seit 20 Jahren wieder in Asien statt. Vom 15.-19. Februar treffen sich Vertreter:innen von 1100 sozialen Bewegungen und NGOs aus der ganzen Welt, um sich zu globalen Herausforderungen von Menschenrechten oder Klimagerechtigkeit bis hin zu Ernährung und Demokratisierung auszutauschen. Gastgeber des 17. WSF sind dutzende Gruppen und Organisationen aus Nepal. In über 800 Veranstaltungen vernetzt sich die weltweite Zivilgesellschaft und berät über politische Forderungen und Lösungen. Es werden bis zu 30.000 Teilnehmende erwartet.

 

Im Zentrum der Debatten werden die zunehmenden Beschränkungen für zivilgesellschaftliches Handeln in allen Teilen der Welt und das Erstarken autoritärer Regime stehen. Der besorgniserregende Trend des repressiven Umgangs mit zivilgesellschaftlichen Organisationen macht auch vor dem WSF nicht halt: Eigentlich sollte das WSF wie 2004 in Indien stattfinden, doch die zunehmenden Auflagen für die Arbeit von Nichtregierungsorganisationen in Indien erschwerten die Organisation, sodass sich das Nachbarland Nepal als Austragungsort anbot. Das Land hatte in den vergangenen Jahren große demokratische Fortschritte gemacht. „Wir hoffen mit den Gästen aus allen Kontinenten unsere Erfahrungen der vergangenen Jahre teilen zu können. Nepal zeigt, wie fruchtbar es für alle Seiten ist, wenn Zivilgesellschaft Teil eines konstruktiven Dialogs auf der Suche nach besseren Lebensbedingungen für alle Menschen ist“, so Netra Prasad Timsin von LDC Watch, einer nepalesischen Partnerorganisation von Brot für die Welt.

 

Für Brot für die Welt steht das Menschenrecht auf Nahrung im Mittelpunkt der Aktivitäten beim WSF. Vor genau 20 Jahren hat die Welternährungsorganisation FAO ihre „Leitlinien zum Menschenrecht auf angemessene Ernährung“ verabschiedet. Mit vielen Partnern sollen die Erfahrungen und Entwicklungen im weltweiten Kampf gegen den Hunger und die Beteiligung kleinbäuerlicher Produzent:innen ausgewertet werden. Auch hier ist Nepal – das immer wieder von schweren Naturkatastrophen getroffen wird – ein positives Beispiel. „Nachdem Nepal das ‚Recht auf Nahrung‘ in seine neue Verfassung aufgenommen hat, wurden zwischen Regierung und Zivilgesellschaft viele Vorhaben unternommen, damit sich die Ernährungssituation dauerhaft verbessert“, sagt Francisco Marí, Experte für Welternährung bei Brot für die Welt. „Wir und unsere Partner wollen von diesen Erfahrungen lernen, damit wir dem Ziel, den Hunger bis 2030 zu besiegen, endlich näher kommen. Das WSF könnte hierzu neue Impulse geben und konkrete Vorschläge erarbeiten.“

 

Das Weltsozialforum wurde 2001 als Gegenveranstaltung zu den Gipfeln der Welthandelsorganisation, dem Weltwirtschaftsforum in Davos und den Weltwirtschaftsgipfeln der G8-Staaten ins Leben gerufen. Die evangelische Entwicklungsorganisation Brot für die Welt ist Gründungsmitglied des Weltsozialforums.

 

 


FIDES-NACHRICHTEN - 14.02.2024

AFRIKA/NIGERIA - Mutmaßlicher Entführer der beiden Claretiner-Missionare verhaftet

 

Abuja (Fides) - Ein mutmaßlicher Entführer der beiden Claretiner-Missionare, die in der Nacht zum 1. Februar im Bundesstaat Plateau in Zentralnigeria entführt und am 8. Februar freigelassen wurden, ist festgenommen worden.

Das Polizeikommando des Bundesstaates Ogun gab bekannt, dass Christopher Yaro verhaftet wurde und verdächtigt wird, zu der Bande zu gehören, die die beiden Ordensleute, Pater Ken Kanwa (cmf), Pfarrer der Gemeinde „St. Vincent De Paul Fier“ in der Diözese Pankshin im Bundesstaat Plateau, und seinen Assistenten Pater Jude Nwachukwu (cmf), entführt hat.

Die polizeilichen Ermittlungen konzentrierten sich auf Personen, die Mitglieder der Pfarrei waren, in der die beiden Ordensleute arbeiteten.

Eine Polizeisprecherin sagte, der Verhaftete habe behauptet, er sei aus Pankshin geflohen, weil er befürchtete, dass Mitglieder der Gemeinde ihn angreifen könnten, nachdem sie herausgefunden hatten, dass er an der Entführung der beiden Priester beteiligt war.

"Am Nachmittag des 12. Februar erhielten wir Informationen“, so die Polizeisprecherin wörtlich, „dass ein mutmaßlicher Entführer, Christopher Yaro, nach Ijebu-Ode geflohen war, nachdem er beschuldigt worden war, mit einem anderen Gemeindemitglied und fünf weiteren Männern eine Verschwörung zur Entführung der beiden Ordensleute in der Region Pankshin im Bundesstaat Plateau geplant zu haben."

Der Verdächtige wurde im Bundesstaat Ogun festgenommen, wo er Zuflucht gesucht hatte, und nicht im Bundesstaat Plateau, wo die Entführung stattgefunden hatte. Nigeria hat als föderaler Staat ein Koordinationsproblem zwischen den lokalen und föderalen Polizeikräften. Ein Faktor, der es den Tätern oft leichter macht, den Maschen der Justiz zu entkommen.

(L.M.) (Fides 14/2/2024)

 

ASIEN/PAKISTAN - Nach der Wahl: eine fragile Demokratie

 

Rom (Fides) - "Die Ergebnisse der pakistanischen Bundes- und Provinzwahlen, die am 8. Februar stattfanden, haben gezeigt, dass die Demokratie in Pakistan bessere Chancen hat, als die dunklen politischen Ereignisse und Dramen der letzten 40 Jahre hoffen ließen. Im Jahr 2024 war der Einfluss des militärischen Establishments viel geringer als erwartet, und die vom Militär unterstützte Partei, die PML-N, die bis vor kurzem von Nawaz Sharif im Londoner Exil geführt wurde, war weit weniger erfolgreich als die unabhängigen ‚Pakistan Tehreek-e-Insaf‘ (PTI) des inhaftierten Imran Khan gewann eine klare Mehrheit der gewählten Sitze", so Pater Robert McCulloch (ssc), ein australischer Columbaner-Missionar, der seit über 30 Jahren lang in Pakistan tätig war und dem Land noch immer durch missionarische Kooperationsprojekte verbunden ist.

"Allerdings", so fährt er fort, "werden diese als Unabhängige gewählten Kandidaten nicht in der Lage sein, die proportionale Aufteilung der 70 Sitze für Frauen und Minderheiten, einschließlich der Christen, zu belegen, die prozentual auf die Parteien aufgeteilt werden", stellt er fest. Dies, so der australische Geistliche, werde "auf Bundesebene voraussichtlich eine Koalition von Parteien in die Regierung mit sich bringen, die seit den Tagen des Militärdiktators Zia ul Haq im Jahr 1978 politische Feinde sind", nämlich die Pakistanische Muslim-Legue-N und die Pakistan Peoples Party, die angekündigt haben, dass sie sich auf ein Parlaments- und Regierungsbündnis geeinigt haben.

Die wachsende Zahl junger Wähler in Pakistan deutet jedoch darauf hin, dass es sich um ein neues Wählerpotenzial handelt, das noch nicht sorgfältig berücksichtigt und in das traditionelle Wahlverhalten auf allen Ebenen integriert wurde. „Es bestehen ernsthafte Zweifel an der künftigen Fähigkeit der traditionellen, sozialen und religiösen Führer, den Strom der politischen Unterstützung weiterhin zu kontrollieren", stellt Pater McCulloch fest.

Der Missionar stellt abschließend eine besondere Überlegung zur Rolle und Situation der Christen in Pakistan an: "Die pakistanischen Christen präsentierten sich bei den Wahlen von 2024 weiterhin politisch uneinig und schafften es nicht, in vielen Wahlkreisen eine einheitliche Stimmenzahl zu erreichen, die für eine wirksame Durchsetzung an der Wahlurne entscheidend gewesen wäre und zu gewählten Kandidaten auf Bundes- und Provinzebene hätte führen können. Bei den Parlamentswahlen wurden keine Christen direkt gewählt. Einige Christen werden ins Parlament einziehen, weil sie von den verschiedenen politischen Parteien für die 10 Sitze nominiert werden, die nach dem Verhältniswahlrecht für Minderheiten reserviert sind. In dieser Eigenschaft werden sie jedoch meist im Namen der einen oder anderen Partei handeln und nicht als wirksame parlamentarische Fürsprecher für die Rechte und Bedürfnisse der christlichen Bevölkerung Pakistans“.

(PA) (Fides 14/2/2024)

 

ASIEN/BAHRAIN - Das Laienamt der Katecheten in Awali: "Eine gut orchestrierte Symphonie"

 

Awali (Fides) - "Der Dienst der Katecheten in unserer Kathedrale ist wie eine gut orchestrierte Symphonie, in der jedes Mitglied eine entscheidende Rolle bei der Harmonisierung des geistlichen Wachstums unserer Gemeinschaft spielt“, so der Rogy Joseph der die Katecheten in der Pfarrei der Kathedrale Unserer Lieben Frau von Arabien in Awali (Bahrain) koordiniert. Im Gespräch mit der Fides berichtet er von dem großen Engagement, das die vielfältige Gruppe von Katecheten mit Tausenden von Gläubigen, die zu der Gemeinde im Apostolischen Vikariat Nordarabien gehören, unter der Leitung von Bischof Aldo Berardi, O.SS.T., leistet.

"Stellen Sie sich die Kathedrale als eine große Bühne vor, auf der die Katecheten die Darsteller sind, die mit Leidenschaft die Lehren des Glaubens weitergeben“, fährt Roji fort, „Unsere Treffen sind nicht einfach nur Treffen, sondern Momente der Inspiration und der Zusammenarbeit, in denen wir Ideen austauschen, Erfahrungen teilen und voneinander Kraft schöpfen, wodurch eine unterstützende Atmosphäre entsteht, die das Wachstum fördert. Wenn Katechetinnen und Katecheten in ihre Rolle schlüpfen, sind sie nicht nur Lehrerinnen und Lehrer, sondern auch Mentorinnen und Mentoren sowie Begleiterinnen und Begleiter auf einer heiligen Reise. Sie gehen mit einem tiefen Verantwortungsbewusstsein an ihre Aufgaben heran und sind sich bewusst, welchen Einfluss sie auf das geistige Wachstum derer haben, die ihnen folgen."

"Kommunikation ist der Schlüssel in diesem Dienst. Wir arbeiten als Team, lernen voneinander und wachsen gemeinsam. Der reibungslose Ablauf ist auch der unermüdlichen Unterstützung durch die Leitung der Kathedrale zu verdanken. Die Ermutigung durch Bischof Aldo Berardi, Rektor Pater Saji Thomas (ofmCap) und Katechismusdirektor Pater Nelson Lobo, ihre Ressourcen und Anerkennung beflügeln die Leidenschaft der Katecheten und stärken die Bedeutung ihrer Rolle im geistlichen Leben der Kinder und Jugendlichen."

"Es ist eine sehr lebendige Kirche, und unser Dienst wechselt zwischen Momenten des Studiums und der Vertiefung, Spielen mit den Kindern, die den Katecheseunterricht besuchen, und Gottesdiensten. Wir versuchen, ihnen den Glauben und die Überzeugung weiterzugeben und sie zu ermutigen, ihn weiterzugeben… Der symbolträchtige Besuch von Papst Franziskus in war eine Erfahrung, die man ein Leben lang in Erinnerung behalten wird, ein denkwürdiger Moment für das Ministerium und für eine Gruppe von Schülern, die für das Jugendtreffen an der ‚Sacred Heart School‘ in Isa Town ausgewählt wurden."

Roji stammt ursprünglich aus Edathua (Kerala) in Indien. Er kam mit 24 Jahren nach Bahrain, hat einen Abschluss in Physik, einen Master in Wirtschaft und Finanzen und ist Computertechniker. "Im Jahr 2000 kam ich allein, um bei der Bank of Bahrain and Kuwait (BBK) zu arbeiten. Im Jahr 2001 kam meine Familie nach und seit 2001 arbeite ich als Softwarespezialist im staatlichen Sektor. Seit 2009 bin ich im Katechetendienst von Awali tätig und bin derzeit Mitglied des Kathedralrats. Im Namen des Katechetendienstes möchten wir unserem Bischof Aldo Berardi und dem Rektor Pater Saji Thomas (ofmCap) für ihre ständige Unterstützung, Führung und Gebete danken", schließt der Koordinator.

Das katechetische Jahr 2023-24 der Kathedrale Unserer Lieben Frau von Arabien begann am 29. September und wird von insgesamt 559 Schülern besucht, die von 31 Katecheten unterrichtet werden.

 

(AP) (Fides 14/2/2024)


"Mama, werden wir heute Nacht sterben?"

Leben der Kinder im SOS-Kinderdorf Rafah in höchster Gefahr

13.02.2024

 

 

(München/sos) - Die SOS-Kinderdörfer appellieren mit höchster Dringlichkeit an alle Akteure, die Pläne für eine flächendeckende Bombardierung der Stadt Rafah sofort zu stoppen. Die Hilfsorganisation ist in großer Sorge um über 70 Kinder sowie Mitarbeitende eines SOS-Kinderdorfs, das sich in Rafah befindet. Lanna Idriss, Vorstandsvorsitzende der SOS-Kinderdörfer weltweit, sagt: "Der Ernst der Lage kann nicht überbetont werden. Unsere Mitarbeitenden versuchen mit Hochdruck einen Ort zu finden, an den sie mit den Kindern fliehen können. Aber es gibt in Gaza keinen sicheren Ort mehr. Jedes Mal, wenn ich eine Nachricht aus Gaza öffne, habe ich Angst, dass sie nicht überlebt haben." Die Kinder sind zwischen 1 und 14 Jahre alt und leben im SOS-Kinderdorf, weil sie ihre elterliche Fürsorge verloren haben. Mehrfach hatte die Kinderrechtsorganisation vergeblich versucht, Ausreisegenehmigungen zu erhalten.

Ein Mitarbeiter in Rafah schildert die Lage so: "Wir hören den ganzen Tag das Geräusch von Bomben. Die Kinder sind nervös, haben Angst um ihre Verwandten und Freunde in den Gemeinden. Sie stehen unter großem Druck und sie können das Gelände nicht verlassen." Die Betreuer versuchen, die Kinder zu beschäftigen und abzulenken, aber der traumatisierende Alltag lässt das nicht mehr zu.

Insgesamt befinden sich in der Stadt Rafah aktuell über 600 000 Kinder und ihre Eltern, die aus anderen Regionen Gazas geflohen sind. Idriss sagt: "Eine Evakuierung ist leider unmöglich. Das ganze Land ist zerstört. Insbesondere Kinder haben keine Reserven mehr. Diese Kinder hatten bereits vor dem Krieg alles verloren, sie sind mehrfach vertrieben worden, sie sind unterernährt und ohne Hoffnung."

Die Hilfsorganisation unterstützt Familien auf der Flucht und insbesondere verlassene Kinder, deren Zahl immer weiterwächst. Ein Psychologe der SOS-Kinderdörfer vor Ort schildert seine Erlebnisse:

"Da ist ein dreijähriges Mädchen, um das wir uns kümmern, das unter den Trümmern eines Hauses hervorgeholt wurde, während seine Eltern gestorben sind. Das Kind hat an den ersten Tagen nur geweint und geschrien. Ein anderes kleines Mädchen ist verstummt und leidet unter Panikattacken." Auch Eltern seien der Katastrophe hilflos ausgeliefert. Eine Familienmutter, die von den SOS-Kinderdörfern unterstützt wird, sagt: "Meine Kinder und ich schlafen nachts eng aneinandergeklammert. Jeden Abend, bevor sie einschlafen, fragen mich die Kinder: 'Mama, werden wir heute Nacht sterben?'"

Vorstandsvorsitzende Idriss appelliert an beide Kriegsparteien: "Die Kinder brauchen jetzt dringend Ihr Mitgefühl und Ihren unbedingten Willen, sie zu retten. Lassen Sie die Kinder bitte sicher ausreisen. Wir haben Länder, die sie aufnehmen würden."

 

Die SOS-Kinderdörfer in Israel und Palästina

 

Die SOS-Kinderdörfer unterstützen Kinder, Jugendliche und Familien auf allen Seiten von Konflikten. Sie setzen sich weltweit, so auch in Israel und in Gaza, für jedes Kind ein - unabhängig von Staatsangehörigkeit, Hautfarbe, Religion oder ethnischer Zugehörigkeit. Gerade in krisengeprägten Regionen sind Kinder, vor allem ohne elterliche Fürsorge, akut gefährdet. Aufgrund der langjährigen Erfahrung in Israel und in palästinensischen Gebieten gelingt es den SOS-Kinderdörfern auch in der derzeitigen Situation ihre Arbeit fortführen.


FIDES-NACHRICHTEN - 13.02.2024

AFRIKA/D.R. KONGO - Vormarsch der M23 auf Goma löst Protestwelle aus

 

Kinshasa (Fides) - "Ich bin gekommen, um Ihnen zu versichern, dass wir daran arbeiten, Frieden in Nord-Kivu zu schaffen. Wir müssen Ruhe bewahren. Hand in Hand werden wir die ruandischen Rebellen der M23, die uns angreifen, vertreiben", so der Militärgouverneur von Nord-Kivu, Generalmajor Peter Cirimwami, der versucht, die Bevölkerung von Sake zu beruhigen, dem Dorf nördlich von Goma, das von den M23-Rebellen belagert wird, die Anfang des Monats eine Offensive in Richtung der Hauptstadt dieser östlichen Provinz der Demokratischen Republik Kongo gestartet haben.

Bei seinem Besuch am Sonntag, den 11. Februar, nahm der Militärgouverneur die Proteste der örtlichen Bevölkerung gegen die angebliche Komplizenschaft der in der Region stationierten UN-Truppen (MONUSCO) mit der M23 zur Kenntnis, denen vorgeworfen wird, die von ihnen kontrollierten Stellungen den Rebellen zu überlassen.

Die Haltung der internationalen Gemeinschaft zur Krise in Nord-Kivu hatte die Proteste der letzten Tage in der Hauptstadt der DRK, Kinshasa, ausgelöst, wo die Behörden gestern, am 12. Februar, die Sicherheitsmaßnahmen vor den Botschaften und UN-Einrichtungen, die von den Demonstranten angegriffen wurden, verstärkt haben.

Am 10. Februar wurden mehrere Botschaften und UN-Fahrzeuge von Demonstranten angegriffen. Ziel der Angriffe waren die diplomatischen Vertretungen der Vereinigten Staaten, Großbritanniens und Frankreichs sowie Polens, nachdem der polnische Präsident einige Erklärungen zur Unterstützung Ruandas abgegeben hatte.

Zu den Maßnahmen der kongolesischen Polizei gehört ein Einfahrverbot für Motorradtaxis in die Stadt Gombe, das Botschaftsviertel von Kinshasa. Die Motorradtaxifahrer gehörten in den letzten Tagen zu den Protagonisten der Proteste. Außerdem wird Straßenhändlern und Straßenkindern der Zugang zu Gombe nicht mehr gestattet.

Die kongolesische Bevölkerung wirft Ruanda vor, die M23-Rebellen sogar direkt mit eigenen Truppen zu unterstützen. Dieser Verdacht wurde durch ein UN-Dokument untermauert, wonach "eine angebliche Boden-Luft-Rakete der ruandischen Verteidigungskräfte (RDF)" am 7. Februar eine UN-Beobachtungsdrohne beschoss, ohne sie zu treffen. Die Rakete wurde angeblich von einem gepanzerten Fahrzeug in einem von der M23 kontrollierten Gebiet abgefeuert.

"Der französische Auslandsgeheimdienst bestätigt, dass es sich bei dem gepanzerten Fahrzeug vom Typ WZ551, das mit einem Boden-Luft-Raketensystem ausgestattet ist, um ein ruandisches Fahrzeug handelt", heißt es in dem Bericht, der von der französischen Nachrichtenagentur AFP zitiert wird.

Ebenfalls gestern äußerte sich der UN-Sicherheitsrat besorgt über die "Eskalation der Gewalt" im Osten der Demokratischen Republik Kongo und verurteilte in einer Erklärung die Anfang des Monats von den M23-Rebellen in der Nähe von Goma begonnene Offensive. Die Ratsmitglieder "verurteilten erneut alle bewaffneten Gruppen, die in dem Land operieren. Sie äußerten sich besorgt über die Eskalation der Gewalt und die anhaltenden Spannungen in der Region".

Ende Januar hatten auch die Bischöfe der Demokratischen Republik Kongo, Ruandas und Burundis in einer gemeinsamen Erklärung ihr tiefes Bedauern über die anhaltend schlechten Beziehungen zwischen ihren Ländern.

(L.M.) (Fides 13/2/2024)

 

AFRIKA/MOSAMBIK - Kardinal Tagle besucht Flüchtlingscamp Corrane: “Wir bitten Papst Fraziskus um das Gebet für das Ende des Kriegs, damit wir nach Hause zurückkehren können”

 

von Antonella Prenna

 

Nampula (Agenzia Fides) - "Eminenz, ich möchte Sie bitten, Papst Franziskus zu sagen, dass er für uns beten möge, beten, dass dieser Krieg endet und wir nach Hause zurückkehren können". Dies ist die Bitte eines Flüchtlings aus dem Aufnahmezentrum „Corrane“ im Bezirk Meconta in der Provinz Nampula, die er auf Einladung von Kardinal Luis Antonio Gochin Tagle, Pro-Präfekt des Dikasteriums für Evangelisierung, während eines kürzlichen Besuchs des Kardinals äußerte.

"Am Samstag, den 27. Januar verließen wir Nampula, um das 50 km entfernte Camp zu erreichen. In unserer Vorstellung können 50 km in einer Stunde zurückgelegt werden, während wir dort aufgrund der extrem zerstörten Straßen, die voller Schlaglöcher sind und, Gott sei Dank, befahrbar sind, weil es nicht geregnet hat, nach drei Stunden ankamen", so MariaGrazia Salmaso, Leiterin des Missionsbüros der italienischen Diözese Vittorio Veneto, im Gespräch mit Fides über den kürzlichen Besuch von Kardinal Tagle, dem Pro-Präfekten, im Rahmen der Bischofsweihe des Consolata-Missionars, Pater Osório Citora Afonso, den er zum Weihbischof der Erzdiözese Maputo geweiht hatte. Ebenfalls anwesend waren unter anderem der Bischof von Maputo, João Carlos Hatoa Nunes, und der Bischof von Nampula, Inácio Saúre (imc).

"Während des Besuchs im Flüchtlingslager", so Salmaso weiter, "gab es einen feierlichen Moment, in dem der örtliche Gouverneur und der Leiter der Caritas nach der Vorstellung aller Anwesenden über die Fortschritte des Camps berichteten“. "Die Anwesenden hörten schweigend zu, es gab auch einen Übersetzer in Portugiesisch, da viele nur Makua, einen Dialekt der Region, sprechen. Es waren Vertreter aus kirchlichen Kreisen anwesend, aber auch viele, die es nicht waren. Es waren vor allem viele Frauen, Kinder und auch viele Männer, die uns begleitet haben."

“Als der Präfekt die Anwesenden aufforderte, ihre Gedanken zu äußern", fügt sie hinzu, "taten sich vor allem die Frauen schwer, weil sie es nicht gewohnt sind, sich öffentlich zu äußern. Sie taten dies mit einem Lied, das uns tief bewegte. Viel Mühsal, viel Leid, ein Bedürfnis nach Menschlichkeit wurde wahrgenommen. Der Kardinal führte ihnen das Beispiel von Maria, Josef und Jesus vor Augen, die ebenfalls Flüchtlinge waren und Nazareth verlassen mussten, und ermahnte sie, nicht aufzugeben und auf Gott zu vertrauen, der sie liebt und ihnen nahe ist, trotz der großen Härten ihres täglichen Lebens."

"Kardinal Tagle äußerte in diesem Rahmen den Wunsch, dass jemand seine Gedanken vortragen möge, und zwar im Geiste des aufrichtigen Austauschs“, so die Mitarbeiterin der Diözese Vittorio Veneto. „Er fragte, ob jemand das Wort ergreifen wolle. Ein junger Mann aus der Gegend wies in einem sehr energischen, aber auch leidenden Ton auf die Nöte hin, die sie erleben. Vom fehlenden Zugang zu Nahrungsmitteln bis hin zum Mangel an Saatgut für den Anbau, von der Unmöglichkeit, eine Ausbildung zu absolvieren, weil es an Infrastruktur fehlt, bis hin zur Isolation, die durch die Entfernung vom Stadtzentrum verursacht wird, das oft unerreichbar bleibt. Der junge Mann wies insbesondere auf das ernste Gesundheitsproblem hin. Es gibt ein kleines Gesundheitszentrum, aber es fehlt ein Kühlschrank, in dem Impfstoffe gelagert werden können, da es keinen Strom gibt“.

„Der berührendste Moment, neben dieser Anklage, dieser Energie, fast schon Wut“, betont Salmaso, „war, als der Kardinal darum bat, dem Heiligen Vater eine Bitte zu übermitteln. In diesem Moment brachte der junge Mann in seiner Bitte, eindringlich für das Ende des Krieges zu beten und dafür, dass sie in ihre Heimat zurückkehren können, das in der Enzyklika ‚Fratelli tutti‘ formulierte Grundrecht zum Ausdruck, nicht fliehen zu müssen. Ein Recht, das das der Grundrechte fast noch übertrifft. Der Wunsch, nach Hause zurückzukehren, denn wer auf der Flucht ist, kann keine Wurzeln schlagen und keine Lebensperspektive haben. Es gibt Menschen, die seit mehr als vier Jahren von Kap Delgrad weg sind, denken Sie an die jungen Menschen, viele sind unbegleitete Minderjährige, viele haben eine Behinderung. Und das ist eine sehr schwierige Situation, die uns wirklich berührt hat. Auch andere Personen haben sich zu Wort gemeldet und mehr oder weniger dieselben Bedürfnisse geäußert, darunter auch eine Frau".

Das Camp „Corrane“ wurde zunächst als provisorisches Camp infolge der Konflikte in der Region Cape Delgado im Norden Mosambiks eingerichtet, seit im Oktober 2017, als das Militär anfing zu töten, die öffentliche religiöse Infrastruktur zu zerstören, Güter von der Bevölkerung wegzunehmen und die Menschen zur Flucht zu zwingen. "Man schätzt, dass fast 1 Million und 30 Tausend Menschen auf der Flucht sind", fügt Salmaso hinzu. „Einige haben in Nachbarstädten Zuflucht gefunden, viele sind weggezogen und in Nampula angekommen. Von diesen sind nur etwa 352.000 zurückgekehrt, die anderen sind immer noch auf der Flucht oder in Flüchtlingslagern“. Das Lager hat sich im Jahr 2020 stabilisiert und nimmt Menschen auf, von denen mindestens 1.500 Familien und mehr oder weniger 5.000 Einzelpersonen mit humanitären Grundbedürfnissen, Nahrungsmitteln und anderem leben.

Die Provinz Nampula hat seither einen kontinuierlichen Zustrom zu verzeichnen, nicht zuletzt, weil sie in der Nähe von Nacala, unterhalb von Kap Delgrad, liegt. "Die Daten, die uns aus einem während der Sitzung vorgelegten Bericht zur Verfügung gestellt wurden, besagen, dass im November 2023 77.237 Personen im Zentrum registriert waren, von denen 53% Frauen und 47% Männer waren. Corrane wurde von der lokalen Regierung gegründet, die sich um die Schaffung von Infrastrukturen bemüht hat, aber ebenso wertvoll ist die Unterstützung der lokalen Caritas, der es dank humanitärer Hilfe aus verschiedenen Staaten gelungen ist, diese Bevölkerung zu unterstützen. Sie helfen den mittellosen Menschen mit Anbaumaterial und Lebensmitteln. Einige der Anwesenden erzählten uns, dass seit acht Monaten keine Lebensmittelpakete mehr eingetroffen waren und dass sie sich derzeit in einer sehr schwierigen Situation befinden“.

Frau Salmaso berichtet auch, dass sie besonders von der pädagogisch-erzieherischen Tätigkeit der Caritas beeindruckt war, die darin besteht, bei den Menschen ein eigenes Verantwortungsbewusstsein entstehen zu lassen, damit sie sich an der Hilfe für ihre Mitmenschen beteiligen.

"Am Ende des Treffens segnete Kardinal Tagle die Menschen und nach einem Mittagessen in der Gemeinde kehrten wir nach Nampula zurück. Die Missionare vor Ort erzählten uns, dass zwischen den verschiedenen Gemeinden auch eine Hilfskette eingerichtet worden war, die jedoch aufgrund fehlender Mittel etwas vernachlässigt wurde. Viele Missionare der Combonianer und andere besuchen das Lager auch von Nampula aus, um vor allem den Frauen, Kindern und Bedürftigen geistliche Unterstützung zu bringen."

(Fides 13/2/2024)

LINK

Video -> https://youtu.be/z-0-Tn964S4

 

 

ASIEN/INDONESIEN - Präsidentschaftswahl: Katholiken orientieren sich am Konzilsdokument "Gaudium et spes"

 

Jakarta (Fides) - Das Konzilsdokument "Gaudium et spes" ist ein wichtiger Bezugspunkt für indonesische Katholiken, die morgen, am 14. Februar, zusammen mit der gesamten indonesischen Bevölkerung (etwa 205 Millionen Wähler von 270 Millionen Einwohnern) den Präsidenten und 20.000 lokale Vertreter auf verschiedenen Ebenen wählen. Dies erklärte der Exekutivsekretär der Kommission für die Laien (Kerawam) in der indonesischen katholischen Bischofskonferenz, Pfarrer Yohanes Kurnianto Jeharut, und erinnerte an die Aufforderung an die katholischen Laien, sich politisch zu engagieren, da sie, wie er sagte, "durch direkte Beteiligung zum Gemeinwohl beitragen können". Im Hinblick auf die Wahlen 2024 erinnerte der Priester an die Abschlusserklärung der Versammlung indonesischen Bischofskonferenz vom vergangenen Herbst (vgl. Fides 16/11/2023), in der sie die Bürger dazu aufriefen, sich verantwortungsvoll einzubringen und den Wahlprozess zu beobachten, damit er transparent abläuft. In ihrer Botschaft riefen die Bischöfe dazu auf, "nach ihrem Gewissen zu wählen" und dabei stets die öffentliche Ethik zu berücksichtigen, indem sie die "Pancasila" (die Charta der fünf Grundsätze der Nation) und die Verfassung von 1945, respektieren und den Grundsatz der "Einheit in der Vielfalt" beachten.

Die Laienkommission habe sich aktiv an der Vorbereitung der Wahlen beteiligt und in den 37 indonesischen Diözesen "politische Bildung" betrieben, um die Gläubigen zu ermutigen, "aktive Wähler" zu sein und "Unterscheidungsvermögen" zu üben, "eine geistliche Gewohnheit, die seit Jahrhunderten gelehrt wird", die "auch bei öffentlichen Entscheidungen nützlich ist, deren Auswirkungen das Schicksal vieler Menschen beeinflussen werden", so Pfarrer Jeharut.

Unterdessen verzichteten die Präsidentschaftskandidaten im Wahlkampf auf religiöse oder ethnische Narrative, um Stimmen zu gewinnen: ein ganz anderer Ansatz als 2019, als viele führende Politiker auf "Identitätsdiskurse" zurückgriffen und auch das religiöse Element nutzten, um die Zustimmung in der Wählerschaft zu erhöhen. Beobachtern zufolge sind "identitätspolitische" Themen und Ansätze auch deshalb weniger verbreitet, weil extremistische Gruppen aus dem öffentlichen Leben verschwunden sind, wie dies bei der "Front der Verteidiger des Islam" der Fall war, einer Bewegung, die von der Regierung 2020 aufgelöst wurde. Die Gruppen und Verbände der Zivilgesellschaft hoffen, dass dieser Ansatz auch im zweiten Wahlgang beibehalten wird. Erhält keiner der Kandidaten im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit, kommt es zu einer Stichwahl zwischen den beiden Kandidaten mit den meisten Stimmen.

Die indonesischen christlichen Kirchen der verschiedenen Konfessionen haben eine Botschaft veröffentlicht, in der sie stets zu "einer Sprache der Liebe und der Akzeptanz" aufrufen, sagte der Generalsekretär des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK), Pfarrer Jerry Pillay, der Indonesien besuchte, um eine Botschaft des Friedens und des Zusammenlebens "von unseren 352 Kirchen, die in 120 Ländern der Welt mit fast 600 Millionen Gläubigen vertreten sind" zu überbringen. "Der Kirchenrat setzt sich für Gerechtigkeit und Frieden ein, nicht nur unter Christen, sondern auch mit Menschen anderer Religionen", sagte er und rief zu einem stets kooperativen Dialog mit muslimischen Gläubigen auf, die in Indonesien die Mehrheit der Bevölkerung stellen.

Die Christen in Indonesien machen etwa 7 % der Gesamtbevölkerung aus. Darunter sind etwa 8 Millionen Katholiken.

(PA) (Fides 13/2/2024)

 

AFRIKA/KENIA - Weihbischöfe für die Erzdiözese Nairobi ernannt

 

Vatikanstadt (Fides) – Papst Franziskus hat zwei Weihbischöfe für die Erzdiözese Nairobi ernannt (Kenia): es handelt sich um den bisherigen Administrator der Holy Family-Kathedrale in Nairobi, Pfarrer Simon Peter Kamomoe, aus dem Klerus der Erzdiözese Nairobi, dem er den Titularsitz Tubune di Numidia verlieh; und um den bisherigen Koordinator der Pastoralarbeit der Erzdiözese, Wallace Ng’ang’a Gachihi, aus dem Klerus der Erzdiözese Nairobi, dem er den Titularsit Tucca di Mauritania verlieh.

Bischof Simon Peter Kamomoe wurde am 26. November 1962 in Gatundu (Bezirk Kiambu) in der Erzdiözese Nairobi geboren. Nach dem Besuch des „St. Mary's Major Seminary“ in Molo studierte er Philosophie am „St. Augustine's Senior Seminary“ in Mabanga und Theologie am „St. Matthias Mulumba Senior Seminary“ in Tindinyo. Am 18. Juni 1994 wurde er zum Priester geweiht und in die Erzdiözese Nairobi inkardiniert.

Danach hatte er folgende Ämter inne: Assistent am „Queen of Apostles Junior Seminary“ in Nairobi (1994-1995); Assistent in den Pfarreien Thigio (1995), Mang'u (1995-1996), Ndundu (1996-1997), Sts. Matthias Mulumba in Thika (1997-1998); Pfarrer der Pfarrei „Our Lady of Fatima“ in Kiriko (1998-1999); Pfarrer der Pfarrei St. Peter und Paul in Kiambu und gleichzeitig Gerichtsvikarund Mitglied des Kollegiums der Konsultoren (1999-2008). Seit 2008 ist er Administrator der Holy Family Cathedral in Nairobi und Kaplan des Diözesanbüros für Familienpastoral.

Bischof Wallace Ng'ang'a Gachihi wurde am 26. März 1973 in Gatundu (Bezirk Kiambu) in der Erzdiözese Nairobi geboren. Nach dem Besuch des „St. Mary's Major Seminary“ in Molo studierte er Philosophie am „St. Augustine's Senior Seminary“ in Mabanga und Theologie am „St. Matthias Mulumba Senior Seminary“ in Tindinyo. Er wurde am 21. Mai 2005 zum Priester geweiht und in die Erzdiözese Nairobi inkardiniert.

Danach hatter er folgende Ämter inne: Assistent in der „Sts Peter and Paul“-Pfarrer in Kiambu (2005-2006); Pfarrer derselben Pfarrer (2006-2009); Student des „Master of Pastoral Theology“ an der „Catholic University of Eastern Africa“ (CUEA (2009-2011) und gleichzeitig Assistent in der Pfarrei „Regina Coeli“ in Karen (2009-2015); seit 2015 ist er Pfarrer in der Gemeinde „Christ the King“ in Embakasi und seit 2011 Pastoralkoordinator der Erzdiözese. Er ist Mitglied des Kollegiums der Konsultoren.

