Klingender Adventskalender - 2

Gib niemals auf - von Gert Holle

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Im zweiten Fenster unseres klingenden Adventskalenders hörst Du ein Lied aus dem Jahr 1992. Es ist all denen gewidmet, die an den Ereignissen ihres Lebens zu zerbrechen drohen und fußt auf einer Begebenheit, die sich im Dezember 1992 ereignet hat. Die Lokalzeitung berichtete kurz und knapp von einer jungen Studentin, die in einem Fahrstuhl eines Wohnheims tot aufgefunden wurde - mit einer Spritze im Arm. Daraufhin schrieb ich dieses Lied, dass sein 20 Jahren seinen festen Platz in unserem klingenden Adventskalender einnimmt.

 

"Gib niemals auf."

 

Für Dich, der im kalten Dezember auf der Straße lebt,

für Dich, der die Heimat im Drogenrausch sucht,

für Dich, der sein Zuhause verloren hat.

Dir sage ich: Gerade in den dunkelsten Stunden hast Du einen Freund, der zu Dir hält.

Gib niemals auf."

 

Träume gehabt,

verflogen – kalter Nebel.

Menschen geliebt,

enttäuscht in dunklen Zeiten.

Sagst nicht ein Wort,

Du quälst Dich –

Depressionen –

Tausendmal leer,

sehr oft, zu oft betrogen.

 

Gib niemals auf

und kämpfe für Dein Leben.

Halt es ganz fest,

ganz fest mit beiden Händen.

 

Liebe gefühlt

in manchen stillen Tagen.

Nur ausgenutzt,

verlacht und stets betrogen.

Tief abgestürzt

ins Reich der Illusionen.

Hart aufgeknallt,

kein Freund in dunklen Stunden.

 

Gib niemals auf

und kämpfe für Dein Leben.

Steh wieder auf,

versuchs noch mal von vorn.

 

Viel ausprobiert,

verloren, ganz am Boden.

Nichts von gehabt,

geblieben sind nur Wunden.

 

Zwischenspiel

 

Stiche so tief –

ins Herz und in die Arme.

Vor Kälte erfrorn,

vergessen jede Wärme.

Wahnsinn gespürt,

kaputt in leerer Seele.

Nirgends zu Haus,

am Leben, doch fast schon tot.

 

Gib niemals auf

und kämpfe für Dein Leben.

Bist nicht allein,

ein Freund in dunklen Stunden.

 

Gib niemals auf

und kämpfe für Dein Leben.

Halt es ganz fest,

so lange Du noch lebst.

Halt es ganz fest,

so lange Du noch lebst.

Halt es ...

 

(Worte & Musik von Gert Harald Holle / Heidelberg 1992)

 

Seit vergangenem September gibt es auch eine englische Version mit dem Titel "Never give up! (Video erstellt mit Unterstützung von canva.com)

 

 

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Die verrückten Weihnachtsmänner

- eine Bärchen-und-Rübe-Geschichte

2

Jetzt sah Bärchen es auch. Er hatte mit seiner Schwester am Fenster gesessen und nach den Eiszapfen geschaut. Und so hatten sie ‘ES’ im Garten gesehen.

„Was ist das?“ fragte Bärchen ängstlich.

„Ich w-w-weiß n-nicht“, stotterte Rübe.

Dann sammelte sie ihren Mut und schaute genau hin. „Es ist ganz weiß, oder fast...“

„Es sieht aus wie ein...“

„Ja genau!“ antwortete Rübe.

„Komm“, sagte Bärchen, „wir ziehen uns ganz dick an und gehen mal kurz raus!“

„Spinnst du!!“ schrie Rübe. „Wenn er uns etwas tut!“

„Ach...“, Bärchen sah sie an, „das glaube ich nicht.“

Und schwupps! Schon zog er sich an, zwei Pullover, eine dicke Jacke, zwei Mützen, den Schal, ein paar extra dicke Strümpfe und sei-ne Winterstiefel.

Rübe protestierte - aber sie konnte ihren Bruder doch nicht allein lassen. Also zog auch sie sich an. Dann schlichen sich die beiden nach draußen in den fast schon dunklen Garten.

„Da vorn ist er“, flüsterte Rübe.

„Das ist ja tatsächlich ein Schneemann“, rief Bärchen und lief auf ihn zu.

Da drehte sich der Schneemann um.

Bärchen stoppte so plötzlich, daß er in den Schnee fiel und auch seine Schwester umriß.

Und der Schneemann lachte.

„Hallo, ihr beiden!“ rief er.

Beide rappelten sich ganz schnell auf und gingen ein paar Schritte zurück.

„Das gibt es doch gar nicht“, sagte Rübe, „komm, Bärchen, wir ge-hen wieder rein, wir träumen doch nur. Ein Schneemann, der spre-chen kann, so ein Quatsch!“

„Quatsch! Ja, das stimmt“, sagte der Schneemann, „ich bin nämlich gar kein Schneemann!“

„Du - du - du bist kein Schneemann“, Bärchen wunderte sich, „aber was bist du denn sonst?“

„Ich? Ich bin der Weihnachtsmann!“ rief der Schneemann stolz.

Rübe und Bärchen schauten sich verständnislos an.

„Ja, ich bin der Weihnachtsmann!“ rief der Schneemann noch ein-mal. „Ich bin der Weihnachtsmann...“, und dann fing er an, zu wei-nen.

Große Eistränen liefen über sein Gesicht.

Wieder schauten sich Rübe und Bärchen an. Dann gingen sie auf den Schneemann zu.

„Armer Schneemann, was ist denn mit dir los?“ fragte Rübe.

„Ich bin... ich bin der Weihnachtsmann, aber ich finde meinen Schlitten mit den Rentieren nicht. Und auch die Geschenke für die vielen Kinder in der Welt... ich glaube, dieses Jahr muß Weihnachten ausfallen...“

„Der spinnt“, flüsterte Bärchen seiner Schwester ins Ohr.

„Ja, aber wir können ihm vielleicht helfen“, flüsterte Rübe zurück.

„Aber mir wird kalt“, sagte Bärchen.

„Okay“, sagte Rübe, und zum Schneemann: „Du bleibst hier. Wir gehen ins Haus und morgen sehen wir weiter.“

Fortsetzung folgt

 

Copyright by Matthias Schwarz

 

 

Foto: Gert Holle
Foto: Gert Holle

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Autor: Gert Holle - 1. Dezember 2023

Die Krippen-Fotos sind im Krippen-Museum in Ulfa 2013 entstanden. Ein großes Dankeschön an Erika Kernstock aus Nidda-Ulfa, die dies ermöglicht hat.