Rückkehr der Karabach-Armenier ist Voraussetzung für Frieden im Südkaukasus

Am CSI-Parallelevent im UNO-Menschenrechtsrat vom 9. Juli 2024 (v.l.n.r.): Karnig Kerkonian (Menschenrechtsanwalt), Armine Aleksanyan (ehemals stellvertretende Aussenministerin von Bergkarabach), Vartan Oskanian (ehemaliger Aussenminister von Armenien), Joel Veldkamp (Leiter internationale Kommunikation CSI), John Eibner (Präsident von Christian Solidarity International). Foto: CSI 

Das Recht der vertriebenen Armenier auf die Rückkehr in ihre Heimat Bergkarabach ist eine wichtige Voraussetzung für einen dauerhaften Frieden mit Aserbaidschan. Dies erklärten eine armenische Delegation und Christian Solidarity International beim UNO-Menschenrechtsrat in Genf. 

11.07.2024

(Zürich/Binz bei Maur) – «Aserbaidschans Aktionen zielen direkt auf die Bevölkerung von Bergkarabach mit dem Ziel einer ethnischen Säuberung der Region», sagte Vartan Oskanian, ehemaliger armenischer Außenminister und derzeit Vorsitzender des Komitees für die Verteidigung der Rechte der Bevölkerung von Bergkarabach, am 8. Juli vor dem UNO-Menschenrechtsrat in Genf. Nachdem Aserbaidschan Bergkarabach zehn Monate lang belagert hatte, startete es im September 2023 eine militärische Offensive, welche über 100'000 Menschen in die Flucht trieb.

 

AKTUELL BEI WIR IM NETZ - AUS ALLER WELT - 11.07.2024


Irak: Christen in Angst wegen Konflikten im Heiligen Land und Libanon

Erzbischof Nizar Semaan bei der Einweihung eines geistlichen Zentrums in Bansour in der Ninive-Ebene. © Kirche in Not
Erzbischof Nizar Semaan bei der Einweihung eines geistlichen Zentrums in Bansour in der Ninive-Ebene. © Kirche in Not

12.07.2024

 

 

(München/acn) - Der Krieg im Heiligen Land und die angespannte Lage im Südlibanon verunsichern auch die christliche Minderheit im Irak stark. Das erklärten der chaldäisch-katholische Erzbischof von Erbil, Bashar Warda, und Nizar Semaan, der syrisch-katholische Erzbischof von Adiabene, bei einer Pressekonferenz des weltweiten katholischen Hilfswerks „Kirche in Not“ (ACN). Anlass war der bevorstehende 10. Jahrestag der Eroberung mehrheitlich von Christen bewohnter Orte in der Ninive-Ebene durch Truppen des „Islamischen Staates“ (IS) am 6. August 2014. Damals waren mehr als 100 000 Christen über Nacht in den kurdischen Teil des Irak geflohen.


Tag der Weltbevölkerung am 11. Juli

Stärkung von Frauenrechten wichtiger als Reglementierung der Geburtenrate

SOS-Kinderdörfer weltweit Hermann-Gmeiner-Fonds Deutschland e.V.. Fotografin:Lydia Mantler, Indien
SOS-Kinderdörfer weltweit Hermann-Gmeiner-Fonds Deutschland e.V.. Fotografin:Lydia Mantler, Indien

9.07.2024

 

(München/ots) - Zum Tag der Weltbevölkerung fordern die SOS-Kinderdörfer, anstatt den Fokus auf die Reglementierung der Geburtenrate zu legen, die Selbstbestimmungsrechte von Frauen zu fördern. Boris Breyer, Pressesprecher der SOS-Kinderdörfer, sagt: "Weltweit zeigt sich: Wenn Frauen die nötige Unterstützung bekommen und selbst über ihr Leben entscheiden können, sinkt die Zahl von Kinderehen, Teenager-Schwangerschaften sowie die Zahl der Geburten. Eine wichtige Voraussetzung dafür: Mädchen und Frauen müssen Zugang zu Bildung bekommen."

Gemäß Zahlen der UN hat sich die Weltbevölkerung in den letzten 50 Jahren verdoppelt. Aktuell leben über acht Milliarden Menschen auf der Erde. Laut Prognosen soll die Zahl bis zum Ende des Jahrhunderts auf elf Milliarden anwachsen. Das größte Bevölkerungswachstum herrscht zumeist dort, wo ohnehin viele Menschen von Armut und Ressourcenknappheit betroffen sind. So gehören Bangladesch und Indien, beides Länder mit hoher Armutsquote, zu den zehn bevölkerungsreichsten Staaten. Das starke Bevölkerungswachstum potenziert die Not der Menschen in Ländern des globalen Südens. Die fehlende Autonomie von Frauen ist neben weiteren Faktoren ein wesentlicher Grund. Frauen können oft nicht frei entscheiden, ob, wann und mit wem sie eine Familie gründen.

 

 

 


FIDES-NACHRICHTEN - 11.07.2024

AFRIKA/D.R. KONGO - Rückzug der Blauhelme aus dem Osten der Demokratischen Republik Kongo: Paris und Washington vertreten unterschiedliche Positionen

 

Kinshasa (Fides) - Der Osten der Demokratischen Republik Kongo steht aufgrund seiner natürlichen Ressourcen und seiner strategischen Lage im Zentrum der geopolitischen Interessen der Großmächte.

Am 8. Juli erörterte der UN-Sicherheitsrat die Lage in der Region in einer Sitzung, in der der Bericht der Expertengruppe vorgestellt wurde, die sich alle sechs Monate einen Überblick über das Gebiet verschaffen soll. In dem Bericht heißt es unter anderem, dass Ruanda die M23-Rebellen unterstützt, sie bewaffnet und mit eigenen Truppen verstärkt.

Während des Treffens wurde auch der Rückzug der UN-Mission in der Demokratischen Republik Kongo (United Nations Organization Stabilization Mission in the DR Cong, MONUSCO) diskutiert. Die Blauhelme haben sich letzten Monat aus der Provinz Süd-Kivu zurückgezogen, aber noch nicht aus Nord-Kivu und Ituri, wo neben der M23-Bewegung Hunderte von bewaffneten Gruppen präsent sind, darunter die Dschihadisten der Allied Democratic Forces (ADF), die auch als ISCAP (Islamischer Staat Zentralafrikanische Provinz) bekannt ist.

An ihrer Stelle wird die Mission der Entwicklungsgemeinschaft des Südlichen Afrika in der Demokratischen Republik Kongo (Southern African Development Community Mission in the DR Congo, SAMIDRC) eingesetzt, um die kongolesische Armee bei ihren Bemühungen um eine Befriedung der Region zu unterstützen.

Der US-Vertreter im UN-Sicherheitsrat sprach sich dagegen aus, dass die UN-Truppen, die sich noch im Osten der Demokratischen Republik Kongo aufhalten, die SAMIDRC unterstützen. "Das vorrangige Ziel der Vereinigten Staaten im Osten der Demokratischen Republik Kongo besteht darin, die Eskalation zu verringern und die durch den Konflikt verursachte Instabilität und das menschliche Leid zu beenden. Deshalb sind wir der Meinung, dass der Rat alle Maßnahmen vermeiden sollte, die die regionalen Spannungen anheizen könnten, insbesondere die Ausweitung der Unterstützung der MONUSCO für die SAMIDRC", sagte Stephanie Sullivan, stellvertretende Ständige Vertreterin im UN-Sicherheitsrat, die sich für eine "begrenzte Unterstützung" der UN für die Mission der ostafrikanischen Staaten aussprach.

Die Regierung in Washington, die einen humanitären Waffenstillstand zwischen der M23 und der kongolesischen Armee ausgehandelt hat, der am 5. Juli in Kraft getreten ist, und das Ruanda für sein Vorgehen in der Demokratischen Republik Kongo kritisiert hat, fordert Kinshasa und Kigali weiterhin auf, sich in Luanda (Angola) an den Verhandlungstisch zu setzen, um eine Lösung für die Krise zu finden, die auf die gesamte Region der Großen Seen überzugreifen droht.

Im Gegensatz zu den Vereinigten Staaten hat Frankreich den UN-Sicherheitsrat aufgefordert, den Rückzug der MONUSCO aus den Provinzen Nord-Kivu und Ituri zu verlangsamen, wo nach Ansicht von Paris die Voraussetzungen für einen Rückzug noch nicht gegeben sind, und hat dabei eine Zusammenarbeit zwischen den Blauhelmen und den SAMIDRC-Soldaten gefordert.

(L.M.) (Fides 10/7/2024)

 

ASIEN/BAHRAIN - Kinder- und Jugendtreffen “Awakening 2024”: Über tausend Teilnehmer aus der katholischen Gemeinde in Manama

 

Manama (Fides) - Es waren vier Tage des Austauschs, des Gebets, der Freude, der Musik und des Feierns für die insgesamt 1.155 Teilnehmer des Kinder- und Jugendtreffens "Awakening 2024".

An Veranstaltung, die im Vikariat Nordarabien organisiert wurde, nahmen Kinder und Jugendliche aus der Herz-Jesu-Pfarrei in Manama und der Gemeinde der Kathedrale Unserer Lieben Frau von Arabien in Awali teil.

Es handelte sich um ein Treffen, bei dem die Teilnehmer den Glauben und die Geschwisterlichkeit miteinander teilen konnten. Gestaltet wurde die Veranstaltung von der missionarischen Jugendbewegung „Anointing Fire Catholic Youth Ministry“ (AFCYM) aus den Vereinigten Staaten, mit einer Vielzahl von spannenden Aktivitäten, die für verschiedene Altersgruppen konzipiert waren.

Ziel der Veranstaltung „Awakening 2024“, die in der Herz-Jesu-Gemeinde stattfand, war es, "ein pädagogisches Umfeld zu schaffen, in dem Kinder und Jugendliche ihren Glauben im Alltag erkunden, sich mit Gleichaltrigen austauschen, ihre Beziehung zur Spiritualität vertiefen und bleibende Erinnerungen schaffen können", heißt es aus dem Vikariat unter Leitung von Bischof Aldo Berardi (osst). "Im Rahmen des Treffens wurden Aktivitäten und Programme entwickelt, die den Verstand und die Herzen der Jugendlichen ansprechen sollten“.

"Die gesamte Gemeinschaft der Herz-Jesu-Gemeinde setzt sich für das spirituelle Wachstum und die Entwicklung der jungen Menschen ein und ist dankbar für die Partnerschaft mit der AFCYM in der Hoffnung, weiterhin Veranstaltungen durchführen zu können, die den Glauben unserer Kinder und Jugendlichen fördern", heißt es in der Verlautbarung abschließend.

(AP) (Fides 10/7/2024)

 

ASIEN/CHINA - Das Seminar in Sheshan verleiht Diplome an 35 Laien

 

Shanghai (Fides) - Das Seminar in Sheshan in der Diözese Shanghai hat am Fest der heiligen Petrus und Paulus feierlich die Verleihung der Diplome an 35 Laien begangen. Nach einem Jahr intensiven Studiums haben die sie ihre Prüfungen in den Fächern "Einführung in das Neue Testament", "Einführung in das Alte Testament" und "Glaubensbildung in der Familie" bestanden. Pfarrer Wu Jianlin, Vikar der Diözese Shanghai, gratulierte den Studierenden zu ihrem Abschluss. Er ermutigte die Laiengläubigen, indem er sie daran erinnerte, dass das Diplom nur ein Anfang ist. Im Leben des Glaubens gebe es keine "Absolventen": Jeder sei in einem Prozess der ständigen Weiterbildung, um dem Heiligsten Herzen Jesu Christi immer ähnlicher zu werden. Zusammen mit Pfarrer Lan Xiaopeng, dem Vizerektor des Seminars, pflanzten die Absolventen und Absolventinnen im Garten des Seminars einen Granatapfelbaum als Erinnerung an den Kurs.

Der einjährige Kurs, der am 2. September 2023 eröffnet wurde, ist das erste Bildungsprogramm dieser Art für Laien, das das Seminar in Sheshan in den letzten Jahren eingerichtet hat. Es wurde von Bischof Joseph Shen Bin von Shanghai selbst nachdrücklich gewünscht. Wie Pfarrer Lan Xiaopeng, Vizerektor des Seminars, bei der Eröffnung des Kurses sagte: "Die Ausbildung von Laien ist Teil der Lehre des Seminars in Sheshan. Besonders in der Diözese Shanghai der neue Bischof Shen Bin sein Amt angetreten hat, ist die Arbeit des Seminars immer umfassender geworden. Das Bildungsangebot für Laien ist eine Aufgabe, der Bischof Shen und der Verwaltungsausschuss der Diözese besondere Bedeutung beimessen.

Das Seminar der Diözese Shanghai in Sheshan wurde 1982 mit dem ersten Rektor, Prälat Aloyisius Jin Luxian, offiziell eröffnet, zunächst mit geringen Mitteln, aber mit viel Glauben und Hoffnung. Wie Bischof Jin selbst sagte, "führten diese jungen Priester 'Made in Sheshan' das Wachstum der Berufung fort". Und das nicht nur in Shanghai, sondern in nicht weniger als sechs Provinzen im Südosten des chinesischen Festlandes. Seit 1989 unterrichten auch ausländische Professoren im Priesterseminar. Und seit 1993 stellen junge, im Ausland ausgebildete Priester die Hauptkraft im Lehrkörper dar. Die Bibliothek, die von Bischof Jin "Bibliothek der Nächstenliebe" genannt wird, wurde 1986 vor allem dank des verstorbenen amerikanischen Jesuitenmissionars Pater Edward Malatesta gegründet. Die Bibliothek, die der Klassifizierung der amerikanischen „Library of Congress“ folgt, umfasst neben Büchern über katholische Theologie und Philosophie, Geschichte, Ethik, Spiritualität und Liturgie auch verschiedene Ausgaben katholischer Enzyklopädien, klassischer Autoren und maßgeblicher katholischer Zeitschriften sowie mehrere Serien von Mikrofilmen und Dokumentationsmaterial und anderes. Schließlich gibt das Seminar auch eine eigene Zeitschrift, "Der Weinberg“, heraus.

(NZ) (Fides 10/07/2024)

 

ASIEN/SYRIEN - Kustodie im Heiligen Land: Priesterberufungen in den Trümmern des Krieges

 

Von Pater Ibrahim Faltas (ofm) *

 

Aleppo (Fides) - Seit 800 Jahren sind die Franziskaner für die Bewahrung der Heiligen Stätten und die "Lebenden Steine", die sie bewohnen zuständig. Die „Kustodie des Heiligen Landes“ ist in verschiedenen Ländern präsent: Sie ist nicht nur in Palästina und Israel tätig, wo Jesus sein irdisches Leben verbrachte, sondern auch in einem großen Teil des Nahen Ostens, in Zypern, Rhodos, Jordanien, Libanon, Ägypten und Syrien.

Das Heilige Land hat Kriege und Zerstörung erlebt und leidet noch immer unter Gewalt, Hass und Spaltung.

In 800 Jahren hat die Kustodie mehr als zweitausend Mitglieder verloren, die im Bekenntnis zum Glauben an Christus und zur Verteidigung des Heiligen Landes gestorben sind.

Am 10. Juli gedenkt die Kirche der seligen Märtyrer der Franziskaner, die 1860 in Damaskus "in odium fidei" getötet wurden. Papst Franziskus kündigte ihre Heiligsprechung an, die am 20. Oktober 2024 stattfinden wird. Es wird ein Tag der Gnade für das gemarterte Syrien sein, das sich seit 13 Jahren im Krieg befindet: ein Bruderkrieg, der ein Volk, eine große Nation, eine Zivilisation, die sich einer tausendjährigen Geschichte rühmt, zerstört.

Als ich am 6. Juli mit anderen Brüdern in Aleppo ankam, konnte sich Syrien dank der Gnade Gottes über die Priesterweihe zweier Zwillingsbrüder freuen, die gemeinsam die Liebe zu Christus und zum Heiligen Franziskus gepflegt haben. Dies war eine große Freude für die Kustodie, in der es bereits Brüder gab, die zu Priestern geweiht wurden, aber zum ersten Mal zwei Zwillingspriester!

Wir verließen Amman und durchquerten einen Großteil des syrischen Territoriums: Wir sahen zerstörte und leblose Dörfer und Städte. Zu dem andauernden Krieg kamen der Tod und die Zerstörung durch das schreckliche Erdbeben vom Februar 2023 hinzu.

In diesen Jahren haben 1,3 Millionen Syrer ihr Leben verloren und 8 Millionen mussten ihr Land und ihre Geschichte verlassen. Ich dachte an den Gazastreifen, der genauso leidet wie Syrien, und daran, wie der Krieg Leben zerstört und Gebäude, die Leben beherbergten, niedergerissen hat.

Syrien ist das Land, in dem sich derzeit die meisten Mitglieder der Kustodie des Heiligen Landes aufhalten: ein wichtiges Geschenk und eine wichtige Präsenz. Unsere Brüder, die sich in den syrischen Gemeinschaften engagieren, haben gelitten und leiden, aber sie haben nie ihre Liebe zu ihrem Nächsten vernachlässigt und nie die Hoffnung auf Frieden verloren.

Während wir die stillen und trostlosen Straßen entlanggingen, dankte ich Gott für den neuen Keim der Hoffnung, den die beiden neuen Brüder im Priesteramt der Kirche und der Kustodie des Heiligen Landes gebracht haben.

Die Diakone, Bruder George Paul und Bruder Johnny Jallouf, empfingen durch Handauflegung von Bischof Hanna Jallouf, Apostolischer Vikar in Aleppo, die Priesterweihe in der Kirche des Heiligen Franz von Assisi in Aleppo. Bischof Hanna ist der Onkel der beiden Neupriester und eine der vielen heiligen Berufungen, die Syrien der Kustodie des Heiligen Landes geschenkt hat: Möge seine völlige Hingabe an Christus und die Kirche ein Beispiel für diese jungen Männer und für uns alle sein. Bischof Hanna, der am 17. September sein erstes Jahr als Apostolischer Vikar von Aleppo feiern wird, weihte zum ersten Mal zwei neue Priester mit der Freude, dass seine Neffen Teil seines eigenen Franziskanerordens und der Kustodie des Heiligen Landes werden.

Ich habe zusammen mit dreißig Mitbrüdern an der Eucharistiefeier teilgenommen, wir haben für die Berufungen gebetet, die das Volk Gottes so sehr braucht, und für Syrien, ein gesegnetes Land, das vom Krieg erschüttert ist. Ich freute mich mit der wunderbaren Familie Jallouf, gratulierte den stolzen Eltern zu ihren Söhnen, zwei Brüdern, die so im Einklang sind, dass sie den Weg des Lebens gemeinsam zu gehen und das Geschenk der Berufung teilen.

Nach der feierlichen Weihezeremonie wurden die beiden Priester von Verwandten, Freunden, Brüdern und Gemeindemitgliedern gefeiert. Ich spürte die starke Beteiligung an der wahren Freude der christlichen Gemeinde von Aleppo, die bei dieser Gelegenheit den Krieg für ein paar Stunden vergaß und Gott lobte.

Vor dem Krieg gab es in Aleppo zweihunderttausend Christen. Heute sind es nur noch fünfundzwanzigtausend.

Am Sonntag, dem 7. Juli, habe ich meine syrischen Brüder wieder getroffen. Ich kenne ihr Engagement gut, aber ich konnte mich auch von der großen Arbeit überzeugen, die bei der Wiederherstellung des „Terra Sancta College“ geleistet wurde, einem imposanten Komplex, der von den syrischen Behörden beschlagnahmt und vor einigen Jahren in den Besitz der Kustodie der Franziskaner zurückgegeben wurde.

Heute ist das „Terra Sancta College“ wieder ein Ort der Begegnung, ein Ort der konkreten Unterstützung für die Bedürfnisse der Menschen. Ein Teil des Komplexes wurde für den Bau eines Ofens verwendet, in dem köstliches, duftendes und schmackhaftes Brot gebacken wird: In diesem Ofen habe ich auch den Duft Jesu gespürt, der sich in der Eucharistie verschenkt und neues Leben schenkt, selbst im Leiden. Ich sah das Schwimmbad wieder, das sicher gemacht und ausgestattet wurde, um an heißen Tagen Erleichterung zu verschaffen und denjenigen, die jahrelang unter den Qualen des Krieges gelitten haben, Momente der Gelassenheit zu schenken.

Am Nachmittag nahmen wir an der ersten heiligen Messe der Neupriester teil: eine bewegende Feier, in der das Teilen des priesterlichen Dienstes deutlich wurden. Pater George leitete die Messe und Pater Johnny hielt die Predigt. Jeder Moment der Heiligen Messe wurde intensiv erlebt und musikalisch begleitet: Die Zwillinge sind auch gute Musiker und lobten den Herrn auch mit Musik.

In einem Land, das durch die Tragödie des Krieges verwüstet ist, dankt die Familie der Kustodie des Heiligen Landes Gott für das Geschenk der Berufung und betet, dass seine geliebten Söhne weiterhin Missionare des Friedens im Land Jesu und in der ganzen Welt sein werden.

(Fides 10/7/2024)

 

*Vikar der Kustodie im Heiligen Land

 

ASIEN/SÜDKOREA - Seligsprechungsprozess für Kardinal Kim eingeleitet

 

Seoul (Fides) - Die Erzdiözese Seoul hat in einer Erklärung vom 5. Juli mitgeteilt, dass sie das Schreiben des Dikasteriums für die Seligsprechung im Hinblick auf Kardinal Stephen Kim Sou-hwan erhalten hat, in dem es heißt, dass keine Einwände gegen die Einleitung eines Seligsprechungsverfahrens bestehen.

Kardinal Kim Sou-hwan, der jetzt als Diener Gottes bezeichnet werden darf, war der elft Erzbischof der Erzdiözese Seoul und der erste Kardinal von Korea. Insgesamt 30 Jahre lang war er, von 1968 bis 1998, Erzbischof von Seoul.

Er wurde von vielen für sein vorbildliches Leben und seine Tugendhaftigkeit geschätzt. Sein Beitrag zur Entwicklung der Erzdiözese Seoul, zur Demokratiebewegung unter dem Regime der Militärdiktatur und zur Förderung der Menschenrechte ist sowohl bei den Katholiken als auch in der breiten Bevölkerung bekannt.

Insbesondere behandelte Kardinal Kim, der als "Freund der Armen und Ausgegrenzten" bezeichnet wurde, die am meisten Ausgegrenzten in unserer Gesellschaft wie Jesus Christus, basierend auf seinem grundlegenden Mitgefühl für die Menschen. Nach seinem Tod spendet er, indem er seine bedingungslose Liebe bis zum Ende praktizierte, seine Netzhaut.

Im Jahr 2023 nahm Erzbischof Peter Soon-taek Chung, Erzbischof von Seoul, den Antrag für die Seligsprechung an und bekundete seine Absicht, den Seligsprechungsprozess zu führen. Noch im selben Jahr erklärte das Dikasterium für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse die "nulla osta", um mit dem Prozess fortzufahren.

Die Diözesankommission für Selig- und Heiligsprechung (Leiter ist S.E. Mgr. Job Yobi Koo, Generalvikar von Seoul) hat ein historisches Expertenkomitee für die Seligsprechung von Kardinal Kim gebildet und plant, Nachforschungen über das Leben des Kardinals in seinen verschiedenen Aspekten, seine „heroischen Tugenden“ und seinen „Ruf der Heiligkeit“ anzustellen.

Am 10. Juli 2024 um 16 Uhr (Seouler Zeit) ernannte Bischof Peter Soon-taick Chung den Vorsitzenden und die Mitglieder des Historischen Expertenkomitees. Der Vorsitzende der Diözesankommission für Selig- und Heiligsprechung, Prälat Job Yobi Koo, dankte allen, die zu dem Prozess beigetragen haben, für ihre Bemühungen und fügte hinzu: "Ich glaube, dass die Arbeit der Experten des Komitees eine geistliche Erneuerung bewirken wird, indem sie den pastoralen Eifer zur Verkündigung des Evangeliums unter dem Klerus, den Ordensleuten und den Laien nährt“.

(M.S.K.) (Fides 10/7/2024)

 

 


SOS-Kinderdörfer: "Schock und Trauer werden uns nicht davon abhalten, zu handeln!"

Zerstörtes Kinderkrankenhaus in der Ukraine

SOS-Kinderdörfer weltweit Hermann-Gmeiner-Fonds Deutschland e.V.

 

9.07.2024



(München / Kiew/ots) - Mit Trauer und Empörung reagieren die SOS-Kinderdörfer auf den Angriff des Okhmatdyt-Kinderkrankenhauses in Kiew durch Russland am Montagmorgen. Zwei Menschen waren dabei getötet worden, unter anderem eine 30-jährige Ärztin. 16 Menschen sind verletzt worden, darunter auch Kinder. In den Trümmern suchen Rettungskräfte nach Überlebenden.

 

Die SOS-Kinderdörfer unterstützen das Kinderkrankenhaus seit 2023. Lanna Idriss, Vorständin der Hilfsorganisation in München, war Ende letzten Jahres selbst in der Ukraine und hat das Krankenhaus persönlich besucht. Sie sagt: "Der Angriff trifft mich bis ins Mark. Es ist ein Skandal! Hier wurden viele Kinder behandelt, die durch Raketen, Kampfhandlungen oder einstürzende Häuser verletzt worden waren. Die schrecklichen Auswirkungen des Krieges waren direkt sichtbar, aber auch Hoffnung und Zuversicht. Diese Hoffnung wurde nun zerstört."

 

SOS-Kinderdörfer unterstüzen bei der Rehabilitation kriegsverletzter Kinder

Das Okhmatdyt ist das älteste und größte Kinderhospital des Landes. Durchschnittlich 20.000 Kinder werden hier im Jahr behandelt. Seit Ausbruch des vollumfänglichen Krieges hatte es seine Behandlungsräume zum Teil in den Keller verlegt. Die SOS-Kinderdörfer unterstützten bei der Rehabilitation kriegsverletzter Kinder, errichteten zwei Indoor-Spielplätze und trugen zum Bau eines Rehabilitations-Schwimmbeckens bei.

 

Serhii Lukashov, Leiter der Hilfsorganisation in der Ukraine, sagt: "Schock und Trauer werden uns nicht davon abhalten, zu handeln. Wir werden zum Wiederaufbau dieser einzigartigen und wichtigen medizinischen Einrichtung beitragen und Kinder weiterhin bei der Rehabilitation unterstützen. Wir rufen zur Solidarität auf: Bitte helfen Sie uns, damit wir Kindern nach diesem barbarischen Angriff zur Seite stehen können."

 

Seit Ausbruch des vollumfänglichen Krieges in der Ukraine sind bis Mitte April bereits 543 Kinder gestorben und 1292 Kinder verletzt worden. Die SOS-Kinderdörfer gehören zu den wenigen Hilfsorganisationen, die kriegsverletzte Kinder und ihre Familien langfristig unterstützen.

 

Die SOS-Kinderdörfer bitten dringend um Unterstützung:

Spendenkonto:

SOS-Kinderdörfer weltweit

IBAN: DE22 4306 0967 2222 2000 00 (GLS Gemeinschaftsbank)

Stichwort: "Humanitäre Hilfe Ukraine"

 

 


FIDES-NACHRICHTEN - 10.07.2024

AFRIKA/NIGERIA - Pfarrer Mikah Suleiman freigelassen

 

Abuja (Fides) - "Ich danke euch für eure Gebete für meine Rettung", bedankte sich Pfarrer Mikah Suleiman bei denjenigen, die für seine Freilassung gebetet haben. In einem Video, das in den sozialen Medien gepostet wurde, zeigt sich der am 22. Juni entführte nigerianische Priester lächelnd und bei guter Gesundheit, zusammen mit Bischof Matthew Hassan Kukah von Sokoto. "Gott sei Dank bin ich aus den Händen der Banditen befreit", fügte er hinzu.

Pfarrer Suleiman, der als Gemeindepfarrer für die katholischen Kirche „St. Raymond Damba“ in Gusau im Bundesstaat Zamfara zuständig ist, war am 22. Juni zwischen 2 und 3 Uhr morgens aus seinem Pfarrhaus entführt worden.

Seine Freilassung wurde am Sonntag, den 7. Juli, in einer Erklärung des Sprechers der katholischen Diözese Sokoto bekannt gegeben. "Wir sind überglücklich, die sichere Freilassung von Pater Mikah Suleiman bekannt geben zu können, der am 22. Juni entführt worden war", heißt es in der Erklärung. "Wir sind Gott zutiefst dankbar für seinen Schutz und all jenen, die uns in dieser schwierigen Zeit mit Gebeten und Unterstützung begleitet haben."

"Unser Dank gilt auch den Behörden und allen, die zur Freilassung von Pater Mikah beigetragen haben. Er erhält derzeit die notwendige Pflege und Unterstützung", heißt es in der Erklärung abschließend.

Ein weiterer katholischer Priester, Pfarrer Christian Ike, Pfarrer der „St. Matthew's Church“ in Ajalli, (Orumba, North Local Government Area), im Bundesstaat Anambra, der zusammen mit einer weiteren Person am Sonntagmorgen, 16. Juni, entführt wurde, befindet sich noch immer in den Händen der Entführer (vgl. Fides 18/6/2024).

(L.M.) (Fides 9/7/2024)

 

AFRIKA/D.R. KONGO - Humanitärer Waffenstillstand in Nord Kivu: Möglichkeit zur Hilfeleistung oder Gelegenheit zur Aufrüstung?

 

Kinshasa (Fides) – Im Zusammenhang mit dem vergessenen Krieg in Nord-Kivu, im Osten der Demokratischen Republik Kongo, gibt es zwei wichtige Neuerungen: Die erste ist der zweiwöchige humanitäre Waffenstillstand, der am 5. Juli dank der Vermittlung der Vereinigten Staaten in Kraft getreten ist; die zweite ist der Bericht einer Expertengruppe, der am 8. Juli dem UN-Sicherheitsrat vorgelegt wurde und Ruanda beschuldigt, die M23-Rebellen mit eigenen Truppen zu unterstützen.

Der Waffenstillstand verpflichtet die Soldaten der kongolesischen Armee und die M23-Rebellen zu einem zweiwöchigen Waffenstillstand, damit die humanitären Organisationen die von den Kämpfen eingeschlossenen Menschen erreichen können. Dieser Waffenstillstand scheint derzeit zu halten, aber es gibt keine Mechanismen, um seine Einhaltung durch die Kämpfer zu überprüfen, deren Positionen sehr nahe beieinander liegen. Eine falsch verstandene Geste der anderen Seite könnte die Kämpfe jederzeit wieder aufflammen lassen.

Einheimische Beobachter befürchten auch, dass die Waffenruhe den Kontrahenten dazu dienen könnte, sich mit Truppen zu verstärken und mit Waffen auszurüsten. Nach Ansicht der Kongolesen wird die M23 am meisten von der Waffenruhe profitieren, um sich zu verstärken. Sie kontrolliert nämlich einen großen Teil der kongolesischen Provinz mit Ausnahme der Hauptstadt Goma, in der Hunderttausende von Binnenflüchtlingen leben, und die von Guerillakämpfern umgeben ist.

Die Guerillakämpfer, werden laut dem beim UN-Sicherheitsrat vorgelegten Bericht von Ruanda bewaffnet und unterstützt, das mindestens 3.000 bis 4.000 Soldaten seiner eigenen Armee zu ihrer Unterstützung entsandt hat. Dem Bericht zufolge haben kongolesische Offiziere das Kommando über die militärischen Operationen der M23-Einheiten übernommen, die auf die Unterstützung durch Artillerie und Flugabwehrkanonen der ruandischen Armee zählen können. Dem UN-Bericht zufolge hat Ruanda damit "die Integrität und Souveränität der Demokratischen Republik Kongo verletzt".

UN-Experten prangern auch die Zwangsrekrutierung von 12-jährigen Kindern aus Flüchtlingslagern auf ruandischem Gebiet in die Reihen der Rebellen an.

Daher sind weitere Anstrengungen erforderlich, um sicherzustellen, dass der befristete humanitäre Waffenstillstand, der das Ergebnis der Bemühungen ist, die Washington seit dem Besuch von Avril Haines, der Direktorin der US-amerikanischen Central Intelligence Agency (die die insgesamt 17 amerikanischen Nachrichtendienste beaufsichtigt) in Kigali und Kinshasa im vergangenen November ausgehandelt hat, zu einem dauerhaften Waffenstillstand führt.

(L.M.) (Fides 9/7/2024)

 

ASIEN/CHINA - Blüte der Berufungen: Priesterseminar in Peking überreicht dreizehn Theologie- und sieben Philosophiestudenten das Abschlussdiplom

 

Peking (Fides) – Zum Ende des akademischen Jahres 2023/2024 des Pekinger Priesterseminars erhielten dreizehn Theologie- und sieben Philosophiestudenten ihren Abschluss. Nach offiziellen Angaben des Seminars haben die 13 Seminaristen des Jahrgangs 2016 insgesamt acht Jahre Studium absolviert. Weitere sieben Studenten der philosophischen Fakultät begannen ihr Studium im Studienjahr 2021.

Die feierliche Übergabe des Studienabschlusses umfasste ein Konzert mit dem Thema Erntedank als synodales Zeichen, eine feierliche Eucharistiefeier und die Abschlusszeremonie unter dem Vorsitz von Weihbischof Joseph Li Shan. Mit Bischof Li Shan konzelebrierten der Bischof der Diözese Hanzhou (Provinz Shaanxi), Stephen Xu Hongwei, und 10 Berufungsbeauftragte der Diözese. In Gemeinschaft mit den Gottesdienstteilnehmern wurde am Sonntag, den 7. Juli, die Aussendung der Seminaristen in die Mission gefeiert.

Durch die musikalische Erzählung ihres Berufungsweges brachten die Seminaristen ihren Dank an den Herrn, die Bischöfe, die Priester und die Gläubigen zum Ausdruck, die sie all die Jahre mit Gebet, konkreter geistlicher und materieller Hilfe begleitet haben. Alle Studenten bedankten sich für das Engagement der Diözese Peking.

Während des Abschlussgottesdienstes des Schuljahres überreichte Bischof Joseph Li Shan den 20 neuen Absolventen ihre Abschlusszeugnisse und den vier Seminaristen, die die Prüfung im Selbststudium mit Spezialisierung auf chinesische Sprache und Literatur an der Staatlichen Hochschule für Erwachsene bestanden haben, ihre Diplome.

Die Predigt konzentrierte sich auf die Themen "Dankbarkeit" und "Beharrlichkeit" in Anlehnung an den Text des Evangeliums "Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt" (Joh 15,16). Am Ende des Studiums geht der Weg der Berufung weiter, ja er wird sogar noch schwieriger. "Nur mit Dankbarkeit und Beharrlichkeit können wir unsere Vergangenheit der Barmherzigkeit Gottes, unsere Gegenwart der Liebe Gottes und unsere Zukunft der Vorsehung Gottes anvertrauen".

Die Seminaristen kommen aus verschiedenen Diözesen, weshalb Vertreter und Verantwortliche der jeweiligen Diözesen an der Verleihung der Diplome teilnahmen. So zum Beispiel Bischof Stephen Xu, der während der Sonntagsmesse am 7. Juli den feierlichen Missionsauftrag an die Absolventen des Seminars erteilte.

1980, kurz nach der Wiedereröffnung der Kirche, die rund 20 Jahre lang geschlossen war, nahm das Vorbereitungsseminar der Diözese Peking seine Tätigkeit in dem kleinen Hof der Pfarrei (damals Kathedrale) der Unbefleckten Empfängnis, der vom Jesuitenmissionar Pater Matteo Ricci erbauten Kirche, wieder auf. Etwa ein Dutzend junger Männer wurden damals aufgenommen, die bereit waren, sich dem Herrn zu weihen. Angesichts der wachsenden Zahl von Berufungen wurde das Seminar 1989 in die Kathedrale des Erlösers in Peking verlegt, und 1992 wurde es aus demselben Grund ein weiteres Mal an einen anderen Ort verlegt. Im Jahr 2001 wurde schließlich das 476 Quadratmeter große heutige Gebäude gebaut und eröffnet.

Nach den Statistiken, die das Seminar im Jahr 2021 - dem Jahr des 40-jährigen Jubiläums - zur Verfügung gestellt hat, hat das Pekinger Seminar insgesamt mehr als 320 Seminaristen ausgebildet, nicht eingerechnet die, die im laufenden Jahr ihren Abschluss machen werden, und 187 Priesterweihen und drei Bischöfe geweiht. Derzeit studieren 70 Seminaristen Theologie, drei davon im Ausland.

Neben den normalen Kursen für Seminaristen bietet das Seminar auch zahlreiche Ausbildungskurse für Ordensschwestern und Laien an. Auch die akademischen Aktivitäten sind zahlreich. Das Gebiet, in dem sich das Priesterseminar befindet, wird als "Universitätsviertel" von Peking bezeichnet.

(NZ) (Fides 09/07/2024)

 

AMERIKA/KOLUMBIEN - Kardinal Tagle zum 100. Jahrestag des ersten nationalen Missionskongresses: “Die christliche Mission ist dynamisch”

 

Bogota (Fides) - "Dies ist eine Zeit, um unserem barmherzigen Gott zu danken, um neu auf den Ruf zur Mission in unserer Zeit zu hören und um mit Großzügigkeit, Mut und Kreativität zu antworten", Kardinal Luis Antonio G. Tagle, Propräfekt der Abteilung für die Erstevangelisierung und die neuen Teilkirchen des Dikasteriums für Evangelisierung, bei zur Eröffnung des XIII. Nationalen Missionskongresses, der von den Päpstlichen Missionswerken in Zusammenarbeit mit der Bischofskonferenz von Kolumbien organisiert wurde und am Montag, 8. Juli 2024, in Bogota zu Ende ging.

Der Kardinal hob die Bedeutung dieser Veranstaltung hervor, die an den hundertsten Jahrestag des ersten nationalen Missionskongresses der Welt erinnert, der 1924 in Kolumbien stattfand.

Unter Bezugnahme auf das Motto des Kongresses "Ihr werdet meine Zeugen sein in Jerusalem, in ganz Judäa und Samarien und bis an die Grenzen der Erde" (Apg 1,8), konzentrierte sich der Kardinal in seiner Rede zum Thema "Missio ad gentes in der Ortskirche" insbesondere auf die missionarische Nachfolge und betonte, dass die christliche Sendung dynamisch ist und die Bewegung und das Hinausgehen zu verschiedenen Völkern und Orten impliziert. "Zu Jesus gehen, bei Jesus bleiben und zu anderen gehen, um Jesus weiterzugeben. Es ist eine ständige Bewegung. Das macht das Christentum dynamisch und spannend. Man bleibt immer und man bewegt sich immer", sagte Kardinal Tagle zu den mehr als tausend Teilnehmern, die sich in der „Pontificia Universidad Javeriana“ in der Hauptstadt versammelt hatten.

