Ein Zeichen für die Menschenwürde

Nationalen Spiele der Special Olympics dieses Jahr im Saarland

Bei den Special Olympics gibt es auch ein Fußball-Turnier. (Symbolfoto) © SOBY/Geyer
Bei den Special Olympics gibt es auch ein Fußball-Turnier. (Symbolfoto) © SOBY/Geyer

5.06.2026

 

Über 4.000 Athlet*innen treten bei den Special Olympics – dem größten Multisport-Event für Menschen mit geistiger und mehrfacher Beeinträchtigung – in mehr als 20 Sportarten an.

 

Von Stefan Schneider

 

(Saarbrücken/sts) – Manchmal geht es im Sport nicht nur um ein ‚Höher, schneller weiter‘, manchmal ist auch die gemeinsam erlebte Freude an der Bewegung der wahre Erfolg. Darum aber geht es bei der Teilnahme an den Special Olympics. Vom 15. bis 20. Juni sind deren Nationalen Spiele im Saarland. Über 4.000 Athleten werden an dem größten Sport-Event für Menschen mit geistiger Behinderung in mehr als 20 Sportarten an den Start gehen. Nach den Nationalen Spielen 2022 und den Weltspielen 2023, jeweils in Berlin, sind die Nationalen Sommerspiele im Saarland das größte Ereignis dieser Art in Deutschland. Auch das Bistum Trier, die katholischen Jugend- und Sportverbände und der diözesane Caritas-Verband sind dabei.  

 

Die Wettbewerbe, Veranstaltungen und Mitmachangebote werden an zehn Orten im Saarland und an der französischen Grenze angeboten: Saarbrücken, Nohfelden, Sankt Wendel, Dillingen, Saarlouis, Homburg, Merzig, Neunkirchen, Völklingen und Forbach. Ausgetragen werden Wettkämpfe unter anderem in Badminton, Basketball, Beachvolleyball, Freiwasserschwimmen und im Fußball. Zusätzlich werden rund 2.500 Teilnehmende an wettbewerbsfreien Angeboten erwartet.  

„Gemeinsam in Bewegung sein, dass war und ist uns wichtig“, sagt Christoph Morgen. Er ist Pastoralreferent und Ansprechpartner im Visitationsbezirk Saarbrücken für das Thema Inklusion. Das Gemeinsame zeigt sich aber auch konkret im katholischen Angebot an diesen Tagen, denn es engagieren sich die örtlichen Pastoralen Räume, die Katholische Erwachsenenbildung (KEB), das Team im Arbeitsfeld Inklusion, dem auch Christoph Morgen angehört, mit Kolleg*innen aus dem katholischen Sportverband Deutsche Jugendkraft (DJK), dem Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), der Fachstelle Jugend im Visitationsbezirk Saarbrücken sowie die Caritas im Saarland. 

„Los geht es für uns schon mit den Fackelläufen und den Begegnungsfesten”, erklärt Morgen. In jedem Landkreis im Saarland sowie im Regionalverband Saarbrücken finden Fackelläufe mit mehreren Stationen an einem Tag statt. Auch der DJK St. Ingbert nimmt an einem der Fackelläufe teil. Das Arbeitsfeld Inklusion beteiligt sich mit den Pastoralen Räumen Völklingen und Tholey im Regionalverband Saarbrücken am 6. Juni, von 14 bis 16 Uhr, auf dem Adolph-Kolping-Platz in Völklingen, am 11. Juni, von 10 bis 12 Uhr, im Landkreis Saarlouis unterhalb der Bergehalde in Ensdorf und am 12. Juni, von 12 bis 14 Uhr, im Landkreis St. Wendel auf dem Plateau auf dem Schaumberg in Tholey. „Wir sind nicht auf der gesamten Strecke der Fackelläufe dabei, aber dann sicher bei den Begegnungsfesten in Völklingen, Ensdorf und Tholey”, sagt Morgen.  

