Vernetzungstreffen von Religionspädagogischem Institut und Lehrstuhl für Religionspädagogik mit (von links): Dr. Johannes Pfeiff, Winnie-Lotta Weghaus, Privatdozent Dr. Boris Kalbheim, Professor Dr. Stefan Heil, Guido Kunkel, Professor Dr. Johannes Heger und Matthias Och. © Bettina Englert (RPI)
25.06.2026
Viertes Vernetzungstreffen des Religionspädagogischen Instituts (RPI) und des Lehrstuhls für Religionspädagogik – KI-Kompetenzen in der Ausbildung von Religionslehrkräften
(Würzburg/POW) - Mit dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) in der Ausbildung von Religionslehrkräften hat sich das vierte Vernetzungstreffen des Religionspädagogischen Instituts (RPI) und des Lehrstuhls für Religionspädagogik am Donnerstag, 18. Juni, in den Räumen des RPI in Würzburg befasst. Die Treffen dienen dazu, die unterschiedlichen Phasen der Ausbildung aufeinander abzustimmen sowie eine enge Kooperation zwischen Universität und Bistum zu festigen, schreibt das RPI in einer Pressemitteilung.
Nicht zuletzt durch die Enzyklika „Magnifica Humanitas“ von Papst Leo XIV. erhalte der Umgang mit KI in Theologie und Kirche eine erhöhte Aufmerksamkeit. Das betreffe auch die Ausbildung von Religionslehrkräften. Das Treffen befasste sich mit den Fragen: Wie können sie verantwortlich mit KI im Religionsunterricht umgehen? Welche KI-Kompetenzen werden in der Ausbildung an Universität und Seminar vermittelt? Moderator war RPI-Leiter Professor Dr. Stefan Heil.
Professor Dr. Johannes Heger, Inhaber des Lehrstuhls für Religionspädagogik an der Universität Würzburg, referierte über die Grundlagen des Themas. Heger bezeichnete KI als „Disruption“, die menschliches Leben fundamental verändere – so auch den Religionsunterricht und religiöse Bildung. Für die Ausbildung von Religionslehrkräften habe das bedeutende Konsequenzen: Sie müssten zuerst wahrnehmen, dass ihre Schülerinnen und Schüler KI selbstverständlich im Alltag nutzen. Davon ausgehend könnten Religionslehrkräfte unterschiedliche Kompetenzen entwickeln, wie KI im Religionsunterricht eingesetzt werden könne.
Der zweite Teil des Treffens diente dem Erfahrungsaustausch und der Entwicklung von Kompetenzbereichen, in denen die Ausbildung wirken könne. Die Runde entwickelte aus den jeweiligen Arbeitsbereichen von Universität, Seminar und Schule vier Bereiche, in denen angehende und ausgebildete Religionslehrkräfte Kompetenzen entwickeln können:
- Die Entwicklung von Urteilskompetenz als Herausbildung und Reflexion eines eigenen Standpunktes zur KI: Dazu gehören Wissen, was KI überhaupt ist, nach welchen Prinzipien sie funktioniert, was sie leisten kann und was nicht. Am Ende wähle immer der Mensch die Vorschläge aus, und das müsse gerade im pädagogischen Kontext nach professionellen Kriterien erfolgen.
- Die Weiterbildung der didaktisch-methodischen Kompetenz zur Verwendung bestimmter KI-Software zur Unterrichtsvorbereitung und -durchführung, zum Beispiel Fobizz, KI-generierte Bibelclips oder interaktive Chatbots: Hierzu existiere eine Vielzahl an Software, die verwendet werden könne. Das Treffen gab einen kurzen Überblick.
- Die Vermittlung von Medienkompetenz bei Schülerinnen und Schülern, wie sie mit KI umgehen lernen: Dabei bekomme die ethisch-theologische Reflexion im Religionsunterricht eine immer größere Bedeutung, zum Beispiel wie KI religiöse Vorstellungswelten von Kindern und Jugendlichen beeinflusst oder welche Transzendenzvorstellungen hinter der Verwendung von KI stehen.
- Die Verwendung von KI in Prüfungen: Es wurden Formate diskutiert, wie KI in Prüfungssituationen verwendet werden könne. Dazu zählen etwa die Verbindung von schriftlichen und mündlichen Anteilen einer Prüfung, die Erarbeitung längerfristig dauernder Projekte oder die Integration von KI in die Aufgabenstellung selbst. Dazu passe, dass Kultusministerin Anna Stolz in Bayern zum Schuljahr 2026/27 neue Prüfungsformate einführe, etwa einen Podcast erstellen oder eine Debatte bewerten. Für klassische schriftliche Leistungen solle zumindest die Verwendung der KI bibliographisch dokumentiert werden.
Das Vernetzungstreffen habe erneut gezeigt, dass gerade das Zusammenwirken unterschiedlicher Arbeitsbereiche wie Universität, Schule und Seminar sehr gewinnbringende Ergebnisse liefere, da verschiedenartige Erfahrungsbereiche zu Sprache kommen und sich ergänzen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer vereinbarten, auf der Grundlage der Ergebnisse das Thema weiterzuverfolgen und beim nächsten Treffen zu evaluieren, wie diese Bereiche in der Praxis gestaltet wurden.
