Diana Kinnert und Dr. Rüdiger Maas über Einsamkeit und Generationen

Podcast „Kopfsalat“

Foto: Freunde fürs Leben e.V.
Foto: Freunde fürs Leben e.V.

24.07.2026

 

(Berlin/frnd) - In zwei neuen Folgen des Podcasts „Kopfsalat“ von Freunde fürs Leben e.V. beleuchten wir, wie und in welchen Formen sich das Thema Einsamkeit in verschiedenen Generationen zeigt. In der ersten Folge spricht die Publizistin und Politikberaterin Diana Kinnert darüber, warum Einsamkeit weit mehr ist als Alleinsein und welche gesellschaftlichen Entwicklungen sie begünstigen. In der zweiten Folge ist der Psychologe, Sachbuchautor und Generationenforscher Rüdiger Maas zu Gast. Er spricht über Unterschiede von Einsamkeit bei jungen und älteren Menschen, den Einfluss digitaler Medien und die Frage, wie Begegnungen zwischen den Generationen gestärkt werden können.

Podcast „Kopfsalat“: Einsamkeit und Generationen

 

  • Diana Kinnert über Einsamkeit, Generationen und die Frage, was uns wirklich verbindet
  • Dr. Rüdiger Maas über über Einsamkeit im digitalen Zeitalter und was Generationen voneinander lernen können 

Diana Kinnert über Einsamkeit, Generationen und die Frage, was uns wirklich verbindet

In der neuen Folge von „Kopfsalat“ ist Diana Kinnert zu Gast. Sie ist Unternehmerin, Beraterin und Publizistin. Seit vielen Jahren beschäftigt sie sich mit gesellschaftlichem Zusammenhalt und Generationengerechtigkeit. Im Gespräch mit Moderator Sven Haeusler erzählt sie, wie sie über ihre Arbeit in Großbritannien zu diesen Themen kam und warum Einsamkeit für sie viel mehr ist als Alleinsein.  

Die Publizistin betont, dass Einsamkeit nicht einfach bedeutet, niemanden zu haben. Sondern vor allem, sich nicht gesehen, geborgen oder wirklich verbunden zu fühlen.

Sie beschreibt zudem, warum gerade junge Generationen trotz ständiger Vernetzung besonders einsam sein können. „Es liegt nicht nur an sowas wie unfertig sein oder der Fluktuation des Alters, sondern es muss quasi an etwas anderem liegen als dem Alter“, sagt sie. Dieses „Andere“ sei für sie die Gesellschaft, in der wir leben und die immer digitaler, schneller, individualisierter und oft weniger verbindlich werde.

Im Gespräch geht es aber auch um ältere Menschen, die sich anderen nicht zumuten wollen, um junge Menschen mit zwanzig offenen Chats und trotzdem fehlender Nähe, um verschwundene Treffpunkte, Selbstoptimierung, politische Rastlosigkeit und den Wert von echten sozialen Räumen. 

 

Ein Gespräch über Verlust von Gemeinschaft und die Frage, wie wir wieder mehr Beziehung wagen können – nicht als nostalgische Rückkehr in eine alte Welt, sondern als bewusste Entscheidung für mehr Verbindlichkeit, Nachsicht und echte Begegnung.

 

Dr. Rüdiger Maas über Einsamkeit im digitalen Zeitalter und was Generationen voneinander lernen können

In der neuen Folge von „Kopfsalat“ ist Dr. Rüdiger Maas zu Gast. Er ist Psychologe, Sachbuchautor und Generationenforscher. Gemeinsam mit seinem Bruder gründete er das Institut für Generationenforschung in Augsburg. Dort untersucht er Werte, Verhaltensmuster und Herausforderungen verschiedener Generationen. Dabei gehen sie auch der Frage nach, wie der digitale Wandel unser Leben und unsere Beziehungen verändert.

Der Generationenforscher erläutert, dass aus ihren Erhebungen hervorgeht, dass viele Kontakte nicht automatisch echte Verbundenheit bedeuten. Junge Menschen seien zwar ständig erreichbar und digital vernetzt, hätten aber weniger Gelegenheiten, persönliche Begegnungen zu üben, fremde Menschen anzusprechen oder Unsicherheiten im direkten Austausch auszuhalten. „Social Media ist in den meisten Fällen kein Substitut, kein Ersatz für etwas, was wir eigentlich in einer analogen Welt erleben müssen“, sagt er.

Digitale Freundschaften könnten zwar Nähe vermitteln, körperliche und soziale Erfahrungen aber nicht vollständig ersetzen. „So eine digitale Umarmung fühlt sich einfach anders an. So wie ein digitales Feierabendbier einfach anders schmeckt.“ Gleichzeitig warnt Rüdiger Maas davor, einen einfachen Ursache-Wirkungs-Zusammenhang herzustellen. Eine hohe Social-Media-Nutzung verursache nicht automatisch Einsamkeit, beide Phänomene seien jedoch miteinander verbunden.

Im Gespräch geht es außerdem um endloses Scrollen, Likes, öffentliche Ablehnung, fehlende Alltagsstrukturen und Plattformen, deren Ziel es ist, Menschen möglichst lange zu beschäftigen. Rüdiger Maas spricht sich deshalb dafür aus, junge Menschen besser auf die digitale Welt vorzubereiten und Altersbeschränkungen ernsthafter zu diskutieren.

Doch auch ältere Generationen geraten für ihn zu sehr aus dem Blick, denn für sie könne die Digitalisierung Kontakte erleichtern und gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen. „Ich habe immer so das Gefühl, in der analogen Welt vergessen wir oft die jungen Menschen und in der digitalen Welt vergessen wir sehr stark die älteren Menschen“, sagt er.

Diese Folgen sind Teil unserer Sonderedition Einsamkeit. Die Staffel wird durch das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) gefördert. Die Veröffentlichung stellt keine Meinungsäußerung des BMBFSFJ dar. Die Verantwortung für den Inhalt der Veröffentlichung liegt bei den Autor*innen.

Über Kopfsalat


Der Freunde fürs Leben-Podcast Kopfsalat erscheint zweimal monatlich und ist auf frnd.de sowie auf den gängigen Podcast-Plattformen wie Apple Podcasts, Spotify, Deezer und RTL+ abrufbar. Die Sonderedition Einsamkeit wird von der KKH Kaufmännische Krankenkasse gefördert. Der Moderator ist Filmemacher und Journalist Sven Haeusler.

Seit 2001 klärt der gemeinnützige Verein Freunde fürs Leben e.V. Jugendliche und junge Erwachsene über mentale Gesundheit, Depression und Suizid auf. Denn durch gezielte Informationsvermittlung über Warnsignale, Hilfsadressen und Therapiemöglichkeiten ist Suizidprävention möglich.


Autor: Freunde fürs Leben e.V.; zusammengestellt von Gert Holle - 24.07.2026