Pakistan: Menschenrechtsorganisation fordert „unparteiische Gerechtigkeit“ nach Mord an einem Christen

Kirchenvertreter im Gespräch mit der Polizei nach den Übergriffen in Sargodha. © Kirche in Not
Kirchenvertreter im Gespräch mit der Polizei nach den Übergriffen in Sargodha. © Kirche in Not

21.06.2024

 

(München/acn) - Nach dem Tod eines Christen infolge eines Übergriffs in der Provinz Punjab im Osten Pakistans hat die „Nationale Kommission für Gerechtigkeit und Frieden“ (NCJP) der pakistanischen Bischofskonferenz den „anhaltenden Missbrauch der Blasphemiegesetze“ verurteilt und eine rasche juristische Aufarbeitung gefordert. „Es muss (…) unparteiisch Gerechtigkeit geübt werden, um das Vertrauen in das Rechtssystem wiederherzustellen (…) und um Polizeibeamte für ihre Untätigkeit zur Rechenschaft zu ziehen“, schreibt die Kommission in einem Bericht, der dem weltweiten katholischen Hilfswerk „Kirche in Not“ vorliegt.

  

 

AKTUELL BEI WIR IM NETZ - AUS ALLER WELT - 21.06.2024


„Kirche in Not“ konnte notleidende Christen mit 143,7 Millionen Euro unterstützen

Jahresbilanz 2023

Schüler einer katholischen Schule im Libanon danken für die Hilfe von „Kirche in Not“. © Kirche in Not
Schüler einer katholischen Schule im Libanon danken für die Hilfe von „Kirche in Not“. © Kirche in Not

21.06.2024

 

(München/acn) - „Kirche in Not“ (international Aid to the Church in Need, ACN) hat im Jahr 2023 Spenden in Höhe von 143,7 Millionen Euro gesammelt. Im Vorjahr waren es rund 146 Millionen Euro. Die Spenden stammen ausschließlich von rund 360 000 privaten Wohltätern weltweit; „Kirche in Not“ erhält keine Kirchensteuermittel oder sonstige öffentliche Gelder. Deutsche Spender haben zu diesem Gesamtergebnis 16,3 Millionen Euro beigetragen (2022: 18,3 Millionen Euro).

 

Von jedem gespendeten Euro flossen durchschnittlich mehr als 81 Cent in Projektarbeit sowie Glaubensverkündung und Interessensvertretung für bedrängte Christen. Rund 7 Cent sind Verwaltungskosten und 11 Cent Spendenwerbung.

Foto: Gert Holle
Foto: Gert Holle

Rettung aus Gaza

DREI MONATE NACH IHRER EVAKUIERUNG SCHWANKEN DIE KINDER AUS DEM SOS-KINDERDORF RAFAH ZWISCHEN FREUDE UND SCHULDGEFÜHLEN

Foto: SOS-Kinderdörfer weltweit Hermann-Gmeiner-Fonds Deutschland e.V.. Fotograf: Jakob Fuhr
Foto: SOS-Kinderdörfer weltweit Hermann-Gmeiner-Fonds Deutschland e.V.. Fotograf: Jakob Fuhr

19.06.2024

 

(Bethlehem/München/ots) - In einer spektakulären Rettungsaktion war das SOS-Kinderdorf Rafah in Gaza am 11.März 2024 evakuiert worden. Die 68 Kinder, ihre Betreuenden sowie deren Familien gehören zu den wenigen Anwohnern Gazas, die während des Krieges außer Landes gebracht werden konnten. Drei Monate später leben die Kinder zwischen Freude und Schuldgefühlen.

Ola war als Betreuerin bei der Evakuierung dabei. Sie sagt: "Hier gibt es zum Glück keine Gefahren mehr." Im SOS-Kinderdorf Bethlehem haben die Kinder ein vorübergehendes neues Zuhause gefunden. Die Begegnung zwischen den einheimischen Kindern und denen aus Gaza sei von Beginn an harmonisch abgelaufen. Ola sagt: " Es ist bemerkenswert, dass sich unsere Kinder nicht verschließen, nach allem, was sie im Krieg erlebt haben. Ich bin so stolz auf sie, dass sie ihr neues Leben in Bethlehem annehmen und auf andere Menschen zugehen können."

 

 


FIDES-NACHRICHTEN - 20.06.2024

AFRIKA/NIGER - Emanuels langer Weg: 33 Jahre Einsamkeit und Hoffnung

 

Von Mauro Armanino

 

Niamey (Fides) - Im Alter von 17 Jahren verlässt er seinen Heimatbezirk Maryland in Liberia. Wir schreiben das Jahr 2008 und befinden uns in der ersten Amtszeit von Ellen Johson Sirleaf, der ersten weiblichen Präsidentin des durch einen jahrelangen blutigen Bürgerkrieg geteilten Landes. Emanuel verlässt die Hafenstadt Harpour, auch Cape Palmas genannt, um in die benachbarte Elfenbeinküste zu ziehen und sich in Tabou niederzulassen, einer Zufluchtsstadt für Tausende von Liberianern. Nach einigen Jahren findet er sich in Zerekoré in Guinea unter den anderen Tausenden von Flüchtlingen wieder und überlebt dank eines älteren Bruders als informeller Geldwechsler. Freunde und das Surfen im Internet bringen ihn 2012 dazu, nach Algerien weiterzuziehen.

Er will anschließend das Mittelmeer überqueren, das eine Wasserscheide zwischen den beiden Kontinenten darstellt, von denen Emanuel einen gerne seinem Schicksal überlassen würde. In Algerien verdient er genug Geld, um die Überfahrt zu wagen, und durchquert Marokko. Dreimal versucht er, den afrikanischen Kontinent hinter sich zu lassen, und dreimal bringt die marokkanische Küstenwache die Boote zurück an Land. Für die ersten beiden Fahrten hat er 500 Euro ausgegeben, bei der letzten unnötigerweise das Doppelte. Er pendelte zwischen den beiden Ländern Marokko und Algerien, wo er als Hilfsarbeiter arbeitete und genug verdiente, um seine Reisen zu bezahlen.

Wir schreiben das Jahr 2022. Emanuels Leben scheint sich wieder zu normalisieren und er lässt sich für ein Jahr in Algier nieder. Auf der Straße wird er, wie andere Schwarzafrikaner auch, oft "camara" (Begleiter) oder „dog“ (Hund) genannt. Als er ein Geschäft betrat, um Lebensmittel zu kaufen, wurde er von einem Polizisten angehalten. Er wurde verhaftet, ausgeraubt und schließlich nach Tamanrasset deportiert. Dort lebte er mit Hunderten von anderen Migranten, Flüchtlingen oder Asylbewerbern in Abschiebehaft. Nach einigen Wochen wurden sie für den Transport fertig gemacht und dann in die Wüste nahe der Grenze zu Niger geschickt. Eine Woche verbringt er in Assamaka, einer aus dem Nichts erfundenen Migrantenstadt, und danach geht es weiter nach Agadez.

Er verbringt einige Monate in der Migrationsdrehscheibe West- und Zentralafrikas, um auf behelfsmäßigen Wegen in die Hauptstadt Niamey zu gelangen. Seit einigen Wochen lebt er mit Dutzenden von Migranten wie ihm unweit des heutigen Justizministeriums, das es nicht mehr gibt. Emanuel blickt auf 33 Jahre Einsamkeit zurück und hofft, ein letztes Mal doch noch das Meer zu überqueren.

(Fides 20/6/2024)

 

AFRIKA/TSCHAD - Nach Explosion in Munitionsdepot: Offizielle Bilanz spricht von neun Toten und 46 Verletzten

 

N'Djamena (Fides) - "Die offizielle Bilanz spricht von 9 Toten und 46 Verletzten, aber die Opferzahl ist wahrscheinlich viel höher", so eine Beobachter aus N'Djamena, der Hauptstadt des Tschad, wo am Abend des 18. Juni ein großes Waffen- und Munitionslager explodierte, gegenüber Fides.

"Die erste Explosion war so stark, dass die Glasscheiben der Wohnungen in den obersten Stockwerken der Gebäude, die einige Kilometer von der Anlage entfernt sind, zerstört wurden. Es folgten zahlreiche weitere Explosionen, die die Munition in alle Richtungen, bis hin zu den Wohnhäusern der Zivilbevölkerung, schleuderten. Deshalb wird befürchtet, dass die Zahl der Todesopfer höher ist als die von der Regierung angegebene", so der Beobachter.

Unterdessen haben die Behörden eine offizielle Untersuchung eingeleitet, aber es "herrscht die Meinung vor, dass es sich um einen tragischen Unfall handelt, der auf Unachtsamkeit und Fahrlässigkeit seitens derjenigen zurückzuführen ist, die das Arsenal bewachen sollten". "Andererseits", fügt der Beobachter hinzu, "ereignete sich bereits vor einigen Jahren ein ähnlicher Unfall in demselben Militärdepot, und auch damals war von Fahrlässigkeit die Rede.".

Das Waffen- und Munitionsdepot in Goudji, das gemeinhin als "Pulverfaß" bezeichnet wird, ist das Hauptdepot der Armee für schwere Waffen und Munition in N'Djamena. Es befindet sich in der Nähe wichtiger Garnisonen und des Hauptquartiers der Armee, des internationalen Flughafens „Hassan Djamous“ und des Militärstützpunkts „Adji Kosseï“, in dem das französische Kontingent im Tschad untergebracht ist. "Ursprünglich war dies ein relativ unbewohntes Gebiet, aber im Laufe der Jahre, als die Stadt wuchs, war das Depot von zivilen Wohnhäusern umgeben", so der Beobachter weiter. "Die unmittelbare Nähe des internationalen Flughafens stellt ein Problem dar. Glücklicherweise wurde der Flughafen nach der Explosion nur für einige Stunden geschlossen und ist jetzt wieder in Betrieb, aber es wäre ein großes Problem gewesen, wenn er tagelang geschlossen geblieben wäre, denn er ist der Hauptverbindungsweg zum Ausland".

Unterdessen besuchte Präsident Mahamat Idriss Déby Itno den Ort der Explosion und versicherte: "Ich möchte meinen Landsleuten sagen, dass die Situation unter Kontrolle ist und sie ruhig bleiben sollen". Dann fügte er hinzu: "Dies ist nicht das erste Mal, dass Munitionsdepots explodieren. Das sollte uns eine Lehre sein, kein Depot mitten in der Stadt zu bauen".

(L.M.) (Fides 20/6/2024)

 

ASIEN/INDONESIEN - "Durch die Schöpfung gelangen wir zum Schöpfer”: Pflege des gemeinsamen Hauses auf der Insel Flores

 

Ruteng (Fides) - Durch die Förderung des Respekts, des Schutzes und der Liebe zur Schöpfung gelange man in Kontakt mit dem Schöpfer, im Geiste von Franz von Assisi, im Geiste der Enzyklika "Laudato si'", so der Vorsitzende der Kommission für Gerechtigkeit und Frieden der indonesischen Bischofskonferenz und Bischof von Ruteng, Siprianus Hormat, der erklärt, dass die einfache Geste des Pflanzens eines Baumes eine tiefe spirituelle Bedeutung haben kann. Er tat dies bei der Vorstellung des neuen ganzheitlichen ökologischen Pastoralprogramms, das in seiner Diözese auf der Insel Flores, dem "katholischen Kernland" Indonesiens, einer mehrheitlich christlichen Insel in einem mehrheitlich islamischen Archipel, vorgestellt wurde. In der Diözese Ruteng gibt es etwa 90 Prozent Katholiken (851.000) bei einer Gesamtbevölkerung von 950.000.

Das innovative Pastoralrogramm zielt darauf ab, Maßnahmen zur "Pflege des gemeinsamen Hauses" mit den Sakramenten und anderen wichtigen Aktivitäten der Kirche zu verbinden. Bei der Feier der Taufe und der Erstkommunion zum Beispiel erhält jede Familie einen Baum, den sie pflanzen kann, "als Symbol für das Wachstum im Glauben und die persönliche Verantwortung für die Umwelt", erklärt der Bischof.

Ziel des Programms sei es, "eine neue Mentalität des Respekts und der Sorge für die Schöpfung in unseren Gemeinschaften zu entwickeln und eine tiefe Verbindung zwischen dem Glauben und der Sorge für die Umwelt zu fördern", sagt er. Bischof Hormat zufolge trägt das Programm dazu bei, "die Kultur der Verschwendung zu bekämpfen", um die Verwendung von Plastik und Lebensmittelabfällen zu reduzieren.

Dafür setzt sich auch der Franziskanermönch Pater Wilibrodus Andreas Bisa ein. Er gibt Jugendlichen, die die Sakramente empfangen möchte und die Pfarrgemeinde zum Katechismus besuchen, eine Aufgabe: Sie sollen in Gärten oder auf ungenutzten Flächen Bäume pflanzen oder Obst anbauen. "Wir nennen sie sakramentale Bäume", erklärt der Pfarrer der Kirche des heiligen Franz von Assisi in Tentang. "Die Jugendlichen werden zu 'Adoptiveltern' der Bäume, die sie gepflanzt haben, und sind für die laufende Pflege verantwortlich. Die mehr als achttausend Gemeindemitglieder in den sieben Missionsstationen der Diözese Ruteng schätzen die so genannte "transformative Pastoral auf der Grundlage der Ökologie". Jedes Jahr wird den Sakramentenempfängern die Verantwortung für das Pflanzen und die Pflege von Bäumen übertragen, wodurch das ökologische Bewusstsein wächst, das als eine zutiefst spirituelles Empfinden verstanden wird, das "vom Leben des heiligen Franz von Assisi inspiriert ist und die Anregungen von Papst Franziskus aufgreifen will, der stets die Sorge um das gemeinsame Haus betont und die wir in unserem Tun, in konkreten Werken, zum Ausdruck bringen wollen: dies betont auch die Enzyklika ‚Laudato si'‘, die zum kollektiven Handeln aller Gläubigen aufruft, um die Erde als unser gemeinsames Haus zu pflegen".

Dies ist auch die Erfahrung von Pfarrer Robertus Pelita, der in der Diözese Ruteng die Entwicklung alternativer Energien durch Biogas unterstützen will und, nachdem er sich informiert hatte und aktiv geworden war, in nur zwei Jahren Biogas aus der Zersetzung organischer Abfälle erzeugte, das mit Hilfe von aus alten Ölfässern gebauten häuslichen Biogasanlagen in Brennstoff umgewandelt wird. Bei diesem Verfahren werden bei der Zersetzung organischer Stoffe in einer sauerstofffreien Umgebung Gase, hauptsächlich Methan und Kohlendioxid, freigesetzt. Nach seiner Ernennung zum Vorsitzenden der Kommission für sozioökonomische Entwicklung der Diözese begann Pfarrer Pelita damit, katholische Laien in der Diözese (in den Bezirken Manggarai, Ost-Manggarai und West-Manggarai) darin zu schulen, Biogasanlagen in den Gemeinden, Pfarreien oder religiösen Gemeinschaften zu installieren. Die Biogasproduktion verringert so die Abhängigkeit der Katholiken in der Diözese von Brennholz, Paraffin und Erdgas für den Hausgebrauch. Diese Maßnahmen, so der Bischof, seien das Ergebnis des Engagements der Diözese für die Erhaltung der Umwelt, was durch bestehende Aktivitäten wie die Entwicklung des ökologischen Gartenbaus zur Erzeugung von Bio-Obst und -Gemüse bestätigt werde.

Bischof Hormat sprach auch über den geplanten Bau eines geothermischen Kraftwerks im Gebiet der Diözese in West Manggarai. Die Kirche, so der Bischof, unterstütze diese Art der Energieerzeugung, allerdings "mit einer vorsichtigen Handhabung": "Der Respekt vor den lokalen Bräuchen ist von grundlegender Bedeutung, insbesondere in Manggarai, wo die lokalen Traditionen und das Wohlergehen der Gemeinschaft an erster Stelle stehen: Es muss sichergestellt werden, dass geothermische Projekte diese Bräuche nicht stören und sich positiv auf die lokale Bevölkerung auswirken".

Im Oktober 2023 beschloss die Weltbank, die zuvor über die indonesische Regierung an der Finanzierung des Projekts beteiligt war, aufgrund des wachsenden Widerstands der Anwohner, die Finanzierung des Projekts einzustellen. Das Energieprojekt ist Teil des nationalen Strategieplans der indonesischen Regierung zur Erzeugung von 35 Megawatt geothermischer Energie an 17 Standorten auf dem Archipel.

(PA) (Fides 20/6/2024)

 

AFRIKA/SENEGAL - Bischof von Ziguinchor ernannt

 

Vatikanstadt (Fides) – Papst Franzikus hat den bisherigen Vizerektor des Priesterseminars “Notre Dame“ in Brin und Vikar der Pfarrei vom Guten Hirten in Enampore, Pfarrer Jean Baptiste Valter Manga aus dem Klerus von Ziguinchor zum Bischof von Ziguinchor (Senegal) ernannt.

Bischof Jean Baptiste Valter Manga aus der Diözese Ziguinchor wurde am 18. Juni 1972 in Oussouye (Senegal) geboren. Nach dem Studium der Philosophie am Philosophischen Seminar in Brin (1993-1995) studierte er Theologie am Großen Seminar in Sébikhotane (1995-2000). Er erwarb 2009 ein kanonisches Lizentiat in Bibeltheologie am „College des Bernardins“ (Paris) und 2015 einen Doktortitel in Ethnologie und Anthropologie an der „Ecole des Hautes Études en Sciences Sociales“ (EHESS) in Paris. Am 20. Dezember 2000 wurde er zum Priester geweiht.

Danach hatte er folgende Ämter inne: Lehrer für Mathematik und Naturwissenschaften am Kleinen Seminar von Ziguinchor und Leiter der Berufungskommission (2000-2006); Pfarrer der Pfarrei St. Benedikt in Nema (2015-2021); Dozent am Großen Seminar von Brin und an der „Assane Seck“-Universität in Ziguinchor (2015 bis heute); Vikar der Pfarrei Nyassia (2021-2023); Generalsekretär des Gesamtpastoralamts der Diözese und Leiter der Priesterfortbildung (2021 bis heute); seit 2023 Vizerektor des Priesterseminars „Notre Dame“ in Brin und Vikar der Pfarrei Guter Hirte in Enampore.

 

(EG) (Fides 20/06/2024)


FIDES-NACHRICHTEN - 19.06.2024

AFRIKA/TSCHAD - Explosion im größten Waffenlager der Hauptstadt: Zahl der Opfer noch unbekannt

 

N'Djamena (Fides) - "Wir wurden gestern Abend gegen 23 Uhr von einer gewaltigen Explosion geweckt", berichtet ein Beobachter aus kirchlichen Kreisen in N'Djamena, der Hauptstadt des Tschad, gegenüber Fides. "Auf die erste laute Explosion folgten eine Reihe weiterer, weniger lauter Explosionen und ein großes Feuer, das noch aus mehreren Kilometern Entfernung zu sehen war.

Das Waffenlager in Goudji, unweit des Flughafens der Hauptstadt, das der Direction de la Réserve stratégique (DGRS) gehört, einer Eliteeinheit der Armee, die für die Verwaltung der Munitionsreserven zuständig ist.

„Die Behörden haben noch keine Zahl der Toten bekannt gegeben, aber es gibt sicherlich Tote und Verletzte", vermutet der Beobachter. Präsident Mahamat Deby Itno postete eine Nachricht auf Facebook, in der er mitteilte, dass es bei einem Brand im Munitionsdepot des strategischen Reservelagers Tote und Sachschäden gegeben habe, ohne weitere Einzelheiten zu nennen, und schloss mit den Worten: "Friede den Seelen der Opfer, aufrichtiges Beileid den Hinterbliebenen und baldige Genesung den Verletzten“.

"Im Moment gibt es noch keine offizielle Erklärung über die Ursache der Explosion. Unserer Meinung nach könnte es sich um einen Unfall handeln, wie er sich vor einigen Jahren in einem Munitionsdepot ereignet hat", sagt der Beobachter.

Bei der Hauptexplosion, auf die mindestens zwei Stunden lang weitere Explosionen folgten, wurden mehrere Haubitzen und nicht explodierte Artilleriegranaten in die angrenzenden Gebiete geschleudert, die eine Gefahr für die Zivilbevölkerung darstellten, die von den Behörden aufgefordert wurde, die Geräte nicht zu berühren. Einige dieser Granaten trafen Berichten zufolge auch Häuser.

Das Arsenal in Goudji, das gemeinhin als "Pulverfaß" bezeichnet wird, ist das Hauptlager der Armee für schwere Waffen und Munition in N'Djamena. Es befindet sich in der Nähe wichtiger Garnisonen und des Hauptquartiers der Armee, des internationalen Flughafens „Hassan Djamous“ und der Militärbasis „Adji Kosseï“, in der das französische Kontingent im Tschad untergebracht ist.

Vor kurzem wurde im Tschad Präsident Mahamat Deby Itno im Mai (vgl. Fides 10/5/2024) im Amt bestätigt. Der Wiederwahl war die Ermordung von Oppositionsführer Yaya Dillo voraus gegangen (siehe Fides 5/3/2024). Der Tschad, der französische Truppen und US-Spezialeinheiten beherbergt, hat sich in letzter Zeit an Russland angenähert. Die Regierung in N'Djamena wird auch beschuldigt, die sudanesischen „Rapid Support Forces“ (RSF) in ihrem Konflikt gegen die reguläre Armee in Khartum zu unterstützen.

(L.M.) (Fides 19/6/2024)

 

ASIEN/CHINA - Neue Kirche im Bezirk Xilin Gol eingeweiht: „Wir müssen einen geistlichen Tempel in unseren Herzen bauen"

 

Xilin Gol (Fides) - "Wir haben heute ein Gotteshaus eingeweiht, aber wir müssen auch einen geistlichen Tempel in unseren Herzen bauen", so der Erzbischof von Hohhot, Paul Meng Qinglu, in der chinesischen Provinz Innere Mongolei, in seiner Ansprache an alle Anwesenden bei der Einweihung einer neuen Kirche im Bezirk Xilin Gol, die dem heiligen Antonius von Padua geweiht ist. Mehr als 400 Gläubige nahmen an der feierlichen Eucharistiefeier am Fest des Heiligen teil, die von etwa 20 Priestern konzelebriert wurde und an der auch 17 Ordensschwestern teilnahmen.

Bischof Meng weihte den neuen Altar, die Monstranz, den Ambo und den Kelch. In seiner Predigt forderte der Bischof alle auf, für das Geschenk der Taufe zu danken, das "unser Herz zu einem Tempel Gottes, zu einer Wohnung für den Heiligen Geist" gemacht hat.

Der Gemeindepfarrer Peter Ren Zhongxun betonte: "Die Kirche ist klein, aber einladend und gesegnet. Der Herr Jesus ist hier, der Heilige Geist ist hier. Dank der Großzügigkeit und der Hilfe aller - jedes Bruders und jeder Schwester, des Bischofs, jedes Priesters und jeder Ordensfrau - konnten wir dieses Ergebnis erreichen: ein Gotteshaus in der Steppe des Bezirks Xilin Gol".

Die alte Kirche wurde im Jahr 2023 als baufälliges Gebäude eingestuft. Seitdem haben sich Pfarrer Peter Ren und die Gemeindemitglieder bemüht, die Mittel für den Kauf eines Gebäudes aufzubringen und es in eine Kirche umzubauen. Das neue Gotteshaus hat eine Fläche von über 300 Quadratmetern. Und die Gemeinde ist durch diese Erfahrung in der Gemeinschaft und gegenseitigen Nächstenliebe gewachsen.

Der Bezirk Xilin Gol gehörte zur Mission der Scheut-Missionare (Kongregation vom Unbefleckten Herzen Mariens, CICM). Erst vor kurzem besuchte ab dem 10. Juni auch der emeritierte Erzbischof von Malines-Brüssel und Präsident der Ferdinand-Verbiest-Stiftung von Löwen, Kardinal Jozef De Kesel, zusammen mit Pater Charles Phukuta, Generaloberer der Scheut-Missionare, und anderen Missionaren, darunter der 92-jährige Jeroom Heyndrickx, die Innere Mongolei (vgl. Fides 12/6/2024).

Im Bezirk Xilin Gol gibt es derzeit etwa 40.000 Katholiken. In letzter Zeit ist die Zahl der Getauften stark angestiegen, auch dank des missionarischen Engagements der örtlichen Gemeinschaft. Für Laien werden häufig Fortbildungskurse zu Themen wie Liturgie, Heilige Schrift, Evangelisierungsauftrag der Schwestern und das vom Zweiten Vatikanischen Konzil besonders hervorgehoben allgemeine Priestertum aller Getauften angeboten.

(NZ) (Fides 19/6/2024)

 

ASIEN/KUWAIT - Indische Auslandsgemeinde in Salmiya begrüßt die Reliquie des heiligen Arethas

 

Salmiya (Fides) - "Es war eines der schönsten Ereignisse in der Kirche von Salmiya, an dem alle Glaubensgemeinschaften beteiligt waren", so ein Gemeindemitglied der Kirche der heiligen Thérèse vom Kinde Jesus im Herzen der indischen Auslandsgemeinde von Salmiya (Kuwait) gegenüber Fides. Alvira, so der Name, bezieht sich auf die Feier der Ankunft der Reliquie des heiligen der Heiligen Arethas, der zusammen mit anderen Märtyrern 523 n. Chr. auf der arabischen Halbinsel den Märtyrertod starb, in der Gemeinde.

"Wir haben das Privileg, die Reliquien des heiligen Arethas bei uns zu haben, und es ist ein Moment der Gnade, den Heiligen ehren zu dürfen", erklärte der Pfarrer der Pfarrei St. Thérèse, Savio D'Souza, der zusammen mit dem Pfarrer der Pfarrei „Unsere Liebe Frau von Arabien“ in Ahmadi, Pater Roswin Pires (ofmCap), und dem Verantaltungskomitee unter der Leitung von Pater Johnson Nedumpurath die heilige Reliquie in Empfang nahmen, die in der Kirche zur Verehrung ausgestellt bleiben wird.

Im Beisein von fünfhundert Gemeindemitgliedern und allen Verbänden und Gruppen der Pfarrei wurde die Zeremonie mit einer Prozession eingeleitet, die von den „Rosary Girls“ angeführt wurde, gefolgt von den Ministeranten und allen konzelebrierenden Priestern.

"Es war ein besonders intensiver Moment, 45 Kinder zu sehen, die zu Ehren des heiligen Arethas an der Prozession teilnahmen. Pater Savio trug die Reliquie und legte sie auf den Altar, wo er das Gebet zur Begrüßung sprach. Mit besonderen Anliegen wurde der gemeinsam der Rosenkranz gebetet, gefolgt von der Novene zu Maria, der Helferin der Christen“, so Alvira.

Die Reliquie des heiligen Arethas wurde dem Apostolischen Vikariat von Nordarabien, zu dem die Pfarrei von Salmiya gehört, vom Patriarchen von Konstantinopel Bartholomäus geschenkt. Am Sonntag, den 10. Dezember 2023, feierte der Apostolische Vikar von Nordarabien, Bischof Aldo Berardi (osst), in Anwesenheit von mehr als tausend Gläubigen (vgl. Fides 11/12/2023) das Fest der Einweihung der Kathedrale Unserer Lieben Frau von Arabien in Awali, Bahrain, mit der Übergabe der Reliquien, darunter auch die des heiligen Arethas.

(AP) (Fides 19/6/2024)

 

ASIEN/SÜDKOREA - Spannungen zwischen Nord- und Südkorea: Katholiken beten für Versöhnung und nationale Einheit

 

Seoul (Fides) - Seit 1965 begeht die koreanische Kirche am 25. Juni den Tag des Gebets für Versöhnung und nationale Einheit. Es ist ein besonderer Moment, in dem sich die gesamte koreanische katholische Glaubensgemeinschaft in besonderer Weise im Gebet versammelt, um echten Frieden zwischen Nord- und Südkorea zu erflehen und für Versöhnung und nationale Einheit zu beten.

Dieser Tag ist umso wichtiger und zeitgemäßer, als die Beziehungen zwischen Nord- und Südkorea derzeit so weit von Frieden und Versöhnung entfernt sind wie nie zuvor. Alle Kanäle des Dialogs sind verschlossen, und das Militärabkommen vom 19. September 2018, das versehentliche Zusammenstöße verhindern sollte, wurde von der Regierung in Seoul teilweise ausgesetzt. Dieses Abkommen zielte darauf ab, die Spannungen entlang der innerkoreanischen Grenze durch die Beseitigung von Antipersonenminen, Wachposten, Waffen und Personal auf beiden Seiten der Grenze sowie durch die Einrichtung gemeinsamer militärischer Pufferzonen zu verringern. Die Regierung in Seoul stellt fest, dass Nordkorea weiterhin Raketentests und Militärübungen durchführt und erklärt hat, dass es die innerkoreanischen Beziehungen als die zwischen "zwei feindlichen, kriegführenden Ländern" betrachtet, und erinnert daran, dass der Koreakrieg (1950-1953) mit einem Waffenstillstand und nicht mit einem Friedensvertrag endete.

Die jüngsten "Zwischenfälle" an der Grenze haben in den internationalen Medien für Aufsehen gesorgt: Südkorea erklärte, nordkoreanische Soldaten hätten - wenn auch versehentlich - die Grenze überschritten, als sie in der "entmilitarisierten Zone", dem stark befestigten Streifen Land, der den Norden vom Süden trennt, Befestigungsanlagen bauten; dies war der zweite Zwischenfall innerhalb von zwei Wochen. Die südkoreanische Armee gab über einen Lautsprecher Warnschüsse ab. Es wird behauptet, Nordkorea habe eine große Anzahl von Truppen in die "entmilitarisierte Zone" entsandt, um den Bau neuer Befestigungen oder das Verlegen von Landminen zu verhindern.

Die Spannungen zwischen Nord- und Südkorea haben auch eine ungewöhnliche Wendung genommen, nämlich die einer Art "psychologischer Kriegsführung". Von den Medien veröffentlichte Fotos zeigen aufgeblasene Ballons, die von Pjöngjang aus gestartet wurden und nach der Landung eine Mischung aus Müll und Dung mit sich führen. Die südkoreanischen Behörden haben die Bewohner der Grenzgebiete gewarnt und sie aufgefordert, den Kontakt mit diesen Objekten zu vermeiden. Derartige Würfe seien nicht nur ein Verstoß gegen den Anstand, sondern auch eine klare Missachtung internationaler Vorschriften, so die südkoreanischen Behörden, die solche Handlungen als "unmenschlich und vulgär" anprangerten. Nordkorea erklärte, diese Aktionen seien eine direkte Reaktion auf die von Südkorea über die Grenze geworfenen antinordkoreanischen Flugblätter. Die Flugblätter und Lautsprecheransprachen enthalten Botschaften, die das nordkoreanische Regime kritisieren und die Bürger im Norden zum Widerspruch auffordern. In dieser Situation betont die südkoreanische Regierung ihre militärische Macht im Stil des "Kalten Krieges" an entgegengesetzten Fronten (Nordkorea, China und Russland auf der einen Seite, Südkorea, die USA und Japan auf der anderen).

"Was können wir tun, jetzt, wo die innerkoreanischen Beziehungen am Rande des Zusammenbruchs stehen?", fragt sich Bischof Simon Kim Jong-gang, Vorsitzender des Nationalen Versöhnungskomitees der koreanischen Bischofskonferenz. „Was wir tun können, ist unsere eigene Umkehr", wiederholt er. Es gehe darum, "darüber nachzudenken, ob wir unsere Brüder in Nordkorea in diesen Jahren der Teilung wirklich als 'Landsleute' behandelt haben. Wir müssen unseren neuen Weg mit einem demütigen Herzen und einem Geist der aufrichtigen Umkehr beginnen. Denn wahre Einheit kann nur dann erreicht werden, wenn wir uns bemühen, uns selbst zu ändern, indem wir andere willkommen heißen und ihnen mit Verständnis begegnen".

In diesem Sinne haben die Gläubigen in Südkorea eine besondere Novene zur Vorbereitung auf den Gebetstag für nationale Versöhnung und Einheit begonnen, der auch die Veranstaltung zweier Symposien umfasst. Die Gebetsnovene, die am 17. Juni begonnen hat, dauert bis zum 25. Juni in allen Pfarreien des Landes an, wobei jede Gemeinde vor und nach jeder Messe das gleiche „Gebet für Versöhnung und nationale Einheit" betet, das von der Bischofskonferenz veröffentlicht wird. Morgen, am 20. Juni, findet im Auditorium des Seouler Kathedralkomplexes ein Symposium zum Thema "Die katholische Kirche und die Friedenserziehung" statt. Professorin Julia Kim Nam-hee von der Katholischen Universität Korea wird über "Katholische Bürgererziehung und Frieden" sprechen, während die Wissenschaftlerin Beatrice Seo-jeong Son über "Jugend und Friedenserziehung" referieren wird. Eine weitere Konferenz mit dem Titel "Der Weg der Gläubigen zum Frieden auf der koreanischen Halbinsel", die von der Erzdiözese Seoul organisiert wird, findet am 25. Juni statt und soll die Bereitschaft der katholischen Laien zum Ausdruck bringen, für die Verbesserung der innerkoreanischen Beziehungen einzutreten.

Bischof Simon Kim Joo-young sagte: "Ich bin besorgt, weil wir die Hoffnung, dass Konflikte durch Dialog und Zusammenarbeit gelöst werden können, fast verschwinden sehen, denn es scheint, dass nur die Sicherheit durch den Einsatz militärischer Gewalt im Vordergrund steht". In einer sehr schwierigen Situation "müssen wir Gott um Hilfe bitten, und die Laien müssen die Initiative ergreifen", um den Dialog und den Frieden wieder in Gang zu bringen, hoffte er. Ahn Jae-hong, Präsident der „Korea Catholic Lay Apostolate Association“, sagt in diesem Zusammenhang: "Als Katholik kann ich nicht akzeptieren, dass man nur auf 'Frieden durch Gewalt' besteht, während die Schrecken des Krieges zwischen der Ukraine und Russland und des Krieges zwischen Israel und Hamas für alle sichtbar sind. Wir werden unsere Stimme erheben, um eine Verbesserung der Beziehungen zu fordern und uns dafür einzusetzen".

Im Jahr 2024, dem 74. Jahrestag des Ausbruchs des Koreakrieges, der zur Verfestigung der Teilung der koreanischen Halbinsel führte, scheinen die innerkoreanischen Beziehungen auf dem Tiefpunkt zu sein, aber das koreanische Volk vergisst nicht, dass es "ein Volk" ist, und erinnert an die vergangenen 70 Jahre des Dialogs, der Zusammenarbeit und der Koexistenz.

(PA) (Fides 19/6/2024)

 

ASIEN/LIBANON - Medien berichten über den bevorstehenden Besuch von Kardinalstaatssekretär Parolin

 

Beirut (Fides) – Als pastoralen Besuch in einem Land, das von einer stagnierenden institutionellen und wirtschaftlichen Krise gezeichnet ist und von der wachsenden Gefahr einer Ausweitung des Konflikts, der den Nahen Osten zerreißt, bedroht wird, beschreiben die libanesischen Medien die Nachricht vom bevorstehenden Besuch von Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin im Land.

Wie libanesische Fernsehsender und Zeitungen, allen voran die Tageszeitung an „Nahar“ berichten, beginnt der Besuch am Sonntag, den 23. Juni, und wird voraussichtlich bis Donnerstag, den 27. Juni, dauern. Aus dem Bericht geht hervor, dass der Kardinalstaatssekretär in den Libanon reist, um an der Universität Saint-Joseph einer eucharistischen Liturgie anlässlich der Vorstellung eines vom Malteserorden geförderten Landwirtschaftsprojekts vorzustehen, das wirtschaftliche Entwicklung und Ernährungssicherheit miteinander verbinden soll. Gleichzeitig wird Kardinal Parolin nach Angaben libanesischer Medien auch mit führenden Vertretern der libanesischen Kirche - allen voran dem maronitischen Patriarchen Bechara Boutros Rai - und Vertretern politischer Institutionen wie dem Interims-Premierminister Najib Mikati und dem Präsidenten des Repräsentantenhauses Nabih Berri zusammentreffen.

In den libanesischen Medien finden sich auch Kommentare, die an das Interesse erinnert, mit der der Heilige Stuhl die Ereignisse und Schwierigkeiten im Libanon stets betrachtet hat, mit dem Ziel, den Pluralismus und die Koexistenz zwischen den verschiedenen konfessionellen Komponenten als charakteristisches Merkmal der nationalen Identität zu bewahren. Verschiedene Analysen unterstreichen die Bedeutung des Besuchs des Kardinalstaatssekretärs, indem sie ihn mit dem kritischen Moment voller Ungewissheiten in Verbindung bringen, den der Libanon derzeit erlebt.

In den letzten Tagen hat US-Präsident Joe Biden seinen Abgesandten Amos Hochstein nach Israel und Beirut geschickt, um eine dringende Beruhigung des Konflikts zwischen der Armee des jüdischen Staates und den Milizen der libanesischen Schiitenpartei Hisbollah herbeizuführen, damit es nicht zu einem offenen Krieg kommt. Die Hisbollah ihrerseits hat kürzlich Bilder veröffentlicht, die sie als Aufnahmen ihrer eigenen Drohne ausgibt, die die große israelische Hafenstadt Haifa überflogen hat.

Seit Ende Oktober 2022 hat der Libanon keinen Präsidenten mehr. Nach dem Ende der Amtszeit von Michel Aoun haben die parteiübergreifenden Vetos der Parteien stets eine Einigung auf einen Kandidaten für das Amt verhindert, das im libanesischen institutionellen System einem maronitischen Christen vorbehalten ist.

(GV) (Fides 19/6/2024)

 

EUROPA/DEUTSCHLAND - Präsident der Päpstlichen Missionswerke in Aachen im Amt bestätigt

 

Vatikanstadt (Fides) – Kardinal Luis Antonio G. Tagle, Propräfekt des Dikasteriums für die Evangelisierung, hat am 14. Mai 2024 Pfarrer Dirk Bingener für weitere fünf Jahre (2023-2028) im Amt als Präsident der Päpstlichen Missionswerke in Aachen bestätigt.

(EG) (Fides 19/06/2024)

 

AFRIKA/ÄTHIOPIEN - Apostolischer Vikar von Soddo ernannt

 

Vatikanstadt (Fides) – Papst Franziskus hat den bisherigen Provinzvikar von Kidane Meheret der Kapuziner in Äthiopien, Guardano der Gemeinschaft in Konto, Direktor des „Pascal Technical and Vocational Training Institute“ und Koordinator der Pastoralarbeit des Apostlischen Vikariats Soddo, P. Dejene Hidoto Gamo (ofmCap) zum Apostolischen Vikar von Soddo (Äthiopia).

P. Dejene Hidoto Gamo (ofmCap) wurde am 21. März 1972 in Sibaye (Soddo) geboren. Er hat einen Bachelor-Abschluss in Soziologie von der Universität Addis Abeba und einen Master of Arts in Ethik von der „St. Paul University“ in Ottawa (Kanada). 1998 legte er die ewigen Gelübde ab und wurde nach Abschluss seines Studiums und seiner Ausbildung am Institut für Philosophie und Theologie der Kapuziner in Addis Abeba am 9. Juli 2000 in Addis Abeba zum Priester geweiht.

Nach seiner Priesterweihe hatte er folgende Ämter inne: Pfarrer der Gemeinde „Our Lady of Lourdes“ in Dubbo (Wolaita) (2000-2006); Sozialdirektor, stellvertretender Kaplan der englischsprachigen internationalen Gemeinschaft und Guardian der Bruderschaft des Heiligen Erlösers in Addis Abeba (2006-2009); Guardian der Bruderschaft des Heiligen Erlösers (2009-2012); Direktor des „Abba Pascal Technical and Vocational Training Institute“in Soddo (2012-2012 und von 2016 bis heute); seit 2023 Pastoralkoordinator des Apostolischen Vikariats von Soddo. Derzeit ist er Provinzialvikar von Kidane Meheret der Kapuziner in Äthiopien und Guardian der Gemeinschaft von Konto.

 

(EG) (Fides 19/06/2024)


DR Kongo: Auf der Flucht von sexualisierter Gewalt betroffen

Straflosigkeit und fehlende Sicherheit begünstigen Übergriffe

 

Sexualisierte Gewalt in Konflikten * DR Kongo * Weltflüchtlingstag

 

19.06.2024

 

(Berlin/dwd) - Sexualisierte Gewalt vor allem gegen Mädchen und Frauen ist eine Waffe in zahlreichen bewaffneten Konflikten weltweit, die auch im Osten der Demokratischen Republik Kongo eingesetzt wird. „Eine der schlimmsten Formen von Gewalt löst entweder Flucht aus oder betrifft viele Flüchtende genau dann, wenn sie am wehrlosesten sind. Die betroffenen brauchen dringend mehr Schutz“, sagt Charlotte Greene, Leiterin des Regionalbüros der Diakonie Katastrophenhilfe. 

 

Rund vier Millionen Menschen sind laut UN-Angaben seit Oktober 2022 im Osten der DR Kongo vor allem aus ländlichen Regionen vertrieben worden. Nach Kämpfen zwischen der Rebellengruppe M23 und dem kongolesischen Militär haben in den vergangenen Monaten eine halbe Million Menschen allein in Goma, der Provinzhauptstadt von Nord-Kivu, Zuflucht gesucht. „Während bewaffneter Zusammenstöße und den anschließenden Vertreibungen steigen Fälle von sexualisierter Gewalt an. Sie dient Kämpfern entweder als Waffe im Krieg oder sie wird willkürlich zu ihrer Befriedigung eingesetzt“, berichten Vertreterinnen eines Netzwerks von Frauenorganisationen, welches die Diakonie Katastrophenhilfe unterstützt.

 

Laut Daten von Hilfsorganisationen mussten 2023 in dem zentralafrikanischen Land mehr als 120.000 Fälle von geschlechtsbasierter Gewalt behandelt werden, die vor allem Kinder, junge Mädchen und Frauen betrifft. Gewalt in Form von sexueller Belästigung bis hin zu Gruppenvergewaltigungen macht dabei den größten Anteil dieser Gewaltform aus. Das Frauennetzwerk kritisiert, dass aufgrund des Konflikts verstärkt bewaffnete Reservisten innerhalb von Dorfgemeinden und Vertriebenensiedlungen eingesetzt werden, um die Kontrolle auszuüben. Sie seien jedoch für einen Anstieg der Fallzahlen verantwortlich, da es sich dabei um untrainierte Reservisten handelt, die die Regeln des Völkerrechts nicht kennen und zum Teil nicht für ihre Dienste bezahlt werden. Hinzu kämen andere Kriminelle, die ebenfalls Macht in Gemeinden ausüben und für sexuelle Übergriffe verantwortlich seien.

 

Neben physischen Verletzungen und Traumata sind Überlebende der Gewalt von weitreichenden Folgen wie Geschlechtskrankheiten oder ungewollten Schwangerschaften betroffen. Ausreichend Schutz und Gerechtigkeit bleibt ihnen danach verwehrt. „Eine Anklage und juristische Aufarbeitung scheitert an der materiellen Armut der Betroffenen. Weit entfernte Gerichtstermine können sie nicht wahrnehmen, weil sie die Fahrtkosten nicht aufbringen. Eine Vielzahl von Fällen wird schlichtweg eingestellt“, sagt Charlotte Greene. Zusätzlich seien Betroffene in vielen Fällen gezwungen, ihre Heimat zu verlassen, weil sie von ihrer Gemeinde stigmatisiert und ausgeschlossen wurden oder Angst vor weiteren Übergriffen haben. „Mit unserer Partnerorganisation können wir die Menschen über die Risiken und Schritte nach erlebter Gewalt aufklären und unterstützen. Das hilft durchaus, aber um die Menschen wirklich zu schützen und angemessen zu unterstützen, braucht es mehr Hilfsangebote und echte Sicherheit, die es seit Jahrzehnten in der DR Kongo nicht gibt“, sagt Greene.

 

Seit fast 30 Jahren machen sich Dutzende bewaffnete Gruppen die Kontrolle über riesige rohstoffreiche Gebiete im Osten der DR Kongo streitig. Wiederholt drohte die derzeit einflussreichste Rebellengruppe M23 mit der Einnahme der Millionenstadt Goma. Dort kam es in den vergangenen Monaten mehrfach zum Beschuss von Flüchtlingssiedlungen. Rund 26 Millionen der rund 114 Millionen Einwohner der DR Kongo sind auf humanitäre Hilfe angewiesen. 7,2 Millionen Menschen sind aufgrund des Konflikts intern vertrieben, während 1,1 Millionen Menschen Schutz in Nachbarländern gesucht haben.

 

Die Diakonie Katastrophenhilfe bittet um Spenden:

Diakonie Katastrophenhilfe, Berlin

Evangelische Bank

IBAN: DE68 5206 0410 0000 5025 02

BIC: GENODEF1EK1

Stichwort: Nothilfe DR Kongo

Online unter: www.diakonie-katastrophenhilfe.de/spenden/

 

 


Rettung vor Tod und Zerstörung

SOS-KINDERDÖRFER BRINGEN KINDER UND FAMILIEN AUS CHARKIW IN DIE WESTUKRAINE

Foto: SOS-Kinderdörfer weltweit Hermann-Gmeiner-Fonds Deutschland e.V.. Fotograf:Katerina Ilievska
Foto: SOS-Kinderdörfer weltweit Hermann-Gmeiner-Fonds Deutschland e.V.. Fotograf:Katerina Ilievska

18.06.2024

 

(Kiew/München/ots) - Aufgrund der Eskalation der Gewalt und dem Dauerbeschuss in der Provinz Charkiw haben die SOS-Kinderdörfer über 200 Kinder und Erwachsene aus dem Kriegsgebiet evakuiert und in die Westukraine gebracht. Der ukrainische Staat hatte die Evakuierung angeordnet und unter anderem die SOS-Kinderdörfer um Unterstützung gebeten. Boris Breyer, Pressesprecher der Hilfsorganisation, sagt: "Wir sind froh, dass wir vielen Kindern helfen und Leben retten konnten, aber gleichzeitig sind wir in großer Sorge: Viele Dörfer und Städte in der Region sind dem Erdboden gleichgemacht, erneut sind Kinder getötet oder verletzt worden. Es ist schockierend: Die Zahlen steigen an."

 

 


Panama: Kirche verstärkt Sorge für Flüchtlinge im Darién-Dschungel

Erzbischof José Domingo Ulloa Mendieta aus Panama-Stadt bei einem Besuch im Darién-Dschungel im Frühjahr 2024. © Kirche in Not
Erzbischof José Domingo Ulloa Mendieta aus Panama-Stadt bei einem Besuch im Darién-Dschungel im Frühjahr 2024. © Kirche in Not

17.06.2024

 

(München/acn) - Die Bischöfe von Panama, Kolumbien und Costa Rica haben sich darauf verständigt, die Seelsorge und humanitäre Betreuung von Flüchtlingen im Darién-Dschungel zu verstärken. Das betonte Erzbischof José Domingo Ulloa Mendieta aus Panama-Stadt bei einem Besuch in der internationalen Zentrale von „Kirche in Not“ (ACN) in Königstein im Taunus.

 

Der Darién-Dschungel (auch „Darién Gap“) ist ein Urwaldgebiet an der Grenze zwischen Kolumbien und Panama. Jährlich durchqueren hunderttausende Menschen das unwegsame Gelände Richtung Norden, um vorrangig in die Vereinigten Staaten zu gelangen. Der direkte Weg durch unwegsames Gelände ist circa 100 Kilometer lang.

 

 

„In Anbetracht der zunehmenden humanitären Krise, der Todesgefahren und der extremen Verwundbarkeit, der die Migranten ausgesetzt sind, möchten wir unsere Stimme erheben“, sagte der Erzbischof. Der Darién Gap gilt als eine der gefährlichsten Fluchtrouten Lateinamerikas, wird aber immer mehr genutzt: Beobachter schätzen, dass dieses Jahr die Millionen-Marke erreicht werden könnte.


FIDES-NACHRICHTEN - 18.06.2024

AFRIKA/NIGERIA - Erneut Priester entführt

 

Abuja (Fides) - Ein weiterer Priester ist in Nigeria entführt worden. Pater Christian Ike, Pfarrer der Gemeinde St. Mathew’s in Ajalli (Orumba North Local Government Area im südlichen Bundesstaat Anambra), wurde zusammen mit einer weiteren Person am Morgen des 16. Juni entführt.

Dies teilte die Diözese Ekwulobia in einer Erklärung mit. "Liebe Brüder und Schwestern, bitte beten Sie für die Freilassung von Pfarrer Christian Ike und Herrn Ogbonnia Aneke, die heute Morgen gegen 9.45 Uhr entführt wurden, als sie von der Messe an einem Vorort der Pfarrei St. Matthew's in Ajalli zurückkehrten", heißt es in einer Erklärung des Kanzlers der Diözese, Pfarrer Lawrence Nwankwo, vom 16. Juni.

Laut der polizeilichen Rekonstruktion, die sich auf den Bericht eines Augenzeugen stützt, waren der Priester und einige andere Personen auf dem Rückweg von der St. Michael's-Kirche, wo sie den Morgengottesdienst gefeiert hatten. "Als sie an der Kreuzung nach Amagu ankamen, wurde ihr Fahrzeug von bewaffneten Männern angehalten, die mit drei Fahrzeugen kamen. Während zwei Personen entkommen konnten, nahmen die Angreifer den Priester und eine weitere Person mit und entwendeten auch einige persönliche Gegenstände der Fahrzeuginsassen".

Im Mai wurden in Nigeria mindestens zwei weitere Priester entführt und nach einigen Tagen wieder freigelassen wurden, während im Juni im Bundesstaat Kaduna Pfarrer Gabriel Ukeh entführt und wieder freigelassen wurde.

Die Diözese Ekwulobia, in der Pater Christian Ike lebt und arbeitet, wird von Kardinal Peter Ebere Okpaleke geleitet.

(L.M.) (Fides 18/6/2024)

 

AFRIKA/SUDAN - Wahllose Bombenangriffe auf Krankenhäuser und Flüchtlingslager in Nord-Darfur

 

Al-Fashir (Fides) - Patienten und Mitarbeiter des „Southern Hospital“ in Al-Fashir in der Region Darfur, im Nordwesten des Sudan, wurden von den „Rapid Support Forces“ (RSF) verwundet und erschossen. Die Rebellen griffen auch das nahe gelegene Camp der Binnenvertriebenen Abu Shouk an und töteten dabei auch mehrere Kinder. Der wahllose Beschuss der Wohnviertel der Stadt geht weiter, das Flüchtlingscamp steht seit mehreren Wochen unter Beschuss, und es gibt immer mehr Tote und Verletzte.

Örtlichen Quellen zufolge befinden sich unter den Verwundeten im Krankenhaus auch der Direktor selbst und der Leiter der Notaufnahme. Aufgrund seiner logistischen Bedeutung ist das Krankenhaus immer wieder Schauplatz von Angriffen der Kriegsparteien gewesen. In der vergangenen Woche hatte es deshalb bereits mehrere Versuche gegeben, Patienten aus dem „Southern Hospital“ zu evakuieren, da es in dem Gebiet zu Zusammenstößen zwischen der RSF und den sudanesischen Streitkräften gekommen war. Am Donnerstag, den 13. Juni, schlugen mehr als 30 Raketen in der Hauptstadt ein. Auch die „El Faki Mohamed Saeed“-Moschee östlich des Krankenhauses von Igra wurde schwer beschädigt.

Die Stadt El Fasher, in der rund 1,5 Millionen Menschen leben, darunter etwa 800.000 Vertriebene, ist die letzte der fünf Hauptstädte im Bundesstaat Darfur, die nicht von der RSF kontrolliert wird. Die Einwohner befürchten, dass die vollständige Kontrolle der Stadt durch die Rebellen der RSF einen Konflikt zwischen den arabischen Stämmen, die die RSF unterstützen, und dem Stamm der Zaghawa auslösen wird, aus dem die meisten der in Nord-Darfur aktiven Rebellen stammen.

