Editorial zum W.I.N.-Newsletter
Liebe Leserinnen und Leser,
liebe Hörerinnen und Hörer,
liebe Freundinnen und Freunde von „WIR IM NETZ – Kultur und Glaube Aktuell“,
es gibt Wörter, die uns ein Leben lang begleiten. Eines davon ist das Herz.
Wir sprechen von Herzensangelegenheiten, von Herzenswärme, von einem offenen Herzen. Wir wünschen uns Menschen mit Herz. Und manchmal spüren wir ganz deutlich, dass nicht der Verstand allein unser Leben prägt, sondern das, was unser Herz bewegt.
Wenn ich auf die Beiträge dieser Woche zurückblicke, dann entdecke ich genau diesen Gedanken immer wieder. Viele meiner WortWeisen der vergangenen Tage erzählen davon – von Vertrauen, von Dankbarkeit, von Demut, vom Wiederaufstehen nach Rückschlägen, von der Sehnsucht nach einem erfüllten Leben und von der Freude, die Musik schenken kann. Es sind Geschichten, die nicht im Kopf beginnen, sondern im Herzen.
Vielleicht brauchen wir gerade das in diesen Tagen besonders.
Die Hitze dieser Woche hat vielen Menschen zu schaffen gemacht. Deshalb haben wir nicht nur über Kultur, Gesellschaft und Kirche berichtet, sondern auch ganz praktische Hinweise gegeben: wie wir gut durch heiße Sommertage kommen, warum Kirchen zu kühlen Zufluchtsorten werden können und weshalb es wichtig ist, auf sich selbst und aufeinander zu achten. Gerade ältere Menschen, Kinder und Alleinstehende freuen sich oft über einen Anruf, einen Besuch oder einfach die Frage: "Wie geht es dir?"
Denn Mitmenschlichkeit beginnt selten mit großen Gesten. Meist beginnt sie mit Aufmerksamkeit.
Diese Aufmerksamkeit zog sich durch viele Beiträge unserer Woche. Da war die Mitgehbank, die Menschen miteinander ins Gespräch bringen möchte. Das ehrenamtliche Café in Trier, in dem Generationen einander begegnen. Die Hospizarbeit der Malteser, die Menschen auf ihrem letzten Weg begleitet. Oder die jungen Stimmen im Podcast über Einsamkeit und die Sehnsucht danach, wirklich gehört zu werden.
Auch die Nachrichten aus Kirche und Gesellschaft machten deutlich: Hoffnung wächst dort, wo Menschen Verantwortung füreinander übernehmen. Ob im interreligiösen Dialog in Pakistan, bei Hilfsprojekten nach den schweren Erdbeben in Venezuela, im Einsatz gegen Hunger und Aids oder in vielen kleinen Initiativen vor unserer Haustür – überall begegnen uns Menschen, die ihr Herz nicht verschließen.
Daneben blieb auch Raum für Kultur, Musik und Kreativität. Festivals, Ausstellungen, neue Alben, Schreibwettbewerbe und künstlerische Projekte zeigen: Kultur ist weit mehr als Unterhaltung. Sie berührt, verbindet und öffnet oft neue Perspektiven.
Genau das möchten auch wir mit „WIR IM NETZ“ erreichen.
Wir wollen informieren, aber nicht überfordern. Wir wollen Orientierung geben, ohne einfache Antworten zu versprechen. Und wir möchten den Blick immer wieder auf das richten, was Hoffnung wachsen lässt: auf Menschen, die sich engagieren, Brücken bauen und mit ihrem Herzen etwas bewegen.
Deshalb danke ich Ihnen und Euch herzlich für die Treue zu unserem Portal, für die vielen Rückmeldungen, für das Lesen, Hören, Kommentieren und Weiterempfehlen. Sie alle sind Teil dieser Gemeinschaft, die unser Portal lebendig macht.
In einigen Bundesländern haben inzwischen die Sommerferien begonnen. Deshalb wünschen wir allen Schülerinnen und Schülern, Familien, Lehrerinnen und Lehrern und natürlich auch allen Urlauberinnen und Urlaubern eine erholsame, gesunde und frohe Ferienzeit.
Und allen anderen wünsche ich, dass es auch im Alltag immer wieder kleine Inseln der Ruhe gibt.
Passen Sie gut auf sich auf – besonders bei den hohen Temperaturen. Trinken Sie ausreichend, gönnen Sie sich Pausen, suchen Sie Schatten und scheuen Sie sich nicht, Hilfe anzubieten oder anzunehmen.
