Der 5. Januar – der Montag unter den Arbeitstagen

Stefan Häselis Kommunikationstipps: Mehr Nähe im Alltag

Foto: privat
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2.01.2025

 

Er naht. Der erste Arbeitstag im neuen Jahr. Für die meisten dürfte es heuer der 5. Januar sein.

Kommunikativ ist dieser Tag durchaus etwas speziell. Ein guter Small Talk wird es richten: „Gut ins neue Jahr gestartet?“ ist die diplomatisch-klassische und möglich-sinnvolle Frage. Sofern man die Frage auch ernst meint. Wer eine Frage stellt, muss sich auch innerlich für die Antwort interessieren.

 

Denn: Kaum jemand will dort um 07.00 Uhr wirklich hören, wie produktiv das neue Jahr beginnt. Wer am 5. Januar vor der 9-Uhr-Pause Sätze sagt wie „Ich habe schon 42 Mails abgearbeitet“, macht sich kommunikativ verdächtig.

 

Der wichtigste kommunikative Skill am 5. Januar ist deshalb Zuhören. Eine Nachfrage zu den erzählten Erlebnissen, ein Nicken, ein „Ja, ging mir auch so“ – mehr braucht es oft nicht. Sofern – siehe auch oben – man es ernst in ganzer Präsenz meint. Gerade auch jetzt gilt: Beziehung first - Leistung kommt später. Der 5. Januar ist kein Startschuss, sondern ein vorsichtiges Aufwärmen. Wer das verstanden hat, startet entspannter ins Jahr. Beim Erzählen darauf achten: Weniger ist mehr. Ausführliche Ferienberichte, demonstrative Hochmotivation oder alle Details des Weihnachtsmenues inkl. den mehr oder wenigen konstruktiven Feedbacks der dortigen Gäste interessieren nicht wirklich alle bis ins Detail.

 

Und dann noch die immer wieder diskutierte Bonusfrage: Wie lange darf man sich „ein gutes neues Jahr“ wünschen? Im Sinne einer ungeschriebenen Ratgebercheckliste: Es gibt zwar keine offizielle Regel, sondern soziale Konventionen. Entscheidend sind Zeitpunkt, Häufigkeit und Beziehung.

 

Praktische Faustregeln zum Mitnehmen:

  • Bis 7. Januar: Absolut unproblematisch. Niemand rollt mit den Augen.
  • 8.–15. Januar: Völlig ok, wenn man sich erstmals sieht oder schreibt. Typische Einleitung: „Ich weiss, etwas spät, aber trotzdem noch ein gutes neues Jahr.“
  • Ab Mitte Januar: Nur noch situationsbedingt sinnvoll – etwa bei einem erstem Kontakt im Jahr, formellen Beziehungen oder schriftlicher Kommunikation
  • Ab Februar: Kommunikativ eher archäologisch.

 

Und darum und von Herzen: auf ein neuerliches Wiederlesen auch in diesem Jahr, zu denen ich allen Lesenden alles Gute, schöne Momente und uns durchaus auch immer wieder wertvolle Texte wünsche.

 

 

Zum Autor

Stefan Häseli ist Experte für glaubwürdige Kommunikation, Keynote-Speaker, Moderator und Autor mehrerer Bücher. Als ausgebildeter Schauspieler mit jahrelanger Bühnenerfahrung schreibt er ganze Abendprogramme selbst. Dazu kommen Engagements in Kinofilmen, TV-Serien, TV-Werbespots und Schulungsfilmen. Er betreibt ein Trainingsunternehmen in der Schweiz. Häseli ist mehrfach international ausgezeichneter Redner und Trainer. Die Kommunikation in ihren unterschiedlichen Welten und die Details in der Sprache faszinieren ihn und prägten seinen beruflichen Werdegang. Er begeistert in seinen Fachartikeln und Kolumnen mit feinsinnigem Humor. https://stefan-haeseli.com/.

 

 

Sein aktuelles Buch «Praxisbuch Krisenkommunikation» das er mit Marco Cortesi, dem ehemaligen Mediensprecher der Stadtpolizei Zürich geschrieben hat, ist Mitte Februar 2025 im Wiley-Verlag erschienen

 

 


Autor: Stefan Häseli; zusammengestellt von Gert Holle - 2.01.2026