"In vielen Kulturen wird das Leben oft als eine Reise dargestellt. Jeder Mensch geht, fällt, steht auf, läuft, kriecht, wendet sich nach links oder rechts oder dreht sich um, um ein Ziel zu erreichen. Manche geben auf und gehen nicht mehr weiter. Aber niemand ist allein unterwegs", fuhr der Propräfekt in seiner Rede fort und ging von der Idee aus, dass wir alle in diesem Leben Pilger sind und dass die Evangelisierung im Rahmen dieser gemeinsamen Pilgerreise stattfindet. „Wir gehen auf den Wegen, die frühere Generationen beschritten haben. Wir schaffen neue Wege mit den Menschen unserer Generation. Unsere heutigen Fußabdrücke sind unser Vermächtnis für die Pilger der Zukunft. Eine Pilgerreise hat mit Hoffnung zu tun. Ohne Hoffnung gibt es keine Pilgerreise, sondern nur ziellose Bewegung", betonte er.

Jeder Christ sei aufgerufen, am Sendungsauftrag teilzunehmen, nicht als ausgebildeter Fachmann, sondern als jemand, der die Frohe Botschaft auf natürliche Weise weitergibt. „Die Evangelisierung muss eine Erweiterung der persönlichen Erfahrung der Verwandlung sein", betonte Kardinal Tagle. Laut Papst Franziskus seien alle Christen aufgerufen, sich aktiv an der Evangelisierung zu beteiligen. Darüber hinaus könne der gewöhnliche Dialog als eine missionarische Begegnung verstanden werden. Die Frohe Botschaft des Evangeliums weiterzugeben, erfordere keine fortgeschrittene Ausbildung, sondern die Bereitschaft zu erzählen, was man erlebt und gelebt hat.

Eine gesonderte Überlegung stellte der Kardinal zur Inkulturation des Evangeliums an und erinnerte in diesem Zusammenhang daran, dass „die Gnade die Kultur voraussetzt“ und „die Gabe Gottes nimmt Gestalt an in der Kultur dessen, der sie empfängt“ (vgl. EG 115). Jede Kultur habe das Potenzial, die Evangelisierung zu bereichern, wenn sie offen sei für Veränderungen und die Gemeinschaft mit anderen Kulturen.

Zum Abschluss seiner Rede nannte der Kardinal mehrere Beispiele für Kulturen, mit denen die Kirche in Kontakt treten sollte: "Vor allem die Kulturen der indigenen Völker in verschiedenen Teilen der Welt. Ihr Sinn für Gemeinschaft und Harmonie mit der Schöpfung ist notwendig, um die vorherrschende Kultur des Individualismus, des Konsumismus und der Verschwendung zu reinigen“, betonte er. „Zweitens begegnen wir seit der Jugendsynode 2018 den Kulturen der Jugend von heute, mit denen die Kirche gehen und von denen sie lernen muss. Die Jugendkulturen offenbaren die sich wandelnden Familienkulturen in unserer heutigen Zeit“, so Kardinal Tagle weiter. „Drittens: Wie können wir die Kultur ignorieren, die durch die digitale Revolution entstanden ist, mit dem Internet überall, immer kleineren und leistungsfähigeren Sensoren, künstlicher Intelligenz und maschinellem Lernen? ... Wenn wir in die Kultur der künstlichen Intelligenz eintreten, könnte die Evangelisierung die Form annehmen, andere Formen der Intelligenz zu wecken“, fuhr er fort. „Viertens möchte ich die Aufmerksamkeit auf die Kultur der Menschen mit Behinderungen und unterschiedlichen Fähigkeiten lenken. Um mit ihnen zu kommunizieren, muss man eine neue Sprache lernen und Sensibilität entwickeln“, so der Kardinal. „Fünftens gibt es die dramatische Pilgerreise namens Zwangsmigration, ein Thema, das Papst Franziskus sehr am Herzen liegt", erklärte er dazu abschließend.

Zur Vorbereitung des 13. Nationalen Missionskongresses hatten 2022 vier Vorkongresse stattgefunden, die von der Missionskommission der Bischofskonferenz von Kolumbien (CEC), den Päpstlichen Missionswerken und dem Nationalen Missionsrat (CONAMI) organisiert worden waren.

(AP) (Fides 9/7/2024)

LINK

 

Ansprache im Wortlaut (Spanisch) -> https://www.fides.org/it/attachments/view/file/Ponencia_Bogota_5_julio_2024.pdf


Helfen unter Beschuss

Immer mehr NGO-Mitarbeiter in der Ukraine von Erschöpfung und Burnout betroffen

SOS-Kinderdörfer weltweit Hermann-Gmeiner-Fonds Deutschland e.V.. Fotografin: Katerina Ilievska, Isjum 2023
SOS-Kinderdörfer weltweit Hermann-Gmeiner-Fonds Deutschland e.V.. Fotografin: Katerina Ilievska, Isjum 2023

8.07.2024

 

(Kiew/ots) - Nach fast zweieinhalb Jahren vollumfänglichem Krieg in der Ukraine sind nach Angaben der SOS-Kinderdörfer immer mehr Mitarbeiter von Hilfsorganisationen von Burnout betroffen. Serhii Lukashov, Leiter der SOS-Kinderdörfer in der Ukraine, sagt: "Als der Krieg ausbrach, hat uns das Adrenalin angetrieben. Unsere Mitarbeiter sind über sich hinausgewachsen und haben die Grenzen ihrer Belastbarkeit kontinuierlich ausgeweitet - mit dem Ziel, so vielen Kindern und Familien wie möglich zu helfen. Sie haben über lange Zeit Unglaubliches geleistet. Diese Phase ist vorbei, wir sehen das auch bei unseren Partner-Organisationen: Immer mehr Helfer sind erschöpft."

 

 


FIDES-NACHRICHTEN - 9.07.2024

VATIKAN - Katalog der chinesischen Dokumente im Archiv der “Propaganda Fide” veröffentlicht

 

Vatikanstadt (Fides) - Als wertvolle und erschöpfende historische Quelle für Kirche, Akademiker und Wissenschaftler versteht sich der Katalog der chinesischen Dokumente im Archiv der „Propaganda Fide“ (1622-1830) ("Catalogue of Chinese documents in the Archives of Propaganda Fide") der anlässlich des 400. Jahrestages der Gründung der „Sacra Congregatio de Propaganda Fide“ durch Papst Gregor XV. am 22. Juni 1622 veröffentlicht wurde.

Das historische Archiv "de Propaganda Fide" ist berühmt für seine umfassende Sammlung von Dokumenten in chinesischer Sprache über das Christentum in China vom 17. bis zum 19. Jahrhundert. Diese Texte sind aus verschiedenen historischen, technischen und sogar bürokratischen Gründen unveröffentlicht und der Außenwelt bisher unbekannt. Heute bietet die Veröffentlichung des Katalogs, der auch seltene oder einzigartige chinesische christliche Volltexte sowie Briefe und Berichte aus Asien, China an die Kongregation enthält, "unmittelbaren Zugang zu einer reichen Sammlung von Dokumenten über das Christentum in China zwischen dem 17. und 19. Jahrhundert und macht sie Wissenschaftlern und Forschern zugänglich, die ihre Kenntnisse über die Geschichte der Kirche in China vertiefen wollen" - bestätigt im Vorwort Kardinal Luis Antonio Gokim Tagle, Propräfekt der Abteilung für die Erstevangelisierung und die neuen Teilkirchen des Dikasteriums für Evangelisierung.

Der vom Zentrum für Chinesische und Asiatische Studien der Päpstlichen Universität Urbaniana (PUU) und dem Institut für Sinologie der Katholischen Universität Löwen auf den Weg gebrachte und von „Urbaniana University Press“ herausgegebene Katalog ist ein Werk, das "über die akademische Forschung hinausgeht, da es auch den Geist bezeugt und unterstreicht, der die Geschichte des missionarischen Weges von ‚Propaganda Fide‘ in China und in der chinesischen Kultur begleitet hat" - so Kardinal Tagle weiter. Kardinal Tagle weiter. "Die Sammlung und Katalogisierung dieser Dokumente ist heute ein wertvolles Hilfsmittel für alle, die ihr Wissen über die Kultur und Geschichte der Missionen in China vertiefen wollen. Es handelt sich um eine Geschichte, die konkrete Personen, Fakten und Ereignisse umfasst, die unsere heutige Realität erhellt und uns hilft, das ursprüngliche Ziel von Papst Gregor XV. zu erreichen, den Glauben zu verbreiten", so der Kardinal.

Der umfassende Katalog wurde von Ad Dudink zusammengestellt und von Prof. Emanuele Raini, Forscher für chinesische Sprache und Literatur an der Universität „L’Orientale“ in Neapel, und Pater Giuseppe Zhao Hongtao, Forscher am Zentrum für chinesische und asiatische Studien der Päpstlichen Universität Urbaniana und außerordentlicher Professor an der Fakultät für Missionswissenschaften derselben Universität, herausgegeben.

In seiner Einleitung definiert Prof. Eugenio Menegon, Professor of Chinese History an der Boston University, "die hier katalogisierten chinesischen Dokumente als ein Fenster zum täglichen Leben der chinesischen christlichen Gemeinden und ihrer Pfarrer sowie zur Reaktion der chinesischen Gesellschaft auf die katholischen Aktivitäten".

(NZ) (Fides 08/07/2024)

 

AFRIKA/ÄTHIOPIEN - Bischof von Adigrat: “Resilienz ist die beste Definition, um die Eigenschaften dieses wunderbare Volk zu beschreiben”

 

Von Antonella Prenna

 

Rom (Fides) - "Die Heilung von den Traumata des Krieges, die Erholung auf menschlicher und physischer Ebene und die Schaffung von Frieden sind die Hauptpunkte, auf die wir uns konzentrieren, um die Verwüstungen und die Gewalt zu bewältigen, unter denen die Bevölkerung von Tigray als Folge des Konflikts zwischen der Regionalregierung und der äthiopischen Bundesregierung weiterhin leidet", so der Bischof der katholischen Eparchie von Adigrat, Tesfaselassie Medhin, im Gespräch mit Fides, zu dem Leid, das er persönlich in diesem einst üppigen Land erlebt, das für seine tausend Jahre alten Kirchen zwischen den Felsen in 3.000 Metern Höhe, atemberaubende Landschaften und gastfreundliche Traditionen bekannt ist.

"Die Bevölkerung widersteht hartnäckig dem beispiellosen Leid, der Demütigung, der Grausamkeit und all den Einschränkungen, die diese langen Jahre mit sich gebracht haben", so der Bischof weiter. „Resilienz ist also die beste Definition, um die Eigenschaften dieses wunderbare Volk zu beschreiben, das der örtlichen Kirche für ihr Engagement weiterhin großen Respekt und Dankbarkeit entgegenbringt".

Seit Herbst 2020 hat sich die äthiopische Region Tigray, die an Eritrea und die benachbarten Gebiete Afar und Amhara grenzt, in ein Schlachtfeld zwischen Selbstverteidiungskämpfern und der äthiopischen Armee und ihren Verbündeten, insbesondere den eritreischen Einheiten, verwandelt (vgl. Fides 3/12/2020).

Nach Angaben des offiziellen Berichts des „Tigray Bureau of Education“ gab es vor Ausbruch des Krieges 2.221 Grundschulen und 271 weiterführende Schulen mit über einer Million Schülern und einer Einschulungsrate von 90,92 %. Zu den Schulen gehören auch die 53 Bildungseinrichtungen in der Diözese Adigrat, vom Kindergarten bis zu den Colleges, mit über 16.000 Schülern und 1.115 Lehrern und Angestellten.

Derzeit sind 88,27 % der Bildungseinrichtungen, darunter vier Universitäten, beschädigt oder völlig zerstört. Auch Lehrbücher, Computer, Fernsehgeräte, Laborausstattung, Schreibtische, Tafeln und Schulmaterial wurden zerstört. Mehr als zweitausend Schüler, Lehrer und Mitarbeiter wurden getötet, viele weitere wurden verletzt und vertrieben. Eine Million Schüler haben seit Jahren keine Schule mehr besucht. In den übrigen Bezirken von Tigray sind immer noch über 500 Schulen geschlossen, und Hunderttausende von Schülern sind seit vier Jahren ohne Unterricht, darunter 10 Schulen in Trägerschaft der Diözese Adigrat.

"Infolge des Krieges wurden 36 der 53 katholischen Bildungseinrichtungen geplündert oder beschädigt, und zu den zu lösenden Problemen könnten mögliche rechtliche Folgen gehören, da das Schulpersonal für den Zeitraum September 2021 bis August 2022 nicht bezahlt wurde", erklärt Bischof Medhin. „Von den geschlossenen Schulgebäuden wurden einige in städtischen Gebieten in Lager für Binnenflüchtlinge umgewandelt“.

„Auch Achtzig Prozent der Gesundheitseinrichtungen in der Region wurden zerstört, werden aber nun langsam reaktiviert. So sind beispielsweise die vier katholischen Gesundheitszentren und ein Krankenhaus in Adwa trotz der großen Schäden weiter in Betrieb“, berichtet der Bischof, „In den ersten sieben bis acht Monaten des Krieges verzeichnete das Kidanemehret-Krankenhaus in Adwa durchschnittlich über 3.000 Entbindungen, darunter 500 Kaiserschnitte. In Adigrat gibt es ein ‚Safe House‘, für Frauen, die Gewalt erlitten haben. Offiziell wären es 125.000, aber wir wissen, dass sich viele nicht dorthin wenden, weil sie sich schämen. Die Unsicherheit auf den Straßen ist immer noch sehr groß, und es wurden sieben Flüge von der Hauptstadt nach Mekelle eingerichtet, um Hilfsgüter zu bringen. Sie sind sehr teuer und daher für die meisten Menschen nicht immer zugänglich. Derzeit leben mehr als eine Million Binnenvertriebene ohne angemessene Infrastruktur, und in vier Jahren sind weit über eine Million Menschen gestorben."

Anfang November 2022 wurde in Pretoria, Südafrika, unter Vermittlung einer hochrangigen Gruppe der Afrikanischen Union, der unter anderem der ehemalige nigerianische Präsident Olusegun Obasanjo, der ehemalige kenianische Präsident Uhuru Kenyatta und die ehemalige südafrikanische Vizepräsidentin Phumzile Mlambo-Ngcuka angehörten, wurde ein Abkommen mit den Rebellen unterzeichnet, das den Konflikt offiziell beendete, aber der Prozess des Wiederaufbaus und der Wiederherstellung der Ordnung ist noch nicht abgeschlossen, und es sind noch viele Herausforderungen zu bewältigen.

Das Abkommen von Pretoria enthielt Bestimmungen zur Wiederherstellung von Recht und Ordnung, zur Wiederaufnahme der Grundversorgung, zum freien Zugang zu humanitären Hilfsgütern und - speziell für die gesamte Region Tigray und ganz Äthiopien - zur Gewährleistung der Sicherheit, damit sich die Bevölkerung frei bewegen und in Frieden leben kann.

"Wenn die Umsetzung des Vertrags von Pretoria scheitert, werden mehr als eine Million Binnenvertriebene weiterhin unter den derzeitigen Bedingungen in den Lagern leben, viele Menschen werden das Land verlassen“, so der Bischof weiter „Hunderttausende von jungen Menschen werden auf der Suche nach einem würdigen Leben das Land verlassen.

„Hier in Tigray ist der Wiederaufbau inmitten von Traumata, Missbrauch und Gewalt jeglicher Art langsam und sehr schwierig", schließt Msgr. Medhin, der sich zusammen mit einem Expertenteam und seiner Diözese für die Institutionalisierung der bereits bestehenden Programme für Gerechtigkeit, Frieden, Konfliktlösung und Dialog zwischen den Gemeinschaften einsetzt. "Durch mehr institutionalisierte Programme für Forschung, Ausbildung und Friedensdialog wollen wir eine Institution mit dem Namen 'Resilience and Peacebuilding' schaffen".

Die Eparchie Adigrat erstreckt sich über eine Fläche von 132.000 Quadratkilometern und zählt 71 Priester, von denen 65 aktiv sind, sowie 102 Ordensleute und Missionare aus verschiedenen Kongregationen.

Zur schweren Krise dieser langen Jahre kommen noch die jüngsten Klimakatastrophen wie Dürren und Überschwemmungen hinzu, die die Region heimgesucht haben. Der Bevölkerung fehlt es an grundlegenden Dingen, vor allem in den Flüchtlingscamps in den Gebieten Shire, Adwa, Mekelle und Adigrat, wo Tausende von Binnenvertriebenen leben.

(Fides 8/7/2024)

 

AMERIKA/HAITI - Tropensturm Beryl verwüstet Plantagen: “Menschen in Pourcine verlieren einzige Einnahmequelle”

 

Von Antonella Prenna

 

Pourcine (Fides) - "Der Hurrikan hat uns nur am Rande getroffen, aber die Situation hier in Pourcine ist sehr schwierig", so der italienische Missionar Pater Massimo Miraglio aus Port au Prince gegenüber Fides über den jüngsten Durchzug des Hurrikans Beryl in der Karibik. Wenige Tage vor dem Durchzug des Tropensturms wurden in der Pfarrschule Pourcine-Poc Makaya die Zeugnisse ausgeteilt.

"Leider ist das Gebiet meiner Pfarrei das am stärksten beschädigte an der Südküste der Insel Haiti, da es zwischen zwei Windfenstern liegt", fährt der Kamillianerpater fort und bezog sich dabei auf die Pfarrei „Unserer Lieben Frau von der immerwährenden Hilfe“ in Pourcine, deren Gemeindepfarrer er ist (vgl. Fides 28/9/2023).

"Vor allem Nutzpflanzen - Obstbäume, Bananenstauden, Mais - wurden zerstört, was der ohnehin schon prekären Ernährungs- und Wirtschaftslage der Bevölkerung schweren Schaden zufügte“, so der Geistliche weiter, „und auch Bohnenplantagen, das Grundnahrungsmittel der Bevölkerung, wurden schwer getroffen, vor allem dort, wo sie bereits angepflanzt waren. Paradoxerweise gibt es hier zum Glück keine richtigen Häuser, denn erst wurden die Häuser durch den Hurrikan Matthew im Jahr 2016 (vgl. Fides, 06/10/2016) völlig zerstört und dann hat das Erdbeben von 2021 (vgl. Fides 25/8/2021), das sein Epizentrum nicht weit von der Pfarrei hatte, alles niedergerissen, was noch stand. Infolgedessen leben die Menschen derzeit in provisorischen Notunterkünften. Die meisten sind mit Blech verkleidet und haben dem Einschlag standgehalten. Am stärksten beschädigt sind die Häuser der ärmsten Familien, die überhaupt kein Dach haben.“

"Mit der Zerstörung der Ernten, die, wie bereits erwähnt, ein Minimum an Ernährungssicherheit für die Bevölkerung gewährleisteten, sind auch die kommenden Monate gefährdet, sowohl im Hinblick auf die Ernte als auch auf den Verkauf der Erzeugnisse des Landes, der einzigen Einnahmequelle. Gott sei Dank gab es keine Verletzten oder Todesopfer“, so der Missionar.

"Das größte Problem", so Pater Miraglio, der einzige italienische Kamillianerpater, der seit 18 Jahren in Haiti tätig ist, "ist nach wie vor das Fehlen eines Ortes, an dem man sich in Sicherheit bringen kann. Sollten andere Wirbelstürme vorbeiziehen und uns stärker treffen als dieser, vor allem nachts, wäre es sehr schwierig, sich in Sicherheit zu bringen, weil es keinen Ort gibt, an dem sich die Menschen versammeln und Schutz suchen könnten. Und das ist eines der Dinge, auf die wir uns konzentrieren. In diesem Jahr werden wir es definitiv nicht mehr schaffen, aber im nächsten Jahr wollen wir versuchen, ein kleines Gebäude zu bauen, das die Bevölkerung beherbergen kann. Bei wirklich starken Wirbelstürmen besteht ein hohes Risiko, Menschenleben zu verlieren, denn zwischen umstürzenden Bäumen, umherfliegenden Blechen, inmitten von Schlamm und sehr unwegsamem Gelände wird es sehr schwierig, sich zu retten."

"Außerdem", so der Kamillianerpater abschließend, "besteht eine der Prioritäten darin, eine Kirche zu bauen, die als Gemeindesaal, Versammlungsort und vor allem als Zufluchtsort im Falle von Umweltkatastrophen dienen soll. Leider befindet sich die Ortschaft Pourcine in einer sehr günstigen Lage für den Durchzug von Wirbelstürmen“.

(Fides 8/7/2024)

 

ASIEN/THAILAND - Bischof von Surat Thani zurückgetreten und Nachfolger ernannt

 

Vatikanstadt (Fides) – Papst Franziskus hat den von Bischof Joseph Prathan Sridarunsil (sdb) von Surat Thani (Thailand) eingereichten Rücktritt angenommen und den bisherigen Pfarrer der Gemeinde des heiligen Marcus, Oberen der „Thai Missionary Society“ und Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke, Pfarrer Paul Trairong Multree, aus dem Klerus der Diözese Ratchaburi, zu seinem Nachfolger ernannt.

Bischof Paul Trairong Multree wurde am 7. September 1976 in Khon Kaen (Thailand) geboren. Er studierte Philosophie am Priesterseminar „Lux Mundi“ in Samphran und wurde am 9. Juni 2007 zum Priester geweiht und in die Diözese Ratchaburi inkardiniert.

Danach hatte er folgenden Ämter und absolvierte weitere Studien: Pfarrvikar der Gemeinde „Our Lady of Lourdes“ in Kanchanburi (2007-2008); Pfarrvikar der Gemeinde „Saint Michael the Archangel“ in Ratchaburi (2008-2009); Missionar der „Thai Missionary Society“ in Phnom-Penh in Kambodscha (2009-2014); Lizentiat in Pastoralliturgie am Institut für Pastoralliturgie in Padua (2015-2018); seit 2019 Rektor des Priesterseminars der Thai Missionary Society in Samphran; seit 2020 Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke in Thailand; seit 2023 Oberer der Thai Missionary Society ; seit 2024 Pfarrer der Gemeinde des heiligen Markus in Bangkok.

(EG) (Fides 8/07/2024)

 

OZEANIEN/GUAM - Erzbischof von Agaña ernannt

 

Vatikanstadt (Fides) – Papst Franziskus hat den bisherigen Bischof von Chalan Kanoa (Nördliche Marianen) und Präsidenten der Pazifischen Bischofskonferenz, Ryan Pagente Jimenez, zum Erzbischof von Agaña ernannt.

S.E. Mons. Ryan Pagente Jimenez è nato il 18 dicembre 1971 a Dumaguete City (Filippine). Dopo aver frequentato il San Jose Seminary in Quezon, ha studiato Filosofia presso la Manila University e presso il St. Patrick’s Seminary and University in California, conseguendo un Master. È stato ordinato sacerdote l’8 dicembre 2003 per la Diocesi di Chalan Kanoa.

Bischof Ryan Pagente Jimenez wurde am 18. Dezember 1971 in Dumaguete City (Philippinen) geboren. Nach dem Besuch des Seminars San Jose in Quezon studierte er Philosophie an der Universität Manila und am „St. Patrick's Seminary and University“ in Kalifornien, wo er einen Master-Abschluss erwarb. Am 8. Dezember 2003 wurde er zum Priester geweiht und in die Diözese Chalan Kanoa inkardiniert.

Danach hatte er folgende Ämter inne: Pfarrvikar in der Gemeinde „Kristo Rai“ in Garapan, Saipan (2003-2007); Sekretär des Bischofs (2003-2010); geistlicher Begleiter der Cursillo-Bewegung (2005-2007); Rektor der Kathedrale „Our Lady of Mount Carmel“ (2007-2008); Vorsitzender der Diözesankommission für das kulturelle Erbe der Kirche (2008-2009); Diözesankanzler (2009-2010); Apostolischer Administrator der Diözese Chalan Kanoa (2010-2016).

Er wurde am 24. Juni 2016 zum Bischof der Diözese Chalan Kanoa ernannt und erhielt am 14. August 2016 die Bischofsweihe. Seit 2023 ist er Vorsitzender der Pazifischen Bischofskonferenz.

 

(EG) (Fides 6/07/2024)


Ukraine: In Kampfgebieten nehmen Selbstmorde zu

Pawlo Hontscharuk, Bischof von Charkiw-Saporischschja. © Kirche in Not
Pawlo Hontscharuk, Bischof von Charkiw-Saporischschja. © Kirche in Not

8.07.2024

 

(München/acn) - Laut dem römisch-katholischen Bischof der ostukrainischen Stadt Charkiw, Pawlo Hontscharuk, nimmt die Zahl der Suizide in den umkämpften Gebieten zu. „Es gibt viele Selbstmorde, weil die Menschen nicht wissen, wie es weitergeht. Der Luftalarm in Charkiw geht fast rund um die Uhr“, sagte Hontscharuk bei einem Besuch in der internationalen Zentrale des Hilfswerks „Kirche in Not“ (ACN) in Königstein im Taunus. Von Russland aus abgefeuerte Raketen würden nach nicht einmal einer Minute in Charkiw einschlagen; das reiche nicht mehr aus, um den Luftalarm in Gang zu setzen. In der zweitgrößten Stadt der Ukraine seien Schulen und Kindergärten geschlossen; Unterricht finde bisweilen in U-Bahn-Stationen statt.

 

 


FIDES-NACHRICHTEN - 8.07.2024

AFRIKA - Sahelzone und darüber hinaus: der Krieg der Söldner

 

Rom (Fides) - "Die Russen sind im Anmarsch", wiederholen westliche Beobachter seit einiger Zeit mit Blick auf die Ankunft von Söldnern der ehemaligen „Wagner-Gruppe“ in der Sahelzone. Und zwar insbesondere in den Staaten, in denen nach Putschen Militärjuntas eingesetzt wurden, die französische und generell westliche Truppen des Landes verwiesen.

Es begann mit Mali, gefolgt von Burkina Faso und schließlich Niger. Alles Länder, die das französische, andere europäische (wie im Fall von Mali) und US-amerikanische Militär aufgefordert haben, ihre Stützpunkte zu schließen und ihr Gebiet zu verlassen. An ihre Stelle traten, mehr um die Sicherheit der neuen Machthaber zu gewährleisten als um die Bevölkerung vor den Dschihadisten zu schützen, die Kämpfer der Wagner-Gruppe", die nun in „Afrikansky Korpus" umbenannt wurde.

Die Sicherheitslage in diesen Ländern ist jedoch nach wie vor prekär, die verschiedenen dschihadistischen Gruppen schlagen weiter zu; am 25. Juni wurden in Tillabery im Südwesten des Landes, im Dreiländereck zwischen Niger, Mali und Burkina Faso, wo sich die Aktivitäten der dschihadistischen Gruppen der drei Länder konzentrieren, 20 nigrische Soldaten in einen Hinterhalt gelockt und ein Zivilist getötet.

Noch schwerwiegender waren die Zusammenstöße am 11. Juni in Burkina Faso, wo die Al-Qaida nahestehende Unterstützungsgruppe für den Islam und die Muslime (Support Group for Islam and Muslims, GSIM) die nordöstliche Stadt Mansila und das dortige Militärkommando nahe der Grenze zu Niger angriff. Die Zahl der Opfer unter den Militärs wurde nicht veröffentlicht, scheint aber sehr hoch gewesen zu sein, so dass es Gerüchte über Unruhen unter den Truppen gab, die mit dem Vorgehen der Militärjunta gegen die Dschihadisten unzufrieden waren. Letztere war mit dem Versprechen an die Macht gekommen, die Dschihadisten entschlossen zu bekämpfen. Der Chef der Militärjunta dementierte die Gerüchte über einen Aufstand des Militärs und stellte die landesweiten Sendungen des französischen Senders Tv5 ein, der darüber berichtet hatte. Einige Tage später sollen die ersten Flugzeuge mit russischen Militärausbildern und deren Ausrüstung gelandet sein.

Es scheint als ob, die Russen definitiv einen Fuß in die Sahelzone gesetzt haben, aber es gibt mindestens zwei Regime, die ihre Sicherheit nicht allein in die Hände Moskaus legen wollen. Dies ist der Fall im ersten afrikanischen Land, in dem sich Wagner-Söldner niedergelassen haben, der Zentralafrikanischen Republik. Hier haben die russischen Söldner ein Geschäftsmodell entwickelt, das das Angebot von Schutz und militärischer Unterstützung mit Handels- und Bergbaukonzessionen verbindet. Doch um ihrer Einmischung entgegenzuwirken, hat Präsident Faustin-Archange Touadéra ein ruandisches Militärkontingent sowie eine private US-Militärfirma in das Land eingeladen.

Niger hat vor kurzem das erste Kontingent des „Africa Corps“ im Stützpunkt 201 in Niamey untergebracht, wo noch einige US-Militärs stationiert sind. Letztere müssen das Land bis Mitte September verlassen und auch die Drohnenbasis in Agadez aufgeben, die 100 Millionen Dollar gekostet hat und als strategisch wichtig für die Kontrolle dschihadistischer Bewegungen in der Sahelzone gilt. Aber die nigrische Junta (die das kleine italienische Kontingent bisher nicht ausgewiesen hat) hat einer anderen Macht, die in Afrika sehr aktiv ist, die Tür geöffnet: der Türkei. Diese verfügt über mindestens ein großes privates Militärunternehmen, Sadat, das syrische Söldner in den von der türkischen Armee besetzten Gebieten im Norden und Nordwesten Syriens rekrutiert. Die syrischen Söldner, die von der türkischen Firma unter Vertrag genommen wurden, werden auf die nigrische Seite des "Drei-Länder-Ecks" geschickt. Ankara, das bereits Rüstungsgüter, darunter die berühmten Bayraktar-Drohnen, an Niger und Burkina Faso verkauft hat, scheint sich somit als Gegengewicht zum russischen Einfluss anzubieten.

Die Staaten der Region haben somit die Möglichkeit, zwischen den verschiedenen Mächten, die an der Region interessiert sind, zu wählen, indem sie sich mal auf die eine, mal auf die andere stützen, um die bestmöglichen Bedingungen zu erzielen. Die Russen sind da, aber sie sind nicht allein.

(L.M.) (Fides 6/7/2024)

 

ASIEN/PHILIPPINEN - Bischöfe würdigen Einsatz des Gründers der Shilsilah-Bewegung: “Im Herzen eines jeden Menschen gibt es immer eine Ecke des Friedens“

 

Cagayan de Oro (Fides) - Am 7. Juli wird in Cagayan de Oro die höchste Auszeichnung der philippinischen Bischofskonferenz, das "Goldene Kreuz des Bischofs Jorge Barlin", an den aus Italien stammenden Pater Sebastiano D'Ambra vom Päpstlichen Institut für die Außenmissionen (PIME), den Gründer der Bewegung für den islamisch-christlichen Dialog "Silsilah" im Süden der Philippinen, verliehen. Wie es in einer Mitteilung der Bischofskonferenz heißt, wird die Auszeichnung für den "außergewöhnlichen und großzügigen Dienst" des italienischen Priesters an der Kirche verliehen, er habe "die Ideale" des ersten philippinischen Bischofs verkörpert.

Die prestigeträchtige Auszeichnung wird in dem Jahr verliehen, in dem auch das 40jährige Gründungsjubiläum der 1984 ins Leben gerufenen Dialogbewegung "Silsilah" gefeiert wird. Die philippinische Kirche würdigt damit die Arbeit des Missionars, der sich bereits während des jahrzehntelangen Konflikts im Süden der Philippinen als Vermittler zwischen den Rebellengruppen der Moro National Liberation Front und der Armee hervorgetan hatte.

„Im Jahr1983 schlug ich erstmals einer Gruppe von Muslimen und Christen die Silsilah-Bewegung vor, und bereits 1984 gründeten wir offiziell die Silsilah-Dialog-Bewegung, die bald darauf von der Bischofskonferenz anerkannt wurde", berichtet Pater D'Ambra. „Darauf folgte 1987 die Gründung der Emmaus-Dialog-Bewegung, einer Laienbewegung mit geweihten Laien und anderen Katholiken, einschließlich Priestern, Ordensschwestern, Seminaristen, Ehepaaren und jungen Menschen", so der Missionar.

In den 40 Jahren seiner engagierten Tätigkeit hat Pater D'ambra nach eigenen Angaben versucht, "das Zweite Vatikanische Konzil umzusetzen, und zwar auf dem Weg des Dialogs, der damals als Teil der neuen Wege der Mission angesehen wurde". "Der Herr hat mir den Mut und die Kraft gegeben, diesen Weg zu gehen", stellt er fest und unterstreicht die Freuden und Leiden eines Weges, der von "Vorurteilen und Misstrauen geprägt war, die zum Teil auch heute noch bestehen", auch wenn heute "ein größeres Interesse an dieser Mission in der Kirche bei allen besteht", wie er anmerkt. Zu den schmerzlichen Momenten zählt der Missionar "die Ermordung eines meiner engsten Freunde, Pater Salvatore Carzedda (PIME) der mit mir in der Silsilah-Bewegung tätig war. Damals wollten die Angreifer auch mich töten. Wir haben auch andere Fälle von gewaltsam ums Leben gekommenen Silsilah-Mitgliedern. Der Weg des Friedens führt auch über Episoden der Gewalt, aber wir werden mit Glauben und Hoffnung weitergehen. Der Weg, den die Kirche in diesen Jahren gegangen ist, mit dem aufmerksamen Bewusstsein für den synodalen Geist, hilft und unterstützt uns heute, aber es ist ein langer Weg".

Die Silsilah-Bewegung, so Pater D'Ambra, "ist heute auf nationaler und internationaler Ebene als Förderer von Programmen der Solidarität, der Bildung, der Sorge für die Geringsten und des Umweltschutzes bekannt, die wir als Teil unserer Berufung und Mission verfolgen. Wir fördern die Kultur des ‚Dialogs als Weg zum Frieden‘ aus der Spiritualität des Lebens im Dialog. Der Dialog hat für uns eine spirituelle Grundlage, und durch das neu gegründete Emmaus-Kolleg für Theologie bereiten wir junge Christen und Muslime darauf vor, diesen Geist des Dialogs zu leben".

"Im Herzen eines jeden Menschen gibt es immer eine Ecke des Friedens. Und in diesem Geist setze ich meine Mission fort", schließt er.

 

(PA) (Fides 6/07/2024)


Dominikanische Republik: Wie Ordensfrauen ausgebeuteten Erntehelfern beistehen

Ordensschwester der „Lauritas“ im Batey 5 besucht mit Jugendlichen einen hilfsbedürftigen Mann. © Kirche in Not
Ordensschwester der „Lauritas“ im Batey 5 besucht mit Jugendlichen einen hilfsbedürftigen Mann. © Kirche in Not

3.07.2024

 

(München/acn) - Weiße Karibikstrände und Luxusressorts prägen für viele Touristen das Bild der Dominikanischen Republik. Doch die Realität ist anders: Ohne Wasser und Strom, ausgebeutet und mit einem Lohn von nicht einmal zehn Euro am Tag abgespeist, unter extremen Arbeitsbedingungen bei über 30 Grad leben zahlreiche Menschen in sogenannten „Bateyes“. Das sind Hüttensiedlungen rund um Zuckerrohrplantagen.

 

425 solcher Siedlungen zählt das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen in der Dominikanischen Republik. Über 200 000 Menschen sollen dort leben, wahrscheinlich ist die Dunkelziffer weit größer. Ähnliche Bateyes – das Wort stammt aus der Sprache der karibischen Ureinwohner – gibt es auch in Haiti, Puerto Rico oder Kuba. Die Siedlungen haben nicht einmal eigene Namen, sie werden einfach durchgezählt.


FIDES-NACHRICHTEN - 6.07.2024

AFRIKA/ÄTHIOPIEN - Kardinal Souraphiel: “Wir brauchen Bildungschancen für junge Menschen“

 

Addis Abeba (Fides) - "Es gibt mehrere Konflikte in Äthiopien, aber wir verlieren nie die Hoffnung", sagt Kardinal Berhaneyesus Demerew Souraphiel, Metropolitan-Erzbischof von Addis Abeba, im Interview mit Fides.

 

Eure Eminenz, in Äthiopien gibt es mehrere interne Konflikte. Was sind die Folgen für die Bevölkerung?

 

Äthiopien ist mit mehreren Konflikten konfrontiert, die den betroffenen Menschen großes Leid zufügen. Vor zwei Jahren hatten wir den Krieg in Tigray, der jetzt mit einem in Pretoria in Südafrika unterzeichneten Friedensvertrag beendet wurde. Aber auch in der Region Oromia im Südosten des Landes herrscht seit vier Jahren Krieg, in dem unter den Oromo viele Menschen getötet und viele andere zur Flucht gezwungen wurden, vor allem die in Oromia lebende Bevölkerung aus dem Volk der Amhara. Dieser Konflikt dauert noch an, aber die äthiopische Bundesregierung und die Oromo-Befreiungsarmee haben in Tansania Gespräche aufgenommen. Sie haben sich bereits zweimal getroffen, konnten aber bisher keine Einigung erzielen.

 

Der Bedarf an humanitärer Hilfe in Oromia ist sowohl für die Vertriebenen als auch für die Zurückgebliebenen, die unter den Folgen des vierjährigen Krieges leiden, sehr groß. Dasselbe geschieht seit anderthalb Jahren in der Region Amhara, wo Kämpfe zwischen der Bundesregierung und der FANO (eine Amhara-Miliz, Anm. d. Red.) ausgebrochen sind. Wir hoffen, dass sie ein vermittelndes Land finden werden, in dem sie miteinander reden und so den Krieg beenden können. Schließlich gibt es hier und da auch lokale Konflikte in anderen Teilen des Landes, aber die Hauptkonflikte sind in Tigray, Amhara, Afar und Oromia.

Die katholische Kirche versucht über das Netzwerk von „Caritas Internationalis“, so vielen Menschen wie möglich zu helfen. Wie Sie wissen, ist die katholische Kirche in Äthiopien eine kleine Realität, aber sie versucht, so viele Vertriebene und Menschen, die an den Kriegsschauplätzen leben, wie möglich zu erreichen, um ihnen Hilfe anzubieten.

 

Neben den körperlichen Wunden gibt es auch seelische und geistige Wunden. Was kann man tun, um sie zu heilen?

 

Jeder Krieg hinterlässt viele Menschen, die nicht nur körperlich, sondern auch seelisch und geistig betroffen sind. Neben den kämpfenden Soldaten sind viele von ihnen Frauen, Kinder und ältere Menschen. Die Kirche möchte ihre Hilfe im sozialen, psychologischen und spirituellen Bereich sowie bei der Traumabewältigung anbieten. Besondere Aufmerksamkeit muss den Kindern und ihren Müttern geschenkt werden; ich erinnere daran, dass viele Kinder nicht zur Schule gehen können, weil mehrere Schulgebäude zerstört wurden. Besondere Aufmerksamkeit muss auch den weiblichen Opfern von Vergewaltigungen zuteilwerden.

