9.06.2026
(ROSTOCK / GREIFSWALD/pek) - Die Sommermonate bringen auch im Norden immer häufiger Tage mit extremer Hitze, die für viele Menschen zum Gesundheitsrisiko werden kann. Die Evangelischen Kirchenkreise Mecklenburg und Pommern haben daher anlässlich des bundesweiten Hitzeaktionstags am Donnerstag, 11. Juni, ihre Kirchengemeinden dazu aufgerufen, Kirchengebäude an Hitzetagen als unkomplizierten Zufluchtsort für die Bevölkerung zu öffnen. Unter dem Motto „Kühle Kirchen“ soll Menschen auf diese Weise ein verlässlicher Raum zum Abkühlen, Ausruhen und Atem schöpfen geboten werden.
Schutz vor extremen Außentemperaturen
„Hitze ist mittlerweile das größte klimabedingte Gesundheitsrisiko in Deutschland“, heißt es in dem Aufruf der beiden Kirchenkreise. Besonders betroffen sind Seniorinnen und Senioren, Schwangere, Familien mit Kleinkindern sowie Menschen ohne festen Wohnsitz. Viele der oft jahrhundertealten Kirchen in Mecklenburg und Vorpommern besitzen jedoch ein wertvolles Privileg: Ihre dicken Mauern bieten selbst bei extremen Außentemperaturen einen verlässlich kühlen Ort im öffentlich zugänglichen Raum. Während die niedrigen Temperaturen in Kirchen in der kalten Jahreszeit eine Herausforderung sind, wird das Raumklima in den Gotteshäusern an Hitzetagen zum großen Vorteil. Unterstützt wird die Aktion von der pommerschen Pröpstin Kathrin Kühl und Dr. Kristin Ramthun, Referentin für Nachhaltigkeit im gemeinsamen Projekt „Lebenswandel“ der beiden Kirchenkreise. Die Gemeinden wurden in dem Aufruf ermutigt, ohnehin vorhandene Ressourcen zu nutzen, um ein niedrigschwelliges Angebot direkt vor Ort zu schaffen.
Wasserspender und offene Türen für Einheimische und Gäste
Wie genau die Umsetzung lokal aussieht, entscheiden die Kirchengemeinden individuell und freiwillig nach ihren jeweiligen Möglichkeiten. Die von den Kirchenkreisen zur Verfügung gestellten Praxis-Bausteine reichen vom verlässlichen Offenhalten der Kirchentüren in den heißesten Stunden des Tages über das Bereitstellen von Sitzgelegenheiten bis hin zu kleinen Erfrischungsstationen mit kostenfreiem Trinkwasser im Eingangsbereich. Das Angebot richtet sich ausdrücklich an alle Menschen, die Schutz vor der Extremhitze suchen – unabhängig von ihrer Konfession. Neben der lokalen Bevölkerung sind auch Touristinnen, Touristen und Gäste der Region herzlich eingeladen, die Kühle der Kirchenschiffe zu nutzen und dabei ganz ohne Verpflichtung zu verweilen. Da die Teilnahme auf dem Engagement vor Ort basiert, gibt es keine Übersicht über die „Kühlen Kirchen“ in Mecklenburg und Pommern. Jedoch werden Plakate und Hinweiszettel an den Schaukästen und Eingangstüren der Kirchen teilnehmender Gemeinden an den Hitzetagen signalisieren: „Hier ist es kühl. Kommen Sie rein und ruhen Sie sich aus.“ Selbstverständlich bieten aber auch alle „Offenen Kirchen“ an heißen Tagen Zuflucht vor hohen Temperaturen.
Über die Initiative „Kühle Kirchen“
Die Aktion in den Kirchenkreisen Mecklenburg und Pommern findet im Rahmen der bundesweiten Initiative „Kühle Kirchen“ der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) sowie des bundesweiten Hitzeaktionstages statt. Ziel des Aktionstages ist es, das Bewusstsein für hitzebedingte Gesundheitsgefahren zu schärfen und konkrete Schutzmaßnahmen im Alltag zu verankern.
Hintergrund: Was ist ein „Hitzetag“?
Laut Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) ist die Definition von heißen Phasen genau festgelegt: Ein Hitzetag (Heißer Tag) ist demnach ein Tag, an dem die Höchsttemperatur mindestens 30 Grad Celsius erreicht. Ab dieser Marke steigt die gesundheitliche Belastung für den menschlichen Körper drastisch an. Als Sommertag gilt ein Tag mit einer Höchsttemperatur von mindestens 25 Grad Celsius.
