
9.06.2026
Nach vier Jahren intensiver Arbeit zieht die Ökumene-Kommission des Bistums eine positive Bilanz und blickt zugleich auf ihre anstehende Neukonstituierung und kommende Aufgaben.
Von Stefan Schneider
(Trier/sts) – Mit ihrer Sitzung am 8. Juni 2026 ist die aktuelle Amtsperiode der Ökumene-Kommission des Bistums Trier zu Ende gegangen. Nach vier Jahren intensiver Beratung und Begleitung ökumenischer Themen steht die Neukonstituierung des Gremiums an. Die Ökumene-Kommission hat den Auftrag, die ökumenische Arbeit im Bistum zu fördern und den Bischof in Fragen des Miteinanders der Kirchen zu beraten. Vorsitzender der Kommission ist Weihbischof em. Franz Josef Gebert. Die Kommission prüft Initiativen, entwickelt Empfehlungen und begleitet konkrete Projekte im Bistum. Auch kirchliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem Bistum können sich mit Anfragen zu ökumenischen Fragen an die Kommission wenden.
In ihrer nun abgeschlossenen dritten Amtsperiode hat sich die Kommission mit einer Vielzahl aktueller Themen beschäftigt. Dazu gehörten unter anderem die Mitgestaltung des Jubiläums “1.700 Jahre Konzil von Nizäa”‘ im Jahr 2025, die Weiterentwicklung ökumenisch-kooperativer Gemeindemodelle sowie Fragen der Krankenhausseelsorge im Saarland. Auch die Situation orthodoxer Gemeinden vor dem Hintergrund des Ukraine-Kriegs und neue Studien zur Kirchenbindung standen auf der Agenda.
Der Geschäftsführer der Kommission, Matthias Neff, zieht eine positive Bilanz der vergangenen Jahre. „Die Ökumene-Kommission war in diesen Jahren ein wichtiger Ort des gemeinsamen Nachdenkens und Ringens um Wege der Einheit. Unterschiedliche Perspektiven sind hier nicht als Problem, sondern als Chance verstanden worden.“ Gerade die Zusammenarbeit mit Partnern aus evangelischen Kirchen und der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) habe das Gremium geprägt. „Ökumene lebt davon, dass wir einander zuhören und gemeinsam konkrete Schritte gehen – auch dann, wenn nicht sofort Einigkeit herrscht“, so Neff.
Als wichtigen Erfolg nennt Neff die Begleitung konkreter Projekte: „Wir konnten wichtige Impulse für die Praxis setzen – etwa in der ökumenischen Zusammenarbeit in Gemeinden oder in der Seelsorge. Besonders wertvoll ist, dass viele Themen nicht theoretisch geblieben sind, sondern vor Ort Wirkung entfalten.“ Auch die ökumenische Perspektive auf aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen habe an Bedeutung gewonnen. Die Kommission habe sich bewusst Themen zugewandt, die die Kirchen über Konfessionsgrenzen hinweg herausfordern.
Die Ökumene-Kommission arbeitet ehrenamtlich und bringt verschiedene Perspektiven zusammen: Vertreterinnen und Vertreter aus Theologie, Pastoral und anderen Konfessionen beraten gemeinsam Fragen der ökumenischen Zusammenarbeit. Ihre Ergebnisse haben empfehlenden Charakter für den Bischof und die Leitung des Bistums. „Die Kommission ist ein Spiegel der gelebten Ökumene im Kleinen: Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen kommen zusammen, hören einander zu und suchen gemeinsam nach tragfähigen Lösungen“, so Neff.
Mit der abschließenden Sitzung wurde zugleich der Blick nach vorne gerichtet. Nach der anstehenden Neukonstituierung wird die Kommission ihre Arbeit fortsetzen. „Ich bin dankbar für das große Engagement aller Mitglieder“, betont Weihbischof em. Franz Josef Gebert. „Die nächsten Jahre werden neue Themen bringen, aber die Grundlage bleibt: ein vertrauensvoller Dialog und der gemeinsame Wille, Kirche im Miteinander der Konfessionen zu gestalten.“
