Wir bieten Betreuung daheim an

Diakonie Dienstleistungen Wetterau gGmbH


Aktuelle Pressemeldung der DDLW zur Eröffnung des Insolvenzverfahrens am 1. April 2026

Foto: Diakonie Dienstleistungen Wetterau gGmbH
Foto: Diakonie Dienstleistungen Wetterau gGmbH

12.04.2026 

 

Eine unsichere Zukunft für 209 pflegebedürftige Menschen und 43 Mitarbeitende

Für die  Diakonie Dienstleistungen Wetterau gGmbH in Nidda wurde zum 1. April Insolvenz eröffnet


Die Diakonie Dienstleistungen Wetterau  gGmbH (DDLW)  mit Sitz in Nidda  betreut in der Wetterau mit Alltags- und Demenzbegleiterinnen pflegebedürftige Menschen stundenweise Daheim. Zurzeit werden 209 Menschen betreut, davon 99 aus Nidda.
Aufgrund drohender Zahlungsunfähigkeit hat der DDLW-Geschäftsführer am 14. Jan. 2026 ein Antrag auf vorläufige Insolvenz in Eigenverantwortung gestellt. In einem solchen Verfahren wird einem Unternehmen vom Gericht ein sogenannter juristischer Sachwalter beigegeben, der bei der Suche nach Lösungen hilft und kontrolliert.
Das Insolvenzgericht hat ein anderes Verfahren gewählt und ab 19. Jan. 2026 einen vorläufigen Insolvenzverwalter eingesetzt.
Überraschend wurde am 1. April die Insolvenz eingeleitet. Für uns unverständlich, da ein Bescheid  des Kreises als zuständige Behörde  noch nicht vorliegt und mögliche weitere Einnahmequellen noch nichtangefragt wurden. Wir danken dem Wetteraukreis, der seit 2024 seinen Zuschuss für diese vorwiegend  von Ehrenamtlichen geleistet Arbeit vervierfacht hat.

Grundsätzliches 

Die Alltags- und Demenzbegleiterinnnen sind  überwiegend Ehrenamtliche. Sie erhalten eine Aufwandsentschädigung. Die gesetzliche Vorgaben für Anerkennung und Finanzierung sind in zwei hessische Richtlinien zum § 45 Pflegeversicherungsgesetz verankert.
 
 Die DDLW betreut pflegebedürftige Menschen in den Wetterauer Gemeinden. Zur Hälfte  Niddaer.
 Hier hat der gemeinnützige Träger in subsidiärer Verantwortung und unter dem sozialgesetzliche Grundsatz „ambulant vor stationär“ 2008 die Arbeit begonnen. „Die pflegebedürftigen Menschen haben zu drei Vierteln Pflegegrad 2 und höher. 90  % leben allein oder zu zweit,  Deshalb ist hier die stundenweise Angehörigen-Entlastung wichtig. 2/3 sind nach der Begrifflichkeit der amtlichen Statistik Hochbetagte, also bereits über 80 Jahre alt.
 
 Die Situation zum Antrags-Zeitpunkt
Auf der Warteliste stehen 48 pflegebedürftige Menschen. 2025 ist die Zahl der Betreuten von 143 auf 209 Ende 25 angestiegen. Es fehlt also nicht an Kunden, dies also kein Insolvenzgrund.
 Zum Zeitpunkt des Antrages auf vorläufige Insolvenz in Eigenverwaltung hatte das DDLW auch keine Gläubiger, keine Darlehensverpflichtungen, nutzte drei Büroräume günstig angemietet.
 Es gibt keine Insolvenzmasse, die aufwändig zu sichern gewesen wäre: Die DDLW hat sehr günstig drei Büroräume angemietet, außer auf 550 Euro abgeschriebene Büroausstattung keinerlei Vermögenwerte,, keine Dienstfahrzeuge, keine Wertpapiere oder sonstige Vermögensgegenstände.
 Die Personalkosten machen 90 % der Gesamtkosten aus. Bekanntlich gilt seit 2022 ein Tariftreuegesetz. Aufgrund der bindenden Tarif- und Mindestlohnvorgaben gibt es auch kein aufwändiges Kostensanierungs-programm. Die Geschäftsführung erfolgt ehrenamtlich ohne Aufwandsentschädigung oder irgendwelche geldwerten Vorteile, keine Dienstwagen o. ä.
 
 Die Ursache der drohenden Zahlungsunfähigkeit ist eine über fünfjährige Preisdeckelung des Abrechnungspreises und ein fehlender städtischer Zuschuss:
 
 Die hessische Pflegeunterstützungsverordnung (PfluV) hat  2021 den Preis gedeckelt für die Abrechnungsstunde der häuslichen Betreuung.  Anfang Januar 2026 per Erlass  bis 31.12.2026 verlängert.  Nach dieser Preisvorgabe rechnen  die ambulanten Dienste bei pflegebedürftigen Menschen ihre zuhause erbrachten Leistungen mit den Pflegekassen ab.
 Seitdem sind Lohnsteigerung zwischen 27 bis 32 % erfolgt. Energiekostensteigerung und Inflation zusätzlich. Durch Corona waren die Rücklagen aufgebraucht. Seit 2022 gilt das Tariftreuegesetz.
 Wenn gemeinnützige Träger bei gesetzlichen Pflichtleistungen ihre gerechtfertigten Selbstkosten so viele Jahre nicht geltend machen können und ihr Stammkapital einsetzen, sprechen Sozialfachleute von schleichender Enteignung durch die gesetzlichen Sicherstellungsträger. Preisgestaltung ist nicht möglich.
 
