Aktion „Letzter Schultag“ möchte Selbstvertrauen von Schüler*innen stärken: Mehr als Zeugnisnoten

Das Jugendmobil auf dem Schulhof der IGS Zell. Foto: © Bisrgit Laux
Das Jugendmobil auf dem Schulhof der IGS Zell. Foto: © Bisrgit Laux

27.06.2026

 

Eine Aktion mit dem neuen Jugendmobil der Jugendkirche im Bistum Trier möchte Kindern am letzten Schultag vermitteln, dass ihr Wert als Person nicht von ihren Zeugnisnoten abhängig ist.

 

Von Luca Peranni

 

(Zell/lp)– „Warum steht da ein Wohnmobil?“, wundert sich ein Schüler der Integrierten Gesamtschule (IGS) in Zell. Mit ausgefahrener Markise, einem Pavillon und Liegestühlen begrüßte am 25. Juni das neue Jugendmobil der Jugendkirche und der Fachstelle Jugend im Bistum Trier die Schüler*innen zur Aktion „Letzter Schultag“ auf dem Pausenhof. Das Jugendmobil ist ein jugendgerecht ausgestattetes Wohnmobil und wird in Zukunft vor allem in ländlichen Regionen eingesetzt.

 

„Mit dieser Aktion wollen wir die Jugendlichen darauf aufmerksam machen, dass mehr in ihnen steckt als das, was das Zeugnis zum Ausdruck bringt“, erklärt Birgit Laux von der Jugend im Bistum Trier. Vor allem Jugendliche, die nicht die besten Zeugnisse mit nach Hause bringen, soll die Aktion erreichen. „Unsere Botschaft an die jungen Menschen ist: Ihr seid wertvoll, so, wie ihr seid, und ihr seid wichtig, und das ist gut so.“ Mit niedrigschwelligen Angeboten möchte die Aktion das Selbstvertrauen der Jugendlichen stärken. Dafür konnten die Schüler*innen zum Beispiel bei einem Identitäts-Bingo ihre eigenen Stärken ankreuzen. So soll ein Blick auf jene Kompetenzen geworfen werden, die in der Schule meist nicht bewertet werden. „Die Schüler lassen sich super gut auf unsere Angebote ein, machen alles mit und freuen sich über das kleine Mitgebsel“, so Laux. Für die Teilnahme am Angebot verteilen die Organisator*innen Holzlineale mit der Aufschrift „Lass dich nicht nur an deinen Noten messen.“

 

„Das bedeutet, wenn wir zum Beispiel eine schlechte Note haben, dass wir dann nicht schlecht sind, sondern dass es einfach nicht so gut geklappt hat. Wir müssen uns nicht schämen für das, was auf unserem Zeugnis steht“, fasst einer der Schüler aus der fünften Klasse die Botschaft auf dem Lineal zusammen. „Und dass wir nicht die ganze Zeit an die Noten denken müssen“, ergänzt ein Mitschüler. „Wenn wir mal eine schlechte Note schreiben, dass wir uns nicht unterkriegen lassen sollen.”

 

 

Veranstalter waren neben der Jugendkirche im Bistum Trier, der Fachstelle Jugend des Bistums und weiteren Mitgliedern des Arbeitskreises „Jugend im Fokus“ auf Landkreisebene auch der Schulsozialarbeiter der IGS Zell, Marko Krebber. „Es geht um all das, was die Schüler ausmacht: Dass sie gut zuhören können, dass sie gut darin sind, Freundschaften zu schließen oder sehr empathisch sind und respektvoll miteinander umgehen“, fasst er die Motivation hinter der Aktion zusammen. „Das auszuarbeiten, was über das ganze Schuljahr alles gelaufen ist. Also quasi alles außer den Noten.“ Zur Kooperation mit den Partnern sagt er: „Es sind ja knapp 700 Schüler hier, und ich bin allein als Schulsozialarbeiter, ich könnte so etwas nicht stemmen.“ Krebber zieht ein positives Fazit: „Die Schüler nehmen das Angebot super an.“