Die Traumabehandlung beginnt auf Dorfebene und geht dann weiter bis zur Bezirks-, Zonen- und Regionsebene. Deshalb schulen wir unser gesamtes religiöses Personal, Männer und Frauen, sowie Seminaristen und Katecheten, um in diesem Bereich Hilfe zu leisten. Das ist eine sehr wichtige Maßnahme.

 

Trägt der ökumenische und interreligiöse Dialog zum Bemühen um Frieden bei?

 

Die katholische Kirche ist Gründungsmitglied des Interreligiösen Rates von Äthiopien, in dem alle Konfessionen, Christen und Muslime, zusammenarbeiten, insbesondere im Bereich der Versöhnung und der Heilung von Kriegstraumata, die Zeit brauchen, um wirksam zu werden, sowie bei der humanitären Hilfe (Verteilung von Nahrungsmitteln, Medikamenten und lebensnotwendigen Gütern). Im Rahmen des Interreligiösen Rates von Äthiopien arbeiten wir mit dem Patriarchen und der Synode der Äthiopisch-Orthodoxen Kirche sowie mit dem Islamischen Rat von Äthiopien auf nationaler und lokaler Ebene zusammen. Wir arbeiten auch mit dem Evangelischen Äthiopischen Rat, den Adventisten und anderen zusammen. Durch die Zusammenarbeit im humanitären Bereich sind wir in der Lage, auf nationaler Ebene, wo wir von der Bundesregierung anerkannt wurden, effektiver zu arbeiten.

 

Was erhoffen Sie sich für Äthiopien?

 

Es gibt immer Hoffnung. Äthiopien ist ein sehr altes christliches Land, in dem die Mehrheit der Bevölkerung christlich ist. Äthiopien ist nicht erst vor 50 Jahren entstanden, sondern kann auf eine mindestens dreitausendjährige Geschichte der friedlichen Koexistenz zwischen den Religionen zurückblicken. Juden, Christen und Muslime haben jahrhundertelang friedlich zusammengelebt, und wir wollen das auch weiterhin tun.

Auf der anderen Seite gibt es mehrere trennende Faktoren. Einer davon ist der ethnische Föderalismus. Föderalismus ist ein gutes System, aber wir glauben, dass es nicht auf ethnischer Zugehörigkeit oder Sprache basieren sollte.

Geopolitisch gesehen ist Äthiopien ein wichtiges Land. Zurzeit haben wir 120 Millionen Einwohner; in Afrika ist Äthiopien nach Nigeria das bevölkerungsreichste Land. Siebzig Prozent der Bevölkerung sind junge Menschen, die ihr Land lieben, aber aufgrund von Armut und Konflikten gezwungen sind, auszuwandern. Viele gehen in den Nahen Osten und nach Südafrika, einige nach Libyen und versuchen von dort aus, Europa zu erreichen. Als katholische Kirche glauben wir, dass dies keine Lösung ist. Wir müssen junge Menschen für Berufe in ihrem eigenen Land ausbilden, so dass sie, auch wenn sie ins Ausland gehen, gut bezahlt und respektiert werden. Wir bitten alle, uns bei der Ausbildung unserer jungen Menschen zu helfen.

Das gesamte Horn von Afrika braucht Menschen mit beruflichen Qualifikationen. Äthiopien befindet sich jedoch in einem wirtschaftlichen Aufschwung, und es gibt Produktionsbetriebe, die jetzt die Vorteile des Stroms aus dem großen Staudamm („Grand Ethiopian Renaissance Dam“, Anm.d.R.) nutzen können. Wir brauchen Frieden, Bildung und Investitionen, um unsere Industrie zu stärken und Produkte zu exportieren, deren Erlöse in die nationale Wirtschaft reinvestiert werden können, um mehr Fabriken zu gründen und mehr Arbeitsplätze zu schaffen.

(L.M.) (Fides 5/7/2024)

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ASIEN/JAPAN - Erste katholische Kirche Tokios feiert 150jähriges Gründungsjubiläum

 

Tokio (Fides) - "Wie vor 150 Jahren stehen wir heute vor vielen Herausforderungen, aber unsere Hoffnung ist genauso stark wie damals, wie die der Missionare, die diese Kirche gebaut haben, wie die der katholischen Gemeinschaft von damals", so der Erzbischof von Tokio, Tarcisius Isao Kikuchi, der seit dem 13. Mai 2023 auch Präsident von Caritas Internationalis ist, anlässlich der Feiern zum des 150jährigen Gründungsjubiä der Kirche von Tsukiji, der ersten katholischen Kirche in der Erzdiözese Tokio, die dem heiligen Josef geweiht ist.

In seiner Predigt zeichnete Erzbischof Kikuchi am 30. Juni die Geschichte dieses als "Alte Kathedrale" bekannten Gotteshauses nach und betonte die großen Schwierigkeiten, mit denen die ersten Missionare konfrontiert waren, sowie die unerschütterliche "Hoffnung und Zusammenarbeit zwischen ausländischen Missionaren und den japanischen Gläubigen, auf der die japanische Kirche aufgebaut wurde".

Heute hat sich die Situation geändert, aber die Herausforderung ist immer noch groß angesichts einer schrumpfenden Bevölkerung und einer alternden Gesellschaft. "Die Kirche existiert in dieser Realität, und genau wie die Missionare vor 150 Jahren sind wir trotz der Sorgen zuversichtlich", betont der Erzbischof.

Der Bischof rief auch zum Frieden für die Ukraine, Gaza und Myanmar auf.... "Es scheint, dass die Welt zunehmend von Gewalt beherrscht wird, die das Leben missachtet. In diesen Situationen sind wir eine Kirche, die das Licht der Hoffnung ausstrahlt. Dieses Licht wird durch gegenseitige Unterstützung, Synodalität, Solidarität und vor allem durch die Gegenwart des Herrn, der mit uns geht, entzündet", betont er.

Die von der Pariser Gesellschaft für Auslandsmissionen (M.E.P.) gegründete Kirche in Tsukiji wurde im November 1874 eingeweiht. Mit der Gründung der Erzdiözese Tokio im Jahr 1891 wurde sie in den Rang einer Kathedrale erhoben. Im Jahr 1920 wurde die Marienkirche zur Kathedrale von Tokio. Im Jahr 1923 wurde die Kirche in Tsukiji während des schweren Kantō-Erdbebens zerstört und 1927 wiederaufgebaut. Am 1. Juni 1999 wurde sie von der japanischen Regierung als historisches Gebäude in Tokio anerkannt.

Die Evangelisierung Japans begann mit der Landung des großen Missionars, Missionspatrons und Evangelisators des Ostens, des Jesuiten Franz Xaver, am 15. August 1549 auf dem Archipel. Später kamen Franziskaner, Dominikaner, Augustiner und französische Missionare der M.E.P. in das Land, die nicht nur missionarisch tätig waren, sondern auch fortschrittliche Technologien und Ideen aus dem damaligen Westen einführten und Schulen und medizinische Einrichtungen gründeten. Die Jesuiten waren nicht nur die Pioniere der Mission, sondern auch die zahlreichsten Gruppe von Missionaren. Sie widmeten sich insbesondere der Inkulturation in der Mission der Evangelisierung, indem sie die japanische Sprache und die lokalen traditionellen Bräuche erlernten.

Die Geschichte besagt, dass der Kampaku (politischer und militärischer Führer) Hideyoshi, "Marschall der Krone", 1587 das erste Edikt gegen das Christentum erließ und ausländische Missionare zwang, das Land zu verlassen. Die Gemeinde und die Missionare arbeiteten jedoch weiterhin im Verborgenen. Zehn Jahre später, am 5. Februar 1597, begannen die ersten Verfolgungen mit der Kreuzigung von 26 Katholiken (6 Franziskaner, 3 Jesuiten und 17 Japaner), die heute von der katholischen Kirche zu Heiligen erhoben wurden. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die Abschottungspolitik Japans durch das Beharren der Westmächte auf Offenheit in Frage gestellt, was der katholischen Kirche die Möglichkeit gab, ihre Mission in Japan wieder aufzunehmen. So errichtete der Heilige Stuhl 1846 das Apostolische Vikariat Japan und übertrug seine Verwaltung den französischen Auslandsmissionen in Paris. Am 28. März 1960 ernannte Papst Johannes XXIII. Tatsuo Doi, damals Erzbischof von Tokio, zum ersten japanischen Kardinal.

"Die japanische Kirche basiert im Wesentlichen auf der Zusammenarbeit zwischen Missionaren und einheimischen Gläubigen", bekräftigte Erzbischof Kikuchi.

(NZ) (Fides 05/07/2024)

 

AMERIKA/HAITI - Kamillianer nach dem Hurrikan Beryl: “Wir leben noch, Gott sei Dank!”

 

Pourcine (Fides) - "Wir haben den ersten Hurrikan der Saison überstanden und trotz erheblicher Schäden an den Ernten und den empfindlichsten Häusern... aber wir leben noch, Gott sei Dank", so der der aus Italien stammende Kamillianer Pater Massimo Miraglio von der Karibikinsel, die in diesem Monat vom ersten Hurrikan der Kategorie 5 heimgesucht wurde, gegenüber Fides. Aufgrund der schweren Krise und der bestehenden Konflikte auf der Insel konnte Pater Massimo erst vor wenigen Wochen in das abgelegene Dorf Pourcine zurückkehren, wo er Pfarrer der Pfarrei „Unserer Lieben Frau von der Immerwährenden Hilfe“ ist.

Das Kinderhilfswerk UNICEF schätzt, dass "Winde, sintflutartige Regenfälle und Sturzfluten mindestens 3 Millionen Kinder in der Karibik gefährden könnten“. „Starke Winde, Sturmfluten und heftige Regenfälle haben sichere Orte für Kinder, darunter Häuser und Schulen, beschädigt. Lateinamerika und die Karibik sind die am zweithäufigsten von Katastrophen heimgesuchte Region der Welt", heißt es in der Studie der UN-Organisation. In der Karibik werden jedes Jahr 1,9 Millionen Menschen, darunter eine halbe Million Kinder und Jugendliche, von Katastrophen heimgesucht. Kleine Insel- und Entwicklungsstaaten in der Karibik sind aufgrund ihrer geringen Größe und ihrer extremen Exposition gegenüber Naturkatastrophen und den Auswirkungen des Klimawandels besonders anfällig.

Pourcine liegt in den Bergen und ist sehr schwer zu erreichen. Die Gemeinde in der sich die neue Pfarrei „Unserer lieben Frau von der Immerwährenden Hilfe“ befindet, besteht aus einem Dorf und 17 Weilern.

(AP) (Fides 5/7/2024)

 

EUROPA/LITAUEN - Pfarrer Alessandro Barelli im Amt als Nationaldirektor bestätigt

 

Vatikanstadt (Fides) – Kardinal Luis Antonio G. Tagle, Propräfekt des Dikasteriums für die Evangelisierung, hat am 16. Juni 2024 Pfarrer Alessandro Barelli von den Salesianern Don Boscos für weitere fünf Jahre (2024-2029) im Amt als Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke in Litauen bestätigt.

 

(EG) (Fides 05/07/2024))


FIDES-NACHRICHTEN - 5.07.2024

AFRIKA/UGANDA - Für den Schutz der Würde und des Lebens: Diözese Kasese macht auf das Phänomen des Menschenhandels aufmerksam

 

Kasese (Fides) - Jedes menschliche Wesen ist kostbar und weit mehr wert als jedes materielle Gut, und da jedes Leben ein Geschenk Gottes und heilig ist, verdient es, geschützt zu werden; jeder von uns hat die Verantwortung, gegen die Verletzung und Entwürdigung unserer Brüder und Schwestern zu kämpfen. Auf der Grundlage dieser Prinzipien der katholischen Soziallehre betreiben die in der Vereinigung der Ordensleute in Uganda (Association of religious in Uganda, ARU) zusammengeschlossenen Ordensschwestern mehrere Netzwerke, darunter das Netzwerk gegen den Menschenhandel, das von den Schwestern vom Heiligen Kreuz geleitet wird, die ihrerseits mehrere Ausschüsse in allen 19 Diözesen des afrikanischen Landes gebildet haben.

In der Diözese Kasese wurde am 23. Juni eine Kampagne gestartet, die ein großes Publikum begeisterte, das durch „Omukekera", eine Live-Show gegen den Menschenhandel, angezogen wurde, die von den Mitarbeitern des lokalen Radiosenders „Kasese Guide Radio“ in Zusammenarbeit mit dem Komitee gegen Menschenhandel veranstaltet wurde.

Bei der Eröffnung der Kampagne forderte Schwester Semerita Mbambu die jungen Opfer auf, in ihrem Heimatland qualifizierte Fortbildungskurse zu besuchen, um sich selbst versorgen zu können, anstatt ins Ausland zu gehen und dort ausgebeutet zu werden.

Wie Untersuchungen zu diesem Phänomen zeigen, wandern Männer und Frauen aus Uganda, Sri Lanka, Bangladesch, Indonesien, Äthiopien, Eritrea, dem Sudan, Pakistan und den Philippinen hauptsächlich in die Vereinigten Arabischen Emirate und die arabischen Staaten am Persischen Golf aus, wo sie als Hausangestellte arbeiten. Leider sind sie dort oft mit unmenschlichen Bedingungen konfrontiert: überlange Arbeitszeiten ohne Bezahlung, illegale Einbehaltung von Pässen, Einschränkung der Bewegungsfreiheit, Nichtzahlung des Lohns und körperliche oder sexuelle Misshandlung durch ihre eigenen Arbeitgeber.

Bereits im März 2014 rief Papst Franziskus gemeinsam mit dem anglikanischen Erzbischof Justin Welby das „Interfaith Global Freedom Network“ zur Bekämpfung des Menschenhandels ins Leben sowie die „Santa Marta Group“, eine internationales Bündnis aus hochrangigen Vertretern der Strafverfolgungsbehörden und der katholischen Kirche, die mit der Zivilgesellschaft zusammenarbeitet, um diesem Verbrechen ein Ende zu setzen. Der Papst rief auch die Initiative „#End Slavery“ ins Leben, um zu erörtern, wie der Menschenhandel beseitigt werden kann.

Auf dem afrikanischen Kontinent ist der Menschenhandel weit verbreitet und findet auf internationaler, regionaler und sehr oft auch nationaler Ebene statt. Nach Angaben des Büros der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNDCP) wurden Opfer des Menschenhandels aus Ländern südlich der Sahara in 69 Ländern registriert, hauptsächlich in den MENA-Ländern (Naher Osten und Nordafrika) sowie in Süd- und Westeuropa. Bei den Erwachsenen handelt es sich fast ausschließlich um Frauen, vor allem aus Nigeria und Uganda.

Die 1989 vom damaligen Papst Johannes Paul II. errichtete Diözese Kasese liegt in der westlichen Region Ugandas.

(AP) (Fides 4/7/2024)

 

AFRIKA/GUINEA BISSAU - Nicht nur Kokain: Priester fordern Bekämpfung des Drogenhandels

 

Bissau (Fides) - "Als Kirche sind wir besorgt über den Schaden, den die Drogen verursachen, weil sie das Land destabilisieren, die Wirtschaft ruinieren und ihr Handel als einfacher Weg gesehen wird, sich zu bereichern", sagen die katholischen Priester von Guinea-Bissau in einer Erklärung, die am Ende ihrer Generalversammlung veröffentlicht wurde.

Drogen seien eine soziale Geißel, erklären die Priester, denn "es gibt Tote, Familien, die sich um verwaiste Kinder kümmern, und wenn wir dieses ganze Szenario betrachten, werden wir feststellen, dass der Drogenhandel zu Instabilität in Guinea-Bissau und zu einem erheblichen Anstieg der grenzüberschreitenden Kriminalität in unserem Land führt".

Gerade die grenzüberschreitende Kriminalität hat Guinea-Bissau seit Anfang der 2000er Jahre zu einer wichtigen Drehscheibe für den Kokainhandel von Südamerika über Westafrika, die Sahelzone und dann Nordafrika nach Europa gemacht. Die chronische politische Instabilität des Landes (seit der Unabhängigkeit im Jahr 1974 gab es 17 Staatsstreiche) hat es kolumbianischen Drogenhändlern ermöglicht, sich im Land niederzulassen, gefolgt der italienischen „Ndrangheta“, der mächtigen Mafia kalabrischen Ursprungs, die eine zentrale Rolle bei der weltweiten Verbreitung des "weißen Pulvers" spielt. Die Drogen gelangen auf dem Seeweg in den Archipel der Bijagós-Inseln (88 größere und kleinere Inseln, die von den schwachen und korrumpierbaren lokalen Militär- und Polizeikräften nur schwer kontrolliert werden können), wo sie gelagert werden und dann ihre Reise über Senegal und Guinea Conakry nach Mali und Mauretanien antreten, von wo aus sie schließlich nach Europa transportiert werden.

Im Laufe der Jahre haben sich die westafrikanischen Länder von reinen Transitländern für Drogen zu einem Absatzmarkt für den Konsum entwickelt. Nicht so sehr und nicht nur von Kokain, sondern vor allem von Drogenmischungen, die als Kush bekannt sind. Diese Mischungen haben bereits in Liberia, Sierra Leone und Guinea Conakry sozialen Alarm ausgelöst.

Mit ihrer Stellungnahme machen die Priester von Guinea-Bissau deutlich, dass das Problem auch ihr Land betrifft. "Wir fordern die Behörden von Guinea-Bissau auf, sich unverzüglich im Kampf gegen den Drogenhandel zu engagieren", erklären sie. Dies gilt umso mehr, als eine von einem niederländischen Institut im Auftrag der Regierungen von Sierra Leone und Guinea-Bissau durchgeführte Analyse von Kush-Proben das Vorhandensein von synthetischen Cannabinoiden und Nitazen, starken synthetischen Opioiden, ergab. Letztere, die auch als Benzimidazol-Opioide bekannt sind, lösen in den Drogenzentren der am weitesten entwickelten Länder Alarm aus, weil sie sich ausbreiten, um traditionelle Opioide wie Heroin zu ersetzen. Nitazene sind bis zu 20-mal stärker als Fentanyl, das wiederum 50-mal stärker als Heroin und 80-100-mal stärker als Morphin ist. Es ist daher verständlich, dass die Einnahme dieser Substanzen aufgrund ihres hohen Suchtpotenzials und der Möglichkeit, einen Atemstillstand zu verursachen, schädliche Auswirkungen hat.

(L.M.) (Fides 4/7/2024)

 

ASIEN/CHINA - Vater dreier Priester gestorben: Drei Bischöfe konzelebrieren beim Begräbnis

 

Changzhi (Fides) - "Ich habe allen Gläubigen immer geraten, sich zurückzuhalten und bescheiden zu sein. Aber heute möchte ich diesen katholischen Vater laut loben, der nicht nur sein eigenes Leben dem Herrn gewidmet hat, sondern auch seine Söhne, alle drei Priester. Und er ist der einzige aus unserer Diözese", so der Bischof von Changzhi (Provinz Shanxi), Peter Ding Lingbin, an die Gläubigen, Priester und Ordensschwestern, die am 5. Juni, im Herz-Jesu-Monat, zum Gedenken an den Vater von Pfarrer Gao Huqing aus der Diözese Baoding zum Begräbnis versammelt waren. Zusammen mit dem Bischof von Changzhi konzelebrierten der Bischof der Diözese Baoding (Provinz Hebei) und der Bischof von Hankou/Wuhan (Provinz Hubei), den Diözesen, in denen die drei Priester tätig sind.

Laut einer von „Faith“ durchgeführten Umfrage es gab bis Januar 2010 in China über 320 Familien mit mehreren Berufungen mit insgesamt 693 geweihten Bischöfen, Priestern, Ordensleuten in 69 Diözesen in 25 Provinzen, Städten, autonomen Regionen und Gemeinden. Unter ihnen eine Familie mit zwei Priestern und drei Ordensschwestern. In vier Familien gab es vier Berufungen; zwei weitere Familien schenkten alle drei Söhne der Kirche. Vier Familien haben in ihren Reihen drei Priester, wie die Familie in Changzhi, aus der Pfarrer Gao Huqing und Pfarrer Antonio Gao Ruihu abzw. Pfarrer Francis Gao Ruiqing stammen.

Die Umfrage aus dem Jahr 2010 - das von Papst Benedikt XVI. anlässlich des 150. Todestages des heiligen Jean-Marie Baptiste Vianney, des Schutzpatrons der Pfarrer, ausgerufene „Jahr der Priester“ (19. Juni 2009 bis 11. Juni 2010) - hat gezeigt, dass trotz der Krise bei den Berufungen aufgrund der Ein-Kind-Politik, der Säkularisierung und der Unregelmäßigkeiten im Gemeindeleben an der Basis viele katholische Familien ihre Kinder großzügig der Kirche schenkten. Oft sogar ihren einzigen Sohn. Dies ist ein Phänomen, das einen tiefen Glauben und eine tiefe Liebe zum Herrn sowie eine starke Bindung an die Kirche widerspiegelt.

Die Umfrage ergab eine unerwartet hohe Zahl von Familien mit mehreren Berufungen, und das in einem besonderen Kontext, in dem viele Priester und Nonnen in anderen Regionen als ihrer Herkunftsregion tätig sind.

Das erklärte Ziel der Umfrage von Faith war es, "die Gläubigen zu ermutigen, dem Beispiel dieser großzügigen Familien zu folgen, angefangen bei ihrer eigenen, um die Bedeutung der Berufung zu erkennen und Berufungen im Jahr der Priester zu fördern".

(NZ) (Fides 04/07/2024)

 

AFRIKA/SÜDSUDAN - Diözese Bentiu errichtet und erster Bischof ernannt

 

Vatikanstadt (Fides) – Papst Franziskus hat am 3. Juli auf einem Teilgebiet der Diözese Malakal die Diözese Bentiu (Südsudan) errichtet und sie der Erzdiözese Juba als Suffraganbistum unterstellt und den bisherigen Bischof von Rumbek, Christian Carlassare (mccj) zum ersten Bischof der neuen Diözese ernannt.

Bischof Christian Carlassare (mccj) wurde am 1. Oktober 1977 in Schio (Diözese Vicenza, Italien), geboren. Im Jahr 2003 legte er im Institut der Comboni-Missionare die ewigen Gelübde ab und wurde am 4. September 2004 zum Priester geweiht.

Im Jahr 2005 wurde er als Missionar in den Südsudan entsandt und bekleidete folgende Ämter: Stellvertretender Pfarrer, Pfarrer, Berufungsbeauftragter und Leiter des Orientierungskurses für Comboni-Missionare, Mitglied des Sekretariats für Berufungsbegleitung und Grundausbildung, Provinzrat der Comboni-Missionare, Vize-Provinzial der Ordensprovinz der Comboni-Missionare im Südsudan. Von 2020 bis 2021 war er Generalvikar der Diözese Malakal. Am 8. März 2021 wurde er zum Bischof von Rumbek ernannt und am 25. März 2022 zum Bischof geweiht.

(EG) (Fides 4/07/2024)

LINK

 

Statistiken -> https://www.fides.org/it/attachments/view/file/DATI_BENTIU.pdf


FIDES-NACHRICHTEN - 4.07.2024

AFRIKA/BENIN - Priesteramtskandidat der Afrikamissionare: “Den am meisten verlassenen Völkern, vor allem in Afrika, das Evangelium verkünden“

 

Calavi (Fides) - "Nach zehn Monaten im Internationalen Zentrum für Spiritualität in Calavi, haben wir zusammen mit 40 Seminaristen und fünf Ausbildern aus fünfzehn verschiedenen Nationen, den Höhepunkt unseres Weges der Unterscheidung, des Austausches und des persönlichen und gemeinschaftlichen Wachstums erreicht".

Anselmo Fabiano erzählt von seinem ersten "Ja" auf dem noch langen Weg als Priesteramtskandidat der Gesellschaft der Afrikamissionare (SMA). "Jeden Tag ist es ein kostbares Geschenk, uns über die Mühen und Schwächen, aber auch den Reichtum der Einfachheit mit diesen jungen Menschen auszutauschen, die den Weg mit mir teilen, und gemeinsam legen wir unser Leben vertrauensvoll in die Hände des Herrn“, bekräftigt er.

"Mein ‚Ja‘ macht mich zu einem Missionar, auf dem Weg zum Priestertum, gesandt, die Frohe Botschaft zu verkünden“, fährt er fort, „Am vergangenen 25. Juni, habe ich versprochen, mein Leben hinzugeben, um Zeuge des auferstandenen Jesus zu sein und den am meisten verlassenen Völkern, vor allem in Afrika, das Evangelium zu verkünden“.

„Mein Weg zur Priesterweihe wird also durch diese neue Etappe bereichert, Frucht der Schritte, Erfahrungen, Gaben, Freuden und Mühen, die ich bisher gemacht habe“, so Anselmo weiter, „Ich bin ein Sohn einer Kirche, die mir den Glauben weitergegeben, mich gesehen und mir geholfen hat, zu wachsen, und die mich nun aussendet, ihr Apostel zu sein“.

"Im September werde ich zu meiner 'ersten Mission' nach Ägypten entsandt", schließt der angehende Missionar, "genauer gesagt nach Kairo, wo ich die Gelegenheit haben werde, mich in den Dienst einer völlig neuen Realität des missionarischen Lebens zu stellen und mich mit einer anderen Sprache auseinanderzusetzen: Arabisch. Es wird auch eine Gelegenheit sein, Teil einer Kirche zu sein, die klein, in der Minderheit, offen für den interreligiösen Dialog und missionarisch ist".

Bereits im August 2022 war der aus Italien stammende P. Anselmo in der Mission in Monassao unter den Pygmäen Zentralafrikas, wo er zusammen mit zwei anderen Missionaren der Gesellschaft der Afrikamissionen tätig war.

(AP) (Fides 3/7/2024)

 

AFRIKA/SUDAN - Humanitäre Lage spitzt sich zu: Kein Frieden in Aussicht

 

Khartum (Fides) - "Wir setzen diesen Kampf bis zum Sieg fort und ich wiederhole noch einmal, dass wir nicht mit einem Feind verhandeln werden, der uns angreift und unser Land besetzt", betont General Abdel Fattah al-Burhan, Chef der sudanesischen Streitkräfte, zum Ende eines Dialogs im Hinblick auf den dramatischen Bürgerkrieg zwischen der Armee und den „Rapid Support Forces“ (RSF) unter der Führung von Mohamed Hamdan "Hemedti" Dagalo.

General Al-Burhan gab diese Erklärung bei einem Besuch der Truppen ab, die einige Gebiete in Wadi Sidna und Omdurman eingenommen haben, die zum Großraum Khartum gehören, der sudanesischen Hauptstadt, die seit mehr als einem Jahr von heftigen Kämpfen zwischen den beiden Konfliktparteien heimgesucht wird.

Der Armeechef bekräftigte, dass er dem internationalen Druck nicht nachgeben werde, sich an den Verhandlungstisch in Dschidda (Saudi-Arabien) zu setzen. "Wir werden nicht an einen Verhandlungstisch gehen, an dem die Vermittler uns an den Ohren ziehen wollen, und wir werden nicht verhandeln, solange der Feind noch unsere Häuser besetzt hält und unseren Reichtum plündert. Wir werden nicht verhandeln, bevor der Feind abzieht, und die Vermittler müssen ihn dazu zwingen, wenn sie wollen, dass wir mit ihm verhandeln."

Trotz der territorialen Eroberungen der Armee in der Region Khartum dringen die Milizionäre der RSF auch in anderen Teilen des Sudan weiter vor. Insbesondere haben die RSF vor kurzem einige Militärstützpunkte in Sennar und West-Kordofan erobert und drängen weiter vor nach El Fasher, der Hauptstadt von Nord-Darfur, die von den Milizionären belagert wird, die sie weiterhin wahllos bombardieren und dabei unter anderem auch Krankenhäuser treffen. Gestern, am 2. Juli, wurden nach Angaben des Gouverneurs Minni Minawi zwei Krankenhäuser von Artillerieschüssen der RSF getroffen. Dies ist der neunte Angriff auf Krankenhäuser in der Stadt seit dem 10. Mai.

Die neuen territorialen Eroberungen der RSF haben mindestens 55.000 Menschen zur Flucht aus Sinja, der Hauptstadt von Sennar, veranlasst, was die humanitäre Belastung des Konflikts weiter erhöht. Nach Angaben der Vereinten Nationen wurden seit Beginn des Krieges im April 2023 mindestens 10 Millionen Sudanesen vertrieben, die oft in von den Konfliktparteien umstrittenen Gebieten gefangen sind, wie im Fall von El Fasher oder wie die etwa 80 Menschen, die seit Juni letzten Jahres in der katholischen Mission in Dar Mariam, im Khartumer Bezirk al-Shajara, auf der Flucht sind. Das Gebiet ist Schauplatz heftiger Auseinandersetzungen, da es etwa zwei Kilometer vom Stützpunkt der Panzertruppen entfernt ist, die die RSF zu erobern versucht. Die Flüchtlinge sitzen in der Falle, und bisher waren die Versuche, sie in Sicherheit zu bringen, vergeblich, während die Wasser- und Lebensmittelvorräte von Tag zu Tag schwinden.

Die Bischöfe der Katholischen Bischofskonferenz, in der die Bischöfe des Sudan und des Südsudan zusammengeschlossen sind, erklärten am Ende ihres Treffens in Juba Ende Juni: "Das Gefüge der sudanesischen Gesellschaft ist zerrissen, die Menschen sind schockiert, traumatisiert und ungläubig angesichts des Ausmaßes an Gewalt und Hass". Die Erklärung prangerte auch die eigennützigen Interessen an, die den Konflikt auslösten: "Es handelt sich nicht einfach um einen Krieg zwischen zwei Generälen, denn die Armee ist untrennbar mit dem Wirtschaftssektor des Landes verwoben, und sowohl die Armee als auch die RSF verfügen über ein Netzwerk reicher sudanesischer und internationaler Eliten und Kartelle, die von der Kontrolle verschiedener Wirtschaftssektoren profitieren. Tatsächlich kontrollieren die beiden Kriegsparteien jeweils wichtige Sektoren der sudanesischen Wirtschaft und stehen in Verbindung mit externen Sponsoren, die sie weiterhin mit Waffen darunter auch Drohnen versorgen.

(L.M.) (Fides 3/7/2024)

 

ASIEN/PHILIPPINEN - Parlamentarischer Ausschuss untersucht “Drogenkrieg” unter Präsident Duterte

 

Manila (Agenzia Fides) - Das philippinische Repräsentantenhaus hat eine Untersuchung des so genannten "Drogenkriegs" eingeleitet, der staatlichen Kampagne, die vom ehemaligen Präsidenten Rodrigo Duterte während seiner Präsidentschaft (2016-2022) eingeleitet und durchgeführt wurde. Diese Kampagne, die darauf abzielte, den Drogenhandel in den Großstädte, insbesondere in Manila, auszurotten, forderte rund 30.000 Todesopfer, wie zivilgesellschaftliche Organisationen auf nationaler und internationaler Ebene anprangerten.

Die vom Menschenrechtsausschuss des Parlaments eingeleitete Untersuchung umfasste mehrere Anhörungen: Es wurden Familienangehörige der Opfer des Krieges angehört; aber auch Personen, die als Beamte an der Kampagne beteiligt waren; während auch Duterte, der Initiator und Förderer der Kampagne, vorgeladen wurde.

Unter den Befragten gab der für seine Beteiligung an den Razzien im Drogenkrieg bekannte Polizeioberst Jovie Espenido zu, dass Menschenrechtsverletzungen begangen wurden. Auch die ehemalige Senatorin und Justizministerin Leila de Lima wurde als Zeugin geladen. Sie hatte die Kampagne scharf kritisiert, bevor sie 2017 wegen angeblicher Korruption verhaftet wurde: Sie verbrachte sechs Jahre im Gefängnis, wurde dann aber von allen Anschuldigungen freigesprochen.

Senator Bato Dela Rosa, der vor den Wahlen der erste Polizeichef unter der Regierung Duterte war und den "Drogenkrieg" führen sollte, lehnte es ab, vor der Kommission auszusagen, bezeichnete aber während einer Senatsanhörung die Politik des ehemaligen Präsidenten als "Missbrauch". "Wir geben zu, dass es Fälle gibt, in denen die Rechte der Menschen tatsächlich verletzt wurden. Deshalb sollte jeder Fall einzeln untersucht werden", sagte Dela Rosa am vergangenen 27. Juni.

Im vergangenen Mai hatte auch der amtierende Präsident Ferdinand Marcos Jr. behauptet, dass "die Konzentration auf die Strafverfolgung" während Dutertes Krieg gegen die Drogen zu "Missbrauch durch einige Elemente der Regierung" geführt habe. Marcos hat Duterte jedoch auch gegen die Ermittlungen des Internationalen Strafgerichtshofs (IStGH) verteidigt und darauf bestanden, dass der IStGH keine Zuständigkeit in dem Land hat.

Einer der schärfsten Gegner des "Drogenkriegs" war der philippinische Redemptoristenpater Amado Picardal, der am 29. Mai verstarb. Als Ordensmann, der sich in den Bewegungen für Frieden und Gerechtigkeit engagierte, hatte Picardal bereits die Morde der so genannten "Todesschwadronen" in Davao angeprangert, wo Duterte vor seiner Präsidentschaft Bürgermeister gewesen war. Im Jahr 1999 half Picardal bei der Gründung der "Koalition gegen willküriche Hinrichtungen", der die Tötungen dokumentieren sollte.

Die internationale Menschenrechtsorganisation "Amnesty International" beklagt, dass die Tötungen während des "Krieges gegen die Drogen" "absichtlich und systematisch" erfolgten und Teil eines "von der Regierung orchestrierten Angriffs gegen die Armen" zu sein schienen.

 

(PA) (Fides 3/7/2024)


Kolumbien: „Ein Weg zum Himmel“ auf beschwerlichem Terrain

Pfarrer Jonathas Fernandes mit Jugendlichen seiner Pfarrei.© Kirche in Not
Pfarrer Jonathas Fernandes mit Jugendlichen seiner Pfarrei.© Kirche in Not

2.07.2024

 

(München/acn) - Jonathas Fernandes ist erst 33 Jahre alt, aber er hat schon mehr erlebt als manche Menschen in ihrem ganzen Leben: Der Priester ist im Apostolischen Vikariat von Mitú im Osten Kolumbiens an der Grenze zu Brasilien tätig. Dieses Dschungelgebiet ist selbst für viele Kolumbianer unbekanntes Gebiet. Weite Teile auf einer Fläche größer als die Niederlande, die Schweiz oder Belgien sind von der Außenwelt nahezu vollständig abgeschnitten.

 

Hier, in der Pfarrei „Unsere Liebe Frau von Fatima“, lebt der gebürtige Brasilianer mit den Einheimischen. Die Abgeschiedenheit mache ihm nichts aus, erzählt der Priester dem weltweiten katholischen Hilfswerk „Kirche in Not“ (ACN). Genau deshalb hat er sich für die Arbeit in dieser Region entschieden: „Ich fühlte mich schon immer zur Armut und Mission hingezogen.“ So kam er vor neun Jahren nach Mitú, seit sechs Jahren ist er Priester.


FIDES-NACHRICHTEN - 3.07.24

AFRIKA/SOMALIA - Nach Marineabkommen mit Somaliland: Türkei vermittelt zwischen Somalia und Äthiopien

 

Mogadischu (Fides) - Die Türkei vermittelt in der Krise zwischen Somalia und Äthiopien wegen des Marineabkommens, das Äthiopien Anfang des Jahres mit der abtrünnigen Region Somaliland unterzeichnet hat.

In Gesprächen, die gestern, am 1. Juli, in Ankara stattfanden, konnten die Außenminister von Addis Abeba und Mogadischu ihre gegenseitigen Positionen darlegen, um eine für beide Seiten zufriedenstellende Verständigung zu erreichen. Als Vermittler fungierte der türkische Außenminister Hakan Fidan, der als langjähriger Leiter des türkischen Geheimdienstes (MIT) und davor der türkischen Agentur für internationale Zusammenarbeit (TIKA) über große Erfahrung in afrikanischen Angelegenheiten verfügt.

Darüber hinaus kann die Türkei als beteiligte Partei betrachtet werden, da sie selbst ein Marineabkommen mit Somalia geschlossen hat, das als Gegengewicht zu dem zwischen Äthiopien und Somaliland vereinbarten Abkommen betrachtet werden kann. Die Tatsache, dass Addis Abeba sich ausgerechnet in Ankara mit seinem somalischen Amtskollegen an einen Tisch setzen wollte, ist jedoch ein Hinweis auf einen neuen türkischen Einfluss am Horn von Afrika, der zu einem umfassenden Dialog fähig ist.

In der Abschlusserklärung der Gespräche heißt es: "Die Minister Somalias und Äthiopiens bekräftigen ihr Engagement für eine friedliche Beilegung der Differenzen und danken der Türkei für ihre Unterstützung und ihre positiven Beiträge". Die Minister kamen überein, am 2. September eine zweite Gesprächsrunde abzuhalten.

Bemerkenswert ist die Abwesenheit von Somaliland, einem Land, dessen Unabhängigkeit von Somalia von keinem anderen Staat anerkannt wird. Die Anerkennung durch Äthiopien ist einer der Eckpfeiler der im Januar geschlossenen, aber noch nicht in Kraft getretenen Vereinbarungen. Als Gegenleistung für die Anerkennung durch Äthiopien gewährt Somaliland eine 50-jährige Pacht für rund 20 km seiner Küste und die Einrichtung eines Marinestützpunkts. Äthiopien hat nach der Unabhängigkeit Eritreas im Jahr 1993 den Zugang zum Meer verloren. Der größte Teil seines Seehandels läuft derzeit über Dschibuti. Vor kurzem hat die Regierung von Somaliland Dschibuti beschuldigt, eine Clan-Miliz zu beherbergen und auszurüsten, um Somaliland zu destabilisieren.

(L.M.) (Fides 2/7/2024)

 

AFRIKA/NIGERIA - Selbstmordattentate in Gwoza: Handelt es sich um Rivalität der Dschihadisten um die Kontrolle des Gebiets?

 

Abuja (Fides) - Die Zahl der Opfer des Vierfachanschlags, der am 29. Juni in Gwoza im Bundesstaat Borno im Nordosten Nigerias verübt wurde, ist auf 32 gestiegen.

Einige der etwa 50 Verwundeten starben im Krankenhaus, wo sie wegen schwerer Verletzungen behandelt wurden. Vier Frauen verübten die vier Selbstmordanschläge. Die erste, die von einem Kind begleitet wurde, sprengte sich bei einer Hochzeitsfeier in die Luft. Eine zweite Selbstmordattentäterin sprengte sich an einem Kontrollpunkt in die Luft, als sie von den Militärs zu einer Kontrolle angehalten wurde. Anschließend ereignete sich eine dritte Explosion in einem Krankenhaus, die ebenfalls von einem Selbstmordattentäter verursacht wurde. Schließlich sprengte sich eine vierte Selbstmordattentäterin beim muslimischen Trauergebet für die Opfer des ersten Anschlags in die Luft.