 Können die Pflegebedürftigen noch hoffen und was geschieht mit den vorwiegend Ehrenamtlichen? 

Zukunftsweisend hat die hessische Sozialministerin (CDU) in der letzten Woche erklärt, dass die hessische PfluV in wichtigen Punkten geändert wird. Der Koalitionsausschuss hat der Kabinettsvorlage zugestimmt, es steht nur noch die Anhörung der Verbände aus. Wir danken der MdL Lisa Gnadl für ihren beharrlichen Einsatz und ihrem langen Atem seit ihrem Besuch in unserer Dienststelle vor zwei Jahren:
 
 Zukünftig wird der Preisdeckel wegfallen und wie in der Sozialwirtschaft bundesweit üblich können die gerechtfertigten Selbstkosten in Preisverhandlungen berücksichtigt werden.  Vielleicht zu spät für die Existenz und den Weiterbetrieb der DDLW. Wie in den ersten 14 Jahren hätten wir weiterarbeiten können, denn auch die Zuschüsse des Kreises und der Pflegekasse flossen immer verlässlich. 
 Unseres Erachtens gut auch die Öffnung für weitere Anbieter angesichts des Pflegenotstands, gerade weil Angehörige entlastet werden müssen. 

Wir hoffen, dass wenigstens weitere Träger die nächsten Monate bis zum Inkrafttreten der neuen PfluV überstehen und mit einem Zuschuss ihr Personal und damit die Pflegebedürftigen absichern. 
 
 Der Fehlbetrag von 60.000 Euro hat jetzt zur Insolvenz geführt. In den letzten beiden Jahren konnte die Preislücke dank eines SPD-Antrags geschlossen werden. 70 weiteren Pflegebedürftigen konnte zusätzlich geholfen werden. Die Ablehnung des SPD-Antrags von 30.000 Euro durch CDU und Bürgerliste im Dezember für 2026, hat jetzt zur Insolvenz geführt. Dabei hat die Stadt Nidda profitiert seit 2009 bis 2023 vom für sie kostenlosen Aufbau und Betrieb.
 Entsprechend der Rahmenvereinbarung zum § 45 SGB XI verdoppelt die Pflegekasse kommunale Zuschüsse dieser Sozialen Daseinsvorsorge-Aufgabe. 30.000 Euro von Nidda hätten genügt.  

Nidda, 12. April 2026 

gez. 
Gerhard Wolf
ehrenamtlicher DDLW-Geschäftsführer 

0152 287 42 444
Diakonie Dienstleistungen Wetterau gGmbH
Bahnhofstraße 51
63667 Nidda

Weitere Pressemeldungen zur Situation der DDLW


Sie benötigen Unterstützung in Ihren eigenen vier Wänden?

 

Wir bieten Betreuung daheim an.

 

Mit zunehmendem Alter werden Menschen oft hilfsbedürftig oder eine Erkrankung zwingt Sie zur häuslichen Unterstützung. Angehörige sind häufig berufstätig oder leben weiter entfernt. Vielleicht leben Sie ja auch allein.

 

 

Unsere Alltags- und Demenzbegleiterinnen kommen stundenweise in Ihr Zuhause.

Sandra Weitz, Einsatzleiterin. Foto: Gert Holle
Sandra Weitz, Einsatzleiterin. Foto: Gert Holle

Dienstleistungen

  • Hauswirtschaftliche Hilfen
  • Stundenweise Betreuung älterer und an Demenz erkrankter Menschen
  • Wir richten bei Bedarf eine Demenzgruppe ein. 
  • Schulungen zur Alltags- und Demenzbegleitung (für Mitarbeitende, Angehörige und Interessierte) 
  • Arbeitsassistenz: Unterstützung von Menschen mit Behinderungen im Arbeitsleben

 

 

Finanzierung dieser Hilfen

 

 

Bei Eingruppierung in einen Pflegegrad werden Entlastungsleistungen von der Pflegekasse bezuschusst. Auf Ihren Wunsch hin rechnen wir dies mit der Pflegekasse direkt ab. 

Bei Hilfebedürftigkeit unabhängig von einem Pflegegrad können Sie des Weiteren als Privatzahler Leistungen in Anspruch nehmen. Über weitere Möglichkeiten informieren wir Sie gerne in einem Gespräch.

Foto: Gert Holle
Foto: Gert Holle

Beratungen

Wir beraten Sie gerne über unsere Angebote                                         

·     Stundenweise Betreuung älterer und demenzkranker Menschen

·     Hauswirtschaftliche Hilfen

·     Betreuung in Demenzgruppen

·     Beratung von hilfebedürftigen      Menschen und Angehörigen

·     Angehörigengruppen

·     Schulungen zur Alltags- und Demenzbegleitung (für Mitarbeitende, Angehörige und Interessierte)

·     Arbeitsassistenz Unterstützung von Menschen mit Behinderung im Arbeitsleben

 

Benötigen Sie krankenpflegerische  Hilfen, vermitteln wir Sie an die örtlichen Sozialstationen und Diakoniestationen, mit denen wir eng zusammenarbeiten.

Bei gesetzlichen Betreuungen kooperieren wir mit dem Betreuungsvereinen in der Regionalen Diakonie Oberhessen, Nidda den Betreuungsvereinen der Caritas und der Lebenshilfe in Friedberg.

 

Auf Wunsch knüpfen wir für Sie den Kontakt.

 

Für Ihre Anfrage kontaktieren Sie uns per Telefon oder per E-Mail .