(E.G.) (Fides 13/02/2024)

 

ASIEN/THAILAND - Bischof von Nakhon Sawan zurückgetreten und Nachfolger ernannt

 

Vatikanstadt (Fides) – Papst Franziskus hat den von Bischof Joseph Pibul Visitnondacha von Nakhon Sawan (Thailand) eingereichten Rücktritt angenommen und den bisherigen Pfarrer der Gemeinde „Holy Name of Jesus“, Paul Tawat Singsa aus der Diözese Nakhon Sawan zu seinem Nachfolger ernannt.

Bischof Paul Tawat Singsa wurde am 13. März 1966 in Ban Mi, in der Diözese Nakhon Sawan, geboren. Er studierte Philosophie und Theologie am „Lux Mundi College“ und erwarb ein kanonisches Lizenziat in Missionswissenschaft an der Päpstlichen Universität Urbaniana in Rom und einen Doktortitel in Philosophie an der „Silpakorn-University“ in Bangkok. Am 24. Oktober 1992 wurde er zum Priester geweiht und in die Diözese Nakhon Sawan inkardiniert.

Danach hatte er folgende Ämter inne: Leiter der Evangelisierung und der Pastoral unter der ethnische Gruppe der Karen im Norden der Diözese; Direktor des Diözesanen „Action Center –Charity Work“ in Maeramat (1992-1999); Direktor der „Pataravitaya School“ und Pfarrer der St. Theresa-Kirche in Maesod (2005-2011); Professor und Ausbilder im Priesterseminar „Lux Mundi“ in Sampran (2012-2019); seit 2020 Pfarrer der Pfarrei „Holy Name of Jesus“ in Ban mi und Direktor der Phraworasarn-School.

 

(E.G.) (Fides 13/02/2024)


"Europäischer Tag des Notrufs 112" - Notfallpass im Handy erleichtert Rettung

ADAC: Notfall kann jeden treffen - deshalb jetzt Notfallpass anlegen Zeitgewinn durch digitalen Fortschritt

Der ADAC Notfallpass im Handy erleichtert Rettung. Foto: ADAC
Der ADAC Notfallpass im Handy erleichtert Rettung. Foto: ADAC

9.02.2024

 

(München/ots) - In einem medizinischen Notfall zählt jede Sekunde. Hier setzt die Digitalisierung im Rettungswesen an. Zum "Europäischen Tag des Notrufs 112" am Sonntag, 11. Februar 2024, weist der ADAC darauf hin, dass im Ernstfall die Bereitstellung wichtiger Notfalldaten im Mobiltelefon die Rettungsmaßnahmen erheblich erleichtert. Der neue digitale ADAC Notfallpass für das Smartphone wurde mit Notärzten und Notfallsanitätern der gemeinnützigen ADAC Luftrettung entwickelt und ist bereits in einen Großteil der Rettungskette integriert. Im Ernstfall kann der QR-Code auf dem Notfallpass von Rettungskräften gescannt und die Notfalldaten so direkt übertragen oder beispielsweise an die weiterbehandelnde Klinik übermittelt werden. Der Ausbau digitaler Erfassungssysteme schreitet voran, so dass perspektivisch eine flächendeckende Möglichkeit zur Erfassung des Notfallpasses besteht. Mit schnell verfügbaren Notfalldaten kann die Situation an Ort und Stelle besser eingeschätzt und so noch gezielter geholfen werden.

 

 


FIDES-NACHRICHTEN - 12.02.2024

VATIKAN - Kardinal Tagle feiert „Mondneujahr“ mit chinesischen Studierenden: “Jesus ist die Sonne, wir sind der Mond“

 

Rom (Fides) - Die Kirche leuchte nicht mit ihrem eigenen Licht. Sie könne der Welt nur das Licht Christi geben, indem sie es auf ihrem Leib reflektiere, wie der Mond das Licht der Sonne. Mit diesem den Kirchenvätern entnommenen Bild hat Kardinal Tagle, Pro-Präfekt des Dikasteriums für die Evangelisierung, dargelegt, was die Quelle und der eigentliche Charakter der von Christus seiner Kirche anvertrauten Sendung ist.

An das, was die Kirchenväter das "Mysterium Lunae" nannten, erinnerte der Kardinal anlässlich des Neujahrs, das in den Ländern und unter den Völkern gefeiert wird, in denen die Zeit nach dem Mondkalender berechnet wird.

Am Samstag, dem 10. Februar, dem Tag des "Mondneujahrs", zelebrierte Kardinal Tagle den Gottesdienst des Festtages, der von der Gemeinschaft der chinesischen katholischen Studierenden in Rom im Päpstlichen Kolleg „San Paolo“ organisiert wurde.

Die vom Kardinal zelebrierte Messe war der Höhepunkt des Tages, der mit einem gemeinsamen Mittagessen endete. An dem Fest nahmen Dutzende chinesischer Priester, Ordensschwestern, Seminaristen und Diakone teil, die an römischen Universitäten studieren, sowie - unter anderem - Erzbischof Fortunatus Nwachukwu, Sekretär des Dikasteriums für Evangelisierung, und Pater Samuele Sangalli, Untersekretär desselben missionarischen Dikasteriums.

Der Mond, so der Kardinal im letzten Teil seiner Predigt und bezog sich dabei auf das "Mondneujahr", hat "einen besonderen Platz" in den Überlegungen der frühen Kirchenväter. Und es ist etwas, das "mit der Sendung der Kirche, mit unserer Sendung" zu tun hat.

„Einige Kirchenväter", so der Kardinal wörtlich, "bezeichneten die Sendung der Kirche als einen 'Monddienst' und sprachen vom 'Mysterium Lunae'. "Die Sonne, das Licht ist Jesus Christus, und die Kirche muss sich wie der Mond auf das Licht verlassen, das von Jesus kommt".

„Getrennt von der Sonne", so Kardinal Tagle weiter, "hat der Mond kein eigenes Licht. Und doch behält der Mond das Licht, das er von der Sonne empfängt, nicht für sich, sondern bricht es in Richtung Erde, ‚teilt‘ es mit der Erde“. "Meine Hoffnung", so der Kardinal zum Abschluss seiner Predigt, "ist, dass wir Christen jedes Jahr anlässlich des Mondneujahrs unseren 'Monddienst' erneuern können: uns Jesus zuwenden, das Licht Jesu empfangen und das Licht Christi, nicht unser Licht, mit der Welt teilen. Jesus ist das 'Lumen Gentium', das Licht der Völker. Wir sind der Mond".

(GV) (Fides 12/2/2024)

 

AFRIKA/SENEGAL - Nach Verschiebung der Wahl kommt es zu Ausschreitungen: Katholische Laien sind besorgt

 

Dakar (Fides) - Drei Tote und über 250 Festnahmen. Dies ist die Bilanz der Zusammenstöße am Rande der Proteste, die am vergangenen Wochenende im Senegal gegen die am 3. Februar von Präsident Macky Sall beschlossene Verschiebung der Präsidentschaftswahlen im Senegal stattfanden. Die Wahlen sollten eigentlich am 25. Februar stattfinden, aber nachdem der Präsident die Verschiebung zunächst auf ein noch zu bestimmendes Datum angekündigt hatte, beschloss die Nationalversammlung, sie auf den 15. Dezember zu verschieben.

In der Hauptstadt Dakar setzten die Sicherheitskräfte Tränengas und ohrenbetäubende Granaten gegen die Demonstranten ein.

Während in Dakar wieder Ruhe eingekehrt zu sein schien, kam es in Ziguinchor, der Hauptstadt der Provinz Casamance, zu weiteren Zusammenstößen zwischen Dutzenden von Jugendlichen und Sicherheitskräften, die Kontrollpunkte bildeten und Steine warfen.

Neben den Oppositionsparteien haben auch mehrere zivilgesellschaftliche Organisationen ihre Ablehnung im Hinblick auf die Vertagung der Wahl zum Ausdruck gebracht. Dazu gehört der die katholische Laienvereinigung CNL, die in einer Erklärung "mit Bitterkeit und Bedauern“ die eigene Ablehnung hinsichtlich dieser Entscheidung zum Ausdruck bringt, „deren Folgen Senegal in eine ungewisse Zukunft führen können".

"Diese beispiellose Entscheidung", so CNL weiter, "steht im Widerspruch zur demokratischen Tradition Senegals, birgt reale Risiken der Instabilität und stellt eine große Sorge für unsere Organisation dar“.

"Getreu ihren Werten des Friedens und der Brüderlichkeit und im höheren Interesse der Nation fordert die CNL den Präsidenten der Republik sowie alle politischen Parteien auf, den Wahlkalender strikt einzuhalten. Die CNL fordert den Staat und alle am Wahlprozess beteiligten Parteien, insbesondere die politischen Parteien, auf, sich für den Frieden und die Stabilität im Senegal einzusetzen, indem sie so schnell wie möglich die notwendigen Lösungen finden, um eine transparente, umfassende, friedliche und demokratische Wahl zu organisieren", heißt es in der Verlautbarung.

(L.M.) (Fides 12/2/2024)

 

ASIEN/PHILIPPINEN - Bischöfe fordern Schutz der Fischer im westphilippinischen Meer

 

Manila (Fides) – Man müsse die Arbeit der Fischer schützen und alle rechtlichen Mittel ausschöpfen, um den Anspruch der Philippinen auf das Westphilippinische Meer zu verteidigen. Das fordern fünf philippinische Bischöfe, die die Sorge und pastorale Verantwortung für Diözesen in der Küstenregion zum Westphilippinischen Meer tragen, wo die Fischer die Mehrheit der katholischen Bevölkerung ausmachen. Ein gemeinsamer Hirtenbrief mit dem Titel "Meine Kinder, habt ihr nicht etwas zu essen?" (Joh 21,5) wurde unterzeichnet von Erzbischof Socrates Villegas von Lingayen-Dagupan und dessen Weihbischof Fidelis Layog, Bischof Bartolome Santos Jr. von Iba, Bischof Socrates Mesiona von San Fernando de La Union und Bischof Broderick Pabillo von Taytay.

Die Prälaten betonen, dass es bei dem anhaltenden Streit zwischen den Philippinen und China über diesen Meeresabschnitt nicht nur um die Fangrechte und den Anspruch auf Meeresgebiet, sondern vor allem um das Leben der Fischer geht. "Alle legalen Mittel müssen ausgeschöpft werden, damit das, was die Natur uns so großzügig geschenkt hat, uns gehört und die nächsten Generationen von Filipinos ernähren kann", betonen sie und rufen zu „diplomatischen Bemühungen" auf, um die Arbeit der Fischer zu schützen, die zurzeit von Schiffen der chinesischen Küstenwache blockiert. "Die Kirche steht an ihrer Seite, und als Pfarrer verschiedener Diözesen, die von Fischern bevölkert sind, geben wir ihren Ängsten und Befürchtungen, ihrem Kummer und ihren Sorgen eine Stimme", schreiben sie. Im Hirtenbrief heißt es: "Die Fischer erhalten von der Regierung nur unzureichende Unterstützung. Wir bitten unsere Brüder und Schwestern im Glauben, die Rechte unserer armen Fischer zu verteidigen, ihnen zu helfen, ihren Lebensunterhalt zu sichern und die Zukunft ihrer Familien aufzubauen“.

Die Bischöfe fordern die philippinische Regierung auf, eine härtere Gangart einzuschlagen, machen aber auch deutlich, dass "Gewalt niemals eine Option sein kann": "Wir wollen Frieden, und Krieg zu führen kann keine moralische Option sein. Aber es ist nicht richtig, dass die Führer unseres Landes zulassen, dass unsere Fischer aus den Fischgründen vertrieben werden, in denen das internationale Recht unsere Rechte anerkennt", sagen sie und vertrauen das Schicksal der Fischer der Gottesmutter mit dem Titel „Virgen del mar“ an.

Die Philippinen und China streiten seit langem um die Souveränität über die Gewässer des Westphilippinischen Meeres, auch Südchinesisches Meer genannt. Die Philippinen halten sich an die Entscheidung des Ständigen Schiedshofs in Den Haag, der 2016 in einer 2013 eingereichten Berufung zu ihren Gunsten entschied: Das Gericht entschied, dass es sich bei den von Peking beanspruchten Gebieten - in der sogenannten "Neun-Punkte-Linie", nach der 90 Prozent der Gewässer des Südchinesischen Meeres unter seine Souveränität fallen, größtenteils um internationale Gewässer handelt. Die Eia (Energy Information Administration) schätzt, dass es in dem Gebiet Kohlenwasserstoffvorkommen von etwa 11 Milliarden Barrel Öl und 190 Billionen Barrel Erdgas gibt. China hat vor allem auf den Paracel- und Spratly-Inseln Häfen, Militäranlagen und Landebahnen errichtet. Im Streit um die Gewässer des Südchinesischen Meeres, einem Transportkanal für Waren im Wert von mehr als 3 Billionen USD pro Jahr, erheben auch andere südostasiatische Länder wie Vietnam, Brunei, Malaysia und Taiwan Ansprüche.

(PA) (Fides 12/2/2024)

 

AFRIKA/MAURETANIEN - Bischof von Nouakchott zurückgetreten und Nachfolger ernannt

 

Vatikanstadt (Fides) – Papst Franziskus hat am 10. Februar deon von Bischof Martin Happe (M.Afr) von Nouakchott (Mauritanirn) eingereichten Rücktritt angenommen und den bisherigen Generalvikar der Diözese, Pfarrer Victor Ndione zu seinem Nachfolger ernannt.

Bischof Victor Ndione wurde am 1. April 1973 in Thiès (Sénégal) geboren. Nach dem Schulbesuch in Thiès und dann in Fatick studierte er Philosophie im Priesterseminar Brin in Ziguinchor und Theologie im Priesterseminar Sebikhotane in Dakar. Er wurde am 7. Juli 2001 zum Priester geweiht und in die Diözese Thiès inkardiniert.

Danach hatte er folgenden Ämter inne und setzte seine Studien fort: Pfarrvikar in St. Joseph in Ndondol (2001-2003); Fidei donum-Priester in der Diözese Nouakchott, wo er am 19. März 2014 als erster Priester inkardiniert wurde (2003-2014); Studium am Institut für islamisch-christliche Bildung in Bamako, Mali (2014-2015); kanonisches Lizentiat am Päpstlichen Institut für Arabistik und Islamwissenschaft in Rom (2016-2018); seit 2018 ist er Generalvikar und verantwortlich für die Weiterbildung in der Diözese Nouakchott.

(E.G.) (Fides 12/02/2024)

 

AFRIKA/MADAGASKAR - Bischof von Morombe ernannt

 

Vatikanstadt (Fides) – Papst Franziskus hat den bsiherigen Rektor und Dozenten des Priesterseminars “Saint Jean Baptiste” in Vohitsoa, Pfarrer Jean Désiré Razafinirina, aus dem Klerus der Diözese Toliara, zum Bischof der Diözese Morombe (Madagaskar) ernannt.

Bischof Jean Désiré wurde am 5. Mai 1975 in Manombo, in der Erzdiözese Toliara, geboren. Er besuchte das Priesterseminar „Saint Jean Baptiste“ in Vohitsoa und erwarb später ein kanonisches Lizenziat in Kirchenrecht an der Päpstlichen Universität Urbaniana in Rom. Am 10. August 2003 wurde er zum Priester geweiht und in die Diözese Toliara inkardiniert.

Danach hatte er folgende Ämter inne: Ausbilder im Kleinen Seminar von Toliara, Vikar in der Gemeinde Andranovory (2003-2004) und Vikar in der Kathedrale (2004-2005); Pfarrer der Gemeinde „Notre Dame de l'Assomption“ in Sakaraha (2005-2007); Pfarrer der Kathedrale von Toliara und Mitglied des Kollegiums der Konsultoren (2010-2013); Ausbilder im Priesterseminar in Vohitsoa (Fianarantsoa) (2013-2017); seit 2017 ist er Rektor und Dozent am Priesterseminar in Vohitsoa (Fianarantsoa).

(E.G.) (Fides 12/02/2024)

 

AFRIKA/TANSANIA - Weihbischof für die Erzdiözese Dodoma ernannt

 

Vatikanstadt (Fides) – Papst Franziskus hat den bisherigen stellvertretenden Rektor und Dozent des Priestersemiars “Holy Family” a Kahama, Pfarrer Wilbroad Henry Kibozi aus dem Klerus der Erzdiözese, zum Weihbischof der Erzdiözese Dodonma (Tansania) ernannt und ihm den Titularsitz Zallata verliehen.

Bischof Wilbroad Henry Kibozi wurde am 30. April 1973 in Dodoma geboren. Er studierte Philosophie am „Ntungamo Major Seminary“ in Bukoba und Theologie am „Kipalapala Major Seminary“ in Tabora. Nach einem Jahr pastoraler Arbeit in der Pfarrei St. Johannes der Täufer in Chalinze (Dodoma) erwarb er an der Theologischen Fakultät von Mittelitalien in Florenz das Lizenziat und den Doktortitel in Dogmatischer Theologie. Am 9. Juli 2010 wurde er zum Priester geweiht und in die Erzdiözese Dodoma inkardiniert.

Danach hatte er folgende Ämter inne: Vizepfarrer in Lumuma (2010-2012); Leiter der Berufungspastoral in Dodoma (2012-2014); Beichtvater im Ausbildungshaus in Livorno (2017-2019); Ausbilder von Diözesanseminaristen an der „Jordan-University“ in Morogoro (2019-2020); Vizerektor und Professor am Priesterseminar „Holy Family“ in Kahama ab 2020.

(E.G.) (Fides 12/02/2024)

 

AMERIKA/PARAGUAY - Diözese Canindeyú errichtet und erster Bischof ernannt

 

Vatikanstadt (Fides) – Papst Franziskus hat am 10. Februar auf einem Teilgebit der Diözese Ciudad del Este die neue Diözese Canindeyú (Paraguay) errichtet und der Erzdiözes Asunción als Suffraganbistum unterstellt und den bisherigen Generalvikar der Diözese Ciudad del Este, Pfarrer Roberto Carlos Zacarías López zum ersten Bischof der neuen Diözese Canindeyú (Paraguay) ernannt.

Bischof Roberto Carlos Zacarías López wurde am 7. Februar 1972 in Caazapá geboren. Er schloss sein Theologiestudium an der „Universidad Católica Nuestra Señora de la Asunción“ ab und erwarb ein Lizentiat in Pastoraltheologie an der Katholischen Universität Buenos Aires, ein kanonisches Lizentiat in Dogmatischer Theologie an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom und ein Doktorat in Dogmatischer Theologie an der Katholischen Universität Buenos Aires. Er wurde am 11. April 1999 zum Priester geweiht und in die Diözese Ciudad del Este inkardiniert.

Danach hatte er folgende Ämter inne: Kanzlersekretär (2000-2002), Ausbilder des Nationalen Priesterseminars (2003-2004), stellvertretender Generalsekretär der Bischofskonferenz von Paraguay (2005-2008), Pfarrer der Gemeinde „Vírgen Aparecida de los Cedrales“ und Direktor der Theologischen Fakultät der Katholischen Universität in Alto Paraná (2009-2011), „Fidei donum“ Priesterin der Diözese Carapeguá (2011-2014), Geistlicher Leiter des Nationalen Priesterseminars (2014-2016), Rektor des Großen Seminars in von Ciudad del Este (2017-2018) und Generalvikar seit 2019.

(E.G.) (Fides 12/02/2024)

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Statistiken -> https://www.fides.org/it/attachments/view/file/DATI_STATISTICI.pdf

 

 

AMERIKA/HAITI - XXXII. Welttag der Kranken: “Das Gesundheitssystem steht vor dem Zusammenbruch, aber auf der Insel gibt es nicht nur Gewalt“

 

von Antonella Prenna

 

Jérémie (Fides) - "Unser Krankenhaus in Port-au-Prince bleibt ein kleiner Leuchtturm der Hoffnung im Angesicht der Finsternis, die die Stadt heute einhüllt", so Pater Massimo Miraglio, der einzige italienischen Missionar des Kamillianerordens, der seit nunmehr 18 Jahren in Haiti tätig ist.

Anlässlich des XXXII. Welttages der Kranken am Sonntag, den 11. Februar, und der XXIV. Medikamentensammlung, die vom 6. bis 12. Februar stattfindet, beschreibt der Missionar den tragischen Zustand, in dem sich das Gesundheitssystem des karibischen Landes befindet, und gleichzeitig den großen Wunsch der Bevölkerung nach Besserung.

"Im Moment", so Pater Massimo im Gespräch mit Fides, "befindet sich das Gesundheitssystem der Insel in einer wirklich katastrophalen Situation, sowohl in der Hauptstadt als auch in den Provinzstädten sind fast alle Krankenhäuser, Gesundheitszentren und Kliniken wegen der Unruhen und des Mangels an medizinischen Geräten geschlossen. Besonders schlimm ist dies in den ärmsten Gegenden, in den Arbeitervierteln, wo die Spannungen und die Gewalt am größten sind. All die kleinen Einrichtungen, die bis vor einiger Zeit noch einen, wenn auch minimalen, Service boten, mussten eine nach der anderen schließen, und die Bevölkerung hat keine Möglichkeit mehr, die Gesundheitsprobleme zu lösen, die in den letzten Jahren aufgrund der Auseinandersetzungen und der Gewalt, die das Land zerstören, tragisch zugenommen haben. Man denke nur an die vielen Verletzten bei den Zusammenstößen zwischen den Banden, an das Problem der Unterernährung, die Krankheiten begünstigt, vor allem bei den schwächeren Bevölkerungsgruppen wie Kindern und älteren Menschen, und an die chronisch Kranken, die keine lebensrettenden Medikamente erhalten. Es handelt sich um eine echte Gesundheitskatastrophe, insbesondere in Port-au-Prince, aber nicht nur, denn diese Realität hat sich inzwischen auf die gesamte Provinz ausgeweitet. Leider haben viele Krankenhäuser inzwischen das Handtuch geworfen, sie schließen und das Personal versucht auf jede erdenkliche Weise, das Land zu verlassen; kurzum, die Lage ist äußerst ernst."

Ein kleiner Hoffnungsschimmer in diesem dramatischen Bild ist das Krankenhaus „Foyer Saint-Camille“ im Viertel la Plaine im Norden der Hauptstadt. "Trotz der Schwierigkeiten, der Probleme, des Drucks und der Drohungen", berichtet Pater Massimo, "ist das Krankenhaus immer geöffnet geblieben. Es wird von haitianischen Kamillianer-Ordensleuten geleitet, die im Laufe der Zeit ausgebildet wurden und nun mit großem Mut und Entschlossenheit das Krankenhaus weiterführen und alles tun, um die Bevölkerung, insbesondere die Schwächsten, weiter zu versorgen."

Haiti hatte schon immer ein schlecht funktionierendes Gesundheitssystem und vor allem ein kostenpflichtiges. "Die Armen", erzählt der Kamillianermissionar, "waren ausgeschlossen und die wenigen Reichen konnten sich für die einfachsten Dinge in der Hauptstadt behandeln lassen, aber für kompliziertere Krankheiten gingen sie oft ins Ausland, vor allem in die Vereinigten Staaten. Es war schon immer ein exklusives Gesundheitssystem, in dem die Armen ausgegrenzt wurden und selbst bei den kleinsten gesundheitlichen Problemen immer große Schwierigkeiten hatten. In den letzten Jahren hat sich die Situation wirklich dramatisch entwickelt. Vor allem in den letzten zwei Jahren ist das System in Port-au-Prince, dem einzigen Bezugspunkt, an dem es noch einige Krankenhäuser gab, aufgrund der herrschenden Gewalt und des totalen Chaos nach und nach ‚verrottet‘ und schließlich. völlig zusammengebrochen. Aufgrund der schwierigen Situation im Land verließen viele Ärzte, viele Krankenschwestern und -pfleger, auch gut ausgebildete, Haiti und wanderten in andere Länder aus. In unserem Kamillianer-Krankenhaus in Port-au-Prince ist das Personal, allesamt Haitianer, gut ausgebildet, willig und der Aufgabe gewachsen, aber sie erleben extrem belastende Momente. Oft können sie nicht einmal nach Hause gehen, sie sind gezwungen, lange Schichten zu arbeiten und dann im Krankenhaus zu bleiben, sogar über Nacht, um sich auszuruhen und dann die Arbeit wieder aufzunehmen. Oft ist es sogar schwierig, das Krankenhaus zu verlassen und zu ihrem Wohnort zurückzukehren, denn die Gewalt hat die Hauptstadt fest im Griff. Mehrere Krankenschwestern, Ärzte und medizinisches Personal wurden in den letzten Jahren ausgeraubt, sie wurden entführt und erpresst, einige sind nie wieder nach Hause zurückgekehrt."

Auch in den Provinzen hat sich die Situation verschlechtert. "Wenn die Provinzstädte in der Vergangenheit nicht über Strukturen verfügten, die in der Lage waren, die Mindestbedürfnisse im Bereich der Gesundheit zu befriedigen“, fährt Pater Miraglio fort, „so gab es doch Strukturen, Krankenhäuser. In Jérémie zum Beispiel, der Stadt, in der ich seit fast zwanzig Jahren arbeite, gab es ein Krankenhaus, das sicherlich nicht richtig funktionierte, das sicherlich große Schwierigkeiten hatte, das aber dennoch in der Lage war, einige Dienste anzubieten, um der Bevölkerung zu helfen, natürlich ohne die schwersten Fälle zu behandeln, aber immerhin in der Lage, die gewöhnlichen, die einfachsten Dinge zu behandeln. Leider ist die Situation in den letzten zwei Jahren wirklich zusammengebrochen. Es gibt kein Wasser mehr, es gibt kein Licht, es gibt weder medizinische Geräte noch Medikamente; die Menschen müssen alles kaufen, von Spritzen bis hin zu Anästhetika, Antibiotika und Entzündungshemmern. Wenn man ins Krankenhaus geht, muss man alles mitnehmen und weiß, dass man viel Geld ausgeben muss. In den letzten drei Jahren hat sich auch in Jérémie die Zahl des qualifizierten Gesundheitspersonals verringert. Viele haben das Krankenhaus verlassen und viele haben es auch dauerhaft verlassen. Wir finden auf der einen Seite die strukturellen Mängel des Krankenhauses, wirklich katastrophale Leistungen, auf der anderen Seite das Personal, das zunehmend demotiviert, frustriert ist. In den letzten Monaten haben wir in Jérémie im Krankenhaus oft erlebt, dass Frauen, die zur Entbindung kamen, ohne Strom in den Kreißsaal gebracht wurden. Wir haben Kaiserschnitte erlebt, die im Licht eines Smartphones durchgeführt wurden, oft mit unzureichenden Medikamenten; einen Operationssaal, der sehr schlecht funktioniert, in dem Schluckauf herrscht, in dem nur kleine Operationen durchgeführt werden, in dem es sehr leicht ist, sich irgendwelche Infektionen einzufangen und in dem mit einer Taschenlampe operiert wird. In der Notaufnahme werden Nähte ohne Anästhesie durchgeführt”.

In den letzten drei Jahren hat sich auch in Jérémie die Zahl des qualifizierten Gesundheitspersonals verringert. Viele haben das Krankenhaus verlassen und viele haben es auch dauerhaft verlassen. Wir finden auf der einen Seite die strukturellen Mängel des Krankenhauses, wirklich katastrophale Leistungen, auf der anderen Seite das Personal, das zunehmend demotiviert, frustriert ist. In den letzten Monaten haben wir in Jérémie im Krankenhaus oft erlebt, dass Frauen, die zur Entbindung kamen, ohne Strom in den Kreißsaal gebracht wurden. Wir haben Kaiserschnitte erlebt, die im Licht eines Smartphones durchgeführt wurden, oft mit unzureichenden Medikamenten; einen Operationssaal, der sehr schlecht funktioniert, in dem Schluckauf herrscht, in dem nur kleine Operationen durchgeführt werden, in dem es sehr leicht ist, sich irgendwelche Infektionen einzufangen und in dem mit einer Taschenlampe operiert wird. In der Notaufnahme werden Nähte ohne Anästhesie durchgeführt.

Pater Massimo weist auf die Bedeutung hin, die die Medikamentensammlung auch in Jérémie hat. "Seit vielen Jahren leite ich als Kamillianer, der sich entschieden hat, kranken und armen Menschen nahe zu sein, einen Dienst, bei dem ich kostenlos Medikamente aus Italien verteile. Jeden Abend nehme ich Dutzende von Menschen in Empfang, die mit ärztlichen Rezepten kommen und um Medikamente bitten. In den letzten Monaten, vor meiner Ankunft in Italien, hat sich die Zahl der Menschen stark erhöht. Dies ist für mich auch eine Gelegenheit, all jenen von ganzem Herzen zu danken, die uns beim Versand von Medikamenten am Weltkrankentag helfen, und für diese Aktivität, die die ‚Banco Farmaceutico‘ seit vielen Jahren mit großem Erfolg durchführt. Die Medikamente werden nicht nur an Einrichtungen und Verbände in Italien geschickt, sondern auch an Menschen in Ländern wie Haiti, die extrem arm und bedürftig sind. Es darf nicht unterschätzt werden, dass in den ärmsten Ländern die Qualität der auf dem Markt befindlichen Medikamente sehr schlecht ist“.

"Was das Engagement betrifft, das ich seit 18 Jahren in Jérémie ausübe, so haben wir vor einigen Jahren mit dem Bau des kleinen Krankenhauses begonnen, den wir leider noch nicht abgeschlossen haben, weil die Situation im Land, die Schwierigkeit, Freiwillige aus Italien zu holen, um mit den Einheimischen, den Technikern und den Maurern vor Ort zusammenzuarbeiten. Leider mussten wir in den letzten drei Jahren aus Sicherheitsgründen die Arbeiten und den Zustrom von Freiwilligen, die uns helfen wollten, stoppen, weil es zu gefährlich ist. Allein im Jahr 2023 gibt es mindestens 6.000 Entführungen mit dem Ziel der Erpressung, das sind die gemeldeten Entführungen, aber es gibt mindestens genauso viele, die nicht gemeldet wurden“, berichtet Pater Massimo.

"Neben der Mission, die ich zusammen mit meinen Mitarbeitern ausführe, bin ich seit August 2023 auch Pfarrer von Pourcine, einem Ort in den Bergen, wo gerade die Bedürfnisse im Gesundheitsbereich immens sind“, fährt er fort. „Es ist ein sehr abgelegener Ort in den Bergen, der sehr schwer zu erreichen ist. Um von Jérémie nach Pourcine in der Nähe des Pic Macaya, dem zweithöchsten Berg des Landes mit 2400 Metern, zu gelangen, sind wir mindestens 7 bis 8 Stunden unterwegs, wenn wir Glück haben, aber auch mehr. Den ersten Teil der Strecke legen wir mit dem Motorrad oder einem soliden Auto zurück, und dann sind es noch mindestens 3 Stunden zu Fuß, um dorthin zu gelangen. Stellen Sie sich also die Bedürfnisse in einer so abgelegenen Gegend vor, ganz ohne Ambulanz und sehr weit vom Krankenhaus in Jérémie entfernt, sowie mehrere Stunden Fußmarsch von einer ersten kleinen Klinik entfernt, die oft nicht in der Lage ist, fast alles zu tun. Es bleibt daher eine Priorität für die Pfarrei, so schnell wie möglich eine Ambulanz zu bauen, um den grundlegenden Gesundheitsbedarf der Bevölkerung zu decken".

"Tage und Aktionen wie diese, die von der ‚Banco Farmaceutico‘ organisiert werden, sind sehr wichtig, denn sie tragen dazu bei, Hoffnung zu bringen und die Bemühungen all derer zu unterstützen, die auch in Haiti nicht aufgeben wollen, sondern kämpfen wollen, kämpfen, um ins Licht zurückzukehren, um wieder ein normales Leben führen zu können, um ihre Aktivitäten wieder aufzunehmen. Die Hilfe, die uns durch diese Medikamente erreicht, ist wichtig, um unseren Dienst in einer für die Menschen so schwierigen Zeit zu unterstützen; um weiter hoffen und kämpfen zu können, damit Haiti eines Tages endlich wieder auferstehen und ein Land sein kann, in dem die Menschen wieder leben können, wenn auch mit geringeren Mitteln, aber in Würde", betont Pater Massimo abschließend.

 

(Fides 10/2/2024)


FIDES-NACHRICHTEN -10.02.2024

ASIEN/KAMBODSCHA - Im „Keo-Seima“-Naturschutzgebiet: Katholische Gemeinde beginnt mit Kirchenbau

 

Phnom Penh (Fides) - Als Teil des „Keo Seima“-Naturschutzgebiets liegt das zertifizierte Waldschutzprojekt im Osten Kambodschas, das in den Provinzen Mondulkiri und Kratié liegt. Die Region ist auch die angestammte und heutige Heimat des indigenen Volkes der Bunong, das durch seine Kultur und seinen alten Glauben untrennbar mit dem Wald verbunden ist, in dem es lebt. Die Bunong - von den französischen Kolonisten zusammen mit anderen Stammesgruppen als "Montagnards" bezeichnet und in Kambodscha, Vietnam und Laos angesiedelt - sind traditionell Animisten: Sie glauben, dass die Natur von guten und bösen Geistern bevölkert ist, und praktizieren außerdem Ahnenkult.

In diesem Naturparadies soll für die Bunong, die in kleinen Walddörfern Subsistenzlandwirtschaft betreiben, eine katholische Kapelle errichtet werden, damit sie das Evangelium Christi kennenlernen und seine Liebe erfahren können". Der Apostolische Präfekt von Kampong Cham, Bischof Pierre Suon Hangly, zelebrierte am 1. Februar einen Gottesdienst mit Grundsteinlegung in „Keo Seima“ vor einer Versammlung von Priestern und Nonnen sowie etwa 150 katholischen Gläubigen aus verschiedenen Gemeinden der Region Mondulkiri.

Der Apostolische Präfekt erklärte, dass der Bau einer Kirche eine Antwort auf die wachsende Zahl von Gläubigen in der Gegend (70 Katholiken und 15 Katecheten) sei und dass diese nun nach Gottes Plan weiter wachsen könne. Diese Kirche werde "ein Zentrum der Verkündigung des Evangeliums sein, ein Punkt des Lichts und der Evangelisierung, um allen Menschen in der Umgebung die Liebe Gottes zu verkünden". "Diese kleine Kirche, aber vor allem die Kirche, die aus Menschen besteht, soll ein Licht der Gnade Gottes für die Menschen um uns herum sein, damit sie Christus kennenlernen und von ihm gerettet werden", sagte der Bischof.

Pfarrer Jean Marie Vianney Borei Phan, der für die Gemeinden in Mondulkiri zuständige Priester, erzählte von den Anfängen der katholischen Bunong-Gemeinde in „Keo Seima“. 2009 reisten einige lokale Vertreter nach Vietnam, wo sie eine katholische Gemeinde kennenlernten und sahen, wie Menschen, die nach dem Glauben leben, Kranken und Armen helfen. Ende Dezember 2009 nahmen zwei Bunong-Familien aus „Keo Seima“ den katholischen Glauben an, und 2010 trafen sie den für die Provinz Mondulkiri zuständigen Priester. So begann eine kleine pastorale und missionarische Arbeit unter den Eingeborenen, mit einer ersten "Missionsstation".

Nun hat die Provinzregierung die Genehmigung zum Bau einer Kirche erteilt. Der Apostolischer Präfekt Pierre Suon Hangly legte während des ersten Spatenstichs zwei Steine nieder: der erste stammt aus dem Dorf Gati, wo die Verkündigung des Glaubens in Mondulkiri begann; der zweite aus der Gemeinde Nak Loeung in Banam in der Präfektur Kampong Cham, einer der ältesten Gemeinden des Landes, die vor 160 Jahren gegründet wurde. Die Fertigstellung des Gebäudes wird voraussichtlich fast ein Jahr dauern, und die Einheimischen haben sich bereit erklärt, daran mitzuarbeiten.