Berichten zufolge haben sich die Führer der Zaghawa an den tschadischen Präsidenten Mahamet Deby (ebenfalls ein Zaghawa) gewandt und ihn gebeten, einzugreifen, um ein "katastrophales Blutbad" in der Region zu verhindern.

Die internationale Gemeinschaft hat wiederholt an die Kriegsparteien appelliert, die Gewalt zu deeskalieren und den freien Zugang für humanitäre Hilfe wiederherzustellen, bisher jedoch ohne Erfolg.

Die Kämpfe haben zu Massenvertreibungen geführt. Schätzungsweise 85 Prozent der Bevölkerung verließen die nördlichen Bezirke und zogen in sicherere Gebiete im Süden von El Fasher oder flohen nach Mellit, 60 km von der Hauptstadt entfernt, oder sogar nach Libyen.

Seit Ende Oktober 2023 begann sich die Sicherheitslage in El Fasher rapide zu verschlechtern, als die RSF den Druck auf die anderen vier Hauptstädte des Staates Darfur verstärkte. Nun droht die Situation zu explodieren.

(AP) (Fides 18/6/2024)

 

VATIKAN - Neues Buch zur Figur von Kardinal Celso Costantini: "Brückenbauer” zu China

 

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Von Gianni Valente

 

Rom (Fides) - "Vor allem gegenüber den Chinesen hielt ich es für angebracht, in keiner Weise den Verdacht zu bestätigen, dass die katholische Religion unter dem Schutz und, schlimmer noch, als politisches Instrument im Dienste der europäischen Nationen steht", so der aus der norditalienischen Region Friaul stammende Kardinal Celso Costantini in seinen Memoiren zu den besonderen Merkmalen seiner Mission als Erster Apostolischer Delegat in China, die von 1922 bis 1933 dauerte.

In jüngster Zeit haben die Entwicklung der Beziehungen zwischen China und dem Vatikan und das Abkommen zwischen dem Heiligen Stuhl und der Volksrepublik China über die Ernennung von Bischöfen das Interesse an Costantini (1876-1958), einem Vorreiter des Dialogs zwischen dem Vatikan und Peking, geweckt und zu neuen Studien geführt. Doch auch in den letzten Jahrzehnten, lange vor dem Abkommen zwischen China und dem Heiligen Stuhl über die Ernennung von Bischöfen, wurde die Erinnerung an diese brillante und prophetische Persönlichkeit der katholischen Kirche des 20. Jahrhunderts dank der Arbeiten und Initiativen seines Landsmannes Prälat Bruno Fabio Pighin, Professor an der Fakultät für Kirchenrecht „S. Pio X.“ in Venedig und bischöflicher Delegierter für das Heiligsprechungsverfahrens Costantinis, wachgehalten.

Ein neuer, von Professor Pighin herausgegebener Band trägt nun dazu bei, weniger bekannte Aspekte der facettenreichen Persönlichkeit Costantinis zu erforschen.

Der in italienischer Sprache erschienene Band trägt den Titel “Il Cardinale Celso Costantini e la Cina. Costruttore di un ‘ponte’ tra Oriente e Occidente” ("Kardinal Celso Costantini und China. Erbauer einer Brücke zwischen Ost und West"). Die von „Marcianum Press“ herausgegebene Publikation wurde von der Vereinigung "Amici del Cardinale Celso Costantini“ („Freunde von Kardinal Celso Costantini") in Auftrag gegeben, die bereits die Dauerausstellung "Kardinal Celso Costantini und China" auf den Weg brachte, die 2023 im Diözesanmuseum für Sakrale Kunst der Diözese Pordenone eröffnet wurde.

Das neue Werk über Costantini wird am Donnerstag, den 20. Juni (17 Uhr), in der Aula Magna der Päpstlichen Universität Urbaniana vorgestellt. Der Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin und Erzbischof Fortunatus Nwachukwu, Sekretär des Dikasteriums für die Evangelisierung (Sektion für die Erstevangelisierung und die neuen Teilkirchen), werden zusammen mit Bischof Juan Ignacio Arrieta, Sekretär des Dikasteriums für Gesetzestexte, an der Präsentation teilnehmen. Der Bischof der Heimatdiözese von Kardinal Costantini, Concordia-Pordenone, Giuseppe Pellegrini, und Professor Vincenzo Buonomo, Päpstlicher Delegierter und Prorektor der Universität Urbaniana, werden Grußworte zur Eröffnung sprechen.

 

Pordenone, Fiume, Peking, Rom

In dem großformatigen Band beleuchten die verschiedenen Kapitel, die von Akademikern und Gelehrten verfasst wurden, die vielseitigen Persönlichkeit Costantinis. Von den Jahren seiner Berufung zum Priesteramt in der Diözese Concordia-Pordenone - wo er in der während der Zeit des Ersten Weltkriegs auch Generalvikar war - bis hin zu seiner pastoralen Tätigkeit als erster Apostolischer Administrator von Fiume (heute in Kroatien), wo er 1920-21 ein Blutbad verhinderte, indem er sich dem Vorhaben des Dichters Gabriele D'Annunzio und der italienischen Nationalisten widersetzte, die die unabhängige Stadt zurückerobern wollten.

Der Historiker Agostino Giovagnoli rekonstruiert die Rolle Costantinis als "großer Verkünder des Evangeliums" in China, während Adel Afif Nasr seinen Beitrag zum Konzil von Shanghai beschreibt. Im zweiten Teil des Werks wird an Costantini als Protagonist der sakralen Kunst erinnert. Der mit 150 Fotos und Illustrationen versehene Band stellt auch die künstlerischen Werke und die kostbaren chinesischen Textilien vor, die der Kardinal hinterlassen hat, und bietet außerdem eine wertvolle bibliografische Übersicht, die von Simon Ee Kim Chong herausgegeben wurde.

 

Die "Methode Costantini " und das Abkommen über die Ernennung der Bischöfe

Die Veröffentlichung und die Präsentation des neuen von Pighin herausgegeben Werks in Rom, ist Teil einer Reihe von Veranstaltungen, die dem hundertsten Jahrestag des "Primum Concilium Sinense" gewidmet sind, dem Konzil der katholischen Kirche in China, das vom 15. Mai bis 12. Juni 1924 in Shanghai stattfand und dessen Hauptleiter der damalige Apostolische Delegat Costantini war. Eine wichtige Konferenz zum 100. Jahrestag des „Concilium Sinense“, die von der Päpstlichen Universität Urbaniana in Zusammenarbeit mit der Fides und der Pastoralkommission für China organisiert wurde, fand am 21. Mai in der Aula Magna der Päpstlichen Universität statt. Zu den Rednern gehörten unter anderem der Bischof von Shanghai Joseph Shen Bin, Kardinal Pietro Parolin und Kardinal Luis Antonio Tagle, Pro-Präfekt des Dikasteriums für die Evangelisierung.

In der Videobotschaft an die Konferenzteilnehmer hob Papst Franziskus auch den wesentlichen Beitrag hervor, den Kardinal Costantini auf dem Konzil von Shanghai geleistet hatte, das auf Geheiß von Papst Pius XI. einberufen worden war, um die apostolische Arbeit auf chinesischem Boden neu zu beleben, das Wachstum einer einheimischen chinesischen Kirche zu fördern und zu begleiten und sich der kolonialen Mentalität zu widersetzen, die auch in die kirchlichen Praktiken eingedrungen war. „Constantini", erinnerte Papst Franziskus in dieser Videobotschaft, "betonte einfach, dass die Mission der Kirche darin besteht, zu evangelisieren und nicht zu kolonisieren". Auf dem Konzil von Shanghai hat die Gemeinschaft zwischen dem Heiligen Stuhl und der Kirche in China, auch dank der Arbeit von Celso Costantini, ihre fruchtbaren Früchte gezeigt, „Früchte des Guten für das ganze chinesische Volk".

Kardinal Parolin fügt im Vorwort des von „Marcianum Press“ herausgegebenen Bandes aufschlussreiche Details hinzu, die die ganze Tragweite der Prophezeiung dessen erfassen, was der Staatssekretär die „Methode Costantini" nennt.

Nach seinen Jahren in China war Kardinal Costantini Sekretär der Kongregation „de Propaganda Fide“ und 1953 wurde er von Pius XII. zum Kardinal ernannt. Der neue Band über Costantini erzählt auch von den geduldigen und hartnäckigen Versuchen, die er als Apostolischer Delegat unternahm, um die Entstehung von direkten Beziehungen zwischen dem Heiligen Stuhl und den chinesischen Behörden zu fördern, und von der systematischen Sabotage - die fast immer erfolgreich war - durch westliche Mächte, um zu verhindern, dass der Papst ohne Vermittler mit Peking verhandelt. "Dieser Weg", so Kardinal Parolin, "gab eine Richtung vor, die die Kirche heute weiterverfolgt, wie es auch mit dem 2022 bestätigten provisorischen Abkommen zwischen dem Heiligen Stuhl und der Volksrepublik China geschah. Dieses Abkommen, das bereits 2007 von Papst Benedikt angestrebt und 2018 unter dem Pontifikat von Papst Franziskus unterzeichnet wurde, betrifft die Ernennung von Bischöfen in China, in idealer Kontinuität mit den sechs ersten chinesischen Bischöfen, die 1926 in Rom von Pius XI. und Costantini selbst geweiht wurden". Heute, auch aufgrund der 2018 unterzeichneten und zweimal verlängerten Vereinbarung, "stehen alle Prälaten im Land des Konfuzius in Gemeinschaft mit dem Nachfolger Petri und dem universalen Bischofskollegium".

Der Kardinalstaatssekretär erinnert auch an die Rolle, die Costantini nach den ersten Bischofsweihen spielte, die ab 1958 ohne päpstliches Mandat in China durchgeführt wurden. In diesem für die kirchliche Gemeinschaft so schmerzlichen Moment, betont Kardinal Parolin, "riet Costantini Papst Pius XII., die chinesische Situation nicht mit europäischen Augen zu sehen, denn es handele sich nicht um ein 'Schisma'". Eine Perpektive, die konkrete Auswirkungen hatte: In der Enzyklika „Ad Apostolorum Principis“ von 1958 wurde in Bezug auf chinesische Bischöfe, die ohne Zustimmung des Papstes geweiht wurden, "nicht von 'Schisma' gesprochen". Darin bekräftigte Pius XII. vielmehr auch in der neuen politischen Situation die Pflicht der chinesischen Katholiken, ihr Heimatland zu lieben und seine Gesetze zu respektieren, die nicht im Widerspruch zum christlichen Glauben und zur Moral stehen, um die harmonische Entwicklung der gesamten Nation zu fördern. Die „Methode Costantini“, so der Kardinalstaatssekretär, sei auch „eine Quelle der Inspiration für die Gegenwart“. Eine Perspektive, die auch in dem vom Priester und Professor Bruno Fabio Pighin herausgegebenen Band "gut veranschaulicht" wird.

(Fides 18/6/2024)

 

ASIEN/SRI LANKA - Wirtschaft erholt sich: Armutsquote bleibt hoch, Bevölkerung fordert Präsidentschaftswahlen

 

Colombo (Fides) - Die wirtschaftliche Lage in Sri Lanka beginnt sich nach der zweijährigen Wirtschaftskrise, die auf den im April 2022 erklärten Zahlungsausfall und das vierjährige Rettungspaket durch Kredite des Internationalen Währungsfonds (IWF) folgte, allmählich zu erholen: Das Land war mit 83 Milliarden Dollar verschuldet, mehr als die Hälfte davon bei ausländischen Gläubigern. Nach Angaben des IWF sinkt nun die Inflation und die Wirtschaft begann in der zweiten Jahreshälfte 2023 wieder zu wachsen, was eine gute Nachricht für ein Land ist, in dem die Menschen seit Anfang 2022 unter schwerem Mangel an Lebensmitteln, Medikamenten, Kraftstoff und Strom leiden. Die dadurch ausgelösten Straßenproteste hatten zur Absetzung des damaligen Präsidenten Gotabaya Rajapaksa geführt.

Im Rahmen des Rettungsprogramms in Höhe von 2,9 Mrd. USD stellt der Internationale Währungsfonds Darlehen in Tranchen zur Verfügung und überprüfte halbjährlich, ob das Land bei den erforderlichen Wirtschaftsreformen auf Kurs ist. Bislang hat Sri Lanka zwei Zahlungen erhalten und auch Zusagen für einen Schuldenerlass von wichtigen Gläubigern wie Indien, Japan und China bekommen. Die Regierung führt unterdessen auch Gespräche mit privaten Gläubigern.

Im Juli 2022 wurde der ehemalige Premierminister Ranil Wickremesinghe zum Präsidenten ernannt (bis zum offiziellen Ende der Amtszeit im Jahr 2024), und seither ist es der Regierung dank der Unterstützung internationaler Institutionen gelungen, die Stromversorgung wiederherzustellen und den Mangel an lebensnotwendigen Gütern weitgehend zu beheben. Die srilankische Währung hat sich gefestigt und die Zinssätze sind auf etwa 10 % gesunken. Die Probleme der hohen Besteuerung, der Lebenshaltungskosten und der hohen Arbeitslosigkeit aufgrund des Zusammenbruchs der Industrieproduktion und des rückläufigen Tourismus bleiben jedoch bestehen. Einem aktuellen Bericht der Weltbank zufolge ist die Armutsquote das vierte Jahr in Folge gestiegen, und Ende 2023 werden 25,9 % der Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze leben. Im vergangenen März genehmigte die Regierung eine Erhöhung des monatlichen Mindestlohns um 40 Prozent von 12 500 Rupien (etwa 40 Euro) auf 17 500 Rupien, um die Arbeitnehmer angesichts der steigenden Lebenshaltungskosten zu unterstützen.

Die Bevölkerung wartet nun auf einen Termin für Neuwahlen, während Präsident Ranil Wickremasinghe versucht, seine Amtszeit zu verlängern. Die Wahlkommission von Sri Lanka hat angekündigt, dass die Präsidentschaftswahlen zwischen dem 17. September und dem 17. Oktober stattfinden werden, doch die Regierungspartei hat unterdessen die Absicht bekundet, die Wahl zu verschieben und ein Referendum zur Verlängerung der Amtszeit des Präsidenten um weitere zwei Jahre abzuhalten.

Verbände der Zivilgesellschaft, Organisationen der katholischen Kirche und anderer Religionsgemeinschaften sind der Ansicht, dass der von der Regierung vorgelegte Gesetzentwurf "den Bestrebungen und Rechten des Volkes völlig zuwiderläuft", und verweisen darauf, dass die Verfassung dem Präsidenten eine fünfjährige Amtszeit garantiert und dass es das Recht der Bürger ist, sich durch ihre Stimmabgabe zu äußern.

Drei Jahre nach der Vorlage des Berichts über die Verantwortung von Geheimdiensten und Politikern im Hinblick auf die Osterattentat 2019 (bei Sprengstoffanschlägen auf drei Kirchen und mehrere Hotels kamen über 250 Menschen ums Leben), hat Präsident Wickremesinghe unterdessen beschlossen, das gesamte Verfahren neu aufzurollen und eine neue Untersuchungskommission unter der Leitung eines pensionierten Richters einzusetzen, um die immer noch offene Wunde der Anschläge zu schließen. Die Untersuchungskommission soll die Aktionen und Reaktionen der Geheimdienste nach der Warnung aus Indien am Vorabend der Anschläge vom Ostersonntag 2019 untersuchen und aufklären. Nach Ansicht des Sprechers der katholischen Bischofskonferenz, Pater Cyril Gamini Fernando, "ist dies eine unnötige Verzögerung: Die Regierung sollte einfach die Empfehlungen umsetzen, die bereits von der vorherigen Untersuchungskommission ausgesprochen wurden". Fünf Jahre nach den tragischen Ereignissen von 2019 "ist die Situation immer noch dieselbe, aber die Kirche gibt nicht auf, für Gerechtigkeit zu kämpfen", sagte er.

(PA) (Fides 18/6/2024)

 

EUROPA/DEUTSCHLAND - Präsident von Missio München im Amt bestätigt

 

Vatikanstadt (Fides) - Kardinal Luis Antonio G. Tagle, Propräfekt des Dikasteriums für die Evangelisierung, hat am 7. Mai 2024 Monsignore Wolfgang Huber aus dem Klerus der Erzdiözese München für weitere fünf Jahre im Amt als Präsident der Päpstlichen Missionswerke in München (Missio München) bestätigt.

(EG) (Fides 18/06/2024)

 

AFRIKA/SAMBIA - Diözese Ndola in den Rang einer Erzdiözese erhoben und erster Erzbischof ernannt

 

Vatikanstadt (Fides) – Papst Franziskus hat die bisherige Diözese Ndola (Sambia) in den Rang einer Erzdiözese mit den beiden Suffraganbistümern Kabwe und Solwezi erhoben und den bisherigen Bischof der Diözese Ndala Benjamin Phiri zum ersten Erzbischof ernannt.

Die Erzdiözese Ndola liegt in einem zentralen Teil Sambias. Sie erstreckt sich über 32.000 km². Bei einer Bevölkerung von 3.223.400 gibt es 1.920.580 Katholiken (59,6 %), die in 84 Pfarreien strukturiert sind. Es gibt 187 Priester (106 Diözesan- und 81 Ordenspriester), 151 Ordensbrüder und 340 Schwestern sind ebenfalls in der Seelsorge tätig. Es gibt 143 Priesterseminaristen. Die Erzdiözese stützt sich auch auf den Dienst zahlreicher Katecheten.

Die neue Kirchenprovinz von Ndola wird die Diözesen Kabwe und Solwezi als Suffraganbistümer haben.

(EG) (Fides 18/06/2024)

LINK

 

Statistiken -> http://www.fides.org/it/attachments/view/file/DATI_STATISTICI_PROVINCIA_ECCLESIASTICA.pdf


FIDES-NACHRICHTEN - 17.06.2024

AFRIKA/SUDAN - Fast 10 Millionen Vertriebene: Bischof von El Obeid beklagt mangelnde Dialogbereitschaft

 

El Obeid (Fides) – Die Schreckensnachrichten aus dem Sudan reißen nicht ab. Die Zahlen sind erschreckend: Laut „Reliefweb“ wurden seit April 2023, dem Beginn des Konflikts, 9,2 Millionen Menschen gewaltsam vertrieben, davon 7,1 Millionen innerhalb des Landes und 1,9 Millionen in den Nachbarländern. Eine tragische Situation, wenn man bedenkt, dass der Sudan selbst und mehrere Nachbarländer bereits vor dieser neuen Notsituation eine große Zahl von Flüchtlingen aufgenommen hatten (allein im Sudan waren etwa 1 Million Flüchtlinge aus anderen Krisengebieten auf der Flucht).

Der Südsudan und der Tschad, zwei Länder, die von den grenzüberschreitenden Flüchtlingen buchstäblich überflutet wurden, beherbergen 670.000 bzw. 758.000 Sudanesen und stehen kurz vor dem Zusammenbruch. Die nun größtenteils zivilen Flüchtlinge benötigen Wasser, Nahrungsmittel, Unterkünfte, medizinische Versorgung und grundlegende Dinge. Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) hat Mühe, die Neuankömmlinge zu registrieren und sie an sicherere Orte zu bringen. Nichtregierungsorganisationen sind vor Ort immer weniger aktiv, da sie gezwungen sind, das Land zu verlassen oder aus Sicherheitsgründen ihren Standort zu verlagern (wie im Falle des medizinischen Hilfswerks „Ärzte ohne Grenzen“, das sein Tätigkeit im „South Hospital“ in El-Fasher, der Hauptstadt des Staates Nord-Darfur, nach wiederholten Angriffen zwischen Ende Mai und Anfang Juni einstellen mussten).

"Die Konfliktsituation in unserem Land", berichtet der Bischof von El-Obeid Tombe Trille Yunan gegenüber Fides, "ist immer noch sehr ernst, wir verzeichnen ständig neue Zusammenstöße in verschiedenen Gebieten des Sudan“. Der Konflikt dauert seit mehr als einem Jahr (seit dem 15. April 2023) an und betrifft die beiden Anführer der beiden Konfliktparteien, General Abdel Fattah Al Burhan, Chef der Regierung und der Streitkräfte (SAF) und Mohamed Hamdan Dagalo, genannt Hemedti, Chef der Miliz „Rapid Support Forces“ (RSF). "Der Krieg zwischen diesen beiden", so der Bischof weiter, "hat zur Zerstörung staatlicher und privater Einrichtungen geführt, die Menschen leiden unter Hunger, mangelnder medizinischer Versorgung und fehlenden Versorgung mit lebensnotwendigen Gütern, einschließlich Wasser. Der Internetzugang ist zu einem Privileg für einige wenige geworden, und selbst für diese wenigen ist die Zugangsdauer sehr begrenzt".

El-Obeid ist die Hauptstadt des Bundesstaates Nord-Kordofan im Sudan.

Bischof Tombe Trille forderte kürzlich die beiden Konfliktparteien auf, niederzuknien und zu beten, um einen ebenso sinnlosen wie grausamen Konflikt zu beenden. "Ich rufe die Verantwortlichen auf, sich zum Gebet niederzuknien", sagte der Prälat, "und auf die Stimme Gottes und die Stimme des Volkes, der Kinder und der Frauen zu hören, die nach Frieden schreien, und auch auf das Blut, das aus unserem Land fließt, von absolut unschuldigen Menschen, die im Kreuzfeuer gestorben sind.

 

Appelle blieben bisher ungehört

"Inzwischen", so räumt der Bischof ein, "hört niemand mehr auf irgendjemanden, die Anführer setzen das Kämpfen und Töten fort und sind überzeugt, dass sie die Oberhand haben, und niemand ist bereit, einen Schritt zurückzutreten und vor allem den Dialog zu suchen. Die Kriegsparteien sprechen eher darüber, wie sie den anderen loswerden können, als über Dialog. Unsere Führer sind noch nicht zu einem Treffen bereit. Ihr Mantra lautet: 'Die andere Gruppe will die Waffen nicht niederlegen, also bleibt nur der Weg, sie auf dem Feld zu besiegen'".

In einem solchen Kontext sei es auch schwierig, die alltäglichen Tätigkeiten im Zusammenhang mit der eigenen pastoralen Arbeit zu verrichten. Sich in der Diözese oder darüber hinaus zu bewegen, Gemeinden zu begegnen, Messen zu feiern und die Sakramente zu spenden. "Ich bewege mich für meine pastorale Arbeit auf eigenes Risiko, manchmal durch die Wüste“ erzählt Bischof Tombe Trille, „Für eine Strecke von nur zwei Stunden brauche ich jetzt zwei Wochen oder mindestens zehn Tage". "Trotzdem", fügt er hinzu, "führe ich die Mission weiter aus, auch wenn alles zur Vorsicht mahnt. Aber die Lage ist so ernst, dass es nirgendwo sicher ist, nicht einmal in dem Zimmer, in dem ich wohne. Deshalb ist es besser, dass ich meine Mission fortsetze, ich bin gerade aus dem Südsudan, aus dem Grenzgebiet, für die Weihe eines Diakons zurückgekommen. Wir bitten die Mitglieder unserer Gemeinschaften immer, sich gegenseitig zu trösten, im Gebet, in der Mission und in der Spendung der Sakramente nicht nachzulassen, auch wenn einige Pfarreien ohne unsere Dienste sind, weil sie evakuiert worden sind. Vor allem die Katecheten halten die Gemeinschaften in diesen schwierigen Zeiten zusammen".

 

AFRIKA/BURKINA FASO - “Centre Pélican“: Menschliche, soziale, intellektuelle und spirituelle Bildung für Kinder und Jugendliche in Not

 

Paspanga (Fides) - "Ein Ort, an dem sie einen 'sicheren Hafen' finden können, ein Ort der Hoffnung für junge Menschen in Schwierigkeiten, die hier lernen und gleichzeitig geistliche Begleiter treffen, mit denen sie ihre Nöte teilen können", dies ist das von Pater Augustine Rotshak Gonsum, einem Priester der Afrikamissionare (Weiße Väter), geleitete Bildungshaus „Centre Pélican“ in Paspanga, einem kleinen Dorf zwischen Burkina Faso und Niger, in dem menschliche, soziale, intellektuelle und spirituelle Bildung angeboten werden soll.

"Die meisten unserer Schüler kommen aus armen Familien, die nirgendwo eine Schule besuchen können", so der Missionar gegenüber Fides. „Einige sind Waisenkinder, die bei ihren Verwandten leben, ohne konkrete Unterstützung. Andere haben ihre Dörfer wegen der Terroranschläge verlassen und leben bei ihren Eltern und Freunden. Es gibt auch viele, die die Schule aus verschiedenen Gründen vor Jahren abgebrochen haben. Auch junge Menschen, die innerhalb des Landes vertrieben wurden oder obdachlos sind und sich oft allein und ohne einen Erwachsenen, an den sie sich wenden können, befinden, finden in unserem Zentrum Unterstützung".

Doch das Bildungshaus ist nicht nur ein Ort des Lernens. "Wir sind auch ein Ort der Begegnung und der menschlichen Förderung", erklärt Pater Augustinus. „Junge Menschen verschiedener Religionen treffen sich außerhalb ihrer Gotteshäuser oder Moscheen, um gemeinsam verschiedene Themen anzugehen. Das ganze Jahr über veranstalten wir Begegnungen und Treffen, bei denen wir unter anderem über Frieden, Versöhnung, sozialen Zusammenhalt, interreligiösen Dialog, Ökologie und die Klimakrise sprechen. Es gibt auch kulturelle Tage, an denen wir über unsere Werte, Traditionen und Bräuche diskutieren. Wir sprechen auch über die Entwicklung von Fähigkeiten, Selbstvertrauen und Selbstachtung und darüber, wie man sich in unsere sich ständig verändernde Gesellschaft integrieren kann. Wir nehmen auch Kinder auf, die ihre BEPC- (Brevet d'Etude de Premier Cycle) oder BAC- (Baccalauréat) Prüfungen wiederholt nicht bestanden haben, und helfen ihnen, indem wir ihnen Unterricht nach dem nationalen Lehrplan anbieten. Wir haben eine Bibliothek mit Schulbüchern, Romanen und religiösen Büchern“.

"Natürlich", betont Pater Augustine, "ist das Zentrum nicht nur ein Ort des Austauschs und der menschlichen Förderung, sondern behält auch seine spirituelle Dimension. Es ist in erster Linie ein Ort der Begegnung mit Gott. Wir haben eine Kapelle, die jeden Tag geöffnet ist und in die Studenten und andere Personen von außerhalb zum Gebet eintreten können. Auch nichtkatholische Schüler können ihren Glauben frei praktizieren, indem sie freie Flächen und Räume nutzen“. „Um all diese Ziele zu erreichen", so Pater Augustinus abschließend, "folgen wir internen Regeln, die uns leiten und führen“.

Das „Centre Pélican“ wurde 1992 von Pater Edouard Duclos, einem Afrikamissionar, gegründet. Der Pelikan ist das Symbol der Weißen Väter. Wenn das Tier keine Nahrung mehr hat opfert es sein Blut für seine Jungen, genau wie die vielen Missionare, die als Märtyrer für das Volk Gottes gestorben sind.

Der Name der Gesellschaft der Afrikamissionare (Weiße Väter) und der Missionsschwestern Unserer Lieben Frau von Afrika (Weiße Schwestern) bringt die Berufung und das Missionsverständnis des Ordens perfekt zum Ausdruck: in Afrika und für Afrika geboren, sind sie eine Gesellschaft des apostolischen Lebens, die sich aus Priestern, geweihten Laienbrüdern und Ordensschwestern zusammensetzt, die sich in Solidarität mit den Afrikanern, aufmerksam für deren Probleme und engagiert für ihre Zukunft einsetzen.

(AP) (Fides 17/6/2024)

 

AFRIKA/SÜDAFRIKA - Präsident Ramaphosa für zweite Amtszeit bestätigt

 

Johannesburg (Fides) – Zwar wurde Cyril Ramaphosa als Präsident Südafrikas im Amt bestätigt, doch es war die Bildung einer noch nie dagewesenen Regierungskoalition erforderlich, die sich aus den historischen Gegnern der Apartheid und der Partei, die als Ausdruck der "Weißen" gilt, zusammensetzt.

Dies sind die Folgen der Parlamentswahlen in Südafrika vom 29. Mai (vgl. Fides 31/5/2024), bei denen der African National Congress (ANC) zum ersten Mal seit 1994, als die ersten wirklich freien Wahlen nach dem Ende der Apartheid abgehalten wurden, seine absolute Mehrheit verlor. Die absolute Mehrheit, hatte es der Partei von Nelson Mandela ermöglicht, die ganze Zeit über alleine zu regieren. Mit 159 von 400 Sitzen ist der ANC nach wie vor die führende Partei Südafrikas, aber er musste sich Verbündete suchen, um seinen Vorsitzenden Ramaphosa wieder zum Präsidenten wählen zu lassen und dann eine Koalitionsregierung zu bilden, die als "inklusiv" bezeichnet wird. Neben dem ANC wird ihr die Democratic Alliance (DA) angehören, die bisher größte Oppositionspartei, die die Interessen der Südafrikaner europäischer Herkunft und der Finanz- und Industriekreise vertritt, sowie die Inkatha Freedom Party (IFP) , eine nationalistische Zulu-Partei, und die ebenfalls konservative Patriotic Alliance (PA).

Dank dieses Bündnisses wurde Ramaphosa am 15. Juni mit 283 Stimmen von der neu eingerichteten Nationalversammlung wiedergewählt. Im Gegensatz zu mehreren anderen afrikanischen Ländern wird in Südafrika das Staatsoberhaupt nicht vom Volk, sondern von der gesetzgebenden Versammlung gewählt. Um das Präsidentenamt bewarb sich auch Julius Malema, der Gründungsvorsitzende der „Economic Freedom Fighters“, einer linken Partei und ehemaliges Mitglied der ANC-Jugendliga, der 44 Stimmen erhielt. Die 58 Abgeordneten der MK (uMkhonto weSizwe), der Partei des ehemaligen Präsidenten Jacob Zuma, der ebenfalls aus dem ANC ausgetreten ist, nahmen nicht an der Abstimmung zur Wahl des Präsidenten teil. Sie prangerten vielmehr angebliche Unregelmäßigkeiten bei den Wahlen vom 29. Mai an und forderten die Unabhängige Wahlkommission auf, diese zu annullieren.

Dies hat zu einer starken politischen Polarisierung zwischen einer Mehrheit „der Mitte“ und einer linken Opposition geführt, die die derzeitige ANC-Führung entschieden ablehnt. Es ist kein Zufall, dass die Führer der beiden größten Oppositionsformationen, Zuma und Malema, ehemalige ANC-Mitglieder sind. Ramaphosa wird sich jedoch mit einer Opposition innerhalb seiner eigenen Partei auseinandersetzen müssen, der das Bündnis mit der DA nicht gefällt. Außerdem könnte der Boykott der parlamentarischen Arbeit durch Zumas 58 Abgeordnete zu weiteren Spannungen im Land führen. Trotz seiner Verhaftung im Jahr 2021 wegen Missachtung der Justiz genießt Zuma in seinem Wahlkreis KwaZulu-Natal nach wie vor eine gewisse Popularität, wie die Unruhen zeigen, die in dieser Provinz unmittelbar nach Bekanntgabe seiner Inhaftierung ausbrachen.

(L.M.) (Fides 17/6/2024)

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ASIEN/INDIEN - Premierminister Narendra Modi trifft Papst Franziskus und lädt ihn zu einem Besuch in Indien ein

 

Neu Delhi (Fides) - "Ich habe Papst Franziskus am Rande des G7-Gipfels getroffen. Ich bewundere sein Engagement, den Menschen zu dienen und unseren Planeten zu verbessern. Ich habe ihn auch eingeladen, Indien zu besuchen", sagte Indiens Premierminister Narendra Modi, der gerade für seine dritte Amtszeit in Folge gewählt wurde, über seine offiziellen Kommunikationskanäle. Modi war bereits 2021 im Vatikan mit Papst Franziskus zusammengetroffen, und nun hat diese erneute Begegnung, die von den Medien verewigt wurde, ein starkes Echo auch in den indischen Medien und der öffentlichen Meinung gefunden.

Indische Zeitungen und Fernsehsender berichteten über die Rede von Papst Franziskus auf dem G7-Gipfel und hoben hervor, wie der Papst die Staats- und Regierungschefs der Demokratien und der Industrieländer aufforderte, bei der Entwicklung und Nutzung künstlicher Intelligenz die Menschenwürde an die erste Stelle zu setzen - ein Thema, das auch Indien herausfordert.

Die Reaktionen auf das erneute persönliche Treffen zwischen dem Papst und Modi waren gemischt: Vertreter der katholischen Gemeinde Indiens äußerten sich optimistisch und hofften, dass nach dem Treffen die Chancen auf einen Papstbesuch in Indien steigen würden, und hofften, dass sich das Treffen positiv auf die Beziehungen zwischen Indien und dem Heiligen Stuhl auswirken würde.

Wie einige Zeitungen berichteten, waren jedoch einige Hindu-Politiker der Bharatiya Janata Party (BJP), Modis Partei, nicht erfreut darüber, dass Modi dem Oberhaupt der katholischen Kirche die Hand schüttelte und den Papst sogar umarmte. In elf indischen Bundesstaaten, von denen die meisten von der BJP regiert werden, gibt es so genannte "Anti-Konversionsgesetze", Vorschriften, die die Möglichkeit einer religiösen Bekehrung einer Person einer gerichtlichen Prüfung unterziehen und die Gewissensfreiheit beeinträchtigen. Mit diesen Gesetzen soll vor allem gegen die Aktivitäten von Christen vorgegangen werden, die als "Proselytismus" gelten.

Andere Oppositionspolitiker erinnerten daran, dass Narendra Modi vor kurzem den religiösen Faktor instrumentalisiert hat, indem er sich religiöser Rhetorik bediente und sich den Wählern als "Gesandter Gottes" präsentierte, und stellten daher Modis Aufrichtigkeit bei dieser Umarmung des Papstes in Frage.

Der indische Jesuitenpater Cedric Prakash betont in diesem Zusammenhang: "Wir müssen verstehen und mit Fakten beweisen, dass dies nicht die Umarmung eines Heuchlers ist. Modi und seine Partei haben in diesen Jahren der Regierung die muslimisch-christlichen Minderheiten in Indien leiden lassen. Es muss mit konkreten politischen Maßnahmen bewiesen werden, dass die Regierung die Verfassung und die Grundsätze der Staatsbürgerschaft für Bürger aller religiösen Überzeugungen respektiert“. Außerdem, so der Jesuit weiter, "muss die mündliche Einladung an den Papst, die sicherlich sehr willkommen ist - seine Anwesenheit wäre eine Quelle des Stolzes für uns alle -, in eine echte und offizielle Einladung umgewandelt werden: Wir erwarten, dass unsere Regierung sie dem Heiligen Stuhl so bald wie möglich vorlegt, während es hieß (und dann nicht formalisiert wurde), dass dies bereits 2021 geschehen sollte. Wenn der Papst nach Indien kommt, wird er sicherlich die Not der Armen, der Schwächsten und Leidenden, der Fischer und Bauern, der indigenen Völker hervorheben können: Seine Anwesenheit unter uns wäre ein Segen. Wir fordern Premierminister Modi daher dringend auf, jetzt konkrete und reale Schritte für die Einladung von Papst Franziskus zu unternehmen“.

 

(PA) (Fides 17/6/2024)


Sudan: Hitzewelle verschlimmert humanitäre Situation im Bürgerkrieg

Pater Jacob Thelekkadan und die Salesianerschwestern von „Dar Mariam“ bei Khartum. © Pater Jacob Thelekkadan
Pater Jacob Thelekkadan und die Salesianerschwestern von „Dar Mariam“ bei Khartum. © Pater Jacob Thelekkadan

15.06.2024

 

(München/acn) - 14 Monate nach Beginn des Bürgerkriegs im Sudan spitzt sich die humanitäre Krise weiter zu. Dazu trägt auch eine aktuelle Hitzewelle mit Temperaturen von bis zu 45 Grad bei. „Wir haben kaum noch Treibstoff, um einen Stromgenerator oder eine Wasserpumpe zu betreiben“, teilte Salesianerpater Jacob Thelekkadan dem weltweiten katholischen Hilfswerk „Kirche in Not“ (ACN) mit. Um die extremen Temperaturen zu überleben, griffen die Menschen auf „rudimentäre Techniken“ wie nasse Handtücher oder dergleichen zurück.

 

Pater Jacob, der regelmäßig in Kontakt mit „Kirche in Not“ steht, hält sich in dem von Salesianerinnen geleiteten Zentrum „Dar Mariam“ (Haus Mariens) nahe der Hauptstadt Khartum auf. Dort hatten nach Ausbruch der Kämpfe Mitte April 2023 zunächst 300 Menschen verschiedener Religionszugehörigkeit Zuflucht gefunden, heute leben dort noch etwa 80 Personen. Sie werden von den Salesianerinnen seelsorgerisch betreut und erhalten Lebensmittel. Aber auch das wird zunehmend schwieriger, wie Pater Jacob erklärt: „Unsere Mahlzeiten bestehen aus Linsenbrei oder Reis. Eier, Fleisch oder Gemüse gibt es nicht mehr.“ Alle Bewohner in „Dar Mariam“ seien „unterernährt und schwach“, besonders die Kinder.

 

 


FIDES-NACHRICHTEN - 16.06.2024

AFRIKA - Auch Seoul umwirbt afrikanische Länder auf der Suche nach strategischen Mineralien, neuen Märkten und UN-Unterstützung

 

Seoul (Fides) - "Gemeinsames Wachstum, Nachhaltigkeit und Solidarität". Dies sind die drei "Säulen" der Zusammenarbeit zwischen afrikanischen Ländern und Südkorea, wie es in der gemeinsamen Erklärung heißt, die zum Abschluss des Gipfeltreffens zwischen Afrika und Südkorea, das am 5. Juni in Seoul zu Ende ging, veröffentlicht wurde.

Südkorea fügt sich damit ein in die Reihe der verschiedenen nicht-afrikanischen Länder (China, USA, Frankreich, Japan, Italien, Vereinigtes Königreich, Türkei) oder kontinentalen Institutionen (wie die Europäische Union), das afrikanische Staats- und Regierungschefs zu einem gemeinsamen Gipfel einlädt.

Seouls Interesse an Afrika konzentriert sich auf drei Themen: den Zugang zu strategischen Rohstoffen, die Schaffung neuer Märkte für seine Produkte und die politische Unterstützung in UN-Gremien, insbesondere im Hinblick auf Pjöngjang.

Die afrikanischen Länder ihrerseits sehen in diesem neuen "Wettlauf um Afrika" der großen und mittelgroßen Mächte die Chance, sich von einer alten postkolonialen Logik zu befreien (dies gilt für die ehemaligen französischen Kolonien) und bessere Bedingungen im Austausch für ihre Rohstoffe oder ihre politische und strategische Unterstützung aushandeln zu können (z.B. im Hinblick auf die Überlassung von Militärstützpunkten an nicht-afrikanische Mächte).

Am Gipfeltreffen in Seoul nahmen 48 afrikanische Länder (30 davon waren durch ihre Staatschefs vertreten) sowie Vertreter der Afrikanischen Union und der Afrikanischen Entwicklungsbank (African Development Bank Group, AfDB) teil.

Südkorea hat zugesagt, seine Entwicklungshilfe für Afrika bis 2030 auf 10 Mrd. USD zu verdoppeln und 14 Mrd. USD an Exportfinanzierung bereitzustellen, um koreanischen Unternehmen zu helfen, ihren Handel und ihre Investitionen auf dem Kontinent zu steigern. Seoul unterstützt auch die Initiative zur Schaffung eines einheitlichen afrikanischen Marktes, wie sie in den Vereinbarungen zur Errichtung der Afrikanischen Kontinentalen Freihandelszone (African Continental Free Trade Area, AfCFTA) vorgesehen ist. In diesem Zusammenhang erklärt sich Südkorea bereit, bei der Schaffung von Zollverfahren zur Erleichterung des innerafrikanischen Handels zu helfen. Die koreanische Regierung beabsichtigt außerdem, die Rolle einheimischer Unternehmen beim Bau "traditioneller" Infrastrukturen (Straßen, Eisenbahnen, Brücken, Häfen, Flughäfen, Staudämme, Meerwasserentsalzungsanlagen, Elektrizitäts- und Wasserwirtschaftssysteme) und innovativer Infrastrukturen (die so genannten "Smart Cities") zu verstärken, womit sie nicht nur in direktem Wettbewerb mit China, sondern auch mit einer mittelgroßen Macht wie der Türkei steht. Nach Angaben Seouls können bei der Digitalisierung der Verwaltungen afrikanischer Staaten die in Südkorea bereits bestehenden Programme genutzt werden. Darüber hinaus engagiert sich das asiatische Land im Rahmen des Programms "Tech4Africa Initiative" für die "Verbesserung der digitalen Fähigkeiten junger Menschen in Afrika" durch Schulungen und Stipendien. Dabei handelt es sich um Soft-Power-Maßnahmen, die darauf abzielen, mittel- bis langfristig Verbindungen zu künftigen afrikanischen Führungskräften in Politik und Wirtschaft herzustellen. Darüber hinaus versucht Südkorea, durch die Unterstützung der industriellen Infrastruktur und der digitalen Transformation einen großen und schnell wachsenden Markt zu erschließen, der 1,4 Milliarden Menschen umfasst, von denen die meisten unter 25 Jahre alt sind.

Gegenwärtig hat jedoch der Zugang zu den Bodenschätzen Afrikas, die von allen Weltmächten umstritten sind, Priorität. Während des Gipfels wurde der „Korea-Afrika-Dialog über kritische Mineralien“ (Korea-Africa Critical Minerals Dialogue) ins Leben gerufen, der als wichtige institutionelle Grundlage für die Stärkung der Zusammenarbeit zwischen Korea und Afrika dienen wird. "Wir haben die gemeinsame Vision, die Zusammenarbeit zu verstärken, um eine stabile Versorgung mit kritischen Mineralien zu gewährleisten und die technologische Zusammenarbeit bei kritischen Mineralien zu gegenseitig vereinbarten Bedingungen zu fördern", heißt es in der gemeinsamen Erklärung, die den Weg für eine Zusammenarbeit ebnet, die über die bloße Gewinnung von Mineralien hinausgeht, um in Afrika eine Mineralverarbeitungskette für fortschrittlichere Volkswirtschaften zu schaffen.

Auf der politischen Seite ist die Verpflichtung Seouls, "zu Frieden und Sicherheit in Afrika beizutragen, unter anderem durch die Verbesserung und Ausweitung von Kooperationsprojekten in den Bereichen Verteidigung, Verteidigungsindustrie und öffentliche Sicherheit zwischen Korea und Afrika", nicht zu unterschätzen. Der Verweis auf die Verteidigungsindustrie ist interessant, wenn man bedenkt, dass Südkorea laut dem jüngsten SIPRI-Bericht (TRENDS IN INTERNATIONAL ARMS TRANSFERS, 2023) auf der Liste der waffenexportierenden Staaten an zehnter Stelle steht.

Schließlich hat Seoul ein geopolitisches Interesse daran, sich in den UN-Gremien bei einem Block von 54 Staaten, der drei rotierende Sitze im UN-Sicherheitsrat innehat, Stimmen zu sichern. Nicht zufällig heißt es in Ziffer 21 der gemeinsamen Erklärung: "Wir bekräftigen unser Engagement für die vollständige Umsetzung aller Resolutionen des UN-Sicherheitsrats und betonen die Bedeutung der Bemühungen der internationalen Gemeinschaft um eine vollständige, überprüfbare und unumkehrbare Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel".

(L.M.) (Fides 15/6/2024)

 

ASIEN/MALAYSIA - Kardinal Francis: “In einem ‘asiatischen Mikrokosmos’ erleben wir das Zusammenwirken der Unterschiede”

 

Penang (Fides) - "Es ist der Pluralismus der Kulturen und ethnischen Gruppen, der Malaysia zu einem 'Miniatur-Asien' macht. Die Koexistenz verschiedener Komponenten ermöglicht es der katholischen Gemeinschaft, das Zusammenwirken der Unterschiede zu erleben, das sich in der Vielfalt abspielt", so Kardinal Sebastian Francis, Bischof von Penang, zum Profil der katholischen Gemeinschaft in einem Land, Malaysia, dessen Bevölkerung (ca. 34 Millionen Einwohner) durch eine breite Koexistenz in Bezug auf Kulturen, ethnische Gruppen, Religionen, Traditionen gekennzeichnet ist: "Obwohl die ethnischen Malaien und die islamische Religion als 'national' gelten, und obwohl die Malaien als 'Kinder der Erde' bezeichnet und als 'besonders' angesehen werden, glaube ich, dass es genug Vielfalt gibt, um die Nation einigermaßen gesund zu erhalten", fährt der Kardinal fort. "Die Malaien sind geschützt und sind nur Muslime, wie es in der Verfassung verankert ist. Aber eine demokratische Nation wie die unsere kann sich heute nicht dafür entscheiden, völlig monokulturell oder monoreligiös zu sein. Unser Land ist von einem interessanten Pluralismus geprägt, der es zu einem wahrhaft asiatischen Land macht, zu einem Mikrokosmos, in dem man die konstituierende Dimension Asiens erleben kann", so der Kardinal. Neben den Malaien (60 % der Bevölkerung) sind die Chinesen (24 %) und die Inder (7 %) wichtige Bestandteile der Gesellschaft, während die indigenen nicht-malaysischen Gemeinschaften (die vor allem im malaysischen Borneo leben) etwa 10 % der Bevölkerung ausmachen.

"Wir sprechen Bahasa, die gleiche Sprache wie Indonesien, aber wir lernen Englisch, weil wir bis Mitte des letzten Jahrhunderts ein britisches Protektorat waren. Es gibt überall eine große kulturelle Vielfalt. In gewisser Weise ist es schön, dass Malaysia all diese Komponenten hat, die auch in der katholischen Kirche zu finden sind, natürlich mit Ausnahme der Malaien (die per Gesetz Muslime sind), aber einschließlich der indigenen Malaysier", erklärt er.

Natürlich", fährt er fort, "ist die Tatsache, dass ein Malaie zwangsweise Muslim ist und die Religion nicht wechseln kann, etwas Einzigartiges: Es ist ein Überbleibsel des britischen Kolonialismus und wurde sanktioniert, als die Nation bereits die Unabhängigkeit erlangt hatte. Die Idee war, das kulturelle und religiöse Erbe der Vorfahren zu bewahren und es vor jeglicher Veränderung oder anderer Macht zu schützen. Heute ist jedoch festzustellen, dass die indische Bevölkerung - wie die, von der ich abstamme - und der chinesische Anteil ebenfalls von Vorfahren abstammen, die vor Jahrhunderten hierher kamen. Heute sind wir vollwertige Bürger, wir sind seit Jahrhunderten hier verwurzelt, wir sind und fühlen uns voll und ganz als Malaysier".

In unserem Land, so der Kardinal, "stehen wir vor den gleichen Herausforderungen, den gleichen Problemen wie in anderen Nationen, in denen es mehr Sprachen, mehr Kulturen und mehr Religionen gibt. Ein schöner Ausdruck besagt, dass die Kirche aus Unterschieden besteht, sie ist das Zusammenwirken der Unterschiede: Wir sehen, dass darin ein Reichtum liegt, denn unsere Gemeinschaften sind nicht durch ethnische Zugehörigkeit oder Sprache getrennt, sondern sie sind vereint, sie leben Gemeinschaft zwischen verschiedenen Komponenten, sie sind gut miteinander integriert, wie die Bibel sagt, in einem Leib, einem Geist, einem Herrn, einem Glauben, einer Kirche. Die Synodalität ist für uns ein gewöhnlicher Weg, eine alltägliche Tatsache. Und jeder hat die Gewohnheit und die Veranlagung, mit Menschen anderer kultureller oder religiöser Herkunft in Dialog zu treten", stellt er fest.

In der katholischen Liturgie wird die Landessprache verwendet, obwohl es vier offizielle Sprachen gibt: Bahasa Malay, Englisch, Chinesisch und indisches Tamil.

Darüber hinaus gibt es in Malaysia, einem ohnehin schon vielfältigen Land, ein weiteres wichtiges Phänomen, das den Schmelztiegel noch größer werden lässt: "Obwohl wir kein so großes Land sind, haben wir viele Zuwanderer, die aus Indonesien, den Philippinen, Vietnam und Bangladesch kommen. Einige bringen natürlich auch christliche Traditionen mit (wie einige Vietnamesen oder Filipinos). Hier können wir sagen, dass wir in der Fülle einer anderen Dimension leben, nämlich der des Willkommens und der Geschwisterlichkeit: Alle sind willkommen, in allen Kirchen im Geiste der Enzyklika ‚Fratelli tutti', in der wir eine besondere Harmonie finden".

Was die kirchliche Dimension betrifft, so stellt der Kardinal fest, dass "wir im Bereich der Berufungen zum Priestertum und zum gottgeweihten Leben Gott sei Dank über die notwendigen Ressourcen für das pastorale Leben verfügen, während in den Ordensgemeinschaften der Missionare, die vor allem aus Frankreich, Irland und Italien kommen, ein gewisser Rückgang der Berufungen zu verzeichnen ist. Durch Gottes Gnade verfügen die lokalen Kongregationen, die vor Ort entstanden sind, über Berufungen, um hoffnungsvoll in die Zukunft zu blicken, und wir sehen dies bereits in den Priesterseminaren, wo es nicht sehr viele Studierende gibt, aber der Herr lässt die Arbeiter in seinem Weinberg nicht fehlen, die Zahl ist ausreichend".

Wichtig ist auch die Zunahme der missionarischen Berufungen von Laien, sowohl von Männern als auch von Frauen: "Wir haben der Glaubensbildung und der Verkündigung des Wortes von Beginn des Lebens unserer Kirche an große Bedeutung beigemessen. Wir kümmern uns um das christliche Leben der Laien, und nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil haben wir den Schwerpunkt auf die Ausbildung der Laien gelegt, insbesondere durch Schulungen oder Fortbildungsveranstaltungen in den Pfarreien".

Unterdessen gab es im Land einen politischen Wandel: "Unser Einfluss im Bereich der Bildung hat enorm abgenommen, weil die Regierung die Kontrolle über die Bildung in den öffentlichen Schulen, sowohl den staatlichen als auch den privaten, übernommen hat. Wenn wir im Bildungsbereich präsent sein wollen, müssen wir als private Akteure auftreten, aber die Regierung kontrolliert auch das private Bildungswesen, entscheidet über die Lehrpläne und zahlt den Lehrern ihr Gehalt. Wir sind also Eigentümer der Immobilien und des Grund und Bodens, auf dem die Schulen gebaut werden, aber es ist die Regierung, die das Schulleben tatsächlich kontrolliert. Technisch gesehen gehört uns also zwar das Gebäude, aber nicht das System. Wir leisten einen Beitrag, ohne jedoch dem Bildungssystem eine konkrete Gestalt geben zu können".

„Dies", erklärt er, "ist der politische Rahmen seit der Unabhängigkeit (die 1957 stattfand), und die Kirche hat ihre Dimension in dieser Situation gefunden. Heute gibt es in Malaysia ein sehr hohes Maß an Bildungsnieveau. Es gibt ein breites Bildungsangebot, sowohl in den staatlichen Schulen als auch in den privaten Schulen, aber letztere sind teuer. Und auch das Gesundheitssystem ist von der Regierung sehr gut organisiert und effizient. Vor diesem Hintergrund hat die Kirche ihren sozialen Auftrag neu ausgerichtet, denn angesichts der hervorragenden Arbeit des Staates brauchen wir uns in diesen Bereichen nicht zu engagieren. Wir haben unsere Ressourcen und Energien zum Beispiel in den Bereich der ganzheitlichen menschlichen Entwicklung verlagert: Wir arbeiten vor allem mit Migranten und Flüchtlingen oder in Situationen von Armut und Not, oft auch in Zusammenarbeit mit Nichtregierungsorganisationen, für die soziale Entwicklung".

