
21.07.2026
Am 21. Juli erinnert der Internationale Gedenktag an Menschen, die an den Folgen ihres Drogenkonsums verstorben sind. In Wittlich laden der Pastorale Raum und die Caritas-Suchtberatung zum gemeinsamen Gedenken ein.
Von Inge Hülpes
(Trier/Wittlich/ich) – „Verändern, um Leben zu retten!“ – so lautet das Leitwort der diesjährigen Aktion zum Internationalen Gedenktag für verstorbene drogengebrauchende Menschen. Allein im vergangenen Jahr sind laut Drogenbericht der Bundesregierung bundesweit 2.150 Menschen an den Folgen ihres Drogenkonsums gestorben. Zu diesem Anlass gibt es auch im Bistum Trier Veranstaltungen, die an diese Menschen zu erinnern.
Am Gedenktag selbst (21. Juli) findet um 19 Uhr ein Gottesdienst mit anschließender Begegnung für Trauernde und Interessierte in der Autobahn- und Radwegekirche St. Paul Wittlich statt, der vom Pastoralen Raum (PastR) Wittlich und der Suchtberatung des Caritasverbandes Mosel-Eifel-Hunsrück gestaltet wird. „Wir wissen uns mit vielen verbunden, die an diesem Tag einen Raum öffnen, um verstorbenen Menschen, die oft am Rande der Gesellschaft standen – Menschen, die keine öffentliche Lobby haben – mit Würde zu gedenken und ihrer zu erinnern “, erklärt Pastoralreferent Armin Surkus-Anzenhofer. „Wir sehen den Tag und den Gottesdienst als Chance, dem oft unsichtbaren Leid einen Ort zu geben, Empathie zu zeigen, da zu sein und auch, um das Bewusstsein für die Thematik von Sucht und Verlust zu schärfen. Aus der Sicht der Trauernden wollen wir spürbar, erfahrbar machen, dass es hilft, Trauer zu teilen und gemeinsam mit anderen Hoffnungsansätze zu finden.“
Prävention ist unerlässlich
Aus Surkus-Anzenhofers Sicht hängen Sucht und Sehnsucht eng miteinander zusammen. Aus seiner Arbeit mit jungen Menschen weiß er, dass viele sich nach Zugehörigkeit, Anerkennung, Sinn, Beziehung oder auch nach Auswegen aus herausfordernden, belastenden Erfahrungen sehnen. „Junge Menschen brauchen Menschen, bei denen sie sich angenommen fühlen, mit ihren Fragen und Sorgen gehört werden und erfahren: Du bist wertvoll, du gehörst dazu.“ Seelsorge könne dazu beitragen, solche Erfahrungen zu ermöglichen, also tragfähige Beziehungen fördern, Räume für echte Gespräche eröffnen und Hoffnung vermitteln. Denn wer Halt, Gemeinschaft und Sinn erlebe, finde Wege, mit seinen Sehnsüchten umzugehen. Seelsorge könne Sucht nicht verhindern, aber: „Sie kann Menschen stärken, damit sie ihr Leben aus anderen Quellen nähren“, so der Pastoralreferent. Daher sei die Präventionsarbeit so wichtig: „Es geht in erster Linie darum, junge Menschen zu stärken: Lebenskompetenzen fördern, Risiken früh erkennen, Schutzfaktoren aufbauen und Schulen, Jugendgruppen, Vereine oder Kirchengemeinden bei Präventionsangeboten zu unterstützen.” Dafür arbeitet der PastR Wittlich eng mit der Caritas zusammen, etwa beim sogenannten Entscheidungsparcours für Jugendliche oder bei Resilienz fördernden Angeboten wie #mehralsmeinzeugnis, bei denen Würde und eigene Kompetenzen gestärkt werden.
Caritas-Suchtberatung ist Anlaufstelle für Betroffene und Angehörige
Besonders wichtig ist Surkus-Anzenhofer der Aspekt der Würde: „Wer Drogen gebraucht, bleibt auch weiterhin ein Mensch mit einer unverlierbaren Würde, mit einer eigenen Geschichte, mit Hoffnungen und Fähigkeiten. Christliche Seelsorge begegnet daher mit Annahme, Beziehung, mit einem Verstehen-Wollen von Lebenswegen, Hintergründen und Sehnsüchten und dem Signal: Du bist hier willkommen.“ Das Engagement der katholischen Kirchen für drogengebrauchende Menschen findet explizit Ausdruck in der Caritas-Suchtberatung. Sie versteht sich als Anlaufstelle für Betroffene, Angehörige und alle, die Fragen rund um Sucht haben; sie berät vertraulich, kostenfrei und unabhängig von der Religionszugehörigkeit. Beratung bei Alkohol-, Medikamenten- und Drogenproblemen, Unterstützung bei Glücksspiel- und Mediensucht, Begleitung auf dem Weg in Therapie und Nachsorge, Hilfe für Angehörige und die Zusammenarbeit mit Selbsthilfegruppen gehören zu ihren unersetzlichen Aufgaben.
Auf der Aktionsseite www.gedenktag21juli.de finden sich weitere Informationen zum Thema sowie eine Übersicht aller Veranstaltungen rund um den Gedenktag. Hilfsangebote der Suchtberatung Wittlich gibt es hier: www.caritas-mosel-eifel-hunsrueck.de/beratung-und-hilfe/suchtberatung/suchtberatung-wittlich/suchtberatung-wittlich.
