Der Glücksritter und die Kunst, wieder aufzustehen

Eine WortWeise von Gert Holle – inspiriert durch den Song „John, the Lucky Rider“

Narben. Rückschläge. Neue Chancen.

 

Manche Menschen tragen das Glück nicht im Geldbeutel, sondern in ihrer Haltung zum Leben.

Die neue WortWeise zu „John the Lucky Rider“ erzählt von Hoffnung, Gelassenheit und dem Mut, immer wieder aufzustehen.

🎧 Jetzt anhören und das Video anschauen.

 

„Nimm's nicht zu schwer, mein Freund – das Rad dreht sich weiter.“

Kennst du solche Menschen?

Menschen, die nicht so tun, als wäre das Leben immer einfach, die aber trotzdem nicht verbittert werden. Menschen, die schon Niederlagen erlebt haben, Enttäuschungen, Brüche und Umwege – und die trotzdem lachen können. Nicht oberflächlich. Nicht naiv. Sondern aus einer inneren Gelassenheit heraus.

In meinem Song „John the Lucky Rider“ erzähle ich von so einem Menschen. Von einem Glücksritter, der durchs Leben geht und sich von Rückschlägen nicht dauerhaft unterkriegen lässt. Einer, der sagt: „Nimm's nicht so schwer, mein Freund. Das Rad dreht sich weiter, und die Erde sowieso.“

Natürlich könnte man fragen: Ist John überhaupt real? Gibt es solche Menschen wirklich? Oder sind sie nur Figuren aus Romanen, Filmen und Liedern?

Vielleicht lautet die Antwort: Ja und nein.

Denn wahrscheinlich gibt es keinen Menschen, der immer stark ist. Keinen, der immer gelassen bleibt. Keinen, der niemals zweifelt oder Angst hat. Aber es gibt Menschen, die gelernt haben, dass das Leben größer ist als der Augenblick, in dem gerade alles schiefzugehen scheint.

Der römische Philosoph Marcus Aurelius schrieb einmal sinngemäß, dass wir nicht die Macht über alles haben, was uns begegnet, wohl aber über die Haltung, mit der wir darauf reagieren.

Das klingt erstaunlich modern.

Denn viele junge Menschen erleben heute einen enormen Druck. Alles scheint bewertet zu werden: Aussehen, Leistung, Erfolg, Likes, Noten, Karrierepläne. Oft entsteht der Eindruck, man müsse ständig funktionieren. Man dürfe keine Schwäche zeigen. Kein Scheitern zulassen.

Doch das Leben funktioniert anders.

Wer nie scheitert, hat meist auch nie etwas gewagt.

Wer nie fällt, hat oft nie den Mut gehabt, neue Wege zu gehen.

Und wer glaubt, immer perfekt sein zu müssen, wird irgendwann an diesem Anspruch zerbrechen.

Vielleicht liegt die eigentliche Stärke nicht darin, niemals zu fallen. Vielleicht liegt sie darin, immer wieder aufzustehen.

Genau das erzählt auch die Bibel.

Nicht nur einmal begegnen uns dort Menschen mit Ecken und Kanten. Menschen, die Fehler machen, Umwege gehen, zweifeln und scheitern. Und dennoch schreibt Gott ihre Geschichte weiter.

Da ist der junge David, der Angst kennt. Da ist Petrus, der versagt. Da ist Thomas, der zweifelt.

Und dennoch gibt Gott keinen von ihnen auf.

Die christliche Hoffnung besteht nicht darin, dass wir vor jedem Sturm bewahrt werden. Sie besteht darin, dass wir im Sturm nicht allein sind.

Jesus selbst sagt: „In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.“

Das bedeutet nicht, dass alles leicht wird.

Aber es bedeutet, dass das letzte Wort nicht die Angst hat. Nicht die Niederlage. Nicht die Enttäuschung.

Das letzte Wort hat die Hoffnung.

Vielleicht ist genau das das Geheimnis eines echten Glücksritters.

Nicht, dass ihm immer alles gelingt.

Nicht, dass er immer auf der Sonnenseite steht.