Vor allem aber: Bewahren Sie sich Ihr Herz.
Denn ein freundliches Herz kann mehr Wärme schenken als jeder Sommertag – und oft bleibt genau diese Wärme am längsten.
Ich wünsche Ihnen und Euch ein gesegnetes Wochenende und eine behütete Zeit.
Herzlichst
Gert Holle
Herausgeber
Für das Team von
WIR IM NETZ – Kultur und Glaube Aktuell
"Das Herz ist kein Organ für besondere Tage. Es schlägt jeden Tag für das, was unserem Leben Sinn, Hoffnung und Menschlichkeit schenkt."
26.06.2026
WortWeise: Friday Feels So Easy – Die Freiheit, einfach zu sein
Von Gert Holle
Ich habe den Freitag immer gemocht.
Nicht, weil dann alle Probleme verschwunden wären oder plötzlich alles perfekt wäre. Aber weil der Freitagabend etwas Besonderes hat. Für mich jedenfalls war es schon immer so: Wenn die Arbeitswoche geschafft war und der Feierabend begann, lag das ganze Wochenende noch vor mir. Zwei Tage, die sich anfühlten wie ein kleines Stück geschenkte Freiheit.
Plötzlich musste nichts mehr sofort erledigt werden.
Der Kalender verlor seine Macht. Die Uhr tickte zwar weiter, aber sie bestimmte nicht mehr jeden Gedanken. Allein dieses Gefühl kann unglaublich befreiend sein.
Natürlich ist nicht jedes Wochenende gleich. Manchmal warten Termine, Familienfeiern oder Verpflichtungen. Und doch bleibt da diese leise Ahnung: Jetzt darf das Leben wieder etwas langsamer werden.
Ich glaube, wir Menschen brauchen solche Momente.
Die Woche fordert uns heraus. Wir organisieren, planen, arbeiten, entscheiden und versuchen, allem gerecht zu werden. Oft gelingt uns das. Manchmal auch nicht. Aber irgendwann merken wir: Wir funktionieren nur noch.
Dann tut es gut, einfach Mensch sein zu dürfen.
Der Philosoph Josef Pieper hat einmal geschrieben, dass Muße viel mehr sei als Freizeit. Sie sei die Fähigkeit, das Leben als Geschenk wahrzunehmen. Dieser Gedanke gefällt mir. Denn wahre Freiheit entsteht nicht dadurch, dass wir unseren Kalender voll oder leer haben. Sie entsteht dort, wo wir aufhören, uns ständig über unsere Leistung zu definieren.
Vielleicht ist genau das die eigentliche Einladung des Wochenendes.
Nicht möglichst viel zu erleben.
Sondern wieder bei sich selbst anzukommen.
Für mich gehören dazu oft ganz einfache Dinge. Ein gutes Essen mit Freunden. Ein Spaziergang am Abend. Musik machen. Ein gutes Buch. Manchmal auch einfach nur im Garten sitzen und den Himmel beobachten. Und am Sonntag der Gottesdienst – ein Ort, an dem ich spüre: Mein Wert hängt nicht davon ab, was ich geleistet habe. Gott nimmt mich an, bevor ich überhaupt etwas tue.
Das ist ein Gedanke, der mich trägt.
Schon auf den ersten Seiten der Bibel lesen wir, dass Gott nach der Schöpfung ruhte. Nicht, weil ihm die Kraft ausgegangen wäre, sondern weil zur Vollendung auch das Innehalten gehört. Erst in der Ruhe wird sichtbar, was entstanden ist.
Vielleicht gilt das auch für unser Leben.
Wenn wir nie anhalten, sehen wir gar nicht mehr, wie reich wir eigentlich beschenkt sind.
Gerade junge Menschen erleben heute oft einen Alltag, der kaum noch Pausen kennt. Immer erreichbar. Immer online. Immer die nächste Nachricht, das nächste Ziel, der nächste Vergleich.
Aber die Seele lebt in einem anderen Rhythmus.
Sie braucht Stille.
Sie braucht Begegnungen.
Sie braucht Musik.
Sie braucht Gott.
Mein neuer Song Friday Feels So Easy ist deshalb mehr als nur ein Lied über den Freitagabend. Für mich ist er eine Erinnerung daran, dass wir nicht nur zum Arbeiten geschaffen wurden, sondern auch zum Leben. Zum Lachen. Zum Ausruhen. Zum Staunen.