 

  • Beratung von hilfebedürftigen Menschen 
  • Angehörigenberatung 
  • Informationen über Leistungen der Pflegekassen
  • Wie pflegen Kontakte zum Arbeitskreis Demenz, den Pflegestützpunkten des Wetteraukreises in Büdingen und Friedberg
  • Wir verweisen auf besondere Angebote für ältere Menschen, zum Beispiel zur Gemeindepflegerin der Stadt Nidda.

Sie erreichen uns montags bis freitags von 8:00 bis 13:00 Uhr in Nidda unter der

 

Rufnummer 06043 5199 473

 

Diakonie Dienstleistungen Wetterau gGmbH
Bahnhofstraße 51
63667 Nidda

06043 5199473 

info @diakonie-dienstleistungen.de

 

Öffnungszeiten

 

Montag: 08:00 -13:00 Uhr
Dienstag: 08:00 -13:00 Uhr 
Mittwoch: 08:00 -13:00 Uhr 
Donnerstag: 08:00 -13:00 Uhr 
Freitag: 08:00 -12:00 Uhr 


Noch ist Zeit zu handeln: Insolvenz der Diakonie Dienstleistungen Wetterau GmbH, Nidda, bedroht häusliche Betreuung für 209 pflegebedürftige Menschen

19.01.2026

 

(Nidda/Wetteraukreis/gho) - Die Diakonie Dienstleistungen Wetterau gGmbH (DDLW) mit Sitz in Nidda hat am 15. Januar 2026 Insolvenzantrag gestellt. Damit steht ein Angebot auf der Kippe, das seit 16 Jahren für viele ältere und pflegebedürftige Menschen unverzichtbar ist: die häusliche Alltags- und Demenzbegleitung. Aktuell betreut der gemeinnützige Träger 209 pflege. bedürftige Menschen im Wetteraukreis – 99 von ihnen leben in Nidda.

 

„Für diese Menschen bedeutet die Insolvenz vor allem eines: große Unsicherheit und Angst,“ sagt Gerhard Wolf, ehrenamtlicher Geschäftsführer der DDLW. „Viele unserer Klientinnen und Klienten sind hochbetagt, leben allein und haben keine Angehörigen, die kurzfristig einspringen könnten.“

 

Ein stiller, aber tragender Pfeiler der Versorgung

Die DDLW erbringt Leistungen der häuslichen Betreuung nach § 45 SGB XI – also Unterstützung im Alltag, Begleitung, Entlastung von Angehörigen und Hilfe für Menschen mit Demenz. Eine gesetzliche Pflichtleistung mit Kostenerstattungsanspruch.


Diese Angebote ergänzen die medizinische Pflege durch Sozialstationen und Pflegedienste und sind ein zentraler Baustein der ambulanten Versorgung pflegebedürftiger Menschen.

 

Die Zahlen verdeutlichen den Bedarf:

  • Über 60 Prozent der betreuten Menschen sind älter als 80 Jahre
  • Drei Viertel haben Pflegegrad 2 oder höher
  • 89 Prozent leben in Ein- oder Zwei-Personen-Haushalten

„Ambulant vor stationär ist nicht nur ein gesetzlicher Grundsatz“, betont Wolf, „sondern der ausdrückliche Wunsch der meisten Menschen: zuhause bleiben, im vertrauten Umfeld, mitten im Leben und betreut, wo es nötig ist..“

 

Preisdeckel und Kostensteigerungen – ein strukturelles Problem

Die Ursachen der Insolvenz liegen nicht in einer plötzlichen Fehlentwicklung, sondern in einer seit Jahren bestehenden strukturellen Unterfinanzierung. Der Stundensatz für Betreuungsleistungen nach § 45 SGB XI ist in Hessen seit Oktober 2021 gesetzlich gedeckelt – mit Laufzeit bis Ende 2026.

 

In dieser Zeit sind jedoch:

  • Löhne und Aufwandsentschädigungen deutlich gestiegen
  • Tariftreuegesetze eingeführt worden
  • Energie- und Sachkosten massiv angewachsen. Die Inflationsrate stieg an.

„Über einen Zeitraum von fünf Jahren keinerlei Anpassung zu ermöglichen, ist im Pflegebereich realitätsfern“, sagt Wolf. „Kostensteigerungen von 27 bis über 30 Prozent bleiben unfinanziert.“

 

Bundesweit mussten allein 2025 431 ambulante Dienste (Sozialstationen und private Pflegedienste)  Insolvenz anmelden – viele davon ohne öffentliche Aufmerksamkeit.

Kommunale Verantwortung: Kreis beteiligt sich weiter – Nidda fehlt

Während die Finanzierung auf kommunaler Ebene in Nidda ins Stocken geraten ist, bekennt sich der Wetteraukreis weiterhin zur Mitverantwortung. Bis 2023 leistete der Kreis einen kommunalen Zuschuss zur Arbeit der DDLW, der in den Jahren 2024 und 2025 dankenswerterweise vervierfacht wurde. Nach Angaben der Geschäftsführung ist auch für 2026 eine Beteiligung des Kreises vorgesehen.

 

„Das zeigt, dass die häusliche Betreuung pflegebedürftiger Menschen als Teil der sozialen Daseinsvorsorge verstanden wird“, sagt Wolf. „Umso schmerzlicher ist es, wenn ausgerechnet dort, wo fast die Hälfte unserer Klientinnen und Klienten lebt, die Unterstützung weg- bricht.“

 

In den Jahren 2024 und 2025 hatte auch die Stadt Nidda auf Antrag der SPD-Fraktion jeweils 30.000 Euro bereitgestellt. Diese Zuschüsse wurden auf Grundlage der hessischen Rahmenvereinbarung zum § 45 von den Pflegekassen verdoppelt und ermöglichten eine stabile Arbeit trotz Preisdeckel. Mit der Ablehnung eines erneuten Zuschusses für 2026 durch CDU und Bürgerliste entstand jedoch eine Deckungslücke von rund 60.000 Euro, die nicht durch Spenden oder Rücklagen geschlossen werden kann.