(PA) (Fides 10/2/2024)

 

AMERIKA/HAITI - Die Entstehung krimineller Banden in Haiti

 

Port-au-Prince (Fides) - Etwa 300 Banden kontrollieren 80 % der Hauptstadt Haitis, wie die UN-Sonderbeauftragte für das Karibikland, Maria Isabel Salvador, vor dem UN-Sicherheitsrat berichtete.

Nach Angaben der Einwohner von Port-au-Prince kontrollieren die Banden jedoch praktisch die gesamte Stadt. Doch wie ist es zu dieser Situation gekommen? Das ursprüngliche Vorbild für die heutigen kriminellen Banden, die in Haiti ihr Unwesen treiben, sind die Milizen der "Volontaires de la Sécurité Nationale" (VSN), die unter dem Spitznamen "Tonton Makout" bekannt sind und 1959 vom damaligen Präsidenten (und De-facto-Diktator) François Duvalier als paramilitärische Truppe zur Unterdrückung abweichender Meinungen gegründet wurden.

Einige der prominentesten Mitglieder der "Tonton Macoutes" waren Voodoo-Schamanen. Dieses Glaubenssystem, das von etwa der Hälfte der haitianischen Bevölkerung praktiziert wird, verlieh den "Macoutes" in den Augen der Öffentlichkeit ein Gefühl der übernatürlichen Autorität, das es ihnen ermöglichte, ohne jegliche Bestrafung durch die haitianische Bevölkerung grausame Taten zu begehen, so dass sie auf Kreolisch den Spitznamen "bandis legals" erhielten. Einigen Schätzungen zufolge töteten die "Tonton Macoutes" in den 28 Jahren ihrer Herrschaft etwa 60 000 Menschen.

Mit dem Sturz der Duvalier-Dynastie und dem Sturz von François' Sohn Jean-Claude im Jahr 1986 wurden die "Tonton Macoutes" aufgelöst. Ebenso wurde die reguläre Armee von Jean-Bertrand Aristide, dem ersten regulär gewählten Präsidenten im Jahr 1990, nach einer Übergangsphase aufgelöst. Aristide wurde durch einen Militärputsch abgesetzt, kam aber später dank einer von der UNO unterstützten Militärintervention wieder an die Macht. Nach der Absetzung von Aristide gründeten die ehemaligen Tonton Macoutes" Banden, die als Attachés" bekannt wurden und anderen kriminellen Gruppen oder skrupellosen Politikern dienten.

Nach seiner Wiedereinsetzung als Präsident im Jahr 1994 beschloss Aristide, die Armee aufzulösen und die Zivilpolizei zu reformieren. Mehrere ehemalige Soldaten schlossen sich jedoch den kriminellen Banden an, die sich in der Zwischenzeit gebildet hatten. Aristide selbst wurde später beschuldigt, Anfang der 2000er Jahre eine eigene Miliz (die "Chimères") gegründet zu haben, um seine politische Seite zu unterstützen. Tatsächlich gründeten die verschiedenen politischen Akteure ihre eigenen bewaffneten Milizen. Die Gründung krimineller Banden war mit dem Kokainhandel aus Kolumbien und Venezuela in die USA verbunden, der auf der Insel Hispaniola (zu der Haiti und die Dominikanische Republik gehören) endete. In der Folge wurde der größte Teil des Kokainhandels über die Karibikroute auf dem Landweg über die Grenze zwischen Mexiko und den USA abgewickelt. Die durch den illegalen Handel entstandenen Verbindungen zu den USA und zur haitianischen Diaspora in den USA trugen in der Folge zu einem erheblichen Zustrom von Schusswaffen aus Nordamerika in das karibische Land bei, der den zahlreichen sich bildenden bewaffneten Gruppen zugutekam. Aristide wurde 2004 erneut abgesetzt, als paramilitärische Banden, die sich aus lokalen Banden und ehemaligen Militärs und Polizisten im Exil in Santo Domingo zusammensetzten, Port-au-Prince stürmten. An der Spitze der Paramilitärs stand der ehemalige Anführer der „Front Révolutionnaire Armé pour le Progrès d'Haiti“ (FRAPH), der wichtigsten paramilitärischen Gruppe, die zwischen 1990 und 1994 aktiv war. Aristide wurde von US-amerikanischen und kanadischen Soldaten aus dem Land "eskortiert", eine Operation, die er als "neuen Staatsstreich" bezeichnete. Trotz der Entsendung einer UN-Truppe hat sich die Sicherheitslage nur verschlechtert. Das schreckliche Erdbeben, das Haiti 2010 erschütterte, hat die Lebensbedingungen der Bevölkerung noch prekärer gemacht und den Rekrutierungspool der Banden vergrößert, die sich immer weiter ausbreiten.

Die Banden konkurrieren um die Kontrolle über die Straßen der Hauptstadt und die wichtigsten Häfen, über die legale und illegale Waren (vor allem Waffen) transportiert werden, und zerteilen die Bevölkerung, die Opfer einer regelrechten "Entführungsindustrie" ist. Zu den Opfern gehören auch Priester und Ordensleute, wie die sechs Schwestern der Congrégation des Sœurs de Sainte-Anne, die am 19. Januar entführt (vgl. Fides 22/1/2024) und später freigelassen wurden (vgl Fides 26/1/2024).

Die Ermordung von Präsident Jovenel Moïse am 7. Juli 2021 durch ein Kommando kolumbianischer und US-amerikanischer Söldner haitianischer Abstammung verschärfte die Unsicherheit weiter und stärkte die Macht der Banden.

 

(L.M.) (Fides 10/2/2024)


FIDES-NACHRICHTEN - 9.02.2024

EUROPA/UNGARN - Treffen der europäischen Nationaldirektoren der Päpstlichen Missionswerke: „Synodalität als ‚modus operandi‘ der Kirche“

 

Budapest (Fides) - Das jährliche Treffen der europäischen Direktoren der Päpstlichen Missionswerke, das dieses Jahr in Budapest stattfand, endete am Donnerstagabend, 8. Februar, mit einer Eucharistiefeier unter dem Vorsitz des Apostolischen Nuntius in Ungarn, Erzbischof Michael Wallace Banach.

"Wir haben einen starken Geist der Solidarität unter uns und eine großzügige Offenheit, Erfahrungen und Ressourcen zu teilen. Die Momente des Gebets und der täglichen Eucharistie lassen uns zur Quelle unseres missionarischen Engagements zurückkehren", erklärte Pfarrer Antony Chantry, Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke in England und Wales und kontinentaler Koordinator für Europa. "In diesem Jahr", betonte Pfarrer Anthony, "haben wir auch den Präsidenten der Päpstlichen Missionswerke und die Generalsekretäre des Päpstlichen Werkes für die Glaubensverbreitung und der Päpstlichen Missionsvereinigung der Kleriker unter uns begrüßt, die unseren lokalen Austausch bereichern und die Verbindung zu den anderen Nationaldirektionen in aller Welt darstellen.

Identität, Charisma und die Rolle der Päpstlichen Missionswerke waren die Schlüsselbegriffe, die im Mittelpunkt des Referats des Generalsekretärs des Päpstlichen Werkes für die Glaubensverbreitung, Pater Tadeusz Nowak (omi), standen der am dritten Tag der Arbeit sprach und die Nationaldirektoren aufforderte, sich auf einige Schlüsselelemente zu konzentrieren, die der missionarischen Arbeit jeder Direktion gemeinsam sind. Dazu gehören die Universalität des Missionsauftrags, die Förderung und Belebung des Missionsbewusstseins in der Ortskirche, das Gebet als wichtigste "Aufgabe" der Mission, die Öffentlichkeitsarbeit der Ortskirche über die Aktivitäten der Päpstlichen Missionswerke, angefangen bei den Bischöfen, und schließlich die Rolle des Nationaldirektors der Päpstlichen Missionswerke. "Wir stehen im Dienst der Ortskirche. Wir sind dazu da, dem Bischof, dem Klerus, den Ordensleuten und den Laien der Ortskirche dabei zu helfen, einen stärkeren missionarischen Geist in den Herzen der Gläubigen zu wecken, zu fördern und zu formen. Es ist wichtig, dass ein echter Wunsch, der Ortskirche bei dieser Aufgabe zu helfen, zum Ausdruck kommt und sich manifestiert: der Dienst an der Evangelisierung", betonte Pater Nowak.

Die Bedeutung der Synodalität bei der Erneuerung der Päpstlichen Missionswerke standen im Mittelpunkt des Vortrags des Generalsekretärs der Päpstlichen Missionsvereinigung der Kleriker, Pater Din Anh Nhue Nguyen (ofmConv). Auf der Grundlage einer umfangreichen Bibliographie erläuterte Pater Nguyen zunächst die "Kairós" (günstiger Zeitpunkt) der Synodalität in der Kirche und ging auf den Unterschied zwischen Synode und Synodalität ein. Er erklärte, dass die Tatsache, dass "diese sprachliche Neuheit einer sorgfältigen theologischen Klärung bedarf, ein Zeichen für etwas Neues ist, das im kirchlichen Bewusstsein gereift ist, ausgehend vom Lehramt des Zweiten Vatikanischen Konzils und von den Erfahrungen der Ortskirchen und der Universalkirche seit dem Konzil bis heute". Der Generalsekretär fügte hinzu: "Die Synodalität ist der spezifische „Modus vivendi et operandi“ der Kirche, des Volkes Gottes, der sein Gemeinschaftssein offenbart und konkretisiert, wenn alle seine Glieder gemeinsam gehen, sich versammeln und aktiv an seiner evangelisierenden Sendung teilnehmen. Die Verwirklichung einer synodalen Kirche ist daher eine unabdingbare Voraussetzung für einen neuen missionarischen Impuls, der das gesamte Volk Gottes einbezieht". Pater Nguyen betonte schließlich das Konzepts der Synodalität in den jüngsten Botschaften des Papstes zum Weltmissionssonntag und zur Generalversammlung der Päpstlichen Missionswerke.

(EG) (Fides 09/02/2024)

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AFRIKA/LIBERIA - Katholische Freuenvereinigung trifft sich im Geiste der Enzyklika “Fratelli tutti”

 

Foya (Fides) - Dreihundert katholische Frauen aus Guinea, Liberia und Sierra Leone trafen sich kürzlich in der Pfarrei „St. Johannes Marie Vianney“ in Foya, im Licht des "Geheimnisses der Heimsuchung".

"Die internationale Erfahrung des Austauschs, die vor zwei Jahren durch den missionarischen Impuls der Katholischen Frauenvereinigung der Pfarrei St. Johannes Vianney in Foya begann, bezog die grenzüberschreitenden Pfarreien von Gueguedou, Guinea, und Koindu - Buedu, Sierra Leone, mit ein", erklärte der Pfarrer der Pfarrei, Pater Lorenzo Snider (sma) von den Afrikamissionaren (Weiße Väter). "Die Besonderheit dieses Landstreifens", fuhr er fort, "besteht darin, dass die englisch- und französischsprachigen Länder dieselbe lokale Sprache sprechen: Kissi, was auch der Name der ethnischen Gruppe ist, die mindestens eine Million Menschen zählt und an der Grenze zwischen Guinea, Sierra Leone und Liberia lebt."

Bei dem Treffen, bei dem an die Berufung von Maria und Elisabeth erinnert wurde, wurde die wichtige Rolle der Frauen im Prozess der Verkündigung des Evangelisiums in diesen Ländern hervorgehoben. "Nicht nur durch die Organisation regelmäßiger Treffen, sondern auch durch die Schaffung eines kleinen Netzwerks der drei Länder, durch Kontakte, gemeinsame Überlegungen und einen Prozess der Geschwisterlichkeit und Freundschaft, der nun das ganze Volk Gottes mit seinen eigenen Pfarrern einbezieht."

Während des Eröffnungsgottesdienstes bekräftigte der Bischof von Gbarnga, Antony R. F. Borwa, die Unterstützung der Bischöfe für diese Initiative und rief zu einem aktiven Einsatz für Versöhnung und Frieden auf.

"Ich glaube, dass dies ein gutes Beispiel für die 'Pastoral an den Rändern' ist, im Sinne der Enzyklika 'Fratelli tutti', um Bande der Freundschaft zu knüpfen, im gemeinsamen Glauben an den Herrn Jesus", schloss Pfarrer Lorenzo. Dies sind starke Gegenmittel gegen Konflikte, Nationalismus und die Stigmatisierung des Fremden. Vorschläge und Bewegungen, die von unten kommen und die, wie wir hoffen und beten, die Dynamik der Hefe im Teig oder des Senfkorns haben können."

(LS/AP) (Fides 9/2/2024)

 

AFRIKA/SAMBIA - Am Gedenktag der heiligen Josephine Bakhita: Ordensschwestern des „Talitha Kum“-Projekts begehen Welttag gegen Menschenhandel

 

Lusaka (Fides) – Das „Talitha Kum“-Projekt in Sambia (TAKUZA) beging am gestrigen 8. Februar, den Welttag gegen Menschenhandel, am Gedenktag der heiligen Josefine Bakhita, der Schutzpatronin der Opfer der modernen Sklaverei und des Menschenhandels

Das TAKUZA-Projekt wurde 2021 von drei Ordensschwestern auf den Weg gebracht: Schwester Kayula Lesa von den Missionarinnen der Nächstenliebe, Schwester Mutinta Simaanza von den Schwestern vom Heiligen Geist und Schwester Veronica Ramotse von der Kongregation der Dienerinnen der Unbefleckten Jungfrau Maria. Die drei Ordensschwestern gehörten zu den 35 Teilnehmerinnen des Kurses 2020, der von „Talitha Kum International“ angeboten wurde, um weltweit nationale und regionale Netzwerke zur Bekämpfung des Menschenhandels zu bilden. „Talitha Kum“ wurde 2009 bei der Internationalen Union der Generaloberinnen (UISG) gegründet und fördert die Zusammenarbeit zwischen Netzwerken, die auf nationaler, regionaler und kontinentaler Ebene organisiert sind, um Menschenhandel und Ausbeutung zu bekämpfen und Opfer, Überlebende und Gefährdete aktiv zu unterstützen.

TAKUZA ha iniziato ad operare formalmente nel maggio 2022. Ora ha tre dipendenti a tempo pieno a livello nazionale e gruppi di sensibilizzazione nelle 11 diocesi cattoliche. Il Progetto è attualmente in fase di realizzazione da parte delle Religiose della Carità.

TAKUZA nahm seine Tätigkeit offiziell im Mai 2022 auf. Es das Projekt jetzt landesweit drei Vollzeitmitarbeitende und Einsatzgruppen in den 11 katholischen Diözesen des Landes. Das Projekt wird derzeit von den Missionarinnen der Nächstenliebe durchgeführt.

Sambia ist ein Hotspot für den Menschenhandel im südlichen Afrika, insbesondere für Migranten aus Äthiopien, Somalia, der Demokratischen Republik Kongo, Ruanda und anderen Ländern, die in reicheren Ländern wie Namibia und Südafrika nach Beschäftigungsmöglichkeiten suchen. Die Region hat im Rahmen der Entwicklungsgemeinschaft des Südlichen Afrika (SADC) ein Abkommen über den freien Personen- und Warenverkehr geschlossen, das es den Menschenhändlern leicht macht, Menschen über die Grenzen zu schmuggeln.

Die in Sambia operierenden Menschenhandelskartelle beuten Frauen und Kinder aus den Nachbarländern aus, um sie zu Zwangsarbeitern zu machen oder um Frauen in die Prostitution zu bringen. Vor allem ruandische Frauen sind die Zielscheibe. Sie werden mit dem Versprechen nach Sambia gelockt, den Flüchtlingsstatus zu erhalten und wirtschaftliche Vorteile zu erzielen. Schließlich werden sie zu Sexsklavinnen und werden gegen ihren Willen festgehalten. Die Menschenhändler drohen damit, illegale Einwanderer den Einwanderungsbehörden zu übergeben, wenn sie sich weigern, das zu tun, was man ihnen sagt.

(L.M.) (Fides 9/2/2024)

 

ASIEN/TÜRKEI - Istanbul: Byzantinische Kirche soll künftig als Moschee genutzt werden

 

Istanbul (Fides) - Nach der Haghia Sophia (Sophienkirche) soll eine weitere historische byzantinische Kirche in Istanbul, die in den letzten 79 Jahren als Museum genutzt wurde, wieder islamische Gebete und Riten beherbergen und als Moschee genutzt werden. Es handelt sich um die antike Cora-Kirche, die weltweit für ihre unvergleichlichen Fresken und Mosaike bekannt ist.

Türkischen Medienberichten zufolge, angefangen bei der Tageszeitung „Yeni Safak“, steht der Termin bereits fest: Am 23. Februar dieses Jahres wird die Kirche als Kariye-Moschee (KariyeCamii) ihre Türen erstmals für das Freitagsgebet öffnen.

Der Plan, das Museum in ein islamisches Gotteshaus umzuwandeln, geht auf das Jahr 2020 zurück und sollte im Oktober desselben Jahres verwirklicht werden. Dann wurde das Vorhaben eingefroren, um Restaurierungsarbeiten durchzuführen.

Nun berichten die türkischen Medien, dass "die lange Restaurierung" der so genannten "Kariye-Moschee" zu einem Ende gekommen ist.

Die Chora-Kirche von liegt im nordwestlichen Teil der Altststadt von Istanbul, nicht weit vom byzantinischen Tor von Adrianopel entfernt. Sie gilt als eines der wichtigsten erhaltenen Beispiele byzantinischer Sakralarchitektur.

Der alte Klosterkomplex wurde im 6. Jahrhundert gegründet. Die Kirche wurde im 12. Jahrhundert erbaut und im frühen 14. Jahrhundert vollständig renoviert.

Nach der osmanischen Eroberung Konstantinopels diente das Gebäude weiterhin als Kirche und wurde erst 1511 in eine Moschee umgewandelt. Nach der Umwandlung in eine Moschee wurden die Mosaike und Fresken mit Kalk bedeckt, aber nicht zerstört.

Am Ende des Zweiten Weltkriegs wurde das Gebäude von Archäologen und Experten des „Byzantine Institute of America“ und des „Dumbarton Oaks Centre for Byzantine Studies“ restauriert und 1945 auf Anordnung des damaligen Ministerrats in ein staatliches Museum umgewandelt.

Die Mosaike und Fresken, die das Innere der Kirche schmücken, gehören zu den bedeutendsten Werken der byzantinischen Kunst. Im Mittelpunkt der Fresken und Mosaiken steht die Menschwerdung Gottes als Heilsereignis. Der griechische Name der Basilika lautet "Kirche des Heiligen Erlösers außerhalb der Stadt". "En te Chōra", ein Ausdruck, der damals immer für das Gebäude verwendet wurde, bedeutet wörtlich "auf dem Lande".

Im August 2020 bestätigte der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan die Entscheidung des Staatsrats, der am 19. November 2019 den Beschluss aufgehoben hatte, mit dem das Gotteshaus 1958 in ein Museum umgewandelt worden war.

Während der Nutzung des Gebäudes für islamische Gottesdienste werden die Fresken mit speziell entworfenen roten Teppichen bedeckt.

(NT) (Fides 9/2/2024)

 

ASIEN/INDIEN - Bischöfe am Ende der Vollversammlung: Fortschritt muss mit Einheit einhergegehen

 

Bangalore (Fides) - Indien mit seinen 1,4 Milliarden Einwohnern habe "enorme Fortschritte" gemacht, aber auf diesem Weg des Wachstums sei es wichtig, dass die Entwicklung inklusiv ist und nicht nur "einem kleinen Prozentsatz von Menschen" zugute kommt, während der Rest der Bevölkerung, vor allem in den ländlichen Gebieten, im Elend lebe; es sei entscheidend, die nationale Einheit wirklich zu erhalten und die demokratischen Institutionen zu schützen. Dies betonen die insgesamt 170 indischen Bischöfe zum Abschluss ihrer Jahresvollversammlung, zu der bis zum 7. Februar die Bischöfe der drei in Indien vertretenen Riten (lateinisch, syro-malabarisch und syro-malakarisch) zusammengekommen waren.

In der gemeinsamen Schlusserklärung stellten sie fest, "dass der Eindruck weit verbreitet ist, dass die wichtigen demokratischen Institutionen unseres Landes schwächer werden, dass die föderale Struktur unter Druck steht und dass die Medien ihre Rolle als vierte Säule der Demokratie nicht erfüllen". Die Bischöfe äußern die Befürchtung, dass "Hassreden und fundamentalistische Bewegungen das pluralistische und säkulare Ethos aushöhlen, das unser Land und seine Verfassung seit jeher auszeichnet. Die in der Verfassung garantierten Grundrechte und die Rechte von Minderheiten dürfen niemals geschwächt werden". In der Gesellschaft sei eine religiöse Polarisierung zu beobachten, die die viel beschworene soziale Harmonie in unserem Land beeinträchtige und die Demokratie selbst gefährde.

In Indien finden im im Frühjahr 2024 Parlamentswahlen stattfinden, bei denen Premierminister Narendra Modi, der seit 2014 an der Regierung ist und der nationalistischen Bharatiya Janata Party (BJP) angehört, für eine dritte Amtszeit kandidiert.

Die Bischofskonferenz sagt, sie sei besorgt über die wachsende Intoleranz in der indischen Gesellschaft und stigmatisiert Angriffe "gegen Mitarbeiter von Bildungs- und Gesundheitseinrichtungen mit falschen Anschuldigungen der Konversion" gegen Christen, die etwa 2,3 % der Bevölkerung ausmachen, von denen ein Drittel - über 20 Millionen Menschen - Katholiken sind.

Einige Tage zuvor hatte die Polizei Pater Dominic Pinto, einen katholischen Priester der Diözese Lucknow, zusammen mit fünf protestantischen Priestern und einem Laien im Bundesstaat Uttar Pradesh unter dem Vorwurf verhaftet, er habe versucht, einige gläubige Hindus zum Christentum zu bekehren, eine Aktion, die von der örtlichen Kirche entschieden dementiert wird.

Der Text verweist auf die Situation im Bundesstaat Manipur im Nordosten Indiens, wo es einen Konflikt zwischen der ethnischen Meitei-Bevölkerung mit einer hinduistischen Mehrheit und der ethnischen Kuki-Bevölkerung mit einer christlichen Mehrheit gibt (vgl. Fides 7/2/2024). "Beunruhigt durch den anhaltenden Konflikt", der einen enormen Verlust an Leben und Lebensunterhalt verursacht hat, rufen die Bischöfe zu einer Einigung aller zivilen und religiösen Kräfte auf, um einen ernsthaften Prozess der Versöhnung und des Friedens einzuleiten.

Stets auf das Gemeinwohl der Nation bedacht, fordert die Konferenz die politischen Führer Indiens auf, "die Grundstruktur der Verfassung zu bewahren, insbesondere die Präambel, die Indien zu einer demokratischen, säkularen, sozialistischen Republik erklärt, die der Gerechtigkeit, Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit verpflichtet ist".

 

(PA) (Fides 9/2/2024)


Mütter in der Ukraine leiden unter dem Druck der Verantwortung

SOS-Kinderdörfer: Immer mehr Depressionen

Mykolaiv: Gemeinsames Basteln mit den Frauen. Foto: Alea Horst 2023 / SOS-Kinderdörfer weltweit Hermann-Gmeiner-Fonds Deutschland e.V.
Mykolaiv: Gemeinsames Basteln mit den Frauen. Foto: Alea Horst 2023 / SOS-Kinderdörfer weltweit Hermann-Gmeiner-Fonds Deutschland e.V.

(München/ots) - Immer mehr Verantwortung, immer weniger Geld: Frauen in der Ukraine tragen mit zunehmender Dauer des Krieges nach Angaben der SOS-Kinderdörfer eine Last, die oft erdrückend ist. Rund 640.000 Männer kämpfen derzeit in der ukrainischen Armee und lassen vielerorts Familien zurück. 


FIDES-NACHRICHTEN - 8.02.2024

AFRIKA/MALI - Das “Sabbatjahr“ von Pater Ha-Jo in den Händen der Entführer: “Sie haben mich um Verzeihung gebeten, was ich bereits getan hatte”

 

Von Antonella Prenna

 

Bamako (Fides) - "Deutschland führt Krieg gegen uns, hat Soldaten in Gao (Mali) und bildet zusammen mit der Europäischen Union die malische Armee in Kulikoro, am Ufer des Niger, aus. Die Geiselnahme ist unsere Rache an Ihrem Land". Dies war die Begründung, die Pater Hans Joachim Lohre von den Afrikamissionaren (bekannt als die 'Weißen Väter') von dem Anführer der mit Al-Qaida verbundenen Gruppe für die Unterstützung des Islams und der Muslime (Jama'at Nasr al-Islam wal Muslimin, JNIM) erhielt, die ihn am Sonntag, den 20. November 2022 in Mali entführt hatte.

Pater Hans Joachim, der von allen nur "Pater Ha-Jo" genannt wird, kam etwas mehr als ein Jahr später, am 26. November 2023, wieder frei. Der deutsche Missionar, der 1981 erstmals nach Mali gekommen war, erzählt im Gespräch mit Fides von den Höhepunkte seines "Sabbatjahres", wie er die zwölf Monate nennt, die er in den Händen seiner Entführer verbrachte.

"Als ich als Geisel genommen wurde", berichtet Pater Hans-Joachim, "hatte ich die Gnade, völlig ruhig zu bleiben und keine Angst zu haben. Ich wusste, dass JNIM-Geiseln im Allgemeinen gut behandelt werden, und ich lebte diese Zeit im Glauben und Gebet. Der erste Umzug dauerte vier Tage, dann weitere fünf Wochen im ‚Busch‘ der Sahelzone, bis nach zwei Wochen eine neue Gruppe von Wächtern eintraf. Ich blieb vier Monate lang in der Sandwüste, mit einem monatlichen Wechsel der Wachen, die uns festhielten. Es folgten sechs Monate in einem Wüstengebiet zwischen Felsen und Hügeln. In den letzten Monaten vor meiner Freilassung war ich mit anderen Geiseln zusammen. Wir trafen uns immer für eine Stunde während der Mahlzeiten, die von einer der Geiseln gekocht wurden, die bei uns waren, und wir konnten über alles reden."

"Es waren intensive Monate", sagt der Missionar, "anfangs verbrachte ich viel Zeit mit den jungen Wächtern und sprach mit ihnen über den muslimischen und den christlichen Glauben. In den nächsten vier Monaten konnte ich beten. Ich stand morgens auf und ging mit der Sonne zu Bett. Jeden Tag ging ich 30 Minuten spazieren, und ich hatte zwei Stunden Zeit für die Eucharistiefeier, die ich für die Anliegen der Welt, der Kirche, meiner Familie und Freunde, meiner Mitbrüder, der Menschen in Mali und des interreligiösen Dialogs feierte. Ich feierte täglich die Messe, brach das Brot und stellte mir vor, dass ich auch Wein hatte. Nach dem Mittagessen betete ich eine Stunde lang den Rosenkranz und am Nachmittag meditierte ich über einen Abschnitt aus dem Evangelium. Während des Ramadan, dem Fastenmonat der Muslime, habe ich mir 30 Tage lang selbst ignatianische Exerzitien "vorgepredigt". In den letzten Monaten hatte ich ein Radio und konnte morgens und mittags die Nachrichten hören und abends Radio Vatikan, die Nachrichten aus der Weltkirche. An den Wochenenden konnte ich auch das Fußballgeschehen in Deutschland, England, Italien, Spanien und Frankreich verfolgen."

Das Gespräch mit Pater Ha-Jo offenbart ein gutes Verhältnis zu denen, die ihn als Geisel hielten. Der Missionar betont, dass er nie misshandelt wurde: "Wir hatten immer zivile, höfliche, respektvolle und manchmal sogar freundschaftliche Beziehungen. Sie haben einfach nur ihren 'Job' gemacht: mich zu bewachen. Der Anführer der Entführer bat mich, ihnen 'eines Tages' zu verzeihen, was ich bereits getan hatte, ebenso wie die jungen Männer, die mich im Busch festhielten, weil sie sich Sorgen machten, ob sie mir etwas antun würden. Sogar der Fahrer des Wagens, der mich in die Freiheit brachte, bat mich um Verzeihung für den Ärger, den ich gehabt haben könnte."

Bei der Freilassung wollte einer der Anführer dem Priester erklären, warum sie Menschen als Geiseln nehmen. "Es gibt drei Gründe", sagte er, "warum wir Menschen als Geiseln nehmen: erstens, weil der Westen, Europa und Amerika mit den Muslimen Krieg führen; zweitens, um Geld oder Lösegeld für Gefangene zu erpressen; und drittens, damit keine Europäer mehr nach Mali kommen, um die Muslime mit einigen ihrer Verhaltensweisen, die nicht unserer Kultur entsprechen, zu unterjochen."

„In Mali", räumt Pater Hans-Joachim ein, "warten alle auf mich: Muslime und Christen, das Institut für christlich-islamische Bildung (IFIC) und das Zentrum für Glaube und Begegnung (CFR), die Pfarrei der heiligen Monika. Ich bete jeden Tag für sie".

Mali war im August 2020 und im Mai 2021 in zwei Putsche verwickelt, die zu einer Zuspitzung der Sicherheitskrise beitrugen, die durch dschihadistische Aufstände im Norden des Landes verursacht wurde.

(Fides 8/2/2024)

 

AFRIKA/NIGERIA - Im Bundesstaat Plateau entführte Ordensleute sind frei

 

Abuja (Fides) - Die beiden Claretiner, die in der Nacht zum 1. Februar im zentralnigerianischen Bundesstaat Plateau entführt wurden, sind wieder frei.

P. Ken Kanwa (cmf), Pfarrer der Gemeinde „St. Vincent De Paul Fier“ in der Diözese Pankshin im Bundesstaat Plateau, und sein Assistent P. Jude Nwachukwu (cmf) wurden am heutigen 8. Februar von ihren Entführern wieder freigelassen.

Seit einiger Zeit ist die Geißel der Entführung durch Erpressung in ganz Nigeria endemisch geworden. Neben Priestern und Ordensleuten werden auch viele „normale“ Bürger entführt.

In einer Erklärung, die gestern, am 7. Februar, vom Pressesprecher der Nigerianischen Bischofskonferenz, Pfarrer Michael Umoh, herausgegeben wurde, äußerten die nigerianischen Bischöfe unterdessen tiefe Besorgnis über die Sicherheit im Land.

"Unser Land befindet sich im Moment in einer sehr unglücklichen Situation", so Pfarrer Umoh. "Und es geht nicht um Politik, Religion oder Stammesdenken. Es geht um die Frage zwischen Gut und Böse, es geht um Licht und Dunkelheit".

Pfarrer Umoh erinnert in diesem Zusammenhang an die jüngste Entführung von Schulkindern: "Wir haben von entführten Schulkindern gehört. Und nichts wurde wirklich getan. Wir haben nicht gesehen, dass die Regierung mit aller Macht gegen diese unangenehme Situation vorgegangen ist".

Die Sorge der nigerianischen Bischöfe ist umso verständlicher, wenn man bedenkt, dass die Geißel der Entführungen sowohl für die einzelnen Familien als auch für die nigerianische Wirtschaft schwerwiegende wirtschaftliche Folgen hat.

Für viele nigerianische Familien bedeutet die Entführung eines Angehörigen, dass sie sich in eine Spirale von Lösegeldverhandlungen begeben, die oft Summen erreichen, die ihre finanziellen Möglichkeiten übersteigen. Die Kidnapper entführen Arme und Reiche gleichermaßen und verschonen niemanden. Viele Familien entführter Personen haben sich verschuldet und waren gezwungen, Vermögenswerte zu verkaufen oder ihre Arbeit aufzugeben, was ihr Leben beeinträchtigt hat. Hinzu kommen weitere versteckte Kosten, wie die medizinische Versorgung der freigelassenen Geiseln, die die Belastung noch erhöhen.

(L.M.) (Fides 8/2/2024)

 

ASIEN/IRAK - Botschaft von Kardinal Sako zur Fastenzeit: “Wir sollten uns vom Heiligen Geist von innen heraus verändern lassen”

 

Erbil (Fides) - In einer Welt, die immer mehr "in Finsternis gehüllt" zu sein scheint, kommt auch dieses Jahr vor Ostern die Zeit des Fastens und der Buße, um unserem Leben "einen neuen Horizont" zu geben, und "uns vom Heiligen Geist von innen heraus verändern zu lassen, damit wir unsere Sichtweise und unsere Lebensweise ändern". Dies schreibt der irakische Kardinal Louis Raphael Sako, Patriarch der chaldäischen Kirche, in einem Hirtenbrief, der zum Beginn der Fastenzeit verfasst und verteilt wurde. Eine Botschaft, die uns auffordert, die erneuernde Kraft des Fastens zu erkennen und zu schätzen, auch wenn das Szenario im Nahen Osten und weltweit durch Krieg, Terror und Verwüstung erschüttert wird.

Seitdem sich der Mensch "von Gott, seinem Schöpfer, abgewandt hat", schreibt Kardinal Sako, "hat sich sein Herz verhärtet“. Seit Kain seinen Bruder Abel erschlug, "hält das Böse in all seinen Formen an: Gewalt, Terrorismus, Krieg, Mord, Zerstörung, Korruption, Verletzung der Menschenrechte und Missachtung seiner legitimen Bestrebungen".

„Heute", so der Kardinal weiter, "verschlimmert sich die Situation, vor allem in unserer Region". Die Welt sei von verheerenden Kriegen zerrissen, "vor allem im Land Jesu und in der Ukraine". Alles breche und erschüttert die Herzen der Menschen, "ihre Gedanken sind zerstreut, ängstlich und besorgt".

Die Fastenzeit mit ihren Praktiken des Fastens und der Buße sei eine günstige Zeit, um darum zu bitten, "dass der Mensch sein Ebenbild wiedererlangt, als er von Gott nach seinem Abbild geschaffen wurde". Eine günstige Zeit auch, um "unsere schweren Sünden zu bekennen, schlechte Gewohnheiten aufzugeben und die Wurzeln des Egoismus, der Gleichgültigkeit, des Hasses und der Gewalt auszurotten". In der Fastenzeit sei es leichter zu erfahren, dass nur die Nähe zum Herrn der "Weg unseres Heils ist“. Ein Weg, der in der Treue zu Christus beschritten werde.

"Mit diesem Vertrauen und Gebet", fährt der chaldäische Patriarch fort und zitiert Psalm 23, "können wir sagen: Auch wenn ich gehe im finsteren Tal, ich fürchte kein Unheil; denn du bist bei mir'". Nur die Nähe zu Jesus könne die Herzen mit Zuversicht erfüllen und uns befähigen, "bösem Verhalten entschlossen entgegenzutreten, bevor das Unheil hereinbricht".

(GV) (Fides 8/2/2024).

 

OZEANIEN/AUSTRALIEN - Nach Niederlage bei Referendum: Katholisches Internat leistet Beitrag zur Integration von Aborigine-Kindern

 

Sydney (Fides) - Die Integration der Aborigines in die australische Gesellschaft und die soziale, kulturelle und spirituelle Versöhnung in der Nation seien nur auf dem Weg der Schulbildung möglich. Diese Überzeugung vertritt das das katholische „Redfern Jarjum College“ (Jarjum) unter der Leitung der australischen Jesuiten, das seit 10 Jahren in Sydney Aborigine-Kindern eine Ausbildung anbietet, die in der Stadt oder auf den Torres-Strait-Inseln leben und aufgrund von Armut und familiären Verhältnissen die traditionellen Grundschulen nicht besuchen oder sich nicht integrieren können. Das Internat nimmt Jungen und Mädchen im Alter von 4 bis 13 Jahren auf und bietet ihnen eine kostenlose Schulbildung.

„Jarjum" ist ein Wort der lokalen Aborigines und bedeutet "junger Mensch/Kind", während „Redfern“ der Bezirk ist, in dem die Schule liegt. Das Wappen des Colleges sagt viel über den Geist der Bildungseinrichtung aus: Die Farben des Wappens basieren auf denen der Flagge der Aborigines und betonen die Verbindung der Schule mit der lokalen Aborigine-Bevölkerung. In der Mitte befindet sich ein christliches Kreuz mit den Buchstaben IHS (griechische Abkürzung für den Namen Jesu), die Teil des Monogramms der Gesellschaft Jesu sind, deren Geist und Werte im Mittelpunkt des Bildungs-Projekts stehen. In einem zweiten Kreis sind Sonnenstrahlen zu sehen, die das Vertrauen des Lehrkörpers in die Hoffnungen und Träume der Schüler symbolisieren, die für die größere Gemeinschaft, zu der das „Jarjum College“ gehört, offen sind. Das Motto der Schule lautet "Gili", was in der Sprache des indigenen Volkes der Gadigal "leuchten" bedeutet.