Nach Angaben der Polizei wurden weitere Anschläge in der 300.000-Einwohner-Stadt, die 2014 von Boko Haram besetzt und 2015 vom nigerianischen Militär mit Hilfe des tschadischen Militärs zurückerobert worden war, verhindert.

Zu den Anschlägen hat sich bislang niemand bekannt, doch die Ermittler vermuten, dass sie von einer der beiden Hauptgruppen verübt wurden, in die sich Boko Haram aufgespalten hat, nämlich von der einen, der „Jama'tu Ahlis Sunna Lidda'awati wal-Jihad“ (JAS). Die andere Gruppe, die Provinz Islamischer Staat Westafrika (ISWAP), hat sich dem Islamischen Staat angeschlossen und wurde zur "Provinz Westafrika".

Die beiden rivalisierenden Formationen kämpfen seit dem Tod des JAS-Führers Abubakar Shekau im Jahr 2021 um die Kontrolle über weite Gebiete im Nordosten Nigerias. Shekau beging Selbstmord, um nicht in die Hände der rivalisierenden Gruppe zu fallen, die sein Versteck umstellt hatten.

Die JAS ist zwischen den Inseln des Tschadsees (an dessen Ufern Nigeria, Tschad und Kamerun liegen) und den Mandara-Bergen aktiv. Die beiden Gruppierungen haben sich erbittert bekämpft und beide haben bei Zusammenstößen zwischen den Dschihadisten mehrere Männer verloren. Die beiden Gruppen haben eine unterschiedliche Haltung gegenüber der muslimischen Zivilbevölkerung, die die Mehrheit der Bevölkerung in dem Gebiet ausmacht. Während die JAS alle Zivilisten als zu plündernde Beute betrachtet, behandelt die ISWAP Muslime anders als Nicht-Muslime. Sie hat versucht, die Beziehungen zur muslimischen Zivilbevölkerung zu verbessern, indem sie sie besteuert und ihre eigene Version von Recht und Ordnung schafft, anstatt sie auszurauben, wie es die JAS tut.

Die JAS, die viel weniger bürokratisiert ist als die andere, neigt dazu, ihren militärischen Befehlshabern weitgehende Autonomie zu gewähren. So könnten die Angriffe vom 29. Juni von einer lokalen Gruppierung oder von der JAS-Führung, die ihre Hochburg nicht weit von Gwoza hat, geplant worden sein.

(L.M.) (Fides 2/7/2024)

 

ASIEN/KUWAIT - Nach Brand in der katholischen Gemeinde in Abbasiya: “Wir werden an unserem Glauben festhalten”

 

Mangaf (Fides) - "Wir werden an unserem Glauben festhalten, trotz aller täglichen Schwierigkeiten und Nöte. Wir werden auch in schwierigen Momenten niemals aufgeben. Unser katholischer Glaube wird ein Instrument sein, das uns gegen alle Widrigkeiten stärken wird", bekräftigt Pater Johny Lonis (ofmCap), Pfarrer der Gemeinde des heiligen Daniel Comboni in Abbasiya (vgl. Fides 30/5/2024), gegenüber Fides, nachdem ein schweres Feuer in einem Wohnhaus im südlichen Bezirk Mangaf ausgebrochen war.

Nach Angaben der örtlichen Behörden starben etwa fünfzig Menschen durch den Rauch, der von den Flammen ausging, und mehrere wurden verletzt.

"Bei den Opfern handelt es sich ausschließlich um Wanderarbeiter, die in dem niedergebrannten Gebäude wohnten", so der Bericht von Pater Lonis weiter. Die Behörden haben sofort Maßnahmen ergriffen und strenge Kontrollen der Brandschutz- und Bauvorschriften durchgeführt, so dass unsere Pfarrei des heiligen Daniele Comboni vorübergehend geschlossen werden musste.

"Bis zum Ausbruch des Feuers konnten wir unsere Gottesdienste und Versammlungen in den Kellerräumen unter einigen Wohnhäusern abhalten, die uns dank der Großzügigkeit der örtlichen Behörden zur Verfügung gestellt wurden. Jetzt mussten wir schließen und der Eigentümer hat uns aus Sicherheitsgründen gebeten, alle sakralen Gegenstände aus dem Gebäude zu entfernen. Im Moment haben wir keinen Ort mehr, an dem wir die Heilige Messe feiern können, aber wir sind zuversichtlich, auch dank der Nähe unseres Bischofs Aldo Berardi (osst), des Apostolischen Vikars von Nordarabien, mit dem wir gebetet haben, als er zu uns kam, um gemeinsam nach Lösungen zu suchen“, so der Ordensmann.

"Während wir auf die Wiedereröffnung warten, besuchen wir weiterhin die Familien und beten gemeinsam mit ihnen, wo immer wir können", schließt der Pfarrer der Gemeinde des heiligen Daniele Comboni. „Unsere Gemeindemitglieder müssen auf Gottesdienste verzichten, und das haben wir leider auch nach der Corona-Pandemie erlebt, aber wir geben nicht auf, denn wir vertrauen voll und ganz auf die Ressourcen, die der Herr uns zur Verfügung stellen wird."

Um die Wiederaufnahme der Versammlungen zu erleichtern, hat der Eigentümer der Kellerräume mit Bischof Berardi eine Vereinbarung getroffen, die einige neue Sicherheitsbedingungen festlegt. "In Kürze ist ein Treffen mit den lokalen Behörden geplant, um eine langfristige Lösung für die vielen Christen in der Gegend zu finden", so der Apostolische Vikar von Nordarabien, zu dem auch die Pfarrei des heiligen Daniele Comboni gehört, gegenüber der Fides.

(AP) (Fides 2/7/2024)

 

ASIEN/PAKISTAN - Im Zusammenhang mit den Gewaltausbrüchen in Jaranwala: Junger Christ zum Tode verurteilt

 

Sahiwal (Fides) - In einer umstrittenen Entscheidung hat das Anti-Terror-Gericht in Sahiwal den jungen Christen Ehsan Shan zum Tode verurteilt, weil er angeblich einen blasphemischen Beitrag in den sozialen Medien verbreitet haben soll, der als Ursache für die Gewaltausbrüche in Jaranwala am 16. August 2023 gilt. Das Urteil, das am 1. Juli veröffentlicht wurde, sieht vor, dass der Verurteilte zunächst eine Gefängnisstrafe von insgesamt 22 Jahren verbüßen und eine Geldstrafe von einer Million Rupien zahlen muss.

Ehsan Shan wurde beschuldigt, blasphemische Inhalte auf der Social-Media-Website TikTok geteilt zu haben, die für die Gewalttaten in Jaranwala im August 2023 verantwortlich gemacht wurde. Nach dem Vorwurf der Schändung des Korans zerstörte und zündete ein Mob von Militanten Dutzende von christlichen Häusern und etwa 26 Kirchen im christlichen Viertel der Stadt im Punjab an. Aufgrund von Geheimdienstberichten nahm die Polizei drei Tage nach den Ausschreitungen einige Personen fest, die der Blasphemie beschuldigt wurden. Nach Angaben der Polizei hat der junge Mann die blasphemischen Inhalte nicht selbst verfasst, sondern sie nur weitergegeben, so dass sie im Internet verbreitet wurden.

Nach Ansicht von Vertretern der örtlichen christlichen Gemeinschaft ist der junge Mann "nur ein Sündenbock", während diejenigen, die Kirchen und christliche Häuser angegriffen und niedergebrannt haben, ungestraft bleiben. Im vergangenen Februar hatte der Oberste Gerichtshof Pakistans den Bericht der Staatsanwaltschaft über die Massengewalt in Jaranwala zurückgewiesen und ihn als "äußerst mangelhaft" bezeichnet, da ihm relevante Informationen und Einzelheiten über die Verhaftungen fehlten. In einer Anhörung vor dem Obersten Gerichtshof erklärte ein Justizbeamter aus der Provinz Punjab, dass nach 304 Festnahmen nur 22 Beschwerden registriert und nur 18 Anklagen formell erhoben worden seien. Daher ordnete das Gericht an, dass ein neuer Bericht erstellt werden muss.

"Jetzt ist eine schwere Ungerechtigkeit geschehen. Das Urteil gegen Ehsan Shan symbolisiert den virtuellen Tod aller Christen im heutigen Pakistan. Für die Gewalt und die Zerstörung, die in Jaranwala stattgefunden haben, wird nur ein einziger Schuldiger ermittelt, und das ist ein Christ", beklagt die Nichtregierungsorganisation „Centre for Legal Aid, Assistance and Settlement“ (CLAAS) fest.

Der Fall hat die Debatte über das Blasphemiegesetz und seine Auswirkungen neu entfacht und die Aufmerksamkeit erneut auf die dringende Notwendigkeit einer Gesetzesreform gelenkt. Das Gesetz wird häufig missbraucht, wenn es um persönliche Streitigkeiten geht. Es gibt zahlreiche Fälle, in denen Christen, Hindus, Muslime und Ahmadi zu Unrecht beschuldigt und inhaftiert werden, während einfache Anschuldigungen zu Massengewalt und willkürlichen Hinrichtungen führen können

Ein aktueller Fall ist ein Lynchmord in Sargodha , wo die Angeklagten gegen Kaution freigelassen wurden. Und in den letzten Tagen tötete ein gewalttätiger Mob einen muslimischen Mann, einen Touristen, der beschuldigt wurde, den Koran in der Bergstadt Madyan im Swat-Distrikt der pakistanischen Provinz Khyber Pakhtunkhwa beleidgt zu haben.

„Solche Vorfälle", so der katholische Anwalt Khalil Tahir Sandhu, Senator und Minister für Menschenrechte in der Provinz Punjab, "unterstreichen die wachsende Trendenz zur Gewalt durch den Mob in Pakistan, der das Gefühl der Unsicherheit in der Gesellschaft verstärkt". Der Missbrauch der Blasphemiegesetze und das Ausbleiben gerichtlicher Maßnahmen", so Sandhu, "untergraben nicht nur das nationale Gefüge Pakistans, sondern haben auch erhebliche internationale Auswirkungen".

 

(PA) (Fides 2/7/2024) 


FIDES-NACHRICHTEN - 2.07.2024

AFRIKA/KENIA - Bischöfe wenden sich an junge Demonstranten: “Eure Hoffnungen sind unsere Hoffnungen”

 

Nairobi (Fides) - "Dies ist eine ausdrückliche Anerkennung der Hirten der katholischen Kirche der Gutartigkeit der Bestrebungen der neuen Generation junger Menschen, die einen Wandel in der Gesellschaft wollen", so ein Beobachter aus Kreisen der katholischen Kirche in Kenia in einem Kommentar zu der am 29. Juni veröffentlichte Botschaft der kenianischen Bischöfe, die in allen Pfarreien während der Gottesdienste am Sonntag, 30. Juni, verlesen wurde.

In ihrer Botschaft wenden sich die Bischöfe direkt an die jungen Menschen der sogenannten Generation Z, die die Hauptverantwortlichen für die Proteste der letzten Tage gegen das später von Präsident William Ruto zurückgezogene Finanzgesetz sind. "Die Botschaft der Generation Z ruft große Besorgnis und sogar Tränen hervor, da wir so viele junge Menschen leiden sehen. Sie fühlen sich verbittert und vergessen und ihre Hoffnungen werden enttäuscht. Einige haben sogar das Gefühl, dass auch die Kirche sie manchmal im Stich gelassen hat", so die Bischöfe.

Mit Blick auf die Zusammenstöße zwischen Demonstranten und der Polizei, die mindestens 30 Todesopfer forderten, heißt es in der Botschaft: "In dieser Woche haben viele junge Menschen bei den Demonstrationen ihr Leben verloren, und mehrere andere wurden verletzt. Wir bedauern dies zutiefst und möchten sie trösten, während wir für diese Brüder und Schwestern beten". Die Bischofskonferenz verurteilt daher "das brutale und unmenschliche Vorgehen der Polizei, das nicht zu rechtfertigen ist". "Die von der Generation Z geäußerten Sorgen sind in unseren Augen echt. Wir teilen ihren Kummer über Arbeitslosigkeit, fehlende Bildungsleistungen für viele Familien, gebrochene Versprechen und die scheinbar schwarze Zukunft", so die Bischöfe

"Es sind Worte des großen Mutes und des Trostes für alle Menschen. Ich glaube, es ist sind evangelisches Worte von Hirten, die die jungen Menschen in ihren Bestrebungen begleiten wollen", so der Beobachter. "Es ist ein Dokument, das in dieser Bewegung des Volkes ein Gut für alle erkennt, jenseits jeder ethnischen, parteilichen oder sogar religiösen Zugehörigkeit", betont er.

In ihrer Botschaft stellen die Bischöfe fest: "Wir haben die Einheit jenseits von Stamm oder sozialer Klasse bewundert, die ein Zeichen wahrer Fürsorge und Liebe ist." "Als Kirche sind wir hier, um zuzuhören und zu begleiten. Unsere Türen stehen offen, um zu beraten und zu begleiten. Wir wünschen uns, dass jeder von zu dem Besten heranwächst, das unser Gott für jeden von vorgesehen“, so die Bischöfe. „Eure Hoffnungen sind unsere Hoffnungen", schlossen die Bischöfe ihr Dokument an die Demonstranten gewandt.

Abschließend stellte der Beobachter fest: "Ein solch mutiges und positives Manifest hat es noch nie gegeben, ebenso wenig wie eine Einheit des Volkes wie bei den Demonstrationen der letzten Tage, die leider von gewalttätigen Rändern und übertriebener Polizeigewalt überschattet wurden".

Unmittelbar nach der Rücknahme des umstrittenen Finanzgesetzes hatte Präsident William Ruto am 28. Juni ein Treffen mit einer Delegation der Bischofskonferenz, bei dem er das Engagement der katholischen Kirche lobte, "sich an den sektorenübergreifenden Bemühungen um Lösungen für die Probleme des Landes zu beteiligen".

(L.M.) (Fides 1/7/2024)

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ASIEN/KUWAIT - Die Kinder der “Mutterkirche” in Ahmadi feiern den Weltkindertag

 

Ahmadi (Fides) - "Lebendigkeit, Freude, Gemeinschaftsgeist haben den Weltkindertag geprägt, den wir hier in Ahmadi zusammen mit der gesamten Pfarrgemeinde gefeiert haben". Das sagte Pater Roswin Pirese (OfmCap.), Pfarrer der Pfarrei Unsere Liebe Frau von Arabien (OLA) in Ahmadi gegenüber der Fides im Rückblick auf den Weltkindertag.

Die Kirche unserer Leiben Frau von Arabien (OLA), auch bekannt als "Mutterkirche" ist die erste katholische Kirche in Kuwait und feierte im vergangenen Jahr ihr 75-jähriges Bestehen (1948-2023).

"Es war ein durchschlagender Erfolg", so der aus Goa stammende Pfarrer weiter. „Die aktive Beteiligung der Kinder und Katecheten hat die Vitalität und den Geist unserer Kirche deutlich gemacht. Mit dieser Feier wurden nicht nur die kleinen Kinder gewürdigt, sondern auch die Werte der Zusammengehörigkeit gestärkt."

"Einer der Höhepunkte der Feier war, als die Kinder ihre Hände in leuchtenden Farben auf eine große Leinwand stempelten, um ihren einzigartigen Beitrag und ihre Präsenz in der Kirchengemeinde zu symbolisieren. Es war schön zu sehen, wie sich alle beteiligten, ob jung oder alt. Wir sind allen ehrenamtlichen Katechetinnen und Katecheten, Eltern und Kirchengemeinden sehr dankbar, die zum Erfolg dieser Veranstaltung beigetragen und sie zu einem unvergesslichen Tag gemacht haben", schloss er.

"Wir gehen in die Zukunft. Die Mission geht weiter...", hatte Pater Roswin zum Abschluss des diamantenen Jubiläums am 8. Dezember 2023 gesagt.

(AP) (Fides 1/7/2024)

 

ASIEN/CHINA - Am Hochfest Petrus und Paulus verteilen Katholiken Hilfsmittel an Flutopfer

 

Meizhou (Fides) - Das Hochfest der Heiligen Petrus und Paulus, das von den chinesischen katholischen Gemeinden stets in besonderer Weise begangen wird, war in diesem Jahr vom Engagement für karitative Zwecke zugunsten der in Not geratenen Landsleute geprägt. So trafen Festtag, am vergangenen Samstag, 29. Juni, neue Hilfsgüter, die vom Wohltätigkeitsnetz der chinesischen Katholiken gesammelt wurden, in dem von den jüngsten Überschwemmungen am stärksten betroffenen Gebiet ein: dem Bezirk Wenfu im Kreis Jiaoling, zu dem auch die Stadt Meizhou (Provinz Guangdong) gehört.

Mitarbeiter der Hilfsorganisation „Jinde Charities“ brachten auf Bitten des Bischofs von Peking, Joseph Li Shan, und des Bischofs von Shanghai, Joseph Shen Bin, gemeinsam mit Joseph Liao Hongqing, Bischof der Diözese Meizhou, Schulmaterial für zwei überschwemmte Schulen im Katastrophengebiet, während die betroffene Bevölkerung eine Ladung Lebensmittel und Grundbedarfsartikel erhielt. Am Tag zuvor besuchte Bischof Joseph Liao einsame und kranke ältere Menschen in dem betroffenen Gebiet. Am selben Tag unterzeichnete „Jinde Charities“ eine Spendenurkunde in Höhe von 220.000 Yuan (umgerechnet 30.000 Euro) mit den Zivilbehörden. Die Spende ist für den Kauf von Schulausrüstung für die zentralen Grundschulen in der Stadt Songyuan, Bezirk Meixian, und den zentralen Kindergarten in der Stadt Renju, Bezirk Pingyuan, bestimmt, die durch die Überschwemmungen schwer beschädigt wurden.

Dank der großzügigen Spenden chinesischer Katholiken und in Abstimmung mit den örtlichen Behörden und der Diözese Meizhou sammelt „Jinde Charities“ weiterhin Spendengelder, kauft lebensnotwendige Güter und Hilfsgüter (Reis, Öl und andere Lebensmittel) und schickt sie in das Katastrophengebiet.

In den chinesischen Diözesen wurde das Hochfest der Heiligen Petrus und Paulus mit großer Andacht gefeiert. Bischof Francis An Shuxin leitete die feierliche Eucharistiefeier zum Patronatsfest in der Kathedrale der Diözese Baoding. Bischof Paul Meng Qinglu aus der Diözese Hohhot zelebrierte die Feierlichkeiten in der den beiden gemarterten Heiligen Aposteln geweihten Pfarrei im Kreis Baochang im Bezirk Xilin Gol zusammen mit 33 Priestern aus neun Diözesen der Provinz. In seiner Predigt erinnerte der Bischof an den 10. Jahrestag der Gründung der Pfarrei und blickte auf die wertvolle und fruchtbare pastorale Arbeit der Gemeinde zurück.

(NZ) (Fides 1/7/2024)

 

ASIEN/HEIIGES LAND - Kommission für Gerechtigkeit und Frieden: Der Krieg in Gaza ist kein „gerechter Krieg“

 

Jerusalem (Fides) - "Als Katholiken des Heiligen Landes, die die Vision von Papst Franziskus für eine friedliche Welt teilen, sind wir empört darüber, dass politische Akteure in Israel und im Ausland die Theorie des "gerechten Krieges" benutzen, um den andauernden Krieg in Gaza aufrechtzuerhalten und zu legitimieren", so die Kommission für Gerechtigkeit und Frieden des Heiligen Landes in einem Dokument, das veröffentlicht wurde, um auf die missbräuchliche Verwendung eines Ausdrucks - des "gerechten Krieges" – hinzu7weisen, der in der katholischen Lehre verwendet wurde und der heute, "was uns Christen beunruhigt, zunehmend zur Rechtfertigung der anhaltenden Gewalt in Gaza verwendet wird".

Das Dokument der Kommission für Gerechtigkeit und Frieden des Heiligen Landes (vgl. beigefügte Originalversionen auf Englisch und Arabisch) erinnert an die unabdingbaren Bedingungen vor, die es ermöglichen, einen "gerechten" Krieg aus der Sicht der katholischen Lehre zu definieren, die auch im Absatz 2309 des Katechismus der Katholischen Kirche zu finden sind.

Nach der katholischen Lehre ist der Rückgriff auf Waffen nur dann legitim, wenn es sich um eine Aggression handelt, die schwerwiegenden und dauerhaften Schaden und Unrecht verursacht hat, und wenn sich alle anderen Mittel zur Verhinderung des Schadens und zur Beendigung der Aggression als undurchführbar und unwirksam erwiesen haben; außerdem muss die bewaffnete Reaktion eine begründete Aussicht auf Erfolg haben und darf unschuldigen Menschen keine Zerstörung und kein Leid zufügen, das größer ist als das zu beseitigende Übel.

Nach "den schrecklichen Angriffen vom 7. Oktober auf Militäreinrichtungen, Wohngebiete und ein Musikfestival im Süden Israels durch die Hamas und andere Militante und dem katastrophalen Krieg, den Israel als Antwort darauf geführt hat", heißt es in dem auf Sonntag, den 30. Juni, datierten Dokument der Kommission für Gerechtigkeit und Frieden, "haben hochrangige Katholiken, angefangen bei Papst Franziskus, immer wieder einen sofortigen Waffenstillstand und die Freilassung der Geiseln gefordert. Auch katholische Moraltheologen in aller Welt haben betont, dass weder die Hamas-Angriffe vom 7. Oktober noch Israels verheerender Antwortkrieg die Kriterien eines 'gerechten Krieges' nach der katholischen Lehre erfüllen".

Wie bereits festgestellt wurde, ist es bei dem neuen Ausbruch von Gewalt im Heiligen Land "aufgrund der fehlenden Zielsetzung Israels unmöglich zu beurteilen, ob es 'ernsthafte Aussichten auf Erfolg' gibt. ‚Gerechte Kriege‘ müssen vor allem klar zwischen Zivilisten und Kämpfenden unterscheiden, ein Prinzip, das in diesem Krieg von beiden Seiten mit tragischen Folgen ignoriert wurde. ‚Gerechte Kriege‘ müssen auch eine verhältnismäßige Gewaltanwendung beinhalten, was in einem Krieg, in dem die palästinensischen Opfer um Zehntausende höher sind als die israelischen, und in dem die eindeutige Mehrheit der palästinensischen Opfer Frauen und Kinder sind, nicht ohne weiteres behauptet werden kann".

„Die zweifelhafte Anwendung der Theorie des 'gerechten Krieges' auf moderne Konflikte", heißt es in dem Dokument von „Justitia et Pax“, "hat zu der Vorstellung geführt, dass es 'gerechte' Kriege nur in sehr seltenen Fällen geben kann. Dies gilt insbesondere im Zusammenhang mit der Entwicklung der modernen Waffenindustrie, die in der Lage ist, Tod und Zerstörung in unbekanntem Ausmaß zu verursachen".

Das Dokument zitiert auch die ständigen Mahnungen von Papst Franziskus, der bereits am 11. Oktober 2023, vier Tage nach den palästinensischen Angriffen auf den Süden Israels, "an das israelische Recht auf Selbstverteidigung nach dem Angriff der Hamas erinnert hat“, aber auch hinzugefügt, dass er besorgt sei "über die totale Belagerung, unter der die Palästinenser im Gazastreifen leben, wo es auch viele unschuldige Opfer gegeben hat".

Es werde auch vorgegeben - so das Dokument der Kommission für Gerechtigkeit und Frieden im Heiligen Land - "dass der Krieg den Regeln der 'Verhältnismäßigkeit' folgt, indem man behauptet, dass ein Krieg, der bis zum Ende andauert, das Leben von Israelis in der Zukunft retten könnte und die Tausenden von palästinensischen Opfern in der Gegenwart auf die andere Seite der Skala stellt. Auf diese Weise wird der Sicherheit hypothetischer Menschen in der Zukunft Vorrang vor dem Leben lebender, atmender Menschen gegeben, die jeden Tag getötet werden. Kurz gesagt, bei der Manipulation der Sprache der Theorie des ‚gerechten Krieges‘ geht es nicht nur um Worte: Sie hat greifbare und fatale Folgen".

"Obwohl wir eine kleine Gemeinschaft im Heiligen Land sind", heißt es in dem Dokument der Kommission für Gerechtigkeit und Frieden, "sind wir als Katholiken ein wesentlicher Bestandteil der Identität dieses Landes. Wir wollen deutlich machen, dass wir und unsere theologische Tradition nicht dazu benutzt werden dürfen, diese Gewalt zu rechtfertigen. Das Zeugnis, das wir ablegen, ist nicht das des Krieges, sondern das der verwandelnden Liebe, der Freiheit und Gleichheit, der Gerechtigkeit und des Friedens, des Dialogs und der Versöhnung".

(GV) (Fides 1/7/2024)

LINK

Originalversion englisch -> https://www.fides.org/it/attachments/view/file/Just_war_JP_Commission_.pdf

Originalversion arabisch -> https://www.fides.org/it/attachments/view/file/Just_war._ar.pdf

 

 

ASIEN/SÜDKOREA - Mit Blick auf das Heilige Jahr und den Weltjugendtag: Jugendliche im Dialog und auf Wallfahrt

 

Seoul (Fides) - Zu den Initiativen mit Blick auf das Heilige Jahr 2025 und den Weltjugendtag im Jahr 2027 gehören auch der Dialog den junge Menschen den eigenen Pfarrern und dem Erzbischof in synodaler Form führen wollen, um Ideen und Hoffnungen teilen, und das Engagement für den Frieden, durch die Teilnahme einer Wallfahrt entlang der entmilitarisierten Zone im kommenden August.

Hunderte von Jugendlichen trafen sich bereits mit Priestern, Ordensleuten und Bischöfen, um in der Myeongdong-Kathedrale einen besonderen Dialog zu erleben, einen menschlichen und geistlichen Dialog. In einer Initiative, die die Kluft zwischen jungen Menschen und ihren Pfarrern überbrücken sollte, hatten sie die einmalige Gelegenheit, direkt mit Erzbischof Peter Soon-taick Chung, Bischof Job Yo-bi Koo, Bischof Paul Kyung-sang Lee und anderen hochrangigen Kirchenvertretern zu sprechen.

Etwa 600 junge Menschen versammelten sich am Abend des 28. Juni im Hof der Myeongdong-Kathedrale zum "Camp at the Cathedral" (Campen an der Kathedrale), das vom lokalen Organisationskomitee des Weltjugendtags Seoul 2027 organisiert worden war. Unter dem Motto "Fürchte dich nicht, ich bin bei dir" (Jes 41,10) wurde versucht, eine Brücke zwischen den Generationen zu schlagen, indem ein sinnvoller Dialog und Erfahrungsaustausch mit den Pfarrern geführt wurde, die sich aktiv an den Diskussionen und Interaktionen in den Gruppen beteiligten.

"Die Atmosphäre", heißt es in einer Mitteilung der Erzdiözese, "war wirklich beispiellos: Es war das erste Mal, dass eine so große Veranstaltung im Innenhof der Kathedrale stattfand. Der Raum wurde in eine einladende Umgebung für alle Teilnehmer verwandelt. Aufgeteilt in Zehnergruppen, denen jeweils ein Priester, eine geweihte Person oder ein Freiwilliger zur Seite stand, saß man im Kreis auf Campingstühlen und so entstand eine intime und einladende Umgebung. Die jungen Teilnehmer zeigten sich etwas überrascht von diesem Arrangement und waren zunächst etwas schüchtern, vor allem, weil sie den Bischöfen so nahe waren. Im Laufe des Abends lösten sich diese Barrieren jedoch auf, und es kam zu guten Gesprächen".

Während des Treffens wiesen vier junge Menschen auf wichtige Herausforderungen hin, mit denen junge Menschen heute konfrontiert sind, und erzählten von ihren Glaubenserfahrungen. Auf jeden Vortrag folgten Gruppendiskussionen - eine von der Weltsynode angeregte Methode. Der junge Katholik Sang-wook Lee wies auf eine „gewisse spirituelle Apathie“ hin, die daraus resultieren kann, dass die Kirche als "fern" wahrgenommen wird, und betonte die Notwendigkeit engagierter und präsenter Animateure und Seelsorger, die jungen Menschen helfen, den Sinn von Dienst und Apostolat zu erkennen. Erzbischof Chung hielt eine herzliche Abschlussrede, in der er sich für die Ehrlichkeit und die Bereitschaft der jungen Teilnehmer bedankte, ihre Geschichten zu erzählen, und bemerkte, dass "es eine wertvolle Zeit war, die Geschichten aus eurem Lebens zu hören". Der Erzbischof zitierte in diesem Zusammenhang auch Papst Franziskus: "Gott liebt uns so, wie wir sind, egal, was wir erreichen oder wer wir werden. Mögen jeder Einzelne im Laufe der Vorbereitung auf den WJT erfahren, dass Gott immer bei ihm ist, in Freuden, Sorgen und Wunden".

Die Initiative geht auf den Wunsch von Erzbischof Chung zurück, Gelegenheiten zu schaffen, um auf die Stimme junger Menschen zu hören. Das "Camp at the Cathedral" war ein Beispiel für diese Vision und bot eine einzigartige Plattform für den Dialog innerhalb der Kirchengemeinschaft.

Unterdessen bereiten sich junge Koreaner mit ihrem Enthusiasmus den Friedens- und Versöhnungsprozess auf der koreanischen Halbinsel in einer Zeit großer politischer Spannungen vorantreiben zu können und zu wollen, auf eine Pilgerreise mit dem Titel "Winds of Peace in the Demilitarised Zone" vor. Die vom Nationalen Versöhnungskomitee der Erzdiözese Seoul organisierte Wallfahrt wird vom 29. bis 1. September stattfinden. Tausende von Jugendlichen werden entlang der Grenze zwischen Nord- und Südkorea wandern und dabei Botschaften der Hoffnung und des Friedens aussenden.

Die Initiative, ein Aushängeschild des Büros für Jugendpastoral in Seoul, läuft seit 2012 und soll jungen Menschen helfen, "Apostel des Friedens" zu werden. In diesem Jahr richtet sich der Blick insbesondere auf das Heilige Jahr 2025, in dem junge Menschen von einer Rückkehr zum Dialog zwischen Nord- und Südkorea träumen. Die Jugendwllfahrt, die von Gebeten, Liedern, kulturellen und spirituellen Betrachtungen geprägt ist, wird die Orte Ganghwa, Paju, Yeoncheon und Cheorwon (alle entlang der Grenze) berühren, mit dem erklärten Ziel, "einen Wind der Versöhnung" auf die koreanische Halbinsel zu bringen.

 

(PA) (Fides 1/7/2024)


Sudan: Kinder vergewaltigt und zum Kauf angeboten

SOS-Kinderdörfer: Internationale Gemeinschaft darf nicht wegschauen

Bildrechte: SOS-Kinderdörfer weltweit Hermann-Gmeiner-Fonds Deutschland e.V.. Fotograf: Ashley Hamer
Bildrechte: SOS-Kinderdörfer weltweit Hermann-Gmeiner-Fonds Deutschland e.V.. Fotograf: Ashley Hamer

 

 

26.06.2024

 

(Khartum/(ots) - Im sudanesischen Bürgerkrieg eskaliert nach Angaben der SOS-Kinderdörfer die sexuelle Gewalt gegen Kinder. "Die Milizen entführen Kinder und junge Frauen aus den Dörfern und Städten, vergewaltigen sie, halten sie als Sexsklaven oder bieten sie auf dem Markt zum Verkauf an", sagt Abdelrahman Mubarak, Leiter der Hilfsorganisation im Sudan. Kinder würden außerdem immer häufiger als Soldaten eingesetzt oder zwangsverheiratet. Insbesondere im Bundesstaat Gezira im Südosten des Landes sei die Lage alarmierend.

 

Seit Beginn des Krieges zwischen der herrschenden Militärjunta und der RSF (Rapid Support Forces) im April 2023 würde die Situation für Kinder generell immer dramatischer, sie würden vielfach ihrer Rechte beraubt: Laut UN-Angaben benötigen inzwischen 14 Millionen Kinder humanitäre Hilfe. Mubarak sagt: "Vor allem in den Bundesstaaten Khartum und Gezira ist die Ernährungslage alarmierend. Kinder leiden dort unter schwerer Unterernährung.



Täter dürfen nicht straffrei davonkommen – Deutschland muss Verbrechen ahnden

31. Jahrestag des Sivas-Massakers (2.7.)

1.07.2024

 

(Göttingen/gfbv) - Anlässlich des Jahrestags des Massakers an der alevitischen Bevölkerung in der türkischen Stadt Sivas bekräftigt die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) ihre Solidarität mit der alevitischen Gemeinschaft und fordert erneut, dass die Täter endlich zur Rechenschaft gezogen werden müssen. „Am 2. Juli jährt sich das Massaker zum 31. Mal. Bis heute gibt es keine Aussicht auf Gerechtigkeit. In der Türkei wurden in den vergangenen Jahren immer wieder Täter begnadigt oder der Tatbestand als verjährt betrachtet. Aber Verbrechen gegen die Menschlichkeit verjähren nicht und so verjährt auch das Sivas-Massaker nicht“, sagt Tabea Giesecke, Referentin für ethnische, sprachliche und religiöse Minderheiten und Nationalitäten bei der GfbV. 

„Auch in Deutschland leben Täter des Massakers, die dadurch einer Strafe entkommen wollen. Das dürfen die deutschen Behörden nicht zulassen. Die deutsche Justiz muss die Täter nach dem Prinzip der Weltgerichtsbarkeit zur Rechenschaft ziehen“, fordert die Menschenrechtlerin. 

Am 2. Juli 1993 starben 35 Menschen im Hotel Madimak im zentralanatolischen Sivas, das ein aufgebrachter islamistischen Mob in Brand gesteckt hatte. 33 der Opfer waren alevitischer Herkunft, zwei waren Angestellte des Hotels. Während des Brands wurde das Hotel von Tausenden Fanatikern eingekesselt, viele von ihnen riefen, dass dies das Höllenfeuer sei, in dem Ungläubige brennen würden. „Das Sivas-Massaker hatte eindeutig das Ziel, einen Teil der alevitischen Gemeinschaft auszulöschen. Die Täter des Massakers dürfen nirgendwo auf der Welt vor einer Strafverfolgung sicher sein. Bis heute trauern wir um die Opfer des Massakers und werden uns weiterhin für Gerechtigkeit einsetzen“, sagt Tabea Giesecke.

In Deutschland leben etwa eine Million Angehörige der alevitischen Minderheit, in der Türkei etwa 20 Millionen. Bis heute sind Aleviten in der Türkei Diskriminierung, Hetze und Verfolgung ausgesetzt. „Die Freilassung und Begnadigung vieler Täter in der Türkei zeigt deutlich, dass die türkische Regierung und Justiz die alevitische Gemeinschaft nicht schützt und sich im Gegenteil sogar gegen sie stellt“, sagt Tabea Giesecke. 

 

 


FIDES-NACHRICHTEN - 29.06.2024

AFRIKA - Illegale Finanzströme: Afrikanischen Ländern gehen jedes Jahr über 88 Milliarden Dollar verloren

 

Tunis (Fides) - Mehr als 88 Milliarden Dollar gehen jedes Jahr den afrikanischen Ländern illegal verloren. Dies prangerte der Exekutivvorsitzende der nigerianischen Kommission für Wirtschafts- und Finanzkriminalität (Economic and Financial Crimes Commission, EFCC), Olanipekun Olukoyede, gestern, 27. Juni, in seiner Rede auf der panafrikanischen Konferenz über illegale Finanzströme (IFF) in Tunis an.

In seiner Rede mit dem Titel "Die afrikanische Steueragenda zur Bekämpfung illegaler Finanzströme: von Worten zu Taten" betonte der EFCC-Chef die ernste Herausforderung, die illegale Finanzströme für die wirtschaftliche Stabilität und Entwicklung Afrikas darstellen. Er wies darauf hin, dass jedes Jahr mehr als 88,6 Milliarden US-Dollar illegal aus dem Kontinent abgezogen werden, Gelder, die andernfalls in kritische Infrastruktur, Gesundheit und Bildung fließen könnten.

Die gewalttätigen Proteste in Kenia in diesen Tagen werden nicht nur durch die Ankündigung einer großen Steuererhöhung im Finanzgesetz angeheizt, die später zurückgezogen wurde (vgl. Fides 27/6/2024), sondern auch durch das Bewusstsein der Bevölkerung, dass diese finanziellen Ressourcen durch Korruption vom Staat abgeschöpft werden.

Die von Olanipekun Olukoyede geleitete „Economic and Financial Crimes Commission“ (EFCC) wurde 2003 als Reaktion auf die grassierende Korruption in Nigeria gegründet, und zwar auf Druck der internationalen Gläubiger des Landes, die befürchteten, dass ihre Kredite nicht mit den fälligen Zinsen zurückgezahlt würden, wenn die Plünderung der Staatskassen nicht eingedämmt würde. In seiner Rede auf der Konferenz in Tunis verwies der EFCC-Chef auf die Erfolge der von ihm geleiteten Behörde, darunter die Rückführung von 311 Mio. USD aus den Vereinigten Staaten im Jahr 2020, die der ehemalige Präsident Sani Abacha während seiner Präsidentschaft (1993-1998) veruntreut hatte. Diese Rückzahlung sei durch die Zusammenarbeit mit internationalen Partnern erreicht worden und wurde für wichtige Infrastrukturprojekte wie die zweite Nigerbrücke und die Autobahn Lagos-Ibadan verwendet.

Olukoyede wies auf die technischen, rechtlichen und politischen Hindernisse hin, die das Aufspüren, Einfrieren und Zurückführen illegaler Gelder erschweren. Er betonte daher, dass die afrikanischen Länder über einen soliden Rechtsrahmen verfügen müssen, und forderte eine stärkere Koordinierung und Zusammenarbeit auf nationaler, regionaler und internationaler Ebene. Er sprach sich auch für den Einsatz fortschrittlicher Technologien wie Datenanalyse, Blockchain und künstliche Intelligenz aus, um das Aufspüren von Vermögenswerten und die Rückführung zu verbessern. Vor allem aber forderte er starken internationalen Druck, um die Kooperation von Steueroasen und Niedrigsteuerländern sicherzustellen.

Die Panafrikanische Konferenz über illegale Finanzströme und Besteuerung, die am 26. Juni in Tunis begann und heute, am 28. Juni, zu Ende geht, zielt darauf ab, die Herausforderung der illegalen Finanzströme aus Afrika anzugehen, die die wirtschaftliche Entwicklung und die Fähigkeit der Regierungen untergraben, und Antworten für die Bevölkerung zu geben, die größtenteils aus jungen Menschen besteht, die ihre Zukunft durch Korruption und schlechte Regierungsführung bedroht sehen.

