Klingender Adventskalender - 11

DIE WEIHNACHTSFEIER DES SEEMANNS KUTTEL DADDELDU (Joachim Ringelnatz)- gelesen von Jens-Uwe Flügel

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Die Springburn hat festgemacht
Am Petersenkai.
Kuttel Daddeldu jumpte an Land,
Durch den Freihafen und die stille heilige Nacht
Und an dem Zollwächter vorbei.
Er schwenkte einen Bananensack in der Hand.
Damit wollte er dem Zollmann den Schädel spalten.
Wenn er es wagte, ihn anzuhalten.
Da flohen die zwei voreinander mit drohenden Reden.
Aber auf einmal trafen sich wieder beide
Im König von Schweden.

Daddeldus Braut liebte die Männer vom Meere,
Denn sie stammte aus Bayern.
Und jetzt war sie bei einer Abortfrau in Lehre,
Und bei ihr wollte Kuttel Daddeldu Weihnachten feiern.

Im König von Schweden war Kuttel bekannt als Krakeeler.
Deswegen begrüßte der Wirt ihn freundlich:
„Hallo old sailor!”
Daddeldu liebte solch freie, herzhafte Reden,
Deswegen beschenkte er gleich den König von Schweden.
Er schenkte ihm Feigen und sechs Stück Kolibri
Und sagte: „Da nimm, du Affe!“
Daddeldu sagte nie „Sie“.
Er hatte auch Wanzen und eine Masse
Chinesische Tassen für seine Braut mitgebracht.

Aber nun sangen die Gäste „Stille Nacht, Heilige Nacht“,
Und da schenkte er jedem Gast eine Tasse
Und behielt für die Braut nur noch drei.
Aber als er sich später mal darauf setzte,
gingen auch diese versehentlich noch entzwei,
Ohne dass sich Daddeldu selber verletzte.

Und ein Mädchen nannte ihn Trunkenbold
Und schrie: erhabe sie an die Beine geneckt.
Aber Daddeldu zahlte alles in englischem Pfund in Gold,
Und das Mädchen steckte ihm Christbaumkonfekt
Still in die Taschen und lächelte hold
Und goß noch Geneverzu dem Gilka mit Rum in den Sekt.

Daddeldu dachte an die wartende Braut.
Aber es hatte nicht sein gesollt.
Denn nun sangen sie wieder so schön und so lauit.
Und Daddeldu hatte die Wanzen noch nicht verzollt,
Deshalb zahlte er alles in englischem Pfund in Gold.

Und das war alles wie Traum
Plötzlich brannte der Weihnachtsbaum.
Plötzlich brannte das Sofa und die Tapete,
Kam eine Marmorplatte geschwirrt,
Rannte der große Spiegel gegen den kleinen Wirt.
Und die See ging hoch und der Wind drehte.

Daddeldu wankte mit einer blutigen Nase
(Nicht mit seiner eigenen) hinaus auf die Straße.
Und eine höhnische Stimme hinter ihm schrie:
„Sie, Daddel! Sie!“
Und links und rechts schwirrten die Kolibri.

Die Weihnachtskerzen im Pavillon an der Mattentwiete erloschen.
Die alte Abortfrau begab sich zur Ruh.
Draußen stand Daddeldu
Und suchte für alle Fälle nach einem Groschen.

Da trat aus der Tür sein Braut
Und weinte laut:
Warum er so spät aus Honolulu käme?
Ob er sich gar nicht mehr schäme?
Und klappte die Tür wieder zu.
An der Tür stand: „Für Damen.“

Es dämmerte langsam.
Die ersten Kunden kamen
und stolperten über den schlafenden Daddeldu.



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Der kleine Dezembär auf der Suche nach dem Weihnachtsfest

Eine Adventsgeschichte für Kinder und Junggebliebene, erzählt in 24 Kapiteln - von Gert Holle - gesprochen von Indra Holle-Chorkov, Peter Chorkov und Gert Holle

Bild: KI / Gert Holle
Bild: KI / Gert Holle

Kapitel 11: Der Oktobär – Teil 1

 

Der kleine Dezembär trifft den Oktobär an einem kleinen Fluss, wo er gerade Fische fängt. Oktobär ist ein großer, freundlicher Bär mit einem breiten Lächeln.

Bild: KI / Gert Holle
Bild: KI / Gert Holle

Kleiner Dezembär: „Hallo! Du bist sicher der Oktobär, oder? Der Septembär hat mir gesagt, dass du mehr über das Weihnachtsfest weißt.“
Oktobär: „Das bin ich, kleiner Freund. Ja, ich kenne einen Teil der Geschichte. Du weißt schon, dass Maria und Josef nach Bethlehem unterwegs waren?“
Kleiner Dezembär: „Ja, aber warum war die Reise so schwierig?“
Oktobär: „Es war eine weite Reise, und Maria erwartete bald ein Kind. Sie hatten keinen Wagen, nur einen Esel, auf dem Maria manchmal reiten konnte. Außerdem war es kalt und die Wege waren steinig.“
Kleiner Dezembär: „Das klingt anstrengend. Und was ist dann passiert?“
Oktobär: „Das erzähle ich dir morgen, wenn du wiederkommst. Es ist eine lange Geschichte, und ich will sicher sein, dass du ausgeruht bist.“
Kleiner Dezembär: „Okay, Oktobär. Ich komme morgen wieder. Danke für den Anfang der Geschichte!“

Foto: Gert Holle
Foto: Gert Holle

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Autor: Gert Holle; Joachim Ringelnatz - 10.12.2025 Kalender erstellt mit Chat GPT 4o und canva.com