 

„Von 2008 bis 2023 haben wir ohne einen städtischen Zuschuss gearbeitet“, erklärt Wolf. „Bürgerspenden und sogar Teile des Stammkapitals wurden 2023 eingesetzt, als die Stadt erstmals ablehnte, um die Betreuung pflegebedürftiger Menschen weiter sicherzustellen.


Doch diese Möglichkeiten sind nun erschöpft.“

Gerade für einen gemeinnützigen Träger seien diese Reserven begrenzt. „Unsere Arbeit dient nicht der Gewinnerzielung. Rücklagen dürfen nur eingeschränkt gebildet werden, Spenden sind zweckgebunden – sie ersetzen aber keine strukturelle Finanzierung“, so Wolf.

 

Kritik an öffentlicher Darstellung

Belastend für den Träger seien zudem öffentliche Aussagen im Vorfeld der politischen Entscheidung gewesen. In der Presse-Berichterstattung von CDU und Bürgerliste wurde unter anderem fälschlich formuliert, die DDLW betreue überwiegend Menschen mit Pflegegrad 1 oder arbeite wirtschaftlich unsauber.

 

„Beides ist nachweislich falsch“, stellt Wolf klar. „Solche Darstellungen schaden dem Ruf eines gemeinnützigen Trägers und erschweren zusätzlich die Einwerbung von Spenden, mit denen wir über viele Jahre unsere Arbeit erfolgreich mitfinanziert haben.“

 

Die Daten lagen vor, die gesetzlichen Grundlagen sind durch einen Klick im Internet abrufbar. Die Grundlagen der Gemeinnützigen Arbeit kenne jeder, der in einem Verein arbeitet, erläutert Wolf. Im Gegensatz zu früher wurde der Geschäftsführer nicht zur entscheidenden Ausschuss-Sitzung geladen.

 

Insolvenz heißt nicht Ende – sondern Entscheidungsspielräume
Mit dem Insolvenzantrag gibt die DDLW den Sicherstellungsauftrag formal an die Träger der sozialen Daseinsvorsorge zurück. Zugleich betont die Geschäftsführung, dass dieser Schritt nicht als endgültiger Schlusspunkt zu verstehen sei.

„Insolvenz bedeutet nicht automatisch Einstellung“, sagt Wolf. „Sie eröffnet auch die Möglichkeit, gemeinsam tragfähige Lösungen zu finden – im Interesse der pflegebedürftigen Menschen.“

 

Für die 209 Betroffenen – darunter 99 Bürgerinnen und Bürger aus Nidda – ist die Situation derzeit offen. Viele leben in Sorge, wie es weitergeht. Auch die derzeit 48 gemeindenah ein-gesetzten Mitarbeitenden sind betroffen. Viele seit Jahren gemeindenah wohnende Bezugs-personen.

 

 

„Es wäre bitter, wenn ein Angebot, das seit Jahren funktioniert, in dem überwiegend Ehrenamtliche tätig sind, deren Geschäftsführung ehrenamtlich ohne Aufwandsentschädigung geleistet wird und vergleichsweise geringe öffentliche Mittel benötigt, an einer überschaubaren Finanzierungslücke scheitert“, so Wolf. „Es ist nicht mehr viel Zeit, das Schlimmste abzuwenden.“


Kommentar

Wenn Fürsorge zur Rechenaufgabe wird

Von Gert Holle

 

Die Insolvenz der Diakonie Dienstleistungen Wetterau ist mehr als eine betriebswirtschaftliche Meldung. Sie ist ein Warnsignal. Denn betroffen sind nicht abstrakte Strukturen, sondern über 200 pflegebedürftige Menschen – viele hochbetagt, viele alleinlebend, viele ohne familiäres Netz.

 

Dass ein gemeinnütziger Träger, der über Jahre hinweg ohne städtische Zuschüsse gearbeitet hat und dessen Angebot zuletzt sogar wuchs, nun in die Insolvenz rutscht, wirft Fragen auf. Nicht zuletzt an die Stadt Nidda, in der fast die Hälfte der betreuten Menschen lebt – und die ihre Unterstützung für 2026 eingestellt hat.

 

Natürlich darf und muss Kommunalpolitik über Haushaltsdisziplin sprechen. Aber ebenso gehört zur kommunalen Verantwortung, genau hinzusehen, wo Einsparungen unmittelbare soziale Folgen haben. Häusliche Betreuung ist kein Luxus. Sie entscheidet darüber, ob ältere Menschen weiter zuhause leben können – oder ob sie früher als nötig in stationäre Einrichtungen wechseln müssen.

 

Verwunderlich ist daher, wie schnell in der politischen Debatte der Eindruck entstand, es handele sich um ein verzichtbares Zusatzangebot. Die Zahlen sprechen eine andere Sprache. Und sie betreffen Menschen, die ihre Pflegeversicherung ein Leben lang bezahlt haben.

  

Noch ist nichts endgültig entschieden. Insolvenz bedeutet auch: Zeit zum Nachdenken. Diese Zeit sollte genutzt werden – im Interesse derjenigen, die keine Lobby haben, außer der, die man ihnen jetzt lässt.