Die Direktorin des Colleges, Katherine Zerounian, weist darauf hin, dass "das ‚Redfern Jarjum College‘ als katholische Schule in der Tradition der Jesuiten gegründet wurde. Hier wird die ignatianische Spiritualität, die sich dadurch auszeichnet, 'Gott in allen Dingen zu finden', durch den Respekt vor und die Erforschung der Spiritualität der Aborigines bereichert". Die Erziehung, so sagt sie, "ist inspiriert von den 'Universellen Apostolischen Prioritäten' der Gesellschaft Jesu, beginnend mit dem 'Gehen mit den Ausgeschlossenen', da wir uns um Kinder aus armen und marginalisierten Familien kümmern", wobei wir die Schüler, aber auch die Familien selbst bei ihrer Integration in das soziale Gefüge begleiten.

Die Arbeit ist umso wertvoller, als der Prozess der Integration der Aborigines-Gemeinschaften in die australische Gesellschaft im Herbst 2023 ins Stocken geriet, als die Australier sich weigerten, den Aborigines verfassungsmäßige Anerkennung und mehr Rechte zu gewähren, indem sie bei einem Referendum über den Vorschlag einer Verfassungsänderung mehrheitlich für „Nein“ stimmten. Die Volksbefragung – die von der „Labor Party“ auf den Weg gebracht wurde, die seit 2022 an der Regierung ist - fand 235 Jahre nach der britischen Besiedlung statt, 61 Jahre nachdem die australischen Ureinwohner das Wahlrecht erhalten hatten (1962) und 15 Jahre nach der historischen öffentlichen "Entschuldigung" der australischen Regierung bei den indigenen Gemeinschaften für die Schäden, die durch die jahrzehntelange Regierungspolitik verursacht wurden, einschließlich der erzwungenen Entfernung von Kindern aus den Familien der Ureinwohner ("stolen generation"). Mehr als 60 % der Wähler stimmten mit "Nein" gegen den Vorschlag einer Verfassungsänderung ab, die Ureinwohner des Landes in der Verfassung von 1901 anzuerkennen, und lehnten die Einrichtung eines Beratungsgremiums im Parlament („Voice to Parliament“) ab, das den Ureinwohnern eine Stimme in Fragen geben sollte, die sie unmittelbar betreffen.

Nach Ansicht eines Bündnisses von Gruppen, die sich für die Rechte der Ureinwohner einsetzen, haben die australischen Wähler damit eine wichtige Gelegenheit zur nationalen Versöhnung verpasst: Die Befürworter des Referendums sahen darin eine Möglichkeit, das Land zu vereinen und die Wunden zu heilen, die den Ureinwohnern zur Zeit der Kolonisierung zugefügt wurden. Stattdessen haben die Kampagne und die Abstimmung die tiefen Gräben, die die australische Gesellschaft in dieser Frage noch immer durchziehen, deutlich gemacht.

Um zur Heilung der Wunden beizutragen, gaben die australischen katholischen Bischöfe im Jahr 2023 eine Erklärung mit dem Titel ""Listen, Learn, Love: A New Engagement with Aboriginal and Torres Strait Islander Peoples" heraus, die sich am laufenden synodalen Prozess in der katholischen Weltkirche orientiert. Die Bischöfe luden die australischen Katholiken zu einem neuen Engagement mit den "Ersten Völkern" ein, um gemeinsam Ungerechtigkeit durch Liebe zu überwinden, die im Mittelpunkt der Botschaft Jesu steht.

In Australien leben rund 984.000 Aborigines und Torres-Strait-Islanders, das sind 3,8 % der Bevölkerung des Landes.

 

(PA) (Fides 8/2/2024)


FIDES-NACHRICHTEN - 7.02.2024

AFRIKA/BENIN - Prävention gegen gewalttätigen Extremismus und die Verbreitung von Waffen

 

Cotonou (Fides) – Im Zeichen der "Prävention gegen gewalttätigen Extremismus, Radikalisierung und der Verbreitung von leichten Waffen in den Sahel- und Küstenländern Westafrikas" steht der am 5. Februar in Benin eröffnete Fortbildungskurses zur Verbesserung des Problembewusstseins und des Informationsaustauschs zwischen dem Sicherheitspersonal und den Akteuren der Zivilgesellschaft im Kampf gegen den Terrorismus und die Verbreitung von leichten Waffen. Die beteiligten Länder sind Benin, Togo, Ghana, Côte d'Ivoire, Niger, Mali und Burkina Faso.

Der Kurs wurde vom „Peacekeeping Training Centre“ von Kofi Annan in Zusammenarbeit mit der Regierung von Benin und mit finanzieller Unterstützung der japanischen Regierung initiiert.

Die Unsicherheit, von der Länder im Inneren der Region wie Niger und Burkina Faso betroffen sind, die nicht am Atlantik liegen, greift auch auf Küstenländer wie Benin über.

Ende Januar äußerten sich deshalb auch die beninischen Bischöfe am Ende ihrer Vollversammlung besorgt über die wachsende Unsicherheit im Land "mit Geiselnahmen, Entführungen und Menschenopfern".

Zu den Ursachen dieser Situation gehöre nicht nur äußere Faktoren wie der Druck terroristischer Gruppen aus den Nachbarländern, die versuchen, ihren Einfluss auf Benin auszudehnen, sondern auch - so die Bischöfe - soziale Phänomene innerhalb des Landes. Insbesondere laden die Bischöfe die jungen Menschen und all jene, die von der Gier des leichten Geldes angezogen werden, dazu ein, "diese Pfade des Todes endgültig zu verlassen und auf den Weg des Lebens zurückzukehren", und richten "einen beherzten Appell an alle Söhne und Töchter unseres Landes, den Sinn und die Liebe zu einer gut gemachten Arbeit zu kultivieren, die die wichtigste Grundlage jeder Entwicklung ist“.

Schließlich schlagen die Bischöfe Alarm wegen einer Reihe von abweichenden und selbstzerstörerischen Verhaltensweisen, die in der jugendlichen Bevölkerung immer häufiger zu beobachten sind: Alkohol- und Drogenmissbrauch, moralische Verderbtheit und Rowdytum, insbesondere nachts. "Diese Plagen gefährden nicht nur das physische, psychische und moralische Wohlbefinden unserer jungen Menschen, sondern stellen auch ihre Zukunft in gefährlicher Weise in Frage", warnen die Bischöfe.

(L.M.) (Fides 7/2/2024)

 

EUROPA/UNGARN - Europäisches Treffen der Nationaldirektoren der Päpstlichen Missionswerke: ”Die Verkündigung des Evangeliums macht die Kirche aus”

 

Budapest (Fides) - Mission und konkrete Synodalität für eine neue Verkündigung des Evangeliums auf dem europäischen Kontinent, wünscht sich der Präsident der Päpstlichen Missionswerke, Erzbischof Emilio Nappa, am Dienstag, 6. Februar, bei der Eröffnung des zweiten Arbeitstag des Treffens der europäischen Nationaldirektoren der Päpstlichen Missionswerke, das in diesen Tagen in Budapest stattfindet. Das Treffen, das am Montag mit einer Eucharistiefeier und einer allgemeinen Einführung begann, findet jedes Jahr in einem anderen Land statt. Ziel ist es, Erfahrungen auszutauschen und "voneinander zu lernen und uns gegenseitig in unserer gemeinsamen Mission zu unterstützen, den missionarischen Geist in ganz Europa zu fördern", so Pfarrer Antony Chantry, Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke von England und Wales und Koordinator für Europa. An dem Treffen, das von der ungarischen Nationaldirektion unter Leitung von Pfarrer Remis Tete organisiert wurde und am Freitag zu Ende geht, nehmen Vertreter der Päpstlichen Missionswerke aus 24 europäischen Ländern teil.

Nach den Grußworten des Apostolischen Nuntius in Ungarn, Erzbischof Michael Wallace Banach, und des Vorsitzenden der ungarischen Bischofskonferenz, Bischof Veres András, wandte sich Erzbischof Nappa gestern mit einem Vortrag an die Nationaldirektoren, der sich auf das Apostolische Schreiben „Evangelii Gaudium“ stützte, sowohl im ersten einleitenden Teil über die Mission im allgemeinen als auch im zweiten Teil über die besondere Rolle der Päpstlichen Missionswerke im Kontext der apostolischen Arbeit im heutigen Europa.

"Die Evangelisierung macht die Kirche aus, sie konstituiert sie, sie bringt sie hervor", sagte der Präsident der Päpstlichen Missionswerke, "jenseits der verschiedenen Slogans, die sich in den letzten Jahren abgewechselt haben, müssen wir von einer Kirche sprechen, die hinausgeht geht, die gleichzeitig dialogisch und missionarisch ist: eine Kirche, die nicht auf sich selbst bezogen ist, eine Gemeinschaft, die ganz auf die Evangelisierung ausgerichtet ist, die den Dialog zu ihrer eigenen Ausdrucksform macht“.

Vor diesem Hintergrund sei die Aufgabe der Päpstlichen Missionswerke für die Evangelisierung in einem zunehmend säkularisierten Europa, in dem jedoch "die katholische Kirche eine glaubwürdige Institution vor der öffentlichen Meinung ist, verlässlich im Bereich der Solidarität und der Sorge um die am meisten Benachteiligten. (EG 65)" in erster Linie eine Verpflichtung, mit und in der Kirche zu gehen, die Kirchen der Erstevangelisierung zu unterstützen, ihnen zu helfen, sich im Glauben zu festigen, eine neue Zeit des missionarischen Handelns der christlichen Gemeinschaften anzuregen.

"In diesem synodalen Kontext lässt sich auch die Aufgabe verstehen, die uns erwartet, wenn wir die Rolle und die Beteiligung der Päpstlichen Missionswerke an der Gesamtarbeit des Dikasteriums für Evangelisierung neu beleben wollen: ein synodaler missionarischer Weg, der ‚vor der eigenen Haustür‘ beginnt beginnt", schloss Erzbischof Nappa, der drei konkrete Schritte vorschlug: die Einbeziehung der verschiedenen Ebenen (zentrale Einrichtungen, kontinentale Koordinierungen, National- und Diözesandirektionen) in die Erneuerung der Statuten; die Organisation der verschiedenen Veranstaltungen zur missionarischen Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit nach Sprachgruppen, vor allem in Ländern, die dem Glauben "fern" sind; die Einrichtung oder der Ausbau der Päpstlichen Missionswerke in europäischen Ländern, in denen es noch keine Nationaldirektion gibt oder sie sich noch in einem frühen Stadium befinden.

Am heutigen Mittwoch, 7. Februar, wird das Treffen der europäischen Nationaldirektoren mit dem Vortrag des Generalsekretärs des Päpstlichen Werkes für die Glaubensverbreitung, Pater Tadeusz Nowak, fortgesetzt.

(EG) (Fides 07/02/2024)

 

ASIEN/CHINA - Botschaft zur Fastenzeit: Ein christlicher Blick auf das chinesische Neujahrsfest

 

Guangzhou (Fides) - Wie so oft überschneidet sich auch dieses Jahr der Beginn der Fastenzeit mit den Festtagen des chinesischen Neujahrs, was damit zusammenhängt, dass beide Ereignisse zeitlich nach dem Mondkalender festgelegt sind.

Oberflächlich betrachtet scheinen die beiden Ereignisse widersprüchlich zu sein: Die Fastenzeit ist eine Zeit des Fastens, der Enthaltsamkeit und der Buße, das Neujahrsfest dagegen eine Zeit des fröhlichen Feierns. Der Erzbischof von Guangzhou, Joseph Gan Junqiu, zeigt in seinem Hirtenbrief für die Fastenzeit 2024, wie die christliche Sichtweise den scheinbaren Widerspruch auflösen kann. "In Wirklichkeit", schreibt der chinesische Bischof, "sind alle Handlungen, die von der Absicht zu lieben bewegt werden, letztlich auf Gott gerichtet". Wenn wir also die Einsamkeit des städtischen Lebens hinter uns lassen, beenden wir die Distanz zu unseren Lieben und kehren nach Hause zurück, wo die Freude am Zusammensein mit unserer Familie überwiegt. Gleichzeitig können wir den Brauch des Aschermittwochs in dem Bewusstsein leben, dass auch er ein an uns gerichteter Ruf des ewigen Vaters ist, ein Ruf, nach Hause zu kommen".

In seinem Hirtenbrief zur Fastenzeit 2024 mit dem Titel "Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz" (Ps 51,10) zeigt Erzbischof Joseph Gan Junqiu auf, "wie wir Christen in dieser Zeit der festlichen Familientreffen in Gottes Liebe und Vergebung eintauchen können".

Das neue Jahr, so der Bischof von Guangzhou, sei ein "Abschied von der Vergangenheit, um die Zukunft zu begrüßen". Auf dem christlichen Weg sei die Erfahrung der Vergebung und der Reue für die eigenen Sünden ebenfalls ein "Abschied von der Vergangenheit" und ein zuversichtlicher Aufbruch in die Zukunft. In einer solchen Erfahrung "werden wir voller Freude und Hoffnung auf das Leben, wir werden neu gemacht durch die Liebe Christi, durch die Gnade Gottes".

Die Fastenzeit ist "die Zeit der Vorbereitung auf die Freude von Ostern". Und gerade die Zeit des chinesischen Neujahrsfestes", betonte Bischof Gan, "ist eine günstige Gelegenheit, den katholischen Glauben vor und mit seiner Familie zu bezeugen". Man könne "den Gottesdienst zur Danksagung am Silvesterabend mit den Familien besuchen, bei der die ganze Familie zusammenkommt, um Gott für seinen Schutz und Segen im vergangenen Jahr zu danken und Gottes Segen für den Frieden und die Gesundheit unserer Familien und unserer Arbeit zu erbitten“. „Indem wir gemeinsam mit unseren Lieben beten und die Sakramente empfangen, können wir auch in Dankbarkeit gegenüber Jesus die festliche und dankbare Atmosphäre des chinesischen Neujahrsfestes einnehmen. Auf diese Weise können wir nicht nur die Einzigartigkeit des katholischen Glaubens bewahren und gleichzeitig voll und ganz in unsere traditionelle Kultur eintauchen, sondern auch zeigen, dass der christliche Glaube ein Geschenk ist, das immer und unter allen Umständen in unseren Herzen bleibt", so der Erzbischof.

„In der Zeit des Neujahrsfestes", heißt es in dem Hirtenbrief, "können die Christen beten, das Wort Gottes lesen und meditieren und sich um ihre Nächsten kümmern“. "Das chinesische Neujahrsfest", betont Erzbischof Gan, "ist eine günstige Zeit, um sich um andere zu kümmern", angefangen bei den Älteren, den Kranken, den Einsamen und den Menschen in Schwierigkeiten. "Wir können Gottes Segen und Frieden während des Frühlingsfestes erfahren, indem wir Zeit mit unseren Familien verbringen, in Gemeinschaft beten und uns um andere kümmern", schließt Bischof Gan.

(NZ) (Fides 6/2/2024)

 

ASIEN/INDIEN - Konflikte in Manipur: Dialog soll wieder aufgenommen werden

 

Bangalore (Fides) - Dankbarkeit für die humanitäre und spirituelle Hilfe, die die indischen katholischen Gemeinden und Nichtregierungsorganisationen dem vom Konflikt zerrissenen Volk von Manipur geleistet haben; Abwarten und Geduld, denn "der Friedensprozess ist schrittweise und wird Zeit brauchen": Dies ist die Haltung die der Erzbischof von Imphal, Linus Neli, der Hauptstadt des Staates Manipur im Nordosten Indiens, in seiner Ansprache bei der Vollversammlung der Katholischen Bischofskonferenz Indiens (CBCI), in der die Bischöfe der drei in Indien vertretenen Riten (lateinisch, syro-malabarisch, syro-malankarisch) zusammengeschlossen sind, zum Ausdruck bringt. Vor den Bischöfen, die im Verlauf der Versammlung Bischof Andrew Thazhath erneut zum Vorsitzenden der Bischofskonferenz wählten, hielt der Erzbischof von Imphal eine Rede, in der er eine Bilanz der Krise im Bundesstaat Manipur zog, in dem die Christen etwa 40 % der Bevölkerung ausmachen.

Erzbischof Neli beleuchtete die demografischen, historischen und ethnischen Aspekte Manipurs, ging auf die Gründe für den ethnischen Konflikt zwischen den Gemeinschaften der Kuki und Meitei ein und hob die Hilfs- und Wiederaufbaumaßnahmen der katholischen Gemeinschaften hervor. Er berichtete, dass nach offiziellen Angaben bisher etwa 180 Menschen, darunter auch Frauen und Kinder, getötet und mehrere Häuser, Geschäfte und Gotteshäuser in Brand gesteckt wurden. Die Zerstörung von etwa 300 Kirchen, die Schließung zahlreicher Bildungseinrichtungen und die Vertreibung von mehr als 60.000 Menschen sind alles Phänomene, die die pastorale und soziale Arbeit der örtlichen Kirche auf ein Minimum reduziert und große Schwierigkeiten verursacht haben.

Berichten von Nichtregierungsorganisationen zufolge sind die Wunden tief: In den drei Monaten nach dem Ausbruch der ethnischen Gewalt, die am 3. Mai 2023 begann, kam es in dem Gebiet fast täglich zu Zusammenstößen. Diese Vorfälle, die sich zunächst auf den von der Kuki-Zo-Gemeinschaft bewohnten Bergdistrikt Churachandpur beschränkten, haben sich inzwischen auf die Stadtbezirke im westlichen und östlichen Imphal-Tal und den ländlichen Bezirk des Bishnupur-Tals ausgeweitet. Die Gewalt, die bis heute sporadisch anhält, hat Tausende von Menschen vertrieben, und viele der Flüchtlinge haben den Bundesstaat verlassen. Lokalen Medienberichten zufolge sind Hunderte von Lastwagen mit humanitärer Hilfe liegen geblieben oder wurden angegriffen.

Angesichts der weit verbreiteten Gewalt leiden große und kleine Unternehmen und Unternehmer in diesem Bundesstaat auf beiden Seiten. Die Gewalt hat die Wirtschaft des Bundesstaates fast zum Erliegen gebracht und die Gemeinschaft in Bedrängnis gebracht. Mehrere Unternehmer gaben an, dass ihre Geschäfte Verluste von mehr als 70 Prozent erlitten haben und es schwierig geworden ist, selbst die täglichen Ausgaben zu bestreiten, so dass sie gezwungen sind, ihre Mitarbeiter zu entlassen und andere Sparmaßnahmen zu ergreifen. Die Inflation im Einzelhandel ist auf 11,63 % gestiegen, und das Internet war lange Zeit abgeschaltet, was sich auf Unternehmen und Einwohner auswirkte.

Nach Ansicht von Sominthang Doungel, einem der Anführer der Kuki-Gemeinschaft in Manipur, hängt jedes politische Problem in dem Bundesstaat in gewisser Weise mit Landrechtskonflikten zusammen. "Der Kernpunkt des Problems sind die sich überschneidenden Ansprüche auf Landrechte von Kuki, Meitei und Naga. Die beste Lösung wäre die Einsetzung eines Sonderausschusses, in dem Kukis, Nagas und Meitei zu gleichen Teilen vertreten sind, um die verschiedenen Probleme vor Ort zu untersuchen", erklärt er.

Die Meitei machen 51 % der Bevölkerung Manipurs aus, das 2,3 Millionen Einwohner hat, aber sie leben vor allem in den Ebenen, wo sie nur 10 % des Territoriums besitzen. Kuki und Naga machen 40 % der Bevölkerung aus, besiedeln aber 90 % des Territoriums, da sie hauptsächlich in den Hügeln leben. Die Meitei sind in der Politik und in der Staatsversammlung stärker vertreten. Obwohl die Spannungen zwischen der Meitei-Gemeinschaft und den Kuki-Stämmen schon seit einiger Zeit bestehen, traten sie in der ersten Maiwoche in den Vordergrund, nachdem der Oberste Gerichtshof von Manipur die Regierung des Bundesstaates angewiesen hatte, eine Empfehlung an die Bundesregierung abzugeben, um den Meitei den Status eines "anerkannten Stammes" zu gewähren. Dies würde ihnen den Zugang zu Land und Einrichtungen ermöglichen, die in der indischen Verfassung zum Schutz indigener Gruppen vorgesehen sind. Die Anordnung des Gerichtshofs wurde von den Kuki entschieden abgelehnt, die argumentierten, dass dies die bereits dominierende Meitei-Gemeinschaft weiter stärken würde. Daher der Ausbruch der Gewalt.

Neun Monate nach den ersten Zusammenstößen sind die beiden Gruppen vollständig gespalten, wobei es der einen Gruppe verboten ist, die von der anderen bewohnten Gebiete zu betreten. Die Distanz sorgt dafür, dass es vorerst nicht zu Konflikten kommt. Dies sei der erste Schritt auf dem Weg zu einer echten Versöhnung, so das Interreligiöse Forum unter der Leitung von Thomas Menamparampil, dem emeritierten Erzbischof von Guwahati (im Nachbarstaat Assam), der für seine Friedensbemühungen im Nordosten Indiens bekannt ist. Das Forum versucht, bilaterale Beziehungen zu knüpfen, um den Dialog wieder aufzunehmen und Friedensverhandlungen zu beginnen, wobei verschiedene Teile der Zivilgesellschaft wie Frauengruppen, Intellektuelle, religiöse Führer und Basisgemeinschaften einbezogen werden sollen.

(PA) (Fides 7/2/2024)

 

AFRIKA / BURUNDI - Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke ernannt

 

Vatikanstadt (Fides) – Kardinal Luis Antonio G. Tagle, Pro-Präfekt des Dikasteriums für die Evangelisierung, hat am 27 November 2023, Pfarrer Juvenal Nzohabonayo aus dem Klerus der Erzdiözese Gitega für fünf Jahre zum Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke in Burundi ernannt.

Geboren 1966 in Bihanga, wurde Pater Nzohabonayo am 15. August 1999 zum Priester geweiht. Er hat einen Master-Abschluss in Philosophie von der Katholischen Universität von Abidjan (2012-2015). Er war Pfarrer in Makebuko und Bischofsvikar (2005-2021) und ist seit 2015 Professor für Philosophie am Priesterseminar in Bujumbura. Seit 2020 ist er Diözesandirektor der Päpstlichen Missionswerke und Nationaler Sekretär der Kindermissionswerke.

 

(EG) (Fides 7/02/2024)


FIDES-NACHRICHTEN - 6.02.2024

VATIKAN - Kardinal Tagle bei der Konferenz über die Weiterbildung der Priester: “Damit wir nicht zu Wölfen werden“

 

Vatikanstadt (Fides) - Um nicht zu "Wölfen" zu werden, müssen die Hirten der Kirche "auf sich selbst aufpassen oder sich um sich und ihren Glauben kümmern“. „Es ist eine Frage der ständigen Weiterbildung", mit diesen Worten, die an den Apostel Paulus erinnern, umschrieb Kardinal Luis Antonio Tagle kurz und prägnant, dass jedes authentische priesterliche Leben ein Weg der Ausbildung ist, der nie abgeschlossen ist und immer offen dafür ist, durch das Werk der Gnade geformt und genährt zu werden.

Im Rahmen der Konferenz für die Weiterbildung der Priester, die am heutigen Dienstag, 6. Februar, im Vatikan eröffnet wurde, gab der Pro-Präfekt des Dikasteriums für Evangelisierung am ersten Sitzungstag wertvolle Denkanstöße.

„Die ständige Fortbildung der Priester", betonte Kardinal Tagle, "hat in erster Linie mit Demut zu tun“. "Es hat eine Tendenz gegeben, die bis heute anhält", räumte der Pro-Präfekt ein, "die 'Ausbildung' auf die Ausbildung im Priesterseminar zu beschränken. Das hat zu dem Missverständnis geführt, dass die Weihe das Ende der Ausbildung bedeutet. Nach der Ordination braucht ein Geistlicher keine Ausbildung mehr. Ich wurde geweiht, weil ich bereits ausgebildet war", sagen viele. „In einer solchen irreführenden Vorstellung", so Kardinal Tagle weiter, "bedeutet die Weihe kein Studium mehr, kein Gebet, keine geistliche Begleitung, keine Führung, kein einfacher Lebensstil, keine Disziplin mehr. Diese Dinge sind nur für Seminaristen. Ich bin bereits geweiht". In Wirklichkeit sei der priesterliche Stand kein "Besitz", der für immer erworben wird.

Und die geweihten Priester, so betonte der Kardinal in seiner Rede, müssten gerade in ihrem Zustand als geweihte Amtsträger weitergebildet werden: "Gerade weil wir zum Dienst an Gott und der Kirche geweiht sind, müssen wir uns ständig weiterbilden. Ich glaube, dass diese Demut den geweihten Amtsträgern helfen wird, neue Energie zu gewinnen und ein falsches Gefühl der Überlegenheit und des 'erworbenen Rechts' zu vermeiden. Die Kirche wird dann auch den qualitativ hochwertigen Dienst erhalten, den sie verdient“. In diesem Zusammenhang erinnerte der philippinische Kardinal an die Worte des heiligen Paulus in Ephesus, die in der Apostelgeschichte überliefert sind: „Gebt Acht auf euch und auf die ganze Herde, in der euch der Heilige Geist zu Vorstehern bestellt hat, damit ihr als Hirten für die Kirche des Herrn sorgt, die er sich durch sein eigenes Blut erworben hat! Ich weiß: Nach meinem Weggang werden reißende Wölfe bei euch eindringen und die Herde nicht schonen; und selbst aus eurer Mitte werden Männer auftreten, die mit ihren falschen Reden die Jünger auf ihre Seite ziehen.“ Um nicht zu "Wölfen" zu werden, kommentierte Kardinal Tagle, müssten die Hirten „auf sich selbst aufpassen oder sich um sich selbst und ihren Glauben kümmern. Dies ist eine Frage der ständigen Weiterbildung".

In seinem Vortrag wies der Pro-Präfekt des Dikasteriums für die Evangelisierung auch auf einige Dringlichkeiten hin, die nur durch Wege der ständigen Weiterbildung von Priestern wirksam angegangen werden können. Phänomene wie die "Tendenz, die eigene Kultur zu verabsolutieren und zu verherrlichen, mit der Folge, dass man den Angehörigen anderer Kulturen gegenüber feindselig und sogar gewalttätig ist“. Leider" so Kardinal Tagle, "sehen wir diese Haltung bei einigen geweihten Amtsträgern, die Bischöfe, Mitpriester, Ordensleute und Laien ablehnen, nur weil sie einer anderen ethnischen Gruppe oder sozialen Schicht angehören“. Ein "Gegenzeugnis zum Evangelium und ein Skandal für eine Welt auf der Suche nach Einheit", das die Dringlichkeit einer ständigen Weiterbildung verdeutlicht, um den geweihten Amtsträgern zu helfen, zu erkennen, dass es, wie der heilige Paulus im Brief an die Galater lehrt, „Es gibt nicht mehr Juden und Griechen, nicht Sklaven und Freie, nicht männlich und weiblich; denn ihr alle seid einer in Christus Jesus“. "Wir müssen uns ständig weiterbilden und bekehren", betonte Kardinal Tagle, "um glaubwürdige und wirksame Vertreter der Gemeinschaft unter kulturell vielfältigen Menschen zu werden."

„Viele geweihte Amtsträger", betonte der Pro-Präfekt des Dikasteriums für Evangelisierung, "leben ihren Dienst in der Nähe von Menschen, die leiden, insbesondere von Opfern von Vorurteilen, Diskriminierung, Krieg, Menschenhandel und Flüchtlingen. Viele von ihnen haben in ihrer Not selbst den Verlust von Familienmitgliedern durch bewaffnete Konflikte erlebt. Einige sind zu Flüchtlingen geworden. Einige wurden durch Kriege und Diskriminierung traumatisiert. Einige tragen die lebendige Erinnerung an menschliche Brutalität in sich". Auch für sie gilt: "Lebenslanges Lernen muss die Wunden und den Schmerz aufarbeiten, die leicht zu Rachegefühlen, Zynismus und Hass führen können“. „Wie können wir", so fragte Kardinal Tagle, "den Verwundeten helfen, Akteure der Vergebung und Versöhnung zu werden, wenn ihre eigenen Wunden nach Rache verlangen? Der heilige Paulus fordert uns heraus, wenn er sagt: "Jetzt aber sollt auch ihr das alles ablegen: Zorn, Wut, Bosheit, Lästerung und schmutzige Rede, die aus eurem Munde kommt… Bekleidet euch also, als Erwählte Gottes, Heilige und Geliebte, mit innigem Erbarmen, Güte, Demut, Milde, Geduld!“

Mit den Priestern beschäftigt sich ab diesem Dienstag ein internationaler Kongress im Vatikan. Es geht um ihre dauernde Fortbildung; für die Organisation zeichnen die vatikanischen Behörden für Klerus, Evangelisierung und Ostkirchen verantwortlich. „Entfache die Gnade Gottes wieder, die dir zuteilgeworden ist“ (vgl. 2 Tim 1,6), heißt das Motto, das eine Ermunterung des hl. Paulus an Timotheus aufgreift. An der Konferenz nehmen etwa tausend Priester, Gottgeweihte und Laien aus über sechzig Ländern von fünf Kontinenten teil. Ausgangspunkt: ein Dokument über Priesterausbildung (die sogenannte „Ratio Fundametalis Institutionis Sacerdotalis“: „Das Geschenk der Berufung zum Priestertum“) von 2016.

(GV) (Fides 6/2/2024)

 

EUROPA/DEUTSCHLAND - Präsident der Päpstlichen Missionswerke fordert solidarischen Lebensstil: „Gutes tun, tut gut“

 

Aachen (Fides) - Christinnen und Christen in Deutschland und Europa sollen die internationale weltkirchliche Solidarität noch stärker als persönlichen sinnstiftenden Auftrag begreifen. Dazu ermutigte Erzbischof Emilio Nappa, Präsident der Päpstlichen Missionswerke, bei einem zweitägigen Arbeitsbesuch der katholischen Hilfswerke missio Aachen und Kindermissionswerk „Die Sternsinger” in Aachen. Die beiden Werke gehören zum Netzwerk von rund 120 Päpstlichen Missionswerken weltweit, dem Erzbischof Nappa am Dikasterium für die Evangelisierung im Vatikan vorsteht.

Die weltkirchliche Arbeit solle unterschiedlichste Formate für den persönlichen und digitalen Austausch zwischen Menschen aus allen Teilen der Erde entwickeln. Solche Begegnung ermögliche den Menschen die Erfahrung, dass sie sich trotz unterschiedlichster Herkunft und Lebenssituation wechselseitig bereichern. Ein „solidarischer Lebensstil” mache glücklicher als bloßes individuelles Streben nach einem „immer mehr und mehr”, betonte Erzbischof Nappa. „Gutes zu tun, tut gut” sei eine der zentralen Botschaften der Christinnen und Christen. Damit könnten die weltkirchlichen Werke Unterstützung für den benachteiligten globalen Süden mobilisieren und für sinnsuchende Menschen im Westen attraktiv sein. Dabei spiele eine Kommunikation, die die Menschen auch emotional erreicht, eine wichtige Rolle. Hier sei die Öffentlichkeitsarbeit der Kirche und weltkirchlichen Werke gefordert.

Erzbischof Nappa besuchte in Aachen unter anderem den missio-Truck „Eine Welt. Keine Sklaverei.” ». Die rollende Ausstellung bezeichnete er als „sehr, sehr originell und anregend”. Erzbischof Nappa dankte den Mitarbeitenden von missio Aachen und dem Kindermissionswerk „Die Sternsinger” für ihren Einsatz und feierte mit ihnen einen Gottesdienst. Daneben standen Gespräche mit Pfarrer Dirk Bingener, Dr. Gregor von Fürstenberg und Anne Wunden aus den Vorständen der beiden Werke sowie mit Mitarbeitenden auf dem Programm.

(EG) (Fides 06/02/2024)

 

AFRIKA/SÜDSUDAN - Kardinale Czerny: "Wir sind den Menschen im Südsudan nahe”

 

Abuja (Fides) - Freie und glaubwürdige Wahlen versprach der der südsudanesische Präsident Salva Kiir gegenüber Kardinal Michael Czerny, dem Präfekten des Dikasteriums für den Dienst der ganzheitlichen Entwicklung des Menschen, anlässlich des ersten Jahrestages des Papstbesuches im Südsudan.

Der Kardinal bekräftigte die Verbundenheit des Papstes und des Heiligen Stuhls mit den Menschen im Südsudan und erneuerte seinen Appell an die südsudanesische Führung, "sich für Frieden und Stabilität einzusetzen, während sich Ihr Land auf dem Weg zu einem demokratischen Übergang befindet". "Papst Franziskus", so fügte er hinzu, "freut sich darauf, glaubwürdige, freie und faire Wahlen im Südsudan zu beobachten“.

Präsident Kiir begrüßte daraufhin die Bereitschaft des Heiligen Stuhls, die für Dezember dieses Jahres geplanten Wahlen zu unterstützen.

Die Wahl ist Teil des Friedensabkommens von 2018, das einen fünfjährigen Bürgerkrieg beendete, in dem Hunderttausende von Menschen starben. Die Bestimmungen des Abkommens, darunter die Bildung einer einheitlichen nationalen Armee, werden jedoch nach wie vor kaum umgesetzt.

Im August 2022 verlängerte die Übergangs-Einheitsregierung des Südsudan ihr Mandat um zwei Jahre bis Februar 2025, wobei für Dezember 2024 Wahlen angesetzt wurden. Dies sollte es den Beteiligten ermöglichen, die Herausforderungen bei der Umsetzung der noch ausstehenden Bestimmungen des 2018 wiederbelebten Abkommens zur Konfliktlösung in der Republik Südsudan (R-ARCSS) anzugehen.

Das Abkommen zielte darauf ab, die Übergangsregierung mit ursprünglich für Dezember 2022 geplanten Wahlen zu beenden. Aufgrund von Verzögerungen bei der Umsetzung wurden die Wahlen jedoch zunächst auf 2023 und dann auf 2024 verschoben.

Während seines Besuchs vom 2. bis 9. Februar wird Kardinal Czerny am 8. Februar Renk besuchen, wo er das Boot segnen wird, mit dem die örtliche Caritas Flüchtlinge den Nil hinauf nach Malakal transportiert.

(L.M.) (Fides 6/2/2024)

 

ASIEN/PAKISTAN - Parlamentswahlen von Wirtschaftskrise und politischen Spannungen geprägt

 

Islamabad (Fides) - Am kommenden 8. Februar wird in Pakistan das Bundesparlament, die sogenannte Nationalversammlung, und die gesetzgebenden Versammlungen von vier Provinzen gewählt. Zu den Wählern gehören 128 Millionen wahlberechtigte Bürger über 18 Jahren, bei einer Bevölkerung von 241 Millionen. Für das Bundesparlament kandidieren 5.121 Bewerber, für die Provinzparlamente 12.695. Von den 336 Sitzen der Nationalversammlung werden 266 direkt am Wahltag gewählt, während 70 reservierte Sitze - 60 für Frauen und 10 für nicht-muslimische religiöse Minderheiten - auf der Grundlage des Prozentsatzes vergeben werden, den jede Partei im Parlament erreicht. Nach der Wahl und Konstituierung wählt die Nationalversammlung den Premierminister, der eine einfache Mehrheit in der Kammer erreichen muss. Ein ähnliches Verfahren wird auf Provinzebene angewandt, um den Premierminister und die Regierung der einzelnen Provinzen zu wählen.

Auf Bundesebene sind unter den 44 politischen Parteien zwei ehemalige Premierminister und ein dritter, der im Gefängnis sitzt, die Favoriten. Der Wirtschaftsmagnat, Multimillionär und dreimalige Premierminister Nawaz Sharif von der Pakistanischen Muslimliga stammt aus einer der Familien, die die pakistanische Politik seit Jahrzehnten beherrschen. Imran Khan, der Wahlsieger von 2018, von der Partei Pakistan Tehreek- e-Insaf, ist der ehemalige Premierminister, der seit August 2023 im Gefängnis sitzt und in der letzten Woche zu verschiedenen Haftstrafen verurteilt wurde. Und der 72jährige Shehbaz Sharif, der jüngere Bruder von Nawaz Sharif, der Imran Khan im April 2022 als Premierminister ablöste. Zu den Favoriten gehört nicht zuletzt auch Bilawal Bhutto (35) Sohn der 2007 ermordeten Benazir Bhutto, ist der Kandidat der Pakistanischen Volkspartei.