(L.M.) (Fides 28/6/2024)

 

ASIEN/MACAO - Kardinal Tagle: Das "Primum Concilium Sinense" ist auch heute noch aktuell

 

Macao (Fides) - Kardinal Luis Antonio Gokim Tagle, Propräfekt des Dikasteriums für Evangelisierung (Sektion für die Erstevangelisierung und die neuen Teilkirchen), hat eine Videobotschaft an die internationale Konferenz "Primum Concilium Sinense (Shanghai Council): History and Signigicance" geschickt, die vom 26. bis 29. Juni in Macao von der Universität „Saint Joseph“ anlässlich des hundertjährigen Jubiläums des ersten Konzils der katholischen Kirche in China (1924-2024) organisiert wurde.

Wir veröffentlichen die Videobotschaft von Kardinal Tagle an die Konferenzteilnehmer in englischer Sprache, deren Wortlaut wir im Folgenden vollständig wiedergeben:

 

KARDINAL LUIS ANTONIO G.TAGLE:

Liebe Brüder und Schwestern, im Namen des Dikasteriums für die Evangelisierung, der Sektion für die Erstevangelisierung und die neuen Teilkirchen grüße ich Sie alle aus dem Palazzo „de Propaganda Fide“ in Rom, während Sie sich zu Tagen des Studiums, des Dialogs und der Unterscheidung über ein kirchliches Ereignis versammeln, das vor hundert Jahren stattfand: das Erste Konzil der katholischen Kirche in China (Primum Concilium Sinense), das vom 15. Mai bis 12. Juni 1924 in Shanghai stattfand.

Das Konzil von Shanghai war ein Wendepunkt auf dem Weg der katholischen Kirche in China. Die Anliegen, die dort angesprochen wurden, und die Antworten, die dort gegeben wurden, sind in vielerlei Hinsicht auch heute noch relevant. Erlauben Sie mir, dazu vier Punkte zu nennen:

 

1) Das Konzil von Schanghai kann als Neubeginn, als Neustart betrachtet werden, in dem Sinne, dass es uns zu den authentischen Quellen und der wahren Natur des apostolischen Wirkens der Kirche zurückführt und damit auch das Missverständnis überwindet, das während der Zeit des Kolonialismus zu herrschen schien. Dieses Missverständnis, das auch in China herrschte, tendierte dazu, das Christentum als eine religiöse Doktrin zu betrachten, die von anderen Zivilisationen durch politischen, sozialen oder kulturellen Druck aufgezwungen wurde. Dieses Missverständnis wurde zu einem Hindernis für die Verkündigung des Evangeliums und schürte oft Misstrauen, Feindseligkeit und sogar Hass gegenüber der katholischen Kirche und den Missionaren.

Das Konzil von Shanghai folgte den Hinweisen des Apostolischen Schreibens „Maximum Illud“, in dem Papst Benedikt XV. bekräftigte, dass der Glaube an Christus "keinem Volk fremd ist". Denn die Befreiung und Heilung, die Jesus gebracht hat, ist ein Geschenk für jeden einzelnen Menschen, wie Papst Franziskus immer wieder betont.

Das Konzil von Shanghai zeigt, dass die Mission der Verkündigung des Evangeliums nicht mit einer einzigen Zivilisation und einer einzigen Kultur identifiziert wird und daher die Reichtümer der einzelnen Völker und ihrer Kulturen schützt und fördert. Die Dokumente des Konzils von Shanghai enthalten daher Aufrufe, sich für die Werte der chinesischen Kultur und Gesellschaft zu öffnen.

Wir leben heute in einer Zeit globaler Gegensätze, in der einige Bereiche den so genannten "Kampf der Kulturen" anheizen. Das Konzil von Shanghai hat einen anderen Weg aufgezeigt: die Möglichkeit, dass sich kulturelle Traditionen nicht in sich selbst verschließen, sich nicht gegenseitig bekämpfen, sondern offen bleiben für gegenseitige Begegnung und Austausch.

 

2) Als das Konzil von Shanghai stattfand, waren die in China anwesenden Bischöfe allesamt Missionare aus anderen Ländern. Das Konzil legte den Grundstein für das Entstehen einer vollständig chinesischen katholischen Kirche, die von chinesischen Bischöfen geleitet wird. Und selbst diese Absicht war nicht von Taktik oder menschlichem Kalkül geleitet, sondern vom Geheimnis der Kirche auf ihrem Pilgerweg durch die Welt.

Die Frucht der Verkündigung des Evangeliums und jeder authentischen apostolischen Mission ist immer die Entstehung einer Ortskirche, die vollständig in ihren historischen, sozialen und kulturellen Kontext eingebettet ist. Aber dieses Eintauchen, diese Innewohnen der Kirche in den verschiedenen Kontexten macht die Ortskirche niemals zu einer isolierten, sich selbst genügenden und in sich geschlossenen Realität. Jede Ortskirche steht immer in Gemeinschaft mit den anderen Ortskirchen und mit der gesamten Weltkirche.

 

3) Das Konzil von Shanghai stellt auch eine Verwirklichung der Synodalität dar, die uns in unserer Zeit dank des Lehramtes von Papst Franziskus wieder so stark nahegebracht wird.

Der Apostolische Delegat Celso Costantini, der auf Geheiß von Papst Pius XI. den Vorsitz des Konzils innehatte, verglich die Synodenversammlung von Shanghai mit dem Konzil von Nizäa, auf dem sich "diejenigen, die weit voneinander entfernt waren, versammelt sahen".

Auch auf dem Konzil von Shanghai erlebten die Teilnehmer, dass die Synodalität keine zweitrangige, sondern eine konstitutive und unverzichtbare Dimension im Leben der Kirche ist.

Papst Franziskus sagte in der Videobotschaft zur Konferenz über das „Concilium Sinense“, die am 21. Mai in Rom von der Päpstlichen Universität Urbaniana in Zusammenarbeit mit Fides organisiert wurde, dass die Teilnehmer an diesem Konzil "eine authentische synodale Erfahrung gemacht und gemeinsam wichtige Entscheidungen getroffen haben. Der Heilige Geist brachte sie zusammen, ließ Harmonie unter ihnen wachsen, führte sie auf Wege, die sich viele von ihnen nicht hätten vorstellen können, und überwand sogar Ratlosigkeit und Widerstand. Das ist es, was der Heilige Geist, der die Kirche leitet, tut". Papst Franziskus wandte sich damit an die Teilnehmenden dieser Konferenz, unter denen auch der Bischof von Shanghai, Joseph Shen Bin, war.

 

4) Lassen Sie mich auch an Kardinal Celso Costantini erinnern, der als erster Apostolischer Delegat in China auf menschlicher Ebene der große Leiter des Konzils von Shanghai war.

Kardinal Costantini hat in den Fußstapfen von Matteo Ricci die Enzyklika „Maximum Illud“ umgesetzt. Wir können viel von dieser prophetischen und kreativen Persönlichkeit lernen. Papst Franziskus betonte in seiner Videobotschaft an die Konferenz über das Konzil von Shanghai, die an der Päpstlichen Universität Urbaniana stattfand: "Im Konzil von Shanghai hat die Gemeinschaft zwischen dem Heiligen Stuhl und der Kirche in China, auch dank der Arbeit von Celso Costantini, ihre Früchte gezeigt, Früchte des Guten für das gesamte chinesische Volk“.

 

Ich bete, dass Sie im Licht des „Primum Concilium Sinense“ die Wege, auf denen wir gemeinsam mit unseren chinesischen Brüdern und Schwestern gehen können, klarer erkennen, damit in unserem gemeinsamen Zeugnis des Glaubens an Jesus Christus "Früchte des Guten für das ganze chinesische Volk" wachsen können. Möge Gott Sie segnen!

(Fides, 28/6/2024)

 

ASIEN/MYANMAR - UN-Bericht: Bankensystem finanziert Ausrüstung zur Fortsetzung des Konflikts in Myanmar

 

Yangon (Fides) - Finanzinstitutionen müssen mehr tun, um die burmesische Militärjunta am Erwerb von Waffen zu hindern, sagte der Sonderberichterstatter für Menschenrechte in Myanmar, Tom Andrews, und nannte Thailand als die wichtigste neue Quelle für militärischen Nachschub, den Myanmar über das internationale Bankensystem erhält. Die thailändische Regierung antwortete, dass sie den UN-Bericht prüfen werde, und betonte dass die thailändischen Bankinstitute die Bankprotokolle des globalen Finanzsystems befolgen.

In dem Bericht mit dem Titel "Banking on the death trade: how banks and governments enable the military Junta in Myanmar" (Auf den Tod setzen: Wie Banken und Regierungen die Militärjunta in Myanmar unterstützen) weist Andrews darauf hin, dass viele westliche Regierungen (USA, EU und andere Staaten) Sanktionen gegen die birmanische Junta verhängt haben, die 2021 durch einen Staatsstreich an die Macht kam, und stellt fest, dass die Bemühungen der internationalen Gemeinschaft, den Waffenfluss zu stoppen, in dieser Hinsicht auch einen gewissen Erfolg hatten. Die Lieferung von Waffen und technologischer Produktionsausrüstung (für militärische und zivile Zwecke) an Myanmar über das internationale Bankensystem ist um ein Drittel zurückgegangen, von 377 Millionen USD im Jahr 2022 auf 253 Millionen USD im Jahr 2023. Die herrschende Militärjunta habe jedoch versucht, die Beschränkungen zu umgehen, während "die Streitkräfte Myanmars Zivilisten weiterhin systematisch mit Kriegswaffen aus dem Ausland angreifen", so Andrews in dem Bericht.

Die Beschränkungen werden unter anderem dadurch umgangen, dass die Lieferanten von Waffen und militärischen Mitteln gewechselt werden, Schlupflöcher im Sanktionssystem ausgenutzt werden, Finanzinstitute gewechselt werden und der fehlende politische Wille einiger Regierungen ausgenutzt wird. All dies seien Schritte, "um die von der internationalen Gemeinschaft ergriffenen Maßnahmen zu umgehen", sagte der Berichterstatter, der zwei Nachbarländer Myanmars, Singapur und Thailand, als Beispiele nannte.

Unterdessen habe Singapur, ein wichtiger Lieferant von militärischer Ausrüstung mit engen Handelsbeziehungen zu Myanmar, "eine klare Politik der Ablehnung gegen Waffentransfers formuliert", in Übereinstimmung mit der Resolution der UN-Generalversammlung, die nach dem Putsch von 2021 mit großer Mehrheit verabschiedet wurde. Die Exporte von Waffen und verwandten Materialien durch Unternehmen oder Einrichtungen aus Singapur sind von 120 Millionen Dollar im Jahr 2022 auf 10 Millionen Dollar im Jahr 2023 gesunken.

Thailand hingegen habe keine ausdrückliche Haltung gegen Waffentransfers nach Myanmar, sagte Andrews und fügte hinzu, dass sich die Exporte von in Thailand registrierten Einrichtungen oder Unternehmen im gleichen Zeitraum mehr als verdoppelt hätten: von 60 Mio. USD auf rund 130 Mio. USD. Unter den gekauften Militärgütern „sind Mi-17 und Mi-35 Hubschrauber, die für Luftangriffe auf zivile Ziele verwendet werden", berichtete er und nannte Thailand "die Hauptquelle des Regimes für militärische Lieferungen, die über das internationale Bankensystem gekauft werden". Hätte Thailand in der gleichen Weise wie die Regierung Singapurs reagiert, wäre "die Fähigkeit des burmesischen Militärs, die Bevölkerung Myanmars anzugreifen, stark eingeschränkt worden", bemerkte er.

Andrews ruft die Staaten, die den Frieden und die Achtung der Menschenrechte in Myanmar unterstützen, dazu auf, die Waffenverkäufe ihrer Unternehmen zu stoppen und forderte die Finanzinstitute auf, ihre Beziehungen zu den staatlichen Banken Myanmars einzufrieren.

Der UN-Berichterstatter bestätigt, dass die Militärexporte aus Russland und China nach Myanmar ebenfalls zurückgegangen sind, während die Exporte aus Indien konstant geblieben sind, wobei er anmerkte, dass ein Teil der Beschaffung von Militärgütern aus diesen Ländern auf informelle Kanäle oder einen vom Bankensystem nicht registrierten Markt verlagert worden sein könnte.

Abgesehen von den Überlegungen zum illegalen Handel richteten sich Andrews' Bemerkungen jedoch vor allem gegen das Bankensystem, das es dem Regime über den registrierten Handel ermöglicht, Waren und Ausrüstung für die Fortsetzung des Krieges zu kaufen. Wie aus dem Bericht hervorgeht, haben 25 Banken seit dem Staatsstreich Bankdienstleistungen für die staatlichen Banken Myanmars erbracht. "Banken haben die grundsätzliche Verpflichtung, keine Verbrechen zu unterstützen - und das schließt Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit ein", so der Bericht.

"Die gute Nachricht ist, dass die Junta zunehmend isoliert ist", sagte Andrews, der eine aktuelle Bilanz des seit über drei Jahren andauernden Bürgerkriegs in Myanmar zog: mehr als 5.000 getötete Zivilisten, 3 Millionen Vertriebene und mehr als 20.000 politische Gefangene.

Papst Franziskus hat sich in den letzten Monaten mehrfach zum Konflikt in Myanmar und den Waffenlieferungen geäußert. " Schrecklich, am Tod zu verdienen", aber "leider sind heute die Investitionen, die am meisten Profit abwerfen, die Waffenfabriken", sagte er am Ende der Generalaudienz am 1. Mai, in der er einen weiteren Appell für das Bemühen um Frieden lancierte. Auch bei der Ostermesse 2024 hatte der Papst gewarnt: "Gebt nicht der Logik der Waffen und der Aufrüstung nach. Frieden wird niemals mit Waffen geschaffen, sondern indem wir unsere Hände ausstrecken und unsere Herzen öffnen".

 

(PA) (Fides 28/6/2024)


FIDES-NACHRICHTEN - 28.06.2024

AFRIKA/KENIA - “Die Proteste gegen das Finanzgesetz waren der Auslöser für etwas Größeres”

 

Nairobi (Fides) - "Der Eindruck ist, dass die Rücknahme des Steuergesetzes jetzt völlig unzureichend ist, um die Wut des Volkes zu stoppen", sagt ein Beobachter aus kirchlichen Kreisen in Nairobi, wo Präsident William Ruto gestern, am 26. Juni, gezwungen war, das vom Parlament verabschiedete Finanzgesetz zurückzuziehen, nachdem die Demonstrationen in Gewalt umgeschlagen waren.

"Ich habe dem kenianischen Volk aufmerksam zugehört, das laut gesagt hat, dass es mit dem Steuergesetz 2024 nichts zu tun haben will, und ich gebe dem nach, so dass ich das Finanzgesetz 2024 nicht unterschreiben werde, das daraufhin zurückgezogen wird", sagte der kenianische Präsident live im Fernsehen.

Der für heute, den 27. Juni, angekündigte Volksmarsch wurde jedoch bestätigt. Einige der Demonstranten fordern nun den Rücktritt Rutos. Das Zentrum von Nairobi ist mit einem starken Polizeiaufgebot besetzt, die das Parlament, den Präsidentenpalast und andere Regierungsgebäude schützen sollen.

"Im Moment hat man den Eindruck, dass die Proteste gegen das Finanzgesetz, das neue Steuern vorsieht, der Auslöser für etwas Größeres waren: Man lehnt das System ab, das bisher die politischen und wirtschaftlichen Beziehungen in Kenia bestimmt hat", sagt der Beobachter, der aus Sicherheitsgründen um Anonymität bittet.

„Es handelt sich um eine Volksrevolte, die von der so genannten Generation Z angeführt wird, die sich der Korruption und der Misswirtschaft im Lande sehr wohl bewusst ist. Sie haben sich selbst keine eigene Führung gegeben, vielleicht aus Angst, dass sie von den Behörden verhaftet werden könnten", so unsere Quelle weiter. „In den sozialen Medien und auf Messaging-Apps häufen sich die Aufrufe zur Revolte, um das System zu ändern, das Kenia seit 60 Jahren regiert. Es ist nicht immer klar, wer dies Aufrufe postet, aber sie tragen dazu bei, die Spannungen anzuheizen, die durch die Todesfälle der letzten Tage (laut medizinischen Quellen mindestens 23) ohnehin schon hoch sind".

"Ruto hat ein Kontingent kenianischer Polizisten nach Haiti geschickt, aber er weiß nicht, dass er Zustände wie in Haiti zu Hause hat. In den Slums um Nairobi leben mindestens eineinhalb Millionen Menschen. Was könnte passieren, wenn sie in Aufruhr geraten?", fragt sich der Beobachter abschließend.

(L.M.) (Fides 27/6/2024)

 

ASIEN/CHINA - Bischof Joseph Yang Yongqiang tritt sein Amt in Hangzhou an: Er war am 12. Juni von Papst Franziskus ernannt worden

 

Von Marta Zhao

 

Hangzhou (Fides) - Bischof Joseph Yang Yongqiang hat heute, Donnerstag, 27. Juni, sein Amt im Bischofssitz von Hangzhou, der Hauptstadt der chinesischen Provinz Zhejiang, angetreten. Bischof Yang war auf Ernennung von Papst Franziskus vom Bischofssitz Zhoucun nach Hanghzhou versetzt worden. Im Bulletin des Presseamts vom vergangenen Samstag hieß es: "Im Rahmen des Dialogs über die Anwendung des Vorläufigen Abkommens zwischen dem Heiligen Stuhl und der Volksrepublik China hat der Heilige Vater am 12. Juni 2024 Bischof Joseph Yang Yongqiang zum Bischof von Hangzhou (Provinz Zhejiang, China) ernannt und ihn vom Bischofssitz von Zhoucun (Provinz Shandong, China) versetzt".

Nach Informationen, die Fides vorliegen, wurde die Zeremonie zur Einsetzung des neuen Bischofs vom Kanzler der Diözese, Pfarrer Paul Zheng Jiamao, geleitet, während Pfarrer Joseph Yang Yu das Anerkennungsschreiben der chinesischen Bischöfe verlas. An dem Gottesdienst nahmen der Bischof von Schanghai, Joseph Shen Bin und der Bischof der Diözese Ningbo (Provinz Zhejiang), Franz Xaver Jin Yangke, teil.

In seiner Ansprache bekräftigte Bischof Joseph Yang, er werde Priester und Laien vereinen und anleiten, um eine gesunde Weitergabe des katholischen Glaubens zu fördern und das Evangelium in Hangzhou zu verkünden. "Wir werden", so Bischof Yang wörtlich, "unter anderem zum Wachstum der Provinz Zhejiang, zur Sinisierung der religiösen Praktiken und zur Modernisierung der Verwaltung der religiösen Angelegenheiten beitragen“.

Bischof Joseph Yang Yongqiang wurde - wie das Bulletin des vatikanischen Presseamtes am Samstag, 22. Juni, berichtete - am 11. April 1970 in Boxing (Shandong) geboren. Seine philosophischen und theologischen Studien absolvierte er am Heilig-Geist-Seminar in Shandong und am Seminar Sheshan in Shanghai. Am 15. Juni 1995 wurde er zum Priester geweiht. Nach seinem Dienst als Seelsorger wurde er zur weiteren Ausbildung an das Nationale Priesterseminar in Peking geschickt. Später war er als Dozent am Heilig-Geist-Seminar tätig, wo er selbst ausgebildet worden war. Er wurde zum Bischofskoadjutor von Zhoucun ernannt, am 15. November 2010 geweiht und trat am 8. Februar 2013 die Nachfolge von Bischof Ma Xuesheng in der Leitung dieses Bischofssitzes an. Am 12. Juni 2024 ernannte Papst Franziskus Joseph Yang Yongqiang zum Bischof von Hangzhou.

Hangzhou, die Hauptstadt der Provinz Zhejiang, gehört zu den wirtschaftlich und technologisch am besten entwickelten Städten des Landes. Seit mehreren Jahren in Folge steht sie an der Spitze der Rangliste des chinesischen Bruttoinlandsprodukts (BIP). Heute hat sich Hangzhou rasch von einer Tourismus- und Kulturstadt in eine Industriestadt von internationaler Bedeutung verwandelt und wurde als Austragungsort für Veranstaltungen wie den G20-Gipfel 2016 und die Asienspiele 2022 ausgewählt. Die industrielle Entwicklung und die damit einhergehende Umstrukturierung bieten der Stadt weiterhin Wachstumschancen. Von hier aus startete auch Jack Ma Yun sein digitales Geschäft mit der Gründung von „Alibaba.com“, das später zur „Alibaba Group“ wurde.

Die katholische Gemeinde von Hangzhou kann auf eine lange Geschichte zurückblicken, die außergewöhnliche Jesuitenmissionare wie Matteo Ricci, Lazare Cattaneo und Nicolas Trigault umfasst. In dieser Reihe ragt vor allem die Figur von Martino Martini heraus: Die Stadt legt großen Wert auf das Mausoleum in einem Park, das dem großen italienischen Jesuitenhistoriker, Geografen und Kartografen gewidmet ist, der von 1614 bis 1661 lebte.

(Fides 27/6/2024)

 

ASIEN/JAPAN - Verkündigung des Glaubens im japanischen Kontext

 

Tokio (Fides) - "In Japan kann man deutlich sehen, dass der Brennpunkt für den Christen die Straßenkreuzung ist. In dem Augenblick, in dem man die Existenz des anderen kreuzt, gibt es Raum, um den eigenen Glauben zu bezeugen und das Evangelium zu verkünden. Wenn wir in diesem Augenblick Jesus in unserem Herzen tragen, können wir dem Menschen, dem wir begegnen, den wir berühren, den wir streifen, oder mit dem wir zusammenstoßen, Jesus mitteilen", so der Italiener Andrea Lembo vom Päpstlichen Institut für die Außenmissionen (PIME), der von Papst Franziskus im September 2023 zum Weihbischof für die Erzdiözese Tokio ernannt wurde, gegenüber Fides. Der 50-jährige Missionar, ehemaliger Regionaloberer des Päpstlichen Instituts für die Außenmissionen in Ostasien, betont, dass "in der japanischen Vorstellung die Schönheit nicht so sehr ein Zustand als vielmehr ein Übergang ist, wie es bei der kurzen zehntägigen Zeit der Kirschblüte, der Sakura, der Fall ist“. „in diesem Übergang", stellt er fest, "gibt es Raum, um der japanischen Kultur und Gesellschaft das Evangelium zu schenken". "Wenn wir das Christentum als 'Religion' begreifen, wird es nicht in die Herzen der Japaner gelangen. Wenn es hingegen eine Art und Weise ist, in der die Getauften die Erfahrung von Christus mitteilen, dann verstehen wir, dass Japan dem Evangelium nahe ist, wir entdecken Christus wieder, der in dieser Kultur bereits gegenwärtig ist", betont er.

Der Weihbischof berichtet von den Erfahrungen des "Shinsei-kaikan", des katholischen Kulturzentrums, das er seit 2021 leitet und das sich in einem der zentralen Stadtteile von Tokio befindet: ein offener und einladender Raum, in dem jungen Universitätsstudenten, auch Nichtkatholiken, die Möglichkeit geboten wird, "gemeinsam zu gehen", durch die Teilnahme an kulturellen Aktivitäten, Bibelkursen, Treffen zu Kunst und Kultur oder sozialen Themen.

Der Name des Zentrums bedeutet "Leben und Wahrheit". Es wurde 1934 von Diözesanpriester Soichi Iwashita als Wohnheim gegründet, das dem heiligen Philippus Neri gewidmet war: "Er verstand, dass Japan als hochmilitarisiertes imperialistisches Land auf einen Weltkrieg zusteuerte, und wollte jungen Menschen den Keim einer christlichen Spiritualität vermitteln. Damals ging es darum, das Wachstum junger Menschen zu fördern und sie in christlichen Werten zu verwurzeln. Heute steht Shinsei-kaikan allen Menschen offen, insbesondere denjenigen, die einen Sinn in ihrem Leben suchen oder sich in Schwierigkeiten befinden", berichtet er.

"Wir sind ein kleiner Begegnungsort in der Nähe des großen Hauptsitzes der „Soka Gakkai“, der buddhistischen Vereinigung. Wir erfüllen unseren Auftrag vor allem unter jungen Menschen, inmitten beunruhigender gesellschaftlicher Phänomene", stellt er fest. Zu den genannten Phänomenen gehört in der japanischen Gesellschaft das "Cosplay" (von "costume" und "play", die Kunst, sich zu verkleiden, um eine Figur aus einem Film oder einer Fernsehserie, einem Cartoon oder Comic darzustellen, Anm. d. Red). So "verkleiden sich junge Menschen und leben das Leben dieser Zeichentrickfigur; es wird zu einer Form der Flucht vor einer Realität, vor einer sehr starren Mentalität - die Kinder von der Grundschule an in ein System strenger Regeln einweist. Diese Menschen fangen an, ein Leben zu leben, das nicht real ist, aber zum realen Leben wird. Sie können das, was sie in sich tragen, ausdrücken und in ein Kostüm stecken, das zu ihrer neuen Identität wird, zu einem Doppelleben und einem Netz von Doppelkontakten. Dies kann zu psychologischen und sozialen Ungleichgewichten führen".

Ein zweites schwerwiegendes Phänomen seien die Selbstmorde, so der Bischof: "Die Zahl der Selbstmorde ist immer noch sehr hoch, vor allem unter Jugendlichen, es ist eine unglaubliche Geißel: Wir haben 36.000 pro Jahr erreicht, eine sehr hohe Zahl". Oft sei das Phänomen des „Hikikomori“ - der Jugendliche, der sich in seinem Zimmer einschließt und nicht mehr nach draußen geht - das Vorzimmer zu Depressionen und Selbstmord, erklärt er: "Die Wurzel ist die Angst vor der Gesellschaft, die Angst, im Leben nicht erfolgreich zu sein, oder ein Beziehungsproblem, den man in der Schule erlitten hat, wie Mobbing. Ich nenne das die 'Anorexie Japans', eine psychologische Anorexie, d. h. das Abschneiden aller grundlegenden Bindungen des Lebens".

Bischof Lembo erzählt: "Wir haben so viele dieser Jugendlichen begleitet, und wir müssen uns sehr anstrengen, um sie aus ihrem Schneckenhaus herauszuholen, um mit ihnen Tage zu verbringen, um mit ihnen zu reden und zu hoffen, dass sie wenigstens etwas außerhalb des eigenen Zuhaus tun wollen. Sie sind sehr verängstigt und entkräftet. Vor kurzem hat sich einer unserer Jugendlichen das Leben genommen, ein paar Tage vor Weihnachten. Der Sohn berühmter Ärzte, dessen ältere Schwester ebenfalls ein Medizinstudium absolvierte, musste aus einer Art moralischer Verpflichtung gegenüber seiner Familie studieren. Er schaffte es bis zum Abschluss im März letzten Jahres und brach dann zusammen. Der Junge sollte an Weihnachten getauft werden, aber es kam nicht dazu. Das sind traurige Geschichten. Aber selbst aus solchen Tragödien kann der Herr den Familien neue Hoffnung schenken: Die Eltern begannen einen Weg der psychologischen Begleitung und auch eine Vertiefung des christlichen Glaubens und ließen sich taufen".

Das Zentrum wurde von einem Wohnheim in ein Jugendkulturzentrum umgewandelt, das Abendkurse zur Einführung in den christlichen Glauben und die Bibel anbietet. Vor etwa 30 Jahren gibt es im Zentrum auch Angebote für Erwachsene und die Einrichtung ist heute - wie der Bischof erklärt - in vier grundlegenden Bereichen tätig: "Der erste ist die christliche Bildung für Jugendliche und Erwachsene, wir sprechen über den Katechismus und die Geschichte der Kirche; ein weiterer Pfeiler ist das Studium der japanischen Gesellschaft: Wir laden Wissenschaftler und Soziologen ein, um die Herausforderungen und allgemeinen Fragen, die für alle von Interesse sind, darzulegen; außerdem gibt es den Bereich der christlichen Kultur, der die Kunst und die geistliche Musik berührt: Ich halte zum Beispiel einen Kurs über 'Kunst und Bibel', der auf großes Interesse stößt; schließlich gibt es den Bereich des christlichen Erbes, also die Annäherung, das Studium und die Reflexion über die Kirchenväter".

Das Zentrum ist von Dienstag bis Sonntag geöffnet und bietet morgens und nachmittags Kurse an. Jeden Abend gibt es eine Aktivität, die dem Zusammensein der Studenten gewidmet ist, wie z. B. ein Gebet, ein Treffen oder eine gemeinsame Mahlzeit. "Shinsei-kaikan“ will ein Ort des Lernens, der Freundschaft und der Entspannung sein. „Wir begleiten junge Menschen, um die Schönheit ihres Herzens wiederzuentdecken, um die Freude an der Geschwisterlichkeit zu erleben, um das Vertrauen in die Menschen und eine ausgewogene Entwicklung zu fördern. Auf diesem Weg stellen wir die Person Jesu durch die Geschichten des Evangeliums vor, wir verkünden seine Botschaft der Liebe".

Auf rechtlicher Ebene ist das Zentrum nicht direkt der Diözese unterstellt. Dank der Intuition des ehemaligen Tokioter Weihbischofs Kazuhiro Mori, der das Zentrum ausgebaut hat, wurde eine andere Form gewählt: "Mori bevorzugte und empfahl, es zu einer sozialen Einrichtung zu machen, und wir konnten diese Zertifizierung ab 2021 erhalten, was ihm eine weitreichende Möglichkeit der Offenheit und des Empfangs gibt".

Das Zentrum, so Bischof Lembo, bleibt "ein Werk der Evangelisierung der Kultur, in der Kultur, mit den Mitteln der heutigen Kultur. Wir sind auch online, wir haben soziale Medien. Der Weg besteht darin, den Glauben in einen Dialog mit der japanischen Kultur zu bringen, einer großartigen Kultur, die das Substrat des Shintoismus hat, der im Wesentlichen das Leben ist, in dem es eine ganze Beziehung zur Natur gibt, eine Beziehung zur Schönheit. Daneben gibt es den Buddhismus, der für Stille, Sauberkeit, Freundlichkeit und Geduld steht. Schauen Sie sich in Japan die Finesse und die Kunst der Zen-Gärten an, eine Welt voller Bedeutung und eine wahre spirituelle Erfahrung. Das Christentum bewegt sich in diesem Kontext, um das Evangelium verkünden zu können. Deshalb ist einer der grundlegenden Punkte die Kunst, und wir schlagen eine Brücke zur japanischen Kunst". Der Weihbischof schließt: "In dieser japanischen Finesse kann auch das christliche 'Spannungsfeld' liegen, die Liebe Christi am Kreuz. Man kann Jesus mit japanischen Kategorien vermitteln. Im ‚Shinsei-kaikan‘-Zentrum gehen wir gemeinsam einen Weg. Und auf diesem Weg kann jeder Mensch entdecken, dass es etwas anderes gibt, dass es Christus gibt".

(PA) (Fides 27/6/2024)

 

ASIEN/THAILAND - Erzbischof von Bangkok zurückgetreten

 

Vatikanstadt (Fides) – Papst Franziskus hat den vom Erzbischof von Bangkok (Thailand), Kardinal Francis Xavier Kriengsak Kovithavanij, eingereichten Rücktritt angenommen.

 

(EG) (Fides 27/06/2024)


FIDES-NACHRICHTEN - 27.06.2024

AFRIKA/KENIA - “Die Menschen gehen auf die Straße, weil sie verzweifelt sind”

 

Nairobi (Agenzia Fides) - "Es war ein echter Volksprotest, der zunächst friedlich verlief, auch wenn sich Provokateure und Schläger unter die Demonstranten gemischt haben", sagt Pater Alfonso Poppi, von der Priesterbruderschaft der Missionare des heiligen Karl Borromäus, aus Nairobi gegenüber Fides. In der kenianischen Hauptstadt kam es gestern, am 25. Juni, bei Proteste gegen das neue Finanzgesetz zu gewaltsamen Ausschreitungen, während es Demonstranten gelang in das Parlament und das Büro des Gouverneurs einzudringen. Bei den Zusammenstößen mit der Polizei starben nach Angaben von Krankenhäusern mindestens 13 Menschen.

"Jetzt scheint die Lage wieder ruhig zu sein", berichtet Pater Alfonso. "Hervorzuheben ist, dass das kenianische Volk zum ersten Mal nicht auf Geheiß eines politischen Führers auf die Straße gegangen ist, sondern spontan, nach Aufrufen in den sozialen Medien". "Die Menschen sind wirklich verzweifelt wegen der hohen Lebenshaltungskosten und die neuen Steuern im Finanzgesetz verschlimmern die Situation nur noch." "Die Menschen fühlen sich von Präsident William Ruto betrogen, der im Wahlkampf wundersame Versprechungen über die Schaffung von Arbeitsplätzen gemacht hatte. Aber sie fühlen sich auch von den Oppositionsabgeordneten verraten, die für das Finanzgesetz gestimmt haben. Deshalb hat die Bevölkerung, insbesondere die Jugend, beschlossen, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen und auf die Straße zu gehen", sagt Pater Alfonso.

"Die Wut des Volkes wird durch die grassierende Korruption verstärkt, die dazu führt, dass Steuergelder für Luxusgüter verschwendet werden, von denen die 'Üblichen' profitieren", so der Missionar weiter. "Der Angriff auf das Parlament, auch wenn er mit Hilfe krimineller Elemente durchgeführt wurde, ist ein Symbol für die Verzweiflung, die aus der Kluft zwischen der Bevölkerung und einer herrschenden Klasse entsteht, die als korrupt und gleichgültig gegenüber dem Schicksal der einfachen Menschen wahrgenommen wird“.

Die Situation wird durch die von den Bischöfen live im Fernsehen verlesene Botschaft mit dem Titel "Gott schütze unser geliebtes Land" gut dargestellt.

"Das Finanzgesetz 2024-2025 hat bei den Kenianern ablehnende Reaktionen hervorgerufen. Wenn es in seiner jetzigen Form verabschiedet wird, wird es vielen Familien, die bereits unter den Folgen des vorherigen Finanzgesetzes 2023-2024 leiden, zusätzliches Leid zufügen", schreiben die Bischöfe. "Die Kenianische Bischofskonferenz hat vor kurzem ihre Bedenken über das Finanzgesetz gegenüber der Regierung formell geäußert, und wir begrüßen, dass wichtige Änderungen an dem Gesetzentwurf vorgenommen wurden. Wir sind jedoch der Meinung, dass andere wichtige Forderungen nicht berücksichtigt wurden. Wir betonen, dass, wenn jeder Kenianer Steuern zahlen muss, die Regierung die Bürger nicht übermäßig besteuern sollte". "Es ist nicht zu leugnen, was mit Überbesteuerung gemeint ist: Das Land blutet aus, und deshalb fordern wir die Regierung auf, mit der nötigen Ernsthaftigkeit über das Thema nachzudenken", betont die Bischofskonferenz.

Die Bischöfe erinnern an die vorwiegend jugendlichen Teilnehmer des Protests und sagen, dass sie "verstehen, warum die Generation Z auf die Straße gegangen ist, um ihre Wut auf die Regierung auszudrücken. Die neue Generation erlebt die negativen Auswirkungen, die überhöhte Steuern auf ihr Leben haben. Die Regierung muss sich der brennenden Wahrheit stellen, dass die Familien enorm leiden. Die jungen Menschen sind an einem Punkt angelangt, an dem sie ihre Wut über die Unempfindlichkeit der Regierung gegenüber ungerechtfertigten Steuern, die die Lebenshaltungskosten in die Höhe treiben, zum Ausdruck bringen", sagte er. "Die Regierung muss auf das Leid der Bürger hören. Sie zu ignorieren bedeutet nur, die Spannungen im Land zu erhöhen und die Jugend und die Bürger in Verzweiflung zu stürzen. Wir fordern den Präsidenten auf, auf die Stimme der vielen Leidenden zu hören und konkret auf die heutige Situation zu reagieren, die durch das Finanzgesetz ausgelöst wurde", schließen sie.

(L.M.) (Fides 26/6/2024)

 

ASIEN/LIBANON - Kardinal Parolin an Religionsvertreter: “Der Libanon muss angesichst der Konflikte ein Modell des Zusammenlebens bleiben”

 

Beirut (Fides) - "Der Libanon muss heute angesichts der anhaltenden Krisen und Kriege ein Modell des Zusammenlebens und der Einheit bleiben", so Kardinal Pietro Parolin vor hochrangigen Vertretern der im Libanon vertretenen Kirchen und Religionsgemeinschaften, die er am Dienstag, den 25. Juni, vormittags in Bkerké, dem Sitz des Maronitischen Patriarchats, traf. "Ich bin heute hier", fügte der Kardinal in seiner kurzen Ansprache an die Anwesenden hinzu und bezog sich dabei auf die institutionelle Krise, in der sich das Land der Zedern befindet, "um zu versuchen, zu einer Lösung der Krise im Libanon beizutragen, der keinen Präsidenten wählt, und zu versuchen, Lösungen zu finden, die für alle gut sind, und ich hoffe, dass wir heute alle eine Lösung für die aktuelle Krise finden können“.

Das Treffen mit den Oberhäuptern der libanesischen christlichen und muslimischen Gemeinschaften in Bkerké wurde vom maronitischen Patriarchen, Kardinal Bechara Boutros Rai, einberufen. An dem Treffen nahmen unter anderem auch der armenisch-orthodoxe Katholikos Aram I., der armenisch-katholische Patriarch Rafael Minassian, der melkitische Patriarch Youssef Absi, der Großmufti der Republik Abdul Latif Derian und das Oberhaupt des alawitischen Islamrats, Scheich Ali Kaddour, teil. An dem Treffen nahmen keine schiitischen Vertreter teil, während christliche Politiker wie Gibran Bassil von der „Freien Patriotischen Bewegung“, der Vorsitzende der „Marada“-Bewegung, Suleiman Frangieh, und ein Vertreter des Präsidenten der „Forces Libanaises“, Samir Geagea, anwesend waren.

Zu Beginn des Treffens sagte der maronitische Patriarch Rai, dass die "libanesische Familie" heute "eine sehr schwierige Phase durchlebt“. „Ich hoffe, dass wir einen Aufruf starten werden, wie wichtig es ist, für den Frieden und ein Ende der Kriege zu beten, die die Region und der Libanon nicht länger ertragen können", betonte er.

Kardinal Pietro Parolin ist am vergangenen Sonntag auf offizielle Einladung des Malteserordens in der libanesischen Hauptstadt eingetroffen.

Auf dem Programm seines Besuchs im Libanon stehen auch Treffen mit dem Parlamentspräsidenten Nabih Berri und dem Interimspremierminister Najib Mikati.

