
22.06.2026
Im ehrenamtlichen Café Freihof in der Abtei St. Matthias in Trier können sich Gäste gegen eine Spende mit Kuchen und Kaffee versorgen.
Von Luca Peranni
(Trier/lp) – „CAFÉ GEÖFFNET“, so begrüßt seit vergangenem August ein lilafarbenes Banner die Besucher*innen der Abtei St. Matthias in Trier. Durch eine Tür auf der linken Seite des Abteihofes gelangt man in die Räumlichkeiten des „Café Freihof“.
Schon seit Jahren habe die Pfarrei St. Matthias einen Begegnungsort gesucht. Das jetzige Café sei das Ergebnis dieser Suche, erklärt Elisabeth Pick, Pastoralreferentin im Pastoralen Raum Trier. Im vergangenen August habe das Café zunächst mit einer Projektphase gestartet. Zweimal wöchentlich nachmittags konnte man sich gegen eine Spende mit Kaffee und Kuchen versorgen. Nach den ersten vier Wochen hatten bereits fast 500 Personen das Angebot angenommen. „Da hat die Gruppe gesagt, wir möchten weitermachen, es soll weiterlaufen“, so Pick. Seit Advent 2025 läuft das Café nun wieder donnerstags und samstags von 14:30 bis 17:30 Uhr. Es finanziert sich ausschließlich über die Spenden der Gäste, die frei entscheiden können, wie viel sie zahlen wollen oder können. „Die Kuchen werden bei einem Café hier in der Nähe bestellt, um zu symbolisieren, dass es kein konkurrierendes, sondern ein ergänzendes Angebot sein soll“, so Pick.
Das Café laufe auch parallel zu weiteren Aktivitäten der Pfarrei. So ist beispielsweise die Bücherei in der Abtei teilweise zeitgleich geöffnet. Dadurch kämen neben Stammgästen, Pilgern und Besuchern der Abtei und des Klosterladens auch immer Eltern mit ihren Kindern vorbei, um nach dem Bibliotheksbesuch Kakao und Kaffee zu trinken und ein Stück Kuchen zu essen, berichtet Brigitte Bellen, eine der Ehrenamtlichen, die sich im Café betätigt.
Ehrenamtliche als Cafébetreiber
Peter Reuter gehört zu den „Betreibern“ des Cafés. Er suchte nach dem Eintritt in die Rente ein ehrenamtliches Engagement. „Das hier entspricht so total meinen Vorstellungen und macht mir sehr viel Freude. Vor allen Dingen zu sehen, wie die Menschen hier zusammenfinden und wie sich jetzt auch schon Gruppen gebildet haben, die jede Woche wiederkommen.“ Er ist einer von etwa 15 Ehrenamtlichen, die das Café betreiben. „Wir stehen nicht nur hinter der Theke, sondern gehen auch an die Tische und sprechen mit den Menschen“, erklärt Reuter. Doch nicht nur zu Stammgästen setze man sich: „Manchmal, wenn wir merken, dass da jemand allein sitzt, sprechen wir die Person an. Man muss dann immer abschätzen, möchte die Person das überhaupt? Aber wenn sie es möchte, dann erleben auch wir immer sehr interessante Gespräche!“ Alle zwei Wochen helfe er im Café aus. Unter den Ehrenamtlichen koordiniere man sich über eine WhatsApp-Gruppe. Wenn jemand spontan ausfalle, seien sofort andere als Vertretung zur Stelle.
„Also ich bin in Rente gegangen und für mich war es wichtig, dann auch noch mal was zu machen, ehrenamtlich, das hatte ich immer vorgehabt“, sagt Reuters Kollegin Brigitte Bellen. Die Pfarrei und das Angebot des Cafés seien dafür ideal. Mit der Arbeit am Projekt ist sie äußerst zufrieden. „Denn es dient ja dem, dass Menschen in Kontakt kommen, und das hat sich seit August letzten Jahres auf jeden Fall bewahrheitet“, sagt Bellen.
„Das Beste, was von der Pfarrei gestartet wurde!“
„Als Pastoralreferentin bin ich sehr stolz auf das Projekt“, sagt Elisabeth Pick. Das Engagement im Café sei auch einer der Gründe gewesen, weshalb sie sich für die Arbeit im Pastoralen Raum Trier entschieden habe. „Ich wollte das hier alles gerne fördern und begleiten. Ich bin auch sehr stolz darauf, dass die Ehrenamtlichen das komplett eigenständig tragen.“ Ihre Arbeit beschränke sich darauf, die Ehrenamtlichen bei Bedarf zu unterstützen.
„Liesel, einfach nur Liesel“, stellt sich eine der Stammgäste vor. „Ich helfe bei der Kleiderboutique der Pfarrei mit und deshalb gehe ich auch immer hier gern zum Café, um unter die Leute zu kommen.“ Seitdem das Café geöffnet habe, freue sie sich darüber, Nachbarn und Bekannte zu treffen und sich mit ihnen zu unterhalten. „Es ist das Beste, was von der Pfarrei gestartet wurde!“