 

Gert Holle, Herausgeber und leitender Redakteur von "WIR IM NETZ - Kultur und Glaube Aktuell"

„You Are His Angel“ – Ein Lied über Pflege, Würde und Verantwortung

 

Die aktuelle Debatte um die Zukunft häuslicher Pflegeangebote in der Region macht deutlich, wie fragil gewachsene Unterstützungsstrukturen sein können. Hinter politischen Entscheidungen, Finanzierungsfragen und Zuständigkeiten stehen konkrete Lebenssituationen: hochbetagte Menschen, Pflegebedürftige – und jene, die sie im Alltag begleiten.

Oft sind es Angehörige, die diese Verantwortung tragen.

Still. Verlässlich. Über Jahre hinweg.

Vor diesem Hintergrund erhält ein Song, der bereits 2023 entstanden ist, neue Aktualität.

„You Are His Angel“ von Gert Holle erzählt von der Pflege eines nahestehenden Menschen – von Demenz, vom schleichenden Verlust von Erinnerungen, aber auch von Nähe, Treue und gelebter Nächstenliebe. Der Titel greift das Bild des „Engels“ auf – nicht als religiöse Überhöhung, sondern als Ausdruck für Menschen, die im Alltag Verantwortung übernehmen, ohne im Mittelpunkt zu stehen.

Der Song ist persönlich motiviert und zugleich exemplarisch: Er steht stellvertretend für viele Geschichten, die selten öffentlich erzählt werden. Für Töchter und Söhne, Partnerinnen und Partner, für Ehrenamtliche und Pflegekräfte.

Gerade in einer Zeit, in der über Strukturen der Versorgung neu entschieden wird, erinnert das Lied daran, worum es im Kern geht:
um Würde, Verlässlichkeit und die Möglichkeit, auch im Alter oder bei Krankheit im vertrauten Umfeld leben zu können.

Die diakonische Perspektive bringt dabei einen weiteren Aspekt ins Spiel: Pflege ist nicht nur eine organisatorische oder finanzielle Aufgabe. Sie ist Ausdruck gelebter Mitmenschlichkeit – und damit auch eine Frage gesellschaftlicher und ethischer Verantwortung.

Mit einer neuen musikalischen Fassung – ergänzt durch Blockflötenbegleitung von Peter Chorkov – wird „You Are His Angel“ nun erneut veröffentlicht.

Der Song ist eine leise, aber eindringliche Würdigung all jener, die für andere da sind.
Und zugleich ein Impuls, das Thema Pflege nicht nur als Problem, sondern als gemeinsame Aufgabe zu begreifen.

 

🎧 „You Are His Angel“ – jetzt anhören

 

 


Pflege braucht mutige und verbindliche Reformen

Situationsanalyse der Diakonie Hessen bestätigt dringenden Reformbedarf / Zukunftspakt Pflege greift noch nicht weit genug

 

18.12.2025

 

(Frankfurt/dwh) - Die Diakonie Hessen hat zum dritten Mal ihre Pflegeeinrichtungen zur aktuellen wirtschaftlichen Lage befragt. Die Situationsanalyse, basierend auf einer Umfrage unter 110 von insgesamt rund 500 ambulanten, teilstationären und stationären Einrichtungen, zeigt erneut: Die Lage in der Pflege ist kritisch.

„Angebot und Nachfrage passen nicht zusammen“, erklärt Carsten Tag, Vorstandsvorsitzender der Diakonie Hessen. „Pflegebedürftige Menschen müssen genau abwägen, welche Leistungen ihnen zustehen, welche sie sich leisten können und welche tatsächlich angeboten werden. Trotz hoher Nachfrage stehen unsere Einrichtungen vor der Herausforderung, kostendeckend zu arbeiten.“ Diese Situation beeinträchtigt die Gesundheit und Teilhabe pflegebedürftiger Menschen. Carsten Tag fordert: „Damit auch künftig professionelle Unterstützung gewährleistet ist, müssen die geplanten Reformen im Zukunftspakt Pflege umfassend und schnell umgesetzt werden.“

 

Stationäre Pflege: Hohe Nachfrage, ungenutztes Potenzial

„Die stationären Einrichtungen kämpfen mit hohen Kosten und einer starken Fluktuation“, berichtet Sonja Driebold, Leiterin des Ressorts Gesundheit, Alter, Pflege. „Mit einer durchschnittlichen Auslastung von 93 Prozent bleibt Potenzial ungenutzt – einzelne Zimmer stehen leer, obwohl der Bedarf groß ist.“ Gründe sind Personalmangel und die immer kürzere Verweildauer. „Viele kommen erst in die Einrichtung, wenn es nicht mehr anders geht. Dann ist der Gesundheitszustand oft so schlecht, dass die Verweildauer nur noch kurz ist“, so Driebold.

 

Ambulante Pflege: Nachfrage trifft auf fehlende Kapazitäten

Auch die ambulante Pflege ist stark belastet: 63 Prozent der Anfragen konnten nicht bedient werden – vor allem wegen fehlender personeller Ressourcen. „Wenn Menschen zu spät Hilfe erhalten, verschlechtert sich ihr Gesundheitszustand weiter. Teilhabe wird schwieriger, ein Verbleib im eigenen Zuhause kaum möglich“, erklärt Driebold. Gleichzeitig zeigt sich eine paradoxe Entwicklung: Immer mehr Menschen nehmen weniger Hilfe in Anspruch, als sie benötigen – schlicht, weil die Leistungen zu teuer sind.

