AI for Social Impact Initiative prämiert KI-Projekte für besseren Zugang zur Gesundheitsversorgung

Die Gewinner*innen der AI for Social Impact Initiative stehen fest

Leveraging Artificial Intelligence to Improve Pregnancy Risk Detection, Maternal and Infant Health Outcomes / HelpMum (NG)  Photo: Photo: HelpMum
Leveraging Artificial Intelligence to Improve Pregnancy Risk Detection, Maternal and Infant Health Outcomes / HelpMum (NG) Photo: Photo: HelpMum

1.07.2026

 

(Linz/Wien, 30.6.2026) Neben den Goldenen Nicas werden beim Prix Ars Electronica 2026 erstmals auch Projekte der AI for Social Impact Initiative ausgezeichnet. Die neue Auszeichnung ist eine Kooperation von CARE Österreich und Ars Electronica und würdigt Initiativen, die Künstliche Intelligenz zur Bewältigung sozialer, ökologischer und humanitärer Herausforderungen einsetzen. 

 

Im Mittelpunkt stehen praxisnahe Lösungen in Bereichen wie Gesundheit, Bildung, Ernährungssicherheit, Klimaresilienz und Krisenbewältigung, die gemeinsam mit den betroffenen Gemeinschaften entwickelt werden und einen nachhaltigen gesellschaftlichen Nutzen schaffen. Insgesamt werden 15.000 Euro Preisgeld an zwei Grand Prizes und drei Awards of Distinction vergeben. Ausgewählt wurden die Projekte aus allen Einreichungen zum Prix Ars Electronica 2026 und zum S+T+ARTS Prize 2026. 

 

 

Mit Afiya AI und HelpMum wurden zwei Projekte ausgezeichnet, die das Potenzial von Künstlicher Intelligenz im Gesundheitsbereich auf unterschiedliche Weise nutzen und dabei konkrete Verbesserungen für benachteiligte Bevölkerungsgruppen schaffen.

Foto: ars Electronica
Foto: ars Electronica

 

 

Leveraging Artificial Intelligence to Improve Pregnancy Risk Detection, Maternal and Infant Health Outcomes / HelpMum (NG)

HelpMum entwickelt KI-gestützte Lösungen für die Gesundheitsversorgung von Müttern und Kindern, um die medizinische Betreuung in unterversorgten Regionen nachhaltig zu verbessern. Über die WhatsApp-basierten Anwendungen MamaBot AI und VaxAI erhalten Schwangere, Eltern und Betreuungspersonen verlässliche Informationen rund um Schwangerschaft, Geburt und Impfungen. Ergänzend unterstützt StratifyAI medizinisches Fachpersonal dabei, Risikoschwangerschaften frühzeitig zu erkennen und gezielte Maßnahmen einzuleiten. Gemeinsam schaffen diese digitalen Innovationen einen durchgängigen Versorgungspfad – von der Schwangerschaft bis zur frühkindlichen Immunisierung. Durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz, evidenzbasierten Gesundheitsinformationen und leicht zugänglichen digitalen Technologien trägt HelpMum dazu bei, die Gesundheitsversorgung gerechter zu gestalten, Komplikationen frühzeitig zu verhindern und die Gesundheit von Müttern und Kindern nachhaltig zu stärken.

 

The Afiya AI Solution: An AI-Powered Ecosystem for Migrant Health Equity / Shadi Henchiri (TN)

The Afiya AI Solution ist eine innovative, KI-gestützte Sozialinitiative, die Migrant*innen dabei unterstützt, sich in komplexen Gesundheitssystemen zurechtzufinden und notwendige medizinische Hilfe schneller zu erreichen. Über einen rund um die Uhr verfügbaren WhatsApp-Service bietet die Lösung verständliche Informationen, individuelle Orientierung und Unterstützung bei der Navigation durch Gesundheitsangebote. Das Projekt reagiert auf die besonderen Herausforderungen von Menschen mit Migrationserfahrung in Nordafrika, die häufig mit gesundheitlichen Risiken, fehlender Krankenversicherung und strukturellen Zugangsbarrieren konfrontiert sind. Durch die Verbindung von künstlicher Intelligenz mit einer bereits etablierten und vertrauenswürdigen Kommunikationsplattform leistet Afiya AI einen wichtigen Beitrag dazu, Gesundheitsversorgung zugänglicher zu machen und das Recht auf Gesundheit für besonders vulnerable Bevölkerungsgruppen zu stärken.

