Forschung als Impulsgeberin für die Gegenwart

Saar-Uni: Bischof Ackermann zur Bedeutung der Fachrichtung katholische Theologie

Prof. Dr. Udo Lehmann, Prof. Dr. Urszula Pękala und Bischof Stephan Ackermann (vlnr.) Foto: © Judith Rupp/Bistum Trier
Prof. Dr. Udo Lehmann, Prof. Dr. Urszula Pękala und Bischof Stephan Ackermann (vlnr.) Foto: © Judith Rupp/Bistum Trier

8.07.2026

 

Bischof Stephan Ackermann hat bei der Antrittsvorlesung von Prof. Dr. Urszula Pękala die Bedeutung der Katholischen Theologie in Saarbrücken und der Geschichtswissenschaft für Kirche und Gesellschaft betont.

 

Von Judith Rupp

 

(Saarbrücken/Trier/jr) – Anlässlich der Antrittsvorlesung von Dr. Urszula Pękala als Professorin für Kirchen- und Theologiegeschichte hat Bischof Dr. Stephan Ackermann die Arbeit der Fachrichtung Katholische Theologie an der Universität des Saarlandes gewürdigt. Bei der Veranstaltung am 3. Juli auf dem Uni-Campus in Saarbrücken betonte Ackermann die „nicht unerhebliche Bedeutung“ der Fachrichtung für das Bistum: „Denn zusammen mit der Landesregierung des Saarlandes ist der Bischof von Trier ja Nutznießer der hier betriebenen Theologie und Ausbildung, insofern sehr viele der hiesigen Absolventen als Religionslehrerinnen und -lehrer tätig werden im Bereich des Bistums Trier an öffentlichen wie auch an kirchlichen Schulen.“ Es gebe eine gemeinsam getragene Verantwortung von Landesregierung und Bistum; beide Seiten hätten sowohl „Interesse an“ wie auch „Verantwortung für“ eine qualifizierte theologische Ausbildung. 

 

Ackermann stellte die Geschichtswissenschaft als unverzichtbar heraus: „Bekanntlich haben nur diejenigen Zukunft, die auch um ihre Herkunft wissen.“ Historikerinnen und Historiker könnten Linien sichtbar machen, die die Akteure der Zeitgeschichte selbst so noch nicht sähen. Daher sei es hilfreich, wenn Forschungen nicht nur auf den binnenkirchlichen Bereich begrenzt blieben, sondern wie bei Professorin Pękala bewusst die Verbindungen zwischen Gesellschaft und Religion, zwischen Kirche und Politik in den Blick genommen werde. 

 

Impulse für die dialogische Gestaltung der Gegenwart 

Pękala beschäftige sich mit Akteuren, die in ihrer gemeinsamen Geschichte von einer gewaltbelasteten Vergangenheit gekennzeichnet seien. „Angesichts der aktuellen Situation, in der sich Welt und Gesellschaft befinden – und darin sind die kirchlichen Gemeinschaften immer hineinverflochten, weil sie in dieser konkreten Welt leben – darf man erwarten, dass die wissenschaftlichen Forschungen von Frau Professorin Pękala nicht nur von historischem beziehungsweise rein fachwissenschaftlichem Interesse sind, sondern auch Anregungen, ja vielleicht sogar Instrumente, bereithalten, die uns helfen, unsere Gegenwart zu gestalten: dialogisch und versöhnungsbereit.“ Das wäre ein nicht zu unterschätzender Dienst an den kommenden Generationen, nicht nur für Lehrerinnen und Lehrer. 

 

Nach der Begrüßung durch Professorin Dr. Nine Miedema (Dekanin der Philosophischen Fakultät) formulierte Professor Dr. Udo Lehmann (Geschäftsführer der Fachrichtung) als einen Auftrag, wie Theologie an junge Menschen weitergegeben werde könne, dass sie hörbar bleibt: „Unser Ziel ist es, dass die heutigen Studierenden auch in zwanzig Jahren noch mit frohem Herzen Religionsunterricht erteilen.“ 

 

Bei ihrer Antrittsvorlesung nahm Urszula Pękala, die bereits drei Jahre lang die Professurvertretung im Fach Kirchen- und Theologiegeschichte innehatte, unter dem Titel „Kirche macht Politik“ die Geschichte der deutsch-polnischen Bischofskommission von 1978 bis heute in den Blick. Pękala kam zu dem Ergebnis, dass durch die Kommission deutlich werden, dass die Arbeit an der deutsch-polnischen Versöhnung „mühsam“ und im Hintergrund erfolgt sei. Bis heute präge „die Erfahrung von zwei Blöcken in Europa“ das Denken – dabei dürfe aber nicht übersehen werden, dass selbst in einem geteilten und gespaltenen Europa die katholische Kirche immer transnational geblieben sei. Und schließlich zeige die Geschichte der Kommission und ihrer Themen, dass es oftmals keine klaren Grenzen zwischen „Kirche“ und „Politik“ gebe, und die Frage nach dem Verhältnis von Kirche und Politik aktuell bleibe. 

 

 

Informationen zur Fachrichtung Katholische Theologie an der Universität des Saarlandes sind unter https://www.uni-saarland.de/fachrichtung/kath-theologie.html zu finden.