Sondern dass er darauf vertraut, dass hinter der nächsten Kurve mehr auf ihn wartet als nur seine Sorgen.

Dass jeder neue Morgen eine neue Möglichkeit ist.

Dass Gott noch nicht fertig ist mit seiner Geschichte.

Und vielleicht steckt ein solcher Glücksritter auch in dir.

Nicht als Held ohne Schwächen.

Sondern als Mensch mit Mut.

Als Mensch mit Narben.

Als Mensch mit Hoffnung.

Und als Mensch, der weiß: Das Rad dreht sich weiter. Die Erde sowieso. Und Gottes Liebe trägt weiter, als wir oft glauben.

 

Gebet

Guter Gott,

manchmal machen uns Sorgen schwer.
Manchmal scheitern Pläne, zerbrechen Träume und die Zukunft wirkt unsicher.

Schenke uns den Mut, nicht aufzugeben, wenn Wege steinig werden.

Hilf uns, über uns selbst lachen zu können, wenn wir nicht perfekt sind.

Bewahre in uns die Hoffnung, dass nach jeder dunklen Nacht wieder ein Morgen kommt.

Lass uns darauf vertrauen, dass Du uns begleitest – auf geraden Straßen und auf Umwegen, in Erfolgen und Niederlagen.

Und schenke uns die Gelassenheit, das Leben mit offenen Augen, einem dankbaren Herzen und einem freundlichen Lächeln anzunehmen.

Amen.

 

Segen

Der Herr segne dich mit Mut für neue Wege.

Er schenke dir Gelassenheit für die Dinge, die du nicht ändern kannst.

Er gebe dir Kraft, nach Rückschlägen wieder aufzustehen.

Er erfülle dein Herz mit Hoffnung, wenn Zweifel anklopfen.

Und er lasse dich spüren, dass du niemals allein unterwegs bist.

So begleite dich der Segen Gottes, des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Amen.

 

 

John the Lucky Rider

 

Verse 1

He stood about six foot three, lean as a railroad line
Dark hair and a pair of eyes with a warm and easy shine
Around forty years of living, a few old scars to show
But every time life knocked him down he was the first to rise and go
He walked like the road belonged to him, calm as the evening sky
And when the winds blew hard and cold he'd only laugh it by
A laugh that spread like sunlight on a cloudy afternoon
And somehow all your troubles didn’t seem so big too soon


Verse 2
You’d see him at a café in the center of the town
A cup of cappuccino while the world kept spinning ‘round
People stole a second look though he never seemed to care
There was something in his presence putting courage in the air
The ladies liked the way he walked, the quiet confidence
As if he carried luck itself in every step he sent
But those who knew him better said his road was sometimes rough
Still John would dust his jacket off and say “I’ve had worse stuff.”


Chorus
And John says:
Don’t take it too hard, my friend
The wheel keeps turning ‘round
The earth keeps rolling anyway
No matter where you’re down
So laugh a little, raise your cup
Let the hard times ride the wind
Don’t take it too hard, my friend
That’s how the lucky riders win


Verse 3
He never talked much ‘bout the nights when hope was running thin
About the dreams that slipped away somewhere out in the wind
He’d only shrug his shoulders like it’s just the way things go
And say “Every storm runs out of rain sooner than you know.
The younger ones would listen like he’d stepped out of old times
A relic from the days when men still lived by simple lines
Like someone from a storybook or an old black-and-white scene
A lucky rider riding where the road had always been


Chorus
And John says:
Don’t take it too hard, my friend
The wheel keeps turning ‘round
The earth keeps rolling anyway
No matter where you’re down
So laugh a little, raise your cup
Let the hard times ride the wind
Don’t take it too hard, my friend
That’s how the lucky riders win


Bridge
Sometimes when I see him there
Watching people pass
I wonder if you met him once
Somewhere in your past
Or maybe he’s a story
Old dreamers like to spin
But if men like John still walk this world
There’s hope for fools like him


Final Chorus
And John says:
Don’t take it too hard, my friend
The wheel keeps turning ‘round
The earth keeps rolling anyway
No matter where you’re down
So laugh a little, raise your cup
Let the hard times ride the wind
Don’t take it too hard, my friend
That’s how the lucky riders win

 

Lyrics & Music by Gert Holle – 12.03.2026

 

Glücksritter John

 

Strophe 1

Er war etwa 1,90 Meter groß und schlank wie eine Eisenbahnlinie.

