Sehnsuchtsvolle Jüngerin und erste Osterbotin

Pfarrei Heilige Maria Magdalena Cochem feiert Pfarrpatronin mit einer Festwoche

Der Patronatsgottesdienst mit Weihbischof Jörg Michael Peters fand zur Mitte der Festwoche in der Kirche St. Stephanus in Faid statt. Foto: © Stefan Endres
Der Patronatsgottesdienst mit Weihbischof Jörg Michael Peters fand zur Mitte der Festwoche in der Kirche St. Stephanus in Faid statt. Foto: © Stefan Endres

24.07.2026

 

Mit einer Festwoche hat die Pfarrei Heilige Maria Magdalena Cochem ihre Patronin gefeiert. Höhepunkt war der Patronatsgottesdienst mit Weihbischof Jörg Michael Peters in Faid.

 

(Cochem/Faid/bt) – Mit einer ganzen Woche voller Programm feiert die Pfarrei Heilige Maria Magdalena Cochem in diesem Jahr die Patronin ihrer noch jungen Pfarrei. Vom 20. bis 26. Juli gibt es jeden Tag ein musikalisches, geistliches oder kulturelles Angebot. Am Festtag der Heiligen Maria Magdalena, dem 22. Juli, hat Weihbischof Jörg Michael Peters in Faid einen Patronatsgottesdienst mit den Gläubigen gefeiert.

 

Gestartet war die Woche musikalisch mit einem Offenen Singen vor der Kirche St. Remaclus in Cochem-Cond, an dem sich rund 60 Sängerinnen und Sänger beteiligten. Außerdem hat die Pfarrei einen Bibliolog unter dem Titel „Zwischen Sehnsucht und Hoffnung“ organisiert, einen Indien-Vortrag mit Pater Peter Alphonse, eine Vorführung des Films „Maria Magdale-na“ mit Filmgespräch, eine Orgelmatinée, einen Kreativ-Workshoptag für Kinder sowie einen Abschlussgottesdienst. Im Zentrum der Woche stand der Patronatsgottesdienst am Mittwoch in der Kirche St. Stephanus in Faid, den die Chorgemeinschaft Cochem unter der Leitung von Marion Oswald musikalisch prägte.

Mit Maria Magdalena habe die Pfarrei bei ihrer Fusion zu Beginn des vergangenen Jahres eine Heilige als Patronin gewählt, die mit ihrer „Sehnsucht“ dabei helfen könne, „mehr zu glauben“, sagte der Weihbischof in seiner Predigt. Als „treue Jüngerin Jesu“ habe sie ihn bis unters Kreuz und an sein Grab begleitet. Sie sei zur ersten Zeugin der Auferstehung gewor-den und zur „Osterbotin, der wir die Hoffnung auf die Auferstehung verdanken“, sagte Peters mit Bezug auf das Tagesevangelium nach Johannes, das von der Erscheinung Jesu vor Ma-ria von Magdala am Grab berichtet. Im Laufe der Geschichte sei die Heilige vielfach „ver-zeichnet“ worden, darunter als Sünderin durch die Identifizierung mit anderen Frauengestal-ten. Papst Franziskus habe mit der Erneuerung ihres antiken Titels als „Apostelin der Apos-tel“ und ihrem Festtag am 22. Juli dazu beigetragen, dass sie wieder zu einer „modernen Heiligen“ für den Glauben und die Hoffnung geworden sei. Maria Magdalena sei, trotz der Erfahrung von Trauer und leerem Grab, die „treue Suchende geblieben, die die Sehnsucht in ihrem Herzen gespürt hat“, sagte Peters mit Bezug auf die Lesung aus dem Hohelied, das von der sehnsuchtsvollen Suche einer Frau erzählt nach dem, „den meine Seele liebt“. So sei diese Maria eine passende Patronin, die die Hoffnung stärke in Christus, „den wir wie sie als den Lebendigen erkennen dürfen, der mit uns lebt“, sagte der Weihbischof.

 

Maria Magdalena: hoffnungsvoll, treu und mutig

 

Nach dem ersten Pfarrfest der neuen Pfarrei, die aus der Fusion der Pfarreien Cochem St. Martin, Faid St. Stephan und Klotten St. Maximin entstanden ist, habe man in diesem Jahr eigentlich „alles ein bisschen kleiner“ halten wollen, erzählt Markus Adams, Vorsitzender des neuen Pfarrgemeinderates (PGR). Doch dann habe man plötzlich über eine „Festwoche“ gesprochen – „und die Ideen sprudelten nur so“, sagt er über die Entstehung des wochenfül-lenden Programms. „Dabei ist uns wichtig gewesen, dass alle Pfarrorte vertreten sind“, er-gänzt Alice Hammes aus dem vorbereitenden PGR über die Veranstaltungsorte. Für Maria Magdalena als Patronin der fusionierten Pfarrei habe man sich unter anderem entschieden, „weil sie hoffnungsvoll, treu und die mutigste unter den Aposteln war“, erläutert das PGR-Mitglied Silvia Rudolf aus Klotten. Zudem hätten bis dahin „nur Männer“ die Pfarr-Patrozinien innegehabt.