"Natürlich", fährt der Kardinal fort, "pflegen und leben wir den Glauben und die Sakramente in den Pfarrgemeinden, die die Grundlage für das Leben der Kirche sind, ich würde sagen, das Herz. Die Menschen sind nach wie vor sehr präsent und nehmen am Gemeindeleben und an den Sakramenten teil: Unsere Kirchen sind normalerweise voll. Ich kann sagen, dass es in der Nation auf allen Ebenen ein religiöses Erwachen gibt, für das Christentum, aber auch für den Islam und andere Religionen. Die Religion ist immer noch ein zentrales Element im Leben der Menschen, selbst in einem Land, das sich schnell modernisiert hat. Diese Dimension schafft Raum für die Verkündigung und den Auftrag der Kirche: Unsere Verkündigung besteht darin, die Freude des Evangeliums weiterzugeben, insbesondere die Dimension Christi, die den Menschen Hoffnung gibt. Es ist eine Botschaft, die das Herz des Menschen erreicht, der immer auf der Suche nach Glück ist".

Die Mission der malaysischen Kirche (insgesamt 1,3 Millionen Gläubige) umschreibt der Kardinal mit drei Worte: "Freude, Barmherzigkeit und Hoffnung, wie der Papst in ‚Evangelii gaudium‘ sagt. Das ist die Richtung, die wir in den letzten zehn Jahren eingeschlagen haben. Wir bereiten uns geistig und mit großer Erwartung auf das Gnadenereignis des Heiligen Jahres vor: Zu diesem Anlass wollen wir eine nationale Versammlung der Gläubigen aus den neun Diözesen der malaysischen Halbinsel und Borneo, den beiden größten Teilen des Landes, durchführen. Bischöfe, Priester, Ordensleute, Katecheten, Gläubige: es wird ein historisches Treffen sein, bei dem wir Hoffnung finden werden, denn der Titel dieses Heiligen Jahres passt perfekt zu unserem Pastoralplan. Um die Richtung für die Kirche in Malaysia zu bestimmen, werden wir uns mit den Themen Kirche, Gesellschaft, Familie und ganzheitliche Ökologie befassen".

Abschließend betont Kardinal Francis, dass er auch "die Verbindung mit der Föderation der asiatischen Bischofskonferenzen gestärkt hat und natürlich immer intensiv die Beziehung der Gemeinschaft mit der Weltkirche und dem Heiligen Stuhl fördern will, in der Gewissheit, dass der Heilige Geist uns auf unserem Weg als kleine vielfältige, offene, dialogfähige und gastfreundliche Gemeinschaft leitet".

 

(PA) (Fides 15/6/2024)


FIDES-NACHRICHTEN - 15.06.2024

AFRIKA/SÜDAFRIKA - Illegale „Initiation Schools“: Missbrauch an Jugendlichen nimmt zu

 

Johannesburg (Fides) – Insgesamt 138 Jungen wurden von der Polizei gerettet, nachdem sie aus illigalen Initiationsschulen (Initiation Schools) an mehreren Orten in der Provinz Gauteng entführt worden waren, wie die lokale Presse berichtet. Die Leichen von zwei Jungen wurden ebenfalls geborgen. Das Phänomen der illegalen Initiationsschulen, in denen Verbrechen wie Entführungen zu Erpressungszwecken und die Folterung von Jugendlichen begangen werden, ist in Südafrika auf dem Vormarsch.

Nach der Definition der südafrikanischen Regierung bezieht sich die „männliche Initiation“ in Südafrika auf eine kulturelle Praxis, die den Übergang junger Männer zum Erwachsensein markiert. Der kulturelle Brauch der „männlichen Initiation“ beinhaltet die Beschneidung. „Die männliche Initiation bereitet junge Männer darauf vor, verantwortungsvolle Männer in der Gesellschaft zu sein", heißt es dazu.

Diese Praxis kann nach Angaben der südafrikanischen Behörden von "so genannten Initiationsschulen, die alle Gesundheits- und Sicherheitsanforderungen erfüllen" und "bei den zuständigen Behörden registriert sein müssen", ausgeübt werden. Die „Initiationsschulen“ werden als Bildungseinrichtungen angesehen, in denen die „Initiierten“ neben der Beschneidung auch das „Werben, Heiratsverhandlungen, ihre sozialen Pflichten und das Verhalten als erwachsener Mann“ lernen.

Leider haben die Fälle von illegalen Schulen, deren einziges Ziel das schnelle Geld ist, in den letzten Jahren zugenommen. So werden mehrere junge Menschen Opfer von improvisierten Ärzten und Krankenschwestern ohne medizinische Ausbildung.

Die steigende Zahl illegaler „Initiationsschulen“ geht auch mit einer Zunahme der Berichte über Entführungen und Übergriffe auf minderjährige Jungen einher, die in diesen Einrichtungen begangen wurden. Neben der Provinz Gauteng hat sich dieses Phänomen auch auf das Ostkap, den Freistaat und Limpopo ausgeweitet.

So genannte Initiations- Praktiken sind in traditionellen Kulturen überall auf der Welt weit verbreitet. In Südafrika werden sie von verschiedenen ethnischen Gruppen praktiziert, die das vielfältige nationale Mosaik bilden.

Die Initiation gilt nach wie vor als wichtiger Teil der Erziehung junger Menschen, ohne die sie weder an den Aktivitäten und sozialen Angelegenheiten ihrer Gemeinschaften teilnehmen noch mit der Vorbereitung auf die Ehe beginnen können.

Diese Praktiken werden durch verschiedene nationale und lokale Gesetze geregelt, was die Aufgabe derjenigen erschwert, die sie überwachen müssen.

(L.M.) (Fides 14/6/2024)

 

ASIEN/MYANMAR - Gewalt und Armut in einem nicht enden wollenden Konflikt

 

Yangon (Fides) - Myanmar ist nach Angaben des „Armed Conflict Location and Event Data Project (ACLED)“ der gewalttätigste Ort der Welt. Die internationale, gemeinnützige und unabhängige Organisation, sammelt, klassifiziert und analysiert die Daten über Konflikte in allen Ländern und Gebieten der Welt. Der Bürgerkonflikt, der im Februar 2021 begann, als die Armee die demokratisch gewählte Regierung stürzte, hat nach Angaben von ACLED mindestens 50.000 Menschenleben gefordert, darunter mindestens 8.000 Zivilisten, und etwa 2,3 Millionen Menschen vertrieben (UN-Daten). Es ist ein Konflikt, den Papst Franziskus in seinen Friedensappellen nicht unerwähnt lässt: "Lasst uns Myanmar und so viele andere Länder, die sich im Krieg befinden, nicht vergessen", forderte er bei seiner letzten Generalaudienz am 12. Juni.

Während die breite Widerstandsfront in den (auch für den Handel strategischen) Grenzgebieten bedeutende Erfolge erzielt hat, sind das Zentrum Myanmars und die großen Städte nach wie vor Hochburgen des Militärs. Sieben Monate nach der berüchtigten "Operation 1027" - einem Angriff der „Drei-Brüder-Allianz“ und ihrer Verbündeten - ist der Konflikt weiterhin blutig. Im Rahmen der „Operation 1027“ wurden Dutzende von strategisch wichtigen Stellungen eingenommen und rund 4.000 Soldaten zur Kapitulation gezwungen. Die Offensive breitete sich vom Bundesstaat Shan auf den Bundesstaat Karenni und schließlich auf den Bundesstaat Arakan und die Bundesstaaten Kachin, Chin und Karen aus.

Nach einer Analyse des "Myanmar Peace Monitor" hat der Widerstand zwar strategische Erfolge erzielt, verfügt aber nicht über ein koordiniertes Bündnis unter der Regierung der nationalen Einheit (NUG), wie viele gehofft hatten. Das heißt, die Oppositionsfront gegen das Regime ist zersplittert zwischen den Volksverteidigungskräften (PDF) und den bewaffneten ethnischen Organisationen, die weiterhin mit dem einen gemeinsamen Interesse kämpfen, die Junta zu stürzen. Es gibt weder eine koordinierte Kommandostruktur noch eine solide politische Vereinbarung.

In den letzten Monaten haben die Widerstandskräfte insgesamt 55 Städte eingenommen, doch die Behauptung, das Militär kontrolliere weniger als 40 % des Landes, scheint die Realität zu verzerren: Tatsächlich ist das zentrale Myanmar, vom Irrawaddy-Delta bis Mandalay, nach wie vor fest in der Hand der Junta. In Naypyidaw, Yangon, Mandalay und den wichtigsten Städten ist das Leben "normal", auch wenn die Stromversorgung auf ein Minimum reduziert ist.

Der anhaltende Konflikt hat schwerwiegende Auswirkungen auf die Wirtschaft und die zunehmende Armut. In ihrem jüngsten "Myanmar Economic Monitor" prognostiziert die Weltbank, dass das Bruttoinlandsprodukt Myanmars in dem im März 2025 endenden Finanzjahr nur um 1 % wachsen wird. Die Situation hat sich im vergangenen Jahr erheblich verschlechtert, seit die Junta die Kontrolle über viele der wichtigsten Grenzübergänge des Landes und die Überlandhandelsrouten nach China, Bangladesch und Indien übernommen hat. Vertreibung, Arbeitsplatzverluste und Einkommensverluste haben einen Großteil der bisherigen Fortschritte bei der Armutsbekämpfung zunichte gemacht, so der Bericht, der auf "sehr schwache wirtschaftliche Aussichten hinweist, die den Familien in Myanmar kurz- bis mittelfristig kaum Erleichterung verschaffen werden". Darüber hinaus hat die Wehrpflicht, die im Februar von der Junta eingeführt wurde, um die zunehmend dezimierten Reihen der Armee aufzufüllen, "die Abwanderung in ländliche Gebiete und ins Ausland verstärkt und den Arbeitskräftemangel in einigen Wirtschaftssektoren vergrößert", so der Bericht.

Seit dem Staatsstreich im Jahr 2021 hat die internationale Gemeinschaft Wirtschaftssanktionen verhängt, um die Möglichkeiten der Militärgeneräle einzuschränken, sich an den natürlichen Ressourcen und den von ihnen kontrollierten Unternehmen zu bereichern, doch das Militär umgeht diese Sanktionen durch den Verkauf von Holz, hauptsächlich an Indien und China.

Die Misswirtschaft des Militärs hat für einen großen Teil der Bevölkerung zu einer Wirtschaftskrise geführt, so dass sich die Armutsrate im Vergleich zum März 2020 verdoppeln wird. Wie das UN-Hochkommissariat für Menschenrechte feststellt, lebt inzwischen fast die Hälfte der Bevölkerung in Armut, und die Landbevölkerung ist vom Hungertod bedroht, da das Militär den Zugang zu den von Gewalt und Konflikt betroffenen Gebieten weiter einschränkt. Erschwerend kommt hinzu, dass wichtige Versorgungswege und Wasserstraßen im ganzen Land blockiert sind, so dass die Hilfskräfte 17,6 Millionen Bedürftige nicht erreichen können.

(PA) (Fides 14/6/2024)

 

ASIEN/CHINA - Zu den Ursprüngen der Herz-Jesu-Verehrung der chinesischen Katholiken

 

Von Marta Zhao

 

Shijiazhuang (Fides) - Nach Angaben des "Leitfadens zur katholischen Kirche in China", der von dem großen französischen Missionar Jean Charbonnier (1932-2023) herausgegeben wurde, gibt es auf dem chinesischen Festland über 200 Pfarreien, Kirchen und Kapellen, die dem Heiligsten Herzen geweiht sind. Unter ihnen befindet sich die Kathedrale der Erzdiözese Guangzhou, die vielleicht schönste aller Kathedralen in China. Neue Kirchen werden weiterhin dem Heiligsten Herzen Jesu geweiht, wie die im Juni 2023 eingeweihte Kirche in der Diözese Wenzhou (vgl. Fides 26/6/2023).

Laut der katholischen Zeitung "Shengxin" („Heiligstes Herz), die von 1887 bis 1949 in Shanghai erschien, war es der Jesuitenpater Jean Charles de Broissia, der die Herz-Jesu-Verehrung in China einführte. Die Verbreitung der Herz-Jesu-Verehrung in China ist jedoch vor allem seinem Mitbruder Romain Hinderer (1668-1744) zu verdanken, der zwischen 1722 und 1732 in der Stadt Hangzhou die erste große Herz-Jesu-Kirche errichtete (dort, wo sich heute der Mausoleumspark eines anderen großen italienischen Jesuiten befindet, des Historikers, Geographen und Kartographen Martino Martini, der von 1614 bis 1661 lebte).

Auch die Steyler Missionare haben auch einen großen Beitrag zur Verbreitung der Verehrung des Heiligsten Herzens Jesu unter den chinesischen Katholiken geleistet. Vom Gründer, dem heiligen Arnold Janssen, bis zum heiligen Joseph Freinademetz haben Steyler Missionare immer Trost in der göttlichen Barmherzigkeit gefunden, die sich durch das Heiligste Herz Jesu über die Menschheit ergießt.

Heute ist die Verehrung des Heiligsten Herzens Jesu Teil des christlichen Lebens, das im Alltag der chinesischen katholischen Gemeinschaften gelebt wird. Eine spirituelle Dynamik, die besonders im Monat Juni gepflegt wird, dem Monat, den das Volk Gottes in allen Teilen der Welt dem Heiligsten Herzen widmet. Es gibt Laien, die ihre gesamte Familie dem Heiligsten Herzen Jesu weihen, während Priester den Tag der priesterlichen Heiligung an seinem liturgischen Hochfest begehen. In jedem Haus einer chinesischen katholischen Familie befindet sich mindestens ein Bild des Heiligsten Herzens.

Auch in diesem Monat Juni häufen sich in China die Zeugnisse der Verehrung des Heiligsten Herzens Jesu. In der Herz-Jesu-Pfarrei in Quxi, Ouhai, in der Diözese Wenzhou, nehmen zum Beispiel jeden Sonntag im Juni mehr als 350 Katholiken nach der feierlichen Prozession vom Kloster der Schwestern der Heiligen Theresia an der Eucharistie teil und beten gemeinsam den Rosenkranz. Zudem nehmen sie auch an Treffen und Katechesen teil, die der Verehrung des Heiligsten Herzens gewidmet sind.

Bei der Frauenkongregation vom Heiligsten Herzen in der Diözese Guizhou hat vor kurzem Schwester Fausta Tao Guangying die ewige Gelübde abgelegt. Bischof der Diözese Guiyang (Hauptstadt der Provinz Guizhou), Paul Xiao Zejiang, würdigte die Entscheidung der Ordensfrau für das gottgeweihte Leben, weil sie "die evangelische Aufforderung Jesu an die jungen Menschen widerspiegelt, alles, was ihnen lieb ist, aufzugeben, was nur in Christus vorbehaltlos geschehen kann, mit Jesus als höchstem Schatz".

Am internationalen Tag der Heiligung der Priester erteilte Bischof Paul Xiao im Rahmen eines feierlichen Gottesdienstes, an der über 600 Katholiken teilnahmen, zwei neuen Priestern die Weihe.

(Fides 14/6/2024)

 

AMERIKA/KOLUMBIEN - Frieden und Gerechtigkeit: Arbeitsgruppe für Kolumbien sucht nach gemeinsamen Lösungen

 

Rom (Fides) - Migration, Menschenrechtsverletzungen, Frieden und Umweltschutz sind nur einige der Themen, mit denen sich die Arbeitsgruppe für Kolumbien (Grupo de Trabajo por Colombia, GTC) in diesen Tagen in Rom beschäftigt, um den Frieden und die soziale Gerechtigkeit in dem lateinamerikanischen Land zu stärken.

"Ich bin so etwas wie die Hände und Füße der sozialen Arbeit, die wir als Gruppe im Prozess der Transformation des kolumbianischen Territoriums leisten", sagte der Bischof von Tibù Israel Bravo Cortés im Gespräch mit Fides. „Die Arbeitsgruppe hilft uns, in der internationalen Gemeinschaft sichtbar zu sein und einen Großteil unserer Arbeit zu leisten. Beim Treffen mit Papst Franziskus am 12. Juni beschrieb der Papst Kolumbien als ein edles Land mit liebenswerten Menschen und Arbeitern, aber wir dürfen nicht vergessen, dass es aufgrund der Gewalt, die uns seit über 70 Jahren im Griff hat, enormes Leid gibt", fügt der Bischof hinzu, der Mitglied der Kolumbianischen Bischofskommission für Soziale Kommunikation ist.

Wie die kolumbianische Caritas „Pastoral Social Caritas Colombiana“ betonte, ist eine konzertierte Aktion dringend erforderlich, um Frieden und Gerechtigkeit im Land zu schaffen, wobei die aktuellen Probleme aus einer Perspektive der Solidarität, Spiritualität und internationalen Zusammenarbeit angegangen werden müssen.

Die Gruppe, die sich aus Vertretern der Caritas aus Norwegen, England und Wales, Schottland, Spanien, Deutschland, den Vereinigten Staaten, Lateinamerika und der Karibik zusammensetzt, hat in Zusammenarbeit mit der kolumbianischen Caritas „Pastoral Social – Caritas Colombiana“ vom 12. bis 14. Juni in Rom eine Reihe von Treffen abgehalten, um die kritischen Themen Kolumbiens vermehrt auf die internationale Agenda zu setzen und die Ergebnisse der Zusammenarbeit in den 32 Jahren ihres Bestehens zu stärken.

(AP) (Fides 14/6/2024)

 

AFRIKA/KAPVERDEN - Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke ernannt

 

Vatikanstadt (Fides) - Kardinal Luis Antonio G.Tagle, Pro-Präfekt des Dikasteriums für die Evangelisierung hat am 3. Juni 2024, Pfarrer Angelo Florentino Fernandes Rodrigues aus dem Klerus der Diözese Santiago (Kapverden) für fünf Jahre zum Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke in den Kapverden ernannt.

Nach seiner Priesterweihe am 3. Juli 2022 war er Pfarrvikar in der Pfarrei „Ilha de Fogo“ in São Filipe, und ab September 2023 bis heute ist er dort Gemeindepfarrer. Seit 2023 ist er auch Mitglied des Wirtschaftsrates der Diözese.

Sein Theologiestudium absolvierte er am Alberoni-Kolleg in Piacenza. Er besitzt eine Lizenz in Wirtschaft und Management im Bereich Entwicklungsprojekte und -zusammenarbeit, die er 2013 an der „Jaean Piaget“ in Praia (Kap Verde) erworben hat.

 

(EG) (Fides 14/06/2024)


Nigeria: Zwei Jahre nach Pfingstmassaker sind Verdächtige noch immer nicht angeklagt

Die Kirche St. Franz Xaver in Owo. © Kirche in Not
Die Kirche St. Franz Xaver in Owo. © Kirche in Not

13.06.2024

 

(München/acn) - Zwei Jahre nach dem Anschlag auf die katholische Kirche St. Franz Xaver in Owo im nigerianischen Bundesstaat Ondo befinden sich mehrere Verdächtige zwar in Haft, eine juristische Aufarbeitung ist jedoch noch nicht in Sicht. Daran erinnerte Gemeindepfarrer Michael Abugan im Gespräch mit dem weltweiten katholischen Hilfswerk „Kirche in Not“.

 

Am 5. Juni 2022, dem Pfingstsonntag, hatten bewaffnete Täter die vollbesetzte Kirche in Owo gestürmt, als gerade die heilige Messe zu Ende ging. Sie schossen in die Menge und zündeten Sprengkörper. Augenzeugen berichteten, dass die Attacke über 20 Minuten dauerte. Lokalen Angaben zufolge starben 41 Menschen, über 70 wurden verletzt. Es bekannte sich keine Gruppierung zu der Tat, die Ausführung legt jedoch einen islamistischen Hintergrund nahe.

 

 



FIDES-NACHRICHTEN - 14.06.2024

AFRIKA/ÄQUATORIALGUINEA - “Die Verfolgung in der Vergangenheit hat der Kirche eine neue Dynamik gegeben”

 

Malabo (Fides) - "Wir leben in einer Phase der neuen Dynamik in unserer Kirche", bekräftigt der Vorsitzender der Bischofskonferenz von Äquatorialguinea, Juan Domingo-Beka Esono Ayang, Bischof von Mongomo, im Interview mit Fides.

 

Die katholische Kirche wurde in Äquatorialguinea von 1968 bis 1979 verfolgt. Wie ist die Situation heute?

 

Die Kirche hat eine neue Dynamik erfahren: Von ehemals drei Diözesen mit zwei Bischöfen sind wir zu fünf Diözesen mit sechs Bischöfen geworden. Wir haben die Verfolgung der Kirche erlebt, aber das hat zu einem neuen Evangelisierungsimpuls geführt. Die Kirche in Äquatorialguinea ist trotz der Verfolgung durch ihre Priester und Laien präsent und aktiv geblieben. Katecheten wurden inhaftiert und erlitten alle Formen der Demütigung. Aber ihr Zeugnis brachte und bringt der Kirche in unserem Land etwas Neues und Lebendiges. Wir zollen den Priestern und Missionaren, die verfolgt wurden, unsere Anerkennung, und heute wird das Apostolat der Kirche in Äquatorialguinea von allen sehr geschätzt.

 

Für einen der verfolgten Katechisten, José Si Esono, wurde der Seligsprechungsprozess eingeleitet.

 

Wir haben einige Heiligsprechungsverfahren, die wir der Kongregation für die Selig und Heiligsprechungen vorlegen wollen. Im Rahmen unseres Ad-Limina-Besuchs haben wir bereits den Fall des Katechisten José Si Esono vorgestellt, der in Äquatorialguinea sehr verehrt wird. Dann ist da noch der Fall einer Ordensschwester, Imelda Makole, Mitbegründerin einer lokalen Frauenkongregation ("Oblatinnen der Unbefleckten Jungfrau Maria und des Heiligen Josef", heute "Missionarinnen der Unbefleckten Jungfrau Maria"). Und auch für andere Katechisten und Laien sind Seligsprechungsverfahren im Gange.

 

In der Kirche Äquatorialguineas spielen die Katecheten also eine grundlegende Rolle...

Seit der ersten Verkündigung des Evangeliums in Äquatorialguinea wurden die Katecheten als "rechte Hand" der Priester betrachtet. Auch heute noch sind sie "Führungspersönlichkeiten", z. B. als Verantwortliche für die Basisgemeinden. Die Rolle der Laien ist also in unserer Kirche sehr sichtbar und präsent.

 

Gibt es noch immer Missionare im Land?

 

Unsere Kirche ist missionarisch; wir können uns die Kirche nicht ohne die Präsenz der Ordensleute aus Missionsorden vorstellen, die uns ihr Charisma und ihre besonderen Erfahrungen schenken. Wir sind mit ihrer Rolle in unserem Land sehr zufrieden und ermutigen andere Missionare, nach Äquatorialguinea zu kommen, dessen Kirche ihre Türen offen hat.

Die Claretiner-Missionare (Söhne des Unbefleckten Herzens der seligen Jungfrau Maria), die seit ihrer Ankunft im Jahr 1883 als die eigentlichen Urheber der Evangelisierung des Landes gelten, sind immer noch sehr präsent. Es stimmt, dass vor ihrer Ankunft andere missionarische Kongregationen nach Äquatorialguinea gegangen waren, aber aufgrund von Epidemien gezwungen waren, das Land zu verlassen. Den Claretinern gelang es schließlich, diese Hindernisse zu überwinden, sie blieben und sind immer noch sehr präsent.

 

Eine letzte Frage: Wie steht es um Berufungen zum Priesteramt?

 

Wir haben eine große Anzahl von Berufungen und wir haben ein einziges großes Seminar in Bata, das in nur wenigen Jahren von etwa vierzig Seminaristen auf etwa neunzig angewachsen ist. Diese Einrichtung ist also zu klein geworden und kann den Bedürfnissen der gestiegenen Zahl von Seminaristen nicht mehr gerecht werden. Wir brauchen dringend mehr Platz und Räumlichkeiten, um den künftigen Priestern eine angemessene Ausbildung bieten zu können.

(L.M.) (Fides 13/6/2024)

 

ASIEN/IRAK - Kardinal Sako kehrt nach Bagdad zurück: "Wir sind keine Kirche der Fremden“

 

Bagdad (Fides) - "Wir sind keine Kirche der Fremden", denn "wir sind die Nachkommen Abrahams, des Chaldäers, des Vaters aller Gläubigen" und "wir sind eine der Farben des schönen irakischen Gewebes, das bewahrt werden muss", so der irakische Kardinal Louis Raphael Sako, Patriarch der chaldäischen Kirche, am Mittwochabend, den 12. Juni, in seiner Predigt beim Gottesdienst in der Kirche „Mar Girgis“ anlässlich seiner Rückkehr nach Bagdad nach fast elfmonatiger Abwesenheit vom Patriarchat.

Im Juli 2023 hatte der irakische Präsident Abdul Latif Rashid das von seinem Vorgänger Jalal Talabani am 10. Juli 2013 erlassene Dekret 147 aufgehoben, das die päpstliche Ernennung des Patriarchen zum Oberhaupt der chaldäischen Kirche "im Irak und in der Welt" auf der Ebene der nationalen Gesetzgebung festlegte und ihn als "Verantwortlichen für das Eigentum der Kirche" anerkannte.

Diese Bestimmung des Präsidenten hatte eine Krise in den Beziehungen zwischen dem chaldäischen Patriarchat und der irakischen politischen und institutionellen Führung ausgelöst, und Patriarch Sako dazu veranlasst, den Patriarchatssitz von Bagdad zu verlassen und nach Erbil umzuziehen.

In den vergangenen Tagen hatte ein vom irakischen Premierminister Muhammad Shiaa al-Sudani unterzeichnetes Dekret die "Ernennung" des irakischen Kardinals Louis Raphael Sako zum Patriarchen der chaldäischen Kirche "im Irak und in der Welt" bekräftigt und ihn erneut als denjenigen anerkannt, der letztlich für die Besitztümer und Stiftungen seiner Patriarchatskirche verantwortlich ist. Das Dekret, das die patriarchalischen Vorrechte von Kardinal Sako anerkannte, hatte den Weg für die Überwindung der Krise und die Rückkehr des Patriarchen nach Bagdad geebnet.

Am Tag der Rückkehr des Patriarchen versammelte sich die gesamte örtliche Gemeinde mit Ordensschwestern, Priestern und den Bischöfen Basilius Yaldo und Shlemon Warduni um den Kardinal.

In seiner Predigt dankte Patriarch Sako Gott dafür, "dass er dieser schwierigen Phase der Ungerechtigkeit durch die mutige Initiative des Ministerpräsidenten Muhammad Shiaa Al-Sudani ein Ende gesetzt hat". „Die Haltung des Premierministers", fügte der irakische Kardinal hinzu, "gibt den Christen, die seit dem Sturz des früheren Regimes mehr als einmal auf die Probe gestellt wurden, neues Vertrauen und stärkt ihre Hoffnung auf eine bessere Zukunft".

„Die einheimischen Christen des Irak", so betonte der Patriarch, "sind keine Fremden in diesem gesegneten Land. Wir sind die Nachkommen derer, die die mesopotamische Zivilisation gegründet haben. Wir sind die Nachkommen des Gilgamesch-Epos mit seinem tiefgründigen menschlichen Inhalt, die Nachkommen Hammurabis, des Verfassers des ersten Gesetzes der Menschheitsgeschichte, und die Nachkommen Abrahams, des Chaldäers, des Vaters der Gläubigen an den einen Gott. Unsere Kirche ist eine der ältesten Kirchen". Es handle sich um eine Kirche, die seit jeher eine absolute Loyalität zum Heimatland gelebt habe, dem "wir viel gegeben haben".

„Jetzt", fügte der Patriarch hinzu, "wünschen wir uns, dass die Regierung mit uns auf der Grundlage der Prinzipien der Staatsbürgerschaft und der Gleichheit verhandelt, unsere Vertretung respektiert und unsere beschlagnahmten Häuser und unser Eigentum zurückerstattet“. Die Wiederherstellung der Gerechtigkeit für die Christen, betonte der Kardinal, "kann diejenigen, die ausgewandert sind, ermutigen, in ihr Land zurückzukehren, zu investieren und Arbeitsplätze zu schaffen".

(GV) (Fides 13/6/2024)

 

ASIEN/BAHRAIN - „Lächle und die Welt wird dir ein Lächeln schenken": 500 Kinder feiern zum ersten Mal den Weltkindertag

 

Awali (Fides) - Mehr als 500 Kinder verschiedener Nationalitäten nahmen am Weltkindertag teil, der zum ersten Mal in der katholischen Gemeinde des Apostolischen Vikariats von Nordarabien begangen wurde.

"Es war ein Tag voller Emotionen und Freude für die Kinder der katholischen Gemeinde von Bahrain, die am 7. Juni in der Kathedrale Unserer Lieben Frau von Arabien in Awali zusammenkamen und an Spielen, Aktivitäten und Momenten des Austauschs teilnahmen", so Pater Marcus Fernandes (ofmCap), Delegierter der Päpstlichen Missionswerke im Apostolischen Vikariat Nordarabien.

„‘Bitte, Entschuldigung und Danke‘ waren die drei Zauberworte, mit denen wir, unterstützt durch das Gebet, den Kindern eine Botschaft für eine neue Welt vermitteln wollten", betont er.

"Zusammen mit unserem Bischof und Apostolischen Vikar von Nordarabien, Bischof Aldo Berardi (osst), feierten wir die heilige Messe und erlebten gemeinsame Momente der Besinnung, in denen die Kinder dem Apostolischen Vikar in Begleitung des Dompfarrers Pater Saji Thomas (ofmCap) auch Fragen stellten", so der Missionar weiter.

"Ihr seid wertvoll, lächelt und die Welt wird euch ein Lächeln schenken", sagte Bischof Berardi zu den anwesenden Kindern und ermutigte die Teilnehmer des Weltkindertags.

Der von Pater Marcus und Katechismuskoordinator Rogy Joseph gestaltete Tag wurde vom Päpstlichen Missionswerk im Apostolischen Vikariat Nordarabien und der Katechismusabteilung der Kathedrale Unsere Liebe Frau von Arabien organisiert.

(AP) (Fides 13/6/2024)

 

ASIEN/INDONESIEN - Papstbesuch im Zeichen von Geschwisterlichkeit und Barmherzigkeit

 

Jakarta (Fides) - Die Bedeutung des Besuchs von Papst Franziskus in Indonesien werde durch die beiden Begriffe geprägt, die auch das Leitmotiv seiner Anwesenheit auf dem asiatischen Archipel sein werden: Geschwisterlichkeit und Barmherzigkeit. Dies betont der Generalsekretär der indonesischen Bischofskonferenz und Bischof von Bogor, Paskalis Bruno Syukur (ofm), der erläutert wie sich die indonesische Kirche auf den lang erwarteten Besuch des Papstes vorbereitet, der im Rahmen seiner für den kommenden September geplanten apostolischen Reise durch Asien (Singapur, Papua-Neuguinea, Indonesien, Osttimor) vom 3. bis 6. September Indonesien besuchen wird.

"Die indonesische katholische Gemeinschaft, Bischöfe, Priester, Ordensleute und Laien", sagte er, "sehen und lieben den Papst als eine Figur, die Geschwisterlichkeit, Barmherzigkeit und einen starken Glauben an Jesus bezeugt". Zu den Erwartungen, die ganz Indonesien, eine Nation mit 275 Millionen Einwohnern, an den Papstbesuch hat, betont er: "Unser Wunsch und unsere Hoffnung ist, dass die Ankunft von Franziskus die Nation inspirieren wird, Wohlstand und Frieden zu sichern und zu erhalten“.

Zum Thema menschliche Geschwisterlichkeit erklärt Bischof Syukur: "Bei vielen Gelegenheiten und während seines gesamten Pontifikats hat Papst Franziskus der menschlichen Geschwisterlichkeit den Vorrang gegeben, indem er die Würde des Menschen ohne Rücksicht auf ethnische Zugehörigkeit, Kultur und Religion in den Blick genommen hat: Seine Enzyklika 'Fratelli tutti' vertieft und erklärt diesen Ansatz“. „In der großen und pluralen indonesischen Nation", betonte er, "zeigt sich dies besonders in der Erfahrung des Zusammenlebens zwischen verschiedenen kulturellen, religiösen und sprachlichen Gruppen sowie in der friedlichen Koexistenz und dem Dialog zwischen Gläubigen verschiedener Religionen in einer Nation mit einer islamischen Mehrheit“. "Franziskus“, so der Bischof, „hat Indonesien schon oft für die Koexistenz ethnischer und kultureller Vielfalt gewürdigt, die in dem nationalen Motto 'Einheit in der Vielfalt' zum Ausdruck kommt. Seine Ankunft in Indonesien wird eine Gelegenheit sein, den Geist der Geschwisterlichkeit und des Pluralismus zu stärken, der aufgrund verschiedener Regionen und verschiedener sozialer und politischer Probleme manchmal schwächer werden oder schwinden kann. Wir glauben, dass die Anwesenheit des Papstes von den Gläubigen der verschiedenen Religionsgemeinschaften, den Christen, den Muslimen, den Buddhisten und den Hindus, geschätzt werden wird". Der Papst sei "eine Persönlichkeit, die Einheit, Akzeptanz und Liebe zu den anderen anregt, die den Dialog und die Integration fördert, ein Mann des Friedens und der Hoffnung, der alle umarmt".

In diesem Sinne könne der Papst die indonesische Gesellschaft auch darin bestärken, das zweite große Thema zu leben: das Mitgefühl für andere. "Der Papst kommt, um uns zu sagen, dass Christus in denen gegenwärtig ist, die klein und hilflos sind. Wir möchten diese Gelegenheit nutzen, um allen katholischen Gemeinschaften in Indonesien, in den verschiedenen Regionen, vorzuschlagen, den Geist des Mitgefühls gegenüber den kleinen, armen und abgelegenen Gemeinschaften, gegenüber den Mittellosen, Leidenden und Schwachen zu erneuern. Die Kirche ist aufgerufen, hinauszugehen und die Armen und Leidenden mit dem Reichtum und der Freude des Evangeliums zu erreichen".

Der Bischof sagt, er vertraue auf die Religiosität der indonesischen Bürger, "die fromm sind, egal welcher Religionsgemeinschaft sie angehören". Der Papst sei "weltweit eine charismatische Figur, ein religiöser Führer, ein Mann Gottes, und deshalb wird seine Anwesenheit den Glauben der Menschen stärken".

Schließlich wird der Besuch des Papstes das Jahr 2024 besiegeln, in dem der 100. Jahrestag der Gründung der indonesischen Bischofskonferenz gefeiert wird, „die einen Weg der Gemeinschaft und der Synodalität in der indonesischen Kirche auf dem Territorium eines so großen und über 17.000 Inseln verstreuten Archipels einleitete“. Und es werde eine fruchtbare Vorbereitung sein, so die Bischöfe, um das Heilige Jahr 2025 im Zeichen der erneuerten Hoffnung zu leben.

 

(PA) (Fides 13/6/2024)


Ecuador: „Kirche in Not“ unterstützt Gefängnisseelsorge

Mitarbeiter der Gefängnisseelsorge in der Erzdiözese Guayquil mit Koordinatorin Maria Christina Santacruz (2.v.r.). © Kirche in Not
Mitarbeiter der Gefängnisseelsorge in der Erzdiözese Guayquil mit Koordinatorin Maria Christina Santacruz (2.v.r.). © Kirche in Not

8.06.2024

 

(München/acn) - „Niemand glaubt an die Gefängnispastoral. Die Menschen denken, darum müsse man sich nicht kümmern. Aber die Bibel sagt mir, dass die Barmherzigkeit Gottes auch für die verstocktesten Sünder da ist.“ Maria Christina Santacruz spricht das wie ein trotziges Bekenntnis aus. Sie koordiniert die Seelsorge in Gefängnissen auf dem Gebiet der Erzdiözese Guayaquil im Westen von Ecuador.

 

Es gibt eine ganze Menge zu tun: Fünf Gefängnisse sind zu betreuen, darin sind über 12 000 Menschen inhaftiert – Tendenz steigend. Denn Ecuador, das einst als eines der sichersten Länder Lateinamerikas galt, versinkt in Bandenkrieg und Chaos. Die Mordrate stieg staatlichen Angaben zufolge im vergangenen Jahr um fast 70 Prozent. Bereits zum zweiten Mal hat der seit November 2023 amtierende Präsident Daniel Noboa den Ausnahmezustand ausgerufen. Das Militär liefert sich Gefechte mit dem Organisierten Verbrechen. Doch das hat auch zahlreiche Schlüsselstellen in den Behörden infiltriert. Die Lage ist unübersichtlich, die Gefängnisse dementsprechend überfüllt. Teilweise brachen auch dort Revolten aus, die erst nach Wochen unter Kontrolle gebracht werden konnten.


FIDES-NAHRICHTEN - 12.06.2024

AFRIKA/MALAWI - Dreiwöchige Staatstrauer nach dem Tod von Vizepräsident Chilima

 

Lilongwe (Fides) - Der Tod von Vizepräsident Saulos Klaus Chilima bei einem Flugzeugabsturz hat Malawi erschüttert. Präsident Lazarus Chakwera hat eine 21-tägige Staatstrauer ausgerufen.

"Wir sind schockiert und tief bewegt von der Nachricht des tragischen Flugzeugabsturzes, bei dem Vizepräsident Saulos Klaus Chilima und neun weitere Malawier ihr Leben verloren haben", schreiben die Bischöfe von Malawi in einer Verlautbarung, in der sie der Nation und den Familien der Opfer ihr Beileid aussprechen.

"Bis zu ihrem Tod waren Saulos Klaus Chilima und Frau Patricia Dzimbiri praktizierende Mitglieder der katholischen Kirche. Sie stammten aus Familien, die im katholischen Glauben, in der Ethik und in den Werten gegründet und verwurzelt waren", betonen die Bischöfe.

Patricia Shanil Dzimbiri war die Frau des ehemaligen Präsidenten Elson Bakili Muluzi. Sie gehörte zu der von Vizepräsident Chilima geleiteten Delegation, die aus der Hauptstadt Lilongwue abgereist war, um an der Beerdigung des ehemaligen Generalstaatsanwalts und Justizministers Raphael Kasambara teilzunehmen, der am 7. Juni in Mzuzu verstorben war.

Die Bischofskonferenz hat die Priester im ganzen Land gebeten, in den Gottesdiensten am Sonntag, dem 16. Juni, der Opfer des Flugzeugabsturzes zu gedenken.

(L.M.) (Fides 12/6/2024)

 

AFRIKA/BURKINA FASO - Ordensprovinz Westafrika: Weiße Väter und ihr Einsatz für Arme, Ausgegrenzte und Ausgebeutete

 

Ouagadougou (Fides) - In Afrika und für Afrika geboren, halten die Weißen Väter und die Missionsschwestern Unserer Lieben Frau von Afrika weiterhin das Charisma ihres Gründers, des Bischofs von Algier Charles Lavigerie, lebendig, der die beiden Kongregationen 1868 bzw. 1969 gründete. Im Oktober 1868 eröffnete Lavigerie das erste Noviziat der Gesellschaft der Afrikamissionare mit einigen Mitgliedern aus dem Priesterseminar der Diözese Algier, die sich für das "Apostolat unter den Muslimen" zur Verfügung gestellt hatten, während er 1969 die so genannten Weißen Schwestern gründete, die "Apostelinnen unter den Frauen" sein sollten.

Pater Augustine Rotshak Gonsum ist Mitglied der Gesellschaft der Afrikamissionare (Weiße Väter) und lebt und arbeitet in Burkina Faso in der Provinz des frankophonen Westafrikas (P.A.O.). Mit Fides spricht er über den aktuellen Kontext in den Ländern, die die P.A.O.-Provinz bilden.

„Die Ordensprovinz Westafrika besteht aus insgesamt sechs Ländern: Mali, Burkina Faso, Niger, Mauretanien, Elfenbeinküste und Togo", erklärt er. Wir haben Gemeinschaften in jedem Land. Die meisten der Gemeinschaften befinden sich in ländlichen Gebieten. Unser Provinzial ist Pater Didier Sawadogo", berichtet er.

"Die derzeitige Situation ist sehr besorgniserregend, da wirtschaftliche, soziale, politische, traditionelle und religiöse Gründe zu Konflikten und Kriegen an einigen Orten, zu wirtschaftlicher Verlangsamung und Rezession, zu schwerwiegenden klimatischen Folgen usw. führen. Um ein Beispiel zu nennen", so der in Nigeria geborene Priester, "Burkina Faso durchlebt derzeit eine schwere humanitäre, politische und soziale Krise und ein Klima der totalen Unsicherheit. Das Land wurde von terroristischen Anschlägen heimgesucht, die seit 2016 mehr als zehntausend Todesopfer gefordert haben, mehr als zwei Millionen Binnenvertriebene und Millionen von Menschen, die humanitäre Hilfe benötigen (vgl. Fides 14/5/2024)."

"Arbeitslosigkeit, Armut, ungelöste Stammeskonflikte, soziale Ungleichheiten und Ungerechtigkeiten, Menschenrechtsverletzungen, Rachefeldzüge ... gehören zu den Ursachen dieser Situation", fügt Pater Gonsum hinzu, der auch als Koordinator der Kommission für Gerechtigkeit und Frieden und Bewahrung der Schöpfung (JPIC) und der Kommission für Begegnung und Dialog der Provinz im Auftrag der Afrikamissionare ist.

"Das Ziel der beiden Kommissionen", erklärt der Missionar, "ist es, die Begegnung und den Dialog zwischen Menschen verschiedener Religionen, Konfessionen, Nationalitäten und Ethnien zu fördern; sich mit und für die Armen, die Ausgegrenzten, die Ausgebeuteten zu engagieren; sich aktiv für eine ganzheitliche menschliche Entwicklung einzusetzen; sich für soziale Gerechtigkeit, Frieden und Versöhnung einzusetzen; das Apostolat der Gerechtigkeit prophetisch zu leben, indem wir ‚auf den Schrei der Erde ebenso hören wie auf den Schrei der Armen‘ (vgl. LS 49) und mit Menschen guten Willens zusammenarbeiten, um für das ‚gemeinsame Haus‘ zu sorgen“.

"Wir organisieren Aufklärungskampagnen in Schulen und Universitäten mit dem Ziel, den Geist der gegenseitigen Aufnahme zu kultivieren und das Zusammenleben zu fördern und sozio-gemeinschaftliche Aktivitäten, Konferenzen zwischen jungen oder alten Menschen verschiedener Religionen usw. auf den Weg zu bringen oder Solidaritätsaktionen zugunsten von Binnenvertriebenen, Migranten, Frauen, die der Hexerei beschuldigt werden“, bekräftigt er. „Bei unserem Apostolat“, fährt Pater Augustinus fort, „widmen wir den Aktivitäten zum Schutz der Umwelt sowie den Fällen von Ungerechtigkeit große Aufmerksamkeit und organisieren Fastenaktionen während der Fastenzeit und des Ramadan, um die Brüderlichkeit zwischen Muslimen und Christen zu stärken“.

Derzeit gibt es 1.093 Weiße Väter aus 29 verschiedenen Ländern und 472 Studenten in Ausbildung mit 24 verschiedenen Nationalitäten. Sie kommen aus Kirchen auf 4 Kontinenten und arbeiten als Missionare in mehr als 20 Ländern in Afrika und im Nahen Osten (Israel und Libanon).

(AP) (Fides 12/6/2024)

 

ASIEN/CHINA - Belgische Delegation unter Leitung von Kardinal Jozef De Kesel besucht Festlandchina

 

Ulaan Chab (Fides) - Eine fünfköpfige belgische Delegation unter der Leitung von Kardinal Jozef De Kesel, emeritierter Erzbischof von Malines-Brüssel und Präsident der Ferdinand-Verbiest-Stiftung von Löwen bist zu Besuch in China. Zur Delegation gehören auch Pater Charles Phukuta, Generaloberer der Kongregation vom Unbefleckten Herzen Mariens (Scheut-Missionare, CICM) und Pater Jeroom Heyndrickx CICM, ein großer Freund der katholischen Kirche in China.

Auf Einladung der chinesischen Bischöfe traf die belgische Delegation am 7. Juni in China ein und wird dort bis zum 14. Juni bleiben. Ziel des Besuchs ist es, "die Ergebnisse der früheren gegenseitigen Besuche zwischen den beiden Kirchen zu konsolidieren und den kulturellen Austausch und die kirchliche Zusammenarbeit weiter zu stärken", wie nach den ersten Treffen am 8. Juni in Peking bekräftigt wurde.

Die Reise der belgischen Delegation nach China knüpft an den Besuch an, den vier chinesische katholische Bischöfe im vergangenen September in Europa (Belgien, Holland und Frankreich) unternommen haben, um die brüderliche Zusammenarbeit zwischen den Kirchen nach der schwierigen Zeit der Pandemie wieder aufzunehmen.

In der Hauptstadt hatte die belgische Delegation Gelegenheit, mit dem Bischof von Peking Joseph Li Shan, dem Bischof von Shanghai Joseph Shen Bin, dem Bischof von Zhoucun Joseph Yang Yongqiang und dem Bischof von Chengde Joseph Guo Jincai, dem derzeitigen Rektor des Nationalen Priesterseminars, zusammenzutreffen.

Kardinal De Kesel besuchte auch die Erzdiözese Peking und konzelebrierte zusammen mit Bischof Joseph Li Shan und den Priestern der Diözese die sonntägliche Eucharistiefeier in der Kathedrale des Heiligen Erlösers, die dem Heiligsten Herzen geweiht ist. Bei den Begegnungen konnten die chinesischen Bischöfe und ihre Gäste aus Belgien die pastoralen Probleme und Dringlichkeiten ihrer Kirchen erörtern und über eine mögliche verstärkte Zusammenarbeit in den Bereichen Priesterausbildung, Berufungspastoral, Katechese und Verkündigung des Evangeliums sprechen.

Im Nationalen Priesterseminar trafen die Mitglieder der belgischen Delegation mit den Seminaristen und dem Lehrpersonal zu einem gemeinsamen Gebet zusammen. Am 10. Juni reisten die belgischen Gäste in die Diözese Hohhot in der Provinz Innere Mongolei, wo sie von Bischof Paul Meng Qinglu empfangen wurden. Bischof Meng erläuterte den Gästen die Situation der Diözese und die Geschichte der Entwicklung der katholischen Gemeinde in Hohhot sowie die aktuelle Situation des regionalen Priestereminars der Autonomen Region Innere Mongolei. Schließlich konzelebrierten Bischof Meng, die Priester der Diözese und die belgischen Gäste die eucharistische Liturgie.

Das Programm der belgischen Delegation wird heute mit einem Besuch in der Diözese Jining/Wumeng (Region Ulaan Chab), ebenfalls in der Inneren Mongolei, fortgesetzt.

(NZ) (Fides 12/6/2024)

 

ASIEN/IRAK - Irakische Regierung erkennt den chaldäischen Patriarchen Sako als Verantwortlichen für das Eigentum der chaldäischen Kirche an

 

Bagdad (Fides) - Ein vom irakischen Premierminister Muhammad Shiaa al-Sudani unterzeichnetes Dekret "ernennt" den irakischen Kardinal Louis Raphael Sako zum Patriarchen der chaldäischen Kirche "im Irak und in der Welt" und erkennt ihn als Letztverantwortlichen für das Eigentum und die Stiftungen seiner Patriarchatskirche an. Das Dekret, das am Dienstag, den 11. Juni, auf der Website der chaldäischen Kirche veröffentlicht wurde, erkennt die patriarchalischen Vorrechte von Kardinal Sako an und ebnet den Weg zur Überwindung der Krise in den Beziehungen zwischen dem chaldäischen Patriarchat und der politisch-institutionellen Führung des Irak, die im Juli 2023 ausgebrochen war und die Patriarch Sako dazu veranlasst hatte, den Patriarchatssitz in Bagdad zu verlassen und nach Erbil zu ziehen.

Im Text des Dekrets heißt es wörtlich: "Auf der Grundlage der uns von der Verfassung übertragenen Befugnisse" und anderer gesetzlicher Verweise "haben wir Folgendes beschlossen: 1) Kardinalpatriarch Louis Raphael Sako zum Patriarchen der Chaldäer im Irak und in der Welt zu ernennen; 2) : die Stiftungsbehörde einzuführen", wobei der Patriarch "für die Stiftungen der chaldäischen Kirche verantwortlich ist".

Im Juli 2023 hatte der irakische Präsident Abdul Latif Rashid das von seinem Vorgänger Jalal Talabani am 10. Juli 2013 erlassene Dekret 147 aufgehoben, das die päpstliche Ernennung des Patriarchen zum Oberhaupt der chaldäischen Kirche "im Irak und in der Welt" auf der Ebene der nationalen Gesetzgebung festlegte und ihn als "verantwortlich für die Stiftungen der Kirche" anerkannte.

Seit Beginn der Krise war Patriarch Sako nur einmal nach Bagdad zurückgekehrt, und zwar zu einem Treffen mit Premierminister Soudani.

(GV) (Fides 12/6/2024)

 

ASIEN/INDIEN - Weitere Gewalt in Manipur: Einwohner wählen Oppositionsbündnis

 

Imphal (Fides) - Im Unruhe-Staat Manipur im Nordosten Indiens gibt es erneu Anzeichen von Spannungen und Gewalt. Nach den Parlamentswahlen und der Amtsübernahme von Narendra Modi, der Führer der nationalistischen Bharatiya Janata Party (BJP), in Neu Delhi, ist festzustellen, dass die Bevölkerung des Staates Manipur die lokale Regierung (der Premierminister des Staates ist N. Biren Singh von der BJP) abgewählt und dem von der Kongresspartei angeführten Oppositionsbündnis "INDIA" ihr Vertrauen geschenkt hat, indem sie drei Abgeordnete der Opposition zu ihren Vertretern wählte. In den letzten Monaten haben sich die nationalen Führer der Kongresspartei wiederholt zur Dringlichkeit einer Lösung der Krise geäußert, um eine Befriedung zu gewährleisten, und die BJP dafür kritisiert, dass sie es nicht geschafft hat, die Gewalt zu beenden.

Die jüngste Welle der Gewalt betraf den Bezirk Jiribam, wo Dorfbrände zwischen Angehörigen der Meitei und der Kuki-Gruppen gemeldet wurden: Der Vorfall zeugt von anhaltenden ethnischen Spannungen in Manipur. Nach Angaben der örtlichen Polizei wurden in Jiribam mehr als 1.000 Menschen, die den Gemeinschaften der Meitei und der Kuki-Zo angehören, vertrieben und in Behelfsunterkünfte in entfernten Gebieten umgesiedelt. Die Zusammenstöße zwischen der mehrheitlich hinduistischen Meitei-Gemeinschaft und dem mehrheitlich christlichen Kuki-Zo-Stamm haben nach Angaben der Regierung bisher mehr als 220 Menschenleben gefordert und weitere 67.000 Menschen vertrieben.

Beobachtern zufolge versuchte die BJP, die bisher die Regierung des Bundesstaates Manipur anführte, die Gewalt zu ihrem politischen Vorteil auszunutzen, aber mit dem Ergebnis der jüngsten Wahlen wollte die Bevölkerung ihre Unzufriedenheit mit der Regierung des Bundesstaates zum Ausdruck bringen, die die beiden Gemeinschaften nur vorübergehend als Ausweg getrennt hatte.

Angesichts der schwierigen Situation suchen christliche kirchliche Organisationen wie die „All Manipur Catholic Youth Organisation“ oder das von dem katholischen Erzbischof Thomas Menamparampil initiierte "Manipur Interreligious Forum for Peace and Harmony" nach einer gemeinsamen Basis,

Die Meitei machen etwa 60 % der Bevölkerung aus und leben in den wohlhabenderen Gebieten des Tals rund um die Hauptstadt Imphal; die Minderheitenstämme Kuki-Zo und Naga leben in den hügeligen Bezirken rund um das Tal. In der indischen Verfassung sind einige historisch marginalisierte Stämme (die so genannten "Scheduled Tribes") als Empfänger spezifischer Programme für Entwicklung, Bildung und Landanteile aufgeführt. Die Meitei hatten den Status eines "Scheduled Tribes" seit mehreren Jahren beantragt, um Zugang zu diesen Programmen und Privilegien zu erhalten, und bekamen ihn im März 2023 dank eines Urteils des örtlichen Gerichts. Genau wegen dieses Urteils organisierten die anderen Stammesminderheiten Protestmärsche, die später in Gewalt und regelrechten Bürgerkrieg ausarteten. Der Gerichtsbeschluss wurde nun im Februar 2024 vom Obersten Gerichtshof von Manipur aufgehoben, der ihn als verfassungswidrig einstufte. Auf der Grundlage dieses Sachverhalts, so die christlichen Gruppen, könnte und sollte der Konflikt entschärft werden.