 

Awards of Distinction

Neben den Hauptpreisen wurden drei Awards of Distinction vergeben: an Global Level of Confidence von Antimetric Institute (CA), ein Projekt zur Wiederherstellung familiärer Identitäten von Opfern der argentinischen Militärdiktatur, an das AI-Powered Teacher Competency Assessment Tool (TCAT) von Oluwaseun Kayode (NG) und dem Schoolinka Team (NG), das Lehrkräfte in ressourcenschwachen Bildungssystemen bei ihrer professionellen Weiterentwicklung unterstützt, sowie an Early Crop Pests and Diseases Detection Solar-Powered AI Technology von Farmer Lifeline und Esther Kimani (KE), das mithilfe solarbetriebener KI-Systeme Ernteausfälle reduziert und zu einer nachhaltigeren Landwirtschaft beiträgt.

 

Konferenz am Festival: Negotiating Humanity in Times of Crisis

Die ausgezeichneten Projekte stehen im Mittelpunkt der Konferenz „AI for Social Impact – Negotiating Humanity in Times of Crisis“, die am Freitag, 11. September in Kooperation mit CARE Österreich beim Ars Electronica Festival im Ursulinensaal stattfinden wird. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Künstliche Intelligenz eingesetzt werden kann, um Menschen in Krisen- und Konfliktsituationen, in von Armut geprägten Lebensrealitäten sowie in besonders vom Klimawandel betroffenen Regionen zu unterstützen. Anhand internationaler Beispiele werden Potenziale und Herausforderungen von KI-Anwendungen in den Bereichen Gesundheit, Bildung, humanitäre Hilfe und gesellschaftliche Teilhabe diskutiert – ebenso wie Fragen nach Verantwortung, Mitgestaltung und den gesellschaftlichen Zielsetzungen von Technologie.

 

Über CARE

CARE wurde 1945 gegründet, um Armut und Hunger in Europa zu lindern. Heute, 80 Jahre später, setzt sich CARE in über 120 Ländern mit überwiegend einheimischen Mitarbeiter*innen für die Überwindung von Not, Armut und Ausgrenzung ein – mit besonderem Fokus auf die Stärkung von Frauen und Mädchen. Die AI for Social Impact Initiative markiert das 80-jährige Bestehen der Hilfsorganisation und steht für zukunftsorientiertes Engagement sowie die Weiterentwicklung jahrzehntelanger humanitärer und entwicklungspolitischer Expertise.

 

„Technologie kann, wenn sie mit Gerechtigkeit gestaltet wird, Teil der Antwort auf drängende Fragen unserer Zeit sein. Die Gewinner*innen haben wegen der Klarheit und Dringlichkeit ihres Auftrags überzeugt – und wegen der Konsequenz, mit der dieser Auftrag verfolgt wird. Die AI for Social Impact Initiative zeigt, welches Potenzial in Künstlicher Intelligenz steckt, wenn sie konsequent auf gesellschaftliche Wirkung ausgerichtet und gemeinsam mit den Menschen entwickelt wird, die sie unterstützen soll.

Die Siegerprojekte geben mithilfe von KI konkrete Antworten auf die gesundheitlichen Herausforderungen von Schwangeren und Schutzsuchenden in unterversorgten Regionen – zwei Gruppen, die besonders vulnerabel sind und deren Zugang zu medizinischer Versorgung dringend gestärkt werden muss. Bei ‚HelpMum‘ ist es die Verankerung in den operativen Realitäten ressourcenschwacher Gesundheitssysteme und bei ‚The Afiya AI Solution‘ die Ambition, technische Raffinesse und eine zutiefst menschenzentrierte Ausrichtung, die die Jury überzeugt haben.“

Andrea Barschdorf-Hager, Geschäftsführerin von CARE Österreich