Die Regierung des südasiatischen Landes, das in den letzten Jahren von einer schweren Wirtschaftskrise heimgesucht wurde, steht vor mehreren Herausforderungen. Im vergangenen Sommer konnte Pakistan dank eines 3 Milliarden Dollar schweren Rettungspakets des Internationalen Währungsfonds (IWF) eine Zahlungsunfähigkeit abwenden, doch die Unterstützung endet im März, woraufhin das Land ein neues Hilfsprogramm benötigt. "Die rasche Aushandlung eines neuen Programms wird für die neue Regierung von entscheidender Bedeutung sein, wenn sie die Kontrolle über eine Wirtschaft übernimmt, die von einer Rekordinflation und einem langsamen Wachstum geplagt wird", erklärt der australische Missionar Pater Robert Mc Culloch von der Society of St. Columba, der seit mehr als 30 Jahren im Land tätig ist und immer noch Vorsitzender des Verwaltungsrats des St. Elizabeth Hospital ist, eines katholischen Krankenhauses in Hyderabad, einer Spitzeneinrichtung im Süden Pakistans.

"Die neue Exekutive wird einen schmalen Pfad zum Aufschwung beschreiten müssen, der jedoch die politischen Optionen zur Entlastung einer zutiefst frustrierten und verarmten Bevölkerung einschränken wird, während sie andererseits versuchen wird, die Industrie anzukurbeln, um das Wachstum zu stimulieren", stellt er fest. In dem Land, so der Missionar, "waren die politischen Spannungen im Vorfeld der Wahlen groß, vor allem wegen des, wie der ehemalige Premierminister Imran Khan es nannte, ‚harten Vorgehens‘ gegen ihn und seine Partei".

Ein weiteres, stets wichtiges Thema ist die Rolle des Militärs auf der politischen Bühne, die in den letzten Jahren auch im wirtschaftlichen Bereich mit der Präsenz von Militärexponenten im "Special Investment Facilitation Council" formalisiert wurde, einem Gremium, das unter der Leitung des ehemaligen pakistanischen Premierministers Shehbaz Sharif mit dem Ziel eingerichtet wurde, ausländische Investitionen anzuziehen und das Wirtschaftswachstum des Landes zu fördern. In der jüngeren Geschichte des Landes wurden in der Vergangenheit gewählte Regierungen mehrmals durch militärische Interventionen (seit der Unabhängigkeit 1947 gab es drei Militärputsche) oder durch indirekten Druck der Generäle gestürzt wurden.

Andererseits haben die Angriffe militanter und islamistischer Gruppen in den letzten 18 Monaten zugenommen: Diese Gruppen - insbesondere die Tehreek-e-Taliban Pakistan (TTP) - haben sich nach der Rückkehr der Taliban an die Macht in Afghanistan im Jahr 2021 neu formiert und eine Reihe von öffentlichkeitswirksamen Anschlägen auf pakistanischem Boden verübt. Hinzu kommt der ethno-nationalistische Aufstand in Belutschistan, einer Provinz im Südwesten, der sich auch gegen die Interessen von Pakistans wichtigstem Verbündeten China richtet, das strategische Investitionen in den Hafen von Gwadar für das Projekt "Seidenstraße" gefördert hat.

In der pakistanischen Gesellschaft, so Pater Mc Culloch abschließend, bleibe die Frage der kulturellen, ethnischen und religiösen Diskriminierung offen, die nicht-muslimische Gruppen und Gemeinschaften (insbesondere Christen und Hindus) am Vorabend der Wahl wieder auf die öffentliche Tagesordnung gesetzt hätten. Er hoffe, dass "alle politischen Parteien die Frage des Schutzes der Rechte von Minderheiten und ihres Wohlergehens in ihre politische Agenda aufnehmen werden" und erinnert daran, dass "nicht-muslimische Bürger seit der Gründung Pakistans im Jahr 1947 eine Schlüsselrolle bei der Entwicklung, dem Wohlstand und dem wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Aufblühen des Landes gespielt haben".

(PA) (Fides 6/2/2024)

 

AMERIKA/CHILE - Erzbischof von Santiago zu Waldbränden: “Es ist eine Katastrophe”

 

Santiago (Fides) - Die Zahl der Menschen, die bei dem verheerenden Brand in der Küstenregion von Valparaíso am vergangenen Freitag, 2. Februar, ums Leben gekommen sind, steigt weiter an: "Die Situation ist wirklich tragisch, es ist eine Katastrophe“, so der Erzbischof von Santiago, Fernando Chomalì Garib, gegenüber Fides. „Die Zahl der Todesopfer liegt bisher bei 150, und es gibt viele Verletzte und Vermisste. Die betroffenen Menschen haben fast alles verloren, viele Häuser, ganze Gebäude und mehrere Schulen wurden zerstört".

"In Viña del Mar wurden eine Pfarrkirche und eine Kapelle komplett zerstört. Dasselbe leider auch in Quilpué und Villa Alemana", sagte der Bischof der Diözese Valparaíso, Jorge Vega Velasco (svd) am vergangenen Sonntag, 3. Februar.

Die Arbeiten zur Eindämmung und zum Löschen der Flammen dauern noch an, da starke Winde die Flammen neu angefacht haben. Am Sonntag, den 4. Februar, wurden insgesamt 165 Brände registriert, von denen 40 noch immer nicht unter Kontrolle sind.

Besonders betroffen sind bisher die Städte Viña del Mar, Quilpué und Villa Alemana mit mehr als 326.000, mehr als 127.000 bzw. mehr als 144.000 Einwohnern. Der Nationale Katastrophenschutz (Senapred) meldete, dass 26.000 Hektar Vegetation und mehrere Wohnkomplexe in Flammen aufgegangen sind.

 

(AP) (Fides 06/02/2024)


Syrischer Bischof: Wenn noch mehr Christen gehen, hat der Westen ein Problem

Erdbeben vor einem Jahr habe Konfessionen einander nähergebracht

Magar Ashkarian, armenisch-orthodoxer Bischof von Aleppo. © Tobias Doering/ Radio Horeb
Magar Ashkarian, armenisch-orthodoxer Bischof von Aleppo. © Tobias Doering/ Radio Horeb

5.02.2024

 

(München/acn) - Der armenisch-orthodoxe Bischof im syrischen Aleppo, Magar Ashkarian, sieht mit der anhaltenden Auswanderung von Christen aus dem Nahen Osten weitere Probleme auf die westliche Gesellschaft zukommen: „Um die christlichen Werte zu schützen, müssen die Christen im Nahen Osten bleiben. Denn diese Werte werden hier höher geschätzt“, erklärte Ashkarian im Gespräch mit dem weltweiten katholischen Hilfswerk „Kirche in Not“ (ACN). „In der westlichen Welt mit Säkularismus und Globalisierung reißt die Strömung alles mit sich. Wenn die Christen den Nahen Osten verlassen, wird der Westen mehr leiden als heute.“

 

„Die Situation ist unerträglich“

 

 

Der Bischof leitet seit 2022 die armenisch-orthodoxe Gemeinschaft in Aleppo. Er war zuvor unter anderem im Libanon und Iran tätig. Er appellierte an die internationale Gemeinschaft, „dass Sie ihr Bestes tut, um moralisch und finanziell dazu beizutragen, die Präsenz der Christen im Nahen Osten und insbesondere in Syrien zu stärken“. Die Situation dort sei „unerträglich“. Das Erdbeben vom 6. Februar 2023, das neben der Türkei auch Teile Syriens traf, habe die humanitäre Situation verschlimmert.

FIDES-NACHRICHTEN - 5.02.2024

ASIEN/VEREINIGTE ARABISCHE EMIRATE - Fünf Jahre Dokument von Abu Dhabi: Bischof Martinelli unterstreicht prophetische Bedeutung

 

Abu Dhabi (Agenzia Fides) - Abu Dhabi (Fides) - In diesem "dramatischen Moment in der Geschichte der Menschheit, der von so vielen Konflikten geprägt ist", erscheine das in Abu Dhabi von Papst Franziskus und dem Großimam von Al-Azhar Ahmed Al-Tayyeb unterzeichnete Dokument über die Brüderlichkeit aller Menschen mehr und mehr wie ein "prophetisches Dokument", das neu gelesen, verbreitet und bekannt gemacht werden muüsse, um seinen Geist und seine Werte an die neuen Generationen weiterzugeben. Bischof Paolo Martinelli, Apostolischer Vikar des südlichen Arabien, fordert dies mit Leidenschaft und Entschlossenheit in einem Brief, anlässlich des fünften Jahrestages des Besuchs von Papst Franziskus in den Vereinigten Arabischen Emiraten (3.-5. Februar 2019).

In dem Brief, der am Samstag, den 3. Februar, veröffentlicht wurde, lädt Bischof Martinelli die Brüder und Schwestern ein, "sich an den fünften Jahrestag dieses Ereignisses, das unser Apostolisches Vikariat und unser Land zutiefst geprägt und dem interreligiösen Dialog einen entscheidenden Impuls gegeben hat, zu erinnern und es zu feiern".

Der Besuch von Papst Franziskus in Abu Dhabi im Jahr 2019 war der erste Besuch eines Bischofs von Rom auf der arabischen Halbinsel. Am 5. Februar feierte der Nachfolger Petri in der „Zayed Sport City“-Stadion von Abu Dhabi den Gottesdienst mit den meisten Besuchern, den es jemals auf der Halbinsel, der Wiege des Islams, stattgefunden hat. Rund 40.000 Christen waren im Stadion anwesend und weitere 90.000 versammelten sich, um die Messe außerhalb der Sportanlage zu verfolgen (siehe Foto). "Die Erinnerung an diese Tage", so der Apostolische Vikar Martinelli (ofmCap), der dem Orden der Kapuziner angehört, "erfüllt unsere Herzen noch immer mit Dankbarkeit und weckt in uns ein tiefes Gefühl der Verantwortung für die Kirche und die ganze Welt". Der Besuch des Papstes in der örtlichen katholischen Gemeinde "war eine Gelegenheit, uns als Teil der einen Kirche Christi zu erkennen und unser Engagement für ein demütiges und treues christliches Zeugnis im Kontext der arabischen Halbinsel zu erneuern".

Allein in den Vereinigten Arabischen Emiraten leben etwa 900.000 Katholiken, allesamt Gastarbeiter, die größtenteils aus anderen asiatischen Ländern stammen, angefangen von den Philippinen und Indien. Vor fünf Jahren verwies Papst Franziskus in der Predigt bei der im Stadion gefeierten Messe direkt auf den Zustand und das einzigartige Profil der katholischen Gemeinschaft in den Vereinigten Arabischen Emiraten und auf der gesamten arabischen Halbinsel, die sich aus Einwanderern zusammensetzt, die auf der Suche nach Arbeit aus Dutzenden von verschiedenen Nationen gekommen sind. „Ihr“, so der Papst, „seid ein Chor, der eine Vielfalt von Nationen, Sprachen und Riten umfasst; eine Verschiedenartigkeit, die der Heilige Geist liebt und immer mehr in Harmonie bringen will, um daraus eine Sinfonie zu machen. Diese freudige Polyphonie des Glaubens ist ein Zeugnis, das ihr allen gebt und das die Kirche aufbaut“. „Mit diesen Worten", so Bischof Martinelli fünf Jahre später, "erkennt Papst Franziskus die Einzigartigkeit unserer Kirche an, zu der Menschen aus mehr als hundert verschiedenen Ländern gehören, die Träger verschiedener Kulturen, Sprachen, Traditionen und Riten sind. Die Polyphonie, zu der wir berufen sind, gilt nicht nur für uns, sondern ist eine Verantwortung für die ganze Kirche. Die Vielfalt in der Einheit zu leben, ist unsere Hauptaufgabe. Wir sind eine Kirche der Migranten, eine ‚pilgernde Kirche‘. Und deshalb haben wir die einmalige Chance, uns gegenseitig zu bereichern, indem wir unsere Gaben, Talente, Kulturen und Traditionen miteinander teilen“. „Die Kirche und die Welt", so der Bischof weiter, "müssen in uns erkennen, dass Vielfalt kein Problem oder Hindernis ist, sondern ein Reichtum“.

In Bezug auf das von Papst Franziskus und Scheich Ahmed al Tayyeb am 4. Februar 2019 in Abu Dhabi unterzeichnete Dokument bekräftigt Bischof Martinelli dessen prophetische Bedeutung und bezeichnet es als "Meilenstein für den interreligiösen Dialog" und lädt dazu ein, es in christlichen Bildungsprogrammen und bei Veranstaltungen zu verwenden. "Wir", so fügt er hinzu, "erkennen an, dass wir unterschiedlich sind, und wir sind aufgerufen, uns gegenseitig anzuerkennen, zu respektieren und gemeinsam für Frieden und Gerechtigkeit, menschliche Brüderlichkeit und friedliche Koexistenz, die Rolle der Frau in der Gesellschaft und die Bewahrung der Schöpfung als Geschenk Gottes zum Wohle aller einzutreten."

Das Abu Dhabi Dokument inspirierte auch die Gründung des "Abrahamic Family House", das am 16. Februar letzten Jahres in Abu Dhabi eröffnet wurde. An demselben Ort stehen eine Moschee, eine Kirche und eine Synagoge nebeneinander. „Und die Kirche", erinnert Bischof Martinelli in seinem Brief, "ist ein Geschenk Seiner Hoheit Scheich Mohamed Bin Zayed Al-Nahyan, des Präsidenten der Vereinigten Arabischen Emirate, an Papst Franziskus und ist dem Heiligen Franz von Assisi, dem Mann des Friedens und der universellen Brüderlichkeit, gewidmet“. „Ich lade nach wie vor alle unsere Gläubigen ein", betont der Apostolische Vikar von Südarabien, "sich an den Initiativen des ‚Abrahamic Family House‘ zu beteiligen, die wir mit Überzeugung unterstützen. Wir wollen der Welt verkünden, dass es möglich ist, mit Menschen verschiedener Religionen zusammenzuarbeiten, sich für den Frieden einzusetzen und eine brüderlichere Welt zu fördern".

(GV) (Fides 4/2/2019)

 

Fünf Jahre Dokument von Abu Dhabi: Die Prophezeiung

 

von Gianni Valente

 

Rom (Agenzia Fides) - Als der Bischof von Rom und der Großimam von Al-Azhar am 4. Februar 2019 in Abu Dhabi das Dokument über die Brüderlichkeit aller Menschen für ein friedliches Zusammenleben in der Welt unterzeichneten, verunsicherte diese unangekündigte Geste viele. Selbst die Fachpresse brauchte einige Zeit, um das Dokument in seinem ganzen Umfang zu erfassen und angemessen darüber zu berichten.

Fünf Jahre später, in einer Zeit, die von Kriegen geprägt ist und von denen überrollt wird, die "die Apokalypse beschleunigen" wollen, offenbart das Dokument von Abu Dhabi zunehmend seine ganze prophetische Bedeutung. Darauf weist auch Bischof Paolo Martinelli, Apostolischer Vikar des südlichen Arabien, in einem Brief hin, über den Fides berichtet.

Vor fünf Jahren, als ein Klima des „Dschihadismus“ im Nahen Osten und in der ganzen Welt Angst und Schrecken verbreitete, richtete sich die Aufmerksamkeit, auch die der Medien, vor allem in den westlichen Kreisen, auf Passagen des Textes, die dem Drang, Worte und religiöse Bezüge in Treibstoff zu verwandeln, um "Gefühle des Hasses, der Feindseligkeit, des Extremismus" zu schüren und den Namen Gottes zu entstellen, Grenzen setzen.

In der Tat stellen Papst Franziskus und Scheich Ahmed al Tayyeb "die politischen Nutzung der Religionen" in Frage und auch die "Interpretationen von Gruppen religiöser Verantwortungsträger", die religiöses Empfinden missbraucht haben, um die Menschen zu etwas zu führen, "was nichts mit der Wahrheit der Religion zu tun hat". Das Dokument wiederholt, "Gott, der Allmächtige, hat es nicht nötig, von jemandem verteidigt zu werden; und er will auch nicht, dass sein Name benutzt wird, um die Menschen zu terrorisieren". Ferner heißt es, dass Gott "alle Menschen gleich an Rechten, Pflichten und Würde geschaffen" hat; er hat ihnen Freiheit gegeben, "indem er sie frei schuf", und daher "genießt jeder die Freiheit des Glaubens, des Denkens, der Meinungsäußerung und des Handelns".

Aber das Dokument war und ist nicht nur eine Warnung mit "Anweisungen" zur Eindämmung der Entgleisungen, die den religiösen Sinn entstellen. In dem Text bezeugen der Papst und der Imam, dass die Wiederentdeckung der Brüderlichkeit der Kinder Gottes auch eine "Reserve" des kritischen Denkens angesichts der individualistischen Tendenzen, der kulturellen Neokolonisierung und der Entmenschlichungsprozesse ist, die das Zeitalter der Globalisierung überfluten.

In dem gemeinsam unterzeichneten Text bekräftigen Papst Franziskus und Imam al Tayyeb auch, dass Ungerechtigkeit und die ungleiche Verteilung der natürlichen Ressourcen „eine enorme Anzahl an Kranken, Bedürftigen und Toten hervorgebracht haben und weiterhin hervorrufen und tödliche Krisen verursachen“; dass die Familie als grundlegender Kern der Gesellschaft und der Menschheit "unverzichtbar" ist, "um Kinder zur Welt zu bringen, aufzuziehen, heranzubilden und ihnen eine solide Moral und familiären Schutz zu bieten“; dass das Leben eine Gabe des Schöpfers ist und dass „niemand hat das Recht, diese Gabe wegzunehmen, zu bedrohen oder nach seinem Gutdünken zu manipulieren“, dass es "von seinem Beginn bis zu seinem natürlichen Tod" geschützt werden muss, und dass es "Abtreibung und Euthanasie und die Politik, die diese unterstützt", ablehnt.

Der Papst und der Imam zügeln nicht nur die Wahnvorstellungen, mit denen religiöse Worte missbraucht werden, sondern erkennen auch an, dass die Prozesse der Entmenschlichung, die im Gange sind, „ein betäubtes menschliches Gewissen und eine Entfremdung von religiösen Werten sowie die Dominanz von Individualismus und materialistischen Philosophien ist, die den Menschen vergöttlichen“ zum Ausdruck bringen.

Die Prophezeiung des Abu-Dhabi-Dokuments über die Brüderlichkeit schöpft Kraft und Intensität aus Quellen, die ihr vorausgehen. Und die Intuition von Papst Franziskus bewegt sich im Fahrwasser der großen Tradition der Kirche, die bereits auf dem Zweiten Vatikanischen Konzil in der Erklärung „Nostra Aetate“ anerkannt hatte, dass "wir Gott nicht den Vater aller nicht anrufen können, wenn wir uns irgendwelchen Menschen, die ja nach dem Ebenbild Gottes geschaffen sind, die brüderliche Haltung verweigern".

In derselben Erklärung bekräftigte das Zweite Vatikanische Konzil, dass die Kirche die Muslime ehrt und mit Hochachtung betrachtet, die sich "mühen auch den verborgenen Ratschlägen Gottes sich mit ganzer Seele zu unterwerfen" und "den Tag des Gerichts erwarten, an dem Gott alle Menschen auferweckt und ihnen vergilt".

In Damaskus ist eines der drei Minarette der riesigen Umayyaden-Moschee als das Minarett Jesu bekannt. Einer von den Muslimen in Damaskus gehüteten Überlieferung zufolge wird Jesus am Tag seiner Wiederkunft genau auf diesem Turm erscheinen, um den Antichristen zu besiegen, das Ende der Zeit anzukündigen und die Guten von den Bösen zu trennen.

Angesichts von Kriegen, die ganze Völker massakrieren, und angesichts der Verkünder des Terrors, die von verschiedenen Seiten übereinstimmend "die Apokalypse beschleunigen" wollen, lässt auch die Prophezeiung von Abu Dhabi erahnen, dass der Weg der Kirche vom Konzil bis heute in ihren Beziehungen zu den Glaubensgemeinschaften keine spiritistische Gefühlsduselei ist, sondern auf geheimnisvolle Weise mit all dem zu tun hat. Es hat mit dem zu tun, was auch der Theologe Dietrich Bonhoeffer angesichts des wütenden Deliriums der Nationalsozialisten geahnt hatte: "Es gibt eine Art unbewusster Unterscheidung", schrieb der große lutherische Theologe, "die in der Stunde äußerster Gefahr jeden, der nicht unter die Schläge des Antichristen fallen will, dazu bringt, Zuflucht bei Christus zu suchen“.

 

(Fides 4/2/2024)

AFRIKA/NIGERIA - Zwei Ordensleute im Bundesstaat Plateau entführt: Inwieweit ist der Bankensektor an Lösegeldzahlungen beteiligt?

 

Abuja (Fides) - Zwei Claretiner-Missionare (Söhne des unbefleckten Herzens der seligen Jungfrau Maria, CMF) wurden in der Nacht zum 1. Februar im Bundesstaat Plateau in Zentralnigeria von bewaffneten Männern entführt.

Es handelt sich um Pater Ken Kanwa, Pfarrer der Gemeinde „St. Vincent De Paul Fier“ in der Diözese Panshin im Bundesstaat Plateau, und seinen Assistenten Pater Jude Nwachukwu.

Seit einiger Zeit ist die Geißel der Entführung durch Erpressung in ganz Nigeria weit verbreitet. Priester und Ordensleute werden entführt, aber auch viele andere einfache Bürgerinnen und Bürger.

Nach Berichten in der nigerianischen Presse wurden zwischen Juli 2022 und Juni letzten Jahres insgesamt 3.620 Menschen in 582 Entführungsfällen entführt. Es wird geschätzt, dass insgesamt mindestens 5 Milliarden Naira Lösegeld gefordert wurden, von denen mindestens 302 Millionen Naira auch tatsächlich gezahlt wurden.

Ein kriminelles Phänomen, an dem die Banken, über die die meisten Lösegelder gezahlt werden, auf höchster Ebene beteiligt sind. Wie in einem Artikel in der Tageszeitung „The Nation“ berichtet wird, gibt es in Nigeria 133 Millionen Kontoinhaber, von denen fünf Millionen gefälscht sind. Die Banken verwenden gestohlene Personalausweise von Verstorbenen, um Konten zu eröffnen, die von Entführern genutzt werden, um Lösegeldzahlungen zu erhalten.

 

AFRIKA/SENEGAL - Erzbischof von Dakar: “Wie viele unserer Mitbürger bin ich beunruhigt über das, was geschieht“

 

Dakar (Fides) - "Wie viele unserer Mitbürger bin ich beunruhigt über das, was geschieht", sagte Benjamin Ndiaye, Erzbischof von Dakar, der Hauptstadt Senegals, gegenüber der Presse, nachdem Präsident Macky Sall am 3. Februar angekündigt hatte, dass die für den 25. Februar angesetzten Präsidentschaftswahlen auf unbestimmte Zeit verschoben würden. "Das senegalesische Volk muss die Technik der Umgehung vermeiden. Wenn es eine Vorschrift gibt, muss sie befolgt werden. Wenn wir sie respektieren, können wir vorankommen", sagte Erzbischof Ndiaye.

"Es ist wichtig, dass wir versuchen, den nationalen Zusammenhalt zu leben. Wir brauchen Institutionen, die in ihrer Aufgabe respektiert werden, damit wir gemeinsam vorankommen können. Das Wichtigste für mich ist, dass der Senegal nach seiner Verfassung lebt", betonte der Erzbischof von Dakar, der die Senegalesen aufforderte, den Weg des Dialogs zu gehen, um den sozialen Frieden wiederherzustellen.

In einer live im Fernsehen übertragenen Ansprache an die Nation erklärte Präsident Sall, er habe "das Dekret vom 3. Februar 2024 zur Aufhebung des Gesetzes, mit dem die Präsidentschaftswahlen für den 25. Februar 2024 festgesetzt wurden, unterzeichnet, weil "unser Land in diesen Tagen einen Konflikt zwischen der Nationalversammlung und dem Verfassungsrat vor dem Hintergrund eines angeblichen Korruptionsfalls von Richtern erlebt".

"Ich werde Gespräche einleiten, um die Voraussetzungen für freie, transparente und inklusive Wahlen in einem friedlichen und versöhnten Senegal zu schaffen", fügte er hinzu, ohne jedoch ein neues Datum für die Wahl zu nennen.

Präsident Sall bezog sich damit auf den Konflikt zwischen dem Verfassungsrat und der Nationalversammlung, der nach der endgültigen Bestätigung von 20 Kandidaten durch das Gericht und dem Ausschluss mehrerer Dutzend anderer Kandidaten ausgebrochen war.

Auf Initiative von Karim Wade, einem von der Präsidentschaftskandidatur ausgeschlossenen Kandidaten, der die Integrität von zwei Verfassungsrichtern in Frage gestellt und die Verschiebung der Wahlen gefordert hatte, billigte die Versammlung die Einsetzung einer Untersuchungskommission zu den Bedingungen für die Validierung von Kandidaturen. Eine weitere prominente Persönlichkeit, die von der Präsidentschaftskandidatur ausgeschlossen wurde, ist Ousmane Sonko, der am 4. Januar wegen "Verleumdung" zu einer sechsmonatigen Haftstrafe auf Bewährung verurteilt und für fünf Jahre als „unwählbar“ erklärt wurde. Sonko ist vor allem bei jungen Menschen sehr beliebt, weil er sich gegen Korruption und den Einfluss Frankreichs im Land einsetzt.

Der Kandidat des Präsidentschaftslagers, Premierminister Amadou Ba, der in seiner eigenen Partei angefochten wird, erscheint dagegen schwach.

Am gestrigen Sonntag, den 4. Februar, kam es in Dakar zu Zusammenstößen zwischen den Sicherheitskräften und Demonstranten, die dem Aufruf der Oppositionsparteien gefolgt waren, auf die Straße zu gehen, um gegen die Verschiebung der Präsidentschaftswahlen zu protestieren - ein Geschehnis, das es seit 1963 im Senegal nicht mehr gegeben hat, einem Land, in dem es noch nie einen Staatsstreich gegeben hat, ein seltenes Ereignis in Afrika.

 

ASIEN/PHILIPPINEN - Unterschriftenkampagne zur Verfassungsänderung: Bischöfe fordern umfassende öffentliche Debatte

 

Manila (Fides) - Angesichts der Unterschriftenkampagne zur Änderung der Verfassung von 1987 fordern die philippinischen Bischöfe einen Austausch und ein reflektiertes Nachdenken sowie eine tiefere und umfassendere Auseinandersetzung mit den Vorschlägen zur Überarbeitung der Verfassung, um sicherzustellen, dass das Land nicht einen gefährlichen Weg in Richtung Autoritarismus einschlägt. "Die Volksinitiative zur Änderung der Verfassung ist geschmacklos", kommentierte der Vorsitzender der Katholischen Bischofskonferenz der Philippinen (CBCP), Pablo Virgilio David von Kalookan, zu den Beweggründe des Komitees, das die Initiative ins Leben gerufen hat, die auch von Ferdinand Martin Romuáldez, dem derzeitigen Sprecher des Repräsentantenhauses und Verbündeten des amtierenden Präsidenten Ferdinand Marcos Jr. unterstützt wird.

In einer Videokonferenz, an der Vertreter der Medien, Leiter katholischer Institutionen und Gemeinden sowie Vertreter von Organisationen der Zivilgesellschaft teilnahmen, erläuterten Bischof Pablo Virgilio David und Bischof Mylo Hubert Vergara, Vorsitzender bzw. stellevertretender Vorsitzender der Bischofskonferenz, sowie Pedro C. Quitorio III, Leiter der Medienstelle der Bischofskonferenz, und Colin Bagaforo, Vorsitzender der bischöflichen Kommission für Soziales, Gerechtigkeit und Frieden, die Argumente der Kirche.

"Die Änderung der Verfassung sollte nicht auf die leichte Schulter genommen werden, denn diese Charta ist das Ergebnis von Blut, Schweiß und Tränen des philippinischen Volkes", sagte Bischof David, der an den historischen Kontext erinnerte, aus dem die aktuelle Charta hervorgegangen ist: Die aktuelle philippinische Verfassung wurde 1987 ratifiziert, als die Philippinen nach der Diktatur und dem Kriegsrecht des ehemaligen Präsidenten Ferdinand Marcos Sr. wieder zur Demokratie zurückkehrten. Mit dieser Charta sollte und soll verhindert werden, dass das Land in einen Autoritarismus zurückfällt, indem eine Präsidialrepublik mit einem Zweikammerparlament geschaffen wird. Im aktuellen Entwurf der Verfassungsrevision würde jedoch der Kongress (das Unterhaus) über Gesetze abstimmen und Änderungen beschließen, während der Senat seine Rolle als "gleichberechtigte Kammer" verlieren würde, wodurch das System effektiv in ein Einkammernsystem umgewandelt würde.

"Wir möchten Gespräche, Diskussionen und eingehende Studien in unseren Pfarreien und kirchlichen Basisgemeinden anstoßen, vor allem wenn es noch Kräfte gibt, die auf eine Änderung der Charta in irgendeiner Form drängen", sagte Bischof Pablo Virgilio David. Er schlug einen synodaleren Ansatz vor, um das Thema sowohl innerhalb der katholischen Kirche als auch „im Geiste der Ökumene und des interreligiösen Dialogs“ zu untersuchen.

Bischof Mylo Hubert Vergara betonte die Notwendigkeit, junge Menschen über dieses Thema aufzuklären: "Wenn es um Wahlen oder politische Entscheidungen geht, müssen junge Menschen wissen, was passiert, damit sie die richtige Einstellung entwickeln können, um die richtigen Entscheidungen zu treffen", sagte er.

Bischof Colin Bagaforo, Vorsitzender der bischöflichen Kommission für Soziales, Gerechtigkeit und Frieden der CBCP, merkte an, dass „es nicht völlig negativ“ sei, „die Verfassung zu ändern“ aber dies erfordere „sicherlich einen klaren und geordneten Prozess. Wenn diese Absicht besteht, ist die Bildungskomponente von entscheidender Bedeutung". "Die Konsultation muss eine möglichst breite Basis erreichen, damit wir das Für und Wider verstehen, den Puls der Nation fühlen und die Probleme des Landes aufzeigen können", sagte er.

Der Redemptoristenpater Amado Picardal, ein scharfer Beobachter der philippinischen Politik, fragt: "Warum beeilt sich die Regierung Marcos, die Verfassung zu ändern? Ist das wirklich notwendig? Wer wird davon profitieren?". "Der Hauptgrund, der von den Befürwortern angeführt wird, sind neue wirtschaftliche Bestimmungen, die für Unternehmen, insbesondere für ausländische Investoren und ihre lokalen Partner, günstig und vorteilhaft sind. Der Kongress hat jedoch bereits unter der vorherigen Regierung von Präsident Rodrigo Duterte gewöhnliche Gesetze verabschiedet, die es ausländischen Investoren erleichtern, auf den Philippinen tätig zu werden. Die Änderung der Charta ist im lang- und mittelfristigen Wirtschaftsplan der Regierung nicht vorgesehen. Wenn sie nicht aus wirtschaftlichen Gründen notwendig ist, was ist dann der wahre Grund für Marcos-Romualdez' Schritt? Wir können nur vermuten, dass er politisch motiviert ist. Über wirtschaftliche Maßnahmen hinaus könnte das Ziel darin bestehen, die Regierungsform zu ändern. Wenn dies zutrifft, könnte dies ein Mittel sein, um sich an der Macht zu halten".

Schließlich geben auch Gerüchte über korrupte Praktiken Anlass zur Sorge, denn in mehreren Regionen des Landes wird behauptet, dass die Befürworter der Petition denjenigen, die die Petition unterschreiben, finanzielle Unterstützung versprechen (oder gewähren).

(PA) (Fides 5/2/2024)

 

VATIKAN - Untersekretär des Dikasteriums für Evangelisierung, Sektion für die grundlegenden Fragen der Evangelisierung in der Welt, ernannt

 

Vatikanstadt (Fides) - Papst Franziskus hat den bisherigen Mitarbeiter des Dikasteriums für die Glaubenslehre, Pfarrer Graziano Borgonovo zum Untersekretär für die grundlegenden Fragen der Evangelisierung in der Welt ernannt.

Bischof Borgonovo wurde am 12. Februar 1960 in Monza (Italien) geboren und am 7. September 1991 zum Priester für die Diözese Lugano (Schweiz) geweiht. Er hat einen Abschluss in Philosophie von der „Università Cattolica del Sacro Cuore“ in Mailand und einen Doktortitel in Theologie von der „Université de Fribourg“. Er war Professor an der Universität der italienischen Schweiz in Lugano und Rektor des Internationalen Theologisch-Philosophischen Seminars „Johannes Paul II.“ in Rom. Derzeit lehrt er in Rom an der Päpstlichen Universität vom Heiligen Kreuz und an der oben genannten Katholischen Universität. Seit 2010 ist er Mitarbeiter des Dikasteriums für die Glaubenslehre.

 

(EG) (Fides 5/02/2024)


Minderjährige venezolanische Flüchtlinge: Alleine und hungrig durch den Dschungel

SOS-Kinderdörfer verstärken Hilfsleistungen

Foto: SOS-Kinderdörfer weltweit Hermann-Gmeiner-Fonds Deutschland e.V. /Fotograf:Diana Carolina Ruiz
Foto: SOS-Kinderdörfer weltweit Hermann-Gmeiner-Fonds Deutschland e.V. /Fotograf:Diana Carolina Ruiz

3.02.2024

 

(München/(ots) - Die Flüchtlingskrise von Menschen aus Venezuela hat sich nach Angaben der SOS-Kinderdörfer weiter zugespitzt: Bis November 2023 haben bereits über 7,7 Million Venezolaner ihr Land verlassen - vielfach unbeachtet von der Weltöffentlichkeit. "Dies ist nicht nur die größte Flüchtlingskrise in der jüngeren Vergangenheit Amerikas. Sie ist leider auch eine der am stärksten unterfinanzierten Flüchtlingskrisen der heutigen Zeit", sagt Boris Breyer, Pressesprecher der Hilfsorganisation. Fluchtursache ist der Zusammenbruch der Wirtschaft und Anstieg der Kriminalität in Folge der Machtübernahme durch Präsident Maduro 2013. 

FIDES-NACHRICHTEN - 2.02.204

VATIKAN - Papstbotschaft zum Weltmissionssonntag 2024: Mission als Einladen zum Fest des Herrn

 

Von Gianni Valente

 

Rom (Fides) - "Evangelisierung" ist "ein unermüdliches Hinausgehen zu allen Menschen", um alle "zum Festmahl des Herrn" einzuladen. Das Fest der "Glückseligkeit seines Reiches", das Fest des "endgültigen Heils im Reich Gottes", das "mit dem Kommen Jesu" begonnen hat. Ein Heil, zu dem alle eingeladen sind, angefangen bei den Armen, ohne jemanden auszuschließen. Dies sind die Quellen und eigentlichen Gründe für die missionarische Arbeit der Kirche, an die Papst Franziskus dieses Jahr in seiner Botschaft zum Weltmissionssonntag 2024 erinnert (vgl. Anhang).

Die am heutigen 2. Februar veröffentlichte Botschaft trägt das Datum 25. Januar, Fest der Bekehrung des heiligen Apostels Pauls, und ist einem Vers aus dem Matthäus-Evangelium entnommen: „Geht und ladet alle zum Hochzeitsmahl ein“ (vgl. Mt 22,9).

Dieses Jahr wird der Weltmissionssonntag am 20. Oktober begangen. Mit Blick auf diesen Termin erinnert der Papst in seiner Botschaft mit besonderem Nachdruck an die universale und eschatologische Perspektive des apostolischen Wirkens der Kirche für das Heil aller Menschen.

In dem Text dankt der Papst auch "den Missionaren und Missionarinnen, die dem Ruf Christi gefolgt sind und alles verlassen haben, um fern von ihrer Heimat die Frohe Botschaft dorthin zu bringen, wo die Menschen sie noch nicht oder erst vor kurzem empfangen haben". Die Papstbotschaft enthält zahlreiche Empfehlungen und Impulse, um die Dynamik des kirchlichen Lebens missionarisch zu gestalten.