 

Pflegeberuf bleibt attraktiv: Ausbildung wird ausgebaut

Es gibt auch positive Nachrichten: 85 Prozent der Einrichtungen bilden aus, darunter 80 Prozent der ambulanten Dienste. „Das zeigt, wie engagiert unsere Einrichtungen dem Personalmangel begegnen und das Berufsbild stärken wollen“, betont Driebold. Trotz eines Anstiegs der Ausbildungszahlen um 10 Prozent gegenüber 2024 blieben rund 45 Prozent der Plätze unbesetzt – wegen fehlender Bewerbungen oder mangelnder Eignung. „Wir sehen das als Ansporn, weiter in gute Ausbildungsstrukturen zu investieren.“

 

Zukunftspakt Pflege: Gute Ansätze, aber nicht ausreichend

„Die Ergebnisse unserer Umfrage spiegeln die Lage der gesamten Branche wider: Eine grundlegende Reform ist unumgänglich“, sagt Carsten Tag. Die Diakonie Hessen begrüßt die Ansätze des vor kurzem vorgestellten Zukunftspakts Pflege – etwa die Stärkung der häuslichen Pflege, die geplante Bündelung ambulanter Leistungen in flexiblen Budgets, die Förderung von Digitalisierung und Innovation oder die vorgeschlagenen Finanzierungsinstrumente. „Doch wie unsere Umfrage zeigt: Für Einrichtungen und Pflegebedürftige gehen sie noch nicht weit genug.“

 

„Die Politik muss die Ideen mutig umsetzen – ohne Kürzungen“, fordert Carsten Tag. „Es braucht verbindliche Strukturen und Ressourcen in den Kommunen und Landkreisen. Die Pflegeversicherung muss solidarisch und verlässlich finanziert werden. Das aktuelle Abrechnungssystem ist zu komplex. Viele Betroffene kommen nicht mehr mit. Wir müssen uns entscheiden, wie wir künftig zusammenleben wollen.“ Carsten Tag appelliert: „Vereinfachen Sie das Abrechnungssystem, fördern Sie die Durchlässigkeit zwischen den Sektoren und bauen Sie Bürokratie ab. Lassen Sie uns das tun, was wir können: nah am Menschen sein und pflegen. Vertrauen Sie uns und binden Sie uns als Experten aktiv in Reformprozesse ein. Damit wir gemeinsam tragfähige Lösungen entwickeln.“

 

Forderungen der Diakonie Hessen

  • Grundlegende Struktur- und Finanzreform der Pflegeversicherung
  • Flexible, bedarfsgerechte und selbstbestimmte Versorgungsarrangements – orientiert an den Bedürfnissen der Menschen, nicht an starren Grenzen
  • Mehr Vertrauen in pflegerische Kompetenz, weniger Bürokratie
  • Klare Befugnisse und finanzielle sowie fachliche Unterstützung für Regionen, um gleichwertige Lebensverhältnisse zu sichern

 

Zur Situationsanalyse

  • Befragt wurden rund 500 Einrichtungen der Altenhilfe der Diakonie Hessen, 110 nahmen teil
  • Umfragezeitraum: April 2025 (Bezugszeitraum: Nov. 2024 – Apr. 2025)
  • 42 Prozent ambulante Pflege, 58 Prozent stationäre Pflege
  • Ergebnisse:
    • Wirtschaftliche Lage bleibt angespannt: Ein Viertel erwartet schlechtere Betriebsergebnisse
    • 63 Prozent der ambulanten Dienste mussten Anfragen ablehnen
    • Stationäre Einrichtungen erreichen im Schnitt 93 Prozent Auslastung, nötig wären 98 Prozent

 

Über die Pflege in der Diakonie Hessen
Die Diakonie Hessen unterstützt kranke und pflegebedürftige Menschen durch rund 500 Mitgliedseinrichtungen – darunter Krankenhäuser, stationäre Pflegeeinrichtungen, ambulante Dienste und Hospizangebote.

 

Mehr Informationen

 

 


Aufruf: Mitarbeitende zur häuslichen Betreuung dringend gesucht

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Wir haben eine Kundenwarteliste und nicht genügend Mitarbeitende.

Deshalb ermuntern wir Menschen, die zum Beispiel ehrenamtlich tätig werden, sich bei uns telefonisch oder schriftlich zu bewerben. Wir setzen unsere Mitarbeitenden, zu 92 % Frauen, ortsnah in der Nähe ihres Wohnortes ein und pflegen eine Bezugspersonen-Betreuung. Mit Ausnahme von Urlaubs- oder Krankheitsvertretungen setzen wir täglich dieselbe Ansprech- und Betreuungsperson ein. Das macht es auch für unsere Kunden, die zu über drei Vierteln 80 Jahre und älter sind,  angenehmer als ein täglicher Wechsel." 

Jährlich betreuen unsere hauptamtlichen und ehrenamtlichen Alltags- und Demenzbegleiterinnen fast 140 meist ältere alleinlebende Menschen daheim. Sie helfen zum Beispiel im Haushalt, beim Einkauf; können den Kontakt herstellen zu Gemeinden, Behörden, Sozialstationen-, sind wichtige Gesprächspartnerinnen.
Wir suchen dringend Mitarbeitende, denn die Wartelisten werden immer länger und hilfsbedürftige warten zuhause denn sie wollen in der vertrauten Umgebung möglichst lange leben.

Unsere Mitarbeitenden wohnen im nahen Umfeld der Hilfesuchenden und können ihre Arbeit nach Absprache flexibel einteilen, begleitet durch Einsatzleiterinnen.