(PA) (Fides 12/6/2024)

 

OZEANIEN/SAMOA - Erzbischof von Samoa-Apia ernannt

 

Vatikanstadt (Fides) – Papst Franziskus hat den bisherigen Pfarrer der Gemeinde “St. Paul” in Massey, (Diözese Auckland, Neuseeland), Inspektoratsrat und Delagaten für den Pazifik der Salesianer Don Boscos, P. Mosese Vitolio Tui (SDB) zum Erzbischof von Samoa-Apia (Samoa) ernannt.

P. Mosese Vitolio Tui (SDB) wurde am 9. November 1961 in Apia (Samoa) geboren. Er legte 1987 seine ersten Gelübde bei den Salesianern Don Boscos ab. Am 8. Dezember 1992 legte er die ewigen Gelübde ab.

Am 3. Dezember 1994 wurde er als erster einheimischer Salesianer Don Boscos Samoas zum Priester geweiht.

Nach seiner Priesterweihe hatte folgende Ämter inne: Ökonom und Lehrer in Alafua, Samoa (1995); Lokalrat in Oakleigh, Victoria, Australien (1996); Lokalrat, Schulleiter und Gemeindevikar in Alafua (1997-2006); Direktor und Novizenmeister in Suva, Fidschi (2006-2009); Provinzrat der Provinz Australien-Pazifik (2009-2015); Direktor, Schulleiter und Pfarrer in Salelologa, Samoa (2009-2017); Direktor und Pfarrer der Gemeinde „St. Paul“ in Massey, Diözese Auckland, Neuseeland (2018-2022); Direktor in Salelologa (2022-2023); ab 2023 Pfarrer der Gemeinde „St. Paul“, Provinzialrat und Delegierter für die Provinz Pazifik.

 

(Fides 12/6/2024)


FIDES-NACHRICHTEN - 11.06.2024

AFRIKA/MALAWI - Malawis Vizepräsident stirbt bei Flugzeugabsturz

 

Lilongwe (Fides) – „Ich bedauere, mitteilen zu müssen, dass die Rettungsteams die Überreste des Flugzeugs im Wald gefunden haben. Es gibt keine Überlebenden. Alle Menschen an Bord starben beim Aufprall", mit diesen Worten bestätigte der Präsident von Malawi, Lazarus Chakwera, live im Fernsehen den Tod seines Stellvertreters, Saulos Klaus Chilima.

Das Flugzeug, in dem der Vizepräsident unterwegs war, verlor gestern, am 10. Juni, gegen 9 Uhr Ortszeit den Radarkontakt, als es sich zur Landung in Mazuzu im Norden Malawis anschickte. Die Fluglotsen hatten dem Piloten geraten, in die Hauptstadt Lilongwe zurückzukehren, doch das Flugzeug wurde aus den Augen verloren und später in einem Wald in der Nähe von Mazuzu abgestürzt gefunden.

Aufgrund der dichten Vegetation hatten die Rettungskräfte große Schwierigkeiten, das Wrack zu finden. Die Regierung von Malawi hatte mehrere Staaten um Hilfe bei der Suche gebeten.

Neben dem Vizepräsidenten befanden sich neun weitere Personen an Bord des Flugzeugs, darunter die Ehefrau des ehemaligen Präsidenten, Bakili Muluzi.

Als die Nachricht von Chilimas Tod bekannt wurde, erschienen in den sozialen Medien auch Beileidsbekundungen einiger malawischer Priester, die ihn als frommen Katholiken in Erinnerung hatten.

 

(L.M.) (Fides 11/6/2024)

 

AFRIKA/NIGERIA - Der am 9. Juni entführte Pfarrer Gabriel Ukeh ist wieder frei

 

Abuja (Fides) - Der am Sonntag, den 9. Juni, entführte nigerianische Priester Gabriel Ukeh wurde freigelassen. Dies gab der Sprecher der Diözese Kafanchan Pfarrer Gabriel Okafor bekannt. "Gott sei Dank dürfen wir bekannt geben, dass unser Mitbruder im Priesteramt, Pfarrer Gabriel Ukeh, der am Sonntag, den 9. Juni aus dem Pfarrhaus der Pfarrei ‚St. Thomas‘ in Zaman Dabo in der Zango Kataf Local Government Area im Bundesstaat Kaduna, wo er seinen seelsorgerischen Dienst ausübt, entführt wurde, wohlbehalten freigelassen wurde." Laut Pfarrer Okafor, "wurde Pfarrer Gabriel Gabriel wurde am Montag, den 10. Juni, am Abend gegen 21 Uhr glücklich in seiner Pfarrgemeinde willkommen geheißen".

Im Mai wurden in Nigeria mindestens zwei weitere Priester entführt und nach einigen Tagen wieder freigelassen.

(L.M.) (Fides 11/6/2024)

 

AFRIKA/BURKINA FASO - Internationales Netzwerk „Talitha Kum”: Pater Gonsum über die Bekämpfung des Menschenhandels in Afrika

 

Ouagadougou (Fides) - Pater Augustine Rotshak Gonsum stammt aus Nordnigeria, genauer gesagt aus Pankshin im Bundesstaat Plateau. Er ist als Priester der Gesellschaft der Afrikamissionare (Weiße Väter) in Burkina Faso tätig, derzeit in der Provinz Frankophones Westafrika (P.A.O.). Er lebt dort in der Gemeinschaft "Maison d'accueil" in der Hauptstadt und arbeitet im Bildungszentrum „Pélican“ in Paspanga (Ouagadougou). Am Rande der Generalversammlung von „Talitha Kum“, dem internationalen Netzwerk gegen Menschenhandel und Ausbeutung, dessen stellvertretender Koordinator er in Burkina ist, sprach er mit Fides. An der Versammlung nahmen Vertreter aus 90 Ländern der Welt teil, die sich anlässlich des 15-jährigen Bestehens der 2009 gegründeten Organisation bei der Internationalen Union der Generaloberen (Uisg) versammelt hatten.

"Die Organisation ist in mehreren Orten des afrikanischen Landes vertreten: Bobo Dioulasso, Ouagadougou, Banfora, Diébougou, Koudougou, Nouna, Tenkodogo, Dédougou, Gaoua und Ouahigouya", berichtet der Missionar. "Mit unserem Engagement wollen wir Gemeinschaften fördern, ermutigen und voranbringen, die frei von Menschenhandel, sicher und gesund für alle sind. Wir fördern die Achtung der Grundrechte und der Würde aller Menschen unabhängig von ihrer Rasse, Religion und Herkunft, die bedingungslose Liebe Christi zu den Menschen und ein integratives Umfeld", betont er.

"Das Netzwerk ‚Talitha Kum‘ hat es sich zur Aufgabe gemacht, dem Menschenhandel, dem Missbrauch und der Ausbeutung schutzbedürftiger Menschen durch Präventions-, Sensibilisierungs-, Advocacy- und Opferhilfemaßnahmen ein Ende zu setzen. Wir bemühen uns um einen sinnvollen direkten Dialog mit Menschen, die ihr Land in der Hoffnung auf ein besseres Leben verlassen wollen, führen Bildungsprogramme durch, um Einzelpersonen und Gemeinschaften für das Thema Menschenhandel zu sensibilisieren, und beteiligen uns an Studien und Forschungsarbeiten, um die Ursachen und Risikofaktoren für die Gefährdung durch neue Menschenhandelsszenarien besser zu verstehen", berichtet Pater Augustine.

Zu den vom Netzwerk in Burkina auf den Weg gebrachten Initiativen zählt Pater Augustine die Sensibilisierung von Pastoralreferenten, Treffen in Schulen, Hochschulen, Universitäten und Pfarreien sowie Sendungen in Radio- und Fernsehsendern über die Realität des Menschenhandels. "Wir nehmen aber auch viele Opfer und Überlebende auf", fügt der Missionar hinzu. „Wir versuchen, ihnen ein Klima der Sicherheit zu bieten und sie auf die Rückkehr in ihre Herkunftsländer vorzubereiten. Es gibt Opfer aus Kamerun, Nigeria, der Elfenbeinküste, Burkina Faso... Die soziale Wiedereingliederung besteht darin, ihnen eine schulische oder praktische Ausbildung als Einkommensquelle zu bieten, damit sie sich leichter wieder in die Gesellschaft integrieren können. All dies", so der Missionar abschließend, "setzt voraus, dass wir Mittel finden oder sie an andere Stellen weiterleiten, um ihre Unterstützung zu gewährleisten. Deshalb stehen wir in engem Kontakt mit Botschaften, der Jugendseelsorge, Krankenhäusern, Polizeistationen, Frauenzentren und dem Jugend- und Justizministerium."

"Talitha Kum ist zu einem weit verzweigten und globalen Netzwerk geworden, das gleichzeitig auch in den Ortskirchen gut verwurzelt ist", sagte Papst Franziskus am 23. Mai in seiner Ansprache an die Teilnehmer des Treffens des internationalen Netzwerks, „Es ist zu einem Bezugspunkt für die Opfer, ihre Familien, die gefährdeten Menschen und die am meisten gefährdeten Gemeinschaften geworden".

(AP) (Fides 11/6/2024)

 

AFRIKA/TANSANIA - Kardinal Rugambwa mit Blick auf das 100jährige Jubiläum des Priesterseminars in Kipalapala: “Quelle neuen Lebens und Wachstums”

 

Tabora (Agenzia Fides) - "Wir sind Gott dankbar für das kontinuierliche Wachstum der Berufungen im Priesterseminar ‚St. Paul‘ in Kipalapala, wo derzeit etwa 290 Seminaristen ihre theologischen Studien absolvieren. Gemeinsam mit ihren Ausbildern, Lehrern und nicht-lehrenden Mitarbeitern ist es für uns eine Ehre, dieses Jahr zu erleben, in dem wir uns auf die Feier seines hundertjährigen Bestehens vorbereiten", so der Erzbischof von Tabora, Kardinal Protase Rugambwa, gegenüber Fides anlässlich der Verleihung der Diplome an 40 Seminaristen, die ihr Theologiestudium und ihre Ausbildung für das Priesteramt abgeschlossen haben.

„Das Priesterseminar in Kipalapala ist eines von drei theologischen Seminaren, die von der Bischofskonferenz von Tansania betrieben werden", so der Kardinal weiter. „Es befindet sich in der Erzdiözese Tabora und wurde von den Afrikamissionaren gegründet, als Tabora noch das Apostolisches Vikariat Unyanyembe in der Stadt Ushirombo war, wo das Vikariat seinen Sitz hatte. Das war im Jahr 1918. Später zog das Priesterseminar an einen Ort namens Utinta in der heutigen Diözese Mpanda um, und seit 1925 befindet es sich nun schon in Kipalapala."

"Wie ich bereits sagte", fügt der Erzbischof hinzu, "dient das Seminar allen kirchlichen Gebieten Tansanias, und manchmal kommen auch Seminaristen aus den Nachbarländern sowie Mitglieder von Ordensinstituten und Gesellschaften des apostolischen Lebens zum Studium hierher“.

Die Erzdiözese Tabora war maßgeblich an der Existenz und dem Wachstum des Priesterseminars beteiligt. Folglich ist der Erzbischof von Tabora im Namen der tansanischen Bischofskonferenz für das Seminar zuständig und ist außerdem Mitglied des Verwaltungsrats. "Tatsächlich bin ich persönlich mit meinen Mitarbeitern und den Gläubigen an verschiedenen Aktivitäten und Veranstaltungen im Hinblick auf die Vorbereitungen zum hundertjährigen Jubiläum beteiligt, die in der zweiten Hälfte des nächsten Jahres stattfinden werden und die bereits im Gange sind", sagt er.

"Wir beten zu Gott, dass er unsere Bemühungen segnet", schließt Kardinal Rugambwa, "damit die Hundertjahrfeier zu einer Quelle neuen Lebens und Wachstums wird, das darauf abzielt, gute zukünftige Diener der Kirche für das Leben und die Mission der Kirche in Tansania und anderswo auszubilden“.

(AP) (Fides 11/6/2024)

 

ASIEN/CHINA - Zum 800. Geburtstag des „Doctor Angelicus“: Symposium zur Philosophie des heiligen Thomas von Aquin

 

Wuhan (Fides) - "Offenheit, Inklusivität, Innovation, Rationalität" und viele andere Merkmale der Philosophie des heiligen Thomas von Aquin (1225 - 1274) standen im Mittelpunkt des „Fünften Nationalen Forums für mittelalterliche Philosophie“, in dessen Rahmen sich chinesischen Akademiker und Geistliche anlässlich seines des 800. Geburtstags mit dem "Doctor Angelicus" befassten. Das Symposium fand am 8. und 9. Juni an der „Huazhong State University of Science and Technology“ (HUST) in der Stadt Wuhan, der Hauptstadt der Provinz Hubei, statt. An den beiden Konferenztagen hielten mehr als siebzig Wissenschaftler und Experten von rund dreißig Universitäten aus Festlandchina, Hongkong, Taiwan und Macau Vorträge und nahmen an hochrangigen wissenschaftlichen Diskussionen teil.

Zu den Universitäten und Instituten, aus denen die Teilnehmenden des Symposiums stammen, gehören auch die Universität Peking, die Volksuniversität, die Universität Xinjiang, die Chinesische Akademie der Sozialwissenschaften, die Katholische Fu-Jen-Universität in Taiwan, die Chinesische Universität Hongkong und die St. Josephs-Universität in Macao.

Anlässlich des 800. Geburtstags des "Großen Weisen der Philosophie" (wie der heilige Thomas von Aquin in der chinesischen akademischen Welt genannt wird) eröffnete Wu Tianyue, Generalsekretär des Fachausschusses für mittelalterliche Philosophie des Nationalen Instituts für Philosophie und Professor an der Universität Peking, das Symposium mit einem Vortrag zum Thema "800 Jahre Thomas von Aquin: Thomismus im historischen Kontext". Professor Wu gab auch einen Überblick über alle Forschungen und Studien, die das Komitee während des Jubiläumsjahres des heiligen Thomas durchgeführt hat, wobei er sich vor allem auf die Veröffentlichung einer neuen chinesischen Übersetzung der "Summa Theologiae", eines der Hauptwerke des heiligen Thomas von Aquin, konzentrierte, die unter der Schirmherrschaft der Universität Huazhong entstanden ist.

An dem Symposium nahmen auch mehrere Vertreter der katholischen Kirche in China teil. Pfarrer Peter Zhao Jianmin, ein Priester der Erzdiözese Peking, hielt einen Vortrag mit dem Titel "Die scholastische Philosophie und ihre historischen Auswirkungen". Professor Li Qiuling, Doktorvater am Institut für Philosophie der Volksuniversität und Forscher am Institut für Theorie des Buddhismus und der Religion, widmete seinen Vortrag dem "spezifischen Beitrag der christlichen Philosophie"; der taiwanesische Philosoph Bernard Li Jianqiu, ehemaliger Rektor der katholischen Fu-Jen-Universität, konzentrierte sich auf "die geistige Entwicklung des Heiligen Thomas". Mehrere Beiträge bezogen sich auf die Anthropologie und Metaphysik des heiligen Thomas von Aquin; andere Beiträge untersuchten und vertieften Themen wie die Beziehung zwischen der griechischen Philosophie und den Kirchenvätern sowie die theologische Erkenntnistheorie des Thomas von Aquin.

Im Rahmen des Forums erörterten die Teilnehmenden die historische Studien und Untersuchungen zur aktuellen Entwicklung der Philosophie des heiligen Thomas von Aquin mit Blick auf eine breitere Debatte über den Beitrag der mittelalterlichen Philosophie im gegenwärtigen, von Multikulturalität geprägten historischen Kontext.

Darüber hinaus erinnerten die Wissenschaftler an die Dringlichkeit, philosophische Themen und Fragen in einer verständlichen Sprache zu behandeln, um Neugier und Interesse an den behandelten Themen auch bei denjenigen zu wecken, die sich noch nie mit dem Studium der Philosophie befasst haben.

(NZ) (Fides 11/6/2024)

 

ASIEN/VIETNAM - Das Erbe von Papst Johannes XXIII. prägt das Studium an der Akademie in Vinh

 

Vinh (Fides) - Demut, Güte, Zuhören, Sanftmut, Aufmerksamkeit für die "Kleinen" und die "Letzten" sollen den Weg des Studiums und der ganzheitlichen und missionarischen Ausbildung im Zeichen der Geduld und der Vertiefung prägen. Dieses Ziel verfolgt die „Interkongregationalen Akademie des Heiligen Johannes XXIII.“ in der Diözese Vinh im Norden Vietnams, das den zehnten Jahrestag seiner Gründung (2014-2024) feiert und sich dabei an einer Vision und Mission der Menschenliebe, die durch den "guten Papst" inspiriert wird, orientieren.

In den zehn Jahren ihres Bestehens haben acht Kongregationen und Vereinigungen ihre Mitglieder zum Studium an die Akademie entsandt, und bis Ende Mai 2024 sind insgesamt 763 Studenten eingeschrieben, von denen 679 bereits ihren Abschluss gemacht haben. "Diese zehn Jahre in der Gesellschaft von Johannes XXIII. waren ein Weg des Segens, und alle Beteiligten sind dankbar für die Geschenke, die sie erhalten haben", berichtet Schwester Maria Dieu Huyen, eine Ordensschwester aus einer lokalen Kongregation in Vinh, die das Insitut besucht.

Die Diözese Vinh hat eine lange Geschichte mit nicht wenigen Schwierigkeiten hinter sich. Während des Prozesses der Entwicklung und Institutionalisierung sah sich die katholische Gemeinschaft von Vinh mit verschiedenen Herausforderungen konfrontiert, zu denen heute der menschliche und christliche Bildungsweg für Personen des geweihten Lebens und Laien gehört. Die Aussicht, eine Akademie zu gründen, und ein Team von Personen des geweihten Lebens für die Missionsarbeit der Diözese zu bilden, war ein Traum, der nach vielen Jahren der Vorbereitung in Erfüllung ging: Im September 2014 wurde Bischof Paul Nguyen Thai Hop, der damalige Bischof der Diözese Vinh, die „Interkongregationale Akademie St. Johannes XXIII.“ mit dem Ziel gegründet, "die Qualität des Wissens, des Glaubens und der Seelsorge für die Studenten der Ordensgemeinschaften, der kirchlichen Vereinigungen und der einzelnen Gläubigen zu verbessern": ein Institut, das mit seiner Perspektive des missionarischen Engagements vollständig in das Netzwerk und die Arbeit der "christlichen Bildung" der vietnamesischen Kirche integriert ist.

In den ersten Jahren fand der Kurs der Akademie aufgrund mangelnder Einrichtungen in den Räumlichkeiten der Kongregation der Liebenden vom Heiligen Kreuz in Vinh statt. Seit 2021 ist die Einrichtung auf den Campus des Pastoralzentrums der Diözese Vinh umgezogen, wo es drei Klassenräume, einen Bibliotheksraum, einen Computerraum, eine Kapelle, verschiedene Studienräume und Räume für Freizeitaktivitäten gibt. Unter der Aufsicht des Diözesanbischofs und eines Exekutivausschusses wählt die Akademie Lehrkräfte, geistliche Begleiter und Betreuer aus, die einen solide Grundlage für den Unterricht schaffen sollen. Bisher sind die Studierenden der Akademie hauptsächlich Ordensschwestern aus verschiedenen Kongregationen und Mitglieder kirchlicher Vereinigungen. Im Laufe der Jahre "ist die Akademie in allen Dimensionen gewachsen und hat versucht, im Namen und im Geist von Papst Johannes XXIII. zur missionarischen Arbeit der Kirche beizutragen", so Schwester Maria Dieu Huyen. "Dieser Ort ist wirklich zu einer Familie geworden, zu einem Treffpunkt für Spiritualität und zu einem Zentrum für spirituelle Wege, gemäß der Dynamik von 'Geben und Nehmen'. Der Wert des Evangeliums leuchtet in der Akademie. Der Lehrkörper und das gesamte Personal arbeiten daran, die apostolische Seele zu formen und die missionarischen Jünger auf ihre Mission vorzubereiten. Die Studenten hören fleißig auf die Wahrheiten und Schönheiten, die ihnen offenbart werden, um sie zu schätzen und ihre Mission zu erfüllen", stellt sie fest.

In den ersten Jahren fand der Kurs der Akademie aufgrund mangelnder Einrichtungen in der Kongregation der Liebenden vom Heiligen Kreuz in Vinh statt. Seit 2021 ist die Einrichtung auf den Campus des Pastoralzentrums der Diözese Vinh umgezogen, wo es drei Klassenräume, einen Bibliotheksraum, einen Computerraum, eine Kapelle, verschiedene Studienräume und Räume für außerschulische Aktivitäten gibt. Unter der Aufsicht des Diözesanbischofs und eines Exekutivausschusses wählt die Akademie Lehrkräfte, geistliche Väter und Animateure aus, um einen soliden Dienstmechanismus für den Unterricht zu schaffen. Bisher sind die Studenten der Akademie hauptsächlich Ordensfrauen aus verschiedenen Kongregationen und Mitglieder kirchlicher Vereinigungen. Im Laufe der Jahre "ist die Akademie in allen Dimensionen gewachsen und versucht, im Namen und im Geist von Papst Johannes XXIII. zum missionarischen Werk der Kirche beizutragen", so Schwester Maria Dieu Huyen. "Dieser Ort ist wirklich zu einer Familie geworden, zu einem Treffpunkt für Spiritualität und zu einem Zentrum für spirituelle Wege, gemäß der Dynamik von 'Geben und Nehmen'. Der Wert des Evangeliums leuchtet in der Akademie. Die Professoren und das gesamte Personal arbeiten daran, die apostolische Seele zu formen und die missionarischen Jünger auf ihre Mission vorzubereiten. Die Studenten hören fleißig auf die Wahrheiten und Schönheiten, die ihnen offenbart werden, um sie zu schätzen und ihre Mission zu erfüllen", stellt er fest.

"Das Studium soll Gott nicht zu einem zu analysierenden Objekt machen, sondern den Studenten helfen, ihn zu verstehen, ihn zu lieben und sich ihm im Glauben und im Gebet anzuschließen", für die "Christiusnachfolge" im Zeichen einer tiefen Intimität mit Gott. Auf dem Ausbildungsweg an der Akademie könne man "die Schönheit des Glaubens im Leben entdecken, um das Evangelium an den Orten zu bezeugen und zu verbreiten, an die sie gesandt werden, um ihre Mission in der Welt zu erfüllen", schließt die Ordensfrau.

Die Akademie erinnert an das Schreiben von Papst Franziskus an die Gläubigen Vietnams vom September 2023, in dem der Papst dazu auffordert, "wirksam auf die Bedürfnisse des täglichen Lebens zu reagieren und am Aufbau des Gemeinwohls in allen Bereichen des sozialen Lebens des Landes teilzunehmen" und "die Lehre Jesu zu verwirklichen, Licht der Welt und Salz der Erde zu sein: ‚So soll euer Licht vor den Menschen leuchten, damit sie eure guten Taten sehen und euren Vater im Himmel preisen‘ (Mt 5,16)“. Der Papst schloss sein Schreiben mit den Worten des heiligen Johannes XXIII. in "Pacem in Terris". Er hofft, dass die Menschen "unter den tiefsten Herausforderungen ihres gemeinsamen Menschseins entdecken, dass unter ihnen nicht die Furcht, sondern die Liebe herrscht", die sich "in einer treuen, vielgestaltigen Zusammenarbeit", ausdrückt.

Bei seinem jüngsten Besuch in Vietnam im vergangenen April zeigte sich auch der vatikanische Sekretär für die Beziehungen zu den Staaten, Erzbischof Richard Gallagher, zuversichtlich, dass "die vietnamesische katholische Gemeinschaft in der Lage sein wird, noch mehr zur Entwicklung des Landes beizutragen", auch im Bereich der Bildung.

Das Engagement im Bereich der Hochschulbildung kommt heute auch durch das „Katholische Institut Vietnams“ zum Ausdruck, die erste katholische Universität des Landes, die 2016 offiziell in Ho-Chi-Minh-Stadt eröffnet wurde, vom Heiligen Stuhl und der vietnamesischen Regierung anerkannt ist und Priestern, Ordensleuten und Laien offensteht und den Titel eines Bachelors, Lizentiats und Doktors in Theologie verleiht.

 

(PA) (Fides 11/6/2024)

 

 

AFRIKA/NIGERIA - Katholischer Priester im Bundesstaat Kaduna entführt

 

Abuja (Fides) - Pfarrrer Gabriel Ukeh, Gemeindepfarrer der „St. Thomas“-Kirche in der Gemeinde Zango Kataf im Bundesstaat Kaduna im Nordwesten Nigerias, ist entführt worden.

Der Priester wurde von bewaffneten Männern gefangen genommen, die in den frühen Morgenstunden des Sonntags, den 9. Juni, in das Pfarrhaus eindrangen.

Pfarrer Emmanuel Kazah Faweh, Generalvikar der Diözese Kafanchan, sagte in einem Kommentar zu der Nachricht von der erneuten Entführung eines Priesters in Nigeria: "Während wir inständig dafür beten, dass Pfarrer Ukeh so bald wie möglich wohlbehalten wieder freigelassen wird, verurteilen wir gleichzeitig die unaufhörlichen Entführungen mit dem Ziel der Lösegelderpressung unschuldiger und wehrloser Bürger unserer Gemeinden." "Wir rufen die Regierung auf, die Sicherheit zu erhöhen, da wir uns dem Sallah-Fest nähern", fuhr der Generalvikar fort und bezog sich dabei auf die islamischen Feierlichkeiten zum Opferfest.

Der Generalvikar von Kafanchan appelliert gleichsam an die Bevölkerung, nicht gewaltsam gegen die Banditen vorzugehen: "Während wir mit den Sicherheitskräften für die rasche Freilassung von Pfarrer Ukeh arbeiten, möchten wir alle dringend bitten, die Gerechtigkeit nicht in die eigenen Hände zu nehmen. Wir werden alle legitimen Mittel einsetzen, um sicherzustellen, dass Pfarrer Ukeh gesund und wohlbehalten zu uns zurückkehrt."

"Mögen unsere Gebete auf die Fürsprache der Heiligen Jungfrau Maria hin erhört werden und der Priester zusammen mit allen anderen Gefangenen bald freigelassen werden", so Pfarrer Faweh abschließend.

(L.M.) (Fides 10/6/2024)

 

AFRIKA/D.R. KONGO - Ostkongo: ADF-Milizen verüben neue Massaker

 

Kinshasa (Fides) – Mindestens 41 Menschen wurden nach offiziellen Angaben der kongolesischen Regierung vom heutigen 10. Juni bei einer Reihe von Angriffen getötet, die ADF-Milizen am 7. Juni n der Region Beni im Nord-Kivu im Osten der Demokratischen Republik Kongo verübt hatten (DRC).

Nach Angaben der Regierung von Kinshasa kamen in den Dörfern Masala und Mahibi 39 Menschen und in Keme zwei Menschen ums Leben. Neun weitere wurden verletzt.

Die „Allied Democratic Forces“ (ADF) sind eine ursprünglich aus Uganda stammende Gruppe, die sich seit Jahrzehnten im Osten der Demokratischen Republik Kongo, insbesondere in Nord-Kivu, etabliert hat. Im Jahr 2019 schloss sich die ADF-Milizen dem Islamischen Staat an (vgl. Fides vom 24/06/2023), was ihr „dschihadistisches“ Profil hervorhob.

Die jüngsten Massaker (zuvor wurden am 4. Juni in Masau an der Grenze zwischen den Provinzen Nord-Kivu und Ituri weitere 15 Menschen getötet, während weitere Massenmorde im April und Mai stattfanden) scheinen paradoxerweise auf die „Operation Shujaa“ zurückzuführen zu sein, die gemeinsam von der kongolesischen und ugandischen Armee durchgeführt wurde, um ADF-Dschihadisten zu bekämpfen.

Die im September 2021 gestartete Operation führte jedoch dazu, dass sich ADF-Mitglieder nach Westen bewegten, um den kongolesischen und ugandischen Truppen zu entkommen und sich auf den Weg nach Mangina und dem Mambasa-Territorium in Ituri zu machen. In diesen Gebieten zielt die ADF darauf ab, lokale Ressourcen wie Kakao zu plündern und lokale Kleinstminen auszubeuten, um sich neu zu formieren und ihre tödlichen Aktionen fortzusetzen.

(L.M.) (Fides 10/6/2024)

 

ASIEN/BAHRAIN - Die Kraft des Gebets und des Dialogs: Junge Bahrainer zeugen von einer lebendigen Kirche beim Internationalen Jugendpastoralkongress

 

Manama (Fides) – „Die Teilnahme am globalen Treffen junger Menschen aus aller Welt und an der Begegnung mit Papst Franziskus hat meinen Glauben an die Kraft des Gebets, des Dialogs, der Verbindung und der Suche nach Inspiration für eine positive Veränderung in der Kirche für unsere Jugend bestärkt ".

Neil Andrews, Mitglied der Jugendgruppe „Jesus Youth“, der vom Apostolischen Vikariat Nordarabien (AVONA) ausgewählt wurde, um Bahrain zusammen mit den anderen Delegierten aus Katar, Kuwait und Saudi-Arabien beim Internationalen Pastoralkongress zu vertreten, spricht mit Fides über seine Erfahrungen bei dem kürzlich in Rom zu Ende gegangenen Veranstaltung.

„Es war ein sehr wichtiges Ereignis für die jungen Leute aus dem Apostolischen Vikariat Nordarabien und wir sind unserem Apostolischen Vikar, Bischof Aldo Berardi (OSST), dankbar, der uns dieses Privileg gewährt hat. Wir hatten die Gelegenheit, uns kennenzulernen, auszutauschen, ein Netzwerk von Kontakten aufzubauen und einige völlig unerwartete Begegnungen zu haben, die bei uns allen eine Wirkung hinterlassen haben, die sicherlich noch lange anhalten wird“, betont er.

„Die Teilnahme an einer so wichtigen Veranstaltung hat meinen Glauben gestärkt und mich ermutigt, das Gelernte mit neuer Zielstrebigkeit und Hingabe weiterzutragen“, schließt Neil.

„Dieses Treffen hat mir geholfen zu sehen und zu erkennen, dass meine größte Liebe Jesus Christus ist. Ich bin zutiefst dankbar, dass ich ein Teil davon sein durfte“, fügte Geddah Grace Ranoco, Delegierte aus Katar, hinzu.

Die „Jesus Youth Bahrain“-Gruppe wurde am 9. März 2009 durch ein Programm namens „The SonRise“ offiziell gegründet und ist zur offiziellen Jugendbewegung der Sacred Heart Church in Manama geworden.

An dem vom Dikasterium für Laien, Familie und Leben organisierten Treffen in Rom „Für eine synodale Jugendpastoral: neue Führungsstile und -strategien“ nahmen rund 300 Delegierte aus mehr als 110 Ländern und 40 Verbänden und Bewegungen teil und internationale Gemeinschaften. Es war ein Schlüsselmoment am fünften Jahrestag der Veröffentlichung des nachsynodalen Apostolischen Schreibens „Christus vivit“, das direkt mit der Vorbereitung auf den nächsten Weltjugendtag in Seoul im Jahr 2027 verknüpft ist.

(AP) (Fides 10/6/2024)

 

ASIEN/SÜDKOREA - Schamanismus in sozialen Medien hat viele jugendliche Anhänger

 

Seoul (Fides) – In einem Land, das weltweit für seinen technologischen Fortschritt bekannt ist, erlebt der Schamanismus unter den jüngeren Generationen eine Wiedergeburt, die durch soziale Medien befördert wird. Obwohl sich mehr als die Hälfte der 51 Millionen Einwohner des Landes als „nicht religiös“ bezeichnen, bleibt Schamanismus in Korea eine recht beliebte religiös-spirituelle Praxis. Wie aus einem Bericht der koreanischen Agentur „Yonhap“ hervorgeht, hat die 29-jährige Schamanin Lee, bekannt als „Aegi Seonnyue“ („Kleiner Engel“), Hunderttausende Follower in den sozialen Medien und von ihrem mit verschiedenen Statuen, Gottheiten und Kerzen geschmückten Heiligtum aus, verbindet sich mit „Kunden“ über die sozialen Medien. Seit sie 2019 ihren YouTube-Kanal eröffnete und damit Erfolg hatte und zahlreiche Follower hatte, haben viele andere koreanische Schamanen spirituelle Videos online gestellt.

Ein Film namens „Exhuma“ über junge Schamanen kam kürzlich in die koreanischen Kinos und wurde schnell ein Erfolg. Der Regisseur des Films, Jang Jae-hyun, spürte während der Dreharbeiten eine beträchtliche Anzahl junger Schamanen auf. Kim Dong-gyu, Forscher am Institut für koreanische Religionsstudien an der Sogang-Universität, kommentierte: „Heutzutage nutzen Schamanen soziale Medien, um für ihre Aktivitäten zu werben, so wie sie es früher mit Zeitungen machten.“

Wir stellen fest, dass es in der heutigen koreanischen Kultur und Gesellschaft nicht mehr das kulturelle „Stigma“ gibt, das Schamanen dazu veranlasst hat, ihre Aktivitäten zu verbergen, und daher sind die heutigen Schamanen bestrebt, sich auszudrücken und können sich selbst promoten. Laut der koreanischen Nachrichtenagentur „Yonhap“ verlangen Schamanen etwa 100.000 koreanische Won für eine 30-60-minütige Beratung, die typischerweise Rituale wie das Läuten von Glocken, das Verbrennen von Weihrauch oder das Werfen von Reiskörnern umfasst, um die Zukunft vorherzusagen oder die aktuelle Situation zu interpretieren.

Um die Gründe für die wachsende Beliebtheit des Schamanismus unter jungen Koreanern zu erklären, verweisen Experten vor allem auf wirtschaftliche Schwierigkeiten und Zukunftsängste: Angesichts der Schwierigkeiten, Arbeit und Wohnraum zu finden, wenden sich junge Menschen an mysteriöse Kräfte, um Trost und Erleichterung zu finden. Es ist bekannt, dass junge Koreaner mit Problemen wie hohen Immobilienpreisen, den Kosten für die Kindererziehung und den Lebenshaltungskosten zu kämpfen haben, und dieser Prozess sieht auf soziologischer Ebene das Problem des drastischen Rückgangs der Geburtenrate als ein anderes der Konsequenzen.

Eine Agentur des koreanischen Kulturministeriums schätzte die Präsenz von mehr als 300.000 Schamanen in Südkorea im Jahr 2022 und sagte, dass Schamanismus ein „wichtiger Teil des koreanischen Charakters“ sei. Die Wurzeln des Schamanismus auf der koreanischen Halbinsel reichen mindestens 2000 Jahre zurück und die Praxis wurde als religiöser Kult dargestellt, der das Wohlergehen der Familie bewahrt, indem er böse Geister austreibt, Kranke heilt und sich um die Geister der Vorfahren kümmert und der Verstorbene. Die Einführung des Buddhismus, des Konfuzianismus und des Taoismus in Korea schmälerte ihre Popularität, aber der Schamanismus beeinflusste weiterhin die Einstellungen und die religiöse Praxis vieler Koreaner. Die japanische Kolonialverwaltung zu Beginn des 20. Jahrhunderts und später die Militärdiktatur der 1970er Jahre versuchten, den Schamanismus in Korea zu unterdrücken, der als „Aberglaube“ und als Hindernis für die Modernisierung galt.

Das Phänomen der Wiederbelebung des Schamanismus weist jedoch auch auf ein weit verbreitete Bedürfnis nach Spiritualität und Transzendenz in der koreanischen Gesellschaft hin. Das Phänomen macht Schlagzeilen, während die katholische Kirche in Korea damit beschäftigt ist, den Weltjugendtag 2027 in Seoul zu organisieren. Bischof Kyung-sang Lee, Generalkoordinator des Organisationskomitees, äußerte kürzlich die Hoffnung, dass „der Glaube junger Menschen wiederbelebt wird und alle Gläubigen unter dem Volk Gottes die Liebe Gottes ein wenig mehr in ihrem eigenen Leben spüren können.“

(PA) (Fides 10/6/2024)

 

ASIEN/IRAK - Zehn Jahre nach der Besatzung durch den IS: Weniger als 50 christliche Familien sind nach Mossul zurückgekehrt

 

Von Gianni Valente

 

Mossul (Fides) – Mossul, zehn Jahre später. Es war der 10. Juni 2014, als es den dschihadistischen Milizionären des Islamischen Staates (IS) erstmals gelang, ihre schwarzen Fahnen in der zweiten irakischen Stadt zu hissen, während die Regierungstruppen sich aus der Metropole zurückzogen.

Vor der Ankunft der Dschihadisten lebten in Mossul mindestens 1200 christliche Familien.

Mossul wurde 2017 vom Islamischen Staat erobert. Seitdem sind nur sehr wenige geflohene Christen dauerhaft in ihre Häuser zurückgekehrt. „Es gibt etwa 30 bis 40 Familien, oft nicht vollständig. Viele sind ältere Menschen. Mehrere Familien kommen und gehen von anderen Orten, sie stellen keine stabile Präsenz dar, die man wahrnehmen könnte“, bestätigt der chaldäischer Bischof von Alqosh Paul Thabit Mekko, gegenüber Fides.

Die Tage der dschihadistischen Eroberung von Mossul gelten als Beginn einer Zeit voller Traumata und Schmerzen, die das Profil einer Stadt, die einst als Ort des Zusammenlebens verschiedener Glaubensgemeinschaften beschrieben wurde, tiefgreifend verändert zu haben, während die Stadt als Wiege einer der ältesten christlichen Gemeinden der Welt beschrieben wird .

Bis vor zwei Jahrzehnten gab es in Mossul mehr als 100.000 Christen, Teil eines sozialen Gefüges, in dem die sunnitische Mehrheit mit Schiiten, Jesiden und anderen Minderheiten friedlich zusammenlebten. Nach der von den USA geführten Militärintervention, die 2003 zum Sturz des Regimes von Saddam Hussein führte, begann die Zahl der Christen zu sinken. Seitdem hatte die konfessionelle Gewalt zugenommen.

Bereits im Juni vor zehn Jahren hatten viele christliche Familien Mossul verlassen, noch bevor die Stadt vollständig von IS-Milizionären erobert worden war. Am 12. Juni bestätigte der damalige chaldäische Erzbischof von Mossul, Amel Shimon Nona, gegenüber Fides, dass die überwiegende Mehrheit der 1.200 christlichen Familien die Stadt verlassen habe. Er selbst und seine Priester hatten in den Dörfern der Ninive-Ebene wie Kramles und Tilkif, einige Dutzend Kilometer von Mossul entfernt, Zuflucht gefunden. Gleichzeitig dementierte Erzbischof Nona die Gerüchte über Angriffe von IS-Kämpfern auf Kirchen. „Unsere Kirche, die dem Heiligen Geist geweiht ist“, berichtete der damalige Erzbischof gegenüber Fides, „wurde gestern und vorgestern von Diebesbanden geplündert, während die Stadt vom IS eingenommen wurde. Doch die in der Nähe lebenden muslimischen Familien riefen die islamistischen Milizionäre, die einschritten und den Plünderungen ein Ende setzten. Die muslimischen Familien selbst haben uns angerufen, um uns mitzuteilen, dass sie die Kirche nun übernommen haben und die Plünderer nicht zurücklassen werden.“

In den folgenden Wochen setzte sich der Exodus Tausender Christen aus Mossul fort. Ihre Häuser wurden zusammen mit denen der Schiiten als Häuser „markiert“, die von den Milizionären und neuen Anhängern des Islamischen Staates enteignet werden konnten. Zwei Ordensschwestern und drei Jugendliche wurden vorübergehend von den Dschihadisten entführt. Dann, im Januar 2015, vertrieben die Soldaten des selbsternannten „Kalifats“ zehn ältere chaldäische und syrisch-katholische Christen aus Mossul, die aus den Dörfern der Ninive-Ebene zusammengetrieben und vorübergehend in der zweitgrößten irakischen Stadt untergebracht wurden, nachdem sie sich geweigert hatten, dem Christetum abzuschwören und zum Islam zu konvertieren.

Während der dschihadistischen Besetzung wurde Mossul zur irakischen Hauptstadt des Islamischen Staates. Ein Jahr später, im Juni 2015, kontrollierte der IS ein Drittel des Irak und fast die Hälfte Syriens, bedrohte Libyen und war Mitglied Dutzender bewaffneter Gruppen im Nahen Osten und in Afrika.

Der Militäreinsatz zur Beendigung der dschihadistischen Herrschaft in Mossul im Jahr 2017 dauerte mehrere Monate.

„Nach sieben Jahren“, so Bischof Paul Thabit Mekko gegenüber Fides, „glaube ich, dass mehr als 90 Prozent der Christen, die aus Mossul geflohen sind, nicht an eine Rückkehr denken. Was sie sahen, erzeugte eine psychologische Mauer. Einige wurden vertrieben, andere fühlten sich betrogen. Wir wissen nicht, ob sich die Situation ändern wird. Heute leben viele in Ankawa, dem von Christen bewohnten Bezirk von Erbil, sie fühlen sich dort sicherer, es gibt mehr Möglichkeiten zu arbeiten. Sie denken nicht daran, in eine Stadt zurückzukehren, die sich seit ihrer Zeit stark verändert hat. Sie würden sie nicht erkennen”.

(Fides 10/6/2024)

 

ASIEN/HEILIGES LAND - Die Hindernisse für den Frieden und der Olivenbaum in den Vatikanischen Gärten

 

Von Pater Ibrahim Faltas (ofm)*

 

Jerusalem (Fides) - Papst Franziskus erinnerte mit einer einfachen Gebets- und Gedenkstunde an das Treffen zwischen dem Präsidenten der Palästinensischen Autonomiebehörde Abu Mazen und dem Präsidenten des Staates Israel Schimon Peres am 8. Juni 2014.

Im Jahr 2014 sprach Papst Franziskus ein Gebet, das die Friedensmission seines Pontifikats zutiefst widerspiegelt.

Papst Franziskus betete mit diesen Worten:

 

„Herr, Gott des Friedens, erhöre unser Flehen!

Viele Male und über viele Jahre hin haben wir versucht, unsere Konflikte mit unseren Kräften und auch mit unseren Waffen zu lösen; so viele Momente der Feindseligkeit und der Dunkelheit; so viel vergossenes Blut; so viele zerbrochene Leben; so viele begrabene Hoffnungen… Doch unsere Anstrengungen waren vergeblich. Nun, Herr, hilf Du uns! Schenke Du uns den Frieden, lehre Du uns den Frieden, führe Du uns zum Frieden!

Öffne unsere Augen und unsere Herzen, und gib uns den Mut zu sagen: „Nie wieder Krieg!“…

Und mögen diese Worte – Spaltung, Hass, Krieg – aus dem Herzen jedes Menschen verbannt werden! Herr, entwaffne die Zunge und die Hände, erneuere Herzen und Geist, damit das Wort, das uns einander begegnen lässt, immer „Bruder“ laute und unser Leben seinen Ausdruck finde in „Shalom, Frieden, Salam“! Amen“.

 

Papst Franziskus gelang es nicht, die beiden Präsidenten zusammenzubringen, als er als Pilger das Heilige Land besuchte, aber er lud sie zwei Wochen später zusammen mit dem Ökumenischen Patriarchen Bartholomäus I. zu einem historischen Treffen in den Vatikan ein.

Im Jahr 2014 wurde ein Olivenbaum gepflanzt, und im Jahr 2024 ist dieser Baum gewachsen und gediehen, aber er braucht immer noch und immer wieder Pflege und lebenswichtiges Wasser. Das kontinuierliche Engagement von Papst Franziskus und sein ständiges Zeugnis für den Frieden hat die ganze Welt erreicht, und hat der Menschheit Hoffnung gegeben, aber diejenigen, die die Waffen stoppen sollten und müssen, bleiben taub für jeden Appell.

Genau einen Monat später, am 8. Juni 2014, begann ein Konflikt, der fünfzig Tage andauerte. Nach einem Friedenstreffen waren wir wieder in der Hölle des Krieges. Auch in diesem Konflikt gab es viele Tote, mehr als zweitausend, darunter 500 Kinder. Während dieses Konflikts verloren auch ein italienischer Journalist, Simone Camilli, und andere ausländische Helfer und Freiwillige ihr Leben.

Ich besuchte den Gazastreifen im August 2014, kurz nachdem die endgültige Waffenruhe verkündet wurde. Die Zerstörung und das Leid waren nach 50 Tagen Krieg offensichtlich und schmerzhaft.

Ich kann mir Gaza jetzt, nach 250 Tagen Krieg, nicht vorstellen.

Es hat viele Versuche gegeben, das Heilige Land und den Nahen Osten wieder zu stabilisieren. Viele missachtete Friedensabkommen. Den Abkommen von Camp David und Oslo, den verschiedenen Protokollen und Memoranden folgte stets eine Zunahme von Gewalt und Hass.

Seit 76 Jahren und vor allem in den letzten Jahren konnten Konflikte und Spannungen nicht vermieden werden; im Gegenteil, das Heilige Land befindet sich immer noch im Krieg, und es sind acht schreckliche und verheerende Monate vergangen.

Ich frage mich: Wer stellt sich dem Frieden in den Weg? Warum sucht man nicht den Frieden?

Die Antwort lautet: Man will keinen Frieden, man sucht keine Lösungen, weil man ein Interesse daran hat, den Weg des Todes fortzusetzen, ohne Interesse an der Achtung des Lebens.

"Selig sind die Frieden stiften, denn sie werden Kinder Gottes genannt werden". Jesus fordert uns in der Bergpredigt nicht auf, "friedlich" zu sein, er fordert uns auf, Friedensstifter zu sein. Jeder von uns ist verantwortlich, wenn er sich nicht dafür einsetzt. Diejenigen, die für den Krieg verantwortlich sind und weiterhin Hass und Gewalt ausüben, werden sich vor ihrem Gewissen, vor Gott und vor der Geschichte verantworten müssen.

(Fides 8/6/2024)

*Vikar der Kustodie im Heiligen Land

 

VATIKAN - Mitglieder des Dikasteriums für Evangelisierung ernannt

 

Vatikanstadt (Fides) – Papst Franziskus hat folgende Mitglieder des Dikasteriums für die Evangelisierung, Sektion für die Erstevangelisierung und die neuen Teilkirchen ernannt: Pater Ferruccio Brambillasca, Generaloberer des Päpstlichen Instituts für die Außenmissionen, und Pater Luis Ignacio Rois Alonso, Generaloberer der Oblaten von der Makellosen Jungfrau Maria; il Pater Anthony Chantry, M.H.M., Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke in England und Wales; Schwester Mary Teresa Barron, Generaloberin der Missionsschwestern von unserer lieben Frau von den Aposteln.

 

(Fides 8/6/2024)


FIDES-NACHRICHTEN - 9.06.2024

ASIEN/CHINA - Fortbildung: Priester und Ordensfrauen aus Guizhou blicken auf neue Herausforderungen bei der Katechese

 

Guizhou (Fides) - Zweiundzwanzig Priester und zweiunddreißig Ordensschwestern aus der Provinz Guizhou haben an einem Fortbildungskurs teilgenommen, um die Vermittlung der katholischen Lehre durch den Katechismus besser an die Erfordernisse der heutigen Zeit anzupassen. Der Kurs, der vom 3. bis 6. Juni stattfand, zielte darauf ab, Antworten auf neue pastorale Dringlichkeiten bei der Begleitung von Menschen, die ihren Glaubensweg in lokalen katholischen Gemeinschaften beginnen, zu geben Der Kurs befasste sich deshalb mit den Anpassungen, die nützlich sind, um die Arbeit der Katechetinnen und Katecheten wirkkräftig zu gestalten, und betonte, dass jede Katechismusstunde immer die Heilige Schrift und das Werk Jesu als Bezugspunkt haben muss.

Der Erzbischof von Guiyang, der Hauptstadt der Provinz Guizhou, Paul Xiao Zejiang, ermutigte alle Kursteilnehmer, immer auf dem Laufenden zu bleiben, denn "Priester und Ordensfrauen sind Diener der Kirche. Wir müssen ständig lernen und wachsen. Die Diözese wird allen helfen, besser auf die pastoralen Bedürfnisse der Getauften einzugehen und den Weg zu einem reichen Leben des Glaubens und der Spiritualität zu fördern".

Auch in diesem Jahr gehört die Ausbildung von Priestern und Schwestern zu den Prioritäten der Gemeinschaften in der Provinz Guizhou. Bischof Paul Xiao Zejiang und das Bildungszentrum der Diözese haben dabei eine Reihe von Themen identifiziert, die in jedem Ausbildungskurs behandelt werden sollen, wobei sie betonen, dass "das Volk Gottes Priester und Schwestern braucht, die immer bereit sind, der Kirche mit Begeisterung und Kompetenz zu dienen".

In der Provinz Guizhou setzt sich die katholische Gemeinschaft aus getauften Angehörigen verschiedener ethnischer Minderheiten zusammen, während in der Diözese Anlong die meisten Katholiken den ethnischen Gruppen der Buyi und Miao angehören. In der gesamten Provinz gibt es etwa 155 000 Katholiken, die von fast fünfzig Priestern und vierzig Ordensschwestern betreut werden.

(NZ) (Fides 08/6/2024)

 

ASIEN/KAMBODSCHA - Gedenken an die Märtyrer: “Quelle der Inspiration und der Gnade”

 

Phnom Penh (Fides) - "Wir sind eine kleine Kirche, die auch heute noch eng mit der Erinnerung an die Märtyrer verbunden ist. Unsere jungen Kambodschaner werden in dem Seminar ausgebildet, in dem auch der kambodschanische Bischof Joseph Chmar Salas lebte. Für ihn und 34 Gefährten hat die kambodschanische Kirche den diözesanen Prozess zur Verkündigung des Martyriums eröffnet. Die Ermittlungen sind sehr langwierig und schwierig, denn Roten Khmer haben alle brauchbaren Dokumente vernichtet. Diejenigen, die noch existieren, werden in Archiven und an Orten außerhalb Kambodschas aufbewahrt. Wir hoffen, dass im Jubiläumsjahr die diözesane Phase in der Sache beschleunigt werden kann", so Pfarrer Paul Chatsirey Roeung, ein kambodschanischer Priester des Apostolischen Vikariats Phnom Penh, der Postulator des Seligsprechungsverfahrens ist, gegenüber Fides. Zum Gedenken an die kambodschanischen Gläubigen finde jedes Jahr einer feierlichen Zeremonie teil, um an die Märtyrern des Regimes der Roten Khmer (1975-1979) zu erinnern, betont der Postulator.

„Nach dieser Zeit", berichtet er, "gab es eine langsame Erholung. Die Kirche hatte unter dem Regime der Roten Khmer alles verloren, es gab keine Bischöfe, Priester, Ordensschwestern oder Katecheten. Und auch als das Regime fiel, mussten sich die Katholiken 15 Jahre lang verstecken. Im Jahr 1990, als die Kirche noch nicht offiziell anerkannt war, wurden die Gottesdienste genehmigt und die christlichen Gemeinschaften wurden nach und nach wieder aufgebaut. Heute erinnert man sich an das historische Datum des 7. April 1990, als das Zentralkomitee der Revolutionären Volkspartei Kambodschas die Eröffnung einer Kirche und die Feier des Khmer-Neujahrs nach christlichem Ritus erlaubte. Und am 14. April 1990, dem Karsamstag, versammelten sich 1.500 Christen in einem Theater, um endlich wieder öffentlich Ostern zu feiern. Im ganzen Land gab es etwa 2.000 Gläubige, die das Regime überlebt hatten".