Er hatte dunkles Haar und Augen, die warm und freundlich strahlten.

Er war um die vierzig Jahre alt und hatte ein paar alte Narben vorzuweisen.

Aber jedes Mal, wenn das Leben ihn zu Boden warf, war er der Erste, der wieder aufstand und weiterging.

Er ging, als gehöre ihm die Straße, ruhig wie der Abendhimmel.

Und wenn der Wind hart und kalt wehte, lachte er nur darüber.

ein Lachen, das sich wie Sonnenlicht an einem bewölkten Nachmittag ausbreitete.

Und irgendwie schienen all deine Probleme plötzlich nicht mehr so groß zu sein.

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Strophe 2

Man sah ihn in einem Café im Zentrum der Stadt,

wo er eine Tasse Cappuccino trank, während die Welt sich weiterdrehte.

Die Leute warfen ihm verstohlene Blicke zu, aber das schien ihm egal zu sein.

Seine Ausstrahlung verbreitete Mut.

Die Damen mochten seine Art zu gehen, sein ruhiges Selbstbewusstsein.

Als ob er mit jedem Schritt das Glück selbst mit sich trug.

Aber diejenigen, die ihn besser kannten, sagten, dass sein Weg manchmal steinig war.

Dennoch klopfte John den Staub von seiner Jacke und sagte: „Ich habe schon Schlimmeres erlebt.“

Refrain

Und John sagt:

Nimm es nicht zu schwer, mein Freund.

Das Rad dreht sich weiter,

die Erde dreht sich weiter,

egal, wo du bist.

Also lach ein wenig, heb dein Glas,

lass die schweren Zeiten hinter dir.

Nimm es nicht zu schwer, mein Freund.

So gewinnen die Glücklichen.

 

Strophe 3

Er sprach nie viel über die Nächte, in denen die Hoffnung schwand,

Über die Träume, die irgendwo im Wind verloren gingen.

Er zuckte nur mit den Schultern, als wäre das ganz normal,

Und sagte: „Jeder Sturm ist schneller vorbei, als man denkt.

Die Jüngeren hörten ihm zu, als käme er aus alten Zeiten.

Ein Relikt aus Tagen, als die Menschen noch nach einfachen Regeln lebten.

Wie jemand aus einem Bilderbuch oder einer alten Schwarz-Weiß-Szene.

Ein Glücksritter, der dort ritt, wo die Straße schon immer gewesen war.

 

Refrain

Und John sagt:

Nimm es nicht zu schwer, mein Freund.

Das Rad dreht sich weiter,

die Erde dreht sich weiter,

egal, wo du bist.

Also lach ein wenig, heb dein Glas,

lass die schweren Zeiten hinter dir.

Nimm es nicht zu schwer, mein Freund.

So gewinnen die Glücklichen.

 

Brücke

Manchmal, wenn ich ihn dort sehe,

wie er die Menschen vorbeigehen sieht,

frage ich mich, ob du ihn einmal getroffen hast,

irgendwo in deiner Vergangenheit.

Oder vielleicht ist er eine Geschichte,

die alte Träumer gerne erzählen.

Aber wenn Männer wie John noch auf dieser Welt wandeln,

gibt es Hoffnung für Kerle wie ihn.

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Schlussrefrain

Und John sagt:

Nimm es nicht zu schwer, mein Freund

Das Rad dreht sich weiter

Die Erde dreht sich weiter

Egal, wo du bist

Also lach ein wenig, heb dein Glas

Lass die schweren Zeiten verwehen

Nimm es nicht zu schwer, mein Freund

So gewinnen die Glücksritter

 

Text & Musik: Gert Holle – 12.03.2026

 

 


Autor: Gert Holle - 23.06.2026