Hauptamtlich Beschäftigte werden nach dem Tarif der Kirche und Diakonie vergütet. Sie finden eine sinnvolle Aufgabe, z. B. in einer sozialversicherungsfähigen Teilzeitanstellung, wo mit einem sog.   556 € steuerfreien Mini-Job eingestiegen werden kann.
Interessant zum Beispiel für Frauen, die während der täglichen Schulzeit der Kinder etwas dazuverdienen wollen. Oder für ältere Menschen, die ihre Rente aufbessern möchten.

Für eine menschlich sinnvolle gemeindenahe Tätigkeit.
Eine ehrenamtliche Tätigkeit ist ebenso möglich. Hier kann eine steuerfreie Ehrenamtspauschale gezahlt werden zuzüglich einer Fahrtkostenbeteiligung.
Falls notwendig, bilden wir Sie als Alltags- und Demenzbegleiterin aus.

Helfen Sie uns, Menschen zu finden, die in Ihrer Gemeinde Menschen bei ihrer diakonischen Aufgabe betreuen. Vielleicht haben wir auch Ihr Interesse geweckt, bei uns mitzuhelfen?

Informieren Sie sich auf unserer Webseite: www.betreuung-daheim-diakonie-wetterau.website

 

Rufen Sie einfach an:

Sandra Weitz 06043 - 5199471 oder Sybille Hämmerle: 06043 – 5199473

 

Kurzbewerbung (auch handschriftlich):
Diakonie Dienstleistungen Wetterau gGmbH, Bahnhofstraße 51, 63667 Nidda

Oder per eMail: [email protected]

 

 

 

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Sandra Weitz, unsere Einsatzleiterin:

Foto: Gert Holle
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Sie möchten mehr über uns und unsere Arbeit erfahren?
Sie möchten uns beauftragen?
Sie haben Fragen zu einer möglichen Mitarbeit? 
Nehmen Sie Kontakt mit uns auf, wir freuen uns auf das Gespräch mit Ihnen.

 

06043 5199 471

Neu: Memory-Gruppe startet im Oktober 2025 im Karl-Dietz-Haus in Nidda

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Kommen Sie ins Team des Helferkreises für die Memory-Gruppe Nidda


Herzenszeit im Karl-Dietz-Haus

Neue Memory-Gruppe der Diakonie startet im Oktober

Veronika Rogge. Foto: DDLW
Veronika Rogge. Foto: DDLW

18.07.2025


Nidda bietet künftig dienstägliche Auszeit für Menschen mit Demenz – und ihre Angehörigen

(Nidda/ddlw) - Einmal wöchentlich wird das Karl-Dietz-Haus in Nidda zu einem ganz besonderen Ort: Ab Oktober heißt es dort jeden Dienstagnachmittag „Herzenszeit“. Die Diakonie Dienstleistungen Wetterau gGmbH (DDLW) startet gemeinsam mit der Stadt Nidda eine neue Memory-Gruppe für Menschen mit beginnender oder mittelschwerer Demenz.

 

„Wir freuen uns, dieses bewährte Angebot zur Entlastung von Angehörigen wieder anbieten zu können“, sagt Sandra Weitz, Einsatzleiterin der DDLW. Von 14:30 bis 17:30 Uhr werden die Teilnehmenden in kleiner Runde liebevoll betreut. Gedächtnistraining, Bewegung, gemeinsames Singen und kreative Impulse schaffen Struktur und Freude im Alltag.

 

Gemeinsam erinnern, gemeinsam entlasten

„Manche Erinnerungen verblassen, aber das Gefühl von Geborgenheit bleibt“, so beschreibt es das Motto der Memory-Gruppe treffend. Und genau darum geht es: Menschen mit Demenz sollen sich wohlfühlen, angenommen werden – und ihre Angehörigen sollen wieder tief durchatmen können.

Für die pädagogische Leitung und die Schulung des ehrenamtlichen Teams ist Veronika Rogge verantwortlich. Die erfahrene Krankenschwester war im In- und Ausland sowohl stationär als auch ambulant tätig und bringt umfangreiche Expertise in der Begleitung von Menschen mit Demenz mit. Auch die Schulung und fachliche Begleitung der ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern liegt in ihrer Hand.

 

Ehrenamt mit Herz

Für die Memory-Gruppe werden noch helfende Hände gesucht. Wer Empathie, Geduld und Freude am Miteinander mit älteren Menschen mitbringt, ist herzlich eingeladen, Teil des Teams zu werden. Erste Unterstützerinnen sind bereits gefunden: Sandra Alt, Veronika Schelenz und Angelika Berg bringen sich künftig engagiert ein.

 

Was Ehrenamtliche erwartet:

  • Eine Einführung und kontinuierliche Begleitung
  • Eine kleine Aufwandsentschädigung (20 Euro pro Nachmittag)
  • Eine erfüllende Aufgabe im Team – an einem Nachmittag pro Woche

 

Ein Angebot mit Herz und Struktur

Die Teilnahme an der Memory-Gruppe kostet 30 Euro pro Nachmittag, die Abrechnung mit der Pflegekasse ist möglich. Für das leibliche Wohl wird mit einem kleinen Beitrag von 2,50 Euro gesorgt. Die Stadt Nidda stellt den Bürgerbus für den kostenlosen Fahrdienst zur Verfügung – hin und zurück.

 

Sie möchten teilnehmen – oder helfen?

Interessierte Angehörige und zukünftige Helferinnen und Helfer können sich jederzeit bei Sandra Weitz informieren und anmelden:
📞 06043 / 5199-473
📧 [email protected]


🌐 Weitere Informationen: www.betreuung-daheim-diakonie-wetterau.website

 

 

Dienstag wird Herzenszeit – machen Sie mit.
Für Betroffene, für Angehörige, für ein starkes Miteinander in Nidda.