Und vielleicht ist genau das eines der größten Geschenke Gottes:
Dass wir nicht jeden Augenblick ausfüllen müssen.
Sondern ihn einfach genießen dürfen.
Gebet
Guter Gott,
danke für diese Woche mit allem, was gelungen ist, und auch für das, was unvollendet geblieben ist.
Hilf mir, loszulassen, was ich nicht mehr ändern kann.
Schenke mir Ruhe für meinen Körper,
Frieden für meine Gedanken
und Freude für mein Herz.
Lass mich die Menschen wahrnehmen, die mir wichtig sind.
Lass mich die Schönheit kleiner Augenblicke entdecken.
Und lass mich spüren, dass Du bei mir bist –
nicht nur in den Zeiten der Arbeit,
sondern auch in den Stunden der Freiheit.
Begleite mich durch dieses Wochenende
und fülle es mit Deinem Licht.
Amen.
Segensspruch
Der Herr segne Deinen Feierabend und Deine freie Zeit.
Er schenke Dir Momente, in denen Du aufatmen kannst,
Menschen, die Dir guttun,
und Gedanken, die Dein Herz leicht machen.
Er bewahre Dich vor unnötiger Hast,
führe Dich in seine Ruhe
und lasse Dich die Freude des Augenblicks entdecken.
So begleite Dich Gottes Segen
an diesem Wochenende,
heute, morgen und an allen Tagen.
Amen.
An diesem Wochenende in "WIR IM NETZ - Kultur und Glaube Aktuell" u.a.:
- Newsletter W.I.N. - DER RÜCKBLICK
Mit Herz durch den Sommer
Die Woche vom 22.06.2026 - 27.06.2026
https://www.wirimnetz.net/newsletter-w-i-n/
- TYLER BRADEN FINDET SCHÖNHEIT IM SCHEITERN MIT „HORSESHOES & HAND GRENADES"
https://www.wirimnetz.net/.../tyler-braden-findet-sch%C3.../
- Nouveau Réalisme und die Kunst der 1960er Jahre
https://www.wirimnetz.net/.../nouveau-r%C3%A9alisme-und.../
- Aktion „Letzter Schultag“ möchte Selbstvertrauen von Schüler*innen stärken: Mehr als Zeugnisnoten
https://www.wirimnetz.net/.../aktion-letzter-schultag-m.../
- Friday Feels So Easy – Die Freiheit, einfach zu sein
Eine WortWeise von und mit Gert Holle
https://www.wirimnetz.net/.../wortweise-friday-feels-so.../
- Erdbeben in Venezuela: SOS-Kinderdörfer bereiten Hilfe für betroffene Kinder und Familien vor
https://www.wirimnetz.net/.../erdbeben-in-venezuela-sos.../
- FIDES-NACHRICHTEN - 27.06.2026
AUSSERORDENTLICHES KONSISTORIUM - Papst Leo XIV.: „Mission ist nicht eine der vielen Aufgaben der Kirche. Sie ist ihr Existenzgrund“
https://www.wirimnetz.net/nachrichten/aus-aller-welt/
Gestern in "WIR IM NETZ - Kultur und Glaube Aktuell" u.a.:
- DER IMPULS ZUM TAGE
Spiegel des Himmels – Die Kraft der Demut und inneren Freiheit
Andacht zum Lied „Noble Soul“ – von und mit Gert Holle
- Zahl der Geburten bei Teenagerinnen weltweit um zwölf Prozent gesunken
https://www.wirimnetz.net/.../zahl-der-geburten-bei.../
- Lebensmodelle: Begegnung auf der Mitgehbank
https://www.wirimnetz.net/nachrichten/glaube-liebe-hoffnung/
- BOULEVARD of DREAMS auf Zollverein: Highlights der zweiten Festivalwoche
Jazz trifft Techno, Kunst trifft Bewegung, Familienflohmarkt trifft Musiktheater
https://www.wirimnetz.net/.../boulevard-of-dreams-auf.../
- FIDES-NACHRICHTEN - 26.06.2026
EUROPA/ÖSTERREICH - Pater Karl Wallner: "Der Glaube wächst mit der Bereitschaft zu helfen”
https://www.wirimnetz.net/nachrichten/aus-aller-welt/
- Erdbeben in Venezuela: Diakonie Katastrophenhilfe stellt 100.000 Euro für Nothilfe bereit
Zwei schwere Erdbeben treffen Land in tiefer Krise / Tausende Tote befürchtet / Partner sind vor Ort aktiv
https://www.wirimnetz.net/nachrichten/aus-aller-welt/
- Sommertraining ohne Risiko: Sieben Tipps für sicheres Training im Sommer
https://www.wirimnetz.net/.../sommertraining-ohne-risiko.../
- O₂ Music Studio on Tour: Sechs neue Songs, sechs Talente – jetzt entscheidet die Community über den Einzug ins Finale
https://www.wirimnetz.net/.../o%E2%82%82-music-studio-on.../
- Stiftung Bildung begrüßt Empfehlungen der Expert*innenkommission zum Kinder- und Jugendschutz
https://www.wirimnetz.net/nachrichten/politik/

9.06.2026
Was passiert, wenn aus einem klassischen Wunschkonzert plötzlich ein Ort der Begegnung wird? Wenn ältere Menschen nicht nur zuhören, sondern selbst Teil einer Radiosendung werden? Wenn Musik Erinnerungen wachruft, Gespräche anstößt und sogar zum Mitsingen, Schunkeln oder Tanzen einlädt?