Insbesondere empfiehlt Papst Franziskus Diözesen in aller Welt erneut "den Dienst der Päpstlichen Missionswerke" und erinnert daran, dass "die Kollekten des Weltmissionstags in allen Ortskirchen zur Gänze für den Universalen Solidaritätsfonds bestimmt sind", den das Päpstliche Werk für die Glaubensverbreitung dann "im Namen des Papstes für die Bedürfnisse aller Missionen der Kirche verteilt". Im Jahr, das dem Gebet gewidmet ist, lädt der Bischof von Rom in Vorbereitung auf das Heilige Jahr 2025 alle ein, "auch und vor allem die Teilnahme an der Messe wie auch das Gebet für den Evangelisierungsauftrag der Kirche zu intensivieren". Und er erinnert daran, dass der synodale Weg, den die kirchlichen Gemeinschaften aller Kontinente gemeinsam beschritten haben, in erster Linie darauf abzielt, "die ganze Kirche auf die Verkündigung des Evangeliums in der Welt von heute auszurichten“.

 

Hinausgehen und Einladen

Der rote Faden, dem Papst Franziskus folgt, um seine missionarischen Empfehlungen zu entwickeln, ist das Gleichnis des Evangeliums vom Hochzeitsmahl. Jenes, in dem der König seine Diener an die Kreuzungen der Straßen schickt, um "alle, die ihr trefft" zur Hochzeit seines Sohnes einzuladen. Die beiden vom König verwendeten Imperative "geht" und "ruft“ im Sinne von „einladen" - so der Bischof von Rom - "bringen den Kern der Mission zum Ausdruck". Jesus Christus, der "gute Hirte und Abgesandte des Vaters", erinnert der Papst, "ging auf die Suche nach den verlorenen Schafen des Volkes Israel und wollte auch noch weiter hinausgehen, um die am weitesten entfernten Schafe zu erreichen". Deshalb wird die Kirche Christi, ihm folgend, "weiterhin über alle Grenzen gehen, immer wieder hinausgehen, ohne müde zu werden oder angesichts von Schwierigkeiten oder Hindernissen den Mut zu verlieren, um die vom Herrn empfangene Sendung treu zu erfüllen". Eine Mission, die nach dem Beispiel Jesu nur "ohne Zwang, Nötigung und Proselytismus" erfolgen kann. Immer mit „Nähe, Mitgefühl und Zärtlichkeit, die die Art und Weise widerspieglen, wie Gott ist und handelt“.

 

Mission für das endgültige Heil

Das Festmahl, das der König des Gleichnisses teilen will, indem er seine Diener schickt, um alle einzuladen - so der Papst weiter - ist wie "ein Bild für endgültige Heil im Reich Gottes, das schon jetzt mit dem Kommen Jesu verwirklicht ist", der "uns ein Leben in Fülle schenk". Der Papst erinnert daran, dass das Zweite Vatikanische Konzil den "eschatologischen Charakter des missionarischen Engagements der Kirche" hervorgehoben hat, als es daran erinnerte, dass "die Zeit der missionarischen Tätigkeit zwischen der ersten Ankunft des Herrn und seiner Wiederkunft liegt. Bevor nämlich der Herr kommt, muss allen Völkern das Evangelium verkündet werden" (vgl. Dekret Ad gentes, 9). „Die frühen Christen", erinnerte der Nachfolger Petri, "spürten die Dringlichkeit, das Evangelium zu verkünden". Auch heute noch - so betonte Papst Franziskus - "ist es wichtig, diese Perspektive im Auge zu behalten, denn sie hilft uns, das Evangelium mit der Freude derer zu verkünden, die wissen, dass 'der Herr nahe ist', und mit der Hoffnung derer, die auf das Ziel ausgerichtet sind, alle mit Christus bei seinem Hochzeitsmahl im Reich Gottes zu sein". Währenddessen wird in der gesamten Geschichte, die die Zeit der Kirche ist, "diese Fülle des Lebens, die ein Geschenk Christi, schon jetzt im Festmahl der Eucharistie vorweggenommen, das die die Kirche auf Geheiß des Herrn zu seinem Gedächtnis feiert". Papst Franziskus zitiert Papst Benedikt XVI., der gelehrt hat, dass "in jeder Eucharistiefeier die eschatologische Zusammenkunft des Gottesvolkes sich auf sakramentale Weise verwirklicht" und der im Nachsynodalen Apostolischen Schreiben „Sacramentum Caritatis“ auch an die enge Verbindung zwischen Eucharistie und Mission erinnert hat, als er schrieb, "wir können nicht zum eucharistischen Mahl hinzutreten, ohne uns in die Bewegung der Sendung hineinziehen zu lassen, die vom Innersten Gottes selbst ausgehehend darauf abzielt, alle Menschen zu erreichen".

 

“Alle” einladen

Im letzten Teil seiner Botschaft wiederholt Papst Franziskus, dass Gott, wie der heilige Paulus im ersten Brief an Timotheus schreibt, will, "dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen". Alle missionarischen Aktivitäten sind nur dann sinnvoll, wenn sie das ewige Heil für alle erleichtern. Denn "alle, jeder Mann und jede Frau, sind Adressaten von Gottes Einladung, an seiner verwandelnden und rettenden Gnade teilzuhaben. Man muss nur ‚Ja‘ sagen, zu diesem unentgeltlichen göttlichen Geschenk, es annehmen und sich von ihm verwandeln zu lassen, damit bekleidet wie mit einem "Hochzeitsgewand" (vgl. Mt 22,12)".

(Fides 25/1/2024)

 

LINK

Botschaft zum Weltmissionsonntag -> https://www.fides.org/de/attachments/view/file/Botschaft_zum_Weltmissionsonntag.pdf

 

 

AFRIKA/KENIA - Vorsitzender der Bischofskonferenz fordert Achtung rechtsstaatlicher Prinzipien

 

Nairobi (Fides) - "Wir haben den Kenianern geraten, das Gesetz zu respektieren. Schon vor den Wahlen im Jahr 2022 haben wir die Kenianer aufgefordert, friedlich zu bleiben und, wenn sie mit dem Ergebnis der Wahlen nicht zufrieden waren, vor Gericht Rechtsmittel einzulegen, was auch geschehen ist", sagt der Vorsitzende der Kenianischen Katholischen Bischofskonferenz und Erzbischof von Mombasa, Martin Kivuva, wobei er Präsident William Ruto aufruft, die Rechtsstaatlichkeit zu achten.

Am Rande des Dialog- und Vermittlungsforums für Frieden und Zusammenhalt in Mombasa, an dem am 1. Februar Vertreter der Kirchen von Mombasa, muslimische Religionsführer und Sicherheitsbeamte teilnahmen, erinnerte Erzbischof Kivuva an die Konfrontation zwischen dem Präsidenten und dem Obersten Gerichtshof. "Wir alle haben die Spannungen gesehen, die darauf folgten", betonte er. "Die Tendenz, dass unser Staatsoberhaupt sich dem widersetzt, was ihm von den Gerichten aufgetragen wird, kann uns in Schwierigkeiten bringen. Und das gilt überall, von hohen Regierungsbeamten bis hinunter zu den einfachen Bürgern."

Präsident Ruto hatte eine Reihe von Angriffen auf die Justiz gestartet und er einige nicht namentlich genannte Richter der Korruption beschuldigte und diejenigen kritisierte, die sich an die Gerichte gewandt haben, um Regierungsprojekte zu stoppen. Zwei Maßnahmen der Regierung wurden tatsächlich von der Justiz gestoppt. Eine davon ist von auch internationaler Bedeutung, da sie die Entsendung eines Kontingents kenianischer Polizisten nach Haiti im Rahmen einer von Kenia geleiteten Sicherheitsmission betrifft. Am 26. Januar entschied der Oberste Gerichtshof Kenias, dass der Nationale Sicherheitsrat Kenias (unter dem Vorsitz von Ruto) im Gegensatz zur Armee nicht befugt ist, Polizisten außerhalb der Landesgrenzen einzusetzen. Das Gericht betonte auch, dass es vor dem Einsatz eine gegenseitige Vereinbarung zwischen den beiden Ländern geben muss.

Am selben Tag hatte ein anderes Gericht die Regierung angewiesen, die Zahlung einer neuen Wohnungssteuer auszusetzen.

Präsident Ruto scheint nicht aufzugeben, und was die Mission in Haiti betrifft, so sagte er, dass sie "fortgesetzt" werde.

Der Konflikt zwischen dem Präsidenten und der Justiz stellt nach Ansicht des Vorsitzenden der Bischofskonferenz eine unmittelbare Gefahr dar und birgt die Gefahr, dass das Land in das finstere Zeitalter des "Rechts des Stärkeren" zurückfällt, "in dem die Regel des Überlebens des Stärkeren gilt: Während die einen das Gesetz befolgen, setzen die anderen Gewalt und Waffen ein, um sich durchzusetzen".

Eine Gefahr, die durch die Tatsache verstärkt wird, dass die Unabhängige Wahlkommission (Independent Electoral and Boundaries Comission, IEBC) noch immer keinen neuen Präsidenten hat. "Wir haben alle gesehen, was mit der IEBC passiert ist. Sie zerfiel infolge der Ereignisse nach den Wahlen. Es liegt in der Verantwortung der Beteiligten, einschließlich des Präsidenten, dafür zu sorgen, dass die IEBC funktionsfähig ist", bemerkte er und erinnerte daran, dass der Termin für die Kommunalwahlen in einigen Teilen Kenias näher rückt.

(L.M.) (Fides 2/2/2024)

 

 

ASIEN/BANGLADESCH - Welttag des geweihten Lebens: Sechs neue “Shanti Rani”-Schwestern legen Gelübde ab

 

Dinajpur (Fides) - Die Erfahrung des gottgeweihten Lebens, eines Lebens, das ganz Gott gewidmet ist, im Gebet und in der Nächstenliebe, zieht weiterhin junge Frauen in Bangladesch an. Am „Welttag des geweihten Lebens", am 2. Februar, haben die Schwestern des Missionsordens der Katechetinnen des Unbefleckten Herzens Mariens, die im Land als "Shanti Rani Sisters" bekannt sind, sechs neue Schwestern in ihre Gemeinschaft in Dinajpur, im Norden Bangladeschs, aufgenommen. Nach dem Noviziat legten die sechs Schwestern ihre ersten feierlichen Gelübde ab und begannen ein Leben, das dem Dienst gewidmet ist, inspiriert von den Beispielen der Missionare und Missionarinnen, die in der Vergangenheit in Bangladesch einen apostolischen Dienst geleistet haben. Bischof Sebastian Tudu von Dinajpur sagte während der Eucharistiefeier mit der feierlichen Profess der Ordensschwestern: "Die Jünger Jesu haben ihre Familien verlassen, um Jesus Christus zu folgen. Heute werdet auch ihr zu Jüngerinnen Jesu Christi, um die Botschaft Gottes zu verkünden. Ich und die ganze Gemeinschaft werden euch dabei unterstützen".

Die Ordensschwestern sind bereits im Bildungswesen tätig. "Hier sind 90 Prozent der Schüler Nichtchristen, wir geben ihnen eine gute Ausbildung. Neben dem Lernen versuchen wir, moralische Werte zu vermitteln, damit die Schüler im weitesten Sinne als Menschen wachsen können. Eine Person wird zu einem guten Menschen und setzt sich für das soziale Wohlergehen ein", erklären die Ordensfrauen, die sich em Apostolat der Bildung und der Nächstenliebe widmen.

"Ich habe das Internat der Shanti-Rani-Schwestern besucht und ihre Arbeit, ihre Selbsthingabe, ihr Gebet und ihr Gemeinschaftsleben beobachtet. Ihre Lebensweise hat in mir eine Berufung geweckt", sagt Schwester Marina Mary Hembrom, eine der sechs Professschwestern, die an der „St. Francis Xavier School“ in Dinajpur arbeitet, gegenüber Fides. "Als Teenager sah ich, wie die Schwestern Familien besuchten und den Bedürftigen halfen. Diese Gesten haben mich auch angesprochen", erklärt sie.

Schwester Hembrom, die aus der Diözese Rajshahi stammt und ebenfalls an der „St. Francis Xavier School“ in Balubari (Dinajpur, Nord-Bangladesch) tätig ist, sagt, sie wolle sich als Katechetin engagieren, "um anderen Menschen ein Zeugnis von Jesus Christus zu geben". Nach ihrem Studium "möchte ich als Nonne und Katechetin Kindern und Erwachsenen das geben, was in meinem Herzen gereift ist, und mich dem Dienst der Mutter Kirche widmen", sagt sie.

Schwester Shephali Murmu, eine weitere Schwester, die an der „St. Francis Xavier School“ in Dinajpur tätig ist, erklärte, warum sie Nonne wurde: "Ich habe das Leben meines Onkels väterlicherseits, eines Priesters, der jetzt Dozent am „Holy Spirit Major Seminary“ in Dhaka ist, beobachtet. Sein Leben inspirierte mich, und seit meiner Kindheit träumte ich davon, eine geweihte Frau zu werden. Gott hat mich erhört", bezeugt sie. "Als Ordensfrauen", sagt sie, "sind wir lebendige Zeugen. In der Schule gehören die meisten Kinder und Familien anderen Glaubensgemeinschaften an. Sie erkennen unseren christlichen Glauben daran, dass ich sanft und liebevoll bin. Ich arbeite für und mit Jesus Christus", bemerkt sie.

Die "Shanti Rani Sisters" sind eine lokale Kongregation mit 170 Schwestern in Bangladesch. Insgesamt 33 von ihnen sind Krankenschwestern und arbeiten in verschiedenen Krankenhäusern, Ambulanzen und Gesundheitszentren, die anderen sind Lehrerinnen und Katechetinnen.

Die Sekretärin der Konferenz der Ordensschwestern in Bangladesch, Schwester Teresa Gomes von den Schwestern Unserer Lieben Frau von den Missionen, stellt gegenüber Fides fest, dass Bangladesch in Bezug auf weibliche Ordensberufungen floriert: "Jedes Jahr nehmen wir im Durchschnitt etwa 20 neue Ordensschwestern auf und etwa 100 Ordensfrauen sind Missionarinnen im Ausland", berichtet sie und bekräftigt, dass "dies ein Zeichen der Hoffnung für die katholische Kirche in Bangladesch ist".

In Bangladesch gibt es bei einer Bevölkerung von 170 Millionen, von denen die überwiegende Mehrheit Muslime sind, etwa 500.000 Katholiken. Rund 1140 Schwestern leisten unermüdlich pastorale und soziale Dienste in Pfarreien, Schulen, Krankenhäusern und karitativen Einrichtungen.

 

(PA-FC) (Fides 02/02/2024)


Nahost-Konflikt: Soforthilfe für mehr als 6.000 Schülerinnen und Schüler

50.000 Euro für psychologische Unterstützung in jüdischen und arabischen Schulen

Klara Koch. Foto: Kindermissionswerk
Klara Koch. Foto: Kindermissionswerk

31.01.2024

 

(Aachen/kmw) - Das Kindermissionswerk ,Die Sternsinger‘ stellt 50.000 Euro für vom Nahost-Konflikt betroffene Kinder und Jugendliche bereit. Mit der Soforthilfe unterstützt das Kindermissionswerk die Nichtregierungsorganisation Matzmichim, die an jüdischen und arabischen Schulen psychologische Hilfe leistet. Mit dem Nothilfe-Programm werden mehr als 6.000 Schülerinnen und Schüler an 40 Schulen in Israel erreicht. Workshops mit 250 arabischen und jüdischen Lehrkräften zählen ebenfalls zum Hilfsprogramm.  

 

„Seit dem menschenverachtenden Angriff der Hamas am 7. Oktober auf Israel steht die jüdische Gesellschaft unter Schock. Das extreme Leiden der Bevölkerung im Gaza-Streifen infolge von Bombardierungen und anhaltenden Kämpfen belastet wiederum die in Israel lebenden Palästinenser sehr“, sagt Klara Koch, die zuständige Länderreferentin im Kindermissionswerk. „All dies führt zu starken Emotionen und Ängsten unter Kindern und Jugendlichen. Lehrkräfte an Schulen in Israel berichten zunehmend von auffälligem Verhalten ihrer Schülerinnen und Schüler infolge traumatischer Erfahrungen. Genau dort setzt das Programm unseres Partners Matzmichim an“, erklärt Koch. ...

 


FIDES-NACHRICHTEN - 1.04.2024

AFRIKA/UGANDA - Kamillinaer feiern 25jähriges Jubiläum ihrer Ankunft

 

Masaka (Fides) – Auch im Jahr des 25-jährigen Jubiläums der Ankunft der Kamillianer in Uganda (2024-2025) baut der Krankenpflegeorden, verwurzelt im Charisma des Ordensgründers und Heiligen Kamillus von Lellis, seine Präsenz in dem afrikanischen Land weiter aus.

Erst kürzlich wurde ein neues Haus in Masaka eingeweiht. Dies ist ein weiterer Meilenstein in der Geschichte der Ordensleute in Uganda. Das Ereignis wurde am 12. Januar auf Initiative des Bischofs der Diözese Masaka, Serverus Jjumba, gefeiert. "Dieses Haus könnte das Hauptquartier der Noviziatsgemeinschaft der Kamillianer in Uganda werden", heißt es in der Mitteilung, die Fides vorliegt. In seiner Predigt drückte der Bischof die Freude der gesamten Diözesangemeinschaft über die Anwesenheit der Kamillianer aus und lud alle Anwesenden ein, mit Begeisterung den "Weg des Glaubens" zu gehen.

Am Ende der liturgischen Feier pflanzten Bischof Jjumba und die anderen Teilnehmer, darunter Pater James, der Diözesankoordinator für die Seelsorge, Pater Kizito, der Vikar für das geweihte Leben, mehrere Pfarrer aus der Gegend, Vertreter der lokalen Regierungsverwaltung und alle Kamillianer-Mitbrüder in Uganda, einige Obstbäume als symbolische Geste für Leben und Wachstum. Der Obere der Kamillianermission, Pater Babychan Pazhanilath, schenkte dem Bischof als Zeichen der Wertschätzung für seine Anwesenheit und seinen Empfang eine Ziege.

Heute verfügt die Kamillianermission in Uganda mit den Gemeinschaften in Jinja, Masaka und Fortportal über geeignete Strukturen, um den Ausbildungsweg der neuen Kamillianergenerationen zu begleiten. Gegenwärtig zählen die Kamillianer in Uganda sechs Ordensleute in ewigen Gelübden, neun Ordensleute in zeitlichen Gelübden, drei Novizen, acht Philosophiestudenten und acht Aspiranten.

"Die Kamillianer-Mission in Uganda hat dem 'Herrn der Ernte' und der irischen Kamillianer-Delegation, die die ugandische Kamillianer-Stiftung immer unterstützt hat, ihre Dankbarkeit für den Bau dieses Hauses ausgedrückt", heißt es in der Mitteilung weiter.

Nach einer ausschweifenden Jugend kam der Ordensgründer der Kamillianer am 2. Februar 1575 zur Bekehrung. Im August 1582 gründete der Schutzpatron der Kranken, der Krankenpfleger und der Krankenhäuser die "Gesellschaft der Diener der Kranken", deren erste Statuten am 18. März 1586 von Papst Sixtus V. genehmigt wurden. Am 21. September 1591 wurde sie von Papst Gregor XIV. als religiöser Orden anerkannt. Am 8. Dezember 1591 legten Kamillus und seine ersten Gefährten die feierlichen Ordensgelübde ab und legten ein viertes Gelübde ab, nämlich die Kranken zu pflegen, auch unter Einsatz ihres Lebens. Ein neuer religiöser Orden war geboren. Kamillus wurde am 7. April 1742 von Benedikt XIV. seliggesprochen, der ihn am 29. Juni 1746 heiligsprach.

(AP) (Fides 1/2/2024)

 

AFRIKA/DEMOKRATISCHE REPUBLIK KONGO - Mindestens 32 Menschen sterben bei einer Serie von Angriffen

 

Kinshasa (Fides) - Bei einer Serie von Angriffen auf Dörfer in Nord-Kivu im Osten der Demokratischen Republik Kongo (DRK), die am 27. Januar begann und bis gestern, 31. Januar, andauerte, starben mindestens 32 Zivilisten.

Lokalen Quellen zufolge wurden mindestens drei Dörfer von bewaffneten Gruppen angegriffen, die angeblich mit den „Allied Democratic Forces“ (ADF) in Verbindung stehen, einer Gruppe ugandischen Ursprungs, die sich seit Jahren dem Islamischen Staat angeschlossen hat (zur komplexen Geschichte dieser Gruppe und ihrer Verbindung zum Islamischen Staat).

Die Behörden berichteten, dass mindestens acht Personen enthauptet wurden, fünf von ihnen während einer religiösen Zeremonie am Sonntag, den 28. Januar, in der Stadt Baeti-Vutchika in Nord-Kivu.

Lokalen Quellen zufolge gehören die getöteten Gläubigen zu den so genannten "Branhamitischen Christen", einer Gruppe, die ihren Ursprung in den Vereinigten Staaten hat, von William Marrion Branham gegründet wurde und sich in verschiedenen Teilen der Welt, darunter auch in Afrika, verbreitet hat und deren Lehre die Dreifaltigkeit leugnet.

Nach Angriffen auf ugandischem Boden, die ebenfalls dieser Miliz zugeschrieben werden (zwei Angriffe in West-Uganda, bei denen 13 Dorfbewohner getötet wurden), haben Uganda und die Demokratische Republik Kongo Ende 2021 eine gemeinsame Militäroperation gegen die ADF mit der Bezeichnung "Shujaa" eingeleitet, was die Rebellen nicht daran hinderte, weiterhin Zivilisten anzugreifen.

Die drei östlichen Provinzen der Demokratischen Republik Kongo (Ituri, Nord- und Süd-Kivu) werden seit Jahrzehnten von der Gewalt von mehr als 120 bewaffneten Gruppen heimgesucht, die um die Kontrolle über das Gebiet und um die wertvollen Bodenschätze kämpfen, an denen diese Gebiete reich sind.

(L.M.) (Fides 1/2/2024)

 

ASIEN/MYANMAR - Dritter Jahrestag des Umsturzes: "Schweigestreik" und Gebet

 

Yangon (Fides) - Katholische Gläubigen Myanmars verbringen den dritten Jahrestag des Staatsstreichs, der am 1. Februar 2021 von der Militärjunta durchgeführt wurde, in stiller eucharistischer Anbetung, beten den Rosenkranz, stellen die Bedrängnis und die prekäre Situation unter den Schutz der Jungfrau Maria und bitten um "eine Zeit des Friedens, der Gerechtigkeit und der Freiheit für die Nation": Dies berichten Katholiken, die sich in Yangon - wie auch in anderen birmanischen Städten - zusammen mit Tausenden von anderen Bürgern an dem stillen Protest "von unten" beteiligten, um des tragischen Ereignisses des Staatsstreichs zu gedenken, der den demokratischen Prozess unterbrach und einen Bürgerkonflikt auslöste, der noch immer dramatisch anhält.

Wie der Katholik Joseph Kung berichtet, wurde in der Marien-Pfarrei in Yangon bei der Morgenmesse "für die zu Unrecht Verhafteten, für diejenigen, die vor Verfolgung geflohen sind, für alle Binnenvertriebenen, die in Not leben oder den Kontakt zu ihren Familienangehörigen verloren haben" gebetet. Die Gemeinde vertraute dem Herrn "die unschuldigen Menschen an, die in ganz Myanmar seit dem Tag des Staatsstreichs bis heute ums Leben gekommen sind" und flehte vor allem zu Gott, "dass der Krieg ein Ende hat und dass Frieden, Gerechtigkeit, Rechtsstaatlichkeit und die Achtung der Menschenwürde gemäß dem Evangelium zurückkehren".

Am dritten Jahrestag des Staatsstreichs erinnern sich die Menschen "an die Hoffnungen, die mit den Parlamentswahlen 2020 verbunden waren, an die Pläne, die die jungen Menschen damals schmiedeten und die von Wohlstand und Frieden sprachen, an die Bemühungen, die Pandemie durch nationale Solidarität einzudämmen", so Kung. Die Menschen erinnerten sich an all das und traten den stillen Protest an: während in vielen Städten die Straßen menschenleer sind, "macht der stille Dissens Lärm und erreicht die Ohren der Militärs, die ihrem eigenen Volk Schaden zufügen", stellt er fest. "Das heute gewählte Gebet ist das der göttlichen Barmherzigkeit: Jesus, ich vertraue auf Dich, Dein Wille geschehe", stellt er fest und berichtet, dass der Aufruf des Papstes, in Vorbereitung auf das Jubiläum ein "Jahr des Gebets" zu leben, in Myanmar die Form eines besonderen und kontinuierlichen "Gebets für den Frieden in unserer geliebten Nation" angenommen hat.

In der Zwischenzeit hat die Militärjunta – im Bestreben, die immer stärker werdende Rebellion einzudämmen, die im vergangenen Herbst eine Offensive mit dem Namen "Operation 1027" auf den Weg brachte und Teile des nationalen Territoriums eroberte - den Ausnahmezustand um weitere sechs Monate verlängert, mit der Begründung, dass diese Maßnahme notwendig sei, "um die Nation zu einem normalen Zustand von Stabilität und Frieden zu führen".

In den drei Jahren seit dem 1. Februar 2021 hat sich das soziale Szenario im Land verändert. In der ersten Phase ging die birmanische Bevölkerung friedlich auf die Straße, um ihren Unmut zu äußern, und die Armee reagierte mit harter Repression. Der Protest verwandelte sich allmählich in eine bewaffnete Rebellion mit der Bildung der "Volksverteidigungskräfte", die sich hauptsächlich aus jungen Menschen der Bamar, der wichtigsten ethnischen Gruppe des Landes, zusammensetzten. Dies führte zu einem Bürgerkrieg, der das Land bis heute erschüttert und der eskalierte, als sich die Widerstandsgruppen mit ethnischen Milizen zusammenschlossen, die seit jeher in den Grenzgebieten Myanmars aktiv sind.

Innerhalb von drei Jahren hat der Bürgerkrieg mehr als 2,5 Millionen Binnenvertriebenen dazu gezwungen, ihre Heimat zu verlassen, und zu einer ernsten humanitären Lage geführt, wobei internationale Organisationen daran gehindert werden, Hilfe zu leisten.

(PA) (Fides 1/2/2024)

 

VATIKAN - Dr. Benjamín Estévez de Cominges zum Generalsekretär des Wirtschaftssekretariats ernannt

 

Vatikanstadt (Fides) – Papst Franziskus hat am heutigen 1. Februar 2024 den bisherigen Delegegierten für die Verwaltung des Dikasteriums für die Evangelisierung und die neuen Teilkirchen, Dr. Benjamín Estévez de Cominges, zum Generalsekretär des Wirtschaftssekretariats.

Dr. Benjamín Estévez de Cominges wurde am 15. April 1974 in Vigo (Spanien) geboren. Er erwarb seinen Master of Science in Management an der „Sloan School of Management“ des „Massachusetts Institute of Technology“ (USA). Er absolvierte sowohl ein Studium des höheren Ingenieurwesens an der „Universidade de Vigo“ und der „Katholieke Universiteit“ Leuven (Belgien) als auch ein Studium der Ökonomie und anschließend ein Studium der Verwaltung und Unternehmensleitung an der „Universidad Nacional de Educación a Distancia“ (Spanien). Er war Generaldirektor für wirtschaftliche Angelegenheiten an der „Universidad Pontificia Comillas“ (Spanien). Seit dem 17. Dezember 2021 ist er Delegierter für die Verwaltung des Dikasteriums für die Evangelisierung in der Abteilung für Erstevangelisierung und die neuen Teilkirchen.

 

(EG) (Fides 1/01/2024)


Diakonie Katastrophenhilfe setzt Erdbebenhilfe in Türkei und Syrien fort

Wohnraum und psychosoziale Hilfe dringend notwendig

 

1.02.2024

 

(Berlin/dwd) - Die verheerenden Erdbeben vom 6. Februar 2023 mit mehr als 56.000 Todesopfern hatten zahlreiche Regionen in der Türkei und Nordsyrien verwüstet. In der Türkei leben mehr als 700.000 Betroffene weiterhin in Containersiedlungen oder Zelten. Zusammen mit Partnern führt die Diakonie Katastrophenhilfe die wichtige humanitäre Hilfe fort. Bargeldhilfen und psychosoziale Unterstützung stehen im Fokus.

 

Ein Jahr nach den Erdbeben in der Türkei sind die meisten Ruinen abgerissen und Schuttberge geräumt. Geblieben sind seelische Narben und ein hoher Bedarf an Wohnraum: „In den Provinzen Adiyaman oder Hatay, die besonders stark betroffen waren, steckt ein umfangreicher Wiederaufbau noch in der Anfangsphase“, berichtet Umutcan Yüksel, Programm-Koordinator der Diakonie Katastrophenhilfe für die Türkei. Allein in Hatay leben noch immer rund 300.000 Menschen in provisorischen Notunterkünften. In informellen Siedlungen sind das vor allem dünnwandige Container und Zelte. „Das ist aktuell bei Regen und winterlichen Temperaturen eine enorme Zumutung. Das ruft bei den Menschen die traumatischen Wochen nach den Erdbeben in Erinnerung. Viele leiden an Depressionen und Angstzuständen. Den Menschen, mit denen ich gesprochen habe, ist die Not in ihren Gesichtern deutlich anzuerkennen“, so Umutcan Yüksel.

 

Vor allem syrische Geflüchtete leben in schlecht ausgestatteten Containercamps oder informellen Siedlungen. Rund zwei Millionen Geflüchtete hatten innerhalb des türkischen Erdbebengebiets Schutz vor dem Bürgerkrieg in ihrem Heimatland gesucht gehabt, als auch sie die Naturkatastrophe traf. „Der Verlust von Angehörigen und einem sicher geglaubten Umfeld hat bestehende Traumata vertieft. Unsere lokale Partnerorganisation hat spezialisierte psychosoziale Teams im Einsatz und verstärkt diese wichtige Arbeit mit syrischen und türkischen Betroffenen“, sagt Umutcan Yüksel. Mitarbeitende von Hayata Destek (Support to Life - STL) leisten Hilfe für die mentale Gesundheit und unterstützen bis hin zur Suche von Unterkünften.

 

Auch bei der Grundversorgung bestehen weiter Defizite. In informellen Siedlungen existiert oft keine adäquate Wasser- und Sanitärversorgung. Zu viele Familien müssen sich zu wenige Sanitäranlagen teilen. „Das begünstigt die Ausbreitung von Krankheiten und gefährdet die Gesundheit“, sagt Umutcan Yüksel. Im zurückliegenden Jahr hatte die Diakonie Katastrophenhilfe mit STL zunächst Zelte, Matratzen und Decken verteilt. Es folgten Latrinen-Blöcke, mobile Duschen und Trinkwassertanks für rund 30.000 Menschen. Neue sanitäre Anlagen werden in den kommenden Monaten errichtet und bestehende Einrichtungen instandgesetzt. Parallel erhalten Betroffene vor allem jetzt im Winter Bargeldhilfen, denn: „Die lokalen Märkte haben sich erholt. Bargeldhilfe kann dazu beitragen, die lokale Wirtschaft wiederzubeleben. Die Menschen entscheiden selbst, was sie am dringendsten benötigen“, sagt Umutcan Yüksel. Heizmaterial, Nahrungsmittel oder Kleidung stehen dabei ganz oben.

 

In Syrien hatten sich Nahrungsmittelpreise nach den Erdbeben binnen weniger Monate verdoppelt. Bargeldhilfen und Gutscheine für Hunderte Familien helfen auch dort, die Not zu überbrücken und die lokale Wirtschaft zu stützen. „Sogenannte Cash for Work-Programme leisten zusätzlich einen wichtigen Beitrag in zweierlei Hinsicht“, erklärt Hannah Sausen, Projekt-Verantwortliche der Diakonie Katastrophenhilfe für Syrien. „Unsere Partner haben Betroffene beispielsweise im Schneiderberuf ausgebildet. Sie erhielten im Rahmen der Ausbildung für das Nähen von Winterkleidung ein eigenes Einkommen. Die produzierte Kleidung verteilten unsere Partner dann vor allem an Kinder“, erklärt Sausen. Mehr als 20.000 Menschen erhielten auf diese Weise wärmende Kleidung.

 

Zusammen mit der syrischen Partnerorganisation GOPA-DERD werden zusätzlich rund 150 Wohnungen für Familien saniert und hergerichtet, da der Mangel an bezahlbarem und sicherem Wohnraum extrem hoch ist. Zahlreiche Familien erhalten zudem Mitzuschüsse, um sich ein Dach über dem Kopf leisten zu können. Wie auch in der Türkei steht die psychosoziale Hilfe in den kommenden Monat im Fokus. „Neben der Arbeit auf Gemeindeebenen kümmert sich unser Partner verstärkt um Einzelfälle, die kaum unterstützt werden. Wir können die Menschen auch in abgelegenen Regionen nicht mit ihrer traumatischen Last aus Bürgerkrieg und Erdbeben alleine lassen“, sagt Sausen.  

 

Zahlen zu Spenden und Projekten:

Im Rahmen der Erdbebenhilfe Türkei und Syrien erhielt die Diakonie Katastrophenhilfe knapp 22,5 Millionen Euro Spenden. 8,5 Millionen Euro kamen davon aus dem Aktionsbündnis Katastrophenhilfe. 20 Millionen Euro sind in umgesetzte sowie laufende Projekte geflossen und für geplante neue Projekte vorgesehen. Insgesamt erreichten die Maßnahmen im Jahr 2023 mehr als 164.000 Menschen in der Türkei und Syrien. In der Türkei setzt die Diakonie Katastrophenhilfe zusätzlich ein Nothilfe-Projekt mit finanzieller Unterstützung der Europäischen Union um (ECHO).

 

Um Menschen vor Katastrophen wie Erdbeben weltweit besser zu schützen, bittet die Diakonie Katastrophenhilfe um Spenden:

 

Diakonie Katastrophenhilfe, Berlin

Evangelische Bank

IBAN: DE68 5206 0410 0000 5025 02

BIC: GENODEF1EK1

Stichwort: Katastrophenhilfe weltweit

 

Online unter: www.diakonie-katastrophenhilfe.de/spenden/


FIDES-NACHRICHTEN - 31.01.2024

VATIKAN - Vatican News: Alle Mittagsgebete und Mittwochskatechesen auf den Seiten des Vatikanportals künftig auch auf Mongolisch

 

Vatikanstadt (Fides) - "Das Lehramt des Nachfolgers Petri ist künftig in mongolischer Sprache verfügbar. Ein neues Instrument im Dienst der Evangelisierung, das, wie wir hoffen, durch die heutigen Kommunikationskanäle sein volles Potenzial entfalten wird", betont Kardinal Giorgio Marengo, Apostolischer Präfekt von Ulaanbaatar, gegenüber Radio Vatikan anlässlich der Aufnahme des Programms in mongolischer Sprache in die vatikanischen Medien.

Radio Vatikan zufolge wird diese Sprache dank einer Zusammenarbeit mit der Ortskirche zu den 51 bereits vorhandenen Sprachen in Wort und Schrift hinzukommen. Insbesondere werden alle Mittagsgebete und Mittwochskatechesen übersetzt und auf den Seiten des vatikanischen Portals veröffentlicht.

"Wir freuen uns über diese neue Möglichkeit, die Worte des Heiligen Vaters künftig auf Mongolisch lesen zu können", betonte Kardinal Marengo gegenüber Radio Vatikan. Es ist eine der Früchte des jüngsten Besuchs des Papstes im Land des ewigen blauen Himmels, bei dem er die Herzen der mongolischen Katholiken, aber auch die vieler Menschen anderer religiöser Überzeugungen berührt hat, die von dem großen menschlichen und spirituellen Zeugnis von Papst Franziskus positiv beeindruckt waren“.