(GV) (Fides 26/6/2024)

 

ASIEN/INDIEN - Erste Sitzung des neuen Parlaments: Gewalt in Manipur immer noch auf der Tagesordnung

 

Imphal (Fides) - In der ersten Sitzung des aus den jüngsten Wahlen in Indien hervorgegangenen Parlaments, wählten die Abgeordneten den Politiker Om Birla, Mitglied der Bharatiya Janata Party (BJP), der Regierungspartei von Präsident Narendra Modi, erneut zum Sprecher. Birla rief in seiner ersten Rede zu "sinnvollen und konstruktiven Diskussionen" in der Versammlung auf und forderte die Zusammenarbeit mit der Opposition. Die erste Parlamentssitzung fiel mit friedlichen Protesten im Bundesstaat Manipur im Nordosten Indiens zusammen, einem Gebiet, das im vergangenen Jahr von interethnischen Konflikten erschüttert wurde. Die Gemeinschaft der Meitei, eine der beiden kriegführenden Gruppen, die die Mehrheit stellt, protestierte gegen den "Rückschritt" in der Angelegenheit. Die Meitei fordern nämlich, in die Gruppe der "Scheduled Tribes" (anerkannte Stämme gemäß der indischen Verfassung, die eine Reihe von Privilegien genießen, Anm. d. R.) aufgenommen zu werden, und ein Gerichtsurteil aus dem Jahr 2023 hatte in diesem Sinne entschieden. Dieses Urteil rief eine Reaktion der Kuki-zo hervor, die sich gegen diese Einbeziehung wehrten und als Minderheitengruppe befürchteten, das ihnen vorbehaltene Land zu verlieren. Ein späteres Urteil des Obersten Gerichtshofs hob das vorherige Urteil auf und stellte den „Status quo antea“ wieder her. Aber diese Lösung wird von den Meitei nicht akzeptiert.

Auf der anderen Seite wiederholten die Kuki-Stämme ihre Forderung nach einer separaten Verwaltung in Manipur und wiesen auf die Notwendigkeit eines sicheren Territoriums für Stammesgemeinschaften hin, die ethnische Verbindungen zu Stämmen im benachbarten Mizoram und auch im birmanischen Staat Chin in Myanmar haben.

Abgesehen von ihren jeweiligen Forderungen war ein gemeinsames Thema der Demonstrationen auf beiden Seiten die Forderung nach einem Ende der Gewalt, die sich seit über einem Jahr hinzieht. Die Demonstranten forderten, dass die Manipur-Frage im Parlament erörtert und so bald wie möglich gelöst werden sollte, bevor noch mehr Menschen ihr Leben lassen müssen. Der Ministerpräsident von Manipur, Nongthombam Biren Singh, sagte, dass in zwei bis drei Monaten wieder Frieden in seinem Bundesstaat herrschen werde, da die neue Regierung von Narendra Modi der Lösung der Krise Priorität einräume. "Die Gewalt in Manipur ist in den letzten sieben Monaten zurückgegangen, Schulen und Geschäfte haben wieder geöffnet", sagte Singh und berichtete, dass nach einem kürzlichen Treffen unter dem Vorsitz von Innenminister Amit Shah ein Aktionsplan ausgearbeitet worden sei. Im Imphal-Tal, der Hauptstadt des Bundesstaates, marschierten Hunderte von Frauen schweigend und forderten die Regierung auf, die Militarisierung des Gebiets zu lockern und die Kontrollpunkte zu beseitigen, damit das normale Leben wieder aufgenommen werden kann, auch weil militante Gruppen einen Waffenstillstand unterzeichneten, in dem sie sich verpflichten, in bestimmten Gebieten zu bleiben und ihre Waffen in geschlossenen und kontrollierten Lagern aufzubewahren.

In den mehrheitlich von Kuki bewohnten Bezirken versammelten sich Hunderte von Menschen, um an Märschen und Demonstrationen teilzunehmen. Sie forderten die Regierung auf, alle Kuki-Gebiete in Manipur zu vereinen, eine Forderung, die vor allem vom „Kuki Indigenous Tribal Leaders Forum“ (ITLF) erhoben wurde, das eine "dringende politische Lösung" für die ethnische Krise in Manipur fordert. Die politische Forderung ist die Schaffung eines neuen Unionsterritoriums (genannt "Zalen'gam", d.h. "Land der Freiheit") mit Gesetzgebungsbefugnis gemäß Artikel 239 (A) der indischen Verfassung.

"Wenn die Regierung Frieden will, dann muss sie hierher kommen und Frieden finden. Wir haben auf unserer Suche nach Frieden an die Türen der Zentralregierung geklopft", sagte Paolienlal Haokip, einer der Kuki-Führer und Mitglied der Staatsversammlung von Manipur. Mayanglambam Bobby, Vorsitzender der einflussreichen zivilgesellschaftlichen Meitei-Gruppe "People's Alliance for Peace and Progress" (Volksallianz für Frieden und Fortschritt), äußerte sich hingegen zum Ursprung der Gewalt: "Die Gewalt in Manipur begann, als militante Kuki am 3. Mai 2023 Häuser und Grundstücke der Meitei in Brand setzten“. Es folgten die Reaktion und ein allgemeiner Konflikt. Er schlägt vor, „dass die Kuki sich für die Angriffe auf die Meitei entschuldigen müssen, um Frieden zu schaffen; dann werden sich die Meitei-Gruppen revanchieren. Das ist der Mechanismus zur Beilegung von Streitigkeiten". Nach Ansicht von R.K. Nimai, einem hochrangigen Beamten mit umfassender Erfahrung im Umgang mit den komplexen sozialen Problemen in Manipur, "ist die Krise in Manipur sehr heikel, beide Gemeinschaften sind durch die Unaufmerksamkeit der Zentralregierung verletzt“. Es gehe darum, das Vertrauen wiederherzustellen, neue Gewalt zu verhindern und durch Vermittlung, die von beiden Seiten akzeptiert wird, einen Dialog in Gang zu setzen.

Seit dem Ausbruch der ethnischen Gewalt zwischen den Meitei und den Kuki-Zo am 3. Mai 2023 wurden mehr als 225 Menschen getötet und etwa 62.000 vertrieben. Die Binnenvertriebenen, die am meisten leiden, sind diejenigen, die am sehnlichsten auf einen Schritt in Richtung Wiedervereinigung warten.

(PA) (Fides 26/6/2024)

 

ASIEN/CHINA - Katholisches Netzwerk hilft Flutopfern

 

Meizhou (Agenzia Fides) - Im Auftrag von Bischof Joseph Li Shan von Peking und Bischof Joseph Shen Bin von Shanghai steht das Netzwerk der katholischen Hilfswerke erneut an vorderster Front bei den Hilfsmaßnahmen für die Opfer der Überschwemmungen und Erdrutsche, die die Stadt Meizhou in der Provinz Guangdong heimgesucht und schwere Verluste verursacht haben.

Seit dem 21. Juni ist das katholische Hilfsteam unter der Leitung von Joseph Liao Hongqing, Bischof von Meizhou, in Abstimmung mit den örtlichen Behörden in die am stärksten von den Überschwemmungen betroffenen Gebiete vorgedrungen, um der Bevölkerung seelischen Trost zu spenden und einige von der Diözese Guangzhou gespendete Hilfsgüter sowie andere, die von der katholischen Wohltätigkeitsorganisation „Jinde Charities“ in Shijiang, der Hauptstadt der Provinz Hebei, gesammelt wurden, zu verteilen.

Gleichzeitig arbeitet „Jinde Charities“ eng mit dem Bischofsrat der Provinz Guangdong zusammen, insbesondere mit Joseph Gan Junqiu, Bischof von Guangzhou, und Joseph Huang Bingzhang, Bischof von Shantou, die mit verschiedenen Gemeinden in den betroffenen Gebieten und den örtlichen Behörden Kontakt aufgenommen haben, um das Ausmaß der Katastrophe zu erfassen und den Hilfsplan auf den Weg zu bringen.

Nach Informationen aus erster Hand von Bischof Joseph Huang Liao, der immer wieder in die verschiedenen betroffenen Gebiete reist, besteht die dringendste Aufgabe darin, den Schlamm zu beseitigen und die Menschen mit Trinkwasser, Lebensmitteln und andere Hilfsgütern zu versorgen. Außerdem wurden einige Schulen in der Region schwer beschädigt.

Katholische Gemeinden im ganzen Land beten und mobilisieren für die Menschen in den betroffenen Gebieten und für Hilfsmaßnahmen.

Die Diözese Meizhou wurde 1850 dank der Verkündigung des Evangeliums durch französische Missionare gegründet. Im Jahr 1925 wurde die seelsorgerische Betreuung der Region den Maryknoll-Missionaren anvertraut.

Nach der Wiederbelebung des kirchlichen Lebens im Jahr 1978 blühte die pastorale, karitative und soziale Arbeit in der Diözese auf. Heute zählt die katholische Gemeinde über 50.000 Getaufte, Dutzende von Priestern, 15 Schwestern der Diözesankongregation der Missionarinnen der Heiligen Mutter Gottes und 45 Kirchen und Kapellen.

(NZ) (Fides 26/6/2024)

 

AMERIKA/KOLUMBIEN - Lateinamerikanische Bischöfe besorgt über die Auswirkungen des Drogenhandels: “Wir dürfen nicht aufgeben”

 

Bogota (Fides) - "Die Tatsache, dass es dem Drogenhandel gelingt, die Macht des Staates, der Polizei, der Streitkräfte, der Medien, der Unternehmen, kurz gesagt, aller Institutionen der Demokratie zu unterwandern und zu korrumpieren, gibt Anlass zu großer Sorge", dieser eindringliche Appell stammt vom Vorsitz des Rates der Bischofskonferenzen Lateinamerikas und der Karibik (CELAM) anlässlich des Internationalen Tages gegen Drogenmissbrauch und illegalen Drogenhandel in der Region, der jedes Jahr am 26. Juni begangen wird.

In ihrer Botschaft, die Fides vorliegt, beklagen die Bischöfe die Tatsache, dass diese illegalen Aktivitäten "in den Finanzsystemen Komplizenschaft gefunden haben, indem sie sich den Kontrollen und Inspektionen entzogen und sogar die dezentrale Finanzierung durch Kryptowährungen nutzen".

"Der Drogenhandel befördert die Auflösung von Staaten, die Ersetzung der Rechtsstaatlichkeit durch ein anderes Recht, das des Stärkeren. Er ist ein Zeichen für den Zusammenbruch der westlichen Zivilisation“, beklagen die lateinamerikanischen und karibischen Bischöfe und erinnern daran, dass jedes Leben heilig ist, und ermutigen alle Mitglieder der Kirche und die Völker Lateinamerikas und der Karibik, nicht aufzugeben und sich weiterhin für den Schutz des Lebens einzusetzen, indem sie es über Macht und Geld stellen. "Überall dort, wo wir die Leidenden umarmen, wo wir die Voraussetzungen für eine ganzheitliche menschliche Entwicklung schaffen, wo wir den Tisch ausweiten, damit alle essen können, entsteht Hoffnung", betonen sie in diesem Zusammenhang.

Die Netze des Drogenhandels gewinnen immer mehr an Boden, bis hin zur Bildung eigener Armeen, Banden und gewalttätiger Gruppen, um Gebiete zu kontrollieren. Hinzu kommt der Schaden, den sie bei jungen Menschen anrichten, die durch den Konsum dieser Substanzen ihr Leben verlieren, sowie bei Familien, die an dieser schmerzlichen Realität zerbrechen.

Vor zwei Jahren hat der CELAM die ein lateinamerikanisches Büro für Suchtpastoral und -prävention ins Leben gerufen, "um uns erneut in den Dienst des Lebens zu stellen und alle Räume in der Region zusammenzubringen, die sich für dessen Schutz einsetzen", erklären die Bischöfe, die ihre Botschaft mit einem Gebet für die Opfer des Drogenhandels abschließen und um die Fürsprache der Jungfrau von Guadalupe, der Schutzpatronin Amerikas, bitten, damit sie das Leben aller Völker segne und sie ermutige, Wege des Friedens zu finden, die zum vollen Leben führen.

 

(AP) (Fides 26/6/2024)


„Kirche in Not“ veröffentlicht „Glaubens-Kompass“ über die Ökumene der Märtyrer

Titelbild des Glaubens-Kompass „Ökumene der Märtyrer“. © Kirche in Not
Titelbild des Glaubens-Kompass „Ökumene der Märtyrer“. © Kirche in Not

24.06.2024

 

(München/acn) - Der deutsche Zweig des weltweiten katholischen Hilfswerks „Kirche in Not“ gibt in seiner Reihe „Glaubens-Kompass“ eine neue Ausgabe über die „Ökumene der Märtyrer“ heraus.

Bei dem 24 Seiten starken, illustrierten Faltblatt im Format DIN A6 handelt es sich um Auszüge aus einem Vortrag von Kurt Kardinal Koch auf einem der ökumenischen Kongresse „Christenverfolgung heute“ in Schwäbisch Gmünd.

 

 


AlpenKlimaGipfel: wetter.com sendet direkt von der Zugspitze

Im Rahmen des AlpenKlimaGipfel am 27. und 28. Juni 2024 sendet wetter.com direkt von der Zugspitze – aus dem höchstgelegenen Fernsehstudio der Alpen.

 

26.06.2024

(München/wc) – wetter.com, eines der führenden Wetterportale Europas, sorgt für zusätzliche Aufmerksamkeit für den AlpenKlimaGipfel und sendet seine Wetterprognosen am 27. und 28. Juni 2024 direkt aus der Tiroler Zugspitz Arena. Die Wetter-Expert:innen produzieren zu diesem Anlass eine Talkshow, Podcasts sowie Klima-Sendungen für die wetter.com Website und App.

Der AlpenKlimaGipfel versammelt Expert:innen aus Wissenschaft und Wirtschaft sowie Meteorolog:innen, die in einer spektakulären Kulisse auf knapp 3.000 Metern Höhe über die Auswirkungen des Klimawandels auf den alpinen Lebensraum diskutieren  - eine Region, die wie keine zweite betroffen ist. 

wetter.com nutzt diese einmalige Gelegenheit, um die User:innen mit fundiertem Wetter- und Klimawissen zu versorgen. „Unsere Übertragungen von der Zugspitze zeigen eindrucksvoll die Auswirkungen des Klimawandels. Sie sollen Aufmerksamkeit für die Dringlichkeit generieren und das Bewusstsein für nachhaltige Entscheidungen stärken.“ (Jens Kreusch, Director wetter.com TV)

Unter News Klima | wetter.com sammelt wetter.com sämtliche Beiträge und Berichterstattungen rund um das Thema Klima, ordnet Wetterprognosen ein und zeigt den Zusammenhang zum menschengemachten Klimawandel auf. Mehr Informationen zum AlpenKlimaGipfel finden Sie auf www.alpenklimagipfel.jetzt

Über wetter.com GmbH - ein Unternehmen der ProSiebenSat.1 Media SE

wetter.com gehört mit bis zu 22 Millionen User:innen im Monat zu den Marktführern unter den Online-Wetterportalen in Europa. Von den Standorten Konstanz, Berlin und München informieren erfahrene Meteorolog:innen und Redakteur:innen tagtäglich über aktuelle Wetterlagen und Trendprognosen. Ein präziser Niederschlagsradar, thematische Wetterkarten, Biowetter, HD Live Webcams sowie ausführliche News- und Ratgeberartikel runden das umfassende Angebot via Webseite und App ab. Darüber hinaus präsentiert das Portal mit wetter.com TV den einzigen 24-Stunden-Wetterkanal im deutschen Fernsehen und produziert die Wettershows der ProSiebenSat.1-Gruppe. Außerdem nutzt die B2B Marke METEONOMIQS die weltweite Wetterexpertise, um Unternehmen durch datengetriebenes Marketing, wetteroptimierte Umsatzplanung sowie weitere Datenlösungen voranzubringen. 

Über den AlpenKlimaGipfel – Gespräche auf der Zugspitze 

Der AlpenKlimaGipfel vernetzt Experten aus Wirtschaft & Wissenschaft, MeteorologInnen und Leitmedien des alpinen Lebensraums. Das Treffen auf dem höchsten Berg Deutschlands dient als Plattform, um zum bestimmenden Thema unserer Zeit – dem Klimawandel – ergebnisoffene Diskussionen zu führen. Die Lebensraum Tirol Gruppe mit ihren Tochtergesellschaften Standortagentur Tirol, Agrarmarketing Tirol und Tirol Werbung sowie die Tiroler Zugspitzbahn sind die Gastgeber des AlpenKlimaGipfels und ermöglichen die Gespräche und den Austausch zum Thema Klima in den Alpen auf der Zugspitze. Maßgeblich an der Organisation beteiligt ist die Kommunikationsagentur ProMedia Kommunikation aus Innsbruck. 

 

 


FIDES-NACHRICHTEN - 25.06.2024

AFRIKA/KENIA - Weitere Proteste gegen den Haushaltsentwurf

 

Nairobi (Fides) - Heute Morgen, 25. Juni, sind neue Proteste gegen den von der kenianischen Regierung vorgelegten Haushaltsentwurf im Gange, der die Einführung neuer Steuern vorsieht.

In Nairobi sind Sicherheitskräfte, die zum Schutz des Parlaments und des Präsidentenpalastes eingesetzt wurden, mit Demonstranten zusammengestoßen, wobei Tränengas zum Einsatz kam. Auch in anderen Städten, wie Mombasa und Kisumu, finden Demonstrationen statt.

Die Behörden haben zwar bekräftigt, dass sie das in der Verfassung verankerte Demonstrationsrecht respektieren wollen, werden aber von einigen Menschenrechtsorganisationen beschuldigt, mindestens ein Dutzend Demonstranten, die vor allem in den sozialen Medien aktiv sind, illegal festgenommen zu haben. Sie sollen angeblich nachts von der Polizei abgeholt und an unbekannte Orte gebracht worden sein.

Der Haushaltsentwurf zielt darauf ab, zusätzliche 2,7 Mrd. USD an Steuern einzunehmen, um Kenias hohe Schulden bei internationalen Gläubigern wie dem Internationalen Währungsfonds zu begleichen; allein die Zinszahlungen verschlingen 37 % der jährlichen Staatseinnahmen.

Die Regierung hat bereits Zugeständnisse gemacht und in Änderungsanträgen zum Gesetzentwurf versprochen, die vorgeschlagenen neuen Steuern auf Brot, Speiseöl, Autobesitz und Finanztransaktionen zu streichen. Dies reicht jedoch nicht aus, um die Demonstranten zufrieden zu stellen, die die Streichung des gesamten Entwurfs fordern.

Die Proteste werden vor allem von jungen Menschen angeführt. Der Vorsitzender der Kenianischen Katholischen Bischofskonferenz Maurice und Erzbischof von Kisumu, Muhatia Makumba, wandte sich an die Demonstranten und forderte sie auf, auf Gewalt zu verzichten und sich vor Provokationen zu hüten. "Lasst euch nicht von Leuten beeinflussen, die Hintergedanken haben und Chaos stiften wollen", sagte er in seiner Predigt bei der Messe am vergangenen Sonntag, 23. Juni.

Anschließend forderte Erzbischof Muhatia die Regierung auf, Artikel 37 der Verfassung, der das Demonstrationsrecht garantiert, zu respektieren, und wandte sich an Präsident William Ruto, den er aufforderte, die Forderungen der jungen Generation zu erfüllen.

Trotz der hohen Verschuldung zeigt die kenianische Wirtschaft Anzeichen eines Aufschwungs mit einer Wachstumsrate von 5,6 Prozent im Jahr 2023, angetrieben vom Agrarsektor, nachdem es nach mehreren Jahren der Dürre wieder reichlich geregnet hat, und vom Dienstleistungssektor. Auch die Inflation ist zurückgegangen und lag im Mai 2024 bei 5,1 %.

(L.M.) (Fides 25/5/2024)

 

ASIEN/PAKISTAN - Parlament verurteilt Lynchjustiz und fordert Achtung der rechtsstaatlichen Prinzipien

 

Islamabad (Fides) - Das pakistanische Parlament hat eine Resolution verabschiedet, die sich mit der schwerwiegenden Praxis der "Lynchjustiz" befasst und diese verurteilt, die in jüngster Zeit durch mehrere Vorfälle wie zum Beispiel die Ereignisse in Sargodha und Peschawar in die Schlagzeilen geraten ist. Die am 23. Juni verabschiedete Resolution bekräftigt die Bedeutung der Durchsetzung der Rechtsstaatlichkeit und unterstreicht die Dringlichkeit des Schutzes von Minderheiten. In den pakistanischen Medien wird darauf hingewiesen, dass es sich um einen bedeutenden Schritt im Bereich der Gesetzgebung handelt, um die Gewalt zu bekämpfen und die Sicherheit und die Rechte aller Bürger zu gewährleisten. In der von Justizminister Azam Nazeer Tarar initiierten Resolution wird betont, dass das Recht auf Leben das wichtigste in der pakistanischen Verfassung verankerte Recht ist.

„Jede Person muss im Einklang mit dem Gesetz und nicht anders behandelt werden", heißt es in der Resolution. Das pakistanische Parlament äußerte seine ernste Besorgnis über die Lynchmorde an Bürgern, denen Blasphemie vorgeworfen wird, in Swat und Sargodha und stellte mit großer Sorge fest, dass solche Vorfälle zunehmen. „Solche Taten dürfen in keiner zivilisierten Gesellschaft toleriert werden", so der Minister. In dem Text werden sowohl die Bundes- als auch die Provinzregierungen aufgefordert, die Sicherheit aller Bürger, einschließlich religiöser Minderheiten und anderer gefährdeter Bevölkerungsgruppen, zu gewährleisten, und es werden sofortige Maßnahmen zur Ermittlung, Untersuchung und strafrechtlichen Verfolgung der an diesen Vorfällen Beteiligten gefordert.

Die Resolution wurde von allen politischen Kräften unterstützt. Sie fordert strenge Maßnahmen zur Verhinderung von Lynchjustiz und zur Eindämmung des Missbrauchs der Blasphemiegesetze, um das Leben Unschuldiger zu schützen. Während der Parlamentsdebatte betonte der Bundesminister für Planung und Entwicklung, Ahsan Iqbal, dass es sich nicht nur um Einzelfälle handele, sondern um eine besorgniserregende Serie von Gewalttaten, die im Namen der Religion begangen werden. Verteidigungsminister Khawaja Muhammad Asif schloss sich dem an und forderte die Abgeordneten auf, eine klare Position zu diesem Thema einzunehmen. Justizminister Azam Nazir Tarar, der zusammen mit anderen Abgeordneten maßgeblich an der Ausarbeitung und Einbringung der Resolution in der Versammlung beteiligt war, bekräftigte das Engagement der Regierung für Gerechtigkeit und den Schutz der Menschenrechte.

Eine ähnliche Resolution wurde am gestrigen 24. Juni auch vom Regionalparlament der Provinz Punjab vorgelegt und einstimmig verabschiedet. In dem Text werden Vorfälle von Blasphemie scharf verurteilt und Schutz für alle Bürger gefordert. In der von der muslimischen Abgeordneten Raheela Khadim Hussain von der Pakistanischen „Muslim League-Nawaz“ initiierten Resolution heißt es, dass "Vorfälle von Gewalt wegen angeblicher Blasphemie äußerst besorgniserregend sind und nicht toleriert oder ungestraft bleiben dürfen“. Der Sprecher der Versammlung des Punjab, Malik Muhammad Ahmed Khan, sagte bei dieser Gelegenheit, dass solche Gewalt und Lynchmorde eine eklatante Verletzung der Verfassung seien, die die Rechte aller Bürger garantiere.

Die beiden Resolutionen auf Bundes- und Provinzebene wurden von verschiedenen Abgeordneten, darunter auch christlichen Abgeordneten, unterstützt. Ihre Unterstützung und ihr Engagement in dieser Sache haben entscheidend dazu beigetragen, das Thema in den Vordergrund zu rücken, um gegen die Gewalt des Mobs vorzugehen und gefährdete Gemeinschaften zu schützen.

Nach Ansicht der pakistanischen zivilgesellschaftlichen Organisationen ist dies „ein wichtiger Schritt zur Förderung von Gerechtigkeit und Gleichheit im Lande“. Man müsse den Mut der Politiker, die begonnen haben, dieses Gesetz im Parlament zu diskutieren, würdigen. Es gebe ein wachsendes Bewusstsein dafür, dass der fortgesetzte Missbrauch des Blasphemiegesetzes gestoppt werden müsse, und diese Resolution sei ein Hoffnungsschimmer, dass diese Diskussion nicht hier ende, sondern dass „konkrete Lösungen gefunden werden, um unschuldige Leben zu retten", betont Nasir Saeed, Direktor der Nichtregierungsorganisation „Centre for Legal Aid, Assistance and Settlement“ (CLAAS). "Diese Resolutionen ebnen den Weg für umfassendere Rechtsreformen, die hoffentlich zu spürbaren Veränderungen vor Ort führen und sicherstellen, dass die Rechte aller Bürger geachtet werden. Die Regierung und die Gesetzgeber haben nun die Aufgabe, diese Resolutionen wirksam umzusetzen und auf eine gerechtere und integrativere Gesellschaft hinzuarbeiten", stellt er fest.

In Peschawar in der nördlichen Provinz Khyber Pakhtunkhwa leitete die Polizei unterdessen Ermittlungen gegen Hunderte von Menschen ein, die eine Polizeistation angegriffen und einen Mann getötet hatten, der verdächtigt wurde, den Koran geschändet zu haben. Mithilfe der in den sozialen Medien verbreiteten Videos hat die Polizei versucht, die Personen zu identifizieren, die am 20. Juni die Polizeistation in Madyan, einem beliebten Touristenort in der Provinz Khyber Pakhtunkhwa, angegriffen und niedergebrannt haben und den der Blasphemie beschuldigten Mohammad Ismail getötet haben. Die Polizei hat jedoch bisher noch keinen der Angreifer festgenommen.

(PA) (Fides 25/7/2024)

 

ASIEN/LIBANON - Internationales theologisches Kolloqium zur ökumenischen Berufung der melkitischen Kirche

 

Beirut (Agenzia Fides) - Während die melkitisch griechisch-katholische Kirche den 300. Jahrestag der Wiederherstellung der vollen Gemeinschaft mit der Kirche von Rom (1724-2024) feiert, zielt ein hochrangiges internationales theologisches Kolloquium darauf ab, den ökumenischen Wert und die ökumenische Berufung dieser kirchlichen Gemeinschaft und der anderen katholischen Ostkirchen zu erörtern, und das in einer Zeit, in der geopolitische Konflikte auch Schwesterkirchen derselben Tradition, wie die Kirchen der Orthodoxie, beeinträchtigen.

Das vom melkitischen griechisch-katholischen Patriarchat organisierte Kolloquium begann am Nachmittag des 24. Juni mit einer kurzen Ansprache des melkitischen Patriarchen Youssef Absi und endet am Mittwoch, den 26. Juni. Die Arbeiten des Kolloquiums mit dem Titel "Die melkitische griechisch- katholische Kirche, die Union mit Rom und neue Perspektiven" finden im „Centre Liqaa“ in Raboueh (Beirut) statt.

Die Union der melktischen griechisch-katholischen Kirche mit Rom, so heißt es in dem Text, in dem das Kolloquium vorgestellt wird, stelle einen Wendepunkt in ihrer Geschichte dar: "Antiochenisch, kalzedonisch, von byzantinischer Tradition und arabischer Kultur, offen für die Zivilisationen Ost- und Westeuropas, ist ihre Zugehörigkeit zum Katholizismus auf zahlreiche Faktoren zurückzuführen, die im Laufe der Zeit ihre eigene Identität geprägt haben“.

Das Zweite Vatikanische Konzil habe der melkitischen griechisch-katholischen Kirche eine "einzigartige Gelegenheit“ geboten, „innerhalb der katholischen Kirche den Reichtum des östlichen Christentums, das Gefühl der Katholizität und die Dringlichkeit der Einheit in Erinnerung zu rufen und die Rolle der katholischen Ostkirchen zu definieren".

Im Rahmen des derzeit im Libanon stattfindende Kolloquiums bezeichnet die melkitische griechisch-katholische Kirche sich als "Brückenkirche" und betont ihre führende Rolle im Bereich der Ökumene, die durch die Initiativen der melkitischen Bischöfe und Patriarchen zur Wiederherstellung der vollen Gemeinschaft mit ihren orthodoxen Brüdern im Patriarchat von Antiochien gut repräsentiert werde. In den gemeinsamen Studientagen wird auf das berühmte Projekt der "Zhogby“-Initiative verwiesen, benannt nach dem großen melkitischen Erzbischof Elias Zoghby (1912-2008), der nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil mehrfach nach Wegen zur Wiederherstellung der vollen Gemeinschaft mit dem griechisch-orthodoxen Patriarchat von Antiochien suchte und sich wünschte, dass eine solche Initiative den Weg zur vollen Gemeinschaft zwischen der katholischen Kirche und allen orthodoxen Kirchen der byzantinischen Tradition bahnen würde.

Auf der Rednerliste des Kolloquiums in Raboueh stehen der Archimandrit Elisée Marzi von der „Université Saint-Joseph“ der über das Thema "Die melkitische Kirche als ekklesiologisches Laboratorium" sprechen wird und Pfarrer Gaby Hachem, Theologe an der „Université Saint-Esprit“ in Kaslik, zum Thema "Das melkitische Patriarchat auf dem Zweiten Vatikanischen Konzil und im synodalen Prozess".

(GV) (25/06/2024)

 

ASIEN/INDONESIEN - Diözese Labuan Bajo errichtet und erster Bischof ernannt

 

Vatikanstadt (Fides) – Papst Franziskus hat am 21. Juni auf einem Teilgebiet der Diözese Ruteng die neue Diözese Labuan Bajo (Indonesien) errichtet und sie als Suffraganbistum der Erzdiözese Ende unterstellt und den bisherigen Rektor der „Catholic University of St.Paul“ in Ruteng, Pfarrer Maksimus Regus aus dem Klerus der Diözese Ruteng zum ersten Bischof von Labuan Bajo ernannt.

Bischof Maksimus Regus wurde am 23. September 1973 in Woang in der Regentschaft Manggarai in der heutigen Diözese Ruteng geboren. Er besuchte das Päpstliche Römische Kleine Seminar „Pius XII.“ und studierte Philosophie und Theologie am Päpstlichen Großen Seminar „St. Petrus-Ritapiret“ in der Diözese Maumere. Am 10. August 2001 wurd er zum Priester geweiht.

Nach seiner Priesterweihe hatte er folgende Ämter inne und weitere Studien absolviert: Pfarrvikar von Christus König (2001-2007); Vorsitzender der Diözesankommission für Jugendarbeit und Mitglied der Diözesankommission für den interreligiösen Dialog (2002-2007); Hochschulstudium an der Fakultät für Sozial- und Politikwissenschaften der „Universitas Indonesia“ in Depok (2007); Studium der Sozialwissenschaften an der „Erasmus Universiteit“ in Rotterdam und Studium „ad doctoratum“ an der „Universiteit van Tilburg“ (Niederlande) (2011-2017); seit 2018 ist er Dozent an der „Catholic University of St. Paul“ in Ruteng, und Dekan der Fakultät für Erziehungs- und Bildungswissenschaften (2019-2023); seit 2020 Koordinator der Diözesanpriester von Ruteng.

(EG) (Fides 25/06/2024)

LINK

Statistiken -> https://www.fides.org/it/attachments/view/file/Dati_statistici.pdf


FIDES-NACHRICHTEN - 24.06.2024

AFRIKA/NIGERIA - Wieder ein katholischer Priester entführt

 

Abuja (Fides) - Der Pfarrer der „St. Raymond's Church“ in Damba (Gusau) im Bundesstaat Zamfara im Nordwesten Nigerias, Mikah Suleiman, wurde am Samstag, den 22. Juni, gegen 3 Uhr morgens von bewaffneten Männern entführt, die in das Pfarrhaus einbrachen.

"Mit Trauer im Herzen informieren wir die Öffentlichkeit über die Entführung eines unserer Priester, Pfarrer Mikah Suleiman. Dieses traurige Ereignis ereignete sich in den frühen Morgenstunden des heutigen Samstag, 22. Juni, im Pfarrhaus. Mikah Suleiman ist Pfarrer der katholischen Gemeinde „St. Raymond“ in Damba in Gusau im Bundesstaat Zamfara", heißt es in einer Erklärung der Diözese Sokoto. "Wir rufen alle Christgläubigen und alle Männer und Frauen guten Willens auf, aufrichtig für seine sofortige und sichere Freilassung zu beten. Wir vertrauen ihn der mächtigen Fürsprache der seligen Jungfrau Maria, der Mutter der Priester, an, damit er umgehend aus den Händen seiner Entführer befreit wird", heißt es in der Mitteilung weiter.

Pfarrer Mikah Suleiman ist bereitsder dritte Priester, der im Juni in Nigeria entführt wurde. Pfarrer Gabriel Ukeh, Pfarrer der Kirche „St. Thomas“ in der Gemeinde Zango Kataf im Bundesstaat Kaduna, wurde am Sonntag, den 9. Juni entführt (vgl. Fides 10/6/2024) und am 10. Juni wieder freigelassen. Dagegen befindet sich Pater Christian Ike, Pfarrer der „St. Matthew's Church“ in Ajalli, Orumba North Local Government Area im Bundesstaat Anambra, der zusammen mit einer weiteren Person am Morgen des 16. Juni entführt wurde, immer noch in der Hand seiner Entführer. Im Mai waren mindestens zwei weitere Priester entführt und nach einigen Tagen wieder freigelassen worden.

 

AFRIKA/KENIA - Im Paradies wartet jemand auf Schwester Ida

 

Von Pascale Rizk

 

Nairobi (Agenzia Fides) - "Schwester Ida ist plötzlich und unerwartet am Sonntag, den 16. Juni, kurz vor 7 Uhr morgens von uns gegangen. Nachdem sie mit der Gemeinschaft in Nairobi die Vesper gebetet hatte, wurde ihr in der Küche plötzlich unwohl und sie verstarb in weniger als 20 Minuten. Alle Hilfe war vergeblich", schreibt Schwester Fulgenzia Biasiotto von den italienischen „Suore Dimesse“.

Schwester Ida Lagonegro war 23 Jahre alt, als sie im Dezember 1967 in Kenia ankam. Sie starb im Alter von 82 Jahren, in dem Land, das sie so sehr liebte und in dem sie mehr als 57 Jahre in der Mission verbrachte. Die ersten drei Schwestern waren am 21. April 1965 zusammen mit zwei 'Fidei Donum'-Priestern aus Padua in das Land gekommen, um sich in der katholischen Mission in North Kinangop im Bezirk Nyandarua niederzulassen. Der Bischof von Padua hatte ihnen den Auftrag erteilt, als Missionarinnen in Kenia tätig zu werden, wo die Schwestern zunächst einmal Kikuyu, die Sprache der größten ethnischen Gruppe des Landes, lernen mussten. Ein Studium, das nicht weniger als 11 Klassenstufen umfasste.

"Ich glaube so sehr an Gottes Plan für jeden von uns, dass ich keinen kulturellen Hintergrund hatte. Nachdem wir die Sprache gelernt hatten, begannen wir, den Frauen in kleinen Dingen zu helfen". So erzählte sie mir vor genau einem Jahr, als ich sie in Nairobi traf.

Und von da an begann die Geschichte eines langen Missionslebens, das der Verkündigung des Evangeliums sowohl in kleinen alltäglichen Dingen als auch in großen Werken gewidmet war.

Während ihrer Zeit in Kenia war Schwester Ida in verschiedene abgelegene Orte gereist, wo eine nach der anderen kleine Missionsstationen gegründet wurden, um die Bedürfnisse aller zu erfüllen: Manunga, Nord-Kinangop, Anjabin, Süd-Kinangop, Rumuriti. Hier begannen ihre Rückenprobleme, die sie ihr Leben lang begleiteten. Wer sie fragte: "Schwester Ida, wie geht es Ihnen?", dem antwortete sie: "Der Kopf ist da, aber die Beine tragen mich nicht."

Nach einem Genesungsaufenthalt in Italien wurde sie nach Gangemi, einem der acht Slums von Nairobi, zurückgeschickt. "Dort passiert alles Mögliche. Alles, was man sich vorstellen kann, passiert", sagte sie mir.

Nach der ersten Erfahrung sollte sie auf Wunsch der Generaloberin nach Italien zurückgehen, um ihr Studium zu beenden, aber die Priester bestanden damals darauf, dass "wir nicht wirklich an einem Diplom interessiert sind, Schwester Ida ist sehr aktiv und tut viel Gutes. Schicken Sie sie einfach nach London, damit sie Englisch lernt". "Und so kam ich nach einer Zeit in London zurück und eine zweite Schule für Mädchen war gegründet worden, mit 320 Mädchen im Teenageralter. Sonntags ging ich mit einem italienischen Moped, dem 'Ciao', zur Messe, und dann las ich einer blinden Frau das Evangelium vor, die ihr Augenlicht verloren hatte, weil sie über den Tod ihrer Tochter so sehr trauerte. Der Herr ist groß, und das hat mich verändert. Danach ging ich nach Taboril", berichtete Schwester Ida.

Trotz ihres fortgeschrittenen Alters war Schwester Ida sehr stolz auf die von ihr gegründete Werkstatt, in der etwa fünfzehn Frauen aller Ethnien arbeiten, ein Projekt, das sie unter dem Motto "Empowering Women" ins Leben gerufen hat, um ausgegrenzten, vergewaltigten, alleinerziehenden Müttern ihre Unabhängigkeit zu ermöglichen.

Der größte Kulturschock war die große Armut. Was ihr auch Kraft gab, war eine Begegnung mit einer sterbenden Frau, der Mutter eines der Schulmädchen, die die Schule der Ordensschwestern besuchten. Die Frau sagte zu ihr: "Weißt du, ich werde nicht mehr lange leben, aber ich segne dich jetzt, und du wirst hier noch lange leben. Und wenn ich in den Himmel komme, werde ich zum Herrn sagen: Lass mich an der Tür stehen, ich warte auf eine Schwester". "Dies", sagte Schwester Ida, "war für mich der Schlüssel zum missionarischen Engagement". Und sie erzählte von den vielen Dringlichkeiten, die auch mit der Lebensweise der Stämme, den sexuellen Problemen und dem Aberglauben zusammenhängen.

Sie ging auf die Märkte, um Obst zu kaufen. Alle grüßten sie: Anglikaner, Protestanten und Muslime. "Ich spreche ihre Sprache, denn die Sprache ist der Weg zum Herzen", sagte Schwester Ida.

In ihrem Leben wurde Schwester Ida 11 Mal operiert, aber das hat sie nicht aufgehalten. Zwischen Gemeinschaft, Büro und Reisen von Ort zu Ort war Schwester Ida wie ein aktiver Vulkan, voller Ideen und immer bestrebt, sie mit Hilfe vieler Wohltäter zu verwirklichen, die auf das vertrauten, was der Herr durch sie vollbrachte.