 

„Bei einigen der Sportstätten werden wir mit dem kirche:mobil! vor Ort sein“, führt Morgen weiter aus. Das kirche:mobil! ist ein umgebauter Kastenwagen des Pastoralen Raums Völklingen. Damit geht es am 16. Juni zum Roller Skating (von 11 bis 15 Uhr in Völklingen), am 7. Juni zum Handball (von 10 bis 14 Uhr in Saarlouis) - dort ist die DJK Saarlouis-Roden der Ausrichter -, am 18. Juni zum Feldhockey (von 10 bis 14 Uhr in Neunkirchen) und am 19. Juni, von 10 bis 15 Uhr, zum Freiwasserschwimmen, Beachvolleyball, Segeln und Triathlon am Bostalsee. „Als Mitmachaktionen haben wir ein Riesenjenga sowie Cornhole, bei dem die Spieler*innen mit gefüllte Säckchen Löcher in einem Holzbrett treffen müssen, in unserem kirche:mobil!, zählt Morgen auf. „Je nach Situation vor Ort bieten wir kostenlos Kaffee, Tee, Getränke und Gebäck an, einen gemütlichen Platz in einem Liegestuhl sowie natürlich ein offenes Ohr für Gespräche mit Seelsorgern“. Inklusive Orte der Begegnung, so lautet das Ziel.  

 

Die Diözesanverbände der DJK Trier und Speyer werden zudem am Finaltag der Handballer eine Mitmachecke und eine Postkartenaktion anbieten. Der Pastorale Raum Tholey wird mit der Fachstelle Jugend im Visitationsbezirk Saarbrücken am Veranstaltungsort Bostalsee dabei sein und die Pfadfinder der DPSG Rehlingen-Siersburg sind mit Zelten am Veranstaltungsort. Der Landesarbeitskreis Kirche und Sport sowie die DJK-Verbände Trier und Speyer bieten einen Raum der Ruhe auf dem Sportcampus Saar an, in Kooperation mit dem Landessportverband für das Saarland. Die Pfadfinder der DPSG St. Nikolaus Rehlingen laden für den 18. Juni ab 19 Uhr in Merzig auf der Tennisanlage zu einem Lagerfeuerabend ein. 

 

„Beim Special Olympics Festival am 20. Juni werden wir von 11.30 bis 20 Uhr mit dem Bistum Speyer auf dem Saarbrücker Festivalgelände auf den Saarwiesen unser Angebot präsentieren.“ Das Festival wird dazu mit der traditionellen ‚InkluSaar‘ zusammengeführt. Die InkluSaar ist ein großes, vom saarländischen Sozialministerium initiiertes Inklusions-Sommerfest, das sonst jährlich in Dillingen gefeiert wird. Es bringt Menschen mit und ohne Behinderung zusammen, um gemeinsam zu feiern, sich zu begegnen und Barrieren abzubauen.  

 

Die im Saarland tätigen Mitgliedsverbände der Caritas-Arbeitsgemeinschaft Behindertenhilfe/Psychiatrie und die Caritas-Landeskonferenz für das Saarland werden sich als „Caritas im Saarland“ an den Nationalen Spielen einbringen. So wird es in einem eigenen Zelt auf den Saarwiesen, unterhalb des Saarländischen Staatstheaters in Saarbrücken, von 14 bis 22 Uhr für die gesamte Woche Angebote geben. Dieses soll Besucher*innen, Athlet*innen und Gästen eine offene Plattform der Begegnung, Information und Mitmach-Angebote rund um Sport, Inklusion und gesellschaftliche Teilhabe bieten. Auch wenn die Sportveranstaltungen Menschen mit besonderem Unterstützungsbedarf vorbehalten sind, so ist das Rahmenprogramm auf Inklusion angelegt. 

 

Special Olympics Deutschland (SOD) ist die deutsche Organisation der weltweit größten Bewegung für Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung. Sie arbeitet in Partnerschaft mit allen Institutionen und Organisationen, die in der Förderung und Betreuung von Menschen mit geistiger Behinderung engagiert sind. Mehr zum Thema Inklusion im Bistum Trier findet sich unter: https://www.bistum-trier.de/inklusion/start/.