"Wir haben die Arbeit an diesem Projekt während der Reise des Papstes in die Mongolei auf den Weg gebracht“, hebt Massimiliano Menichetti, Leiter von Vatican News, hervor, „inspiriert gerade durch seine Unterstützung für diese kleine Gemeinschaft“. „Wir haben nun begonnen, auf dem Portal ‚Vatican News‘ in schriftlicher Form zu veröffentlichen, aber später könnte es auch eine Audioproduktion geben. Wir arbeiten an Synergiemodellen mit den lokalen Kirchen, um der Hoffnung, die die Welt verändert, mehr und mehr Gehör zu verschaffen".

(Fides 31/1/2024)

 

AFRIKA/RUANDA - Bischöfe der Region der Großen Seen: “Wir sind betrübt über die Schließung der Grenzen zwischen Burundi und Ruanda”

 

Kigali (Fides) - "Die jüngste Entscheidung, die Landgrenze zwischen Burundi und Ruanda zu schließen, hat uns zutiefst betrübt, wenn man bedenkt, welche Auswirkungen dies auf das Leben von besonders gefährdeten Menschen hat", so die Bischöfe von Ruanda, Burundi und der Demokratischen Republik Kongo, im Hinblick auf ihre Besorgnis über die Entscheidung der burundischen Regierung, die Grenze zu Ruanda zu schließen, das beschuldigt wird, die burundische Rebellen der „RED Tabara“ zu unterstützen.

Das Gremium, das die Bischöfe des Landes vereint, hielt vom 23. bis 26. Januar eine Versammlung in der Diözese Ruhengeri (Ruanda) ab. In der gemeinsamen Erklärung, die während der Messe für den Frieden am Abend des 25. Januar 2024 in der Kathedrale von Ruhengeri verlesen wurde, brachten die Bischöfe ihr tiefes Bedauern über die anhaltend schlechten Beziehungen zwischen Ruanda, Burundi und der Demokratischen Republik Kongo zum Ausdruck und äußerten die Hoffnung, dass die Spaltungen bald überwunden werden, um Bande des Friedens zwischen den Völkern der drei Staaten zu knüpfen.

In diesem Zusammenhang brachten die Bischöfe ihre Trauer über die jüngste Entscheidung der burundischen Regierung zum Ausdruck, die Landgrenze zwischen Ruanda und Burundi zu schließen, wovon insbesondere die an der Grenze lebenden Menschen betroffen sind.

Auf das Treffen in Ruanda folgte ein Treffen in Goma (vgl. Fides 29/1/2024), bei dem es um die Krise im Osten der DRK ging. Ruanda wird seit langem von den kongolesischen Behörden beschuldigt, Guerillagruppen auf seinem Territorium zu unterstützen, insbesondere die M23-Bewegung, während nun die Regierung in Bujumbura auch Ruanda beschuldigt, dasselbe mit den Milizen der „RED Tabara“ zu tun. Am 11. Januar 2024 kündigte die burundische Regierung daher die Schließung der Grenze zu Ruanda an. Die burundische Regierung behauptet, dass diese Entscheidung getroffen wurde, weil Ruanda die Rebellen unterstützen würde. Unterdessen bestreitet die ruandische Regierung die von der burundischen Seite gegen sie erhobenen Vorwürfe und erklärte, dass die Grenze ihrerseits offen bleibe.

RED-Tabara ist eine Rebellengruppe mit Sitz in Süd-Kivu im Osten der Demokratischen Republik Kongo, die seit 2015 gegen die burundische Regierung kämpft.

Die Gruppe hatte sich zu einem Anschlag bekannt, bei dem in der Nacht zum 23. Dezember in Gatumba im Bezirk Mutimbuzi in der Provinz Bujumbura im Westen Burundis, nahe der Grenze zwischen Burundi und der DRK, 20 Menschen getötet wurden.

Am 29. Dezember hatte der Präsident von Burundi, Evariste Ndayishimiye, angeprangert, dass die Rebellen der „RED Tabara“ "von Ruanda unterstützt, beschützt, beherbergt und mit logistischen und finanziellen Mitteln versorgt werden".

Der Burundische Präsident fügte hinzu, dass Burundi zwei Jahre lang erfolglos mit Ruanda verhandelt habe, um die Auslieferung der Rebellen zu erreichen. „Solange sie ein Land haben, das sie mit Uniformen ausstattet, sie ernährt, beschützt, ihnen Unterschlupf gewährt und sie unterhält, werden wir Probleme haben", schloss er.

(L.M.) (Fides 31/1/2024)

 

ASIEN/CHINA - Peter Wu Yishun zum Bischof von Shaowu geweiht

 

Von Marta Zhao

 

Nanping (Fides) - Ein neuer katholischer Bischof - der dritte in weniger als einer Woche - wurde heute in der Volksrepublik China geweiht. Peter Wu Yishun ist 59 Jahre alt und wurde zum Bischof der Apostlolischen Präfektur Shaowu (Minbei), in der Küstenprovinz Fujian, geweiht. Papst Franziskus hatte ihn am 16. Dezember 2023 zum Bischof ernannt.

Die Weiheliturgie des neuen Bischofs wurde in der der Geburt Mariens gewidmteten Pfarrei in Chengguan im Bezirks Jianyang in der Stadt Nanping (Provinz Fujian) gefeiert. Der Bischof von Peking Joseph Li Shan, stand der Weihe vor. Konzelebranten waren der Bischof von Mindong, Vincent Zhan Silu, und der Bischof von Xiamen, Joseph Cai Bingrui, sowie Francis Xavier Jin Yangke, Bischof von Ningbo in der Provinz Zhejiang. Etwa achtzig Priester aus verschiedenen Diözesen Chinas und über 360 Laien nahmen ebenfalls an der Liturgie teil.

"Im Rahmen des Vorläufigen Abkommens zwischen dem Heiligen Stuhl und der Volksrepublik China", heißt es in dem vom Presseamt des Vatikans herausgegebenen Bulletin, "fand am heutigen Mittwoch, den 31. Januar 2024, die Bischofsweihe von Peter Wu Yishun statt, der vom Heiligen Vater am 16. Dezember 2023 zum Bischof der Apostolischen Präfektur Shaowu (Minbei) in der chinesischen Provinz Fujian ernannt wurde“.

 

Der neue Bischof

Peter Wu Yishun wurde am 7. Dezember 1964 geboren. Am 15. August 1992 wurde er zum Priester geweiht und in die Diözese Xiamen inkardiert. Später wurde er nach Minbei entsandt und versah dort seinen pastoralen Dienst, unter anderem als Pfarrer von Nanping und als Verantwortlicher für die Apostolischen Präfekturen von Shaowu (historisch Mission der deutschen Provinz der Salvatorianer) und Jian'ou (historisch Mission der amerikanischen Provinz der Dominikaner).

Im November 2021 sprach Peter Wu auf einem in der Provinz Fujian organisierten Seminar über die richtige Richtung für die so genannte "Sinisierung" des Katholizismus in China. Bei dieser Gelegenheit sagte der künftige Bischof, dass der katholische Glaube und die lokale chinesische Kultur in der Tat eine gegenseitige "Harmonie" und Integration erreicht haben und dass diese "Harmonie" den eigentlichen Kern darstellt und die richtige Richtung für die "Sinisierung" des Katholizismus vorgibt. In diesem Referat hatte Wu Yishun, ausgehend vom chinesischen Konzept der "Harmonie" (verstanden als eine vorteilhafte Beziehung zwischen verschiedenen Teilen), die Ähnlichkeiten zwischen der chinesischen Kultur und bestimmten Inhalten und Daten, die in der Fundamental-Theologie erworben wurden, hervorgehoben, um darauf hinzuweisen, dass "die Dinge nebeneinander existieren können, ohne sich gegenseitig zu schaden, dass Straßen nebeneinander verlaufen können, ohne zusammenzustoßen".

Als Priester organisierte Peter Wu Sommercamps für Jugendliche und engagierte sich im Rahmen von Initiativen zur Förderung von Priester- und Ordensberufen. Die Priester und Ordensschwestern der Diözese besuchten anlässlich des chinesischen Neujahrsfestes in Gruppen ihre Eltern und dankten ihnen für die Unterstützung, die sie von ihren Familien erhalten hatten, um den Weg ihrer Berufung zu gehen.

 

Die der katholischen Glaubensgemeinschaft

Das Leben der katholischen Glaubensgemeinschaft in der Apostolischen Präfektur Shaowu (Minbei) ist verwoben mit dem alltäglichen Katechismus, der Liturgie und den Gebeten, Werken der Nächstenliebe, der Abfolge von Monaten, die Jahr für Jahr jeweils dem Heiligen Josef, der Gottesmutter Maria, dem Heiligsten Herzen Jesu und sowie dem Rosenkranz gewidmet sind. Die ältesten Kirchen werden restauriert und wiederhergestellt, pastorale Initiativen werden entsprechend den vom Nachfolger Petri vorgegebenen Prioritäten auf den Weg gebracht. So haben die Pfarreien das von Papst Benedikt XVI. ausgerufene Paulusjahr wurde und dasvon Papst Franziskus ausgerufene Außerordentliche Jubiläum der Barmherzigkeit mit besonderen Initiativen gefeiert. In den Pfarreien wurde für den Erfolg der Olympischen Spiele und für ein Ende der Pandemie gebetet. Angesichts von Erdbeben und Naturkatastrophen werden Geldmittel und Hilfsgüter für die betroffene Bevölkerung gesammelt und dann über das von dem Hilfswerk „Jinde Charities“ geleitete Wohltätigkeitsnetz verteilt.

Während des Jubiläums der Barmherzigkeit hat die katholische Glaubensgemeinschaft zwei vor mehr als 110 Jahren gebaute antike Kirchen restauriert und zu Heiligtümern erklärt, deren Heilige Pforten die Gläubigen in Gemeinschaft mit der Weltkirche und dem Nachfolger Petri durchschreiten.

(Fides 31/1/2024)

 

ASIEN/BAHRAIN - Frieden und menschliches Zusammenleben: König Hamad bin Isa Al Khalifa empfängt den Apostolischen Vikar des nördlichen Arabien

 

Manama (Fides) – Am Montag, den 30. Januar 2024, empfing Seine Majestät der König von Bahrain, Hamad bin Isa Al Khalifa, im Beisein von drei Ministern den Apostolischen Vikar des nördlichen Arabien Bischof Aldo Berardi OSST, in Audienz.

"Ich hatte Seine Majestät um ein Treffen gebeten, um uns persönlich kennen zu lernen, und am gestrigen 30. Januar, wurde ich in den Räumlickeiten des Königspalastes in Manama empfangen. Begleitet wurde ich vom Rektor der Kathedrale Unserer Lieben Frau von Arabien, Pater Saji Thomas OfmCap, und einer Reihe von Ministern, darunter der Minister für Justiz und islamische Angelegenheiten sowie der Direktor des „King Hamad Global Centre for Peaceful Coexistence“, Dr. Shaikh Abdulla bin Ahmed Al Khalifa.

"Es war ein sehr angenehmes Treffen, der König ist ein vorzüglicher Mensch, immer offen für Toleranz und Koexistenz verschiedener religiöser Realitäten", sagte der Apostolische Vikar gegenüber Fides. „Zu den Höhepunkten unseres Besuchs zählte die von König Hamad zum Ausdruck gebrachte Freude über die Begegnungen mit Papst Franziskus, zunächst im November 2022 in Bahrain und dann, als er im Oktober 2023 im Vatikan empfangen wurde. Er würdigte dessen Weisheit und sein Engagement für den Frieden in der Welt. Während des Treffens sprachen wir über die Möglichkeiten zur Festigung der Kultur des Dialogs, der Toleranz, der religiösen Mäßigung und der Ablehnung von Extremismus und Fanatismus. Er unterstrich die guten Beziehungen und die Zusammenarbeit mit der katholischen Kirche sowie den allgemeinen Wert der Koexistenz der verschiedenen Religionen. Wir sprachen über die Geschichte Bahrains, das als erstes Land am Golf Buddhisten, Hindus und die jüdische Gemeinde aufnahm. König Hamad erinnerte an die christlichen Werte und die christliche Präsenz vor der Ankunft des Islam. Seine Majestät ist sich aller Ereignisse der katholischen Kirche im Lande bewusst. Er lobte die Herz-Jesu-Schule in Manama, die vor kurzem das 75jährige Gründungsjubiläum feierte, und er weiß vom Bau des Bischofshauses auf dem Grundstück, das der König selbst neben der Awali-Kathedrale gestiftet hat."

"Der König sagte, dass er die Kathedrale von den Palasträumen aus sieht, also sagte ich ihm scherzhaft, dass ich ein Licht anmachen werde, um ihn zu begrüßen, und zwei Lichter, um zu wissen, ob alles in Ordnung ist", so der Apostolische Vikar.

Bischof Berardi lud den König in die Kathedrale ein und dankte ihm für seine Unterstützung der verschiedenen in Bahrain vertretenen Religionen ohne Diskriminierung und für die Bereitstellung von Gebetsstätten, wobei er die Bemühungen des Königreichs um die Verbreitung der Werte des Friedens und der Koexistenz hervorhob. Als Geschenk für den König brachte der Bischof ein im 19. Jahrhundert in Rom gerahmtes Bild mit einer der frühesten Karten der arabischen Halbinsel aus dem Jahr 1658 mit, auf der auch Bahrain verzeichnet ist.

Darüber hinaus schlug der Apostolische Vikar des nördlichen Aarabien mit Blick auf die Sitzung des Verwaltungsrats des „King Hamad Global Centre for Peaceful Coexistence“, die morgen, am 1. Februar, in Manama stattfindet und der Kardinal Miguel Ángel Ayuso Guixot, MCCJ, Präfekt des Dikasteriums für den interreligiösen Dialog, als neues Mitglied angehört, dem Direktor eine internationale Konferenz über Inklusion und humanitären Dienst vor, um das 825-jährige Bestehen des Ordens der Trinitarier (OSST) zu feiern, dessen Charisma es ist, entführte oder versklavte christliche Gefangene zu loszukaufen.

Im Anschluss an Treffen wird Kardinal Ayuso morgen seinerseits nach Abu Dabi aufbrechen, wo schließlich am 4. Februar der Jahrestag der Unterzeichnung des Dokuments über die menschliche Brüderlichkeit 2019 durch Papst Franziskus und den Großimam von Al-Azhar, Ahmad Al-Tayyeb, gefeiert wird.

Beispiele für die anhaltende Offenheit des Königreichs sind die von König Hamad am 3. Juli 2017 unterzeichnete Erklärung des Königreichs Bahrain im Hinblick auf religiöse Freiheiten sowie die Ausrichtung zahlreicher internationaler Konferenzen und Veranstaltungen, darunter das "Ost-West-Forum für menschliches Zusammenleben".

"Unwissenheit ist der Feind des Friedens, daher ist es unsere Pflicht, zu lernen, zu teilen und zusammen zu leben, gemäß den Prinzipien des Glaubens, im Geiste der gegenseitigen Achtung und Liebe", heißt es in dem Dokument. "Seit Hunderten von Jahren leben die verschiedenen religiösen Gruppen im Königreich Bahrain in Harmonie nebeneinander und praktizieren die Grundsätze ihres jeweiligen Glaubens in friedlicher Koexistenz. Wir bieten Bahrains eigene säkulare Lebensweise demütig als Beispiel an, um andere zu diesen Grundsätzen zu inspirieren", heißt es in der Erklärung von 2017 wörtlich.

(AP) (Fides 31/1/2024)

LINK

Erklärung des Königs von Bahrain -> https://www.fides.org/it/attachments/view/file/BAHRAIN_DECLARATION.pdf

 

ASIEN/TÜRKEI - Nach dem Attentat in einer katholischen Kirche in Istanbul: Kirche wird nach Profanierung neu eingeweiht

 

Istanbul (Fides) - Am morgigen Donnerstag den 1. Februar wird um 19.00 Uhr der Geburtskirche Unserer Lieben Frau in Büyükdere, im Bezirk Sariyer, nördlich von Istanbul, wo der 52-jährige Katholik Tuncer Cihal am Sonntag, den 28. Januar, bei einem terroristischen Anschlag getötet wurde, eine Messe zur Wiedergutmachung gefeiert werden.

"Nach dem schrecklichen Akt der Gewalt und der Schändung am Sonntag, den 28. Januar", heißt es in einer Mitteilung des Apostolischen Vikariats Istanbul, "wird in der geschändeten Kirche eine Messe zur Wiedergutmachung gefeiert. Bei dieser Gelegenheit wird in der Kirche ein neuer Altar geweiht und für die Seele des verstorbenen Tuncer Cihal gebetet, der unter diesen schrecklichen Umständen ums Leben kam". Der Liturgie werden der Apostolischer Nuntius in der Türkei, Erzbischof Marek Solczinskyei, und der Apostolischer Vikar von Istanbul, Bischof Maximilian Palinuro, vorstehen.

Am vergangenen Sonntag drangen zwei Angreifer während der Feier der Messe in die Kirche ein. Etwa 35 Personen waren in dem Gotteshaus anwesend. "Es zeichnet sich deutlich ab, dass der Angriff viel schwerwiegendere Folgen haben sollte und die Hand des Herrn wollte, dass dies nicht geschieht", äußert Pater Julian Pista, von der Gemeinschaft der Franziskaner in Istanbul, seine Dankbarkeit gegenüber Fides. "Die beiden Attentäter", bestätigte der türkische Innenminister Ali Yerlikaya in diesem Zusammenhang, "waren mit Pistolen des Kalibers 7,65 bewaffnet. Gott sei Dank scheinen beide Waffen geklemmt zu haben, so dass schlimmere Folgen vermieden wurden".

Die nach dem Anschlag eingeleiteten polizeilichen Maßnahmen führten zur Festnahme der beiden mutmaßlichen Angreifer - eines Tadschiken und eines russischen Staatsbürgers - sowie von 51 weiteren Personen - Tadschiken, Russen und Türken -, die mit der dschihadistischen Terrorgruppe, die hinter dem Überfall steht, in Verbindung gebracht werden. Außerdem wurde festgestellt, dass das von den Angreifern benutzte Fahrzeug vor zwei Jahren aus Polen gekommen war und vor dem Überfall nie benutzt worden war. Zum Zeitpunkt des Anschlags befand sich auch der polnische Generalkonsul in Istanbul, Witold Lesniak, mit seiner Familie zum Besuch des Gottesdienstes in der Kirche.

In einer schriftlichen Botschaft drückte Bischof Maximilian Palinuro "Dankbarkeit gegenüber allen Strafverfolgungsbehörden aus, insbesondere gegenüber unserem Innenminister Ali Yerlikaya, dem es gelungen ist, die Täter und ihre Komplizen innerhalb eines kurzen Zeitraums von 12 Stunden nach dem abscheulichen Anschlag, der am 28. Januar 2024 in der katholischen Kirche Mariä Geburt, die zu unserer Diözese gehört, verübt wurde, festzunehmen“.

„Wir nutzen diese Gelegenheit", fügte der Bischof hinzu, "um zu bekräftigen, dass wir Ihre intensive Unterstützung benötigen, um die Sicherheitsmaßnahmen während der Gottesdienste der katholischen Gemeinden in ihren Kirchen in Istanbul zu erhöhen und zu verstärken. Wir sind dankbar für Ihre Bemühungen, dieses Klima der Liebe und des gegenseitigen Respekts in Istanbul aufrechtzuerhalten, wo alle Religionen seit Jahrhunderten in Brüderlichkeit leben". "Als Katholiken, die in Istanbul leben", so der Vikar abschließend, "kennen wir die aufrichtige brüderliche Liebe, das Gewissen und die Gastfreundschaft der Menschen in unserem Land. Wir lieben unser Land und unser Volk sehr. Wir möchten betonen, dass Einzelpersonen und Gruppen, die denken, dass wir unsere Kirchen schließen und unsere Türen von innen verriegeln werden, weil sie denken, dass sie durch einen Terrorakt eine Welle des Schreckens verbreiten, nicht in der Lage sein werden, dies zu tun".

(GV) (Fides 31/1/2024)

 

ASIEN/CHINA - Bischof von Shaowu (Minbei) geweiht

 

Am heutigen Mittwoch, dem 31. Januar 2024, fand die Bischofsweihe von Peter Wu Yishun statt, den der Heilige Vater im Rahmen des Vorläufigen Abkommens zwischen dem Heiligen Stuhl und der Volksrepublik China am 16. Dezember 2023 zum Bischof der Apostolischen Präfektur Shaowu (Minbei), Provinz Fujian, China, ernannt hat.

Pfarrer Peter Wu Yishun wurde am 7. Dezember 1964 geboren. Er wurde am 15. August 1992 zum Priester geweiht und in die Diözese Xiamen inkardiniert. Später wurde er nach Minbei entsandt und versah dort seinen pastoralen Dienst, u. a. als Pfarrer von Nanping und als Verantwortlicher für die Apostolischen Präfekturen Shaowu und Jian'ou.

 

(EG) (Fides 31/01/2024)


Katastrophale Lage gerät trotz anhaltender Kämpfe in Vergessenheit

Vertreibungen in Myanmar auf Höchststand

31.01.2024

 

Rohingya * Militärputsch Myanmar * Haushaltskürzungen * Vergessene Krise

 

(Berlin/dwd) - Ein blutiger Bürgerkrieg und ethnisch-religiöse Übergriffe dauern in Myanmar an. Im Westen des Landes und in Bangladesch bleibt die Lage der muslimischen Minderheit der Rohingya katastrophal. „Die schwindende Aufmerksamkeit für dieses Leid gefährdet überlebenswichtige Hilfe. Die Menschen dürfen nicht vergessen und Mittel für humanitäre Hilfe nicht gekürzt werden“, warnt Dagmar Pruin, Präsidentin der Diakonie Katastrophenhilfe.

 

Die Zahl der Vertriebenen in Myanmar ist sprunghaft angestiegen: Mehr als 600.000 Menschen mussten laut UN-Angaben seit Oktober letzten Jahres aufgrund schwerer Kämpfe fliehen. 2,6 Millionen Menschen sind insgesamt vertrieben. Die Kontrolle des Militärs, das am 1. Februar 2021 gewaltsam die Macht an sich gerissen hatte, schwindet vor allem in ländlichen Regionen und ist dort zwischen Armee und Rebellengruppen umkämpft. Humanitäre Hilfe ist vielerorts nur eingeschränkt oder gar nicht möglich, da Transportrouten und Flugplätze geschlossen sind. Mehr als 18 Millionen Menschen sind laut den Vereinten Nationen auf humanitäre Hilfe angewiesen. 

 

Bereits 2017 mussten Hunderttausende Angehörige der unterdrückten muslimischen Rohingya nach gewaltsamen Übergriffen nach Bangladesch fliehen. Rund 1,2 Millionen Rohingya leben dort bis heute unter menschenunwürdigen Bedingungen in riesigen Flüchtlingscamps. „In den letzten Jahren wurde die humanitäre Hilfe, auf die die Geflüchteten extrem angewiesen sind, stetig zurückgefahren“, sagt Hamidur Rahman, Programm-Leiter von Action for Social Development (ASD), einer Partnerorganisation der Diakonie Katastrophenhilfe in Bangladesch. Vage Hoffnungen auf eine Rückkehr der Rohingya haben sich bisher nicht erfüllt. Im Gegenteil: Mit den aktuellen Kämpfen in Myanmar sei die Angst vor neuerlichen Übergriffen gewachsen.

 

ASD spezialisiert sich vor allem auf den Schutz von Kindern und Jugendlichen vor körperlichem, seelischem und sexuellem Missbrauch. Gewalt sei nach sieben Jahren Leben in den Lagern ein steigendes Problem, bestätigt die 24-jährige Mamtaj Begum, die nach ihrer Flucht in einem Camp in Jadimura lebt. „Probleme wie frühe Heirat, Kinderarbeit, sexuelle Ausbeutung und Missbrauch nehmen von Tag zu Tag zu. Die Familien haben kaum Platz zum Schlafen. Neben Nahrungsmitteln mangelt es an ausreichenden und geeigneten sanitären Anlagen. Das macht die Menschen aggressiver“, sagt Mamtaj Begum. Während die Rechte der Geflüchteten in Bangladesch enorm eingeschränkt sind, gelten sie in ihrer Heimat Myanmar als staatenlos. „Wir führen ein Leben wie ziellose Bootsführer auf hoher See“, so Mamtaj Begum.

 

„Not und Perspektivlosigkeit haben in Flüchtlingscamps in Bangladesch und den Wäldern Myanmars, in denen sich unzählige Familien vor der Gewalt versteckt halten, ein Gesicht. Aber es sieht kaum jemand“, sagt Dagmar Pruin. Eine Folge: Nur rund ein Drittel der eigentlich notwendigen finanziellen Mittel stand 2023 für humanitäre Hilfe in Myanmar zur Verfügung. In Bangladesch wurden Lebensmittelrationen zeitweise gekürzt. „Zwar gehört Deutschland weiterhin zu den wichtigsten Gebern für die humanitäre Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit weltweit. Doch die jüngsten massiven Kürzungen im Bundeshaushalt, die diese Woche im Bundestag beschlossen werden, läuten einen verheerenden Richtungswechsel ein“, kritisiert Dagmar Pruin. „Dieser Haushalt zementiert das Vergessen von Krisen. Das darf sich zukünftig nicht wiederholen.“

 

Die Diakonie Katastrophenhilfe bittet um Spenden:

Diakonie Katastrophenhilfe, Berlin

Evangelische Bank

IBAN: DE68 5206 0410 0000 5025 02

BIC: GENODEF1EK1

Stichwort: Katastrophenhilfe weltweit

Online unter: www.diakonie-katastrophenhilfe.de/spenden/

 

 

FIDES-NACHRICHTEN - 30.01.2024

AFRIKA/NIGERIA - Massaker und Entführungen: Bündnis der Zivilgesellschaft fordert Ausrufung des Ausnahmezustands

 

Abuja (Fides) – Die Ausrufung des Ausnahmezustands zur Bekämpfung der wachsenden Unsicherheit fordert Auwal Musa, Geschäftsführer des „Civil Society Legislative Advocacy Centre“ (CISLAC), am 29. Januar im Namen des Bündnisses aus 48 Organisationen der Zivilgesellschaft, vom nigerianischen Präsidenten Bola Tinubu.

"Zivilgesellschaftliche Organisationen in Nigeria (...) sind zutiefst besorgt über die sich verschlechternde Sicherheitslage in Nigeria und im Bundeshauptstadtgebiet Abuja und fordern die nigerianische Regierung daher auf, konkrete Maßnahmen zu ergreifen, um die endemische Unsicherheit zu beenden, weitere Angriffe von Entführerbanden und terroristischen Gruppen zu reduzieren und vermisste Personen zu finden", so Musa in seinem Appell.

Musa zufolge hat die Unsicherheit in Nigeria in den letzten fünfzehn Jahren aufgrund einer Reihe von gewalttätigen Aktivitäten dramatisch zugenommen in Form von Terroranschlägen in der gesamten nördlichen Region des Landes, Banditentum im Nordwesten, Gewalt unter Bauern und Hirten im Middle Belt, Sezessionsbewegungen im Südosten, Piraterie an der Südküste des Landes, Konflikten zwischen den verschiedenen Gemeinschaften, politischer Gewalt sowie Gewalt durch religiöse Gruppen und Entführungen.

Die endemische Unsicherheit hatte unter den letzten drei Regierungen angehalten, auch in der von Präsident Muhammadu Buhari, der als ehemaliger General das Vertrauen der Öffentlichkeit für seine Kandidatur gewonnen hatte, indem er versprach, die wachsende Unsicherheit einzudämmen. Musa berichtete über besorgniserregende Daten, die besagen, dass während Buharis zweiter Amtszeit zwischen 2019 und 2023 mindestens 24.316 Nigerianer ihr Leben verloren haben und etwa 15.597 Menschen entführt wurden.

"Es sind nun acht Monate vergangen, seit Präsident Tinubu vereidigt wurde, und trotzdem hat sich die Lage nicht verbessert", heißt es in der von Musa verlesenen und von den 48 Organisationen der Zivilgesellschaft unterzeichneten Erklärung. "Unsere Beobachtungen zeigen, dass seit dem Beginn der Amtszeit von Präsident Tinubu bis zum 26. Januar 2024 mindestens 2.423 Menschen bei Massenmorden getötet und mindestens 1.872 Menschen entführt wurden. Besonders besorgniserregend ist die Zunahme der Entführungen: Allein in den ersten beiden Wochen des Januar 2024 gab es 230 Entführungen, die meisten davon mit mehreren Opfern. Zu den Massakern, die in der Erklärung aufgelistet werden, gehören auch jene, die an Weihnachten 2023 im Bundesstaat Plateau verübt wurden (vgl. Fides 2/1/2024).

"Die Regierung ist weiterhin ihrer primären Pflicht nicht nachgekommen, die Sicherheit und das Wohlergehen aller Bürger zu gewährleisten, wie es in Abschnitt 14(2)(b) der Verfassung festgelegt ist, sowie ihrer Verpflichtung, das Recht auf Leben ihrer Bürger gemäß Artikel 33 der Verfassung durchzusetzen und zu erfüllen", heißt es in der Erklärung weiter. Die Organisationen der Zivilgesellschaft fordern daher Präsident Bola Tinubu auf, "seiner verfassungsmäßigen Verpflichtung nachzukommen, das Leben aller Bürger zu schützen, indem er im Falle von Entführungen und anderen Formen des Terrorismus den Ausnahmezustand ausruft".

Zu den weiteren geforderten Maßnahmen gehören: die Verbesserung der Sicherheitsinfrastruktur des Landes; die Aufdeckung und strafrechtliche Verfolgung derjenigen, die für die Veruntreuung der 5.460 Millionen Niara verantwortlich sind, die für die Bereitstellung von Überwachungskameras im Federal Capital Territory vorgesehen waren; die Einrichtung eines Registers für die Opfer von Entführungen und anderen Formen von Massengewalt; die Untersuchung der Finanzierung von organisierten kriminellen Gruppen und die Identifizierung der Sponsoren und Nutznießer von Banditentum und Terrorismus.

(L.M.) (Fides 30/1/2024)

 

AFRIKA/NIGER - “Kaaryan ma dumi” hilft Kindern mit Sehbehinderung: “Leben, wachsen, lieben und sich auf die Zukunft vorbereiten“

 

Dosso (Agenzia Fides) - "Es werden immer mehr, fast hundert in Gaya und Dosso, mit immer besseren Aussichten für ihre Ausbildung und augenärztliche Betreuung", schreibt Pater Rafael Casamayor, der als Missionar in Dosso tätig ist über die Situation der Kinder mit Sehbehinderung in den Gemeinden, in denen er arbeitet. „Ein Haus wurde in Gaya gekauft und ist bereits in Betrieb, ein weiteres wird in Dosso eingerichtet und wir erwarten, dass es bald eröffnet wird, um im Sommer ein gutes Ausbildungsprogramm vorzubereiten", erklärt der Ordensmann der Gesellschaft für Afrikanmissionen.

„Kaaryan ma dumi“ ist die neue Organisation, die sich um Kindern und Jugendlichen mit Sehbehinderung der Gemeinden Dosso und Gaia widmet, was so viel bedeutet wie "Möge das Licht immer leuchten". Entstanden aus dem Zusammenschluss der beiden Vereine „Zankey Handuriya“ in Dosso und CIES in Gaya, die sich beide um sehbehinderte Kinder kümmern, wollen die Organisatoren ihre Bemühungen bündeln und so die Betreuung dieser Kinder verbessern.

"Licht, um zu leben, zu wachsen, zu lieben und sich auf die Zukunft vorzubereiten", fügte Dieudonné hinzu, der sich in Gaya um diese Kinder kümmert. "Die beiden Hilfsorganisationen haben die gleichen Ziele und diese Kinder leuchten auf, sobald sie Interesse, Zuneigung und Respekt für ihre Situation erfahren", betont er.

Die beiden Vereine arbeiten an der sozialen Eingliederung dieser Kinder, die von ihren Familien und der Gesellschaft im Allgemeinen als Last oder sogar als Fluch angesehen werden. "Um das heutige Ergebnis zu erreichen, war mehrjährige Erfahrung und viel Aufklärungsarbeit, menschliche Förderung und soziale Eingliederung der Kinder sowie ein langer und komplizierter Ausbildungsprozess erforderlich. Die bisher erzielten Ergebnisse sind positiv, wenn man den Mentalitätswandel berücksichtigt, der bei einigen Eltern, in der Gesellschaft und bei den Kindern selbst stattgefunden hat", betont er.

"Vor einigen Tagen wurden wir zu einem Treffen über das nigrische Bildungssystem eingeladen, um eine Arbeitsgruppe zum Thema Bildung in der Region Dosso zu bilden", so Dieudonné. „Wir konnten uns von der Schwere des Bildungsproblems überzeugen, das von den großen Nichtregierungsorganisationen und auch vom Bildungsministerium selbst oft ignoriert wird."

"Die gute Nachricht", so Dieudonné abschließend, "ist, dass wir ein neues Zentrum 'Ville de Sádaba' haben werden, die Stadt von Pater Rafael, der seit jeher mit uns zusammengearbeitet hat. Wir sind dabei, es einzurichten und neu zu organisieren. Möge die Liebe und die Solidarität, die wir für diese Kinder empfinden, immer stärker werden und uns immer mehr vereinen."

Gemeinsam mit der Nationalen Blindenunion von Niger (UNAN) haben die beiden Vereine „Zankey Handuriya“ und CIES eine Veranstaltung zur Aufklärung über die Rechte dieser blinden Kinder organisiert, an der zahlreiche Eltern teilnahmen. Außerdem organisieren sie einen Schulungskurs mit dem Titel "Leitfaden für Eltern", der Eltern helfen soll, die verschiedenen Möglichkeiten zu erkennen, die ihre Kinder haben, um sich zu verbessern und neue Ziele zu erreichen. Ziel ist es, den Eltern zu helfen, die Rechte ihrer Kinder in der Gesellschaft zu kennen und einzufordern und sich dieser Rechte auch bewusst zu sein.

(AP) (Fides 30/1/2024)

 

ASIEN/INDIEN - “Cathlic Connect”: Neue App der katholischen Kirche in Indien steht im Zeichen der Synodalität

 

Bangalore (Fides) - "Netzwerke schaffen, sich vernetzen, um gemeinsam zu gehen, gemeinsam zu arbeiten, gemeinsam zu evangelisieren", so beschreibt Pfarrer Cyril Victor Joseph, indischer Priester, Koordinator der bischöflichen Kommission für das Apostolat in den Medien der Konferenz der Bischöfe des lateinischen Ritus von Indien (CCBI), die Ziele der neuen App "Catholic Connect", die heute in Bangalore während der 25. Versammlung der CCBI vorgestellt und offiziell gestartet wurde. „Catholic Connect" ist eine von der Kommission entwickelte App-Plattform für Mobiltelefone und Tablets und soll die indische katholische Gemeinschaft sowohl in Indien als auch auf der ganzen Welt vernetzen. Die App bietet eine Plattform für den Zugang zu spirituellen und pastoralen Inhalten, Informationen und Nachrichten, aber auch zu nützlichen Diensten im Zusammenhang mit dem Netzwerk von Pfarreien in einem bestimmten Gebiet oder der Zusammenarbeit in Bereichen wie Bildung, Gesundheit, Beschäftigung.

Der Exekutivausschuss der CCBI beschloss bereits 2022 eine solche App zu entwickeln, die auch eine umfassende Datenbank darstellt, um alle Realitäten und Ressourcen der katholischen Gemeinschaft in Indien zu vernetzen und den Dialog zu erleichtern. Pater Cyril Victor betont: "Die App ist für uns im Wesentlichen ein Werkzeug der Synodalität, der Partizipation und der Gemeinschaft. Allein in der katholischen Kirche des lateinischen Ritus in Indien gibt es 132 Diözesen in 28 Bundesstaaten mit über 20 Millionen Gläubigen, 20 000 Priestern und 65 000 Ordensfrauen. Es wird für alle von Vorteil und Nutzen sein, miteinander verbunden und vernetzt zu sein. Das Projekt wird den Weg für eine nationale Datenbank der lateinisch-katholischen Gläubigen ebnen".