Im Jahr 1993 gewährte die neue Verfassung Religionsfreiheit, und im März 1994 wurden diplomatische Beziehungen zum Heiligen Stuhl aufgenommen, wodurch der Weg zum Aufbau einer "Kirche mit kambodschanischem Gesicht" wieder eröffnet wurde. "Heute haben wir in drei Kirchenbezirken (ein Vikariat und zwei Apostolische Präfekturen) mit insgesamt 25.000 Gläubigen insgesamt 14 kambodschanische Priester und etwa 100 Missionare und Ordensleute, die aus dem Ausland gekommen sind, aber die katholische Kirche hat immer noch keine Rechtspersönlichkeit und gilt als Nichtregierungsorganisation, die soziale Werke fördert, während jede Gemeinschaft alle zwei Jahre ihre Gottesdienstgenehmigung beantragen und erneuern muss", so der katholische Geistliche. "Wir haben junge Gemeinden, die sich aus Menschen zusammensetzen, die erst kürzlich den christlichen Glauben angenommen haben. Es genügt zu sagen, dass wir jedes Jahr Taufen von Jugendlichen und Erwachsenen feiern: am letzten Osterfest haben im Apostolischen Vikariat Phnom Penh insgesamt 185 junge Menschen die Taufe empfangen, zusammen mit den anderen Sakramenten der 'christlichen Initiation' (Firmung und Erstkommunion). Im Priesterseminar studieren heute vier junge Kambodschaner, während Jugendliche, die sich zum Priesteramt berufen fühlen, ihre ersten Erfahrungen mit der Gemeinschaft und dem Dienst in den örtlichen Pfarreien machen können", erklärt er.

Der Postulator schließt mit den Worten: "Probleme und Herausforderungen wie Globalisierung und Säkularisierung sind auch in der kambodschanischen Kirche zu spüren. Um den Glauben lebendig zu halten und voranzukommen, ist die Erinnerung an unsere Märtyrer immer eine wertvolle Quelle der Inspiration und der Gnade".

(PA) (Fides 06/06/2024)

 

AMERIKA/BOLIVIEN - Bischöfe bringen Digitalisierung der Diözesen auf den Weg: “Ein entscheidender Schritt”

 

Pando (Fides) - Bischof Eugenio Coter, Apostolischer Vikar von Pando im Norden Boliviens, will einen Prozess der Digitalisierung und Modernisierung in den Diözesen des Landes einleiten. "Die Einführung spezieller Software in unseren Pfarreien ist ein entscheidender Schritt auf dem Weg zu einer effizienteren und vernetzten Kirche für die Gläubigen im digitalen Zeitalter. Sie ermöglicht es uns, unsere Verwaltungsabläufe zu modernisieren, und gibt uns die Möglichkeit, unseren Gemeinden im Land einen besseren Service zu bieten", betont Bischof Coter, der auch Apostolischer Administrator von Reyes ist. "Die Gläubigen werden so in der Lage sein, jede Bescheinigung in ihren Pfarreien digital zu erhalten, was Zeit und Kosten spart."

Die Nachricht wurde von der bolivianischen Bischofskonferenz veröffentlicht, die beschlossen hat in Zusammenarbeit mit dem führende Online-Programm für das Gemeindemanagement in der katholischen Welt „Ecclesiared“ diesen Digitalisierungsprozess auf den Weg zu bringen und Diözesen und Pfarreien zu helfen, in das digitale Zeitalter einzutreten und so alle Vorteile zu nutzen, die die Technologie ihnen heute bieten kann.

"Diese Initiative wird uns nicht nur dabei helfen, uns an die digitalen Zeiten anzupassen, sondern auch unseren Auftrag stärken, das reiche Erbe der Kirche in Bolivien zu pflegen, zu schützen und zu bewahren, indem wir digitale Kopien unserer Pfarrarchive erstellen. Wir setzen uns damit für einen digitalen Übergang ein, der allen Gläubigen und Mitarbeitern unserer Pfarreien zugutekommen wird", so der Apostolische Vikar.

Der Digitalisierungsprozess wird im Vikariat Pando und im Vikariat Reyes beginnen und sich dann schrittweise auf die Diözesen San Ignacio de Velasco, das Apostolische Vikariat Ñuflo de Chávez und den Rest der katholischen Kirche in Bolivien ausdehnen.

 

(AP) (Fides 8/6/2024)


FIDES-NACHRICHTEN - 8.06.2024

AFRIKA/NIGER - Der Leidensweg in der Savanne

 

Von Mauro Armanino

 

Niamey (Fides) - Es geschah am vergangenen Mittwoch, 29. Mai, in der Savanne, an der Grenze zu Burkina Faso. Eine Gruppe von nigrischen Soldaten steckte die Getreidespeicher im Dorf Nadouani in der Gemeinde Bomoanga in Brand.

Im Dorf Tchinibai, töteten andere Soldaten, nachdem sie ein in der Hütte verstecktes Motorrad entdeckt und in Brand gesteckt hatten, sieben Bauern, die im Schutz eines Baumes Matten webten. Bauern, die von bewaffneten Gruppen und offenbar auch von denen, die sie schützen sollten, getötet wurden. Von Misshandlung zu Misshandlung lebt man in der täglichen Angst, dass der nächste Tag nicht zu spät kommt, mit mehr Forderungen und Drohungen von den "Djihadisten" oder selbsternannten "Djihadisten".

Der Leidensweg des Volkes der Gourmanché, das an der Grenze zwischen Burkina und Niger lebt, scheint endlos. Es handelt sich um ein Volk, das lange Zeit dem Druck der Muslime widerstanden hat und dann überraschend zum Christentum übergetreten ist. Dieses Volk ist seit langem einer offenen und schmerzhaften Verfolgung durch bewaffnete Gruppen ausgesetzt, die hauptsächlich aus jungen Peul oder Fulani-Nomaden bestehen, die traditionell Viehzüchter sind.

Der bewaffnete Konflikt ist von einer "salafistischen" islamischen Ideologie geprägt. Dies erklärt jedoch nicht alles, was in diesem hundert Kilometer von der Hauptstadt Niamey entfernten Gebiet geschieht. Hirten, Bauern, Christen, Muslime, vor allem aus der Volksgruppe der Peul, in einem militarisierten Umfeld, in dem die Bauern der Region immer weniger zählen.

In einer Phase des politischen Übergangs, nach dem Staatsstreich Ende Juli vergangenen Jahres, haben sich die Lebensbedingungen der Armen weiter verschlechtert. Das Wort "Völkermord", das oft verwendet und missbraucht wird, mag übertrieben erscheinen. Doch das, was wir erleben, ähnelt diesem besonderen Prozess des Verschwindens, wenn auch in Maßen und mit Unterschieden. Es ist kein Zufall, dass in der Savanne ein kultureller, wirtschaftlicher, religiöser und ethnischer Leidensweg mitunter durch die relative Gleichgültigkeit der Sicherheitskräfte fortgesetzt wird.

Ein Volk, das vom Staat längst "vergessen" wurde. Die christlichen Werte, die im Herzen dieses Volkes sehr präsent sind, haben sich allmählich zu einem "verschärfenden" Faktor der Verfolgung entwickelt. In diesem Grenzgebiet gibt es heute viele Dörfer, die die Gourmanché-Bauern aufgeben mussten. Seltsamerweise leben in diesen Dörfern Angehörige der Volksgruppe der "Peul" ungestört, geschützt von bewaffneten Gruppen und ignoriert vom Militär. Wie es die göttliche Ironie will, stammen die beiden neuen Priester der Kirche von Niamey, die im kommenden September geweiht werden sollen, genau aus dieser Region. Vom Kalvarienberg bis zur Auferstehung in der Savanne vergehen kaum drei Tage.

(Fides 7/6/2024)

 

ASIEN/MYANMAR - Zwangsrekrutierung treibt junge Menschen in die Reihen des Widerstands

 

Yangon (Fides) - Die Militärjunta von Myanmar, die in den andauernden Bürgerkonflikt verwickelt ist, versucht, ihre Reihen mit der im vergangenen Februar angekündigten Zwangsrekrutierungskampagne zu verstärken und hat inzwischen landesweit 9.000 neue Soldaten rekrutiert, berichtet das Forschungszentrum "Burma Affairs and Conflict Study". Wie Fides-Quellen berichten, haben die Niederlagen und Verluste, die die reguläre Armee auf dem Schlachtfeld erlitten hat, diesen Prozess beschleunigt. Nach dem Gesetz über den Militärdienst können Männer im Alter zwischen 18 und 45 Jahren zum Militärdienst eingezogen werden. Fides-Quellen berichten weiter, dass Familien sehr besorgt sind, weil viele junge Wehrpflichtige nicht eingezogen werden wollen, während erste Verhaftungen von jungen Wehrdienstverweigerern zu verzeichnen sind.

Die aktuelle Strategie der Militärregierung führt dazu, dass viele junge Menschen in das benachbarte Thailand fliehen, um dem Dienst in der Armee zu entgehen, oder aber sie drängt junge Menschen dazu, sich den so genannten "Volksverteidigungskräften" anzuschließen, die aus dem Widerstand gegen die Armee hervorgegangenen sind. In der Tat werden die bewaffneten Widerstandsgruppen nach der Einführung der Wehrpflicht durch die Junta mit Rekrutierungsanfragen überschwemmt: "Wir wollen eigentlich nicht zu den Waffen greifen, aber das birmanische Regime lässt uns keine Wahl. Wir haben die Wahl zwischen dem Dienst in der Armee oder in der Volksmiliz, wir sind auf der Seite des Volkes. Wir werden uns nicht einer Armee anschließen, die Gewalt und Gräueltaten gegen ihre eigenen Bürger verübt", sagen junge Menschen mit unterschiedlichem Hintergrund (Studenten, Hochschulabsolventen, Berufstätige), die der Zwangseinberufung in die birmanische Armee entgehen wollen.

Die „Bamar People's Liberation Army“ (BPLA), die die Truppen der Regierung in den Staaten Karen und Shan bekämpft, verzeichnet einen Anstieg der Rekruten, ebenso wie die „Karen National Liberation Army“ (KNLA), die weiterhin junge Menschen aufnimmt und ausbildet, die vor der Wehrpflicht fliehen. "Das Gesetz über die Wehrpflicht", so die Fides-Quelle, die um Anonymität bittet, "erweist sich als kontraproduktiv und stärkt stattdessen den Widerstand, indem es den Willen der Bevölkerung, das Militär zu besiegen, anheizt“.

Lokalen Quellen zufolge haben sich mehr als 26.000 junge Menschen an die "People's Embrace" gewandt, eine Vermittlungsgruppe, die Wehrpflichtigen und Regierungssoldaten hilft, ihre Kasernen zu verlassen und sich dem bewaffneten Widerstand anzuschließen, indem sie sie mit den verschiedenen Widerstandsmilizen in den verschiedenen Gebieten in Verbindung bringt.

Auch im Westen des Landes hat die „Chin National Defence Force“ (CNDF) seit Beginn der Wehrpflicht über 200 neue Rekruten gemeldet, die hauptsächlich aus dem Chin-Staat und der benachbarten Sagaing-Region stammen.

Mit Bezug auf die Unruhe-Region Sagaing äußerte sich UN-Generalsekretär Antonio Guterres heute, am 7. Juni, und zeigte sich "tief besorgt" über die Eskalation der Gewalt in Myanmar. Guterres verurteilte die jüngsten Angriffe der burmesischen Armee, bei denen Berichten zufolge Dutzende von Zivilisten im Bundesstaat Rakhine und in der Region Sagaing getötet wurden, aufs Schärfste.

Lokalen Berichten zufolge bombardierte ein Flugzeug der Militärjunta am 3. Juni in der Region Sagaing eine Gruppe von Zivilisten während einer Hochzeitszeremonie, wobei 28 Menschen getötet und 40 weitere verletzt wurden, und beschoss anschließend das Gebiet, das als Rebellenhochburg gilt, massiv mit Artillerie. Mehr als zweitausend zivile Bewohner von sechs Dörfern im Bezirk Mingin mussten fliehen, wodurch die Zahl der Binnenflüchtlinge weiter anstieg.

(PA) (Fides 7/6/2024)

 

AMERIKA/KOLUMBIEN - Große Anteilnahme: Beerdigung des bei einem Raubüberfall getöteten Pfarrer Ramón Arturo Montejo

 

Bogotá (Fides) - In Anwesenheit von Hunderten von Priestern der Provinz Ocaña und zahlreichen Gläubigen fand am 6. Juni in seinem Heimatort Teorama die Beerdigung von Pfarrer Ramón Arturo Montejo Peinado statt, dem Pfarrer von San José in Buenavista, der am 4. Juni bei einem Raubüberfall brutal ermordet wurde.

Der Überfall auf Pater Montejo fand auf einem Parkplatz im Viertel Jesús Cautivo in Ocaña, Norte de Santander, statt, wo er der Geistliche sein Fahrzeug abgestellt hatte.

Laut Zeugenaussagen und Aufnahmen von Sicherheitskameras wurde der 45-jährige Priester von zwei Personen angesprochen, die ihn aufforderten, aus dem Fahrzeug auszusteigen. Als Pfarrer Montejo versuchte, sich zu wehren, stachen die Täter ihm zweimal in den Rücken, warfen ihn dann aus dem Fahrzeug und überfuhren ihn mit demselben Fahrzeug.

Die kolumbianische Polizei gibt an, dass sie die Männer, die für den Mord an dem Priester verantwortlich sein sollen, gefasst hat. Es handelt sich um zwei Personen mit venezolanischer Staatsangehörigkeit.

"Wir verurteilen zutiefst, dass irrationale Gewalt den Tod eines Priesters verursacht hat, der sein Leben der Verbreitung der Botschaft Jesu Christi von Frieden und Liebe gewidmet hat. Wir lehnen diesen Akt der Barbarei, der nicht nur das Leben eines Menschen, sondern auch die Grundprinzipien des Zusammenlebens und der Menschlichkeit bedroht, kategorisch ab", so der Erzbischof von Nueva Pamplona und Apostolische Administrator der Diözese Ocaña, Jorge Alberto Ossa Soto, im Namen der kolumbianischen Bischöfe den barbarischen Mord an Pater Montejo verurteilt.

Pfarrer Montejo wurde in der Gemeinde Teorama (Norte de Santander) geboren und war Pfarrer in San José de Buenavista (Ocaña) sowie Delegierter der Diözesankommission für Versöhnung und Frieden. Der katholische Priester war in der Region Catatumbo dafür bekannt, dass er an humanitären Missionen teilnahm, die zur Freilassung mehrerer entführter Personen führten.

Aus diesem Grund bat Erzbischof Soto die Behörden um vollständige Aufklärung der Umstände seiner Ermordung. Die lokale Presse warf insbesondere die Frage auf, ob es sich um einen Mord infolge eines Raubüberfalls mit tragischem Ausgang handelte oder um einen Auftragsmord, um einen sozial engagierten Priester loszuwerden. Oberst Néstor Arévalo, Kommandeur der Polizeidirektion Norte de Santander, versicherte, dass die Ermittlungen fortgesetzt werden, da es sich bei einer der verhafteten Personen offenbar um einen Bekannten des Priesters handelte, der zu einer Verabredung an dem Ort, an dem er getötet wurde, eingeladen worden war.

(L.M.) (Fides 7/6/2024)

 

AMERIKA/HAITI - Pater Víctor Auguste: “Die Situation lässt sich kaum in Worte fassen”

 

Port-au-Prince (Fides) - "Das Leben in Haiti, insbesondere im Großraum Port-au-Prince, lässt sich kaum in Worte fassen. Wir befinden uns in einem Zustand fast völliger Anarchie. Die Menschen sind im Allgemeinen nicht in der Lage, ihren Tätigkeiten nachzugehen, und die wichtigsten Straßen sind gesperrt", so der in Haiti lebende Pater Victor Auguste, ein Missionar der Salesianer Don Boscos. "Die Gewalt der Banden führt zu einer beträchtlichen Anzahl von Vertriebenen, vor allem Frauen und Kinder“, bekräftigt er. Trotz der großen Unsicherheit und des Elends stehen die Salesianer Don Boscos zusammen mit vielen anderen dem haitianischen Volk weiterhin zur Seite.

„Jeden Tag sind wir enormen Risiken ausgesetzt, und wenn ich höre, dass eine Einrichtung überfallen wurde, denke ich daran, wann wir an der Reihe sein werden", fährt der Missionar und Ökonom der Salesianer Don Boscos fort. „Vor ein paar Wochen wurden mehrere Ordensschwestern entführt. Die Täter sind in ihr Haus eingedrungen und haben sie mitgenommen. Nach ein paar Tagen sind sie wieder aufgetaucht. Und dasselbe passiert mit der Zivilbevölkerung. Sie verschwinden und die Täter fordern um Geld, um sie freizubekommen. Wir leben inmitten der Ereignisse und sind wie unsere Brüder und Schwestern mit den gleichen Schwierigkeiten konfrontiert. Doch wir haben nie die Möglichkeit in Betracht gezogen, das Land zu verlassen, denn das würde bedeuten, dass wir unseren Auftrag aufgeben, den Bedürftigsten in schwierigen Zeiten zu helfen. Es ist wahr, dass wir jetzt alle verletzlich sind, aber es ist unsere Lebensentscheidung. Den Menschen nahe zu sein und zu erleben, was sie durchmachen, ist bereits ein großes Zeichen der Hoffnung, denn wir hoffen, dass es uns gelingt, ihnen in ihren dringendsten Bedürfnissen zu helfen."

"Wir leben ständig in einem Klima der Unsicherheit, mit Zwangsumsiedlungen und Hungersnöten. Die Probleme mit Nahrungsmitteln, Hygiene und Trinkwasser müssen dringend gelöst werden. Es ist auch sehr schwierig, das wirtschaftliche Überleben zu sichern. Das wenige Geld, das wir hatten, war für die Einschulung der Schüler bestimmt. Jetzt können die meisten Schulen in Port-au-Prince nicht geöffnet werden. Als Ökonom muss e ich die Gemeinschaft um eine drastische Rationierung bitten, denn wir wissen wirklich nicht, was morgen passiert. Klar ist, dass die Banden das ganze Land kontrollieren wollen. Die meisten finanziellen Mittel, die wir haben, kommen aus dem Ausland. Es ist sehr schwierig, in den Ballungsgebieten Hilfe zu bekommen, weil die Kommunikationswege geschlossen sind. Im Rest des Landes, vor allem im Norden, kann jedoch etwas getan werden. Dort können wir Produkte kaufen und sie an diejenigen verteilen, die uns am nächsten stehen, wie z. B. Studenten, ihre Familien und unsere Mitarbeiter“, berichtet der Missionar.

P. Victor schließt mit einem Appell an die gesamte internationale Gemeinschaft, sich an Initiativen zu beteiligen, um dem haitianischen Volk aus seiner ernsten Lage zu helfen. "Haiti befindet sich seit Jahren in einer schweren politischen, wirtschaftlichen und sozialen Krise... und aus diesem Grund ist es schwierig, konkrete und praktische Hilfe zu mobilisieren, die den kriminellen Banden entgegenwirken kann. Wir sind all jenen dankbar, die uns helfen, und für das Interesse, das sie zeigen, um etwas über diese Krise zu erfahren, die wir im Stillen und angesichts der Gleichgültigkeit der internationalen Gemeinschaft durchleben", bekräftigt der Ordensmann.

 

(AP) (Fides 7/6/2024)


Iranische Regierung zerstört Ackerland der Bahá’í als jüngstes grausames Beispiel wirtschaftlicher Apartheid

Foto. Bahai
Foto. Bahai

3.06.2024

 

(Berlin/bahai) - Iranische Regierungsbeamte planierten in dem Dorf Ahmadabad in der Provinz Mazandaran zahlreiche Reisfelder, die Bahá’í gehören, mit Bulldozern und zerstörten dabei Ernten und Bewässerungsbermen. Die Bahá’í-Anwohner dieses ländlichen Gebietes besitzen und bewirtschaften diese Felder seit Generationen.

Die mutwillige und grausame Zerstörung ist nur das jüngste Beispiel für die Politik der iranischen Regierung, Häuser und Bauernhöfe, die den Bahá’i gehören, zu beschlagnahmen und zu zerstören.
Während des Angriffs, von dem Videos und Fotos im Internet veröffentlicht wurden, rollte ein großer Bagger über die Reispflanzen und zerstörte sie, dann fuhr er zum Fluss, wo er den Wasserkanal zu den Reisfeldern platt machte. Im Hintergrund sind Beamte in Militäruniformen zu sehen. Dutzende von Dorfbewohnern – darunter eine gekrümmte, ältere Frau mit einem Stock – scheinen die Beamten anzuflehen, ihre zerstörerische Arbeit einzustellen.

„Dieser jüngste Angriff auf die Bahá’í im Iran ist eine weitere Grausamkeit, eine Form der wirtschaftlichen Apartheid und ein erneuter Versuch der religiösen Säuberung, der darauf abzielt, die Bahá’í von ihrem eigenen Ackerland zu vertreiben“, sagt Jascha Noltenius, Beauftragter für Menschenrechtsfragen der Bahá’í-Gemeinde in Deutschland. „Die iranische Regierung versucht, den Iran für die Bahá’í unbewohnbar zu machen.“

 


Über 13.000 Kinder haben im Ukraine-Krieg ihre Eltern verloren

Anlässlich der Wiederaufbau-Konferenz fordern die SOS-Kinderdörfer eine Reform des Betreuungssystems

 

7.06.2024

 

(München/sos) - Über 13.000 Kinder haben seit Beginn des vollumfänglichen Krieges in der Ukraine nach Angaben der SOS-Kinderdörfer die elterliche Fürsorge verloren. Anlässlich der "Konferenz zum Wiederaufbau der Ukraine" vom 11. - 12. Juni in Berlin, bei der die SOS-Kinderdörfer Ukraine zu Gast sein werden, fordert die Hilfsorganisation den besonderen Schutz dieser Kinder sowie eine umfassende Reform des ukrainischen Kinderbetreuungssystems.

 

Die Gründe dafür, dass Kinder ihre Eltern verloren haben, seien vielfältig, sagt Serhii Lukashov, Leiter der SOS-Kinderdörfer in der Ukraine. Er sagt: "Manche Eltern sind gestorben, andere inhaftiert worden. Nach über zwei Jahren Krieg drohen auch immer mehr Familien an der Last zu zerbrechen." Die Hilfsorganisation rechnet damit, dass bald sehr viel mehr ukrainische Kinder auf alternative Betreuung angewiesen sein werden. Lukashov sagt: "Als Kinderhilfsorganisation ist es eines unserer wichtigsten Ziele, dass sie liebevoll und familiennah untergebracht werden. Seit Jahren setzen wir uns für eine umfassende Reform des Kinderbetreuungssystems in der Ukraine ein. Jetzt müssen wir rechtzeitig die Weichen stellen."

 

Gängige Praxis des ukrainischen Staates sei es bisher gewesen, die Kinder in großen, anonymen Heimen unterzubringen, in denen sie unter schlimmen Umständen aufwuchsen. Der Prozentsatz der jungen Menschen, die in solchen Heimen lebten, war erschreckend hoch: 1,3 Prozent der Gesamtbevölkerung, etwa 100.000 Kinder, hätten vor dem Krieg in Heimen gelebt. Dabei waren die allermeisten von ihnen, 92 Prozent, keine Waisen, sondern konnten aus unterschiedlichen Gründen nicht bei ihren Familien bleiben.

Oft waren Armut und wirtschaftliche Probleme die Ursache. Lukashov

sagt: "Das muss sich ändern. Anstatt Kinder in Heime zu bringen, müssen Familien, die in Not geraten, Unterstützung bekommen."

 

Leuchtturmprojekt vereint nachhaltiges Wohnen mit fürsorglicher Kinderbetreuung

 

Die SOS-Kinderdörfer fordern, dass die Unterbringung verlassener Kinder europäischen Standards angepasst wird, mit den Kinderrechten als Maßstab. Die Hilfsorganisation trägt bereits jetzt aktiv dazu bei. In den SOS-Kinderdörfern des Landes wachsen Kinder liebevoll und familiennah auf, außerdem hat die Hilfsorganisation in vielen Regionen Pflegefamilien-Systeme aufgebaut, schult Pflegeeltern und ist auf politischer Ebene aktiv. Gemeinsam mit Partnern und in Kooperation mit ukrainischen Behörden ist darüber hinaus aktuell das Projekt "Children's Living Places" ins Leben gerufen worden: In nachhaltiger Bauweise sollen Häuser entstehen, in denen Kinder familiennah betreut und Familien in schwierigen Lebenssituationen präventiv unterstützt werden.

"'Children's Living Places' ist ein Leuchtturm-Projekt: Es schafft zum einen neuen Wohnraum, was angesichts der Zerstörung in der Ukraine dringend nötig ist, und gibt ein Beispiel dafür, wie kindgerechte und fürsorgliche Betreuung aussehen kann", sagt Lukashov.

 

SOS-Kinderdörfer in der Ukraine

 

Die SOS-Kinderdörfer unterstützen Kinder und Familien in der Ukraine seit Jahrzehnten und haben ihre Hilfe seit Beginn des Krieges deutlich ausgebaut. Unter anderem leistet die Hilfsorganisation zusammen mit Partnerorganisationen Nothilfe für Kinder und Familien, unterstützt bei Evakuierung und mit Unterkünften, leistet psychologische Hilfe und bietet kriegsverletzten Kindern Therapie und Rehabilitationsmöglichkeiten.

 

 


FIDES-NACHRICHTEN - 7.06.2024

AFRIKA/SUDAN - Humanitäre Krise und Schul- und Bildungswesen vor dem Zusammenbruch: Ein dauerhafter Waffenstillstand ist dringend erforderlich

 

Port Sudan (Fides) - Die anhaltenden Kämpfe zwischen den sudanesischen Streitkräften (SAF) und den sie unterstützenden Gruppierungen gegen die paramilitärischen „Rapid Support Forces“ (RSF) lassen den Strom von Flüchtlingen und Vertriebenen, die kürzlich im Camp Jebel Marra in Zentral-Darfur Zuflucht gesucht haben, weiter ansteigen. Örtlichen Quellen zufolge sind in den letzten Tagen etwa 5.000 Familien angekommen, denen es an Nahrungsmitteln, Medikamenten, Wasser und jeglichem Komfort fehlt.

Nach Angaben des Sprechers der Koordinationsstelle für Binnenvertriebene und Flüchtlingslager in Darfur sind die täglichen Menschenrechtsverletzungen auf die Blockierung lebenswichtiger Ressourcen zurückzuführen, die als Waffen gegen unbewaffnete Zivilisten eingesetzt werden. Das Büro forderte alle am Konflikt beteiligten Parteien auf, humanitären Bedürfnissen Vorrang einzuräumen und einen dauerhaften Waffenstillstand zu akzeptieren.

Gleichzeitig appellierte die Koordinationsstelle an die Vereinten Nationen und andere internationale humanitäre Organisationen, dringend einzugreifen, um das zunehmende Leid und den Hunger zu bekämpfen, die die gesamte Bevölkerung heimsuchen.

Außerdem stehen das Gesundheits- und Bildungssystem vor dem Zusammenbruch. In den letzten Tagen wurde bekannt, dass die für den 26. Mai geplante Eröffnung des Schuljahres wegen der Ausbreitung der viszeralen Leishmaniose (Kala-Azar) im Ostsudan, die im Vergleich zum Vorjahresquartal um 25 Prozent gestiegen ist, verschoben wurde. In einer Pressemitteilung rechtfertigte der stellvertretende Direktor des Ministeriums für Bildung in El Gedaref, Abdelwahab Ibrahim, die Verzögerung der Schuleröffnung mit der Bereitstellung von Unterkünften für die Vertriebenen, der Unterstützung der Lehrer und der Vorbereitung des Schulumfelds. "Mehr als 350.000 Lehrer, Verwaltungsangestellte und Mitarbeiter des Bildungswesens leben unter katastrophalen Bedingungen", hatte das „Darfur Teachers' Committee“ Anfang 2024 beklagt und die Entscheidung zur Öffnung der Schulen abgelehnt. "Der Krieg muss beendet werden, um die Arbeit wieder aufnehmen zu können", so die Lehrer, die die sudanesischen Behörden dringend aufforderten, die Gehälter zu zahlen, die Schulgebäude zu sanieren und Schulbücher zu liefern.

Seit Beginn des Konflikts im April 2023 erlebt das Land eine der größten anhaltenden humanitären Krisen: mehr als 6,5 Millionen Menschen wurden vertrieben, etwa 65 % der Bevölkerung haben keinen Zugang zur Gesundheitsversorgung, und 70 % der Krankenhauseinrichtungen in den von den Kämpfen betroffenen Gebieten wurden zerstört. Port Sudan wirkt wie ein riesiges Flüchtlingslager: In den letzten Monaten hat der östliche Teil des Landes rund 500.000 Vertriebene aufgenommen, von denen mindestens 270.000 in der Stadt geblieben sind, die in diesen Kriegsmonaten de facto zur Hauptstadt geworden ist.

(AP) (Fides 6/6/2024)

 

ASIEN/CHINA - Wegen Getreideernte: Bischof Sun Jigeng feiert das Herz-Jesu-Fest in dem Dorf Chaizhuangcun "im Voraus"

 

Handan (Fides) - In Chaizhuangcun, einem kleinen Dorf in der chinesischen Provinz Hebei, hat die kleine katholische Gemeinde bereits das Fest des Heiligsten Herzens Jesu gefeiert, das nach dem liturgischen Kalender auf den morgigen Freitag, den 7. Juni fällt. Der Bischof der Diözese Yongnian (heute Handan), Joseph Sun Jigeng, feierte am Mittwoch, dem 5. Juni, mit etwa hundert Gemeindemitgliedern in der Herz-Jesu-Kirche (siehe Foto) einen Gottesdienst. "Wir sind nur wenige", sagte der Bischof in seiner Predigt, "aber ihr habt den neuen Altar, den Ambo, den Tabernakel und auch das neue Taufbecken herrichten lassen, um unseren Glauben und unseren Wunsch auszudrücken, immer nach dem Willen des Herrn Jesus und nach seinem Heiligsten Herzen zu arbeiten“.

Die Entscheidung, das Herz-Jesu-Fest zwei Tage früher in der ihm geweihten Kirche zu feiern, wurde getroffen, um den pastoralen Erfordernissen im Zusammenhang mit dem Beginn der landwirtschaftlichen Erntezeit gerecht zu werden. Fünf Priester konzelebrierten zusammen mit Bischof Joseph Sun, und im Rahmen der Liturgie wurde auch der neue Altar geweiht. Der Bischof zeigte sich gerührt von der Spiritualität der kleinen Gemeinde in dem ländlichen Dorf, in dem alle die Getreideernte für einen Tag unterbrachen, um an dem Gottesdienst anlässlich des Patronatsfestes der Gemeinde teilzunehmen. Der Bischof spendete für die anwesenden älteren Menschen auch das Sakrament der Krankensalbung.

Seit Anfang Juni haben die Landwirte in der gesamten Provinz Hebei mit der Weizenernte begonnen. Alle pastoralen Praktiken sind an den Rhythmus der landwirtschaftlichen Arbeit angepasst.

Die Diözese Yongnian (heute Handan) ist eine lebendige Gemeinschaft mit großem missionarischem Elan. Sie ist eine der größten Diözesen der Provinz und eine der Diözesangemeinschaften, die in letzter Zeit ein erhebliches Wachstum erfahren haben. Mehr als 190.000 Katholiken leben dort, bei einer Bevölkerung von 9,4 Millionen. Die Verkündigung des Evangeliums in diesem Gebiet geht auf den Jesuitenmissionar Pater Matteo Ricci zurück.

Yongnian wurde 1946 in den Rang einer Diözese erhoben. Derzeit gibt es in der Diözese mehr als 150 Kirchen und Kapellen, rund 150 Priester und über 200 Ordensschwestern aus verschiedenen Kongregationen. Darüber hinaus befinden sich in Trägerschaft der Diözese mehrere Krankenstationen, Kliniken und soziale Einrichtungen.

(NZ) (Fides 6/6/2024)

 

ASIEN/INDONESIEN - Herz-Jesu-Kirche in Ganjuran: Wallfahrten und Volksfrömmigkeit im javanesischen Stil

 

Yogyakarta (Fides) - Seit hundert Jahren ist die Herz-Jesu-Kirche in Ganjuran, südlich von Yogyakarta auf der indonesischen Insel Java, einer der meistbesuchten. Am Festtag, dem 7. Juni, bereitet sich dieser Ort mit seinem einzigartigen kulturellen Hintergrund und seiner Geschichte darauf vor, Tausende von Pilgern zu empfangen, die nicht nur von der Insel Java, sondern auch von anderen indonesischen Inseln kommen. Auch muslimische Gläubige besuchen das Heiligtum. Pfarrer Fransiskus Purwanto von der Sanata-Dharma-Universität in Yogyakarta erinnert daran, dass die Herz-Jesu-Verehrung von Missionaren eingeführt wurde und sich rasch verbreitete, wobei sie von der lokalen javanischen Gemeinschaft und auch von den muslimischen Gläubigen angenommen wurde. Die Herz-Jesu-Verehrung sei im Wesentlichen spirituell, aber sie drücke sich auch durch soziales Engagement aus, indem sie den Bedürftigsten und Ärmsten in der Gesellschaft hilft, stellt er fest.

Die 1924 begonnene und 1930 von Gerard Marie Franciscus van Velsen, dem damaligen Erzbischof von Jakarta, geweihte Wallfahrtskirche von Ganjuran weist in ihrer architektonischen, strukturellen, künstlerischen und kulturellen Gestaltung den typisch javanischen Stil auf, in einer Kombination aus "Mataram"-Stil und "Majapahit"-Strukturen. Pfarrer Soegijopranata, ein ortsansässiger Pfarrer, der später, im Jahr 1941, der erste einheimische Bischof Indonesiens werden sollte, führte hier den Brauch der Prozession mit dem Allerheiligsten als Zeichen der Verehrung für das Heiligste Herz Jesu ein.

Ganjuran ist ein Ort, zu dem die Gläubigen kommen, um Heilung von Krankheiten zu erbitten, und es gibt viele Zeugnisse von Pilgern, die berichten, dass sie nach einem Bad im Wasser der Quelle, die unter dem Tempel entspringt, geheilt wurden. In der Wallfahrtskirche mit ihrer Mariengrotte, die am 11. Februar 1929, dem Datum und Monat der Erscheinungen der Muttergottes von Lourdes, neben der Kirche errichtet wurde, wird auch der Rosenkranz gebetet. Hier ist die Verehrung Mariens mit der Verehrung des Heiligsten Herzens verflochten, und die Menschen folgen dem javanischen Brauch, barfuß die Treppe hinaufzusteigen, wenn sie der Gottesmutter Maria Weihrauch und Blumen darbringen.

Die Kirche in Ganjuran wurde 1924 auf Initiative des niederländischen katholischen Zuckerplantagenbesitzers Dr. Julius Schmutzer gebaut. Der Mann und seine Familie bemühten sich aktiv um eine fruchtbare Verbindung zwischen dem Christentum und den einheimischen Kulturen: "Der Katholizismus kann und muss jede Kultur, mit der er in Berührung kommt, in sich aufnehmen, sie reinigen und mit göttlichem Leben durchtränken", betonten sie. Mit diesem kulturellen und künstlerischen Konzept wurde die Kirche gebaut. Die Säulen und die Decke spiegeln die javanischen Farben wider, während die Engel zu beiden Seiten des Altars im Wayang-Stil gestaltet sind, einem lokalen Begriff für javanisches Puppentheaterdesign. Die Bilder und Statuen von Jesus Christus und Maria sind ebenfalls mit javanischen Königsbildern dargestellt, während auf den Flachreliefs der Kreuzwegstationen in der Kirche Jesus, die römischen Soldaten und Pontius Pilatus alle in traditioneller javanischer Kleidung und mit Accessoires dargestellt sind.

Für die Pfarrgemeinde und die Bürger der Stadt ist die Kirche ein wesentlicher Bestandteil ihrer religiösen und kulturellen Identität. Nach den schweren Schäden, die das Erdbeben von 2006 verursacht hatte, wurde die Kirche im ursprünglichen Stil restauriert.

In jüngster Zeit hat Pfarrer Gregorius Utomo (1929-2020), der jahrelang in Ganjuran wirkte, die Praxis der Wallfahrten gefördert, indem er eine Reihe von kulturellen und sozialen Aktivitäten einführte. Pfarrer Utomo organisierte soziale Entwicklungsprojekte, um den Armen zu helfen, und führte die Feier des "Welternährungstags" in der indonesischen Kirche ein, die im Oktober 1990 begann, als die Pfarrkirche in Ganjuran ein Seminar für Landwirte aus ganz Asien anlässlich dieses Tages veranstaltete. Auf diesem Seminar wurde auch die "Ganjuran-Erklärung" entwickelt, die die Landwirte zu einer nachhaltigen, ökologischen, wirtschaftlich fairen und ausgewogenen, kulturell angemessenen und sozial gerechten Landwirtschaft ermutigt. Als Pionier des Schutzes des "gemeinsamen Hauses" drängte der Geistliche die Landwirte zum Anbau von lokalem Bio-Reis unter Verwendung von Kompost anstelle von chemischen Düngemitteln und half ihnen dabei.

 

(PA) (Fides 06/06/2024)


FIDES-NACHRICHTEN 5.06.2024

AFRIKA/MADAGASKAR - Jugendzentrum der Salesianer Don Boscos in Ankililoaka: Bezugspunkt für 800 Jugendliche aus schwierigen Verhältnissen

 

Ankililoaka (Fides) – Die Stadt Ankililoaka in der Erzdiözese Toliara liegt im Südwesten von Madagaskar, einem der ärmsten Länder der Welt, in dem 75% der Bevölkerung in Slums leben. Um den zahlreichen Notsituationen zu begegnen, begann vor mehr als vierzig Jahren eine Gemeinschaft der Salesianer Don Boscos auf Einladung der örtlichen Diözese mit der Förderung von Bildung, Evangelisierung, Entwicklung und Berufsausbildung, um junge Menschen in gefährdeten Situationen zu begleiten.

"Ein wichtiger Bezugspunkt für die Jugendlichen der Gegend war seit unserer Ankunft 1981 immer das Jugendzentrum, ein offener, aber geschützter Ort, an dem Kinder und Jugendliche die wahre Bedeutung von Freundschaft, Respekt, Solidarität und Verantwortung lernen. Ein Raum, in dem sie wachsen, spielen und beten können, in der kleinen Kirche, die das Herzstück dieses Zentrums, das von 800 Jugendlichen besucht wird, die von 35 Betreuern begleitet werden", so der derzeitige Bischof Rosario Vella, S.D.B. von Moramanga, einer erst vor Kurzem gegründeten Diözese, der von 1982 bis 1995 Pfarrer in Ankililoaka war, gegenüber Fides.

Das Durchschnittsalter von 60 % der madagassischen Bevölkerung liegt bei 20 Jahren. Das Ziel der Missionare ist es, jedem dieser jungen Menschen innerhalb eines strukturierten und soliden Rahmens Zukunftsperspektiven zu bieten, und zwar durch Bildungsprogramme, die den Fähigkeiten und Bedürfnissen der madagassischen Gesellschaft entsprechen und junge Menschen zum Nachdenken und zur Suche nach ihrer eigenen Selbständigkeit anregen.

Obdachlose Familien drängen sich auf den Straßen der Vororte Madagaskars und improvisieren Unterkünfte aus Pappe oder Plastik; andere leben in Holzhütten, die besonders in der Trockenzeit Feuer fangen können. Viele Minderjährige leben in Gruppen auf der Straße und versuchen sich mit Gelegenheitsjobs durchzuschlagen oder ergaunern sich mit kleinen Diebstählen Nahrung.

Für die örtliche Bevölkerung sind die Salesianer von Don Bosco ein täglicher Bezugspunkt, da sie für ihre Rechte einstehen und ihnen Entwicklungschancen geben. Aus diesem Grund wollen die Missionare den jungen Menschen auch weiterhin die bestmögliche Begleitung bieten, so wie es ihr Gründer getan hätte.

(AP) (Fides 5/6/2024)

 

AFRIKA/SUDAN - Nord-Darfur: Konflikt nimmt ethnische Dimension an

 

Khartum (Fides) - Der Krieg im Sudan hat eine ethnische Dimension angenommen, insbesondere in Darfur, wo Milizionäre der „Rapid Support Forces“ (RSF) beschuldigt werden, Zivilisten aufgrund ihrer ethnischen Zugehörigkeit zu töten.

Bei den jüngsten Opfern handelt es sich um neun Menschen, die aufgrund ihrer ethnischen Zugehörigkeit von den RSF auf der Flucht vor dem anhaltenden Konflikt in El Fasher, der Hauptstadt von Nord-Darfur, in die Stadt Mellit getötet wurden.

Seit dem 10. Mai herrschen El Fasher heftige Kämpfe zwischen den sudanesischen Streitkräften (SAF), die von einigen ihrer verbündeten bewaffneten Bewegungen unterstützt werden, und der RSF. Die Kämpfe haben zahlreiche zivile Opfer gefordert und schwere Schäden an Häusern und ziviler Infrastruktur verursacht.

Die Lage in der Stadt, in der knapp 1,5 Millionen Menschen leben, darunter Einwohner und Binnenflüchtlinge, die dort Zuflucht gefunden hatten, ist dramatisch.

Die RSF setzen ihre Offensive zur Übernahme der Stadt fort und werden beschuldigt, bewohnte Gebiete absichtlich mit schwerer Artillerie zu beschießen, um die Bewohner in die Flucht zu treiben.

Das beharrliche Streben der RSF nach Kontrolle erklärt sich aus der Tatsache, dass Nord-Darfur mit seiner Hauptstadt der einzige Teil der Region Darfur ist, der bisher noch nicht von der RSF kontrolliert wird. Seit Ende letzten Jahres haben die RSF die Kontrolle über vier der fünf Staaten in der Region Darfur übernommen: Süd-, West-, Zentral- und Ost-Darfur.

Die Eroberung von El-Fasher würde den RSF die Möglichkeit geben, Stellungen der regulären Armee im Nordsudan anzugreifen und sich mit Hilfe russischer Söldner über Libyen zu versorgen.

Die lokale Bevölkerung und insbesondere die Masalit werden beschuldigt, sich auf die Seite der regulären Armee gegen die überwiegend arabische RSF zu stellen.

Nichtarabische Bevölkerungsgruppen wie die Masalit, Zaghawa und Furs sind seit mehr als 20 Jahren das Ziel von Angriffen der RSF und ihres Vorläufers, der Janjawee-Miliz. Als im April 2023 der Krieg zwischen den von General Abdel Fattah al-Burhan befehligten regulären Armee und der von Mohamed Hamdan "Hemedti" Dagalo geführten RSF ausbrach, griffen letztere erneut die nichtarabische Bevölkerung in Darfur an.

Einige der bewaffneten Gruppen in der Region schlossen sich zusammen, um die Angriffe von Hemedtis Kämpfern abzuwehren, und bildeten die „Darfur Joint Force“. Ursprünglich handelte es sich um ein neutrales Bündnis, das mit dem Schutz von el-Fasher beauftragt war. Der Gouverneur von Darfur, Minni Minnawi, ein ethnischer Zaghawa, übernahm die Führung der Formation, der die „Minnawi’s Sudan Liberation Movement“, die „Justice and Equality Movement (JEM)“, die „Sudanese Alliance und die Gathering of Sudan Liberation Forces“ angehören. Im November 2023 stellten sich Minnawi und JEM-Führer Gibril Ibrahim auf die Seite der regulären Armee. Beide Milizen sind in Kämpfe um die Kontrolle von el-Fasher verwickelt.

Drei weitere Gruppen (Sudanese Alliance, Gathering of Sudan Liberation Forces, Sudan Liberation Movement-Transitional Council) haben sich in dem Konflikt bisher neutral verhalten und sich auf den Schutz der Zivilbevölkerung in el-Fasher konzentriert.

(L.M.) (Fides 5/6/2024)

 

ASIEN/TÜRKEI - Theologische Hochschule von Chalki: Wiedereröffnung des Seminars des Ökumenischen Patriarchats Konstantinopel in Betracht gezogen

 

Istanbul (Fides) - Die türkische Regierung erwägt erneut die mögliche Wiedereröffnung der Theologischen Schule von Chalki, der angesehenen Theologischen Akademie des Ökumenischen Patriarchats von Konstantinopel, die ihre Aktivitäten 1971 auf Geheiß der Regierung in Ankara eingestellt hatte.

Wie türkische Medien berichten, insbesondere die Zeitung „Karar“, hat der türkische Bildungsminister Yusuf Tekin das Dossier einer möglichen Wiedereröffnung der Schule von Halki aufgegriffen und plant eine Reihe von operativen und technischen Sitzungen über die künftige Nutzung des Komplexes auf der Insel Halki.

Wie die Zeitung „Karar“ berichtet, wurde die Frage der möglichen Wiedereröffnung der theologischen Hochschule bei dem Treffen zwischen dem griechischen Ministerpräsidenten Kyriacos Mitsotakis und dem türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan am 13. Mai erneut angesprochen: Bei dieser Gelegenheit soll Mytsotakis Erdogan gebeten haben, Schritte zur Wiedereröffnung der christlich-theologischen Hochschule zu unternehmen. Erdogan selbst hatte in einem Interview mit der griechischen Tageszeitung „Kathimerini“, das am Vorabend seines Treffens mit Mytsotakis veröffentlicht wurde, gesagt: "Wir arbeiten daran, die theologische Schule von Chalki wieder zu eröffnen". Der türkische Präsident fügte hinzu: "Wir erwarten von unserem Nachbarn den gleichen konstruktiven Ansatz in Bezug auf die Probleme der türkischen Minderheit in Griechenland im Bereich der Bildung".

Das Ökumenische Patriarchat von Konstantinopel hat sich bisher nicht zu den neuen Gerüchten geäußert, die von den türkischen Medien im Hinblick auf das Seminar von Chalki verbreitet werden.

Einigen Analysten zufolge bestätigt diese jüngste Erklärung den Eindruck, dass die türkische politische Führung darauf bedacht ist, die mögliche Wiedereröffnung von Chalki als Teil der Maßnahmen zu nutzen, die Ankara von der Regierung in Athen zugunsten der türkischen Minderheit in Griechenland fordert.

Bereits im Februar 2019, als Erdogan in Ankara den damaligen griechischen Ministerpräsidenten Alexis Tsipras empfing, hatte der türkische Staatschef sein Bedauern über die Schließung des theologischen Instituts geäußert, aber auch jegliche Verantwortung der derzeitigen türkischen Führung in dieser Angelegenheit mit der Bemerkung abgelehnt, dass "es nicht unsere Schuld ist, wir waren damals nicht an der Regierung". Dem fügte er eine persönliche Erinnerung hinzu und erzählte: "Als ich zur Schule ging, nahm uns der Religionslehrer manchmal mit dorthin. Dort werden 38.000 Bücher aufbewahrt. ‚Kann man die alle lesen?‘ habe ich mich gefragt....". Schon damals hatte der türkische Präsident die Zukunft der teologischen Hochschule in Chalki mit den Forderungen aus Ankara in Bezug auf die türkische Minderheit in Griechenland verknüpft: "Wenn mir die Frage nach Chalki gestellt wird", hatte Erdogan damals gesagt, "sage ich: Blicken wir auch auf Westthrakien, damit wir die Frage des Muftis lösen können...".

Von 1844 bis zu dem Tag, an dem die türkische Regierung 1971 beschloss, das Seminar zu schließen, bildete die christliche Theologische Hochschule von Chalki Hunderte von orthodoxen Bischöfen und 12 Patriarchen aus, darunter den derzeitigen Ökumenischen Patriarchen Bartholomäus.

Im Hinblick auf die vom Ökumenischen Patriarchat seit langem geforderte und erwartete Wiedereröffnung wurden Pläne zur akademischen Modernisierung der Schule ausgearbeitet, so dass sie künftig in der Lage sein wird, fünfjährige Studiengänge mit der Möglichkeit zur Erlangung von auch in Europa und den Vereinigten Staaten anerkannten Masterabschlüssen zu gewährleisten.

(GV) (Fides 5/6/2024)

 

ASIEN/INDIEN - Partei von di Narendra Modi büßt Stimmen ein: "Demokratie und Pluralismus bleiben erhalten"

 

Neu-Delhi (Fides) - Die Bharatiya Janata Party (BJP), die Partei des indischen Premierministers Narendra Modi, hat bei den gerade zu Ende gegangenen Parlamentswahlen in Indien eine Mehrheit errungen, allerdings mit einem knappen Vorsprung im Vergleich zu dem Sieg, den Umfragen und Analysten vorhergesagt hatten. Nach den endgültigen Ergebnissen wird die BJP, die die meisten Stimmen im Land erhielt, keine absolute Mehrheit im Parlament (der 543 Sitze umfassenden „Lok Sabha“) haben, nicht allein regieren können und daher die Unterstützung verbündeter Gruppierungen benötigen.

Wie die Wahlkommission bestätigte, erhielt die Partei insgesamt 240 Sitze, und damit 62 weniger als 2019. Das sind weniger als die 272 Sitze, die für eine parlamentarische Mehrheit erforderlich sind. Mit den Partnern der "Nationalen Demokratischen Allianz" verfügt die Koalition über 292 Sitze und kann in den nächsten fünf Jahren eine Regierungsmehrheit unter der Führung von Narendra Modi bilden, der damit in seine dritte Amtszeit als Präsident geht.

Die Mitte-Links-Oppositionskoalition, die "Inclusive Alliance for India's National Development" (mit dem Akronym "India"), erhielt mehr als 230 Sitze. Das 25-Parteien-Bündnis trat zum ersten Mal gemeinsam gegen die BJP-Koalition an. Die wichtigste Partei der "India"-Koalition, die Kongresspartei, gewann 99 Sitze und verdoppelte damit ihr Ergebnis von 2019, als sie 46 Sitze gewann. Die Sozialistische Partei (SP) wird dagegen 37 Abgeordnete stellen, während sie in der vorangegangenen Legislaturperiode keine Vertreter hatte.

"Diese Ergebnisse, die die Demokratie und den Pluralismus erhalten, sind dank der unermüdlichen und selbstlosen Bemühungen vieler Menschen auf allen Ebenen der Zivilgesellschaft im ganzen Land zustande gekommen und sie sollten begrüßt werden, da sie niemandem die Möglichkeit geben, verfassungswidrige Projekte zu verwirklichen", kommentiert der in Ahmedabad lebende indische Jesuit Pater Cedric Prakash. "Die indische Zivilgesellschaft wird auch weiterhin die Korruption, den Hass zwischen den Religionsgemeinschaften, die Polarisierung und die Manipulation der Gesellschaft durch Geld und Massenmedien oder durch Einrichtungen, die der nationalistischen Politik untergeordnet sind, bekämpfen", so der Jesuit. "Das Ziel sozialen Handelns ist es, nach Wahrheit, Gerechtigkeit und Liebe zu streben. Jetzt ist es an der Zeit für eine aussagekräftige Bewertung, eine ernsthafte Selbstbeobachtung und eine sorgfältige Planung, damit alle gesunden Teile der Gesellschaft gemeinsam sicherstellen können, dass die in unserer Verfassung verankerten Werte geschützt werden und ein unverzichtbares Erbe für die Menschen in Indien bleiben", schließt Pater Prakash.

Für die schätzungsweise 28 Millionen Christen auf dem indischen Subkontinent sind Kriterien und Werte wie Religionsfreiheit und die Laizität des Staates nach wie vor von grundlegender Bedeutung für den Erhalt der größten Demokratie der Welt. Modis „Bharatiya Janata Party“ ist seit 2014 an der Macht. Seither kam es in den vergangenen zehn Jahren immer wieder zu Vorfällen von Gewalt, Diskriminierung und Schikanen gegen religiöse Minderheiten, insbesondere Christen und Muslime. Extremistische Hindu-Gruppen, die von der Ideologie der "Hindu-Vorherrschaft" ("Hindutva") ermutigt werden, haben Übergriffe begangen, die von körperlichen Übergriffen bis hin zu falschen Anschuldigungen über erzwungene religiöse Konversionen reichen. Man hofft nun auf eine Kurskorrektur der BJP hin zu einer integrativeren Politik, die den mehr als 200 Millionen Muslimen, Christen und anderen religiösen Minderheiten des Landes Bürgerrechte garantiert.