Die Beerdigung findet heute, Montag, den 24. Juni, im „Centre of Hope“ in Gatundia in Laikipia statt, wo sie mit dem Bau eines Altenheims begonnen hatte und wo ein Teil des Grundstücks von Anfang an als Friedhof für die Schwestern reserviert war. "Nach der Heiligen Messe, die unter den Zelten einige Kilometer vom Äquator entfernt gefeiert wird, wird Schwester Ida die dritte sein, die dort nach einer Italienerin und einer Afrikanerin beigesetzt wird. Ordensschwestern der ersten Gruppe. Es war Schwester Ida, die den Granitgrabstein für die ersten beiden vorbereitete, wie es in Italien üblich ist, und dafür sorgte, dass die Pflanzen und Blumen auf dem kleinen Friedhof gepflegt wurden“.

Sie wünschte sich, in Afrika zu sterben, und der Herr erfüllte ihr diesen Wunsch. "Die Gegend ist ca. 230 km von Nairobi entfernt, das Klima ist sonnig, geradezu prädestiniert für einen Altersruhesitz", berichtet Schwester Fulgenzia, die ebenfalls aus Padua stammt und vor 49 Jahren nach Kenia kam, weil "dort ein missionarisches Feuer brannte", wie sie bei unseren Begegnungen im vergangenen Jahr beschrieb. "Wir spüren eine große Leere, und gleichzeitig ist alles weiterhin lebendig, wir sind in vollem Gange", ergänzt Schwester Fulgenzia.

Die Mission der „Suore Dimesse“ fand zunächst in verschiedenen italienischen Diözesen bis zum Zweiten Vatikanischen Konzil statt, als sich die Kongregation für die Mission außerhalb Europas öffnete. In den 1950er Jahren entstand in der Diözese Padua eine große missionarische Begeisterung, die auch von Bischof Girolamo Bortignon und Pater Moletta, dem Leiter des Missionsbüros der Diözese Padua, gefördert wurde. Dieser missionarische Aufbruch war auch durch die Enzyklika "Fidei Donum" von Pius XII. ausgelöst worden, in der Priester, Ordensleute und Laien aufgefordert wurden, sich von der Leidenschaft für die apostolische Arbeit anstecken zu lassen und insbesondere den Weg der jungen Kirchen in Afrika zu unterstützen.

(Fides 24/6/2024)

 

ASIEN/HEILIGES LAND - Den Schülern von Gaza werden die Prüfungen und die Zukunft verwehrt

 

Von Pater Ibrahim Faltas (ofm)*

 

Jerusalem (Fides) - In diesen Tagen hätten etwa 39.000 Schüler in Gaza ihr Abitur ablegen müssen. Wie viele andere palästinensische Schüler, wie viele andere israelische Schüler, wie viele andere Schüler auf der ganzen Welt. Die Reifeprüfung ist wichtig, sie markiert einen Abschnitt im Leben, sie ist der Übergang zum Erwachsensein.

Es wären 39.000 Schüler gewesen, aber man weiß, wer sich nicht zur Prüfung erscheint, weil er nicht mehr da ist oder weil seine Leiche noch unter den Trümmern liegt.

Wie viele von ihnen haben Verletzungen und Traumata erlitten? Wie viele haben ihre Eltern verloren und sind plötzlich für die Familie verantwortlich, die sie zuvor unterstützt und beschützt hat? Wie viele haben Freunde und Schulkameraden verloren, mit denen sie die guten Jahre ihrer Jugend geteilt haben?

Durch meine Erfahrung als Direktor der Schulen der Kustodie des Heiligen Landes habe ich die Kinder und Jugendlichen dieses Landes gut kennen gelernt. Ich sehe, wie sie ängstlich die Kindergartenräume betreten, sich zunächst an ihre Mütter klammern und dann lächelnd und freudig in die Arme der Erzieherinnen laufen. Ich sehe sie wachsen und höre, wie sie Unsicherheiten und Schwierigkeiten mit Engagement und Entschlossenheit überwinden. Ich begleite sie in ihren Ängsten und Sorgen, die ich gemeinsam mit den Lehrern und Eltern in ein Bewusstsein über ihre Fähigkeiten und in Zuversicht und Hoffnung für die Zukunft umzuwandeln versuche, jene Zukunft, die mit der Abiturprüfung und den ersten Entscheidungen im Leben beginnt. Dies sind die Tage, an denen die Schüler einen fünfzehnjährigen Bildungsweg abschließen, oft in derselben Schule und mit denselben Freunden, und dies sind die Tage, an denen die Nähe eines Blicks, eines Lächelns und einer Ermutigung nötig ist.

In diesem Jahr werden im Gazastreifen keine Abiturprüfungen stattfinden: Sie wurden bereits mit der Zerstörung so vieler Schulen abgesagt, und auch im nächsten Jahr wird es keine geben, wodurch das Wachstum und die Entwicklung dieser Generationen unterbrochen werden.

Schulen sind ebenso wie Krankenhäuser und Gotteshäuser heilige Orte, Orte, die grundlegende Aufgaben für die Heilung von Körper, Geist und Seele haben. Respekt vor diesen Orten bedeutet Respekt vor dem Leben, das sie schützen.

Nach 260 Tagen sind Gewalt und Hass immer noch die Hauptakteure im Heiligen Land, und wie immer sind sie die Ursache aller Kriege. Selbst im Westjordanland hören die Zusammenstöße nicht auf und fordern Tote, Verletzte, Zerstörung und Verhaftungen.

Den Kindern und Jugendlichen dieses Landes wird die Vergangenheit vorenthalten, die Gegenwart ist verbaut, die Zukunft ist verdunkelt.

Die Kinder und Jugendlichen brauchen die Kraft der Bäume, die ihre Vorfahren auf dieser Erde gepflanzt haben, sie brauchen ihre festen Wurzeln und Äste voller neuer Blätter.

Die Wurzeln stehen nicht nur für die Vergangenheit und die Stärke der Familienbande, sie sind die Geschichte eines jeden Menschen. Zweige sind ein Zeichen der Wiedergeburt und des neuen Lebens, ein sichtbares Zeichen des Frühlings, der die Zweige in den Himmel streckt, und für unsere Kinder und Jugendlichen stehen sie für die Hoffnung auf eine bessere Zukunft.

(Fides 24/6/2024)

 

* Vikar der Kustodie im Heiligen Land

 

ASIEN/SÜDKOREA - Insgesamt 1.413 Messen für Frieden und Versöhnung: "Wir brauchen neue Hoffnung“

 

Seoul (Fides) - Es ist eine Botschaft des Friedens und der Versöhnung, die der Erzbischof von Seoul, Peter Soon-taick Chung, im Hinblick auf den Jahrestag des Koreakrieges verkündet. Es ist eine Botschaft der Hoffnung und der Einheit, die das fortwährende Engagement des Komitees für die Versöhnung des koreanischen Volkes der Erzdiözese Seoul und des entsprechenden "Nationalen Versöhnungskomitees" innerhalb der koreanischen Bischofskonferenz bestätigt: ein Engagement geistlicher Art (bis heute wurden 1.413 Messen für die Versöhnung gefeiert) und materieller Art, um als "Friedensstifter" zu handeln, gemäß der Logik des Evangeliums.

Am Vorabend des Jahrestages des Ausbruchs des Koreakrieges - am 25. Juni 1950, dem Beginn eines Konflikts, der von 1950 bis 1953 dauerte und mit einem Waffenstillstand endete, der technisch immer noch in Kraft ist - und am Vorabend des "Gebetstages für die Versöhnung und Einheit des koreanischen Volkes", der von der Koreanischen Bischof im Jahr 1965 eingeführt wurde ruft der Erzbischof von Seoul, Peter Soon-taick Chung, zu einem erneuten Engagement für Frieden und Versöhnung auf und betont, "dass es von entscheidender Bedeutung ist, das Erbe des Hasses nicht an künftige Generationen weiterzugeben".

In der Predigt der Messe, die heute, am 24. Juni, in der Myeongdong-Kathedrale anlässlich dieses besonderen Tages gefeiert wurde, sagte Bischof Chung: "Obwohl die Situation zwischen den beiden Teilen Koreas düster erscheinen mag, dürfen wir Christen nicht in Verzweiflung verharren. Stattdessen kann unser Gebet in dieser Zeit wachsender Feindseligkeit diese Zeit mit einem größeren Licht erhellen".

Der Erzbischof erinnerte an die Lehren des Evangeliums und sagte: "Jesus selbst hat gezeigt, dass Frieden nicht durch das Handeln nach dem Prinzip ‚Auge-um-Auge‘ erreicht werden kann“. Er forderte die Gläubigen auf, nicht für die Verwandlung des anderen zu beten, sondern dafür, dass jeder "Gottes grenzenlose Barmherzigkeit und Geduld nachahmen kann und den Weg des Friedens wählt".

Mit Blick auf die Widerstandsfähigkeit des koreanischen Volkes sagte der Erzbischof: "Unser Volk hatte die Hoffnung, dass wir die Armut überwinden könnten, was zu unserer wirtschaftlichen Entwicklung führte; es hatte die Hoffnung, dass wir die Diktatur überwinden könnten, was zur Erlangung der Demokratie führte. Jetzt müssen wir an einer neuen Hoffnung festhalten, nämlich der, die Teilung zu überwinden. Diese Hoffnung wird der koreanischen Halbinsel sicherlich wahren Frieden bringen". Zum Abschluss seiner Predigt rief Bischof Chung alle Menschen auf der koreanischen Halbinsel dazu auf, "den Weg der Vergebung und der Versöhnung und nicht den des Hasses und der Verbitterung zu wählen".

Seit 1965 beging die koreanische Bischofskonferenz den 25. Juni zunächst als "Gebetstag für die Kirche in der Stille". Im Jahr 1992 wurde der Name in "Gebetstag für die Versöhnung und Einheit des koreanischen Volkes" geändert.

Im Jahr 1995 gründete die Erzdiözese Seoul anlässlich des 50. Jahrestages der Befreiung Koreas das Komitee für die Versöhnung des koreanischen Volkes, um ein Engagement zu erneuern, das als entscheidend für die Zukunft angesehen wird.

Das Komitee organisiert sowohl spirituelle Momente als auch materielle und humanitäre Initiativen. Ein Fixpunkt ist die Messe und das Gebet für den Frieden jeden Dienstag um 19 Uhr in der Myeongdong-Kathedrale. Bis heute wurden insgesamt 1.413 Gottesdienste gefeiert, was das unermüdliche Engagement des Komitees für die Förderung von Frieden und Einheit durch Gebet, Reflexion, Kultur und Aktion unterstreicht. Das Komitee führt verschiedene Bildungs- und Forschungsprojekte durch, unterstützt Hilfsprogramme für nordkoreanische Flüchtlinge und organisiert Reisen in die Grenzgebiete im Rahmen des Programms "Winds of Peace".

Diese Verpflichtung wird auch vom "Nationalen Komitee für Versöhnung" innerhalb der koreanischen Bischofskonferenz geteilt. Bischof Simon Kim Ju-young, Vorsitzender des bischöflichen Ausschusses, sagte anlässlich des 25. Juni: "Wir müssen in unser Herz blicken und sehen, ob wir die Menschen im Norden wirklich als Brüder und Schwestern behandeln. Wir müssen mit einem demütigen Herzen einen neuen Weg einschlagen und fest an den Dienst der Versöhnung glauben: Wer an den von Christus geschenkten Frieden glaubt, verliert nie die Hoffnung. Herr, erhöre gnädig unsere Gebete und schenke uns Frieden in dieser Zeit".

(PA) (Fides 24/6/2024)

 

ASIEN/CHINA - Bischof von Yang Yongqiang mit Ernennung durch Papst Franziskus von der Diözeses Zhoucun in die Diözese Hangzhou versetzt

 

Von Gianni Valente

 

Hangzhou (Fides) - Joseph Yang Yongquiang ist der neue Bischof von Hangzhou, in der chinesischen Provinz Zhejiang. Dies geht aus dem am Samstag, 22. Juni 2024, veröffentlichten Bulletin des vatikanischen Presseamtes hervor. "Im Rahmen des Dialogs über die Anwendung des Vorläufigen Abkommens zwischen dem Heiligen Stuhl und der Volksrepublik China", heißt es in dem vom vatikanischen Presseamt veröffentlichten Text, "hat der Heilige Vater am 12. Juni 2024 Bischof Joseph Yang Yongqiang zum Bischof von Hangzhou (Provinz Zhejiang, China) ernannt und ihn von der Diözese Zhoucun (Provinz Shandong, China) versetzt." Der neue Bischof von Hangzhou wird am Donnerstag, 27. Juni, mit einem feierlichen Gottesdienst in der Kathedrale von Hanghzhou in sein neues bischöfliches Amt eingeführt.

Joseph Yang Yongqiang wurde am 11. April 1970 in Boxing (Shandong) in einer katholischen Familie geboren. Im Jahr 1987 trat er in das Heilig-Geist-Seminar in Jinan ein. Seine philosophischen und theologischen Studien absolvierte er an diesem Seminar und am Seminar von Sheshan in Shanghai. Am 15. Juni 1995 wurde er zum Priester geweiht. Nach seinem Dienst als Seelsorger wurde er zur weiteren Ausbildung an das Nationale Priesterseminar in Peking geschickt. Später war er als Dozent am Heilig-Geist-Seminar tätig. Er wurde zum Bischofskoadjutor von Zhoucun ernannt, am 15. November 2010 geweiht und trat am 8. Februar 2013 die Nachfolge von Bischof Ma Xuesheng in der Leitung dieser Diözese an. Am 12. Juni 2024 ernannte ihn Papst Franziskus zum Bischof von Hangzhou.

Im Oktober 2023 nahm Joseph Yang Yongqiang zusammen mit einem anderen Bischof vom chinesischen Festland, Antonio Yao Shen, von der Diözese Jining/Wumeng an der 16. ordentlichen Generalversammlung der Bischofssynode teil, die dem Thema "Für eine synodale Kirche: Gemeinschaft, Teilhabe und Sendung" gewidmet war. In einem Exklusivinterview mit Fides (vgl. Fides vom 16/11/2023) sagte Bischof Yang, er fühle sich "geehrt", zur Teilnahme an der Vollversammlung der Bischofssynode in Rom eingeladen worden zu sein und so "die Gelegenheit zu haben, meinen Glaubensweg zu teilen und den der anderen zu hören".

In dem Interview schilderte der Bischof seine Berufung zum Priesteramt folgendermaßen: “Ich stamme aus einer Familie mit katholischer Tradition, und der Glaube der Älteren in der Familie hatte einen großen Einfluss auf mich, insbesondere der meiner Großmutter. Ich erinnere mich, dass sie uns bat, jeden Abend unsere Gebete zu lesen und uns vor dem Einschlafen vor Statuen oder Bildern von Jesus, der Jungfrau Maria, dem Heiligen Josef oder anderen Heiligen zu verneigen. Dann hat sie selbst die Gebete bis spät in die Nacht weitergebetet“. „Meine Mutter”, so der Bischof weiter, „unternahm einmal eine Wallfahrt zum Berg der Muttergottes in Huzhuang. Als sie zurückkam, erzählte sie uns, dass sie in der Kirche im Westen von Jinan junge Seminaristen gesehen hatte, die ruhig und diszipliniert aussahen und lasen. Als sie von ihnen sprach, leuchteten ihre Augen. Ihre Worte blieben in meinem Herzen haften, und so wurde der Samen des Priestertums in mir gepflanzt“.

In dem Interview zitierte der neue Bischof von Huangzhou auch eine Passage aus "De Imitatione Christi", die ihn auf seinem Weg inspiriert hatte: "Halte dich fern von Tratsch und Klatsch: Du musst unruhige Menschenansammlungen meiden, denn das Eintauchen in eine weltliche Umgebung kann, selbst mit reinen Absichten, nicht harmlos sein, denn man wird bald von Eitelkeiten beschmutzt und versklavt. Mehr als einmal wünschte ich, ich hätte mich still verhalten und wäre nicht unter die Leute gegangen.“

Bischof Yang erzählte in diesem Interview auch eine sehr persönliche Begebenheit im Zusammenhang mit seiner Priesterweihe: Bischof Yang erzählte in diesem Interview auch eine persönliche Begebenheit im Zusammenhang mit seiner Priesterweihe: „Mein Vater stellte mich Pfarrer Li Chonglun, dem Diözesanleiter, vor und sagte: ‚Heute übergebe ich diesen Jungen der Kirche. Ich werde erst dann in Frieden ruhen, wenn er geweiht ist. Ich hätte nie gedacht, dass sich seine Worte als Prophezeiung entpuppen würden. Am Tag nach meiner Priesterweihe durch Bischof Aloysius Jin Luxian erhielt ich einen Anruf, in dem mir mitgeteilt wurde, dass mein Vater gerade gestorben war. Ich brach in Tränen aus. Seine Worte waren wie die des Simeon im Lukasevangelium, die auch in den Gebeten der Komplet zitiert werden: ‚Nun lass deinen Diener in Frieden gehen, mein Herr, wie du es gesagt hast...‘. Deshalb ist es jedes Mal, wenn ich diese Gebete spreche, so, als würde ich für meinen Vater beten“.

In der Diözese Hanghzou leben 30.000 Katholiken. Der Bischofssitz war vakant.

Am 25. Juni 2000 war der Priester Matthew Cao Xiangde ohne die Ernennung durch den Papst als Bischof von Hangzhou geweiht Später, am 8. Juni 2008, hatte ihn der Heilige Stuhl legitimiert, ohne ihm jedoch die die kirchliche Jurisdiktion zu übertragen. Bischof Caro starb am 9. Juli 2021 im Alter von 92 Jahren nach langer Krankheit.

(Fides 22/6/2024)

 

ASIEN/CHINA - Bischof von Hangzhou ernannt

 

Vatikanstadt (Fides) – Im Rahmen des Dialogs zur Umsetzung des vorläufigen Abkommens zwischen dem Heiligen Stuhl und der Volksrepublik China hat Papst Franziskus am 12. Juni 2024 den bisherigen Bischof von Zhoucun (Provinz Shandong), Joseph Yang Yongqiang zum Bischof von Hangzhou (Provinz Zhejiang) ernannt.

Joseph Yang Yongqiang wurde am 11. April 1970 in Boxing (Shandong) geboren. Er studierte Philosophie und Theologie am Heilig-Geist-Seminar in Shandong und am Seminar von Sheshan in Shanghai. Am 15. Juni 1995 wurde er zum Priester geweiht. Nach seinem Dienst als Seelsorger wurde er zur weiteren Ausbildung an das Nationale Priesterseminar in Peking geschickt. Später war er Dozent am Heilig-Geist-Seminar in Shandong. Am 15. November 2010 wurde er zum Bischofskoadjutor von Zhoucun ernannt und trat am 8. Februar 2013 die Nachfolge von Bischof Ma Xuesheng an. Am 12. Juni 2024 ernannte ihn Papst Franziskus zum Bischof von Hangzhou.

 

(GV) (Fides 22/6/2024)


Pakistan: Menschenrechtsorganisation fordert „unparteiische Gerechtigkeit“ nach Mord an einem Christen

Kirchenvertreter im Gespräch mit der Polizei nach den Übergriffen in Sargodha. © Kirche in Not
Kirchenvertreter im Gespräch mit der Polizei nach den Übergriffen in Sargodha. © Kirche in Not

21.06.2024

 

(München/acn) - Nach dem Tod eines Christen infolge eines Übergriffs in der Provinz Punjab im Osten Pakistans hat die „Nationale Kommission für Gerechtigkeit und Frieden“ (NCJP) der pakistanischen Bischofskonferenz den „anhaltenden Missbrauch der Blasphemiegesetze“ verurteilt und eine rasche juristische Aufarbeitung gefordert. „Es muss (…) unparteiisch Gerechtigkeit geübt werden, um das Vertrauen in das Rechtssystem wiederherzustellen (…) und um Polizeibeamte für ihre Untätigkeit zur Rechenschaft zu ziehen“, schreibt die Kommission in einem Bericht, der dem weltweiten katholischen Hilfswerk „Kirche in Not“ vorliegt.

  

 


FIDES-NACHRICHTEN - 23.06.2024

AFRIKA/ZENTRALAFRIKANISCHE REPUBLIK - Bischofskoadjutor von Bangassou: “Herr, du weißt alles, du weißt, dass ich dich liebe“

 

Bangassou (Fides) - Von Bozoum nach Bangassou. Vom "einfachen" Missionar zum Bischofskoadjutor. So erging es dem aus Italien stammenden Pater Aurelio Gazzera, der 17 Jahren lang als Karmelitermissionar in Bozoum, im Nordwesten der Zentralafrikanischen Republik, tätig war und im Februar zum Bischofskoadjutor der Diözese Bangassou im Südosten des Landes ernannt wurde.

Fides hat den neuen Bischof gebeten, seine Erfahrungen als Missionar in einem Land zu schildern, das seit Jahren vom Krieg heimgesucht wird.

 

Es war sicher nicht leicht, Bozoum zu verlassen. Was nehmen Sie aus Ihrer Erfahrung als Missionar mit?

 

Am Sonntag, dem 9. Juni, wurde ich in der Kathedrale von Bangui zum Bischof geweiht. In den folgenden Tagen feierten wir mit der Ordensfamilie der Karmeliten, mit Menschen, die in Bangassou geboren sind, und am Dienstag fuhr ich ins 500 km entfernte Bozoum, wo ich herzlich empfangen wurde. Wir feierten die Messe morgens um 6 Uhr, und trotz der frühen Stunde war die Kirche voll. Es wurde gesungen, musiziert, getanzt und es gab Geschenke von 'meinen Leuten' aus Bozoum.

In Bouzum habe ich 17 Jahre lang gelebt, und in Bozoum habe ich mich verabschiedet, aber auch gedankt, denn in diesen 17 Jahren haben mir die Menschen, denen ich dort begegnet bin, sehr geholfen, das zu leben und zu verwirklichen, was ich als Bischofsmotto gewählt habe: die Worte des Petrus, der vor Jesus steht, der ihn zum dritten Mal fragt, ob er ihn liebt, und Petrus antwortet: "Herr, du weißt alles, du weißt, dass ich dich liebe". Die Menschen in Bozoum haben mir in diesen 17 Jahren sehr geholfen, zuerst beim Wiederaufbau nach dem Krieg 2003, dann mit den Flüchtlingen, die durch die Banditen verursacht wurden, die in der Gegend aktiv waren und die wir durch Gespräche dazu bringen konnten, das Gebiet zu verlassen, und dann vor allem beim Krieg 2013/14, als wir in Bozoum sechs- bis siebentausend Flüchtlinge aufgenommen haben, die aus ihrer Heimat geflohen waren. In der Zwischenzeit hatten wir den Abzug der Seleka-Rebellen erreicht, die am gewalttätigsten waren.

Es gibt also eine sehr starke Beziehung, die im Laufe der Jahre gewachsen ist, als Pfarrer, aber auch durch die Verwirklichung von sozialen Initiativen: Schulen, Landwirtschaftsmesse usw. Es sind sehr enge Beziehungen entstanden, und es war schön zu sehen, wie viele Menschen, die bei meiner Ankunft noch Kinder oder Jugendliche waren, jetzt, da sie erwachsen geworden sind, diese dankbare Beziehung zu mir haben. Eine sehr freie Beziehung, die ich immer versucht habe, so zu gestalten, dass sie nicht an mich gebunden ist, sondern es ihnen ermöglicht, über ihre Entscheidungen und ihr Verhalten nachzudenken.

Es war ein großes Fest mit viel Freude, aber auch etwas Schmerz, denn für die Menschen in Bozoum ist Pater Aurelio in Bangassou fast gleichbedeutend mit einem Abschied für immer.

 

 

Können Sie uns Ihre neue Diözese beschreiben?

 

Bangassou ist eine riesige Diözese, fast so groß wie halb Italien. Sie erstreckt sich über 135.000 Quadratkilometer und liegt 750 km von der Hauptstadt Bangui entfernt, die mit dem Auto nur schwer zu erreichen ist. Wir reisen normalerweise mit dem Flugzeug. Es ist eine Diözese, die in den letzten Jahren sehr gelitten hat. Von 2017 bis 2021 wurde das Priesterseminar zum Aufnahmezentrum für Tausende muslimischer Flüchtlinge. Auch derzeit sind zwei unserer dreizehn Pfarreien, die Gemeinden in Zako und Mboki, vorübergehend geschlossen, weil sie von Rebellen besetzt sind. Eine ziemlich schwierige Situation also. Die schwierigen Verkehrsverbindungen führen dazu, dass die Preise für lebensnotwendige Güter wie Öl, Salz, Zucker und Zement mehr als doppelt so hoch sind wie in Bangui. Das Leben ist also sehr schwierig, aber die Bevölkerung ist sehr widerstandsfähig, sie lässt sich nicht entmutigen und packt an. Es gibt viele Kaffeeplantagen, etwas Kakao, Pfeffer und andere Feldfrüchte. Das Problem ist, dass sie ihre Produkte nicht verkaufen können, weil es keine Straßen gibt.

 

 

Und auf kirchlicher Ebene?

 

Auf kirchlicher Ebene ist es eine sehr lebendige Diözese. Bischof Juan-José Aguirre Muñoz, ein spanischer Comboni Missionar, der seit 26 Jahren Bischof ist, davon 24 Jahre in Bangassou, ist ein wunderbarer Mensch, der mit Hilfe der Stiftung "Bangassou" viel geleistet hat. Er hat es geschafft, die Diözese als Ganzes mit sozialen Projekten wie Schulen, Krankenstationen, Krankenhäusern und auf kirchlicher Ebene mit der Ausbildung von Priestern voranzubringen. Wir haben ein Kleines Seminar in Bangassou, von wo aus die Jugendlichen in das überdiözesane Seminar in Bangui gehen, um dort die Oberstufe zu absolvieren und schließlich ihr Studium im Priesterseminar abzuschließen. Es handelt sich also um junge Menschen, die ihre Familien für mehrere Jahre verlassen müssen, weil es nicht einfach ist, nach Bangassou zurückzukehren, insbesondere während der Regenzeit.

In der Diözese gibt es zwei männliche Ordensgemeinschaften, die Franziskaner in Rafaï und die Spiritaner in Niakari, und zwei Frauenorden, mit einer Gemeinschaft in Bangassou und einer in Rafaï. Es gibt also nicht viele Missionskongregationen, aber das hat es den Diözesanpriestern ermöglicht, die wichtigsten Aufgaben der Diözese selbst zu übernehmen. Derzeit gibt es etwa dreißig Priester in der Diözese, andere sind in Italien, Spanien und Frankreich zu Studienzwecken oder für pastorale Tätigkeiten.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Bangassou eine sehr lebendige Diözese ist. Nach und nach werden wir sehen, wie wir das fortsetzen können, was Bischof Aguirre in diesen langen Jahren seiner Amtszeit als Bischof begonnen hat, und wie wir den Satz konkretisieren können, den ich oft wiederhole und den ich jeden Morgen wiederhole: „Herr, du weißt alles, du weißt, dass ich dich liebe".

(L.M.) (Fides 22/6/2024)

 

ASIEN/AFGHANISTAN - Seit tausend Tagen ist für Mädchen der Besuch weiterführender Schulen verboten

 

Kabul (Fides) - Afghanische Mädchen gehen seit tausend Tagen nicht mehr zur Schule. Mehr als 1.000 Tage sind vergangen, seit die Taliban die Sekundarschulbildung für Mädchen in Afghanistan verboten haben. Millionen von afghanischen Frauen und Mädchen leben heute unter einem System der Geschlechterdiskriminierung und können weder zur Schule gehen noch arbeiten oder am öffentlichen Leben teilnehmen. Trotz dieser Umstände leisten Frauen und Mädchen Widerstand und lernen im Geheimen, berichtet der "Malala Fund", eine Organisation, die von Malala Yousafzai gegründet wurde, der pakistanischen Schülerin, die 2012 von den Taliban verletzt wurde und als jüngste Person überhaupt den Friedensnobelpreis erhielt. In ihrem beruflichen Werdegang war die junge Frau die Gründerin des nach ihr benannten Fonds, einer Organisation, die sich weltweit für die Bildung von Mädchen einsetzt.

Der Fonds kündigte neue Mittel in Höhe von mehr als 1,5 Millionen Dollar für Organisationen an, die sich dafür einsetzen, dass Mädchen in Afghanistan zur Schule gehen. Es gibt 13 begünstigte Organisationen, die digitale und alternative Lernprogramme für Mädchen in Afghanistan anbieten. "Wir sind stolz darauf, diese innovativen Initiativen zu unterstützen", sagt Sahar Halaimzai, Direktorin der Initiative des „Malala-Fonds“ für das zentralasiatische Land. "Durch die Bereitstellung digitaler und alternativer Bildungswege stellen wir sicher, dass afghanische Mädchen ihre Bildung trotz der Unterbrechungen, denen sie insbesondere in den letzten drei Jahren ausgesetzt waren, fortsetzen können“. Auf diese Weise, heißt es in einer Mittelung könnten bis zu einer Million Mädchen in Afghanistan erreicht werden: Bildungsinhalte werden über das Satellitenfernsehen bereitgestellt, und Tausende von afghanischen Mädchen werden in Klassen, die meist zu Hause stattfinden, durch Online-Lernen unterrichtet.

Afghanistan ist nach Angaben der Organisation das einzige Land der Welt, in dem Mädchen nicht zur Schule gehen dürfen. Schon vor der Machtübernahme der Taliban in Afghanistan gingen 3,7 Millionen Jugendliche nicht zur Schule, die meisten von ihnen Mädchen. Seitdem hat das Regime weiteren 1,2 Millionen afghanischen Mädchen den Besuch einer weiterführenden Schule untersagt.

In den vergangenen zwei Jahrzehnten hatten Sozialarbeiter in dem Land am Wiederaufbau des Bildungssystems gearbeitet und Millionen von Mädchen und Frauen geholfen, zur Schule zu gehen. Jetzt, da die Taliban an der Macht sind, sind diese Fortschritte in Gefahr, und das Land weist heute eine schlechte Bilanz auf: Der Hälfte der Bevölkerung ist der Schulbesuch untersagt.

Seit 2017 hat der „Malala-Fonds“ Kontakte geknüpft und lokale Organisationen finanziert, um den Zugang afghanischer Mädchen zu kostenloser, sicherer und hochwertiger Bildung zu verbessern. Die Organisation hat dazu beigetragen, den landesweiten Mangel an weiblichen Lehrkräften zu beheben, indem sie in die Ausbildung und Einstellung von Lehrkräften investiert hat.

Nach der Machtergreifung der Taliban im Jahr 2021 sahen sich viele der Erzieherinnen und Lehrerinnen Repressalien ausgesetzt, weil sie sich für Mädchen und ihr Recht auf Bildung eingesetzt hatten. Es wurde Hilfe geleistet, damit sie und ihre Familien das Land verlassen konnten. Daneben wurden aber auch Anstrengungen unternommen, um alternative Bildungsprogramme für Mädchen zu unterstützen, während die Schulen geschlossen blieben. Und auf der Ebene der Interessenvertretung "sensibilieren wir weiterhin regionale und globale Institutionen, die Taliban-Regierung aufzufordern, die Schulen für Mädchen wieder zu öffnen", so die Stiftung.

Die Reaktion der internationalen Gemeinschaft auf die Machtübernahme der Taliban hat zu einer humanitären und wirtschaftlichen Krise geführt, die die bestehenden Hindernisse für die Bildung von Mädchen in Afghanistan noch verschärft hat. Das Einfrieren der Vermögenswerte Afghanistans und die erhebliche Einschränkung der Hilfe hatten schwerwiegende Auswirkungen auf die afghanische Zivilbevölkerung, da 97 % der Bevölkerung nun von Armut bedroht sind. Das Bildungssystem steht kurz vor dem Zusammenbruch. Die Lehrer werden seit Monaten nicht mehr bezahlt.

Die Taliban hatten zugesagt, den Unterricht für alle Mädchen Ende März wieder zu öffnen, was jedoch nicht geschah. Außerdem "reicht es nicht aus, nur einen Erlass zu verabschieden oder die Türen der Klassenzimmer zu öffnen", stellt der Malala-Fonds fest. "Das Verbot der Taliban, Mädchen zu unterrichten, widerspricht sowohl der weltlichen als auch der religiösen Logik: Es steht im Widerspruch zu den Grundprinzipien des Islam und behindert die Bemühungen der Taliban um internationale Anerkennung", so Sultan Barakat, Dozent an der Hamad "Bin Khalifa University" in Katar und an der "University of York".

Nach Ansicht von Organisationen der Zivilgesellschaft sollte die internationale Gemeinschaft auf die Bildungskrise der Mädchen in Afghanistan reagieren, indem sie politische Instrumente nutzt, die den Mädchen eine sichere Rückkehr in die Schule ermöglichen.

 

(PA) (Fides 22/6/2024)


FIDES-NACHRICHTEN - 22.06.2024

AFRIKA/KENIA - Junge Menschen gehen gegen den Entwurf des Finanzgesetzes auf die Straße

 

Nairobi (Fides) - "Tuko wengi", "Wir sind viele" auf Suaheli. Dies ist das Motto der Proteste, die in verschiedenen kenianischen Städten gegen den Haushaltsgesetzentwurf der Regierung stattfinden, der die Einführung neuer Steuern vorsieht.

„Wir sind viele" bezieht sich auf die Tatsache, dass die Proteste von jungen Menschen angeführt werden, die in Kenia die Mehrheit bilden. Das Durchschnittsalter in Kenia liegt bei 19 Jahren, wobei 65 % der Bevölkerung unter 35 Jahre alt ist.

Obwohl die Proteste auch andere kenianische Städte betrafen, konzentrierten sie sich auf die Hauptstadt Nairobi, wo Tausende von Demonstranten durch die Hauptstraßen zogen. Die Polizei reagierte mit dem Einsatz von Tränengas und Wasserwerfern, wobei ein Demonstrant getötet wurde, der offenbar von einem Polizisten erschossen wurde. Mindestens 200 Personen wurden von der Polizei festgenommen.

Die Protestbewegung mit dem Titel "Occupy Parliament" scheint derzeit keine eindeutige Führung zu haben, sondern ist stark durch die Dimension des jungen Alters der Demonstranten geprägt. Einige der Demonstranten, die von lokalen und internationalen Medien interviewt wurden, haben erklärt, dass sie die von ihren Eltern akzeptierten Schikanen der Regierung nicht hinnehmen wollen.

Zu den neuen Steuern gehören eine Abgabe von 2,75 % auf das Einkommen für die nationale Krankenversicherung sowie höhere Steuern auf Pflanzenöl und Kraftstoff. Präsident Wulliam Ruto beschloss gleichzeitig, die 16%ige Mehrwertsteuer auf Brot und die neue jährliche Steuer auf Kraftfahrzeuge auszusetzen. Die Demonstranten sind jedoch der Meinung, dass die Änderungen nicht ausreichen, und fordern die Abgeordneten auf, das Haushaltsgesetz in seiner Gesamtheit abzulehnen.

(L.M.) (Fides 21/6/2024)

 

AFRIKA/MADAGASKAR - Pater Erminio De Santis: „Wir bieten Rundumbetreuung für Hunderte von Straßenkindern, Waisenkindern und jungen Menschen in Not"

 

Ivato (Fides) - Am 24. Juni, zwei Tage vor dem madagassischen Nationalfeiertag, endet das Schuljahr für die Schüler des Zentrums „Notre Dame de Clairvaux“ der Salesianer Don Boscos(SDB).

Fides sprach mit dem Direktor der Schule, Pater Erminio De Santis, der seit 1983 in Madagaskar ist und 1984 in das Zentrum kam. In diesen Wochen ist Pater Erminio neben seinen normalen Tätigkeiten besonders mit den Treffen mit den vielen Familien beschäftigt, die ins Zentrum kommen, um ihre Kinder für das nächste Schuljahr einzuschreiben.

"Ich habe damit begonnen, die Anmeldungen für das nächste Jahr entgegenzunehmen, was ich den ganzen Juni über tun werde", so Pater Erminio. „Schon um sechs Uhr morgens bildet sich eine Schlange vor dem Eingangstor, zwischen denen, die ihre Unterlagen bereits fertig haben und mit ihren Kindern gekommen sind, und den vielen, die noch auf Dokumente warten, um ihre Anmeldung vorzubereiten. Wir senden die Einladung zur Anmeldung über Radio Don Bosco, und die, die uns noch nicht kennen, kommen und sind neugierig, und wollen sich über diese wunderbare Gelegenheit für ihre Kinder informieren."

"Wir nehmen die Schüler im Alter von 15-17 Jahren auf und verlangen nur, dass sie den Grundschulabschluss haben", fährt der Geistliche fort. „Viele von ihnen haben nach dem CEPE (= Grundschulabschluss) die Schule nicht mehr besucht, weil sie keine Mittel hatten, und einige lebten auf der Straße! Andere haben nicht einmal das CEPE: diese Schüler nehmen wir für einen einjährigen Maurerlehrgang auf; die Jüngsten aber schicken wir in die Förderschule unseres Zentrums, wo sich etwa 180 Mädchen und Jungen auf den Erwerb des Grundschulabschlusses vorbereiten".

Der Missionar der Salesianer Don Boscos erinnert sich an die Anfänge seiner Tätigkeit in Madagaskar, als er auf Einladung des französischen Missionars Pater François Bernard, dem Gründer des Zentrums, nach Clairvaux kam. "Das war am 2. August 1984, und von da an bis heute haben wir Salesianer Don Boscos das Zentrum nach und nach umgestaltet, wobei wir den ursprünglichen Geist des Werkes von Pater Bernard beibehalten haben: kostenlose Aufnahme der Straßenkinder und der Kinder in großen wirtschaftlichen und familiären Schwierigkeiten und Waisenkinder, um ihnen das Leben und die Hoffnung auf eine bessere Zukunft zurückzugeben."

"Unser Zentrum befindet sich auf der zentralen Hochebene der Insel, in der Nähe des internationalen Flughafens Ivato, etwa 15 Kilometer von der Hauptstadt Tananarive entfernt“, so der Missionar, „Es verfügt über ein Internat, das derzeit 150 Schüler im Alter von 14 bis 18 Jahren beherbergt; es bietet ihnen die notwendige Gesundheits-, Entwicklungs- und Schulausbildung für den ersten Zyklus und vermittelt sie anschließend an das zu diesem Zweck eingerichtete Berufsausbildungszentrum. Die Jungen, die im Zentrum anklopfen, sowohl intern als auch extern, sind ebenfalls über hundert, haben sehr oft ihre Grundschulausbildung nicht abgeschlossen und manchmal nicht einmal begonnen."