Die App, die sowohl auf Android- als auch auf IOS-Plattformen verfügbar ist, zielt darauf ab, die verschiedenen katholischen Institutionen, Einrichtungen und Verbände einzubeziehen. Sie wird auch allen Kommissionen der CCBI und ihren verschiedenen Aktivitäten, Ausbildungskursen und spezifischen Programmen Sichtbarkeit verleihen, mit dem Ziel einer möglichst breiten Beteiligung und Partizipation. Sie soll relevante Nachrichten und Informationen der indischen katholischen Kirche aus den 14 verschiedenen kirchlichen Regionen, in die die Diözesen unterteilt sind, vermitteln. "Neben den Instrumenten für die pastorale Animation, die Katechese und das Bibelstudium“ fügt der Priester hinzu, „will das Netzwerk ‚Catholic connect‘ auch den Migranten besondere Aufmerksamkeit widmen, all jenen Menschen, die von einem Gebiet in ein anderes oder von einer Diözese in eine andere ziehen, um zu arbeiten oder weil sie aufgrund von Klimakatastrophen oder natürlichen Ursachen vertrieben wurden". Mit diesem Ansatz solle das Gemeinschaftsgefühl aller getauften Inder gestärkt werden, die sich in den verschiedenen Gemeinschaften eines bestimmten Gebiets als "Brüder und Schwestern in Christus" zu Hause fühlen können oder von ihnen aufgenommen werden.

Wie Pater Victor betont, "ist das Medienapostolat heute ein sehr wichtiger Bereich für die indische Kirche. In der Zeit der Pandemie, vor allem im Jahr 2020, hat es sich noch mehr und besser entwickelt", und es entwickelt sich weiter durch Schulungsprogramme, die alle diejenigen in der Kirche einbeziehen, die sich der Kommunikation widmen oder damit zu tun haben. Das Medienapostolat, so schlussfolgert der Priester, stelle heute eine Art der Evangelisierung dar, die sich vor allem unter jungen Menschen ausbreitet und durchsetzt.

 

(PA) (Fides 30/01/2023)

FIDES-NACHRICHTEN - 29.01.2024

AFRIKA/DEMOKRATISCHE REPUBLIK KONGO - ACEA-Bischöfe fordern Ende des Konflikts im Osten der Demokratischen Republik Kongo

 

Goma (Fides) - "Wenn wir von der Gewalt der Unsicherheit im Osten der Demokratischen Republik Kongo, in Ruanda und Burundi sprechen, sprechen wir von 5 bis 12 Millionen Opfern", sagte der Bischof von Idiofa Präsident der Vereinigung der Bischofskonferenzen Zentralafrikas (ACEAC, in der die Bischofskonferenzen von Ruanda, Burundi und der Demokratischen Republik Kongo zusammengeschlossen sind), José Moko, während einer Pressekonferenz in Goma, im Osten der Demokratischen Republik Kongo.

Die Pressekonferenz wurde am 27. Januar anlässlich des Treffens der ACEAC-Bischöfe in der Hauptstadt von Nord-Kivu einberufen und endete am Sonntag, den 28. Januar mit einer Messe für den Frieden.

Bischof Moko erinnerte an das Engagement der ACEAC-Bischöfe für den Frieden, die sich mehrfach mit Vertretern der Behörden der Region und sogar mit den Rebellen der M23-Bewegung getroffen haben, die in diesen Tagen erneut mit den kongolesischen Streitkräften (FARDC) zusammenstoßen. Bei den Zusammenstößen am 25. Januar in Mweso kamen mindestens 20 Menschen ums Leben. Nach Angaben der UN-Mission in der Demokratischen Republik Kongo (MONUSCO) haben rund 1.000 Menschen die Stadt verlassen, zusätzlich zu den Zehntausenden, die zuvor aus der Region geflohen waren. In diesem Zusammenhang besuchten die Bischöfe der ACEAC das Flüchtlinglager Lushagala, in dem 90.000 Vertriebene leben.

Die Krise in der Region dauert bereits seit 30 Jahren an und verschärfte sich Ende 2021, als zwei Gebiete in Nord-Kivu, Rutshuru und Masisi, in einen Konflikt verwickelt wurden, in dem die Rebellion der M23-Bewegung, die von Einheiten der ruandischen Armee unterstützt wird, gegen die FARDC kämpfte, die mit bewaffneten Gruppen, burundischen Hilfstruppen und ausländischen Söldnern zusammenarbeitet. Den Journalisten, die Ruanda beschuldigten, den Krieg im Osten der Demokratischen Republik Kongo zu schüren, antwortete Bischof Moko, dass "die ruandischen Bischöfe sehr sensibel auf die Situation im Osten unseres Landes reagieren (...) und sie werden den Kongo sicherlich mit Tränen in den Augen und mit gerührtem Herzen verlassen und es nicht versäumen, ihren Teil als Hirten der Kirche in Ruanda zu tun“. "Ich glaube, dass wir uns alle nach Frieden sehnen und dass es keinen einzigen katholischen Bischof in Ruanda, Burundi oder der Demokratischen Republik Kongo gibt, der sich über die Geschehnisse in der Demokratischen Republik Kongo freuen könnte", bekräftigte er.

Am Schlussgottesdienst nahmen am Sonntag, dem 28. Januar, mehrere tausend Gläubige teil. In seiner Predigt kritisierte der Erzbischof von Kinshasa, Kardinal Fridolin Ambongo, die kongolesische, ruandische und burundische Führung und beschuldigte sie, die Bevölkerung "zur Spaltung und zum Konflikt" anzustacheln, weil einige von ihnen "ein Interesse daran haben, dass dies anhält", um "ihre eigenen egoistischen Interessen zu verfolgen".

(L.M.) (Fides 29/1/2024)

 

ASIEN/PAKISTAN - Belutschistan: Außenministertreffen zum Abbau der Spannungen zwischen Iran und Pakistan

 

Islamabad (Fides) - Der iranische Außenminister Hossein Amirabdollahian besucht Pakistan, um die Spannungen nach den Luftangriffen, die im Januar zwischen dem Iran und Pakistan im Grenzgebiet von Belutschistan stattfanden, zu milderen. Die wechselseitigen Angriffe, die mindestens 11 Menschenleben forderten, führten zu einer "Eskalation" in den Beziehungen zwischen den beiden Nachbarstaaten. Der Iran griff militante Stellungen in der Provinz Belutschistan im Südwesten Pakistans an. Pakistan reagierte daraufhin mit Luftangriffen auf mutmaßliche Verstecke militanter Kämpfer in der iranischen Provinz Sistan und Belutschistan, bei denen mindestens neun Menschen ums Leben kamen.

In hochrangigen Gesprächen zwischen dem iranischen Außenminister und seinem pakistanischen Amtskollegen Jalil Abbas Jilani geht es nun darum, die Spannungen zwischen den beiden Staaten abzubauen und gemeinsame Formen der Terrorismusbekämpfung zur Gewährleistung der Grenzsicherheit zu finden. Iran und Pakistan betrachten Angriffe militanter Gruppen auf ihrer Seite der Grenze seit langem mit Misstrauen. Beobachtern zufolge sind die jüngsten Scharmützel auch eine Auswirkung der sich im gesamten Nahen Osten ausbreitenden Gewalt, die durch den Krieg Israels gegen die Hamas im Gazastreifen beeinträchtigt ist.

Grund für die Spannungen zwischen den beiden Staaten ist das Territorium Belutschistans, das heute eine Schlüsselpassage in dem riesigen Wirtschaftskorridor darstellt, der Teil des chinesischen Projekts "Seidenstraße" ist und von China durch Pakistan verläuft (China-Pakistan Economic Corridor, CPEC).

Belutschistan ist die größte Provinz Pakistans, aber die am dünnsten besiedelte, mit rund 15 Millionen Einwohnern, die über ein trockenes, wüstenartiges und gebirgiges Gebiet verstreut sind, das jedoch über einen sehr reichen Untergrund verfügt. Die Provinz liefert 40 % der Gasproduktion des Landes und verfügt über immense natürliche Ressourcen, ist aber nach wie vor das ärmste Gebiet Pakistans: Dies ist einer der Gründe, die in den letzten Jahrzehnten seit der Besetzung der Provinz durch Pakistan im Jahr 1948 den Aufständen Vorschub geleistet haben. In den letzten Jahren hat die wachsende wirtschaftliche Bedeutung Belutschistans für den chinesisch-pakistanischen Wirtschaftskorridor die anhaltenden politischen Spannungen zwischen der lokalen Bevölkerung und der pakistanischen Regierung verschärft. Mehrere terroristische Anschläge haben in den letzten Jahren zur Zuspitzung der Konfrontation geführt.

Im vergangenen Dezember stellte sich in Quetta, der Hauptstadt der pakistanischen Provinz, Sarfraz Bangulzai, alias Murid Baloch, ein Kommandeur der „Baloch National Army“ (BNA), zusammen mit 70 weiteren Kämpfern. Die Gruppe gehört zur Nationale Befreiungsfront „Baloch Raaji Aajoi Sangar“ (BRAS), einem Zusammenschluss der verschiedenen bewaffneten Gruppen Belutschistans.

Zur gleichen Zeit fand im Dezember 2023 ein Marsch tausender Zivilisten aus der Provinz Belutschistan nach Islamabad statt (angeführt von Frauen), um gegen Verschleppungen und außergerichtliche Hinrichtungen zu protestieren und die Freilassung inhaftierter Aktivisten zu fordern. Auf diese Demonstration reagierte Islamabad jedoch mit massiver Gegengewalt und bestätigte damit, dass es für die pakistanische Regierung nur um eine Frage der "Sicherheit und des Terrorismus" geht, während sie von vornherein jedes mögliche Zugeständnis oder Verständnis für die komplexen historischen Ereignisse ablehnt, die ihre Spuren hinterlassen haben und die eigentliche Ursache der Gewalt sind.

Vor der Teilung zwischen Indien und Pakistan genoss das Volk von Belutschistan unter britischer Verwaltung weitgehende Autonomie in Bezug auf die innere Sicherheit und die Regierungsführung in einem Gebiet, dem historischen Heimatland Belutschistans, das heute in drei Nationen aufgeteilt ist: Südwestpakistan, Ostiran und Südafghanistan. Nach der Teilung akzeptierte der örtliche Khan den Beitritt zu Pakistan erst im März 1948, als die pakistanische Regierung die Armee entsandte, um die Region zu besetzen. Seitdem kam es zu zahlreichen Aufständen, bis 1977 der pakistanische General Zia ul-Haq, nachdem er in Islamabad an die Macht kam, den verhafteten belarussischen Führern eine Amnestie gewährte, es aber versäumte, die zugrundeliegenden Probleme anzugehen (die mit den Forderungen der Region nach Autonomie und sozioökonomischer Entwicklung zusammenhängen), die heute wieder ans Licht getreten sind und einen Faktor der Instabilität darstellen, der sich auf ganz Südasien auswirkt.

(PA) (Fides 29/1/2024)

 

ASIEN/CHINA - Papst Franziskus errichtet neue Diözese Weifang: Erster Bischof geweiht

 

Weifang (Fides) - "Dem Herrn sei Dank, es ist alles sehr gut gelaufen!". Das war die erste Reaktion vieler katholischer Gläubiger in der neuen, von Papst Franziskus errichteten Diözese Weifang. Am heutigen Montag, dem 29. Januar, wurde Anton Sun Wenjun zum Bischof der neuen Diözese geweiht. Der Bischof von Linyi, Johann Fang Xingyao, stand dem feierlichen Weiheritus vor, die in Konzelebration mit dem Bischof von Zhoucun, Joseph Yang Yongqiang, und dem Erzbischof von Jinang, Joseph Zhang Xianwang, stattfand. An der Weihemesse nahmen auch der Bischof von Yanzhou, Johann Lu Peisen, und der Bischof von Qingdao, Thomas Chen Tianhao, teil. Die fünf Bischöfe leiten die Diözesen in der Provinz Shandong. An der Weiheliturgie nahmen auch 44 Priester und über 330 Ordensleute und Laien teil.

"In dem Bestreben, die Seelsorge an der Herde des Herrn zu fördern und sich wirksamer um ihr geistliches Wohl zu kümmern", so das vatikanische Presseamt, "hat Papst Franziskus beschlossen, die Apostolische Präfektur Yiduxian auf dem chinesischen Festland aufzuheben, die am 16. Juni 1931 von Papst Pius XI. auf einem Teilgebiet des Apostolischen Vikariat von Zhifu (heute Diözese Yantai) errichtet wurde, aufzuheben und gleichzeitig die neue Diözese Weifang als Suffraganbistum der Erzdiözese Jinan (Provinz Shandong) zu errichten, deren Bischofssitz sich in der Christkönigs-Kathede befindet“. In diesem Zusammenhang "ernannte der Papst den bisherigen Diözesanadministrator desselben Distrikts, Pfarrer Anthony Sun Wenjun, zum ersten Bischof der neuen Diözese". "Im Rahmen des vorläufigen Abkommens zwischen dem Heiligen Stuhl und der Volksrepublik China" wurde Pater Anton Sun Wenjun "vom Heiligen Vater am 20. April 2023 zum Bischof von Weifang, Provinz Shandong in China, ernannt".

 

Der neue Bischof

Anton Sun Wenjun ist der zweite katholische Bischof, der innerhalb der letzten fünf Tage in der Volksrepublik China geweiht wurde. Er wurde im November 1970 geboren. Von 1989 bis 1994 studierte er am Sheshan-Seminar in Schanghai. Die Priesterweihe empfing er 1995 in der Pekinger Kathedrale. Anschließend leistete er von 2005 bis 2007 seinen pastoralen Dienst in Shandong. Zwischen 2007 und 2008 hielt er sich zur Weiterbildung in Irland auf. Nach seiner Rückkehr nach Weifang setzte er seinen priesterlichen Dienst in dieser Provinz fort.

 

Die Diözese Weifang

 

Die Geschichte der Diözese Weifang, der ehemaligen Apostolischen Präfektur von Yiduxian seit 1931, ist mit der Evangelisierungsmission der französischen Franziskaner verbunden. Die Diözese war seit 2008 ohne Bischof ("sede vacante").

Während der Jahre der Vakanz des Bischofssitzes hat die kirchliche Gemeinschaft der Diözese weiterhin im Zeichen der Einheit ihre Nachfolge Christi und ihre Leidenschaft für die Verkündigung des Evangeliums in Gemeinschaft mit dem Papst und der Kirche von Rom lebendig zum Ausdruck gebracht. Während des von Papst Franziskus ausgerufenen Außerordentlichen Jubiläums der Barmherzigkeit (8. Dezember 2015 - 20. November 2016) stellte die Gemeinschaft das Lesen der Heiligen Schrift in den Mittelpunkt. Das ganze Jahr über wurden Bibelkurse organisiert, an denen Menschen aller Altersgruppen teilnahmen. In diesem Jubiläumsjahr wurden auch "Wettbewerbe zum Wort Gottes" und "Konzerte der Barmherzigkeit" organisiert.

In der Diözese ist die Kongregation der Schwestern von der Unbefleckten Empfängnis tätig und sehr präsent in der Pfarrseelsorge und bei der Förderung sozialer Werke. Im Jahr 2005 nahmen einige von ihnen an der Tagung der chinesischen katholischen Kommission für karitative Arbeit und soziale Dienste teil. Bei dieser Gelegenheit betonte Schwester Zong Huaiying, dass es trotz der Schwierigkeiten und der Knappheit der Mittel "mit Gottes Segen" möglich sei, eine gute Sozialarbeit zu leisten.

(Fides 29/01/2024)

 

AFRIKA/TANSANIA - Weihbischof der Diözese Bukoba zurückgetreten

 

Vatikanstadt (Fides) – Papst Franziskus hat am 27. Januar den vom Weihbischof der Diözese Bukoba (Tansania) und Titularbischof von Tamlluma, Method Kilaini, eingereichten Rücktritt angenommen.

(EG) (Fides 29/01/2024)

 

ASIEN/CHINA - Apostolische Präfektur Yiduxian aufgelöst und Diözese Weifang errichtet

 

Vatikanstadt (Fides) - Papst Franziskus hat am 20. April 2023, die Apostolische Präfektur Yiduxian auf dem chinesischen Festland aufgelöst, die am 16. Juni 1931 von Papst Pius XI. auf einem Teilgebiet des Apostolischen Vikariat von Zhifu (der heutigen Diözese Yantai) errichtet worden war, und gleichzeitig die neue Diözese Weifang errichtet und sie der Erzdiözese Jinan in der Provinz Shandong als Suffraganbistum unterstellt. Der Bischofssitz befindet sich in der Christkönigs-Kathedrale in Qingzhou in der Stadt Weifang.

Die neue Diözese umfasst folgende Vewaltungsgebiete: die Kreise Weicheng, Hanting, Fangzi und Kuiwen, die vier städtischen Entwicklungszonen, die Kreise Linju und Changle sowie die Städte Qingzhou, Zhucheng, Shouguang, Anqiu, Gaomi und Changyi.

Im Gegensatz dazu gehört der östliche Teil der Bezirke Laiwu zur Erzdiözese Jinan, während die Bezirke Boshane in den Kreisen Linzi, Guangrao, Boxing und Gaoqing zur Diözese Zhoucun gehören.

Auf diese Weise entspricht das Gebiet der Diözese Weifang dem der Hauptstadt Weifang mit einer Gesamtfläche von 16.167,23 km2 und einer Gesamtbevölkerung von 9.386.705 Einwohnern, von denen etwa 6.000 Katholiken sind, die von 10 Priestern und 6 Ordensschwestern betreut werden.

(EG) (Fides 29/01/2024)

 

ASIEN/CHINA - Erster Bischof von Weifang geweiht

 

Vatikanstadt (Fides) – Am heutigen 29. Januar 2024 wurde Bischof Anton Sun Wenjun geweiht, den Papst Franziskus im Rahmen des Vorläufigen Abkommens zwischen dem Heiligen Stuhl und der Volksrepublik China, am 20. April e 2023, zum Bischof von Weifang in der chinesischen Provinz Shandong ernannt hatte.

Il Rev. Antonio Sun Wenjun è nato nel novembre 1970. Ha studiato presso il Seminario di Sheshan, a Shanghai, dal 1989 al 1994. È stato ordinato sacerdote nel 1995 presso la Parrocchia di Xishiku a Pechino. Ha, in seguito, prestato servizio pastorale nello Shandong dal 2005 al 2007. Tra il 2007 e il 2008 ha soggiornato in Irlanda per proseguire la propria formazione. Rientrato successivamente a Weifang, vi ha continuativamente svolto il proprio ministero.

Bischo Anton Sun Wenjun wurde im November 1970 geboren. Er studierte von 1989 bis 1994 am Sheshan-Seminar in Shanghai. Er wurde 1995 in der Gemeinde Xishiku in Peking zum Priester geweiht. Anschließend leistete er von 2005 bis 2007 seinen pastoralen Dienst in Shandong. Zwischen 2007 und 2008 hielt er sich zur Weiterbildung in Irland auf. Nach seiner Rückkehr nach Weifang setzte er seinen Dienst dort fort.

 

(EG) (Fides 29/01/2024)



FIDES-NACHRICHTEN - 27.01.2024

ASIEN/SÜDKOREA - Die Glaubenserfahrung des Dieners Gottes Barthelemy Bruguière: Biographie des Missionsbischofs erscheint auf Koreanisch

 

Seoul (Fides) - Die 1938 in Frankreich veröffentlichte Biographie des "Dieners Gottes" Barthelemy Bruguière, wird ins Koreanische übersetzt, zum Nutzen der gesamten katholischen Gemeinschaft, die sich die tiefe Glaubenserfahrung des Bischofs, für den der Heilige Stuhl im Jahr 2023 das "nihil obstat" für die Seligsprechung gewährt hat, zu eigen machen kann. Das von der Kommission für Märtyrer der Erzdiözese Seoul herausgegebene Werk über Barthelemy Bruguiere (1792-1835), Mitglied der Gesellschaft für ausländische Missionen zu Paris (MEP) und erster Apostolischer Vikar von Korea, umfasst und beschreibt die Geburt, das Studium, die Missionstätigkeit und den Lebensweg von Bischof Bruguiere, dem ersten Bischof der Diözese Joseon. Der Band, der voraussichtlich in der zweiten Hälfte des Jahres 2024 abgeschlossen sein und präsentiert werden wird, ergänzt die ersten beiden Texte über Bruguiere: "Die Briefe von Bischof Bruguiere" und "Die Reisen von Bischof Bruguiere", die bereits 2007 in Korea veröffentlicht wurden. Die Biografie wurde von Abt J. Camille Brudoncle aus der Diözese Carcassonne (Frankreich) verfasst, aus der Bruguière stammt. Der Originaltitel lautet "Monseigneur Barthelemy Bruguière, du diocèse de Carcassonne des Missions Etrangeres de Paris (1792-1835)". Die Übersetzung der Biographie wird in Zusammenarbeit mit der Katholischen Universität Paris erstellt. Pater Won Jong-hyeon, Vizepräsident der Kommission für Märtyrer, sagte: "Es fehlt an Material, um sich an die spirituelle Erfahrung von Bruguière zu erinnern und diese zu reflektieren. Wir hoffen, dass die Veröffentlichung der Übersetzung für viele eine Hilfe sein wird".

Die Kommission wird auch einen Wettbewerb zur Figur von Bischof Bruguière veranstalten, bei dem es darum geht, einen Aufsatz zu schreiben, der auf seinen Meditationen basiert und von ihnen inspiriert ist, um sein Leben als Hirte und seine Pionierrolle in der Mission in Joseon zu beleuchten. Ziel ist es, den südkoreanischen Katholiken zu helfen, sich von dem französischen Missionsbischof inspirieren zu lassen. Dies bekräftigte Bischof Job Koo Yo-bi von Seu während des Symposiums mit dem Titel "Das Leben von Bischof Bruguière und der Kontext der Mission in Korea", das am 7. Dezember in Seoul stattfand. Er rief dazu auf, "den missionarischen Eifer von Bischof Bruguière nachzuahmen, damit er in unserer Zeit ein Wirken des Heiligen Geistes hervorrufen kann".

Der Missionar Bruguière (MEP) war der erste Apostolische Vikar von Korea und der erste Bischofskoadjutor von Siam (Thailand). Geboren in Raissac-d'Aude (Frankreich) wurde Bruguière nach seinem Studium am Priesterseminar in Carcassonne 1815 zum Priester geweiht und unterrichtete ein Jahrzehnt lang im Priesterseminar. Da er Missionar werden wollte, schloss er sich der Pariser Gesellschaft für ausländische Missionen zu Paris (MEP) an, um schließlich nach Vietnam zu gehen.

Nachdem er 1825 Paris verlassen hatte, erreichte Bruguière 1826 Jakarta, auch bekannt als Batavia, und reiste später nach Bangkok weiter, wo er eine umfangreiche Missionsarbeit unter der Bevölkerung leistete. Am 9. September 1831 errichtete Papst Gregor XVI. das Apostolische Vikariat Korea und ernannte Bruguière zum ersten Apostolischen Vikar. Am 12. September 1832 reiste Bruguière zusammen mit Joseph Wang, ein Seminarstudent aus Penang, auf dem Schiff von Singapur nach China. Bruguière verließ Shanxi am 22. September 1834, erreichte die Chinesische Mauer am 7. Oktober und kam am 8. Oktober in Xiwanzi an. Er verbrachte etwa drei Jahre in China, um sich auf seine Weiterreise nach Korea vorzubereiten. Am 7. Oktober 1835 traten Bruguière, Wang und sein Mitbruder Pierre-Philibert Maubant (MEP) die Reise nach Korea an. Innerhalb von zwei Wochen erkrankte Bruguière und starb noch in China und wurde dort begraben. Seine sterblichen Überreste wurden später überführt und 1931 auf einem Friedhof in Seoul beigesetzt.

 

(PA) (Fides 27/1/2024)


FIDES-NACHRICHTEN - 26.01.2024

AFRIKA/MALI - Spannungen zwischen Algerien und Mali: Militärjunta will 2015 in Algier unterzeichnetes Abkommen beenden

 

Bamako (Fides) – Die Beziehungen zwischen Mali und Algerien sind frostig. Die Militärjunta, die 2020 die Macht in der malischen Hauptstadt Bamako übernommen hat, hat am gestrigen 25. Januar, ein Kommuniqué veröffentlicht, in dem sie erklärt, dass sie "mit großer Besorgnis feindselige Handlungen, Einmischung in die inneren Angelegenheiten Malis durch die Behörden der Demokratischen Volksrepublik Algerien" zur Kenntnis nimmt.

Mali beschuldigt Algerien unter anderem, die Anwesenheit von Vertretern bestimmter Gruppen auf algerischem Boden zuzulassen, „die das aus dem Algier-Prozess hervorgegangene Abkommen für Frieden und Versöhnung unterzeichnet haben und nun zu terroristischen Gruppen geworden sind".

Die Note gegen Algerien kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Militärjunta ebenfalls gestern das "sofortige Ende" des 2015 mit den Unabhängigkeitsgruppen im Norden des Landes unterzeichneten Abkommens von Algier ankündigte.

Die Junta begründete dies mit der "veränderten Haltung einiger Unterzeichnergruppen", aber auch mit "feindseligen Handlungen und der Instrumentalisierung des Abkommens durch die algerischen Behörden, deren Land die Vermittlung übernimmt".

Das Abkommen war in eine Krise geraten, nachdem Unabhängigkeitsgruppen im Norden des Landes, vor allem Tuareg, im Jahr 2023 die Feindseligkeiten gegen den Zentralstaat und die malische Armee wieder aufgenommen hatten, nachdem die UN-Mission (MINUSMA), die von der Junta nach zehnjähriger Präsenz abgesetzt worden war, abgezogen worden war.

Die malische Junta leidet unter den von der UNO verhängten Sanktionen, wird aber von der Russischen Föderation unterstützt, mit der Algerien ausgezeichnete Beziehungen unterhält. Dies habe Algerien jedoch nicht davon abgehalten, sich an die Sanktionen zu halten, heißt es in Mali.

In ihrem Kommuniqué richteten die malischen Militärs dann eine versteckte Drohung an die Regierung in Algier, die Aufnahme von Vertretern der Selbstbestimmungsbewegung in Kabilia, einer algerischen Region mit starken Autonomiebestrebungen, in Mali zu erwägen. Als wollte man sagen: "Wenn ihr die Tuareg-Bewegungen im Norden Malis auf eurem Territorium aufnehmen wollt, werden wir eure Autonomisten aus Kabila aufnehmen". Schließlich macht Mali Algerien für "die Verschlechterung der Sicherheitslage in der Sahelzone" verantwortlich. „Wenn es stimmt, dass die Intervention der NATO (in Wirklichkeit von einigen NATO-Mitgliedstaaten auf Ersuchen der rechtmäßigen malischen Behörden entsandte Militärkontingente, Anm. d. Red.) die terroristische Bedrohung verschärft hat, so ist es nicht minder die Ansiedlung der algerischen Salafisten-Gruppe für Predigt und Kampf (GSPC) in der Sahara und deren Anschluss an Al-Qaida, die die Ankunft des internationalen Terrorismus in der Region markiert". Vielleicht eine versteckte Botschaft, die andeuten soll, dass die algerischen Behörden versteckte Verbindungen zu einigen der terroristischen Gruppen haben, die in Mali und der übrigen Sahelzone operieren.

(L.M.) (Fides 26/1/2024)

 

ASIEN/SÜDKOREA - Vorbereitung auf den WJT 2027 im synodalen Stil

 

Seoul (Fides) - Ein Laboratorium der Ideen, ein Ort des Zuhörens und des Austauschs, eine organisatorische "Drehscheibe", um die verschiedenen Charismen zu koordinieren und den Weltjugendtag (WJT) 2027 zu einer authentischen Initiative der Evangelisierung zu machen: Mit diesem Ziel hat die Erzdiözese Seoul im Vorfeld des WJT 2027 eine Forschungsgruppe ins Leben gerufen, um "den Boden für eine Jugenderfahrung zu bereiten, die wirklich transformativ für das Leben der jungen Menschen ist", heißt es in einer Mitteilung.

In Seoul, der Stadt, die sich auf die Ausrichtung des Weltjugendtags 2027 vorbereitet, finden bereits die ersten Treffen auf innerkirchlicher Ebene und mit den Behörden statt, um die Räumlichkeiten und den Empfang für die Hunderttausenden von Jugendlichen zu planen, die aus der ganzen Welt nach Korea kommen werden. Doch neben den technischen und logistischen Aspekten sind es vor allem die pastoralen Aspekte, die der Ortskirche am Herzen liegen. Sie will alles tun, „damit der WJT für die jungen Teilnehmer eine tiefe spirituelle Erfahrung mit großer Wirkung ist".

Das Forschungsteam, das sich aus über 40 Mitgliedern zusammensetzt, vereint Priester, Ordensleute sowie Jugendliche in einer Dynamik, die darauf abzielt, den besonderen Beitrag jedes Einzelnen aufzuspüren und dann die Ergebnisse zusammenzufassen, um die spirituellen, prägenden und erfahrungsbezogenen Dimensionen des WJT 2027 zu definieren.

Das Team legte den Grundstein für einen gemeinschaftlichen Prozess, der sich durch regelmäßige Treffen von Februar bis Juni entwickeln wird. Das erste Treffen diente als entscheidender Moment für den Beginn von Diskussionen und tiefgreifenden Analysen, um den Weg der Jugendarbeit zu erörtern und die Grundprinzipien für den nächsten Weltjugendtag festzulegen. Es handelt sich um eine Vorbereitung im Stil einer Synode: "Indem wir diese Menschen mit unterschiedlichem Hintergrund, Alter, Ausbildung und Erfahrung zusammenbringen, wollen wir einen Raum für tiefe geistliche Reflexion und Zusammenarbeit schaffen und fördern", erklärte Pfarrer Peter Ju-yul Yang, Exekutivsekretär des Veranstaltungsausschusses. "Die unterschiedlichen Perspektiven und Fachkenntnisse innerhalb der Forschungsgruppe werden unsere Vorbereitungen bereichern, um den Weltjugendtag in Seoul zu einer transformativen Erfahrung zu machen, einer Zeit der Bekehrung und Verinnerlichung des Evangeliums für alle Teilnehmer."

Sobald Seoul als Austragungsort für den Weltjugendtag 2027 feststand, setzte die Erzdiözese einen lokalen Veranstaltungsausschuss ein, der für die Koordinierung und Planung der Jugendveranstaltung zuständig ist. Dem Ausschuss gehören Mitglieder des Pastoralbüros, des Planungsbüros und des Sekretariats der Stiftung an, das sich um die administrativen Aspekte kümmert. Die Ortskirche verfolgt einen "proaktiven Ansatz, um die Grundlagen für einen sinnvollen und einschneidenden Weltjugendtag durch die Verkündigung des Evangeliums auf existenzieller Ebene für das Leben der jungen Menschen zu schaffen".

(PA) (Fides 26/1/2024)

 

 

AMERIKA/HAITI - Entführte Ordensfrauen wieder frei

 

Port-au-Prince (Fides) - Die sechs Schwestern der Kongregation der heiligen Anna, die am 19. Januar entführt worden waren, sind frei (vgl. Fides 22/1/2024). Zusammen mit ihnen wurden die beiden anderen gefangenen Personen, der Fahrer des Kleinbusses, in dem die Ordensschwestern zum Zeitpunkt der Entführung unterwegs waren, und die Nichte einer der Schwestern, freigelassen.

"Die Erzdiözese Port-au-Prince dankt dem Herrn für die Freilassung der sechs Nonnen und anderer Personen, die mit ihnen am 19. Januar entführt worden waren", heißt es in einer Mitteilung der Erzdiözese.

Die Umstände der Freilassung sind nicht bekannt.

Die Sicherheitslage in dem karibischen Land beunruhigt die Vereinten Nationen, die in einem von Generalsekretär Antonio Guterres vorgelegten Bericht die Eskalation der Bandengewalt in Haiti anprangerten. Der Vorschlag der UNO, eine Sicherheitsmission unter kenianischer Führung auf der Grundlage einer im Oktober verabschiedeten Resolution des Sicherheitsrates zu entsenden, hat jedoch mit dem Urteil des Obersten Gerichtshofs von Nairobi, das den Einsatz kenianischer Polizisten in Haiti für verfassungswidrig erklärt hat, einen schweren Schlag erhalten.

In dem heute, 26. Januar, erlassenen Urteil heißt es, dass der Nationale Sicherheitsrat Kenias im Gegensatz zur Armee nicht befugt ist, Polizisten außerhalb der Landesgrenzen einzusetzen.

Die UNO hat jedoch um die Entsendung von Polizisten gebeten, die als besser geeignet angesehen werden, um gegen die rund 300 kriminellen Banden vorzugehen, die um die Kontrolle des Landes kämpfen.

 

(L.M.) (Fides 26/1/2024)


Gaza: Verlassene Kinder sind Gewalt und Übergriffen schutzlos ausgeliefert

26.01.2024

 

(München/sos) - Hunderte von Kindern haben im aktuellen Gaza-Krieg nach Angaben der SOS-Kinderdörfer ihre komplette Familie verloren und sind auf sich alleine gestellt. Tausende weitere seien in Gefahr, das gleiche Schicksal zu erleiden. "Derzeit kann niemand die genaue Zahl sagen. Wir versuchen, die betroffenen Kinder zu ermitteln, aber das ist nicht einfach. Manche Gebiete sind nur schwer zu erreichen und es ist hoch riskant, angesichts der fortgesetzten Bombardierung, dorthin zu gehen", sagt ein leitenderMitarbeiter der SOS-Kinderdörfer in Rafah, Gaza. Aus Sicherheitsgründen will die Hilfsorganisation seinen Namen nicht nennen. Verlassene Kinder sind immer die am meisten gefährdeten Personen in einem Krieg. Sie sind Gewalt und Übergriffen schutzlos ausgeliefert.

 

"Wir sind die einzige Organisation, die sich auf Kinder spezialisiert hat, die die elterliche Fürsorge verloren haben. Das heißt, dass wir jetzt besonders gefragt sind", sagt Lanna Idriss, Vorstandsvorsitzende der SOS-Kinderdörfer weltweit.

 

Nach Angaben der Hilfsorganisation sind auch Verwandte, die verlassene Kinder in Gaza aufgenommen haben, am Rande der Verzweiflung. "Die Familien können die Kinder nicht mehr versorgen. Sie sind in großem Stress, weil sie nicht wissen, woher sie etwas zu essen bekommen sollen oder weil es an medizinischer Unterstützung fehlt", sagt der Vertreter der SOS-Kinderdörfer in Gaza. In der Not wollen viele Familien die Kinder wieder abgeben. "Wir müssen das unbedingt verhindern. Die Kinder dürfen kein zweites Mal verlassen werden", sagt der Mitarbeiter. Die Hilfsorganisation will diese Familien deshalb gezielt unterstützen, unter anderem mit medizinischer Versorgung und Bargeldzahlungen.

 

Auch Kindern in Gaza, die noch bei ihren Eltern leben, gehe es schlecht. "Viele sind eingespannt in den Kampf ums Überleben: Sie fangen schon am frühen Morgen an, Wassertanks aufzufüllen und zu versuchen, an Lebensmittel zu kommen. Man sieht ihnen sofort an, wie erschöpft und traumatisiert sie sind. Sie haben kaum Kleidung, keine Schuhe, viele haben noch nicht einmal Unterwäsche zum Wechseln. Und es gibt niemanden, der sich um sie kümmert", sagt der Mitarbeiter der SOS-Kinderdörfer.

 

Seine Forderung: "Der Krieg muss aufhören! Wir brauchen einen sofortigen Waffenstillstand, bevor noch mehr Kinder getötet oder verletzt werden oder ihre Familien verlieren."

 

Die SOS-Kinderdörfer in Israel und Palästina

 

Die SOS-Kinderdörfer unterstützen Kinder, Jugendliche und Familien auf allen Seiten von Konflikten. Sie setzen sich weltweit, so auch in Israel und in Gaza, für jedes Kind ein - unabhängig von Staatsangehörigkeit, Hautfarbe, Religion oder ethnischer Zugehörigkeit. Gerade in krisengeprägten Regionen sind Kinder, vor allem ohne elterliche Fürsorge, akut gefährdet. Aufgrund der langjährigen Erfahrung in Israel und den palästinensischen Gebieten gelingt es den SOS-Kinderdörfern auch in der derzeitigen Situation ihre Arbeit fortführen.

 

 

In Gaza sorgt die Hilfsorganisation unter schwersten Bedingungen weiter für die Sicherheit der Kinder im SOS-Kinderdorf Rafah und leistet darüber hinaus Nothilfe. Nach Kriegsende soll der Wiederaufbau unterstützt werden.