Genau darum geht es bei „Radio ü65“, einem außergewöhnlichen Radioprojekt aus der Schweiz, das derzeit seinesgleichen sucht. Das mobile Live-Internetradio sendet direkt aus Alters- und Pflegeeinrichtungen und bringt Musik, Geschichten, Gespräche und Gemeinschaft dorthin, wo Menschen oft auf besondere Weise von Nähe und Teilhabe profitieren.
Für WIR IM NETZ – Kultur und Glaube Aktuell habe ich mit dem Initiator und Kommunikationsfachmann Stefan Häseli gesprochen. Viele Leserinnen und Leser kennen ihn bereits durch seine monatliche Kolumne „Stefan Häselis Kommunikationstipps“ in unserem Portal. In diesem rund 31-minütigen Podcast erzählt er, wie die Idee zu Radio ü65 entstanden ist, welche Erfahrungen das Team bei den ersten Sendungen gemacht hat und warum Musik gerade im Alter oft weit mehr ist als Unterhaltung.
Wir sprechen über bewegende Momente bei den Live-Sendungen, über Musikwünsche und persönliche Grüße, über gemeinsames Erinnern, über die Bedeutung sozialer Teilhabe und darüber, weshalb dieses Projekt bei Bewohnerinnen und Bewohnern ebenso gut ankommt wie bei Angehörigen und Pflegekräften.
Natürlich werfen wir auch einen Blick hinter die Kulissen: Wie groß ist das Team? Wie wird das Projekt finanziert? Welche Unterstützung gibt es durch Politik, Sponsoren und Einrichtungen? Und nicht zuletzt die spannende Frage: Könnte ein solches Seniorenradio auch in Deutschland funktionieren?
Ein Gespräch über Lebensfreude, Gemeinschaft, Kommunikation und die Kraft der Musik – und über eine Idee, die vielleicht noch viele Kreise ziehen wird.
Ich wünsche Ihnen und Euch viel Freude beim Zuhören.
Ihr / Euer Gert Holle

– Die Hörpredigt des Monats von Gerd Schwalm
– und die Andachten mit Liedern von Gert Holle
Worte, die Mut machen, inspirieren und berühren – für alle, die sich zwischendurch Zeit für Kopf und Herz nehmen.
👉 Jetzt anhören auf wirimnetz.net/predigt
Hinter WIR IM NETZ steht seit 2002 ein Mann mit klarer Haltung, kreativer Vision und tiefem Werteverständnis: Gert Holle – Theologe, Kommunikationsfachmann, leidenschaftlicher Autor, sozial engagierter Rotarier und kreativer Kopf mit Herz. Als Herausgeber und leitender Redakteur bringt er auf diesem Portal Menschen, Meinungen und Impulse zusammen – fundiert, menschlich und mit einem offenen Blick auf das, was Gesellschaft bewegt.
Ob mit bewegenden Texten, über 200 selbst geschriebenen Songs oder dem selbst entwickelten 3-D-Schachspiel IKARUS – Gert Holle steht für eine Kultur des respektvollen Miteinanders und der geistigen Neugier. Seine Auszeichnung als Paul Harris Fellow unterstreicht sein Engagement für Gemeinsinn und Mitverantwortung.
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