Pflegende Angehörige mit Fachwissen unterstützen

Diakonie Dienstleistungen Wetterau bietet Grundkurs für Betreuung Daheim

Mitarbeiterinnen für den Grundkurs für Betreuung daheim. Foto: ddlw
Mitarbeiterinnen für den Grundkurs für Betreuung daheim. Foto: ddlw

18.07.2025

(Nidda/ddlw) - „Es war hilfreich für die häusliche Betreuung meiner Mutter, dass ich an acht Abenden den Grundkurs der Diakonie Dienstleistungen Wetterau gGmbH (DDLW) in Nidda besuchen konnte. Jetzt weiß ich mehr über Erscheinungsformen der Demenz. Ich kann meine Mutter besser verstehen. Ich weiß, welche Hilfsmöglichkeiten es gibt, wie wichtig der Kontakt zur Sozialstation, zu Ärzten, zur Gemeinde ist“, berichtet die 60jährige Judith Wolf, die seit drei Jahren ihrer Mutter zuhause beisteht.

 

Knapp 90 Prozent der pflegebedürftigen Menschen leben heute im eigenen Zuhause. Deshalb bietet das DDLW für pflegende Angehörige und auch Menschen, die beruflich neu in die Alltags- und Demenzbegleitung einsteigen wollen regelmäßig Basiswissen für die Alltags- und Demenzbegleitung an. Für Menschen, die beruflich in die Alltags- und Demenzbegleitung einsteigen wollen, ist der Kurs eine notwenige Voraussetzung.

 

Der diesjährige Grundkurs findet nach den hessischen Ferien im Zeitraum vom 2. September bis 2. Oktober 2025 im Karl-Dietz-Haus in Nidda, Auf dem Graben 36, statt. Die Kurszeit jeweils dienstags und donnerstags von 16:15 bis 19:30 Uhr soll es auch berufstätigen Angehörigen ermöglich, daran teilzunehmen.

Viele Pflegekassen übernehmen die Kosten für Schulungen von Alltags- und Demenzbegleiterinnen, insbesondere wenn die Schulung von einem anerkannten Anbieter durchgeführt wird und der Teilnehmer als Angehöriger oder zukünftiger ehrenamtlicher Betreuer tätig werden möchte.

Die Kursgebühr beträgt 120 Euro und wird bei einer Anstellung in unserem Unternehmen zurückerstattet, ansonsten sind diese selbst zu tragen.

 

Schwerpunkte des Kurses und Referentin:

-          Krankheitsbild Demenz: Veronika Rogge, examinierte langjährige Fachkraft

-          Allgemeine Erkrankungen im Alter: Sandra Weitz, Einsatzleitung/Pflegedienstleiterin

-          Ernährung im Alter: Edeltraud Klünder, stv. Einsatzleiterin Büdingen

-          Arbeiten mit Demenzkranken: Angelika Berg, stv. Einsatzleiterin Friedberg/ Butzbach

-          Psychische Erkrankungen: Manuela Kussler, Alltags- und Demenzbegleiterin

-          Vorsorgevollmacht und Betreuungsrecht: Klaudia Mertinat, Sozialarbeiterin

 

Anfragen und Anmeldung werden erbeten an die Einsatzleitung/Pflegedienstleitung des DDLW, Frau Sandra Weitz unter der Telefonnummer 06043-5199471, oder die Verwaltung (Fr. Hämmerle/Fr. Kussler) 06043-5199473. Ebenso ist eine Anmeldung über die E-Mailadresse [email protected] möglich.

 

 


Demenz: Gemeinsam einen neuen Weg gehen

"Demenz. Nicht Jetzt!" von Prof. Dr. med. Klaus Fließbach

15.11.2024

 

"Demenz. Nicht Jetzt!" vom Demenzexperten Prof. Dr. med. Klaus Fließbach

Diagnose Demenz: Wer sofort handelt, kann die Krankheit verlangsamen.

 

In seinem praxisnahen Ratgeber "Demenz. Nicht Jetzt!" bietet Prof. Dr. med. Klaus Fließbach, einer der führenden deutschen Demenzexperten, wertvolle Orientierung für Betroffene und ihre Angehörigen. Klar und verständlich erklärt er, was nach einer Demenzdiagnose, die Betroffene wie Angehörige gleichermaßen schockt, hilft: von bewährten Medikamenten über neue Therapien bis hin zu nicht-medikamentösen Ansätzen. Besonders überzeugend ist sein Blick auf die alltäglichen Herausforderungen im Umgang mit Demenz. Mithilfe zahlreicher Checklisten und Übungen ermöglicht das von Stiftung Warentest herausgegebenem Buch Betroffenen und Pflegenden, Selbstständigkeit und Lebensqualität so lange wie möglich zu bewahren.

 

Gert Holle spricht mit dem Autoren über Früherkennung und Diagnose, medikamentöse und nicht-medikamentöse Therapieansätze, über Hilfe für Angehörige von Demenzkranken, die Rolle von Hoffnung und Positivität.

 

Professor Fließbachs fundierte Empfehlungen beruhen auf jahrelanger Erfahrung und zeigen Wege, wie kognitive und körperliche Aktivitäten zur Stärkung des Gehirns beitragen können. Dabei spricht er offen über die Herausforderungen im Pflegealltag und gibt praxisnahe Tipps, wie sich Angehörige entlasten können. Besonders hilfreich sind seine Hinweise zu rechtlichen und sozialmedizinischen Maßnahmen, die Betroffene unterstützen.