(PA) (Fides 5/6/2024)

 

ASIEN/CHINA - Wallfahrt: Katholiken von Tangshan pilgern zum Wirkungsort der seligen Franziskaner-Missionsschwester Maria Assunta Pallotta

 

Tangshan (Fides) - Die katholische Gemeinde von Tangshan (Provinz Hebei) begeht seit dem 1. Januar 2024 eine besondere Zeit, das „Jahr der Evangelisierung“, mit Priesterweihen, Liturgien und Katechese-Reihen, die darauf abzielen, in den getauften Katholiken die Leidenschaft für die Verkündigung des Evangeliums zu wecken.

Zwischen Ende Mai und Anfang Juni unternahm die Gemeinde eine Marienwallfahrt, die den Teilnehmern auch die Gelegenheit gab, das Zeugnis und der Heiligkeit von Schwester Maria Assunta Pallotta kennenzulernen, einer Franziskaner-Missionsschwester, die 1954 von Papst Pius XII. seliggesprochen wurde.

Am 31. Mai, dem Fest Mariä Heimsuchung, so das chinesische katholische Nachrichtenportal „xinde.org“, organisierten die Pfarreien von Tangshan eine Marienwallfahrt vom Heiligtum des Berges Bansishan zum Heiligtum von Dongergou, das als Heiligtum der Schmerzhaften Muttergottes bekannt ist, am Rande der Erzdiözese Taiyuan, der Hauptstadt der Provinz Shanxi. In diesem Heiligtum befindet sich eine weitere Kirche mit einer über 300-jährigen Geschichte sowie das Museum und der Wohnsitz der seligen Maria Assunta Pallotta, einer Nonne der Franziskaner-Missionsschwestern Mariens (FMM). Das Zusammenwirken zwischen dem Glauben und der örtlichen Tradition ist hier das Ergebnis des kontinuierlichen Zeugnisses der örtlichen Katholiken im Laufe der Jahrhunderte sowie der Werke, die der Herr unter ihnen getan hat.

Die Katholiken aus den Pfarreien von Tagshan beteten beim Aufstieg auf den Berg gemeinsam den Kreuzweg. Im Heiligtum selbst beteten sie den Rosenkranz und nahmen an einem gemeinsamen Gottesdienst teil.

Maria Assunta Pallotta (FMM) wurde am 20. August 1878 in Force (Region Marken, Italien) gebren und um 1903 als Missionarin nach China entsandt, wofür sie den Segen des Heiligen Papst Pius X. erhielt. Im Juni 1904 kam sie mit anderen Schwestern in Dongergou, einer kleinen Stadt in Shanxi, an. Sie begann als Köchin im Waisenhaus. Nach nur einem Jahr starb sie im Jahr 1905 im Alter von 27 Jahren während der Typhusepidemie, die in der Provinz wütete und der mehrere Waisenkinder und vier Schwestern zum Opfer fielen. Ihr Tod wurde von erstaunlichen Zeichen begleitet: Zwanzig Minuten vor ihrem Tod überflutete ein geheimnisvoller Duft die Räume, in denen sie gelebt hatte. Aus diesem Grund ist Schwester Maria Assunta in China als "Heilige des Parfüms" bekannt. Sie wurde am 7. November 1954 von Pius XII. seliggesprochen.

 

(NZ) (Fides 5/6/2024)


FIDES-NACHRICHTEN - 4.06.2024

AFRIKA/NIGER - Endloses Exil: Ein Leben in Niamey und das ohrenbetäubende Schweigen der Welt

 

Von Mauro Armanino

 

Niamey (Fides) - Henri lebt in Niamey und ist heute doppelt so alt als an dem Tag, an dem er sein Heimatland, die Demokratischen Republik Kongo, eine der unglücklichsten und reichsten Regionen seines Landes, verlassen hat. Der "geologische Skandal" der Demokratischen Republik Kongo, die über die besten Vorkommen an "Seltenen Erden“ für die Elektronik und die Informationstechnologie verfügt, hat die Fortsetzung der von außen gesteuerten Kriege ermöglicht, die im eigenen Land teuer bezahlt werden. Koalitionen verschiedener afrikanischer Länder und die Unterstützung in Form von Geld, Waffen und Logistik durch die Großmächte, die Interessen vor Ort haben, haben in den letzten Jahren zu einem langen Krieg geführt, der kein Ende nimmt.

Henri hat wie viele andere im Alter von 22 Jahren seine Heimat verlassen und ist seitdem nicht mehr zurückgekehrt. Er wird vom Hochkommissariat der Vereinten Nationen für Flüchtlinge (UNHCR) nicht anerkannt und hat aufgehört, rechtlich zu existieren. Er ist kein "Flüchtling", er ist kein "Migrant", er ist kein "Vertriebener", er hat keine Arbeit, keine Familie, keine Identität und es bleibt nur das, was er beharrlich eine Zukunft nennt. Er hat das Massaker an denjenigen miterlebt, die aus dem gemarterten Ruanda geflohen sind, und im Laufe der Zeit die Entstehung und Entwicklung bewaffneter Gruppen, die von ausländischen Unternehmen und Mächten bezahlt werden, die nach Bodenschätzen "hungern". Um nach Benin zu gelangen, wo er 11 Jahre lang als Flüchtling lebte, war er durch Zentralafrika, Kamerun und Nigeria gereist. Schließlich waren die Behörden aus politischen Gründen der Ansicht, dass sein Status nicht mehr haltbar war, und Henri reiste nach Ghana aus, weil er glaubte, beim Hochkommissariat für Flüchtlinge in Genf (Schweiz) mehr Glück zu haben. Er beschloss, sein Schicksal selbst in die Hand zu nehmen und zu versuchen, das Meer zu überqueren, das diejenigen, die es wagen, sein Geheimnis herauszufordern, mit Furcht betrachtet. Er verlässt also Ghana und erreicht nach einer langen Reise Algerien, eine der Küsten des Mittelmeers. Er wird festgenommen, inhaftiert und schließlich an die Grenze zu Niger abgeschoben. 2019 wird er von der Internationalen Organisation für Migration aufgenommen. Da er nicht in seine Heimatregion zurückkehren will, in der immer noch Krieg herrscht, wird er aus humanitären Gründen dem Hochkommissariat für Flüchtlinge anvertraut. Er verbringt weitere vier Jahre als Asylbewerber in einem Flüchtlingscamp namens Hamdallay unweit von Niamey, bis sein Asylantrag schließlich abgelehnt wird.

Die Behörde bietet ihm eine bescheidene Summe als "Abfindung", und Henri findet ein Zimmer zur Miete in einem der neuen Viertel am Rande der Hauptstadt Niamey 2000. Henris Leben auf der vergeblichen Suche nach einem Land, in dem er wegen des andauernden Krieges in seinem Heimatland Asyl findet, erscheint als Metapher für unsere Zeit. Sowohl er als auch sein Land und Millionen von Menschen zelebrieren im komplizenhaften und ohrenbetäubenden Schweigen der Welt, die zählt, ein endloses Exil.

(Fides 4/6/2024)

 

AFRIKA/UGANDA - Gedenken an die ugandischen Märtyrer: Rund vier Millionen Gläubige nehmen an den Feierlichkeiten teil

 

Kampala (Fides) - Etwa 4 Millionen Gläubige nahmen gestern, am 3. Juni, in der „Uganda Martyrs Catholic Shrine Basilica“ in Namugongo an den Feierlichkeiten zum Gedenken an die Märtyrer Ugandas teil. Das Heiligtum liegt etwa 20 km von der Hauptstadt Kampala entfernt.

Die diesjährige Feier war von besonderer Bedeutung, da es 60 Jahre her ist, dass Papst Paul VI. insgesamt 22 Katholiken und 23 Anglikaner heiliggesprochen hat, die zwischen 1885 und 1887 auf Befehl von König Mwanga II. im damaligen Königreich Buganda getötet wurden. Es wird am 3. Juni in Erinnerung an deb Martyrertod des heiligen Karl Lwanga, eines der 22 getöteten Katholiken, gefeiert.

In diesem Jahr war die ugandische Diözese Nebbi federführend bei den Feierlichkeiten. Am 15. Mai hatte sich eine Delegation von etwa 700 Pilgern aus Nebbi im Regen zu Fuß auf den Weg nach Namugongo gemacht. Sie legten innerhalb von zwei Wochen fast 500 km zurück und durchquerten dabei zwei Unterregionen (Bunyoro und West-Nil) und fünf Verwaltungsbezirke (Pakwach, Kiryandongo, Nakasongola, Luwero und Kampala), bevor sie den katholischen Wallfahrtsort erreichten. Sie wurden begleitet von Bischof Raphael p'Mony Wokorach, der scheidende Bischof von Nebbi und gewählte Metropolitan-Erzbischof von Gulu.

Erzbischof Wokorach zelebrierte auch dem Gottesdienst mit 20 anderen konzelebrierenden Bischöfen in einem Pavillon inmitten eines künstlichen Sees, nur wenige hundert Meter von der Basilika entfernt, die an der Stelle errichtet wurde, an der der heilige Karl Lwanga getötet wurde. In seiner Predigt warnte der gewählte Erzbischof die Gläubigen davor, sich von allen Formen des Götzendienstes und von Praktiken, die nicht dem christlichen Glauben entsprechen, wie Polygamie, Hexerei und Genitalverstümmelung, verführen zu lassen, und erinnerte daran, dass ugandische Märtyrer es vorgezogen haben, in den Tod zu gehen, um ihrem Glauben nicht abzuschwören.

An der Feier nahmen nicht nur Gläubige aus Uganda teil, sondern auch aus mehreren anderen afrikanischen Ländern (Südsudan, Kenia, Ruanda, Tansania, Demokratische Republik Kongo, Kamerun, Botswana, Südafrika) und aus anderen Kontinenten (Argentinien, Kolumbien, Australien und Dänemark). An der Messe nahmen auch wichtige Staatsvertreter teil, darunter Präsident Yoweri Museveni.

(L.M.) (Fides 4/6/2024)

 

ASIEN/INDONESIEN - Das “gelobte Land”: Die Insel Flores und die Berufungspastoral

 

Maumere (Fides) - "In dieser Zeit des zu Ende gehenden Schuljahres haben wir gute Ergebnisse im Bereich der Berufungspastoral. Wir Kamillianer versuchen, uns so gut wie möglich mit vielen kleinen Dingen zu engagieren, nicht nur im Bereich der Berufungspastoral, sondern auch mit unseren sozialen und karitativen Initiativen", so Pater Luigi Galvani, der als Missionar Pionierarbeit in der Diözese Maumere leistet, wo die Kamillianer-Missionare in drei Diözesen mit vier Seminaren, mit zwei Sozialzentren, in denen sie ein Ernährungsprogramm für 160 arme Kinder koordinieren, mit der Unterstützung für etwa zwanzig bedürftige Studenten, mit einem Projekt mit 'besonderen Häusern‘ für psychisch Kranke aus bedrückenden Situationen, und schließlich mit einem kleinen Projekt für die Herstellung von Mineralwasser und 'St. Camillus'-Eiscreme aktiv sind.

"Im Juni und Juli", erklärt der italienische Missionar, "sind mehrere Diakonenweihen in den verschiedenen Missionsinstituten vorgesehen. Am Sonntag, dem 2. Juni, wurden bereits 48 Diakone der Steyler Missionare geweiht, am 7. Jun werdeni weitere 8 Diakone der Karmeliten und am Sonntag, dem 9. Juni, 27 interdiözesane Diakone (Diözesen Maumere, Ende, Ruteng, Larantuka und Denpasar) geweiht. Am 14. Juli, dem Fest unseres Gründers, des heiligen Kamillus de Lellis, werden fünf Diakone der Kamillianer folgen. In den kommenden Monaten werden auch zahlreiche Novizen und Novizinnen der verschiedenen männlichen und weiblichen Institute in der Diözese Maumere, die derzeit 62 Ordensgemeinschaften zählen, ihre Ordensgelübde ablegen."

"All diese ermutigenden Ergebnisse der Berufungspastoral", so der Missionar abschließend, "belohnen sicherlich die Bemühungen der verschiedenen Beauftragten, aber sie sind auch ein Zeugnis für den Glauben und den missionarischen Geist von Hunderten und Aberhunderten von Familien auf der Insel Flores, die nach wie vor die katholischste der 17.000 Inseln des indonesischen Archipels ist. Vielleicht wird Flores auch deshalb das "gelobte Land" der Berufungen genannt“.

(LG/AP) (Fides 4/6/2024)

 

ASIEN/SYRIEN - Erzbischof Joseph Chami: “Die meisten Christen werden an den geplanten Kommunalwahlen nicht teilnehmen”

 

Qamishli (Fides) – „Die Situation ist kompliziert. Die Christen sind nicht glücklich. Die meisten von ihnen erkennen die Legitimität und den Wert der für den 11. Juni einberufenen Kommunalwahlen nicht an und werden nicht zur Wahl gehen", berichtet der syrisch-katholische Erzbischof von Hassakè-Nisibi, Joseph Abdel Jalil Chami, mit Blick auf den Urnengang, der im Nordosten Syriens von der sogenannten Demokratischen Autonomen Verwaltung der Region Nord- und Ostsyrien (Democratic Autonomous Administration of the Region of North and East Syria, DAARNES) angesetzt wurde. Dabei handelt es sich um eine "de facto" autonome Verwaltungseinheit, die von der syrischen Regierung nicht anerkannt ist, von kurdischen Kräften dominiert wird und teilweise von den USA militärisch unterstützt wird.

Um ihrer "faktischen" Autonomie Form und politische Substanz zu verleihen wurden für Dienstag, den 11. Juni, Kommunalwahlen in 121 Gemeinden in den sieben Kantonen der "Autonomen Region" angesetzt. Auf dem Papier sind rund 6 Millionen potenzielle Wähler zu den Urnen gerufen. Die Verwaltung der Autonomen Region hat kürzlich einen "neuen Gesellschaftsvertrag" verabschiedet, um ihr politisches Konzept zu verdeutlichen, in dem sie zur Koexistenz und Einheit der Menschen in der Region aufruft. Von den Kräften, die DAARNES kontrollieren, werden die Kommunalwahlen als ein wichtiger Schritt zur Entwicklung des demokratischen Systems und zur Stärkung der lokalen und regionalen autonomen Verwaltungen dargestellt.

Es wird erwartet, dass mehr als 5.000 Kandidaten an den Wahlen teilnehmen werden - berichten Quellen, der so genannten Autonomen Region nahe stehen - und insgesamt 43 politische Parteien, von denen einige sich als christlich bezeichnen (wie z.B. die Assyrische Demokratische Partei). Der syrisch-katholische Erzbischof Joseph Chami, der über die Lage der Christen in der Region spricht, betont gegenüber Fides: "Die Situation ist weiterhin schwierig. Viele Männer und Jungen werden zum Militärdienst eingezogen und in die kurdischen Milizen eingegliedert. Beschlagnahmungen und illegale Aneignungen von Privateigentum wie Häuser und Grundstücke, die christlichen Eigentümern gehören, gehen weiter. Und überlebenswichtige Dienstleistungen wie Wasser und Strom sind nicht gewährleistet".

In den letzten Tagen haben der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan und andere türkische Politiker direkte Interventionen in der Region angekündigt, falls Wahlpläne, die die territoriale Integrität Syriens in Frage stellen, weiterverfolgt werden. Am Freitag, den 31. Mai, gab auch die US-Botschaft in Damaskus eine Erklärung ab, in der sie betonte, dass die Bedingungen für "freie, transparente, faire und integrative" Wahlen im Nordosten Syriens derzeit nicht gegeben seien, und forderte die führenden Kräfte der Region auf, die Durchführung der Kommunalwahlen zu verschieben.

(GV) (Fides 4/6/2024)

 

ASIEN/LAOS - Der missionarische Geist der kleinen katholischen Glaubensgemeinschaft

 

Rom (Agenzia Fides) - "Die Gläubigen der kleinen katholischen Gemeinde in Laos haben einen glühenden missionarischen Geist, auch weil die Zukunft der Ortskirche in ihren eigenen Händen liegt: Nach den geltenden Vorschriften dürfen sich nämlich keine Missionare dauerhaft im Land aufhalten, sondern nur für kurze Zeit. Es ist daher wichtig, dass sie sich um einheimische Berufungen kümmern, sowohl zum Priestertum als auch zum gottgeweihten Leben oder zu Laienämtern wie Katecheten. Wir bieten jede notwendige und mögliche Unterstützung an, da wir dieselbe Bischofskonferenz haben, nämlich die der Bischöfe von Laos und Kambodscha", erklärt Pater Paul Chatsirey Roeung, ein kambodschanischer Priester des Apostolischen Vikariats Phnom Penh und Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke von Laos und Kambodscha, gegenüber Fides.

Der Priester, der die Gemeinden in Laos regelmäßig besucht, berichtet: "Das pastorale Leben verläuft friedlich und auf die übliche Weise. Für größere Versammlungen oder besondere Initiativen muss man bei den Regierungsbehörden um Erlaubnis bitten. Und diese Genehmigungen sind von Provinz zu Provinz unterschiedlich, je nach den örtlichen Beamten. Trotz der Schwierigkeiten ist Laos eine kleine Gemeinschaft, die große Hoffnungen nährt und junge Laoten anzieht. So gibt es im Kleinen Seminar, im Propädeutikum und im Großen Seminar insgesamt etwa 50 laotische Jungen und junge Männer (etwa 20 im Kleinen Seminar, 10 im Propädeutikum, 20 im Großen Seminar), was für die Zukunft Gutes verheißt. Auf jeden Fall ist sich die Ortskirche bewusst, dass ihre Zukunft von ihrer eigenen Mission und ihrem Glaubenszeugnis abhängt. In den vergangenen Monaten habe ich mit den laotischen Priestern geistliche Exerzitien erlebt, und ich spürte bei ihnen ein völliges Gottvertrauen: Die Kirche vertraut sich selbst und alle ihre Werke dem Herrn an, und Gott hilft und unterstützt sie“.

„Die pastorale und missionarische Arbeit", so Pfarrer Chatsirey Roeung, "geht in kleinen Schritten voran. Es gibt Katechisten, die die Priester begleiten, wenn sie in die Dörfer gehen und die Sakramente spenden. Manchmal, wenn es nötig ist, besuchen die Katechisten die Gebiete allein, geben ein Glaubenszeugnis und verkünden das Evangelium, manchmal taufen sie. Ich möchte auch darauf hinweisen, dass wir von der kleinen und sehr armen laotischen Gemeinschaft am letzten Weltmissionstag tausend Dollar gesammelt haben: das ist der kleine Beitrag zum Universellen Solidaritätsfonds, der auch von den Ärmsten kommt, eine Geste von großer Bedeutung, ein wichtiges Zeichen des missionarischen Geistes, der auf die Weltkirche schaut".

Vor allem im Süden von Laos, im Apostolischen Vikariat von Paksè, mit etwa 22.000 Katholiken und acht Diözesanpriestern, gibt es auch Franziskaner. "Die Franziskaner gehören zu den wenigen Ordensleuten im Vikariat, in einer Bruderschaft, der derzeit vier Brüder aus der Provinz vom hl. Franziskus in Vietnam angehören, von denen zwei Priester sind", berichtet Bruder John Wong, Generaldefinitor der Konferenzen der Minderbrüder in Asien und Ozeanien, der das Land kürzlich besucht hat.

Die Brüder leben in einem Dorf, das ursprünglich von einem französischen Missionspriester als Leprakolonie gegründet wurde: "Die Hauptaufgabe ist die Wiederherstellung der örtlichen Kirche, d.h. der konkrete Aufbau von Strukturen für die Seelsorge, aber vor allem das geistliche Wachstum des Volkes Gottes, für die Zukunft der Kirche in Laos", erklärt er. Die Brüder sind für die Seelsorge in fünf Dörfern zuständig und unterstützen vier Missionen in diesem Gebiet. "In den letzten zehn Jahren haben die Brüder den Bau von fünf Backsteinkirchen und vier weiteren Holzkapellen sowie des Exerzitien- und Ausbildungszentrums des Vikariats abgeschlossen", erklärt er, während sie derzeit zwei weitere neue Kirchen und eine Holzkapelle bauen. Sie sind auch im sozialen Bereich aktiv: Sie haben eine Reihe von Projekten initiiert, um die sehr armen ländlichen Gemeinden mit Strom und sauberem Wasser zu versorgen, und helfen dem örtlichen Bischof bei der Entwicklung eines Plantagengrundstücks für das Apostolische Vikariat. Die franziskanische Gemeinschaft betreibt auch zwei Wohnheime, um 15 Schülern und Studierenden aus armen Dörfern eine Ausbildung zu ermöglichen, und bietet - dank Spendern - etwa 50 Stipendien für bedürftige Schüler und Studiernde an, von der Grundschule bis zur Universität. Die Franziskaner in Paksè sind vollständig in die örtliche Kirche eingegliedert und integriert, und Bischof Andrew Souksavath Nouane Asa, Apostolischer Vikar von Paksè, hat oft die Wertschätzung der örtlichen Bevölkerung für die Franziskaner, für ihre Lebensweise und dafür, dass sie den Menschen in Paksè ein besseres Leben ermöglichen konnten, zum Ausdruck gebracht.

Die Demokratische Volksrepublik Laos ist ein sozialistischer Staat. Einst Teil eines alten Hindu-Reiches, hat sie heute eine buddhistische Kultur und eine mehrheitlich buddhistische Bevölkerung von 7,5 Millionen Menschen. Die katholische Kirche in Laos war ursprünglich Teil des Apostolischen Vikariats von Ostsiam. Derzeit gibt es in Laos vier Apostolische Vikariate (Vientiane, Paksè, Luang Prabang, Savannakhet) mit insgesamt etwa 60 000 Katholiken im ganzen Land. Seit der offiziellen Anerkennung der katholischen Kirche durch die laotische Front für nationale Entwicklung im Jahr 1979 haben sich die Beziehungen zwischen der Kirche und der Regierung allmählich verbessert, auch im Rahmen der in der Verfassung von 1991 anerkannten Religionsfreiheit (der Staat erkennt offiziell vier Religionen an: den Buddhismus, das Christentum, den Islam und die Bahai-Religion), allerdings mit den gesetzlich festgelegten Einschränkungen. Seit 2017 hat die kleine Kirche auch einen Kardinal, der von Papst Franziskus ernannt wurde: der heute 80jährige Louis Marie Ling Mangkhanekhoun, Apostolischer Vikar von Vientiane.

 

(PA) (Fides 4/6/2024)


Nach Flut in Afghanistan: Shelter Now hilft bei Bereitstellung von Trinkwasser

Hilfswerk plant Versorgung von 440 Familien mit Grundnahrungsmitteln und Zelten

4.06.2024

 

(Braunschweig/sn) - Bei der Hilfe für die Opfer der verheerenden Überschwemmungen im Nordosten Afghanistans steht für das internationale christliche Hilfswerk Shelter Now die Wiederherstellung der Trinkwasserversorgung im Mittelpunkt. Im Bezirk Teshkan der entlegenen Provinz Badakshan sollen 440 betroffene Familien außerdem Grundnahrungsmittel, Haushaltsutensilien und Hygieneartikel erhalten.

 

Sintflutartige Regenfälle hatten in den letzten Wochen wiederholt zu Überschwemmungen in verschiedenen Regionen Afghanistans geführt. Allein in den nordöstlichen Landesteilen kamen nach UN-Angaben mindestens 350 Menschen ums Leben, mehr als 1.600 wurden verletzt. Neben der Zerstörung von Straßen und Brücken verloren viele Tausend ihr Zuhause und ihre Lebensgrundlage: Ackerland wurde weggeschwemmt, Vieh ertrank.

 

In dem Bezirk Teshkan seien alle sechs Dörfer von der Naturkatastrophe betroffen, berichtet der deutsche Shelter-Now-Direktor Matthias Stechert. 230 Häuser seien durch Schlammlawinen zerstört, 670 Familien wurden obdachlos. Afghanische Behörden konnten demnach 230 Familien umsiedeln; Shelter Now helfe nun denjenigen, die noch kein Dach über dem Kopf haben, sagt Stechert.

 

Nach Vor-Ort-Erkundungen durch ein eigenes Team lege man den Schwerpunkt auf die Bereitstellung von Trinkwasser durch den Bau von Brunnen oder eines Wasserversorgungssystems, kündigt der Shelter-Now-Direktor an. Durch das saubere Trinkwasser werde die Ausbreitung von Krankheiten in dem Katastrophengebiet verringert. Dazu trägt auch die Ausgabe von Hygieneartikeln wie Handseife und Waschmittel bei.

 

Darüber hinaus sollen die Familien eine Grundversorgung mit Mehl, Reis, Bohnen, Öl und Salz sowie Kochtöpfe, Waschbecken Eimer, Gasflaschen, Kochlöffel und Schüssel erhalten. In 100 Zelten bekommen die Flutopfer ein vorläufiges Dach über dem Kopf.

 

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Shelter Now ist ein internationales Hilfswerk mit Koordinierungsbüro in Deutschland. Von 1983 bis 2016 war es in Pakistan tätig. 1988 begann die Arbeit in Afghanistan, 2014 in der Autonomen Region Kurdistan (Nord-Irak). Der Name der Organisation in Deutschland lautet „Shelter Now Germany e.V.“. Shelter Now finanziert seine Hilfsaktionen zu einem großen Teil aus privaten Spenden. Die effiziente und projektbezogene Verwendung der Mittel wird Shelter Now durch das Deutsche Zentralinstitut für Soziale Fragen (DZI) mit dem Spendensiegel bescheinigt.

 

 

info@shelter.de, www.shelter.de


FIDES-NACHRICHTEN - 3.06.2024

AFRIKA/TOGO - WEB TV: Gesellschaft für Afrikamissionen betreibt Multimediakanal

 

Lomé (Fides) - Die Worte des Gründers der Gesellschaft für Afrikanische Missionen, Melchior de Marion Brésillac: "...sucht jede Gelegenheit, die Frohe Botschaft zu verkünden" inspirierte die Afrikamissionare bei der Gründung des Fernsehsenders "SMA Togo TV". Der im Jahr 2022 auf den Weg gebrachte Web-TV-Kanal erzielt über die Grenzen Togos hinaus beachtliche Erfolge.

"Es handelt sich um einen Multimediakanal mit internationaler Ausrichtung, ein Novum in der Medienlandschaft, das auf die Anfragen vieler Gläubiger antwortet und die Botschaften und die Arbeit der Missionare der Gesellschaft für Afrikamissionen verbreitet", heißt es in einer Mitteilung von Pater Eric Koami Kpotor, Medienbeauftragter der Ordensprovinz Togo.

Das Projekt eines Web-TV-Senders entstand mit der Absicht, den Kommunikationsfluss in digitalen Netzen in Togo und in Afrika im Allgemeinen zu erweitern und zu verbessern. Alles begann während der dramatischen Monate der Pandemie.

Während der Corona-Pandemie hatten die Missionare damit begonnen, täglich Audiodateien zum Evangelium des Tages zu versenden, die sie mit Predigten über WhatsApp ergänzten. "Gerade diese Initiativen haben bei den Gläubigen große Begeisterung ausgelöst, und das in einer schwierigen Zeit, nicht nur in gesundheitlicher, sondern auch in menschlicher und sozialer Hinsicht", so Pater Eric. „Die Menschen hatten das Bedürfnis, ihren Glauben zu nähren und im Chaos Trost zu finden. Aus diesem Grund waren die von der Gesellschaft für Afrikamissionen ergriffenen Initiativen erfolgreich, so dass die Zahl der Menschen, die die Predigten über Smartphone und PC verfolgten, zunahm".

Dank dieser positiven Resonanz hat das Medienteam der Gesellschaft für Afrikamissionen in der togolesischen Provinz das Projekt „Web-TV“ ins Leben gerufen, um den wachsenden Erwartungen der Gläubigen gerecht zu werden. Die Initiative ist Teil eines Weges der Evangelisierung, der die digitalen Medien als eines der am besten zugänglichen Werkzeuge für die Kommunikation mit den togolesischen und afrikanischen Gläubigen sieht.

Der TV-Sender wurde im Juni 2022 vom Erzbischof von Lomé, Nicodème Barrigah-Benissan, an Fronleichnam eingeweiht und ist seit nunmehr fast zwei Jahren in Betrieb. Der Sitz befindet sich im Provinzhaus der Gesellschaft der Afrikamissionare in Bè-Klikamé.

(AP) (Fides 3/6/2024)

 

AFRIKA/SÜDAFRIKA - ANC verliert absolute Mehrheit: “Südafrika betritt unbekanntes Terrain”

 

Johannesburg (Fides) - Die Kommission für "Gerechtigkeit und Frieden" der katholischen Bischofskonferenz des südlichen Afrikas (in der die Bischöfe Südafrikas, Botswanas und Eswatins zusammengeschlossen sind) bestätigt mit Blick auf die Parlamentswahlen vom 29. Mai in Südafrika eine ordnungsgemäße Stimmabgabe, auch wenn es "Ineffizienzen gab, die die Stimmabgabe erschwerten und in einigen Fällen das Recht auf Stimmabgabe verhinderten". Insgesamt wurde jedoch auch ein „besorgniserregender“ Rückgang der Zahl der Wähler festgestellt.

Die Kommission „Gerechtigkeit und Frieden" erinnert daran, dass die Wahlen in mehreren afrikanischen Ländern von schwerwiegenden Unregelmäßigkeiten gekennzeichnet sind, und bekräftigt, dass es "keine derartigen Unregelmäßigkeiten bei den südafrikanischen Wahlen gibt, auch nicht bei den heutigen, die stark umstritten waren". Südafrika - so heißt es in der vom Leiter der Kommission "Gerechtigkeit und Frieden", Pater Stan Muyebe, unterzeichneten Erklärung weiter - „hat eine der besten Demokratien in Afrika. Jedes Mal, wenn wir in Südafrika wählen, sollten wir Gott dafür danken, dass dieses Land eine der besten Demokratien in Afrika ist, aber es ist eine Demokratie, die jeder sorgfältig bewahren sollte."

In diesem Sinne ist der Rückgang der Wahlbeteiligung nach Ansicht von Pater Muyebe ein besorgniserregendes Zeichen, denn "er spiegelt das mangelnde Vertrauen der Bürger in die Wahlen wider, die das Gefühl haben, dass ihre individuelle Stimme keinen Unterschied macht. Es besteht eine Diskrepanz zwischen den Wahlergebnissen und dem wirklichen Leben der wahlberechtigten Bürger". Wenn die Südafrikaner nicht glauben, dass sie ihre Forderungen durch ihre Stimmabgabe zum Ausdruck bringen können, besteht die Gefahr, dass eine "eingefahrene Kultur der gewalttätigen Proteste angeheizt wird", warnt Pater Muyebe.

Von den 41,4 Millionen Wahlberechtigten haben sich in diesem Jahr insgesamt 27,79 Millionen für die Wahl registriert. „Das bedeutet, dass etwa 13,7 Millionen Wahlberechtigte sich nicht registriert haben", betont die Kommission für "Gerechtigkeit und Frieden". Die Zahl der registrierten Wählerinnen und Wähler ist progressiv gesunken: von 80,5 Prozent der registrierten Wählerinnen und Wähler im Jahr 2014 auf 74,5 Prozent im Jahr 2019 und auf nur 66,8 Prozent im Jahr 2024.

"Positiv zu vermerken ist jedoch, dass sich immer mehr junge Menschen als Wähler registrieren lassen", heißt es in der Erklärung der bischöflichen Kommission. Dies könnte teilweise erklären, warum der Afrikanische Nationalkongress zum ersten Mal seit seiner Machtübernahme nach dem Ende der Apartheid vor 30 Jahren seine absolute Mehrheit im Parlament verloren hat. Bei der letzten Wahl im Jahr 2019 hatte die Partei 230 Sitze errungen. In diesem Jahr sind es nur noch 159 von 400 möglichen. Der ANC wird daher eine Koalition mit anderen Parteien bilden müssen, um regieren zu können und einen neuen Staatschef zu wählen, der vom Parlament gewählt wird. "Die Tatsache, dass zum ersten Mal seit 1994 die absolute Mehrheit und die politische Hegemonie der Regierungspartei verloren gegangen ist, führt Südafrika auf unbekanntes Terrain", so die Schlussfolgerung der Kommission für Gerechtigkeit und Frieden.

(LM.) (Fides 3/6/2024)

 

ASIEN/PAKISTAN - Nach Massengewalt in Sargodha: Christ erliegt schweren Verletzungen

 

Rawalpindi (Fides) - Der 72-jährige Christ Nazir Masih, der am 25. Mai in Sargodha, einer Stadt in der pakistanischen Provinz Punjab, von einem Mob angegriffen und verprügelt wurde, starb am heutigen 3. Juni im Krankenhaus von Rawalpindi. Er war der angeblichen "Blasphemie" beschuldigt worden. Wie das Krankenhaus mitteilte, starb der Mann an den Folgen der Verletzungen und Wunden, die er unter anderem am Kopf erlitten hatte. Der Mann war zu Unrecht beschuldigt worden, den Koran in der Kolonie „Mujahid“ in Sargodha entweiht zu haben. Eine mit Stöcken, Steinen und anderen Waffen bewaffnete Menge hatte sich vor dem Haus von Nazir Masih, dem Besitzer einer kleinen Schuhfabrik in der Gegend, versammelt, um ihn zu bestrafen. Durch das Eingreifen der Polizei konnte er zwar vor der Lynchjustiz bewahrt werden, wurde aber dennoch schwer verletzt und zunächst in das örtliche Krankenhaus gebracht, dann zur Behandlung und Operation in das Krankenhaus von Rawalpindi verlegt, wo sein Zustand kritisch war. Heute nun ist er den Verletzungen erlegen.

Der katholische Anwalt Khali Tahir Sandhu, Senator des Punjab und Minister für Menschenrechte in der Provinzregierung, erklärte gegenüber der Fides: "Wir haben die Nachricht schweren Herzens und mit tiefer Trauer vernommen. Sein Tod ist ein verheerender Verlust, der schwer auf unseren Herzen lastet und von der sinnlosen Gewalt zeugt, die schließlich sein Ableben verursacht hat. Er war ein geschätztes Mitglied unserer Gemeinschaft und sein vorzeitiger Tod hinterlässt eine Lücke. Wir sprechen seiner Familie und allen, die ihn kannten und liebten, unser tiefstes Beileid aus".

Minister Sandhu fügte hinzu: "Die christliche Gemeinschaft und andere religiöse Minderheiten fragen sich, wann diese Brutalität in Pakistan ein Ende haben wird. Wir bitten um Gerechtigkeit und Frieden und verurteilen gemeinsam alle Formen von Gewalt und Diskriminierung. Wir hoffen, dass alle Menschen guten Willens sich uns anschließen und uns dabei unterstützen, Gerechtigkeit für die Opfer zu fordern und an diesem Fall ein Exempel zu statuieren, um die Täter zu bestrafen und die Extremisten zu stoppen".

Der schwerwiegende Vorfall in Sargodha - den Rechtsanwalt Sandhu als "Mobocracy" bezeichnet hatte, d.h. "die gewalttätige Macht des Pöbels" - hatte in Pakistan und in der ganzen Welt Proteste und eine Welle der Empörung ausgelöst, vor allem weil sich die Blasphemievorwürfe als unbegründet erwiesen und den Missbrauch des Gesetzes gegen religiöse Minderheiten und insbesondere Christen deutlich gemacht hatten.

In Pakistan kam es in den letzten Tagen in mehreren Städten wie Peschawar und Karatschi zu Demonstrationen, bei denen der Vorfall urteilt und transparente Untersuchung durch die Regierung sowie ein gerichtliches Vorgehen gegen diejenigen, die falsche Anschuldigungen erhoben haben, gefordert wurden.

Der Rat für Islamische Ideologie unter dem Vorsitz von Raghib Hussain Naimi forderte die Sondergerichte ebenfalls auf, den Vorfall in Sargodha zu untersuchen, um diejenigen zu bestrafen, die abscheuliche Verbrechen begangen haben, und betonte, dass die Gewalt des Mobs dringend verhindert werden müsse. Er bezeichnete die Angriffe als "verabscheuungswürdig" und "unislamisch" und forderte, dass die Täter (die Polizei nahm im Zusammenhang mit dem Vorfall insgesamt 44 Personen fest) vor Gericht gestellt werden.

(PA) (Fides 3/06/2024)

 

ASIEN/CHINA - Fronleichnam: Zahlreiche Prozessionen im ganzen Land

 

Peking (Fides) - Chinesische katholische Gemeinden im ganzen Land haben an den Prozessionen teilgenommen, die am Sonntag, dem 2. Juni, anlässlich des Fronleichnamsfests, am Ende der drei Tage stattfanden, mit denen der Monat Mai, der Maria gewidmet ist, zu Ende ging und der Monat Juni eröffnet wurde, in dem das Volk Gottes seine traditionelle Verehrung für das Heiligste Herz Jesu wieder aufleben lässt. Von Peking bis Shanghai, von den Diözesen Hebei bis Jiangxi begannen die zahlreichen Feierlichkeiten mit dem liturgischen Fest Mariä Heimsuchung am 31. Mai.

In Shijiazhuang in der Provinz Hebei versammelten sich am Samstagabend Tausende von Katholiken in der Kathedrale, die der Unbefleckten Muttergottes geweiht ist, und zogen mit brennenden Kerzen durch die Straßen um die Kirche, um den Rosenkranz zu beten.

Die katholische Gemeinschaft der Provinz Anhui begann den Monat, der dem Heiligsten Herzen gewidmet ist, im Shuidong-Heiligtum Unserer Lieben Frau, das heute die älteste Kirche der Provinz ist (sie wurde 1869 erbaut). Während des ganzen Monats Mai kamen Pilger aus ganz China in das Heiligtum, die dabei für den Weltfrieden, für einsame Menschen, für Arbeitslose, für Getaufte, die sich von der Kirche entfernt haben, für Opfer von häuslicher Gewalt und für Familien in Krisen beteten.

Die Pfarrei Jiujiang (Provinz Jiangxi) betete während der feierlichen Fronleichnamsfeier für alle Studenten, die sich auf Prüfungen vorbereiten, insbesondere für diejenigen, die Studierenden die an Aufnahmeprüfungen für die Universität teilnehmen . Nach der Prozession und dem eucharistischen Segen spendete Pfarrer Pang Rui den anwesenden älteren Menschen das Sakrament der Krankensalbung und wünschte ihnen, dass sie "auch weiterhin diejenigen sein mögen, die den Glauben weitergeben".

In derselben Provinz wurde im Marienheiligtum von Lushan, das Mariä Himmelfahrt geweiht ist, der Monat des Heiligsten Herzens Jesu feierlich eröffnet. Gemeinsam mit den anwesenden Gläubigen dankte Pfarrer Wang Leizhen der Gottesmutter "für ihren Schutz" und bat sie, "die Tugenden des Glaubens, der Hoffnung und der Nächstenliebe in uns zu bewahren und neu zu entfachen". Der Priester erinnerte auch an die traditionelle Praxis der "Gelübde", als "kleine Gesten der Liebe, mit denen wir jeden Tag das Herz Jesu erfreuen und in inniger Verbundenheit mit Ihm bleiben können".

(NZ) (Fides 03/6/2024)

 

ASIEN/INDIEN - Bischof von Ajmer zurückgetreten

 

Vatikanstadt (Fides) – Papst Franziskus hat am 1. Juni 2024 den von Bischof Pius Thomas D’Souza von Ajmer (Indien) eingereichten Rücktritt angenommen.

(EG) (Fides 3/06/2024)

 

OZEANIEN/TUVALU - Pater Eliseo Napiere zum Oberen der “Missio sui iuris” Funafuti ernannt

 

Vatikanstadt (Fides) – Papst Franziskus hat den bisherigen Pfarrer der Pfarrei “St. James the Less” in Perris (Diözese San Bernardino, USA), P. Eliseo Napiere (MSP) zum Oberen der „Missio sui iuris“ Funafuti (Tuvalu) ernannt.

Pater Eliseo Napiere (MSP) wurde am 14. Juni 1965 in Maribojoc (Bohol, Philippinen) geboren und am 19. Januar 1991 zum Priester geweiht.

Nach seiner Priesterwehe hatte erfolgende Ämter inne: Pfarrvikar der Gemeinde „Blessed Sacrament“ (Reclamation Area, Cebu City) (1991-1992); Schuldirektor und Prokurator des „Fil-Mission Seminary“ (Tagaytay City, Cavite), Philippinen (1992-1994); Mitglied des Generalrats und Generalschatzmeister der Missionsgesellschaft der Philippinen (Mission Society oft he Philipines, MSP) (1994-1999); Missionar in der Diözese Taichung (Taiwan) (2002-2016); Exekutivsekretär der Chinesischen Regionalen Bischofskonferenz, Mitarbeiter der Bischöfliche Kommission für Migranten und Wanderarbeiter, Nationaldirektor des Apostolats des Meeres/Pastor-Blessed Sacrament Church, Diözesanleiter für Migranten und Kaplan, Diözese Taichung, Taiwan (2007-2016); Pfarrvikar der Gemeinde „St. Edward“ in Corona (Diözese San Bernardino, USA) (2016-2018); seit 2018 Mitglied des Presbyteralrats und Pfarrer der Pfarrei „St. James the Less“ in Perris (USA).

(EG) (Fides 03/06/2024)

 

ASIEN/PHILIPPINEN - “Kette der Harmonie”: Silsillah-Bewegung bringt Gebetsinitiative auf den Weg

 

Zamboanga (Fides) - "In den vierzig Jahren der Geschichte der Silsilah-Bewegung können wir uns an viele Ereignisse erinnern, einige davon sind traurig, andere freudig, aber sie forderten und heraus, vorwärts zu gehen und weiter zu machen. Einer dieser schmerzlichen Momente, der zu einem inspirierenden Ereignis in der Geschichte der Silsilah-Bewegung wurde, war das Jahr 2000, als der philippinische Präsident Joseph Estrada den 'totalen Krieg in Mindanao' ausrief, woraufhin Silsilah ertmals die Initiative 'Gebet der Harmonie' auf den Weg brachte, um den Frieden in Mindanao und in der Welt zu fördern. Dieses tragische Ereignis wurde für uns zum Engagement für die Verbreitung des Gebets der Harmonie von unserer Insel aus in die ganze Welt", so Pater Sebastiano D'Ambra, Gründer der Bewegung für den islamisch-christlichen Dialog "Silsilah" (was "Kette" bedeutet), die in der Stadt Zamboanga auf der Insel Mindanao (Südphilippinen) kürzlich ihr 40-jähriges Bestehen feierte.

"In nur wenigen Jahren", so Pater D'Ambra, "haben wir Freunde und Gruppen in fünfunddreißig Ländern der Welt damit erreicht. In jedem dieser Länder konnten wir Kontakt zu Menschen herstellen, die sich verpflichtet haben, das Gebet der Harmonie zu beten und auch das Harmonie-Lied in vielen Schulen und Gruppen zu singen, insbesondere bei interreligiösen Treffen. Auf den Philippinen wurde das Gebet der Harmonie von verschiedenen gesellschaftlichen und kirchlichen Stellen wie dem Rat der Bischöfe und Ulama, der philippinischen Bischofskonferenz und dem Büro des präsidialen Beraters für Frieden, Versöhnung und Einheit gefördert“.

Die 1984 ins Leben gerufene Bewegung ruft heute die Initiative „Kette der Harmonie“ wieder ins Leben, die christliche und muslimische Gruppen auf der ganzen Welt durch ein Gebet geistig miteinander verbindet, das die Gläubigen dazu anregt, sich in den Dienst des Friedens und der Brüderlichkeit zu stellen. Das Gebet fördert die "Spiritualität des Lebens im Dialog", die in vier Dimensionen gelebt wird: Dialog mit Gott, Dialog mit sich selbst, Dialog mit dem Nächsten und Dialog mit der Schöpfung.

"Wir können das Gebet der Harmonie verbreiten, wo immer wir sind, auf allen Kontinenten. Wir werden regelmäßige Online-Veranstaltungen haben, um mit denjenigen in Kontakt zu treten, die regelmäßig das Gebet für Harmonie beten, um spirituelle Erfahrungen auszutauschen. Unser Traum ist es, dass Menschen oder Gruppen in verschiedenen Teilen der Welt und zu verschiedenen Tageszeiten das Gebet der Harmonie in ihrer eigenen Sprache beten können, so dass Frieden und Harmonie zwischen Völkern, Kulturen und Religionsgemeinschaften in der ganzen Welt gedeihen können", schließt der Missionar.

(PA) (Fides 1/6/2024)

 

ASIEN/CHINA - Studienseminar zur Geschichte der Kirche: Diözese Changzhi gedenkt des "Primum Concilium Sinense" vor 100 Jahren

 

Changzhi (Fides) – Mit einem Rückblick auf die Geschichte der Kirche in China gedenkt die Diözese Changzhi (in der chinesischen Provinz Shanxi) an das „Primum Concilium Sinense“, dem ersten Generalkonzil der katholischen Kirche in China, das vom 15. Mai bis 12. Juni 1924 in Shanghai stattfand. Wie das katholische Nachrichtenportal „xinde.org“ berichtet, leitete Pfarrer Han Qingping vom 20. bis 24. Mai ein Studienseminar über die Geschichte der Kirche in China für alle Priester der Diözese Changzhi.

Während des fünftägigen Kurses, der in Anwesenheit von Bischof Peter Ding Lingbin stattfand, zeichnete Pfarrer Han systematisch die Geschichte der katholischen Kirche im Land nach, von der ersten Evangelisierung bis zu ihrer Integration in die lokale Kultur, und vermittelte einen umfassenden Überblick über die wichtigen Etappen und Schlüsselereignisse dieses einzigartigen historischen Prozesses. Die Vorträge von Pfarrer Han wurden durch Momente der Diskussion über die vorgestellten Ereignisse und Themen vertieft.

Das Studium der verschiedenen Schritte, die die katholische Gemeinschaft im Kontext der chinesischen Gesellschaft und ihrer Veränderungen durchlaufen hat, bietet eine historische Grundlage, um den Beitrag der katholischen Gemeinschaft zum harmonischen Zusammenleben in der chinesischen Gesellschaft zu beleuchten.

 

(NZ) (Fides 31/05/2024)


Gaza-Stadt: Pfarrer kehrt zu seiner Gemeinde zurück

Pater Gabriel Romanelli feiert die heilige Messe in der Pfarrkirche „Heilige Familie“ in Gaza-Stadt. © Kirche in Not
Pater Gabriel Romanelli feiert die heilige Messe in der Pfarrkirche „Heilige Familie“ in Gaza-Stadt. © Kirche in Not

31.05.2024

 

(München/acn) - Sieben Monate nach Kriegsbeginn konnte der Pfarrer der katholischen Pfarrei „Heilige Familie“ in Gaza-Stadt, Pater Gabriel Romanelli, wieder zu seiner Gemeinde zurückkehren. Der argentinische Geistliche, der zur Ordensgemeinschaft „Institut des inkarnierten Wortes“ gehört, war zum Zeitpunkt des Terrorangriffs der Hamas und der einsetzenden israelischen Gegenwehr in Bethlehem. Aufgrund der Grenzschließungen konnte er nicht mehr zu seiner Gemeinde zurück; lange Zeit hielt er sich in Jerusalem auf. In den ersten Kriegsmonaten hatte ein Pfarrvikar zusammen mit Ordensfrauen und weiteren Helfern die katholische Gemeinde in Gaza-Stadt betreut; viele Menschen suchten von Anfang an in ihren Räumen Sicherheit.

 

Am 15. Mai überquerte Romanelli zusammen mit dem Lateinischen Patriarch von Jerusalem, Erzbischof Pierbattista Kardinal Pizzaballa, erstmals wieder die Grenze zum Gaza-Streifen. „Es ist schwer, meine Gefühle zu beschreiben. Fast 19 Jahre bin ich als Missionar in Gaza tätig. Jetzt, wo ich endlich zurückkehren konnte, sind viele meiner Freunde und Gemeindemitglieder nicht mehr hier“, teilte Romanelli dem weltweiten katholischen Hilfswerk „Kirche in Not“ (ACN) mit.

 

 


FIDES-NACHRICHTEN - 31.05.2024

AFRIKA/SÜDAFRIKA - Parlamentswahl 2024: Afrikanischer Nationalkongress verliert absolute Mehrheit

Johannesburg (Fides) - Der Afrikanische Nationalkongress (ANC) liegt bei der Auszählung der Teilergebnisse der Parlamentswahlen vom 29. Mai in Führung, hat aber keine absolute Mehrheit erreicht. Nach der aktuellen Auszählung hat der ANC bisher 42% der abgegebenen Stimmen erhalten, was weit von den 57,5% entfernt ist, die er bei den letzten Wahlen erhalten hatte. Ihm folgt die wichtigste Oppositionspartei, die Demokratische Allianz (DA), mit 23,5 %. Die Partei des ehemaligen Präsidenten Jacob Zuma, Umkhonto We Sizwe, überholte mit 10,35 % die linksradikale Partei „Economic Freedom Fighters“ (EFF), die auf 9,5 % kam.

Der Verlust der absoluten Mehrheit bedeutet, dass der ANC gezwungen sein wird, eine Koalitionsregierung mit anderen Parteien zu bilden, und sich auch mit anderen politischen Parteien einigen muss, um den neuen Staatschef zu stellen, der von dem aus diesen Wahlen hervorgehenden Parlament gewählt wird.

"Diese Wahlen waren die am härtesten umkämpften seit dem Ende der Apartheid im Jahr 1994, nachdem 2023 das Wahländerungsgesetz in Kraft getreten war“, so die Interregionale Versammlung der Bischöfe des südlichen Afrikas (IMBISA), die gemeinsam mit der Kommission für Gerechtigkeit und Frieden der Katholischen Bischofskonferenz des südlichen Afrikas der (SACBC), in der sich die Bischöfe Südafrikas, Botswanas und Eswatins zusammenschließen, Beobachter in die südafrikanischen Wahllokale entsandt hat, in einer Mitteilung.

"Während der Wahlbeobachtung in Pretoria wurden lange Schlangen vor den Wahllokalen festgestellt. Die Beobachter waren ermutigt durch die hohe Wahlbeteiligung der jungen Wähler trotz des kalten Wetters. Das Beobachterteam stellte auch den reibungslosen Ablauf der Wahl fest und lobte die Sicherheitsbeamten für ihre Präsenz in allen Wahllokalen", heißt es in der Mitteilung.

Die Veröffentlichung der Wahlergebnisse wurde jedoch durch eine Störung auf der Website der Unabhängigen Wahlkommission blockiert, die heute Morgen nicht mehr funktionierte, was zu Verdächtigungen und Verschwörungstheorien in den sozialen Medien führte.

(L.M.) (Fides 31/5/2024)

 

AFRIKA/NIGERIA - Nach Pfarrer Basil Gbuzuo wurde auch Pfarrer Oliver Buba freigelassen

 

Abuja (Fides) - Der am 21. Mai im nigerianischen Bundesstaat Adamawa entführte Pfarrer Oliver Buba ist frei.

Dies gab der Bischof von Yola, Stephen Dami Mamza, bekannt, in dessen Diözese Pafarrer Buba seinen Dienst verrichtet. Laut der Mitteilung, die Fides vorliegt, wurde Pfarrer Buba "in den frühen Morgenstunden des 30. Mai von seinen Entführern freigelassen".

Der Priester war am 21. Mai gegen ein Uhr nachts im Speisesaal des Pfarrhauses der Pfarrei Santa Rita entführt worden.

"Im Namen der Priester, Ordensleute und Laien der Diözese Yola möchte ich allen Menschen guten Willens für die Gebete und die Solidaritätsbekundungen in diesen herausfordernden und schwierigen Zeiten danken und ihnen meine Anerkennung aussprechen. Möge der Herr Sie segnen und Ihnen Frieden schenken", heißt es in der Mitteilung von Bischof Mamza.

Am 23. Mai war Pfrarrer Basil Gbuzuo freigelassen worden, der am 15. Mai auf der Umgehungsstraße von Eke Nkpor-Obosi im Bundesstaat Anambra entführt worden war.

(L.M.) (Fides 31/5/2024)

 

 

ASIEN/BANGLADESCH - Zyklon Remal: Menschliche Kosten sind sehr hoch

 

Dhaka (Fides) - "Die menschlichen Kosten sind sehr hoch, es gibt Hindernisse beim Transport und Verzögerungen bei der medizinischen Versorgung. Mehr als 700 schwangere Frauen im Distrikt Patuakhali haben Schwierigkeiten, die wichtigsten Gesundheitsdienste für werdende Mütter zu erreichen. Der Zyklon Remal hat in Bangladesch eine Spur der Verwüstung hinterlassen", sagt Albino Nath, Regionaldirektor der Caritas Khulna, während sich das Land von den tragischen Folgen des Zyklons Remal zu erholen versucht. Der Wirbelsturm gilt als der verheerendste, der Bangladesch in den letzten Jahren heimgesucht hat. Nach Einschätzung der Regierung waren von dem Sturm, der am 26. Mai die Region in der Nähe der Grenze zwischen Bangladesch und Indien im Westen des Landes heimsuchte, 3,75 Millionen Menschen in 19 Bezirken betroffen, rund 150 000 Häuser wurden beschädigt, mindestens 10 Menschen kamen ums Leben, und 800 000 wurden obdachlos. Die Schäden werden derzeit noch festgestellt, und die Regierung und Nichtregierungsorganisationen sind damit beschäftigt, die wichtigsten Dienstleistungen wiederherzustellen und die Opfer mit humanitärer Hilfe zu versorgen.

Die Bezirke Pirojpur, Khulna, Bagerhat, Satkhira, Patuakhali, Barguna, Bhola und Barisal sind am stärksten betroffen. Ausgedehnte Überschwemmungen haben Schäden an Häusern, Feldern und Fischfarmen verursacht. Nach Angaben des Ministeriums für Fischerei und Viehzucht wurden während des Wirbelsturms 50.000 Anlagen für Fischzucht, 34.000 Tanks und 4.000 Krabbenfarmen überflutet. Rund 17 Millionen Menschen waren ohne Strom und etwa 20.000 Mobilfunkmasten sind landesweit außer Betrieb, während 16.500 Wasserverteilungsstellen oder Brunnen ebenfalls außer Betrieb gesetzt wurden. Der Minister für Katastrophenmanagement und Katastrophenhilfe, Mohibbur Rahman, kündigte die Einrichtung von rund 8.000 Notunterkünften für die Vertriebenen an und mobilisierte fast 80.000 Freiwillige, um der betroffenen Bevölkerung zu helfen.

"Familien", berichtet der Leiter der Caritas Khulna, "trauern um ihre Angehörigen, während sie darum kämpfen, eine Unterkunft und das Nötigste zu finden. Durch die Zerstörung von Häusern und Infrastruktur sind viele obdachlos geworden und haben keine Möglichkeit mehr, mit der Außenwelt zu kommunizieren. Unsere Landwirte und Fischer, die das Rückgrat unserer lokalen Wirtschaft bilden, haben ihre Lebensgrundlage verloren und sind verzweifelt", sagte er. Während die Hilfsmaßnahmen fortgesetzt werden, liegt das Hauptaugenmerk auf der unmittelbaren Hilfe für die Vertriebenen. "Wir arbeiten unermüdlich daran, die grundlegenden Dienstleistungen wiederherzustellen, mit großer Solidarität von allen, aber der Weg wird lang und schwierig sein", versichert er.

Die Auswirkungen des Zyklons Remal führen vor Augen, wie gefährdet die Küstengemeinden Bangladeschs sind und wie wichtig es ist, Naturkatastrophen vorzubeugen und sich darauf vorzubereiten. "Wir sind in Gedanken bei den Betroffenen und hoffen auf eine rasche Erholung der Menschen in der Region. Die katholische Gemeinschaft wird alles in ihrer Macht Stehende tun, um den Leidenden Solidarität, Mitgefühl und Trost zu spenden", erklärt der Caritas-Vertreter und bekräftigt das Engagement der katholischen Organisation, humanitäre Hilfe in den von der Regierung bereitgestellten Unterkünften zu verteilen.

(PA) (Fides 31/5/2024)

 

ITALIEN/EUROPA - Pfarrer Giuseppe Pizzoli im Amt als Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke bestätigt

 

Vatikanstadt (Fides) - Kardinal Luis Antonio G. Tagle, Pro-Präfekt des Dikasteriums für Evangelisierung, hat am 6. Februar 2024 Pfarrer Giuseppe Pizzoli (vgl. Fides 13/12/2018) für weitere fünf Jahre (2023-2028) im Amt als Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke bestätigt.

 

(EG) (Fides 31/05/2024)


Internationaler Kindertag am 1. Juni: Mehr als 400 Millionen Kinder wachsen in bewaffneten Konflikten auf

SOS-Kinderdörfer weltweit Hermann-Gmeiner-Fonds Deutschland e.V.

Zerstörung in Kiew / Ukraine. Bild: Katerina Ilievska
Zerstörung in Kiew / Ukraine. Bild: Katerina Ilievska

30.05.2024

 

(München/ots) - 400 Millionen Kinder wachsen in einem Umfeld von Krieg oder bewaffneten Konflikten auf. Darauf weisen die SOS-Kinderdörfer anlässlich des internationalen Kindertags am 1. Juni hin. Boris Breyer, Pressesprecher der SOS-Kinderdörfer weltweit, sagt: "Die Zahl der Kriege weltweit hat einen neuen Höchststand erreicht. Kinder und Jugendliche sind während kriegerischer Auseinandersetzungen vielen Gefahren ausgesetzt. Krieg und Flucht bedeuten für alle Betroffenen einen tiefgreifenden Kontrollverlust, Kinder aber sind besonders vulnerabel. Wir müssen alles daran setzen, sie zu schützen."

Gemäß UN-Zahlen kam es zwischen 2005 und 2022 zu mindestens 315.000 massiven Kinderrechtsverletzungen während kriegerischer Konflikte. Krieg und Flucht können für Kinder und Jugendlichen lebensbedrohliche Folgen haben und ihr ganzes Leben beeinflussen. ... 


SOS-Kinderdorf Rafah inmitten von Gefechten evakuiert - Kinder in höchster Lebensgefahr

SOS-Kinderdörfer weltweit Hermann-Gmeiner-Fonds Deutschland e.V.

Foto: SOS-Kinderdörfer weltweit Hermann-Gmeiner-Fonds Deutschland e.V.
Foto: SOS-Kinderdörfer weltweit Hermann-Gmeiner-Fonds Deutschland e.V.

30.05.2024

 

(Rafah/München/ots) - Aufgrund höchster Lebensgefahr für 33 Kinder sowie Betreuende und Familien musste das SOS-Kinderdorf Rafah in Gaza am 28. Mai evakuiert werden. Die Bombeneinschläge waren am Montag bis auf 200 Meter an das SOS-Kinderdorf herangekommen, in den Wochen zuvor war es immer wieder zu massiven Kampfhandlungen, Toten und Verletzten im Umfeld gekommen, darunter auch zahlreiche Kinder. Alle betreuten Kinder des SOS-Kinderdorfs sind sicher an ihrem neuen Aufenthaltsort in Zentral-Gaza angekommen.

 

"Wir sind schockiert, traurig und fassungslos, dass nicht einmal ein Ort, der explizit als humanitäres Zentrum ausgewiesen ist, vor den Gefechten geschützt ist und dass wir eine große Gruppe Kinder inmitten des Krieges an einen anderen Ort bringen müssen. Das ist hochriskant, menschenunwürdig und für die Kinder ein furchtbares Erlebnis. Mit Nachdruck fordern wir die Kriegsparteien auf, alle Kampfhandlungen sofort einzustellen und sicherzustellen, dass kein weiteres Kind in diesem Krieg getötet wird", sagt Lanna Idriss, Vorständin der SOS-Kinderdörfer weltweit. Die Hilfsorganisation hat eine Petition gestartet, in der unter anderem eine sofortige Waffenruhe, der Schutz der Zivilbevölkerung sowie ein ungehinderter Zugang für humanitäre Hilfe gefordert wird. 

 


Ostafrika: Zunehmende Wetterextreme lassen die Kräfte der Menschen schwinden

Foto: Diakonie Katastrophenhilfe
Foto: Diakonie Katastrophenhilfe

„Die größte Katastrophe ist das Vergessen“ - Caritas international und Diakonie Katastrophenhilfe starten Sommeraktion – Klimakrise verstärkt weltweit Krisen – Weniger Geld für humanitäre Hilfe verfügbar

 

29.05.2024

 

(Freiburg/Berlin/dw/cari) Caritas international und Diakonie Katastrophenhilfe sind über die immer häufiger auftretenden humanitären Krisen infolge von Extremwetterereignissen zutiefst besorgt. „Wir haben in den vergangenen zwei Jahren am Horn von Afrika eine gravierende Dürre gesehen, jetzt erleben wir sintflutartige Regenfälle mit Überschwemmungen, die beispielsweise in Kenia über die Zerstörung von Lebensgrundlagen der Menschen hinausgehen. Der Ausbruch der Cholera bringt zusätzlich beträchtliche Gesundheitsgefahren mit sich“, erläutert Martin Keßler, Leiter der Diakonie Katastrophenhilfe. „Etwa 28 Millionen Menschen in Ostafrika führen seit Jahren einen Überlebenskampf, der ihnen keine Zeit lässt, um Atem zu holen. Den Menschen droht die Kraft auszugehen.“

 

Mit ihrer diesjährigen Sommeraktion „Die größte Katastrophe ist das Vergessen“ machen die beiden Hilfswerke auf die besonders prekäre humanitäre Situation in Ostafrika aufmerksam.


Mexiko: Ein „Kriegsseelsorger“ berichtet

Pfarrer José Filiberto Velázquez Florencio, Seelsorger im mexikanischen Bundesstaat Guerrero. © Kirche in Not
Pfarrer José Filiberto Velázquez Florencio, Seelsorger im mexikanischen Bundesstaat Guerrero. © Kirche in Not

29.05.2024

 

(München/acn) - Am 2. Juni finden in Mexiko Präsidentschafts- und Parlamentswahlen statt. Im Wahlkampf wurden lokalen Berichten zufolge mehr als 45 Politiker angegriffen, und über 30 Kandidaten ermordet. Das Land versinkt immer mehr im Bandenkrieg. Das betrifft auch die katholische Kirche.

 

Das weltweite katholische Hilfswerk „Kirche in Not“ (ACN), das in Mexiko ein eigenes Büro unterhält, steht in Kontakt mit dem Priester José Filiberto Velázquez Florencio, den sie hier Pfarrer Fili nennen. Er leitet ein Zentrum für Opfer der Bandengewalt in der Diözese Chilpancingo-Chilapa. Sie liegt im Bundesstaat Guerrero im Süden Mexikos, die als Hauptschauplatz von Bandenkrieg und Gewalt gilt. Über 16 verschiedene kriminelle Gruppen kämpfen um Macht und die Kontrolle von Menschen- und Drogenhandel.

 

„Ich fühle mich hier wie ein Kriegsseelsorger“, sagt Pfarrer Fili. Im Jahr 2022 hatte ihn ein Gemeindepfarrer um Hilfe gebeten, in dessen Kirche über 500 Gläubige Zuflucht vor der Bandengewalt suchten. Pfarrer Fili begann, humanitäre Hilfe für sie auf die Beine zu stellen und ihre Berichte über die erlebte Gewalt zu dokumentieren, um so die Täter ausfindig zu machen.

 

Zwei Mordanschläge überlebt

 

Die Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten, sie sind für die katholische Kirche in Mexiko an der Tagesordnung: Drohungen, Erpressungen, Mordanschläge. Der Priester hat bereits zwei solcher Anschläge überlebt. Auf dem Weg zu einem Gottesdienst wurde er verschleppt und sollte hingerichtet werden. Stundenlang musste er auf Knien ausharren, während die Gemeindemitglieder um sein Leben verhandelten. Im Oktober vergangenen Jahres wurde er in seinem Auto beschossen: Ein Projektil traf einen Reifen, der andere den Beifahrersitz – zum Glück war der leer. „Normalerweise habe ich keine Angst, aber manchmal überkommt sie mich doch“, erzählt Pfarrer Fili. „Ich weine oft, aber mich tröstet das Wissen, dass ich nicht allein bin und Gott für mich sorgt.“ In den vergangenen 18 Jahren wurden in Mexiko 40 Priester ermordet, so viele wie in keinem anderen Land Lateinamerikas.

 

 


FIDES-NACHRICHTEN - 29.05.2024

AFRIKA/D.R. KONGO - Bischofskonferenz dementiert Verbindungen zu gescheitertem Staatsstreich

 

Kinshasa (Fides) - Die Art des mutmaßlichen Staatsstreichs in der Demokratischen Republik Kongo (DRC) in der Nacht des 19. Mai , der von einem Kommando von einigen Dutzend Männern ausgeführt wurde, die versuchten, den "Palast der Nation" zu stürmen, der die Büros von Präsident Félix Tshisekedi beherbergt, nachdem sie das Haus des Wirtschaftsministers Vital Kamerhe, das sich in der Nähe befindet, angegriffen hatten, bleibt weiterhin unklar.

Das Kommando wurde von Christian Malanga Musumari angeführt, der eine von ihm gegründete kleine politische Partei, die in den Vereinigten Staaten registrierte Vereinigte Kongolesische Partei (United Congolese Prty, UCP), führte. Malanga wurde bei der Schießerei mit den Sicherheitskräften getötet, während sein Sohn, der die US-Staatsbürgerschaft besitzt, sowie weitere US-Bürger und ein Brite festgenommen wurden.

Unmittelbar nach dem gescheiterten Staatsstreich kursierten in den sozialen Medien Fotos und Videos, in denen Christian Malanga Nähe zu einigen katholischen Bischöfen unterstellt wurde. Ein Umstand, der vom Generalsekretär der Bischofskonferenz des Kongo, Prälat Donatien Nshole, bestritten wurde. "Ich habe mit Bestürzung alles verfolgt, was in den sozialen Netzwerken veröffentlicht wurde", sagte Prälat Nshole in einem Video, das in verschiedenen sozialen Medien veröffentlicht wurde

"Ich möchte die katholischen Gläubigen in dieser Angelegenheit beruhigen", so der Generalsekretär der Bischofskonferenz weiter. "Erstens gibt es ein Foto, auf dem Christian Malanga zwischen Erzbischof Utembi, dem Vorsitzenden der Bischofskonferenz, und Kardinal Fridolin Besungu Ambongo, damals stellvertretender Vorsitzender der Bischofskonferenz, zu sehen ist. Wenn man sich den Kontext des Fotos ansieht, stammt es wahrscheinlich aus dem Jahr 2017, als Kabila noch Präsident der Republik war. Seien Sie versichert, dass weder vor noch nach diesem Foto einer der beiden Bischöfe Kontakt zu Herrn Malanga hatte", unterstreicht Prälat Nshole.

"Zweitens gibt es Leute, die in böser Absicht den Geschäftsträger der Nuntiatur (in Kinshasa), Prälat Andriy, der Kardinal Ambongo bei einem Besuch beim Präsidenten begleitete, zusammen mit einem der weißen Angreifer darstellen, der zu der Gruppe gehörte, die Vital Kamerhe und den Palast der Nation angriff. Das sind zwei unterschiedliche Personen", sagt Prälat Nshole. Andererseits war Prälat Andriy bei mir in Kananga, als diese Ereignisse in Kinshasa stattfanden, und er hat sicherlich nicht die Gabe an zwei Orten gleichzeitig zu sein", erklärt der Generalsekretär der Bischofskonferenz.

Schließlich gibt es ein Video, das von einem angeblichen katholischen Priester veröffentlicht wurde, der die Bischöfe beschuldigt, in die Affäre verwickelt zu sein. "Nach sorgfältigen Recherchen", so Prälat Nshole, "wurde festgestellt, dass es sich um einen Priester aus der Diözese Lisala handelt, der ohne jegliche Verbindung zu seiner Diözese in Italien lebt. Es handelt sich um eine Person, deren Dossier von der Kirche wegen ihres Verhaltens bearbeitet wird". "All dies wurde also von bösgläubigen Menschen veröffentlicht. Ich wirklich weiß nicht, warum sie auf der katholischen Kirche herumhacken und versuchen, sie in diese Vorgänge hineinzuziehen", so der Generalsekretär der Bischofskonferenz abschließend.

(L.M) (Fides 29/5/2024)

 

ASIEN/CHINA - „Gemeinsam gehen“ : Bischöfe und Wissenschaftler aus Taiwan und China nehmen in Xiamen an Studienseminar zum Thema Inkulturation teil

 

Xiamen (Fides) - "Gemeinsam in Liebe gehen, Hand in Hand": So lautete der Titel des Studienseminars über Inkulturation, an dem Bischöfe und Wissenschaftler der Kirche von Taiwan und der Kirche des chinesischen Festlandes gemeinsam teilnahmen.

Das Studienseminar fand vom 22. Mai bis 25. Mai in der Diözese Xiamen statt. Der Bischof von Xiamen, Joseph Cai Bingrui, begrüßte als "Gastgeber" die Brüder und Schwestern der großen Delegation aus Taiwan unter der Leitung des Bischofs der Diözese Tainan, P. John Baptist Huang Min-Cheng (ofm), des Erzbischofs von Taipeh, Thomas Chung Anzhu. Es war das erste Mal, dass die katholischen Gemeinden von Fujian und Taiwan eine solche Erfahrung des Austauschs und der Zusammenarbeit in Form eines akademischen Seminars teilten.

Etwa 100 Gäste, darunter Priester, Wissenschaftler und Laien, nahmen an den verschiedenen Studiensitzungen teil und besuchten gemeinsam Xiamen, die Stadt Zhangzhou und andere Orte.

Im Rahmen dieses Moments der Gemeinschaft hielten 15 Priester, Wissenschaftler und Experten aus den Diözesen Xiamen, Tainan und Kiayi zusammen mit Akademikern der Universität Xiamen, der Huaqiao-Universität und der Furen-Universität (mit Sitz in Taipeh) Vorträge und diskutierten über das Hauptthema "Die historischen Ursprünge, die Entwicklung der Kirche und der Prozess der Inkulturation des Katholizismus in Fujian und Taiwan". Ausgehend von der Verkündigung des Evangeliums, dem Gemeinschaftsleben und der Glaubenspraxis befassten sich die Seminarteilnehmer mit dem Weg der Kirche von den historischen Ursprüngen des Katholizismus auf beiden Seiten der Taiwanstraße und erinnerten an die Wechselwirkungen zwischen beiden Seiten und die Erfolge der jeweiligen Kirchen im Inkulturationsprozess. Einige Beiträge konzentrierten sich auf die möglichen Entwicklungen einer inkulturierten katholischen Theologie im chinesischen Kontext, ausgehend von ihrer Verwurzelung in der kirchlichen Tradition.

Am 24. Mai, dem Fest der Heiligen Maria, Helferin der Christen, und dem Weltgebetstag für die Kirche in China, pilgerte die taiwanesische Delegation nach Gaopu in der Diözese Xiamen, dem Geburtsort des 2022 verstorbenen Bischofs Joseph Cheng Zaifa, der von 2004 bis 2007 auch die Erzdiözese Taipeh geleitet hatte. Nach Besichtigungen der Kirchen und des Handelshafens endete die Veranstaltung mit einer gemeinsamen eucharistischen Liturgie in der Kirche von Hou Ban, der Heimatstadt des Katholiken Li Buchi, der 1859 nach Taiwan kam und als Initiator der zweiten Phase der Evangelisierung der Insel zusammen mit den spanischen Dominikanern gilt, die seit zwei Jahrhunderten in der Provinz Fujian tätig waren.

(NZ) (Fides 29/05/2024)

 

OZEANIEN/PAPUA NEUGUINEA - Vorfreude mit Blick auf den Papstbesuch und Dank für die tröstenden Worte nach Erdrutsch

 

Rom (Fides) - "In unserer katholischen Gemeinschaft in Papua-Neuguinea herrscht große Begeisterung über den bevorstehenden Besuch von Papst Franziskus im kommenden September. Sein Kommen wird als ein Gnadenereignis für alle Gemeinschaften eines riesigen und pluralistischen Landes mit vielen verschiedenen Eigenschaften und Realitäten gesehen, das den menschlichen und spirituellen Beitrag des christlichen Glaubens anerkennt", sagt Pater Victor Roche, SVD, ein 70-jähriger indischer Missionar der Gesellschaft des Göttlichen Wortes (Steyler Missionare), der seit 1981 in Papua-Neuguinea lebt und arbeitet und derzeit der Nationaledirektor der Päpstlichen Missionswerke ist, gegenüber der Fides.

Der Missionar berichtet, dass "die offizielle Ankündigung des Papstbesuches große Freude ausgelöst hat. Eine geistliche Vorbereitung ist im Gange, mit Gebeten in allen Pfarreien und Gemeinschaften. Es wird auch dafür gebetet, dass der Herr den Papst bei guter Gesundheit erhält und ihm die Reise und die Ankunft in einem fernen Land ermöglicht, wo das Volk Gottes, aber auch alle anderen Bürger, ihn mit großer Freude und Rührung empfangen werden". "Darüber hinaus", so fährt er fort, "werden in verschiedenen Gemeinden Begegnungen und Seminare organisiert, um den Menschen die Rolle, die Funktion, die Identität und die Mission des Papstes in der katholischen Kirche zu erklären, da er ein geistliches Oberhaupt, aber auch ein Staatsoberhaupt ist. Die Menschen sind neugierig und wollen mehr wissen", bekräftigt Pater Roche.

Laut Programm wird der Papst an zwei Orten Halt machen, nämlich in der Hauptstadt Port Moresby und in Vanimo, "wo es eine blühende katholische Gemeinde gibt, die reich an Missionaren ist, von denen einige Argentinier sind und sich besonders freuen werden, den Papst zu treffen, der ein Landsmann von ihnen ist“. „Es sollte auch daran erinnert werden, dass einige getaufte Laien aus Vanimo und Papua-Neuguinea vor einigen Jahren, vor der Pandemie, ein Treffen mit dem Papst im Vatikan hatten, und man kann sagen, dass dieses Treffen der erste kleine Schritt zu dieser Papstreise war, denn diese Laien drückten dem Papst gegenüber ihren tiefen Wunsch aus, ihn in Papua-Neuguinea willkommen zu heißen, um die Früchte des Glaubens in diesem Land zu erzählen und zu zeigen", erinnert sich der Missionar.

Im Hinblick auf die Probleme, mit denen das Land heute konfrontiert ist, dankt der POM-Nationaldirektor vor allem Papst Franziskus, der in der heutigen Generalaudienz am 29. Mai seine Nähe zu all jenen zum Ausdruck gebracht hat, die von dem verheerenden Erdrutsch in Papua-Neuguinea betroffen sind, der in sechs Dörfern im zentralen Teil des Landes über zweitausend Opfer gefordert hat. „Möge der Herr ihre Familien trösten, diejenigen, die ihre Häuser verloren haben, und die Menschen in Papua-Neuguinea, denen ich, so Gott will, im nächsten September begegnen werde“, so Franziskus am Ende seiner Generalaudienz, während die lokale Kirche, wie Pater Roche berichtete, "alle verfügbaren Mittel und jede mögliche Hilfe eingesetzt hat, sowohl auf materieller Ebene als auch als spiritueller Trost, und damit eine Verbundenheit gezeigt hat, die diese Worte des Papstes verwirklicht und verkörpert."

Ein weiterer Punkt, der das Land derzeit beschäftigt, ist die Debatte über eine mögliche Änderung der Verfassung, die einen ausdrücklichen Bezug auf die christliche Religion enthalten soll: "Zu diesem Thema, das in der politischen Debatte und der Arbeit des Parlaments von Interesse ist, haben sich unsere Bischöfe geäußert: Die Kirche ist der Ansicht, dass der Bezug auf Gott bereits in der Präambel der Verfassung enthalten ist, und hält es nicht für notwendig, die Charta noch weiter in Richtung Konfessionalismus zu verändern. Wir sind ein säkulares Land mit weitgehender und klarer Religions-, Kultus- und sozialer Handlungsfreiheit, wovon auch die Tatsache zeugt, dass die meisten Schulen im Lande sich in Trägerschaft der Kirchen. Diese Forderung, die auf die Schaffung eines konfessionellen Staates abzielt, wird von evangelikalen protestantischen Gruppen erhoben, denen man zum Wohle aller nicht nachgeben sollte", so der Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke abschließend.

(PA) (Fides 29/5/2024)

 

AFRIKA/ÄQUATORIALGUINEA - Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke ernannt

 

Vatikanstadt (Fides) - Kardinal Luis Antonio G.Tagle, Pro-Präfekt des Dikasteriums für Evangelsierung, hat am 11. April 2024 Pfarrer Tarcisio Becoba Tobasi aus dem Klerus von Malabo für fünf Jahre zum Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke in Äquatorialguinea ernannt.

Der neue Nationaldirektor der der Päpstlichen Missionswerke in Äquatorialguinea ist 49 Jahre alt. Als Seminarist wurde er nach Rom geschickt, wo er seinen institutionellen Studienzyklus an der Universität vom Heiligen Kreuz absolvierte und in den Kollegien des Opus Dei ausgebildet wurde. Am 9. Oktober 2005 wurde er zum Priester geweiht. Von 2015 bis 2017 studierte er in Spanien. Er besitzt ein kanonisches Lizentiat in Theologie und eine Spezialisierung in Kirchengeschichte.

Er hatte folgende Ämter inne: Präfekt des Kleinen Seminars, College-Kaplan, Pfarrer der Kathedrale von Malabo, Diözesanverwalter, Leiter der Diözesanbibliothek, Gerichtsvikar. Derzeit ist er Pfarrer der Pfarrei „St. John Mary Vianney“ und Diözesanverwalter.

 

(EG) (Fides 29/05/2024)


SOS-Kinderdörfer und SOS Humanity retten gemeinsam Leben

11 Kinder ertrinken jede Woche bei der Flucht übers Mittelmeer

Foto: SOS-Kinderdörfer weltweit Hermann-Gmeiner-Fonds Deutschland e.V. Fotograf:Arez Ghaderi
Foto: SOS-Kinderdörfer weltweit Hermann-Gmeiner-Fonds Deutschland e.V. Fotograf:Arez Ghaderi

22.05.2024

 

(München/ots) - Das zentrale Mittelmeer gilt als die gefährlichste Fluchtroute der Welt. Im Jahr 2023 sind rund 2.500 Menschen bei dem Versuch, über das Mittelmeer Krieg, Gewalt und Hunger zu entkommen, gestorben. Allein im ersten Halbjahr 2023 verloren etwa 11 Kinder pro Woche ihr junges Leben. Die Zahl der unbegleiteten Minderjährigen unter den Bootsflüchtlingen ist von 2022 auf 2023 stark angestiegen. Die Partnerschaft von SOS-Kinderdörfer weltweit und der Seenotrettungsorganisation SOS Humanity bündelt wertvolle Ressourcen, um minderjährige Flüchtende auf dem Mittelmeer human und sicher zu retten. Die SOS-Kinderdörfer bringen eine jahrzehntelange Expertise über die sensiblen Sicherheitsbedürfnisse von Frauen und Kindern mit. Die Organisation hat weltweit Kinderschutz-Konzepte implementiert und sich stark gemacht in der Trauma-Bekämpfung bei Kindern und Jugendlichen. SOS Humanity rettet seit Jahren mit einem professionellen Rettungsschiff Menschen aus Seenot im Mittelmeer unter Einhaltung der Menschen- und Kinderrechte. Ihr gemeinsames Ziel ist es, Menschen nicht nur sicher und würdevoll zu retten, sondern auch altersgerecht und geschützt an Bord zu versorgen. In der neuen Kooperation stehen daher das Wohl und der Schutz der Kinder im Fokus.

 

 


FIDES-NACHRICHTEN - 28.05.2024

AFRIKA/SÜDSUDAN - Verhandlungen in Nairobi: Hoffnung auf Frieden

 

Juba (Fides) – Eine gute Regierungsführung, mehr Gerechtigkeit und Sicherheit und wirtschaftliche Entwicklung. Diese Themen stehen im Mittelpunkt der laufenden Friedensgespräche in Nairobi (Kenia) zwischen der Regierung des Südsudan und den Gruppen, die das Friedensabkommen von 2018 nicht unterzeichnet haben.

Die Gespräche, die am 9. Mai 2024 begonnen haben, tragen den Namen „Tumaini“ ("Hoffnung" auf Suaheli) und werden vom ehemaligen kenianischen Armeechef Lazarus Sumbeiywo vermittelt.

Der Südsudan entstand 2011 nach einem Bürgerkrieg, der zur Abspaltung vom Sudan führte. Zwei Jahre nach der Unabhängigkeit im Dezember 2013 brach erneut ein blutiger Bürgerkrieg aus, der durch das Friedensabkommen von 2018 teilweise beendet wurde. Einige Rebellen der Opposition hielten sich jedoch nicht an das Abkommen von 2018, das den Bürgerkrieg beendete, in dem 400 000 Menschen starben und Millionen vertrieben wurden; die Instabilität prägt daher weiterhin mehrere Gebiete des Landes.

Am 16. Mai wurde ein 11-Punkte-Abkommen unterzeichnet, das die Grundlage für das Engagement der Parteien für den Dialog, die Einstellung der Feindseligkeiten und die Verwirklichung einer gewaltfreien Zukunft im Südsudan bildet. Insbesondere lehnen die Parteien Gewalt als Mittel zur Beilegung von Streitigkeiten ab und rufen alle Bürger des Südsudan auf, sich an einem konstruktiven Dialog zu beteiligen und ein Umfeld zu fördern, in dem Ansprüche friedlich behandelt werden können. Die Verhandlungsparteien haben sich auch darauf geeinigt, den zivilen und politischen Raum zu öffnen und den Bürgern die Teilnahme an friedlichen politischen Prozessen zu ermöglichen sowie die Meinungs-, Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit zu gewährleisten.

Das kenianische Außenministerium erklärte, die Vereinbarung sei ein "erster Meilenstein" in den laufenden Gesprächen, in denen sich die Konfliktparteien zur Beendigung der Gewalt und der Feindseligkeiten verpflichteten.

Präsident Salva Kiir äußerte sich zuversichtlich zu den Friedensgesprächen in Nairobi und verwies auf die historischen Beziehungen zwischen Juba und Nairobi. "Der von Kenia geleitete Friedensprozess von Nairobi hat dazu beigetragen, das umfassende Friedensabkommen auszuhandeln, das den längsten Konflikt Afrikas beendete", betonte Kiir und erinnerte an den langen Krieg um die Unabhängigkeit des Südsudan. "Dieser Frieden führte zur Unabhängigkeit der Republik Südsudan am Ende der Übergangszeit im Jahr 2011. Ich bin zuversichtlich, dass die derzeitigen Bemühungen zu einem ähnlichen Ergebnis führen werden, während sich das Land auf die diesjährigen Parlamentswahlen vorbereitet“.

(L.M.) (Fides 28/5/2024)

 

ASIEN/INDIEN - Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke zur Wahl: “Es braucht die Stimme einer Opposition, damit die Demokratie lebendig bleibt“

 

Rom (Fides) - Während sich Indien dem Ende des langen Prozesses der Wahl der 543 Mitglieder des Unterhauses nähert (in sieben Wahlrunden zwischen dem 19. April und dem 1. Juni, mit den endgültigen Ergebnissen am 4. Juni) "haben wir ein größeres Bewusstsein für die Notwendigkeit der Stimme einer Opposition im Parlament in der Bevölkerung und vor allem unter den jungen Wählern festgestellt, um sicherzustellen, dass die demokratische Dialektik lebendig ist", erklärt Pfarrer Ambrose Pitchaimuthu, ein indischer Priester aus Tamil Nadu (Südindien) und Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke in Indien, gegenüber Fides. Pfarrer Ambrose Pitchaimuthu nimmt in Rom an der Generalversammlung der Päpstlichen Missionswerke teil.

Der Nationaldirektor stellt fest, dass "es scheint, dass die Bharatiya Janata Party (BJP) des scheidenden Premierministers Narendra Modi eine weniger überwältigende Mehrheit erhalten könnte, als am Vorabend der Wahl vorhergesagt wurde. Seine nationalistische Partei verfügt jedoch über eine solide Struktur im Staatsapparat“. "Die staatliche Bürokratie und die Polizei sind auf seiner Seite, viele Mitarbeiter wurden in RSS-Camps (einer radikal-hinduistischen Kaderorganisation, Anm.d.Red.) ausgebildet, während auch viele Medien im Besitz von Geschäftsleuten sind, die Modi unterstützen", stellt er fest. Darüber hinaus "ist die Kongresspartei, die wichtigste Oppositionspartei, in den letzten Jahren zersplittert und geschwächt worden, und innerhalb der Partei gibt es einen Generationenkonflikt zwischen alten und neuen Führungspersönlichkeiten", stellt Pfarrer Ambrose Pitchaimuthu fest.

„In der jüngsten Phase der politischen Konfrontation", so der Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke, "hat Modi auch die Religion als politische Waffe eingesetzt, indem er sich bewusst der religiösen Sprache bediente und sich in einem Interview sogar als 'von Gott auserwählter Gesandter' präsentierte". „Indien", so fährt er fort, "ist ein zutiefst religiöses Land, aber historisch gesehen sind die Führer nach der Unabhängigkeit öffentlich säkular geblieben, zum Teil um zu vermeiden, dass sie sich den Wechselfällen interreligiöser Gewalt hingeben, die das Land überschwemmt haben.“ Als Modi vor etwa zehn Jahren zum ersten Mal zur Wahl antrat, wählte er Indiens spirituelle Hauptstadt Varanasi als seinen Wahlkreis, "was die alte Stadt zur perfekten Kulisse machte, um seine politischen Ambitionen zu präsentieren und mit der Religion zu vermischen", stellt er fest.

Dieser Ansatz, so der Direktor, "spricht auch den Teil der Bevölkerung an, der nicht lesen und schreiben kann oder schlecht ausgebildet ist, die Armen und Unterdrückten, die eine solide Wählerbasis für die BJP darstellen". „Der Wunsch eines Teils der Nation", so schlussfolgert er, "ist es, im Parlament eine präsente und solide Opposition zu haben, um die demokratische Seele zu bewahren und damit gerade aus der Konfrontation zwischen den politischen Kräften, die verschiedene Sektoren der indischen Gesellschaft repräsentieren, das Gute für die Zukunft Indiens entstehen kann, unter voller Achtung der Werte der Verfassung".

(PA) (Fides 28/5/2024)

 

AMERIKA/HAITI - „Die internationale Polizeitruppe wird frühestens in drei Wochen in Haiti stationiert sein“

 

Port-au-Prince (Fides) - Die von Kenia angeführte multinationale Mission in Haiti "wird frühestens in drei Wochen eingesetzt werden können". Dies gab der kenianische Präsident William Ruto in einem Interview mit der BBC bekannt.

Ursprünglich sollten 200 kenianische Polizeibeamte am 23. Mai in Haiti landen, aber ihre Ankunft wurde in letzter Minute verschoben. Ruto erklärte, dass die Verzögerung der Ankunft dieses ersten Polizeikontingents auf Schwierigkeiten bei der Vorbereitung der Einrichtungen, die das internationale Kontingent aufnehmen sollen, sowie auf einen Mangel an Waffen und Transportmitteln zurückzuführen ist.

Im Oktober hatte Kenia zunächst zugesagt, die Sicherheitsmission in Haiti zu leiten und bis zu 1.000 Beamte zu entsenden, um die haitianische Polizei bei der Aufrechterhaltung der Sicherheit zu unterstützen. Weitere 1.500 Beamte wurden von anderen Ländern zugesagt, darunter Jamaika, Barbados, Bangladesch, Benin und Tschad.

Die internationale Polizeitruppe soll den lokalen Sicherheitskräften helfen, die Gewalt der Banden einzudämmen, die in den letzten Monaten in Haiti explodiert ist. Im März griffen Banden die beiden größten Gefängnisse des Landes an, befreiten über 4.000 Insassen, belagerten den Flughafen und zwangen Ariel Henry, den Premierminister des Landes, ins Exil. Henry ist inzwischen zurückgetreten.

Die internationale Mission wird unterdessen von kriminellen Banden bekämpft. Haitis ehemals rivalisierende Bandenbündnisse, die G9 und die G-Pèp, haben sich in ihrem Widerstand gegen die Sicherheitsmission zusammengeschlossen und eine Gruppe namens „Vivre Ensemble“ gebildet.

Es fließen unterdessen weiterhin Waffen ins Land, von denen einige möglicherweise aus Raubüberfällen in lateinamerikanischen Ländern wie Kolumbien stammen. Sicher ist, dass die haitianischen Banden über immer raffiniertere Waffen verfügen, wie Schwester Marcella Catozza von den Franziskaner Missionsschwestern von Busto Arsizio, die seit 20 Jahren in Haiti tätig ist, gegenüber Fides erklärte. Waffen, die möglicherweise auch mit der Komplizenschaft von drei haitianischen Geschäftsleuten gekauft werden, die von der kanadischen Regierung im Dezember 2022 unter dem Vorwurf sanktioniert wurden, "ihren Status als hochrangige Mitglieder der haitianischen Wirtschaftselite auszunutzen, um die illegalen Aktivitäten krimineller Banden zu schützen und zu ermöglichen, unter anderem durch Geldwäsche und andere Korruptionshandlungen". Bei den dreien handelt es sich um Gilbert Bigio, den Präsidenten des haitianischen Industriekonglomerats „GB Group“, sowie die Geschäftsleute Reynold Deeb und Sherif Abdallah.

Unterdessen ist die humanitäre Lage in Haiti dramatisch, während die Gewalt nicht nachzulassen scheint. Am 23. Mai 2024 wurden zwei junge amerikanische protestantische Missionare, Natalie und Davy Lloyd, zusammen mit ihrem haitianischen Begleiter Jude Mon in der Ebene von Cul de Sac getötet.

 

(L.M.) (Fides 28/5/2024)


FIDES-NACHRICHTEN - 27.05.2024

AFRIKA/NIGERIA - Entführter Priester ist wieder frei

 

Abuja (Fides) - "Mit einem Herzen voller Freude und Dankbarkeit gegenüber Gott geben wir die Freilassung von Pater Basil Gbuzuo bekannt", heißt es in einer Erklärung der Diözese Onitsha zur Freilassung von Pfarrer Basil Gbuzuo, der am 15. Mai entlang der Umgehungsstraße von Eke Nkpor-Obosi entführt.

Nach Berichten aus der Diözese wurde der Priester "am 23. Mai gegen Mitternacht an einem Ort in der Nähe von Ufuma von seinen Entführern zurückgelassen". Pfarrer Gbuzuo wurde von Pfarrer Alex Ezema, dem Pfarrer der Heilig-Kreuz-Kirche in Ufuma, empfangen, an den sich der Priester nach seiner Befreiung gewandt hatte.

Der Erzbischof von Onitsha Valerian Okeke, dankte denjenigen, die für die Freilassung von Pater Gbuzuo gebetet hatten, und richtete Worte des Dankes an die Behörden des Staates Anambra.

Der Pressesprecher des Gouverneurs des Bundesstaates Anambra, Christian Aburime, sagte, Pfarrer Basil Gbuzuo habe, "dank der engagierten Bemühungen des gemeinsamen Sicherheitsteams der Regierung des Bundesstaates Anambra und wohlmeinender Bürger" seine Freiheit wiedererlangt.

"Die Regierung des Bundesstaates wird keine Mühen scheuen, um sicherzustellen, dass jede Person, die in Gefangenschaft gehalten wird, bedingungslos und unversehrt freigelassen wird", fügte er hinzu.

Der Regierungssprecher warnte daraufhin die kriminellen Banden: "Wir nutzen diese Gelegenheit, um eine deutliche Warnung an alle Kriminellen, ihre Komplizen und Sponsoren zu richten. Die volle Härte des Gesetzes wird all jene treffen, die sich direkt oder indirekt an der Organisation krimineller Aktivitäten beteiligen. Denken Sie jedoch daran, dass der Olivenzweig, der kriminellen Elementen angeboten wird, noch immer zur Verfügung steht. Sie sollten die vom Staat gebotenen Möglichkeiten zur Ausbildung, Rehabilitierung und Wiedereingliederung in die Gesellschaft nutzen".

Unterdessen befindet sich der zweite Priester, der im Mai in Nigeria entführt wurde, Pfarrer Oliver Buba aus der Diözese Yola im Bundesstaat Adamawa weiterhin in den Händen der Entführer.

(L.M.) (Fides 27/5/2024)

 

ASIEN/CHINA - Bischof Shen Bin feiert Gottesdienste am Fest Maria Hilfe der Christen und am Dreifaltigkeitssonntag

 

Shanghai (Fides) - "Die Heilige Dreifaltigkeit ist immer harmonisch. Ich ermutige euch, in eurem Leben die Harmonie widerzuspiegeln, die in der Heiligsten Dreifaltigkeit herrscht, und aus euch herauszugehen, um mit anderen und mit der ganzen Welt das wunderbare Geschenk des Evangeliums zu teilen, um den Menschen zu helfen, Christus zu begegnen und zu Christus zurückzukehren", so der Bischof von Shanghai, Joseph Shen Bin, am Sonntag, dem 26. Mai, während der Feier des Hochfestes der Heiligen Dreifaltigkeit an die Gemeindemitglieder der dem heiligen Apostel Andreas geweihten Kirche. Während der liturgischen Feier, der Bischof Shen Bin vorstand, empfingen auch 36 Erwachsene das Sakrament der Firmung. In seiner Predigt forderte der Bischof von Shanghai die Firmlinge auf, "mutige Wächter Christi in ihrem Leben zu sein und den Glauben durch ihre eifrige Hingabe zu verbreiten, damit die Kirche blühen kann“.

 

Über 500 Katholiken aus der Gemeinde nahmen an der Feier mit dem Pastoralbesuch des Bischofs teil. "In unseren täglichen Bibellesungen", betonte Bischof Shen Bin in seiner Predigt, "können wir die Heilige Dreifaltigkeit durch das Wort Gottes hören. Wenn wir in die Kirche kommen, Lieder singen, an der Messe teilnehmen, der Predigt zuhören, andächtig beten und die heilige Eucharistie empfangen, sind das alles gute Gelegenheiten, uns vom Geheimnis der Liebe der Heiligen Dreifaltigkeit umgeben zu fühlen".

 

Am 24. Mai stand Bischof Shen Bin unmittelbar nach seiner Rückkehr Rom, wo er auf der Konferenz „Primum Concilium Sinense“ gesprochen, auch der feierlichen Liturgie des Festes Maria Hilfe der Christen vor. An diesem Tag wird weltweit der Gebetstag für die Kirche in China begangen. Fast 200 Priester, Nonnen und Seminaristen sowie mehr als tausend Laien nahmen zusammen mit dem Bischof an der Wallfahrt der Diözese Shanghai zum Heiligtum der Muttergottes von Sheshan teil. "Füllen wir das 'Wasserreservoir' unseres Lebens mit den Gaben, die wir durch die Nachfolge Jesu erhalten", sagte Bischof Shen Bin in Sheshan, "und schöpfen wir dann mit dem Löffel des Glaubens und der Nächstenliebe das Wasser aus unserem Leben und verwandeln es in köstlichen Wein, um ihn Gott darzubringen“.

(NZ) (Fides 27/5/2024)

 

ASIEN/PAKISTAN - Angriff nach Blasphemievorwürfen: Polizei nimt 44 Personen im Zusammenhang mit Massengewalt fest

 

Sargodha (Fides) - Die pakistanische Polizei hat 44 Personen im Zusammenhang mit Massengewalt gegen einen Christen angeklagt und festgenommen. Der in der Mujahid Colony in Sargodha, einer Stadt in der pakistanischen Provinz Punjab, wohnhafte Christ war beschuldigt worden, den Koran geschändet zu haben. Der Vorfall ereignete sich am vergangenen 25. Mai, als einige Bewohner verbrannte Koranseiten in der Nähe der Häuser einiger christlicher Familien fanden. Nach einer unbegründeten Anschuldigung versammelte sich ein mit Stöcken, Steinen und anderen Waffen bewaffneter Mob vor dem Haus von Nazir Masih, dem christlichen Besitzer einer kleinen Schuhfabrik in der Gegend, und beschuldigte ihn der "Blasphemie", da er angeblich den Koran verbrannt habe, als er den Müll entsorgte.

Einige Bürger, Christen und Muslime, die den Ausbruch von Massengewalt befürchteten, schalteten die örtliche Polizei und Vertreter des "Friedenskomitees" von Sargodha ein, das sich aus christlichen und muslimischen religiösen Führern zusammensetzt, und versuchten, die aufgebrachte Menge zu beruhigen, die inzwischen auf 300 Personen angewachsen war. Trotz allem spitzte sich die Situation zu: Einige Männer setzten die Schuhfabrik in Brand, andere drangen von den angrenzenden Dächern in das Haus von Nazir Masih ein, der erklärte, völlig unschuldig zu sein. Nur durch das schnelle und beherzte Eingreifen von Polizeibeamten konnte der Mann aus dem brennenden Haus gerettet werden, aber Nazir wurde trotzdem verletzt, da die Menge zu Gewalt aufrief.

Die Sicherheitskräfte setzten daraufhin Tränengas ein, um die Menge zu zerstreuen, und nahmen Dutzende von Menschen fest und die pakistanische Polizei brachte ein Verfahren und eine Anzeige gegen insgesamt 44 identifizierte Männer auf den Weg und beschuldigte sie des versuchten Mordes, der Behinderung und des Angriffs auf öffentliche Beamte, terroristischer Handlungen und der Lynchjustiz (auf der Grundlage des Anti-Terror-Gesetz).

Der 70jährige Nazir Masih liegt in einem Krankenhaus in Sargodha und befindet sich in einem kritischen, aber stabilen Zustand. Seinen Anwälten zufolge waren es einige Nachbarn - mit denen er in der Vergangenheit Streit hatte -, die ihn beschuldigten und den Angriff auslösten. "Dies ist ein weiterer Fall von Missbrauch des Blasphemiegesetzes. Es müssen Maßnahmen ergriffen werden, um zu verhindern, dass es instrumentalisiert wird", sagte der katholische Anwalt Khalil Tahir Sindhu, Minister für Menschenrechte in der Provinz Punjab, der sich an den Tatort begab. Der Minister dankte der Polizei für ihr schnelles Eingreifen, das den Lynchmord verhindert hat.

Die christliche Gemeinde im Wohnviertel Mujahid Colony, in der mehrere christliche Familien leben und eine Kirche steht, ist derzeit verängstigt. Eine Delegation der Kommission für Gerechtigkeit und Frieden der pakistanischen Bischöfe unter der Leitung von Erzbischof Joseph Arshad von Islamabad-Rawalpindi begab sich gemeinsam mit Minister Sandhu an den Ort des Geschehens und brachte ihre Solidarität mit den Christen in Sargodha zum Ausdruck. Die Kommission verurteilte die Gewalt und erinnerte an die Ausschreitungen in Jaranwala im vergangenen Jahr und stellte fest, dass "es von wesentlicher Bedeutung ist, dass jeder Vorwurf der Blasphemie gründlich untersucht wird und dass die beschuldigte Person eine faire Chance erhält, sich im Einklang mit den verfassungsmäßigen Rechten zu verteidigen. Unter keinen Umständen sollten Menschenmassen die Freiheit haben, die Justiz in die eigenen Hände zu nehmen". Außerdem wird die Verpflichtung bekräftigt, "Dialog zu fördern, um der Intoleranz entgegenzuwirken".

Nach dem Vorfall bekräftigte unterdessen auch der Erzbischof von Lahore, Sebastian Shaw, in einer Sitzung in Lahore, die Notwendigkeit des Schutzes und der Sicherheit aller Kirchen im Bezirk Sargodha. Diesem Appell schlossen sich auch Abdul Khair Azad, Imam der Hauptmoschee von Lahore, und mehrere Mitglieder der Zivilbehörden an.

(PA) (Fides 27/5/2024)

 

AMERIKA/HAITI - “Humanitäre Katastrophe”: Gesundheitswesen steht am Rande des Zusammenbruchs

 

Port au Prince (Fides) - "Die Eskalation der Gewalt in Port-au-Prince und Artibonite, einer Provinz nordwestlich der Hauptstadt, stürzt Haiti in eine humanitäre Katastrophe. Das Gesundheitssystem steht am Rande des Zusammenbruchs", so der Vertreter des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen (UNICEF), Bruno Maes. „Die ernste Notlage betrifft jedoch nicht nur die medizinische Versorgung der Kinder, sondern auch die lebenswichtigen Güter für ihre Behandlung und Ernährung", betonte er kürzlich in einer Erklärung.

In Haiti sind nur sechs von zehn Krankenhäusern betriebsbereit. Container mit Hilfsgütern sind blockiert oder geplündert worden, ebenso wie viele Lagerhäuser und Apotheken.

"Gewalt, Massenvertreibung, Epidemien und zunehmende Unterernährung haben das haitianische Gesundheitssystem zerstört, aber die Blockade der Versorgungsketten verschlimmert die verzweifelte humanitäre Lage weiter."

Nach Angaben der humanitären Organisationen der Vereinten Nationen benötigen rund 4,4 Millionen Menschen in Haiti - einem Land mit 11,5 Millionen Einwohnern auf einer Fläche von 27.755 Quadratkilometern - dringend humanitäre Hilfe, und 1,6 Millionen Menschen sind von einer akuten Ernährungsunsicherheit betroffen. Mehr als 30 medizinische Zentren und Krankenhäuser wurden aufgrund von Vandalismus, Plünderungen oder weil sie sich in unsicheren Gebieten befanden, geschlossen, darunter auch das staatliche Universitätskrankenhaus von Haiti, das größte des Landes. Die kürzliche Wiedereröffnung des Flughafens in Port-au-Prince nach fast drei Monaten ist ein erster Schritt zur Aufhebung der Isolation, aber die Häfen sind immer noch blockiert.

In den ersten drei Monaten des Jahres 2024 wurden 2.500 Menschen, darunter mindestens 82 Kinder, infolge von Bandengewalt getötet oder verletzt. Diese Zahlen gehen aus den jüngsten UN-Berichten hervor. Fast die Hälfte der Opfer wurde bei gewaltsamen Angriffen auf ihre Wohnviertel oder bei Zusammenstößen zwischen Banden und der Polizei erschossen, und mindestens 438 Menschen wurden zur Erpressung von Lösegeld entführt. Medienberichten zufolge befinden sich 80 % der Hauptstadt und der Verbindungsstraßen zum Norden und Süden des Landes in den Händen krimineller Banden, die auf den Straßen, in den Stadtvierteln und an den Autobahnkreuzen Angst und Schrecken verbreiten. Etwa 362.000 Menschen - die Hälfte davon Mädchen und Jungen - mussten aus ihren Häusern fliehen, weil es zu gefährlich ist, dort zu bleiben, und viele von ihnen sind in überfüllten Notunterkünften in Schulen und anderen öffentlichen Räumen untergebracht. Sexuelle Gewalt und Missbrauch gegen Frauen und Mädchen haben zugenommen, und Zehntausende von Kindern können wegen der unsicheren Lage nicht zur Schule gehen.

Zu diesem dramatischen Kontext kommt der nicht weniger beruhigende politische Rahmen. Das neunköpfige Präsidialkollegium, das die Verantwortung für die Leitung eines Übergangsprozesses übernommen hat, bewegt sich langsam auf die Bildung einer Übergangsregierung zu, während Neuwahlen organisiert werden. Die Regierung sollte den Boden für die Entsendung einer internationalen Truppe zur Bekämpfung der Banden bereiten. Zunächst sollen eintausend kenianische Polizisten und Unterstützungskontingente von den Bahamas, Bangladesch, Barbados, Belize, Benin, Tschad und Jamaika eingesetzt werden.

(AP) (Fides 27/5/2024)

 

ASIEN/INDONESIEN - Erzbischof von Ende ernannt

 

Vatikanstadt (Fides) – Papst Franziskus hat am 25. Mai den bisherigen Generaloberen der Gesellschaft von Göttlichen Wort (Steyler Missionare) Pater Paulus Budi Kleden (SVD) zum Erzbischof von Ende (Indonesien) ernannt.

Erzbischof Kleden wurde am 16. November 1965 in Waibalun (Diözese Larantuka, Indonesien) geboren. Nach dem Besuch des Kleinen Seminars von Santo Domingo in Hokeng trat er in das Noviziat der Steyler Missionare in Ledalero ein. Er studierte Philosophie im Priesterseminar „St. Paulus“ und Theologie an der Philosophisch-Theologischen Hochschule „St. Gabriel“ in Mödling (Österreich). Er legte am 15. August 1992 die ewigen Gelübde ab und wurde am 19. Mai 1993 zum Priester geweiht.

Nach seiner Priesterweihe hatte er folgende Ämter und absolvierte weitere Studien: Pfarrvikar in der Pfarrei St. Nikolaus in Auw (Diözese Basel, Schweiz) (1993-1996); Promotion in Dogmatischer Theologie an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg (Deutschland) (1996-2000); Dozent für Theologie am Großen Seminar in Ledalero (Maumere) (2001-2012); Mitglied des Provinzrates (2005-2008) und Mitglied des Generalrates der Steyler Missionare (2012-2018); seit 2018 ist er Generaloberer seiner Kongregation.

 

(EG) (Fides 25/05/2024)


VATIKAN - Papst Franziskus an die Missionswerke: Es gibt eine “Größe der Kirche im Martyrium”

27.05.2024

 

(Vatikanstadt/Fides) - Auch in unserer Zeit gibt es eine "Größe der Kirche im Martyrium", im Zeugnis derer, die den Namen Jesu anrufen, während sie seinetwegen getötet werden. Dies betonte Papst Franziskus in einer der zahlreichen Passagen in seiner Ansprache an die Nationaldirektoren der Päpstlichen Missionswerke (POM), die in diesen Tagen in Sacrofano (Rom) zu ihrer Generalversammlung zusammenkommen und am Samstagvormittag von Papst Franziskus in Audienz empfangen wurden.

Die Mission der Kirche und ihr Pilgerweg durch die Geschichte seien auch heute noch von der Erfahrung des Martyriums geprägt. Papst Franziskus dankte "Gott für das martyrische Zeugnis", das "eine Gruppe von Katholiken aus dem Kongo, aus Nord-Kivu, vor kurzem abgelegt hat. Ihnen wurde die Kehle durchgeschnitten", so der Papst, "einfach weil sie Christen waren und nicht zum Islam übertreten wollte“. Der Papst verwies auch auf die Christen, die an einem Strand in Libyen hingerichtet wurden, "jene Kopten, denen die Kehle aufgeschlitzt wurde und die auf ihren Knien sagten: 'Jesus, Jesus'".

In seiner Ansprache an die Nationaldirektoren der Päpstlichen Missionswerke nahm Papst Franziskus das liturgische Hochfest der Allerheiligsten Dreifaltigkeit - das morgen, am Sonntag, den 26. Mai, gefeiert wird - zum Anlass, um zu bekräftigen, dass die der Kirche anvertraute Missionsarbeit kein selbst erzeugter Aktivismus ist, sondern aus den Quellen des Geheimnisses Gottes schöpft, aus der "göttlichen Mission", die sich im Geheimnis der Allerheiligsten Dreifaltigkeit "für das Heil der Menschheit sich hingibt und verzehrt".

Die Merkmale, die die trinitarische Quelle jedes authentischen apostolischen Werkes offenbaren, erklärte der Papst, seien die der Gemeinschaft, der Kreativität und der Beharrlichkeit. "Drei Schlüsselbegriffe", erklärte der Papst den Nationaldirektoren der Päpstlichen Missionswerke, "die für die Kirche in ständiger Mission von aktueller Bedeutung sind. Und noch mehr für unsere Missionswerke, die jetzt zu einer Erneuerung aufgerufen sind, um einen immer prägnanteren und wirksameren Dienst zu leisten".

„Bei der Betrachtung des Geheimnisses der Dreifaltigkeit", so der Papst zum ersten der drei "Schlüsselworte", die er in seiner Ansprache unterstrich, "sehen wir, dass Gott eine Gemeinschaft von Personen ist, er ist ein Geheimnis der Liebe. Und die Liebe, mit der Gott kommt, um uns zu suchen und zu retten, die in seinem einen und dreifaltigen Wesen wurzelt, ist auch das, was den missionarischen Charakter der pilgernden Kirche auf Erden begründet". Deshalb besteht die christliche Mission "nicht darin, eine abstrakte Wahrheit oder eine religiöse Überzeugung zu vermitteln, und sie ist vor allem keine Proselytenmacherei".

Dazu erzählte Papst Franziskus in freier Rede zur Ergänzung des schriftlichen Textes die Anekdote einer Begegnung mit einer Frau aus einer konservativen Gruppe, die ihn während eines Weltjugendtages angesprochen hatte: "Die Dame hatte einen Jungen und ein Mädchen bei sich und sagte zu mir: 'Eure Heiligkeit, ich möchte Ihnen sagen, dass ich diese beiden bekehrt habe!‘. Ich habe ihr in die Augen geschaut", berichtet Papst Franziskus, "und ich habe sie gefragt: 'Und wer wird dich bekehren?“. Und er bedauerte: „Es gibt religiöse Gruppen, die den Katalog der Bekehrungen präsentieren...".

„Der Aufruf zur Gemeinschaft", so Papst Franziskus weiter, "impliziert einen synodalen Stil: das heißt, gemeinsam zu gehen, einander zuzuhören, miteinander reden“. „Dies", fügte der Papst hinzu, "erweitert unsere Herzen und erzeugt in uns eine immer universellere Sichtweise, in Übereinstimmung mit dem, was bei der Gründung des Werkes für die Glaubensverbreitung betont wurde: ‚Wir müssen nicht diese oder jene Mission im Besonderen unterstützen, sondern alle Missionen der Welt‘".

Auch "Kreativität" - das zweite Schlüsselwort, das Papst Franziskus in der Ansprache an die Nationaldirektoren der Päpstlichen erwähnte - sei keine Erfindungswut, um sich zu beschäftigen, sondern komme aus dem "Verwurzeltsein im schöpferischen Werk Gottes, der alles neu macht". „Deshalb ist die Kreativität in der apostolischen Arbeit mit der Freiheit verbunden, die Gott besitzt und uns in Christus und im Geist schenkt“, so der Papst. Denn "wo der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit". Kreativität, so betonte Papst Franziskus, "kommt aus der göttlichen Liebe. Was uns Freiheit gibt, ist der Geist“. Deshalb, so der Bischof von Rom, "ist jede missionarische Tätigkeit in dem Maße schöpferisch, wie die Liebe Christi ihr Ursprung, ihre Form und ihr Ziel ist. So bringt sie mit unerschöpflicher Phantasie immer neue Formen der Verkündigung des Evangeliums und des Dienstes an unseren Brüdern und Schwestern, besonders an den Ärmsten, hervor".

„Ein Ausdruck dieser Nächstenliebe", fügte der Papst hinzu und bezog sich dabei auf die Arbeit der Päpstlichen Missionswerke, "sind auch die traditionellen Kollekten, die für die universellen Solidaritätsfonds für die Missionen. Und zu diesem Zweck müssen wir sie fördern und verständlich machen, dass diese Hilfe, die man gebt, die jeder Christ gibt, die Kirche wachsen lässt und die Menschen rettet, und deshalb die Beteiligung nicht nur von Einzelpersonen, sondern auch von Gruppen und Institutionen unterstützen, die im Geist der Dankbarkeit für die vom Herrn empfangenen Gnaden die vielen missionarischen Initiativen der Kirche unterstützen wollen".

Die Beharrlichkeit, das dritte Wort, das Papst Franziskus nannte, schöpfe in der apostolischen Arbeit ebenfalls aus den Quellen der Liebe Gottes und dem Geheimnis der Dreifaltigkeit. Es sei eine gegebene Treue, ein Spiegelbild der "göttlichen Sendung". „Deshalb", fuhr Papst Franziskus fort und erinnerte an seine Botschaft zum Weltmissionstag 2024, "wird die Kirche weiterhin über alle Grenzen hinausgehen, immer wieder hinausgehen, ohne müde zu werden oder angesichts von Schwierigkeiten und Hindernissen den Mut zu verlieren, um die vom Herrn empfangene Sendung treu zu erfüllen“.

Unter Bezugnahme auf die Festigkeit bei der Verkündigung des Evangeliums erinnerte der Papst an die Erfahrung des Martyriums ein, die den Weg der Kirche begleitet, und and die Eigenschaft der Geduld, mit der die Schwächen und Gestrauchelten: "Bitte", so der Papst, "lasst uns geduldig sein, lasst uns sie an der Hand nehmen und sie begleiten. Lasst euch von diesen Ausrutschern nicht skandalisieren“. "Jeder soltte sagen: 'Das kann mir auch passieren'“, so Papst Franziskus, „Seid sehr barmherzig und sanftmütig und wartet ab. Eines der Dinge, die mich am Herzen des Herrn berühren, ist die Geduld: sie weiß, wie man wartet. Betrachten wir mehr die positiven Aspekte, und in dieser Freude, die aus der Betrachtung des Werkes Gottes kommt, werden wir auch in der Lage sein, problematischen Situationen mit Geduld zu begegnen... Seid beharrlich und ausdauernd, geht voran im Herrn! Und bei den Brüdern und Schwestern, die ausrutschen und fallen, denkt daran, dass es nur ein einziges Mal erlaubt ist, auf einen Menschen herabzuschauen, nur ein einziges Mal: wenn es darum geht, ihm oder ihr auf die Beine zu helfen".

 

(GV) (Fides 25/5/2024)


FIDES-NACHRICHTEN - 25.05.2024

AFRIKA/SÜDAFRIKA - Ein von Arbeitslosigkeit, Kriminalität und Fremdenfeindlichkeit gezeichnetes Land bereitet sich auf die Wahlen vor

 

Johannesburg (Fides) - Die hohe Arbeitslosigkeit belastet viele Südafrikaner im Vorfeld der Parlamentswahlen am kommenden 29. Mai.

Das Problem wurde von der UNO bereits im Jahr 2022 als "Zeitbombe" bezeichnet. Mit 25 Millionen Menschen, die von Sozialleistungen abhängig sind, ist Südafrika mit enormen Ungleichheiten konfrontiert, die bei der Mehrheit der Bevölkerung enorme Frustrationen hervorrufen. Vor allem die Bewohner der ländlichen Gebiete und der Townships in den Großstädten Südafrikas leiden unter dem Mangel an Arbeitsplätzen und Lebensperspektiven. Da jeder dritte Südafrikaner in einer der am meisten von Ungleichheit geprägten Gesellschaften der Welt arbeitslos ist, sind insbesondere Ausländer im Allgemeinen zur Zielscheibe geworden. Dies hat eine fremdenfeindliche Bewegung gegen Migranten aus anderen afrikanischen Ländern hervorgebracht, die unter dem Namen „Operation Dudula“ ("Rauswerfen" in Zulu) im Jahr 2021 in der Township Soweto begann und sich inzwischen auf das ganze Land ausgebreitet hat.

Die „Operation Dudula“ hat sich innerhalb von zwei Jahren von einer mehr oder weniger spontanen Bewegung in eine politische Partei verwandelt, die allerdings nicht an den Wahlen teilnehmen kann, weil sie von der Wahlkommission ausgeschlossen wurde, da sie die Frist für die Einreichung der Kandidatenliste nicht eingehalten hat. An der Spitze der Bewegung steht Zandile Dabula, die sich die Feindseligkeit der Ghettobewohner gegen Ausländer zu eigen gemacht hat, die angeblich "Arbeitsplätze stehlen, mit verfälschten Lebensmitteln und mit Drogen handeln". Annahmen, die von Statistiken widerlegt werden (z. B. machten nach Angaben des Justizministers Einwanderer 8,5 % aller Verurteilten im Jahr 2019 und 7,1 % im Jahr 2020 aus), die jedoch der seit 1994 an der Macht befindlichen Partei, dem African National Congress (ANC), entgegenkommen, der sich nach Ansicht seiner Kritiker von einem Leuchtturm des Kampfes gegen die Apartheid in einen korrupten und bevormundenden Apparat verwandelt hat, dessen Politik die Lage der "schwarzen" Südafrikaner verschlechtert hat.

Weitere Probleme, mit denen diese ebenso wie die übrige Bevölkerung konfrontiert sind, sind häufige Stromausfälle und ein hohes Maß an Gewaltkriminalität, der kürzlich zwei im Ausland geborene katholische Priester zum Opfer fielen.

Der aus Sambia stammende Pater William Banda von der St. Patrick’s Society for Foreign Missions (Kiltegan Fathers) wurde erschossen, als er sich auf die Feier der Heiligen Messe in der Kathedrale von Tzaneen vorbereitete (vgl. Fides 14/3/2024). Pater Paul Tatu Mothobi von der Kongregation von den heiligen Wundmalen unseres Herrn Jesus Christus (Stigmatiner) aus Lesotho wurde am 27. April in Südafrika getötet (vgl. Fides 30/4/2024). Anlässlich dieses zweiten Mordes gaben die örtlichen Bischöfe eine Erklärung ab, in der es hieß, die Ermordung der beiden Priester geschehe "in einem Kontext wachsender Besorgnis über die zunehmende Missachtung des Wertes des Lebens, wo Menschen willkürlich getötet werden". Die Mordrate in Südafrika lag im Zeitraum 2022-2023 bei 45 Morden pro 100.000 Einwohner, während sie in den USA bei 6,3 pro 100.000 Einwohner und in den meisten europäischen Ländern bei nur einem Mord lag. Dies hat unter anderem dazu geführt, dass einer der wenigen Sektoren, in denen die Zahl der Neueinstellungen steigt, der private Sicherheitsdienst ist. Es gibt 2,7 Millionen private Sicherheitsbeamte im Vergleich zu nur 150.000 Polizeibeamten bei einer Bevölkerung von 62 Millionen Einwohnern.

Die Wahl am 29. Mai stellt daher eine Herausforderung für den African National Congress dar, dem ein erheblicher Teil seiner Wähler nach 30 Jahren unterbrochener und von massiver Korruption geprägter Macht den Rücken kehren könnte.

(L.M.) (Fides 25/5/2024)

 

ASIEN/PAKISTAN - Massengewalt gegen Christen: Neun Monate nach den Anschlägen erhalten Familien Hilfe beim Wiederaufbau

 

Jaranwala (Fides) - Neun Monate nach der Massengewalt, bei der das christliche Viertel von Jaranwala, einer Stadt in der pakistanischen Provinz Punjab, zerstört wurde, "herrscht in der Gegend immer noch ein gewisses Maß an Feindseligkeit. Die Spannungen machen sich vor allem beim Schulbesuch christlicher Kinder bemerkbar, die von Lehrern und Mitschülern verspottet oder ausgegrenzt werden und deshalb Angst haben oder nicht zur Schule gehen wollen", erklärt Michelle Chaudhry, Präsidentin der "The Cecil & Iris Chaudhry Foundation" (CICF), die sich für soziale Projekte hauptsächlich zugunsten marginalisierter christlicher Gemeinschaften in Pakistan einsetzt, gegenüber Fides.

Am 16. August 2023 wurde die christliche Gemeinde von Jaranwala von radikalen Muslimen angegriffen, mehr als 25 Kirchen und Hunderte von Häusern wurden geplündert und in Brand gesteckt, wodurch Hunderte von Familien traumatisiert und obdachlos wurden: "Die Menschen verloren alles, was sie besaßen, viele verloren auch ihre Hoffnung, ihr Vertrauen und ihre Träume wurden für immer zerstört. Und das alles nur wegen einer angeblichen Anklage wegen Blasphemie, die noch nicht bewiesen ist", so Michelle Chaudhry.

Um diesen Menschen zu helfen, engagiert sich die Stiftung dafür, dass die Opfer unterstützt und zu rehabilitiert werden. Dank der eingegangenen Spenden konnte ein mehrstufiger Prozess in Gang gesetzt werden: zunächst durch die Bereitstellung von Unterkünften, warmen Mahlzeiten, Trinkwasser und persönlichen Hygieneartikeln. In der zweiten Phase, die derzeit läuft, wird der Wiederaufbauprozess, darunter auch die Restaurierung oder der Wiederaufbau von Häusern, eingeleitet. Darüber hinaus hat die „Cecil & Iris Chaudhry Foundation“ (CICF) in Jaranwala ein medizinisches Zentrum für Kinder eingerichtet, die an Hautkrankheiten erkrankt sind, und bietet Behandlung und Medikamente an. Es wurden auch Anstrengungen unternommen, um den psychischen Stress der Kinder durch spielerische Initiativen zu lindern, insbesondere während der Feiertage wie Weihnachten und Ostern.

"Für 25 Kinder haben wir die Schulkosten (Schulgeld, Bücher, Schreibwaren, Unterkunft und Verpflegung) in einem katholischen Internat in einer nahe gelegenen Stadt übernommen und sind bereit, bei Bedarf weitere Kinder aufzunehmen", so die Präsidentin der Stiftung. Ziel sei es, "diesen Familien beizustehen, um ihnen die Wiedereingliederung in die Gesellschaft zu ermöglichen, auch wenn sie sich vom Staat, der sie nicht geschützt hat, im Stich gelassen und verraten fühlen". „Niemand sollte jemals das erleben, was diesen Familien widerfahren ist. Es ist die Pflicht des Staates, alle seine Bürger zu schützen und ihren Schutz zu gewährleisten, unabhängig von ihrem Glauben", stellt sie fest. „Auf diese Weise", so Chaudhry abschließend, "versucht die Stiftung, den Familien zu helfen und ihr Leben, aber auch ihre Hoffnung, ihr Vertrauen und ihre Träume wiederherzustellen“.

Einige Christen in der örtlichen Gemeinde stehen unterdessen im Mittelpunkt eines kontroversen Rechtsstreits, da sie von einem Muslim, der verdächtigt wird, zu den Organisatoren der Gewalttaten vom August 2023 zu gehören, des Hausfriedensbruchs beschuldigt werden. Nach Aussage der Christen, die eine faire und transparente Untersuchung fordern, handelt es sich um eine Manipulation mit falschen Anschuldigungen. Während sich der Fall entwickelt, herrscht in der christlichen Gemeinde von Jaranwala jedoch Optimismus und die Überzeugung, dass die Gerechtigkeit siegen wird und die Gläubigen entlastet werden.

 

(PA) (Fides 25/5/2024)


Das südliche Afrika leidet unter der schlimmsten Dürre seit 100 Jahren

SOS-Kinderdörfer: 3,5 Millionen Kinder brauchen lebensrettende Hilfe

24.05.2024

 

(München / sos) - Das südliche Afrika leidet unter der schlimmsten Trockenperiode seit über 100 Jahren: Zahlreiche Länder sind nach Angaben der SOS-Kinderdörfer von anhaltender Hitze und extremer Dürre betroffen, als erste haben Malawi, Sambia und Simbabwe bereits den nationalen Notstand ausgerufen. "Wir gehen davon aus, dass weitere Länder in Kürze folgen werden. Die Situation ist dramatisch: Viele Familien haben ihre Mahlzeiten eingeschränkt, viele Farmer ihre komplette Ernte verloren und die eigentliche Trockenzeit beginnt erst im Juli", sagt Boris Breyer, Sprecher der Kinderhilfsorganisation in Deutschland.

 

Besonders bedroht seien auch die Länder Namibia, Angola, Botswana, Lesotho, Mosambik, Südafrika und Madagaskar. Insgesamt seien mehr als

61 Millionen Menschen betroffen, 56,6 Millionen davon bräuchten dringend humanitäre Hilfe, darunter 3,5 Millionen Kinder. Breyer

sagt: "Bekommen sie keine Unterstützung, ist die Katastrophe nicht mehr aufzuhalten. Bereits jetzt leiden zahlreiche Kinder an Unterernährung und Wasserknappheit, zudem hat die Region mit den schwersten Cholera-Ausbrüchen seit Jahrzehnten zu kämpfen. Insbesondere für Kleinkinder kann dieses Zusammenspiel von Mangelernährung und Krankheit schnell tödlich werden." Es sei außerdem damit zu rechnen, dass sich mehr und mehr Familien aus Not und Verzweiflung auf die Flucht begäben. Kinder seien unterwegs großen Gefahren ausgesetzt, zudem gehe mit der Flucht eine Unterbrechung oder sogar das Ende ihrer Schulbildung einher.

Wirtschaftliche Not führe häufig auch zu einem Anstieg an Kinderehen, Kinderarbeit und Prostitution.

 

Neben den Regionen im südlichen Afrika, die unter Dürre litten, gebe es andere, die mit massiven Überschwemmungen zu kämpfen hätten.

Breyer sagt: "Durch extreme Regenfälle haben tausende Menschen in Sambia, Malawi, Mosambik und Madagaskar ihr Zuhause verloren." Die Hilfsorganisation rechnet damit, dass die Menschen noch lange Unterstützung benötigen werden.

 

Die SOS-Kinderdörfer unterstützen Kinder und Familien in allen betroffenen Ländern seit Jahrzehnten. Ziel ist es, sie dauerhaft zu stärken. Um Extremwettersituationen und dem Klimawandel besser standhalten zu können, werden Familien auch dabei unterstützt, neue Anbaumethoden zu entwickeln und die Landwirtschaft an die veränderten Bedingungen anzupassen.

 

 

 


AFRIKA/NIGER - Angriff auf Flüchtlingscamp in Boni: Genaue Zahl der Todesopfer ist noch nicht bekannt

 

Makalondi (Fides) - Bei den jüngsten Angriffen auf das Militär und die Flüchtlinge im Flüchtlingscamp in Boni (Departement Torodi, Gemeinde Makalondi) gab es Tote und Verletzte.

"Der erste tragische Zusammenstoß fand am Montag, den 20. Mai nachmittags statt", schreibt Pater Pier Luigi Maccalli, ein Priester der Gesellschaft für Afrikamissionen (SMA), der als Missionar in diesen Gebieten lebt und im September 2018 Opfer einer Entführung in dieser Region der Sahelzone wurde gegenüber Fides.

"Wie ich erfahren habe, befinden sich unter den getöteten und verletzten Menschen auch viele meiner nigrischen Brüder waren, darunter der Katechet der christlichen Gemeinde im Dorf Nguula, 35 km von Bomoanga entfernt, Vater eines Diakons, der in wenigen Monaten zum Priester geweiht wird", berichtet der Missionar.

Lokalen Angaben zufolge ist die genaue Zahl der Todesopfer noch nicht bekannt, scheint aber sehr hoch zu sein. Das Gebiet wird von den regionalen islamistischen Terrorgruppen JNIM-AQMI bedroht. Ersten Berichten zufolge gelang es zunächst mindestens zwei Fahrzeugen der nigrischen Sicherheitskräfte (FDS), dem Angriff zu entkommen; eines fuhr jedoch auf eine Mine, bevor es Makalondi erreichte, und das zweite schaffte es, sein Ziel zu erreichen. Am frühen Montagnachmittag hatte das örtliche Militär große Menschenansammlungen in der Nähe von Tangunga gemeldet, doch ihr Appell blieb unbeachtet. Das Flüchtlingscamp in Boni wurde mehrere Stunden lang belagert, ohne Verstärkung aus der Luft und vom Boden aus, aber man kämpfte tapfer (so das offizielle Kommuniqué, das im Anschluss daran im nationalen Fernsehen verlesen wurde). Es handelte sich um groß angelegte Zusammenstöße mit Hunderten von Motorrädern und Dutzenden von Fahrzeugen und mit vielen Opfern unter den Zivilisten, die aus dem Flüchtlingslager flohen.

"Die wachsende Unsicherheit und die ständigen Bedrohungen in dem Gebiet an der Grenze zwischen Niger und Burkina Faso sind vermutlich auf die Lage des Gebietes zurückzuführen, das vor allem wegen des Goldabbaus verlockend ist", so Pater Maccalli abschließend.

(AP/PLM) (Fides 23/5/2024)

 

AFRIKA/SÜDSUDAN - Diözese Tombura-Yambio: Trauergebet für den vor einem Monat entführten Priester und seinen Fahrer

 

Juba (Fides) - In der - wenn auch schwachen - Hoffnung, den am 27. April verschwundenen Priester und seinen Fahrer lebend zu finden, kündigte der Bischof von Tombura-Yambio, Edward Hiiboro Kussala, Trauergebete für die beiden Männer an.

"Mit tiefer Traurigkeit und schwerem Herzen informieren wir Sie über die offiziellen Trauergebete für unseren Priester und Mitbruder Pfarrer Luke Yugue und seinen Fahrer Michael Gbeko, die am 27. April auf der Fahrt von Nagero nach Tambura verschwunden sind. Die Beerdigungsgebete beginnen am Donnerstag, den 23. Mai, und enden mit dem Requiem am Samstagmorgen, den 25. Mai", sagte Bischof Kussala, fügte aber hinzu, dass man immer noch auf der Suche nach Antworten über ihren Verbleib sei.

Pfarrer Luke und Michael Gbeko werden seit dem 27. April vermisst, dem Tag, an dem sie den Bezirk Nagero im Südsudan mit dem Motorrad in Richtung Tombura im Bundesstaat Western Equatoria verließen. Zuletzt hatten sie um 13.00 Uhr Ortszeit mit dem Katecheten Ngbandua aus Maringindo telefoniert; sie erreichten ihr Ziel nicht und konnten auch telefonisch nicht ausfindig gemacht werden.

Der Priester wurde Berichten zufolge zusammen mit seinem Begleiter entführt, nachdem es in der Gegend zu Auseinandersetzungen zwischen verschiedenen Gruppierungen gekommen war.

Bischof Kussala hatte mehrfach dazu aufgerufen, den Priester und seinen Begleiter zu suchen. „Ich bitte Sie, geben Sie mir Informationen über meinen Priester; ich brauche meinen Priester; geben Sie ihn mir zurück, bitte", hatte er in diesem Zusammenhang die südsudanesischen Behörden aufgefordert.

Der Bischof von Tombura-Yambio beschreibt Pfarrer Yugue als einen jungen, bei den Gläubigen beliebten Priester, der sein Leben dem Dienst an gefährdeten Gemeinschaften und Vertriebenen widmete, die von dem anhaltenden Konflikt in den Bezirken Nagero und Tombura betroffen waren.

Die jüngsten Zusammenstöße zwischen den Gemeinschaften in Tambura forderten Dutzende von Menschenleben, darunter auch mehrere Entführte, und verstärkten die Instabilität in der Region, so dass Tausende gezwungen waren, in UN-Flüchtlingscamps Zuflucht zu suchen

Die Mission der Vereinten Nationen im Südsudan (UNMISS) erklärte, sie habe 76 zusätzliche Blauhelme entsandt, um ihre Friedenstruppen zu verstärken, vertriebene Familien zu schützen und die Patrouillen in der Region zu erhöhen.

Nach Angaben der UNMISS suchten mehr als 13.000 Menschen Zuflucht in einem Flüchtlingslager außerhalb eines vorübergehenden UN-Stützpunkts, 4.000 kamen suchten in einem anderen Camp in der Stadt Tambura Schutz.

(L.M.) (Fides 23/5/2024)

 

ASIEN/INDONESIEN - "Aksi Kamisan": Junge Indonesier fordern Vergangenheitsbewältigung und Gerechtigkeit

 

Jakarta (Fides) - Die Vergangenheitsbewältigung und die Suche nach Gerechtigkeit im Hinblick auf die Ereignisse der Vergangenheit sind Themen, die vor allem von jungen Indonesiern angesprochen werden, könnten aber auch den neugewählten Präsidenten Prabowo Subianto vor neue Herausforderungen stellen. Was gemeinhin als "Aksi Kamisan" ("Donnerstagsaktion") bezeichnet wird, sind öffentliche Kundgebungen, die seit mindestens 26 Jahren stattfinden: eine friedliche Demonstration, um Gerechtigkeit und Aufklärung über die massive Gewalt zu fordern, die Jakarta während der "nationalen Tragödie" von 1998 erschütterte, als Dutzende chinesischer Frauen von einem wütenden Mob mit Gewalt gegen Menschen und Eigentum (Häuser, Geschäfte, Einkaufszentren) angegriffen wurden.

Einer unabhängigen Untersuchung zufolge verloren mindestens 1.000 Indonesier infolge der exzessiven Gewalt (einschließlich Vergewaltigungen) ihr Leben, und Tausende von Immobilien wurden zerstört und geplündert. Die Tage des 14. und 15. Mai 1998 sind allen Indonesiern als die Tage eines gewalttätigen Aufstands in Erinnerung, der sich gegen eine ethnische Minderheit im Lande richtete: die indonesischen Chinesen. Tage zuvor waren mehrere Universitätsstudenten verschleppt worden, weil sie das autoritäre Regime des damaligen Präsidenten Muhammad Suharto scharf kritisiert hatten.

Während die Hauptstadt von Gewalt erschüttert wurde, stürmten Studenten das Parlament und kletterten auf die Dächer des Gebäudes, um den Rücktritt von Suharto zu fordern, der seit 32 Jahren an der Macht war, und forderten "Reformasi" (Zeitalter der Reformen). Am 21. Mai 1998 geschah das Unerwartete: Präsident Suharto kündigte öffentlich seinen Rücktritt an und gab als einen der Gründe an, weiteres Blutvergießen und Zusammenstöße zwischen verschiedenen Gruppen zu vermeiden.

Monate später wurde General Prabowo Subianto von seinem Militärposten entlassen: Suhartos Schwiegersohn und der mächtigste General in der Armee, Prabowo Subianto, wurde damals gezwungen, das strategische Kommando der Armee zu verlassen. Am 20. Oktober 2024 wird nun ausgerechnet der ehemalige General Prabowo Subianto als achter Präsident Indonesiens ins Amt eingeführt.

Auch der Jesuitenpater Prof. Magnis-Suseno, Ordensmann, Volksmissionar und Intellektueller, engagiert sich dafür, dass die Vergangenheit nicht vergessen wird und dass man sich um Gerechtigkeit und Aufklärung über die Unruhen vom Mai 1998 bemüht. Bei den Aksi Kamisan-Demonstrationen im Zentrum Jakartas, vor dem Staatspalast, hielt der Jesuit einen Vortrag, in dem er betonte, dass jeder gewaltsame Aufstand untersucht werden müsse, um die Verantwortlichkeit zu klären.

"Aber bis heute ist kein einziger Täter der schlimmsten Tragödie unseres Landes vor Gericht gestellt worden", beklagt Yakobus Mayong Padang, der sich in einem der zivilgesellschaftlichen Verbände engagiert. Die Präsidenten der Nach-Suharto-Ära hätten wenig getan, um gegen diese schweren Menschenrechtsverletzungen vorzugehen, was zu einer Kultur der Straflosigkeit und Gewalt geführt habe.

Die in der Ära nach Suharto entstandene Demokratie hat dazu beigetragen, die ethnische und religiöse Gewalt einzudämmen, aber "die bürgerlichen Freiheiten, die Pressefreiheit, die Rechte der Frauen, die Rechte der Kinder, die Religionsfreiheit und die Rechte der Minderheiten müssen weiterhin geschützt werden", erinnerten die Anwesenden. Unter jungen Indonesiern, vor allem in den sozialen Medien, ist unterdessen eine Reihe von Initiativen entstanden, wie etwa der Hashtag #ReformasiDikorupsi ("Die Reform ist korrumpiert"). Im Jahr 2019 protestierten Hunderttausende von Studenten, als das Parlament versuchte, ein neues Strafgesetzbuch zu verabschieden, mit dem die Befugnisse der Anti-Korruptionsbehörde eingeschränkt werden sollten. Junge Menschen stehen nach wie vor an der Spitze von Initiativen wie "Aksi Kamisan".

(PA-MH) (Fides 23/5/2024)

 

OZEANIEN/NEUSEELAND - Rektor des Priesterseminars “Holy Cross” in Auckland ernannt

 

Vatikanstadt (Fides) – Kardinal Luis Antonio G. Tagle, Propräfekt des Dikasteriums für Evangelisierung hat am 6. Dezember 2023 Pfarrer David Dowling zum Rektor des inderdiözesanen Seminars “Haoly Cross“ n der Diözese Auckland (Neuseeland) ernannt.

Pfarrer David Dowling wurde am 3. April 1965 geboren und am 1. September 2007 zum Priester geweiht und in die Erzdiözese Wellington inkardiniert. Er besitzt einen Bachelortitel im Fach Theologie des „Sidney College of Divinity“ und war Vizepfarrer und Pfarrer in drei Pfarreien und Moderator in drei weiteren.

Derzeit ist er Pfarrer der „Sacred Heart Cathedral Parish“.

 

(EG) (Fides 23/05/2024)


FIDES-NACHRICHTEN - 22.05.2024

AFRIKA/NIGERIA - Weiterer Priester innerhalb weniger Tage entführt

 

Abuja (Fides) - Wenige Tage nach der Entführung von Pfarrer Basil ist nun ein weiterer Priester in Nigeria entführt worden. Es handelt sich um Pfarrer Oliver Buba aus der Diözese Yola im Bundesstaat Adamawa.

Dies gab der Bischof von Yola, Stephen Dami Mamza, in einer Erklärung bekannt, in der es heißt, dass Pfarrer Buba am 21. Mai gegen 1 Uhr nachts aus dem Speisesaal des Pfarrhauses der Pfarrei St. Rita entführt wurde.

Der Bundesstaat Adamawa liegt im Nordosten Nigerias, während der Bundesstaat Anambra, in dem Pfarrer Gbuzuo am 15. Mai entführt wurde, im Süden und in der Mitte Nigerias liegt, nicht weit von der Bundeshauptstadt Abuja entfernt. Dies bestätigt, dass Entführungen gegen Lösegeld ein weit verbreitetes Verbrechen in der gesamten nigerianischen Föderation sind, einschließlich Massenentführungen, insbesondere von Schülern und Studierenden).

(L.M.) (Fides 22/5/2024)

 

ASIEN/MYANMAR - Rohingya-Flüchtlinge ernsthaft bedroht: Im Kreuzfeuer zwischen den birmanischen Streitkräften und der Arakan Army

 

Yangon (Fides) - Die Rohingya-Flüchtlinge sind in ihrer Existenz ernsthaft bedroht: So lautet die Warnung von sechzehn Rohingya-Organisationen der und verschiedenen Nichtregierungsorganisationen aus aller Welt, die sich für die Rechte der Rohingya in Myanmar einsetzen. Die Organisationen rufen zu dringender humanitärer Hilfe auf und weisen darauf hin, dass von den 60. 000 Rohingya-Flüchtlingen, die nach 2016-2017 im Bundesstaat Arakan (oder Rakhine) verblieben sind, nur ein Drittel in ihren Dörfern lebt, während die anderen zwei Drittel weiterihin als Binnenvertriebene in den Gemeinden Buthidaung und Maungdaw leben. Doch für sie gibt es keinen Frieden: "Die Rohingya im Zentrum von Buthidaung wurden von der einheimischen Arakan-Army aufgefordert, die Stadt zu verlassen. Es gab zwar keine Kämpfe, aber die Soldaten wollten den Menschen Angst einjagen und sie dazu bringen, aus ihren Häusern zu fliehen, um sie dann zu plündern. Tausende von Rohingya, darunter Frauen, Kinder und ältere Menschen, mussten fliehen. Wir verurteilen alle von der Arakan-Army begangenen Gräueltaten", erklärten die Organisationen in einer gemeinsamen Erklärung.

"Die vertriebenen Rohingya", heißt es in dem Appell, "haben weder Nahrung noch Unterkunft. Sie leiden unter Hunger, Mangel an Trinkwasser und medizinischer Versorgung. Humanitäre Hilfe wird dringend benötigt. Rohingya-Organisationen fordern heute die internationale Gemeinschaft auf, rasch zu intervenieren und Druck auf die United League of Arakan und die Arakan-Army auszuüben, damit sie der massenhaften Zwangsvertreibung und den Menschenrechtsverletzungen ein Ende setzen".

Die Vertriebenen seien Opfer von Gewalt und befänden sich inmitten von Kämpfen zwischen der Arakan-Armee und der regulären burmesischen Armee, die die Lieferung humanitärer Hilfe in die Region einschränkt. Die Nichtregierungsorganisationen fordern deshalb die Regierung von Bangladesch auf, die Grenze zu öffnen, um zumindest die Lieferung von humanitärer Hilfe in die nördlichen Gebiete von Rakhine zu ermöglichen. Sie fordern die Vereinten Nationen auf, "unverzüglich mit der Untersuchung der aktuellen Krise zu beginnen, um öffentlich über die Geschehnisse zu berichten".

Die NRO schlagen vor, "einen Dialogprozess einzuleiten, der alle ethnischen und religiösen Gemeinschaften im Rakhine-Staat einbezieht, um sich gemeinsam um ein friedliches Zusammenleben zu bemühen". "Wieder einmal sind Hunderttausende von Rohingya auf der Flucht um ihr Leben. Die internationale Gemeinschaft wurde gewarnt, was passieren könnte, und hat nicht eingegriffen. Jetzt ist es an der Zeit, mutig zu handeln. Die derzeitige Lage in Buthidaung ist sehr ernst, da Zehntausende von Flüchtlingen auf der Flucht sind, nachdem ihre Dörfer in den vergangenen Tagen angegriffen wurden", heißt es in der gemeinsamen Erklärung.

Es wird daran erinnert, dass die birmanische Armee im Staat Rakhine seit Februar Tausende von Rohingya-Männern aus Internierungslagern zwangsrekrutiert hat und die Rekruten in den Kampf gegen die Arakan-Army schickt. "Das Regime hat die Rohingya zu Propagandazwecken benutzt, um ethnischen und religiösen Hass und Gewalt zu schüren", heißt es dazu in dem Appell. Darüber hinaus gebe es weitere militante Organisationen (Arakan Rohingya Salvation Army; Arakan Rohingya Army; Rohingya Solidarity Organisation), die Rohingya rekrutierten und an der Seite der burmesischen Armee gegen die Arakan Army kämpfen. Die Rohingya werden also von beiden Seiten manipuliert und ausgebeutet und sind unschuldige Opfer von Gruppen, die "die Rohingya-Gemeinschaft weder vertreten noch in ihrem Namen handeln".

Die Organisationen, die den Appell unterzeichnet haben, bekunden ihre "volle Solidarität mit den Opfern solcher Verbrechen im Bundesstaat Rakhine". "Die Rohingya wollen in Arakan Seite an Seite in friedlicher Koexistenz mit anderen ethnischen Gruppen und verschiedenen Religionsgemeinschaften leben, zu gleichen Bedingungen, verwurzelt in Würde und Respekt für die Rohingya-Identität", betonen sie.

Im Bundesstaat Rakhine leben derzeit etwa 600.000 Rohingya-Flüchtlinge. Der größte Teil der Bevölkerung, schätzungsweise 260.000 Rohingya, lebt in der Gemeinde Buthidaung. Etwa 140.000 Rohingya sind in Internierungslagern in den Küstenstädten Sittwe, Pauktaw, Myebon und Kyaukphyu gefangen.

Am 27. Oktober 2023 startete ein Bündnis, bestehend aus der Arakan Army, Myanmar National Democratic Alliance Army, and Ta'ang National Liberation Army die Operation 1027 gegen die Militärjunta. Im November wandte die Arakan-Army ihre Aufmerksamkeit insbesondere auf den Staat Rakhine und startete dort Angriffe gegen die burmesische Armee, und die Rohingya-Flüchtlinge fanden sich inmitten des Bürgerkriegs wieder.

(PA) (Fides 22/5/2024)

 

OZEANIEN/FRANZÖSISCH POLYNESIEN - Elf Firmungen an Pfingsten: Die besondere Bedeutung des Ereignisses

 

Bora Bora (Fides) - Die gesamte katholische Gemeinde der Pfarrei „St. Peter Celestine“ in Bora Bora erlebte drei intensive Tage. Anlass war die Feier des Sakramentes der Firmung am Sonntag, den 19. Mai. Die Messe und die Firmung, die der Erzbischof von Papeete, Jean Pierre Cottanceau (SS.CC.), in der Pfarrkirche „St. Pier Celestino“ in Bora Bora zelebrierte, wurden von Radio Bora Bora über den Facebook-Kanal live auf Video übertragen. Begleitet wurde der Erzbischof von Pater Sandro Lafranconi von der Gesellschaft für Afrikamissionen (SMA), der als Gemeindepfarrer vor Ort tätig ist.

"Elf Firmungen im Rahmen der feierlichen Pfingstmesse: 10 Jugendliche zwischen 13 und 15 Jahren und ein erwachsenes Gemeindemitglied, das seinen lange gehegten Wunsch, seinen Sinn in der Pfarrfamilie zu finden, verwirklichen konnte", berichtet der italienische Missionar.

"Das Ereignis war von besonderer Bedeutung, ", erklärt Pater Lafranconi, "denn aufgrund der enormen Entfernungen - allein die Erzdiözese Papeete ist so groß wie Europa - hatte der Erzbischof die Gemeindemitglieder der katholischen Kirche von Bora Bora seit vier Jahren nicht mehr besucht. Andererseits, wenn man der Bischof der größten Diözese der katholischen Kirche ist, ist es schon ein Segen, ihn für drei Tage zu Gast zu haben, noch dazu anlässlich des Pfingstfestes, das in diesem Jahr mit dem Fest des Schutzpatrons zusammenfiel, an das der Kalender am 19. Mai erinnert."

"Die liturgische Feier, die von Gesang und Teilnahme lebte, wurde mit einem bedeutenden Treffen rund um ein Mittagessen mit traditionellen Gerichten fortgesetzt, die geduldig im tahitianischen Ofen gekocht worden waren: ein Bett aus glühenden Vulkansteinen, auf das die zu kochenden Gerichte gelegt werden, während alles mehrere Stunden lang vergraben wird, bevor es gebacken ist und serviert wird“.

„Alles diente dazu, die Bedeutung eines Ereignisses zu unterstreichen, das eine Einheit und eine Teilnahme, die Pfingsten würdig ist, wiederherstellen kann", so der Missionar abschließend.

(AP) (Fides 22/05/2024)

 

AFRIKA/KAMERUN - Rektor des Propädeutischen Seminars in Nden ernannt

 

Vatikanstadt (Fides) - Kardinal Luis Antonio G. Tagle, Pro-Präfekt des Dikasteriums für Evangelisierung, hat am 6. Novembre 2023 Pfarrer Pierre Sylvain Bikono aus dem Klerus der Diözese Obala zum Rektor des Propädeutischen Seminars in Nden (Camerun) ernannt.

Pfarrer Bikono ist 54 Jahre alt und seit 18 Jahren im Priesteramt. Nach dem Besuch des Propedeutischen Seminars in Bafoussam (1994-1995) studierte er Philosophie und Theologie an der Katholischen Universität Zentralafrikas in Yaoundé (1997-2003). An der gleichen Universität erwarb er das kanonische Lizentiat in Theologie (2010-2012).

Nach seiner Priesterweihe hatte folgende Ämter inne: Pfarrvikar der Pfarrei „Saint Barthélemy“ und Kaplan des „Collège Sainte Thèrèse“ in Mva'a (2005-2006), Gründungspfarrer der Pfarrei „Saints Pierre et Paul“ in Bitsingda (2006-2012), Kaplan des „Collège Sainte Thèrèse“ in Mva'a a (2007-2012), Schulleiter des „Collège Bullier“ in Nkolmebanga (2012-2017) und seit 2017 ist er Rektor des Kleinen Seminars „Saint Joseph“ in Efok. Er ist auch Mitglied des Kollegiums der Konsultoren.

(EG) (Fides 21/05/2024)

 

AFRIKA/GHANA - Bischof von Wa ernannt

 

Vatikanstadt (Fides) – Papst Franziskus hat den bisherigen stellvertretenden Generaloberen der Afrikamissionare, P. Francis Bomansaan (MAfr), zum Bischof der Diözese Wa (Ghana) ernannt.

Bischof Francis Bomansaan (MAfr), wurde am 19. Januar 1962 in Kaleo (Diözese Wa) geboren. Er trat 1983 in die Gesellschaft der Afrikamissionare ein und absolvierte seine Ausbildung in mehreren Ländern. Er legte am 7. Dezember 1990 seine Ewigen Gelübde ab und wurde am 27. Juli 1991 zum Priester geweiht.

Er besitzt mehrere Diplome, unter anderem in ignatianischer Spiritualität am „Jesuits Centre“ in Liverpool, in Psycho-Spiritualität und Beratung (M.A.) in Chicago, in spirituellen Beratungsfähigkeiten und Gemeinschaftsleben am Institute „St. Anselm“ in London und im Ordensausbildungsprogramm im „Loreto House“ in Dublin.

Er hatte folgende Ämter inne: Pfarrvikar in der Erzdiözese Mbeya, Tansania (1991-1993); Direktor für Berufungspastoral und Ausbilder in Lublin, Polen (1995-1998); Berufungsbeauftragter der Afrikamissionare in Ghana und Erster Rat des Provinzoberen für Ghana und Nigeria (1999-2003); Ausbilder und Schatzmeister am „St. Edward's College“, London (2004-2005); Provinzoberer für Ghana und Nigeria (2005-2011); Novizenmeister am Internationalen englischsprachigen Noviziat, Sambia (2012-2019); Novizenmeister am Internationalen englischsprachigen Noviziat, Sambia (2012-2019), Leiter des Sucht-Rehabilitationszentrums, Kenia (2021-2022). Seit 2022 ist er stellvertretender Generaloberer der Missionare von Afrika.

 

(EG) (Fides 22/05/2024)


VATIKAN - Papst Franziskus bei der Konferenz zum "Concilium Sinense"

Der Herr hat in China den Glauben des Volkes Gottes bewahrt

22.05.2024

 

Video-Botschaft Seiner Heiligkeit Papst Franziskus an die internationale Konferenz "100 Jahre seit dem

 

‚Concilium Sinense‘: Zwischen Geschichte und Gegenwart" im Wortlaut.

 

 

Liebe Brüder und Schwestern,

ich freue mich, anlässlich des Kongresses zur Hundertjahrfeier des „Concilium Sinense“, des ersten und bisher einzigen Konzils der chinesischen katholischen Kirche, das von Mai bis Juni 1924, also vor genau 100 Jahren, in Shanghai stattfand, zu Ihnen sprechen zu können.

Der Titel Ihrer Konferenz lautet: "100 Jahre Concilium Sinense: Zwischen Geschichte und Gegenwart". Und dieser Jahrestag ist sicherlich aus vielen Gründen ein wertvoller Anlass.

 

1) Dieses Konzil war in der Tat ein wichtiger Schritt auf dem Weg der katholischen Kirche in dem großen Land China.

Vor 100 Jahren machten die im „Concilium Sinense“ versammelten Väter in Shanghai eine authentische synodale Erfahrung und trafen wichtige Entscheidungen GEMEINSAM.

Der Heilige Geist brachte sie zusammen, ließ Harmonie unter ihnen wachsen, führte sie auf Wege, die sich viele von ihnen nicht hätten vorstellen können, und überwand sogar Ratlosigkeit und Widerstand. So wirkt der Heiligen Geist, der die Kirche leitet.

Sie kamen fast alle aus weit entfernten Ländern. Und vor dem Konzil waren viele von ihnen noch nicht bereit, die Leitung ihrer Diözesen Priestern und Bischöfen anzuvertrauen, die in China geboren sind. Auf dem Konzil haben sie sich dann alle auf einen authentischen synodalen Weg begeben und die Bestimmungen unterzeichnet, die neue Wege eröffneten, damit die katholische Kirche in China zunehmend auch ein chinesisches Gesicht bekommen konnte. Sie erkannten, dass dies der richtige Schritt war, denn die Heilsverkündigung Christi kann jede menschliche Gemeinschaft und jeden einzelnen Menschen nur dann erreichen, wenn sie in seiner "Muttersprache" spricht.

Die Konzilsväter traten in die Fußstapfen großer Missionare wie Pater Matteo Ricci und Li Madou. Sie bewegten sich auf den Spuren, die der Apostel Paulus hinterlassen hatte, als er predigte, dass es notwendig ist, „allen alles zu werden“, um den auferstandenen Christus zu verkünden und zu bezeugen.

 

2) Einen wichtigen Beitrag zur Förderung und Leitung des „Concilium Sinense“ leistete Erzbischof Celso Costantini, der erste Apostolische Delegierte in China, der auf Beschluss von Papst Pius XI. auch der Organisator und Vorsitzende des Konzils war.

Erzbischof Costantini wandte eine wahrhaft missionarische Sichtweise auf die konkrete Situation an. Und er schätzte die Lehren des Apostolischen Schreibens „Maximum Illud“ über die Missionen, das 1919 von Papst Benedikt XV. veröffentlicht worden war. In Anlehnung an die prophetischen Impulse dieses Dokuments wiederholte Erzbischof Costantini einfach, dass die Mission der Kirche darin bestehe, zu „evangelisieren und nicht zu kolonisieren". Auf dem Konzil von Shanghai hat die Gemeinschaft zwischen dem Heiligen Stuhl und der Kirche in China, auch dank der Arbeit von Erzbischof Celso Costantini, Früchte getragen, die für das gesamte chinesische Volk von Nutzen sind.

 

3) Das Konzil von Shanghai diente jedoch nicht nur dazu, falsche Ansätze, die in früheren Zeiten vorherrschten, aus dem Weg zu räumen.

Es ging nicht um einen "Strategiewechsel", sondern darum, Wege zu beschreiten, die dem Wesen der Kirche und ihrer Sendung besser entsprechen. Im Vertrauen auf die Gnade Christi selbst und auf seine Anziehungskraft.

Die Teilnehmer des ersten „Concilium Sinense“ blickten in die Zukunft. Und ihre Zukunft ist unsere Gegenwart.

Der Weg der Kirche durch die Geschichte führte über unvorhergesehene Wege, auch durch Zeiten der Geduld und der Prüfung. Der Herr hat in China den Glauben des Volkes Gottes auf diesem Weg bewahrt. Und der Glaube des Volkes Gottes ist der Kompass gewesen, der den Weg durch diese Zeit, vor und nach dem Konzil von Shanghai, bis heute gezeigt hat.

Die chinesischen Katholiken leben in der Gemeinschaft mit dem Bischof von Rom in der Gegenwart. In dem Kontext, in dem sie leben, bezeugen sie ihren Glauben auch durch Werke der Barmherzigkeit und der Nächstenliebe, und in ihrem Zeugnis leisten sie einen echten Beitrag zur Harmonie des gesellschaftlichen Zusammenlebens, zum Aufbau des gemeinsamen Hauses.

Diejenigen, die Jesus nachfolgen, lieben den Frieden und stehen mit all jenen zusammen, die sich für den Frieden einsetzen, in einer Zeit, in der wir unmenschliche Kräfte am Werk sehen, die scheinbar das Ende der Welt beschleunigen wollen.

 

4) Die Teilnehmer des Konzils von Shanghai blickten in die Zukunft. Und einige Tage nach Ende des Konzils pilgerten sie zum Heiligtum Unserer Lieben Frau von Sheshan in der Nähe von Shanghai.

Wie die Konzilsväter von Shanghai dürfen auch wir in die Zukunft blicken. Und die Erinnerung an das Konzil von Schanghai kann auch heute der ganzen Kirche neue Wege aufzeigen, die sie mutig beschreiten kann, um das Evangelium in der Gegenwart zu verkünden und zu bezeugen.

Gerade in diesen Tagen, im Monat Mai, der vom Gottesvolk der Jungfrau Maria geweiht ist, pilgern viele unserer chinesischen Brüder und Schwestern zum Heiligtum von Sheshan, um ihre Gebete und Hoffnungen der Fürsprache der Mutter Jesu anzuvertrauen.

In wenigen Tagen, am 24. Mai, dem Fest Maria, Hilfe der Christen, wird die Kirche in aller Welt mit den Brüdern und Schwestern der Kirche in China beten, wie es Papst Benedikt XVI. in seinem Brief an die chinesischen Katholiken gewünscht hat.

Auch ich besteige im Geiste den Hügel in Sheshan, und alle zusammen wollen wir Maria, der Helferin der Christen, unsere Brüder und Schwestern im Glauben in China, das ganze chinesische Volk und unsere ganze arme Welt anvertrauen und sie um ihre Fürsprache bitten, damit der Friede immer und überall siegen möge.

 

Maria, Hilfe der Christen, Unsere Liebe Frau von Sheshan, bete für uns.

 

 

(Fides 21/5/2024)