"Das große Problem, das wir noch zu lösen haben, ist die tägliche Betreuung der Kinder, die wir aufnehmen“, berichtet er, „Jeden Tag bereiten wir etwa 1.100 Mahlzeiten zu, die kostenlos verteilt werden. Für die Internatsschüler müssen wir alles bereitstellen, was sie brauchen: Essen, Kleidung, Ärzte, Zahnärzte, Medikamente und Operationen, Organisation von außerschulischen Bildungsaktivitäten, Erzieher, Küchenpersonal und Garderobe. Für externe Schüler sorgen wir für das Frühstück, die Tagesmahlzeit und die ärztliche, zahnärztliche und schulärztliche Versorgung; für die Grundschulkinder sorgen wir für das Frühstück, die Tagesmahlzeit, die Lehrer und die medizinische Versorgung. In den letzten Jahren, die von der weltweiten Covid-19-Pandemie geprägt waren, haben wir die Jugendlichen und ihre Familien zuhause unterstützt, indem wir regelmäßig alle vierzehn Tage Lebensmittel an sie verteilt haben."

Pater Erminio weist auf die gravierende Inflation in Madagaskar hin, dessen Wirtschaft zu den ärmsten der Welt gehört und in dem 50 % der Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze leben. "Die Geschwindigkeit des Preisanstiegs ist beeindruckend", berichtet der Missionar, "vor allem der allgemeine starke Anstieg der Lebenshaltungskosten, der durch die Schwierigkeiten der Pandemie, die Madagaskar isoliert hat, und den russisch-ukrainischen Krieg verursacht wurde, der das Land um den Tourismus, die wichtigste Einnahmequelle des Landes, gebracht und die Landeswährung stark belastet hat", betont er.

Nicht minder wichtig ist die Aufmerksamkeit, die die Salesianer Don Boscos dem spirituellen Wachstum der jungen Menschen widmen. "Für alle jungen Katholiken schaffen wir es, den Weg der Einführung in den Glauben bis zum Sakrament der Firmung zu vollenden", bekräftigt Pater Erminio. „Die Ergebnisse sind ermutigend, auch weil die madagassische Bevölkerung von Natur aus sehr religiös ist. Aber in den Religionsstunden für die Älteren beginnen wir auch eine menschliche und christliche Vorbereitung auf die Ehe und auf die Einbindung in das soziale und kirchliche Leben ihrer jeweiligen Pfarrei".

(AP) (Fides 21/6/2024)

 

ASIEN/PAKISTAN - Lynchjustiz nach Blasphemievorwurf: Social Media-Kampagne soll Rechtsstaat und Frieden fördern

 

Madyan (Fides) - Ein gewalttätiger Mob hat in der Bergstadt Madyan im Bezirk Swat in der pakistanischen Provinz Khyber Pakhtunkhwa einen Mann gelyncht, der beschuldigt wurde, den Koran beleidigt zu haben. Bei dem Mann handelte es sich um einen pakistanischen Staatsbürger muslimischen Glaubens, der als Muhammad Ismail identifiziert wurde, aus dem Punjab stammte und sich mit seiner Familie zu touristischen Zwecken in der nördlichen Provinz aufhielt. Madyan ist ein Touristenort im Swat-Tal, etwa 250 km von der Provinzhauptstadt Peschawar entfernt.

Der Mann, der beschuldigt wurde, sich in einem Hotel der Blasphemie schuldig gemacht zu haben, wurde gestern, am 20. Juni, von der Polizei festgenommen und auf die Polizeiwache gebracht, um ihn vor möglichen Repressalien zu schützen. Dieser Schutz war jedoch nicht ausreichend. Angestachelt durch Lautsprecherdurchsagen in Moscheen und Einkaufszentren versammelte sich ein gewalttätiger Mob vor der Polizeiwache und forderte die Auslieferung des Mannes. Als die Polizei sich weigerte, setzte die Menge das Gebäude in Brand und zwang die diensthabenden Polizisten, zu fliehen, um das eigene Leben zu retten. Der Mann blieb hilflos zurück. Nachdem sie in die Polizeistation eingedrungen waren, lynchten und töteten die Militanten den Verdächtigen und schleppten die Leiche auf den öffentlichen Platz, wo der bereits verstümmelte Körper dann verbrannt wurde, wie auf erschreckenden Bildern in den sozialen Medien zu sehen ist. Das anschließende Eintreffen weiterer Polizeikräfte aus anderen Orten diente dann der Wiederherstellung der Ordnung. Es ist derzeit nicht bekannt, ob einer der Angreifer festgenommen wurde.

Der Ministerpräsident der Provinz Khyber Pakhtunkhwa, Ali Amin Gangapur, bedauerte den Vorfall und appellierte an die Bevölkerung, friedlich zu bleiben. "Diese Gewalt ist Wahnsinn, sie ist Selbstmord für unsere Gesellschaft", kommentierte unterdessen Fawad Chaudhry, Politiker und ehemaliger Informationsminister.

Außergerichtliche Übergriffe gegen Menschen, die der Blasphemie beschuldigt werden, kommen in Pakistan immer wieder vor, wo der Vorwurf der Blasphemie gegen den Islam mit lebenslanger Haft oder mit Tod bestraft wird.

Organisationen der Zivilgesellschaft und Religionsvertreter bekräftigen, dass Blasphemievorwürfe oft falsch sind und im Zusammenhang mit privaten Streitigkeiten missbraucht werden. Letzten Monat griff ein Mob in der pakistanischen Provinz Punjab den 72jährigen Christen Nazir Masih, nachdem er beschuldigt worden war, Seiten des Korans entweiht zu haben. Der Mann starb später im Krankenhaus an seinen Verletzungen. Im August 2023 kam es nach dem Vorwurf der Beleidigung des Koran zu Angriffen auf das christliche Viertel der Stadt Jaranwala, wo der Mob 86 christliche Häuser in Brand setzte und 19 christliche Kirchen und Gotteshäuser verwüstete.

Der katholische Senator Khalil Tahir Sandhu erklärt gegenüber Fides: "Wir sind schockiert über einen weiteren Vorfall von Massengewalt. Wir glauben, dass Maßnahmen ergriffen werden müssen. Wir denken daran, eine Sensibilisierungskampagne gegen Lynchjustiz und Mobgewalt zu organisieren. Wir haben ein Team aus führenden Vertretern der Zivilgesellschaft und der Religionsgemeinschaften gebildet und wollen Regierungsbeamte, Gelehrte und muslimische Religionsführer einbeziehen. Bei unseren Treffen kamen wir zu einer gemeinsamen Schlussfolgerung: Es besteht ein dringender Bedarf an glaubwürdigen religiösen Führern und so genannten ‚Influencern‘, die gemeinsam eine Medienkampagne zur Bekämpfung des Problems der Massengewalt durchführen und die Bedeutung der Durchsetzung des Gesetzes in allen Situationen fördern können. Wir wollen Videobotschaften und Debatten über Frieden, interreligiöse Harmonie und Toleranz entwickeln und dabei religiöse Führer auf nationaler Ebene einbeziehen. Wir glauben, dass es notwendig ist, Videobotschaften im nationalen und regionalen Fernsehen, im Radio und in den sozialen Medien auszustrahlen".

 

(PA) (Fides 21/6/2024)


„Kirche in Not“ konnte notleidende Christen mit 143,7 Millionen Euro unterstützen

Jahresbilanz 2023

Schüler einer katholischen Schule im Libanon danken für die Hilfe von „Kirche in Not“. © Kirche in Not
Schüler einer katholischen Schule im Libanon danken für die Hilfe von „Kirche in Not“. © Kirche in Not

21.06.2024

 

(München/acn) - „Kirche in Not“ (international Aid to the Church in Need, ACN) hat im Jahr 2023 Spenden in Höhe von 143,7 Millionen Euro gesammelt. Im Vorjahr waren es rund 146 Millionen Euro. Die Spenden stammen ausschließlich von rund 360 000 privaten Wohltätern weltweit; „Kirche in Not“ erhält keine Kirchensteuermittel oder sonstige öffentliche Gelder. Deutsche Spender haben zu diesem Gesamtergebnis 16,3 Millionen Euro beigetragen (2022: 18,3 Millionen Euro).

 

Von jedem gespendeten Euro flossen durchschnittlich mehr als 81 Cent in Projektarbeit sowie Glaubensverkündung und Interessensvertretung für bedrängte Christen. Rund 7 Cent sind Verwaltungskosten und 11 Cent Spendenwerbung.

Foto: Gert Holle
Foto: Gert Holle

Rettung aus Gaza

DREI MONATE NACH IHRER EVAKUIERUNG SCHWANKEN DIE KINDER AUS DEM SOS-KINDERDORF RAFAH ZWISCHEN FREUDE UND SCHULDGEFÜHLEN

Foto: SOS-Kinderdörfer weltweit Hermann-Gmeiner-Fonds Deutschland e.V.. Fotograf: Jakob Fuhr
Foto: SOS-Kinderdörfer weltweit Hermann-Gmeiner-Fonds Deutschland e.V.. Fotograf: Jakob Fuhr

19.06.2024

 

(Bethlehem/München/ots) - In einer spektakulären Rettungsaktion war das SOS-Kinderdorf Rafah in Gaza am 11.März 2024 evakuiert worden. Die 68 Kinder, ihre Betreuenden sowie deren Familien gehören zu den wenigen Anwohnern Gazas, die während des Krieges außer Landes gebracht werden konnten. Drei Monate später leben die Kinder zwischen Freude und Schuldgefühlen.

Ola war als Betreuerin bei der Evakuierung dabei. Sie sagt: "Hier gibt es zum Glück keine Gefahren mehr." Im SOS-Kinderdorf Bethlehem haben die Kinder ein vorübergehendes neues Zuhause gefunden. Die Begegnung zwischen den einheimischen Kindern und denen aus Gaza sei von Beginn an harmonisch abgelaufen. Ola sagt: " Es ist bemerkenswert, dass sich unsere Kinder nicht verschließen, nach allem, was sie im Krieg erlebt haben. Ich bin so stolz auf sie, dass sie ihr neues Leben in Bethlehem annehmen und auf andere Menschen zugehen können."

 

 


FIDES-NACHRICHTEN - 20.06.2024

AFRIKA/NIGER - Emanuels langer Weg: 33 Jahre Einsamkeit und Hoffnung

 

Von Mauro Armanino

 

Niamey (Fides) - Im Alter von 17 Jahren verlässt er seinen Heimatbezirk Maryland in Liberia. Wir schreiben das Jahr 2008 und befinden uns in der ersten Amtszeit von Ellen Johson Sirleaf, der ersten weiblichen Präsidentin des durch einen jahrelangen blutigen Bürgerkrieg geteilten Landes. Emanuel verlässt die Hafenstadt Harpour, auch Cape Palmas genannt, um in die benachbarte Elfenbeinküste zu ziehen und sich in Tabou niederzulassen, einer Zufluchtsstadt für Tausende von Liberianern. Nach einigen Jahren findet er sich in Zerekoré in Guinea unter den anderen Tausenden von Flüchtlingen wieder und überlebt dank eines älteren Bruders als informeller Geldwechsler. Freunde und das Surfen im Internet bringen ihn 2012 dazu, nach Algerien weiterzuziehen.

Er will anschließend das Mittelmeer überqueren, das eine Wasserscheide zwischen den beiden Kontinenten darstellt, von denen Emanuel einen gerne seinem Schicksal überlassen würde. In Algerien verdient er genug Geld, um die Überfahrt zu wagen, und durchquert Marokko. Dreimal versucht er, den afrikanischen Kontinent hinter sich zu lassen, und dreimal bringt die marokkanische Küstenwache die Boote zurück an Land. Für die ersten beiden Fahrten hat er 500 Euro ausgegeben, bei der letzten unnötigerweise das Doppelte. Er pendelte zwischen den beiden Ländern Marokko und Algerien, wo er als Hilfsarbeiter arbeitete und genug verdiente, um seine Reisen zu bezahlen.

Wir schreiben das Jahr 2022. Emanuels Leben scheint sich wieder zu normalisieren und er lässt sich für ein Jahr in Algier nieder. Auf der Straße wird er, wie andere Schwarzafrikaner auch, oft "camara" (Begleiter) oder „dog“ (Hund) genannt. Als er ein Geschäft betrat, um Lebensmittel zu kaufen, wurde er von einem Polizisten angehalten. Er wurde verhaftet, ausgeraubt und schließlich nach Tamanrasset deportiert. Dort lebte er mit Hunderten von anderen Migranten, Flüchtlingen oder Asylbewerbern in Abschiebehaft. Nach einigen Wochen wurden sie für den Transport fertig gemacht und dann in die Wüste nahe der Grenze zu Niger geschickt. Eine Woche verbringt er in Assamaka, einer aus dem Nichts erfundenen Migrantenstadt, und danach geht es weiter nach Agadez.

Er verbringt einige Monate in der Migrationsdrehscheibe West- und Zentralafrikas, um auf behelfsmäßigen Wegen in die Hauptstadt Niamey zu gelangen. Seit einigen Wochen lebt er mit Dutzenden von Migranten wie ihm unweit des heutigen Justizministeriums, das es nicht mehr gibt. Emanuel blickt auf 33 Jahre Einsamkeit zurück und hofft, ein letztes Mal doch noch das Meer zu überqueren.

(Fides 20/6/2024)

 

AFRIKA/TSCHAD - Nach Explosion in Munitionsdepot: Offizielle Bilanz spricht von neun Toten und 46 Verletzten

 

N'Djamena (Fides) - "Die offizielle Bilanz spricht von 9 Toten und 46 Verletzten, aber die Opferzahl ist wahrscheinlich viel höher", so eine Beobachter aus N'Djamena, der Hauptstadt des Tschad, wo am Abend des 18. Juni ein großes Waffen- und Munitionslager explodierte, gegenüber Fides.

"Die erste Explosion war so stark, dass die Glasscheiben der Wohnungen in den obersten Stockwerken der Gebäude, die einige Kilometer von der Anlage entfernt sind, zerstört wurden. Es folgten zahlreiche weitere Explosionen, die die Munition in alle Richtungen, bis hin zu den Wohnhäusern der Zivilbevölkerung, schleuderten. Deshalb wird befürchtet, dass die Zahl der Todesopfer höher ist als die von der Regierung angegebene", so der Beobachter.

Unterdessen haben die Behörden eine offizielle Untersuchung eingeleitet, aber es "herrscht die Meinung vor, dass es sich um einen tragischen Unfall handelt, der auf Unachtsamkeit und Fahrlässigkeit seitens derjenigen zurückzuführen ist, die das Arsenal bewachen sollten". "Andererseits", fügt der Beobachter hinzu, "ereignete sich bereits vor einigen Jahren ein ähnlicher Unfall in demselben Militärdepot, und auch damals war von Fahrlässigkeit die Rede.".

Das Waffen- und Munitionsdepot in Goudji, das gemeinhin als "Pulverfaß" bezeichnet wird, ist das Hauptdepot der Armee für schwere Waffen und Munition in N'Djamena. Es befindet sich in der Nähe wichtiger Garnisonen und des Hauptquartiers der Armee, des internationalen Flughafens „Hassan Djamous“ und des Militärstützpunkts „Adji Kosseï“, in dem das französische Kontingent im Tschad untergebracht ist. "Ursprünglich war dies ein relativ unbewohntes Gebiet, aber im Laufe der Jahre, als die Stadt wuchs, war das Depot von zivilen Wohnhäusern umgeben", so der Beobachter weiter. "Die unmittelbare Nähe des internationalen Flughafens stellt ein Problem dar. Glücklicherweise wurde der Flughafen nach der Explosion nur für einige Stunden geschlossen und ist jetzt wieder in Betrieb, aber es wäre ein großes Problem gewesen, wenn er tagelang geschlossen geblieben wäre, denn er ist der Hauptverbindungsweg zum Ausland".

Unterdessen besuchte Präsident Mahamat Idriss Déby Itno den Ort der Explosion und versicherte: "Ich möchte meinen Landsleuten sagen, dass die Situation unter Kontrolle ist und sie ruhig bleiben sollen". Dann fügte er hinzu: "Dies ist nicht das erste Mal, dass Munitionsdepots explodieren. Das sollte uns eine Lehre sein, kein Depot mitten in der Stadt zu bauen".

(L.M.) (Fides 20/6/2024)

 

ASIEN/INDONESIEN - "Durch die Schöpfung gelangen wir zum Schöpfer”: Pflege des gemeinsamen Hauses auf der Insel Flores

 

Ruteng (Fides) - Durch die Förderung des Respekts, des Schutzes und der Liebe zur Schöpfung gelange man in Kontakt mit dem Schöpfer, im Geiste von Franz von Assisi, im Geiste der Enzyklika "Laudato si'", so der Vorsitzende der Kommission für Gerechtigkeit und Frieden der indonesischen Bischofskonferenz und Bischof von Ruteng, Siprianus Hormat, der erklärt, dass die einfache Geste des Pflanzens eines Baumes eine tiefe spirituelle Bedeutung haben kann. Er tat dies bei der Vorstellung des neuen ganzheitlichen ökologischen Pastoralprogramms, das in seiner Diözese auf der Insel Flores, dem "katholischen Kernland" Indonesiens, einer mehrheitlich christlichen Insel in einem mehrheitlich islamischen Archipel, vorgestellt wurde. In der Diözese Ruteng gibt es etwa 90 Prozent Katholiken (851.000) bei einer Gesamtbevölkerung von 950.000.

Das innovative Pastoralrogramm zielt darauf ab, Maßnahmen zur "Pflege des gemeinsamen Hauses" mit den Sakramenten und anderen wichtigen Aktivitäten der Kirche zu verbinden. Bei der Feier der Taufe und der Erstkommunion zum Beispiel erhält jede Familie einen Baum, den sie pflanzen kann, "als Symbol für das Wachstum im Glauben und die persönliche Verantwortung für die Umwelt", erklärt der Bischof.

Ziel des Programms sei es, "eine neue Mentalität des Respekts und der Sorge für die Schöpfung in unseren Gemeinschaften zu entwickeln und eine tiefe Verbindung zwischen dem Glauben und der Sorge für die Umwelt zu fördern", sagt er. Bischof Hormat zufolge trägt das Programm dazu bei, "die Kultur der Verschwendung zu bekämpfen", um die Verwendung von Plastik und Lebensmittelabfällen zu reduzieren.

Dafür setzt sich auch der Franziskanermönch Pater Wilibrodus Andreas Bisa ein. Er gibt Jugendlichen, die die Sakramente empfangen möchte und die Pfarrgemeinde zum Katechismus besuchen, eine Aufgabe: Sie sollen in Gärten oder auf ungenutzten Flächen Bäume pflanzen oder Obst anbauen. "Wir nennen sie sakramentale Bäume", erklärt der Pfarrer der Kirche des heiligen Franz von Assisi in Tentang. "Die Jugendlichen werden zu 'Adoptiveltern' der Bäume, die sie gepflanzt haben, und sind für die laufende Pflege verantwortlich. Die mehr als achttausend Gemeindemitglieder in den sieben Missionsstationen der Diözese Ruteng schätzen die so genannte "transformative Pastoral auf der Grundlage der Ökologie". Jedes Jahr wird den Sakramentenempfängern die Verantwortung für das Pflanzen und die Pflege von Bäumen übertragen, wodurch das ökologische Bewusstsein wächst, das als eine zutiefst spirituelles Empfinden verstanden wird, das "vom Leben des heiligen Franz von Assisi inspiriert ist und die Anregungen von Papst Franziskus aufgreifen will, der stets die Sorge um das gemeinsame Haus betont und die wir in unserem Tun, in konkreten Werken, zum Ausdruck bringen wollen: dies betont auch die Enzyklika ‚Laudato si'‘, die zum kollektiven Handeln aller Gläubigen aufruft, um die Erde als unser gemeinsames Haus zu pflegen".

Dies ist auch die Erfahrung von Pfarrer Robertus Pelita, der in der Diözese Ruteng die Entwicklung alternativer Energien durch Biogas unterstützen will und, nachdem er sich informiert hatte und aktiv geworden war, in nur zwei Jahren Biogas aus der Zersetzung organischer Abfälle erzeugte, das mit Hilfe von aus alten Ölfässern gebauten häuslichen Biogasanlagen in Brennstoff umgewandelt wird. Bei diesem Verfahren werden bei der Zersetzung organischer Stoffe in einer sauerstofffreien Umgebung Gase, hauptsächlich Methan und Kohlendioxid, freigesetzt. Nach seiner Ernennung zum Vorsitzenden der Kommission für sozioökonomische Entwicklung der Diözese begann Pfarrer Pelita damit, katholische Laien in der Diözese (in den Bezirken Manggarai, Ost-Manggarai und West-Manggarai) darin zu schulen, Biogasanlagen in den Gemeinden, Pfarreien oder religiösen Gemeinschaften zu installieren. Die Biogasproduktion verringert so die Abhängigkeit der Katholiken in der Diözese von Brennholz, Paraffin und Erdgas für den Hausgebrauch. Diese Maßnahmen, so der Bischof, seien das Ergebnis des Engagements der Diözese für die Erhaltung der Umwelt, was durch bestehende Aktivitäten wie die Entwicklung des ökologischen Gartenbaus zur Erzeugung von Bio-Obst und -Gemüse bestätigt werde.

Bischof Hormat sprach auch über den geplanten Bau eines geothermischen Kraftwerks im Gebiet der Diözese in West Manggarai. Die Kirche, so der Bischof, unterstütze diese Art der Energieerzeugung, allerdings "mit einer vorsichtigen Handhabung": "Der Respekt vor den lokalen Bräuchen ist von grundlegender Bedeutung, insbesondere in Manggarai, wo die lokalen Traditionen und das Wohlergehen der Gemeinschaft an erster Stelle stehen: Es muss sichergestellt werden, dass geothermische Projekte diese Bräuche nicht stören und sich positiv auf die lokale Bevölkerung auswirken".

Im Oktober 2023 beschloss die Weltbank, die zuvor über die indonesische Regierung an der Finanzierung des Projekts beteiligt war, aufgrund des wachsenden Widerstands der Anwohner, die Finanzierung des Projekts einzustellen. Das Energieprojekt ist Teil des nationalen Strategieplans der indonesischen Regierung zur Erzeugung von 35 Megawatt geothermischer Energie an 17 Standorten auf dem Archipel.

(PA) (Fides 20/6/2024)

 

AFRIKA/SENEGAL - Bischof von Ziguinchor ernannt

 

Vatikanstadt (Fides) – Papst Franzikus hat den bisherigen Vizerektor des Priesterseminars “Notre Dame“ in Brin und Vikar der Pfarrei vom Guten Hirten in Enampore, Pfarrer Jean Baptiste Valter Manga aus dem Klerus von Ziguinchor zum Bischof von Ziguinchor (Senegal) ernannt.

Bischof Jean Baptiste Valter Manga aus der Diözese Ziguinchor wurde am 18. Juni 1972 in Oussouye (Senegal) geboren. Nach dem Studium der Philosophie am Philosophischen Seminar in Brin (1993-1995) studierte er Theologie am Großen Seminar in Sébikhotane (1995-2000). Er erwarb 2009 ein kanonisches Lizentiat in Bibeltheologie am „College des Bernardins“ (Paris) und 2015 einen Doktortitel in Ethnologie und Anthropologie an der „Ecole des Hautes Études en Sciences Sociales“ (EHESS) in Paris. Am 20. Dezember 2000 wurde er zum Priester geweiht.

Danach hatte er folgende Ämter inne: Lehrer für Mathematik und Naturwissenschaften am Kleinen Seminar von Ziguinchor und Leiter der Berufungskommission (2000-2006); Pfarrer der Pfarrei St. Benedikt in Nema (2015-2021); Dozent am Großen Seminar von Brin und an der „Assane Seck“-Universität in Ziguinchor (2015 bis heute); Vikar der Pfarrei Nyassia (2021-2023); Generalsekretär des Gesamtpastoralamts der Diözese und Leiter der Priesterfortbildung (2021 bis heute); seit 2023 Vizerektor des Priesterseminars „Notre Dame“ in Brin und Vikar der Pfarrei Guter Hirte in Enampore.

 

(EG) (Fides 20/06/2024)


FIDES-NACHRICHTEN - 19.06.2024

AFRIKA/TSCHAD - Explosion im größten Waffenlager der Hauptstadt: Zahl der Opfer noch unbekannt

 

N'Djamena (Fides) - "Wir wurden gestern Abend gegen 23 Uhr von einer gewaltigen Explosion geweckt", berichtet ein Beobachter aus kirchlichen Kreisen in N'Djamena, der Hauptstadt des Tschad, gegenüber Fides. "Auf die erste laute Explosion folgten eine Reihe weiterer, weniger lauter Explosionen und ein großes Feuer, das noch aus mehreren Kilometern Entfernung zu sehen war.

Das Waffenlager in Goudji, unweit des Flughafens der Hauptstadt, das der Direction de la Réserve stratégique (DGRS) gehört, einer Eliteeinheit der Armee, die für die Verwaltung der Munitionsreserven zuständig ist.

„Die Behörden haben noch keine Zahl der Toten bekannt gegeben, aber es gibt sicherlich Tote und Verletzte", vermutet der Beobachter. Präsident Mahamat Deby Itno postete eine Nachricht auf Facebook, in der er mitteilte, dass es bei einem Brand im Munitionsdepot des strategischen Reservelagers Tote und Sachschäden gegeben habe, ohne weitere Einzelheiten zu nennen, und schloss mit den Worten: "Friede den Seelen der Opfer, aufrichtiges Beileid den Hinterbliebenen und baldige Genesung den Verletzten“.

"Im Moment gibt es noch keine offizielle Erklärung über die Ursache der Explosion. Unserer Meinung nach könnte es sich um einen Unfall handeln, wie er sich vor einigen Jahren in einem Munitionsdepot ereignet hat", sagt der Beobachter.

Bei der Hauptexplosion, auf die mindestens zwei Stunden lang weitere Explosionen folgten, wurden mehrere Haubitzen und nicht explodierte Artilleriegranaten in die angrenzenden Gebiete geschleudert, die eine Gefahr für die Zivilbevölkerung darstellten, die von den Behörden aufgefordert wurde, die Geräte nicht zu berühren. Einige dieser Granaten trafen Berichten zufolge auch Häuser.

Das Arsenal in Goudji, das gemeinhin als "Pulverfaß" bezeichnet wird, ist das Hauptlager der Armee für schwere Waffen und Munition in N'Djamena. Es befindet sich in der Nähe wichtiger Garnisonen und des Hauptquartiers der Armee, des internationalen Flughafens „Hassan Djamous“ und der Militärbasis „Adji Kosseï“, in der das französische Kontingent im Tschad untergebracht ist.

Vor kurzem wurde im Tschad Präsident Mahamat Deby Itno im Mai (vgl. Fides 10/5/2024) im Amt bestätigt. Der Wiederwahl war die Ermordung von Oppositionsführer Yaya Dillo voraus gegangen (siehe Fides 5/3/2024). Der Tschad, der französische Truppen und US-Spezialeinheiten beherbergt, hat sich in letzter Zeit an Russland angenähert. Die Regierung in N'Djamena wird auch beschuldigt, die sudanesischen „Rapid Support Forces“ (RSF) in ihrem Konflikt gegen die reguläre Armee in Khartum zu unterstützen.

(L.M.) (Fides 19/6/2024)

 

ASIEN/CHINA - Neue Kirche im Bezirk Xilin Gol eingeweiht: „Wir müssen einen geistlichen Tempel in unseren Herzen bauen"

 

Xilin Gol (Fides) - "Wir haben heute ein Gotteshaus eingeweiht, aber wir müssen auch einen geistlichen Tempel in unseren Herzen bauen", so der Erzbischof von Hohhot, Paul Meng Qinglu, in der chinesischen Provinz Innere Mongolei, in seiner Ansprache an alle Anwesenden bei der Einweihung einer neuen Kirche im Bezirk Xilin Gol, die dem heiligen Antonius von Padua geweiht ist. Mehr als 400 Gläubige nahmen an der feierlichen Eucharistiefeier am Fest des Heiligen teil, die von etwa 20 Priestern konzelebriert wurde und an der auch 17 Ordensschwestern teilnahmen.

Bischof Meng weihte den neuen Altar, die Monstranz, den Ambo und den Kelch. In seiner Predigt forderte der Bischof alle auf, für das Geschenk der Taufe zu danken, das "unser Herz zu einem Tempel Gottes, zu einer Wohnung für den Heiligen Geist" gemacht hat.

Der Gemeindepfarrer Peter Ren Zhongxun betonte: "Die Kirche ist klein, aber einladend und gesegnet. Der Herr Jesus ist hier, der Heilige Geist ist hier. Dank der Großzügigkeit und der Hilfe aller - jedes Bruders und jeder Schwester, des Bischofs, jedes Priesters und jeder Ordensfrau - konnten wir dieses Ergebnis erreichen: ein Gotteshaus in der Steppe des Bezirks Xilin Gol".

Die alte Kirche wurde im Jahr 2023 als baufälliges Gebäude eingestuft. Seitdem haben sich Pfarrer Peter Ren und die Gemeindemitglieder bemüht, die Mittel für den Kauf eines Gebäudes aufzubringen und es in eine Kirche umzubauen. Das neue Gotteshaus hat eine Fläche von über 300 Quadratmetern. Und die Gemeinde ist durch diese Erfahrung in der Gemeinschaft und gegenseitigen Nächstenliebe gewachsen.

Der Bezirk Xilin Gol gehörte zur Mission der Scheut-Missionare (Kongregation vom Unbefleckten Herzen Mariens, CICM). Erst vor kurzem besuchte ab dem 10. Juni auch der emeritierte Erzbischof von Malines-Brüssel und Präsident der Ferdinand-Verbiest-Stiftung von Löwen, Kardinal Jozef De Kesel, zusammen mit Pater Charles Phukuta, Generaloberer der Scheut-Missionare, und anderen Missionaren, darunter der 92-jährige Jeroom Heyndrickx, die Innere Mongolei (vgl. Fides 12/6/2024).

Im Bezirk Xilin Gol gibt es derzeit etwa 40.000 Katholiken. In letzter Zeit ist die Zahl der Getauften stark angestiegen, auch dank des missionarischen Engagements der örtlichen Gemeinschaft. Für Laien werden häufig Fortbildungskurse zu Themen wie Liturgie, Heilige Schrift, Evangelisierungsauftrag der Schwestern und das vom Zweiten Vatikanischen Konzil besonders hervorgehoben allgemeine Priestertum aller Getauften angeboten.

(NZ) (Fides 19/6/2024)

 

ASIEN/KUWAIT - Indische Auslandsgemeinde in Salmiya begrüßt die Reliquie des heiligen Arethas

 

Salmiya (Fides) - "Es war eines der schönsten Ereignisse in der Kirche von Salmiya, an dem alle Glaubensgemeinschaften beteiligt waren", so ein Gemeindemitglied der Kirche der heiligen Thérèse vom Kinde Jesus im Herzen der indischen Auslandsgemeinde von Salmiya (Kuwait) gegenüber Fides. Alvira, so der Name, bezieht sich auf die Feier der Ankunft der Reliquie des heiligen der Heiligen Arethas, der zusammen mit anderen Märtyrern 523 n. Chr. auf der arabischen Halbinsel den Märtyrertod starb, in der Gemeinde.

"Wir haben das Privileg, die Reliquien des heiligen Arethas bei uns zu haben, und es ist ein Moment der Gnade, den Heiligen ehren zu dürfen", erklärte der Pfarrer der Pfarrei St. Thérèse, Savio D'Souza, der zusammen mit dem Pfarrer der Pfarrei „Unsere Liebe Frau von Arabien“ in Ahmadi, Pater Roswin Pires (ofmCap), und dem Verantaltungskomitee unter der Leitung von Pater Johnson Nedumpurath die heilige Reliquie in Empfang nahmen, die in der Kirche zur Verehrung ausgestellt bleiben wird.

Im Beisein von fünfhundert Gemeindemitgliedern und allen Verbänden und Gruppen der Pfarrei wurde die Zeremonie mit einer Prozession eingeleitet, die von den „Rosary Girls“ angeführt wurde, gefolgt von den Ministeranten und allen konzelebrierenden Priestern.

"Es war ein besonders intensiver Moment, 45 Kinder zu sehen, die zu Ehren des heiligen Arethas an der Prozession teilnahmen. Pater Savio trug die Reliquie und legte sie auf den Altar, wo er das Gebet zur Begrüßung sprach. Mit besonderen Anliegen wurde der gemeinsam der Rosenkranz gebetet, gefolgt von der Novene zu Maria, der Helferin der Christen“, so Alvira.

Die Reliquie des heiligen Arethas wurde dem Apostolischen Vikariat von Nordarabien, zu dem die Pfarrei von Salmiya gehört, vom Patriarchen von Konstantinopel Bartholomäus geschenkt. Am Sonntag, den 10. Dezember 2023, feierte der Apostolische Vikar von Nordarabien, Bischof Aldo Berardi (osst), in Anwesenheit von mehr als tausend Gläubigen (vgl. Fides 11/12/2023) das Fest der Einweihung der Kathedrale Unserer Lieben Frau von Arabien in Awali, Bahrain, mit der Übergabe der Reliquien, darunter auch die des heiligen Arethas.

(AP) (Fides 19/6/2024)

 

ASIEN/SÜDKOREA - Spannungen zwischen Nord- und Südkorea: Katholiken beten für Versöhnung und nationale Einheit

 

Seoul (Fides) - Seit 1965 begeht die koreanische Kirche am 25. Juni den Tag des Gebets für Versöhnung und nationale Einheit. Es ist ein besonderer Moment, in dem sich die gesamte koreanische katholische Glaubensgemeinschaft in besonderer Weise im Gebet versammelt, um echten Frieden zwischen Nord- und Südkorea zu erflehen und für Versöhnung und nationale Einheit zu beten.

Dieser Tag ist umso wichtiger und zeitgemäßer, als die Beziehungen zwischen Nord- und Südkorea derzeit so weit von Frieden und Versöhnung entfernt sind wie nie zuvor. Alle Kanäle des Dialogs sind verschlossen, und das Militärabkommen vom 19. September 2018, das versehentliche Zusammenstöße verhindern sollte, wurde von der Regierung in Seoul teilweise ausgesetzt. Dieses Abkommen zielte darauf ab, die Spannungen entlang der innerkoreanischen Grenze durch die Beseitigung von Antipersonenminen, Wachposten, Waffen und Personal auf beiden Seiten der Grenze sowie durch die Einrichtung gemeinsamer militärischer Pufferzonen zu verringern. Die Regierung in Seoul stellt fest, dass Nordkorea weiterhin Raketentests und Militärübungen durchführt und erklärt hat, dass es die innerkoreanischen Beziehungen als die zwischen "zwei feindlichen, kriegführenden Ländern" betrachtet, und erinnert daran, dass der Koreakrieg (1950-1953) mit einem Waffenstillstand und nicht mit einem Friedensvertrag endete.

Die jüngsten "Zwischenfälle" an der Grenze haben in den internationalen Medien für Aufsehen gesorgt: Südkorea erklärte, nordkoreanische Soldaten hätten - wenn auch versehentlich - die Grenze überschritten, als sie in der "entmilitarisierten Zone", dem stark befestigten Streifen Land, der den Norden vom Süden trennt, Befestigungsanlagen bauten; dies war der zweite Zwischenfall innerhalb von zwei Wochen. Die südkoreanische Armee gab über einen Lautsprecher Warnschüsse ab. Es wird behauptet, Nordkorea habe eine große Anzahl von Truppen in die "entmilitarisierte Zone" entsandt, um den Bau neuer Befestigungen oder das Verlegen von Landminen zu verhindern.

Die Spannungen zwischen Nord- und Südkorea haben auch eine ungewöhnliche Wendung genommen, nämlich die einer Art "psychologischer Kriegsführung". Von den Medien veröffentlichte Fotos zeigen aufgeblasene Ballons, die von Pjöngjang aus gestartet wurden und nach der Landung eine Mischung aus Müll und Dung mit sich führen. Die südkoreanischen Behörden haben die Bewohner der Grenzgebiete gewarnt und sie aufgefordert, den Kontakt mit diesen Objekten zu vermeiden. Derartige Würfe seien nicht nur ein Verstoß gegen den Anstand, sondern auch eine klare Missachtung internationaler Vorschriften, so die südkoreanischen Behörden, die solche Handlungen als "unmenschlich und vulgär" anprangerten. Nordkorea erklärte, diese Aktionen seien eine direkte Reaktion auf die von Südkorea über die Grenze geworfenen antinordkoreanischen Flugblätter. Die Flugblätter und Lautsprecheransprachen enthalten Botschaften, die das nordkoreanische Regime kritisieren und die Bürger im Norden zum Widerspruch auffordern. In dieser Situation betont die südkoreanische Regierung ihre militärische Macht im Stil des "Kalten Krieges" an entgegengesetzten Fronten (Nordkorea, China und Russland auf der einen Seite, Südkorea, die USA und Japan auf der anderen).

"Was können wir tun, jetzt, wo die innerkoreanischen Beziehungen am Rande des Zusammenbruchs stehen?", fragt sich Bischof Simon Kim Jong-gang, Vorsitzender des Nationalen Versöhnungskomitees der koreanischen Bischofskonferenz. „Was wir tun können, ist unsere eigene Umkehr", wiederholt er. Es gehe darum, "darüber nachzudenken, ob wir unsere Brüder in Nordkorea in diesen Jahren der Teilung wirklich als 'Landsleute' behandelt haben. Wir müssen unseren neuen Weg mit einem demütigen Herzen und einem Geist der aufrichtigen Umkehr beginnen. Denn wahre Einheit kann nur dann erreicht werden, wenn wir uns bemühen, uns selbst zu ändern, indem wir andere willkommen heißen und ihnen mit Verständnis begegnen".

In diesem Sinne haben die Gläubigen in Südkorea eine besondere Novene zur Vorbereitung auf den Gebetstag für nationale Versöhnung und Einheit begonnen, der auch die Veranstaltung zweier Symposien umfasst. Die Gebetsnovene, die am 17. Juni begonnen hat, dauert bis zum 25. Juni in allen Pfarreien des Landes an, wobei jede Gemeinde vor und nach jeder Messe das gleiche „Gebet für Versöhnung und nationale Einheit" betet, das von der Bischofskonferenz veröffentlicht wird. Morgen, am 20. Juni, findet im Auditorium des Seouler Kathedralkomplexes ein Symposium zum Thema "Die katholische Kirche und die Friedenserziehung" statt. Professorin Julia Kim Nam-hee von der Katholischen Universität Korea wird über "Katholische Bürgererziehung und Frieden" sprechen, während die Wissenschaftlerin Beatrice Seo-jeong Son über "Jugend und Friedenserziehung" referieren wird. Eine weitere Konferenz mit dem Titel "Der Weg der Gläubigen zum Frieden auf der koreanischen Halbinsel", die von der Erzdiözese Seoul organisiert wird, findet am 25. Juni statt und soll die Bereitschaft der katholischen Laien zum Ausdruck bringen, für die Verbesserung der innerkoreanischen Beziehungen einzutreten.

Bischof Simon Kim Joo-young sagte: "Ich bin besorgt, weil wir die Hoffnung, dass Konflikte durch Dialog und Zusammenarbeit gelöst werden können, fast verschwinden sehen, denn es scheint, dass nur die Sicherheit durch den Einsatz militärischer Gewalt im Vordergrund steht". In einer sehr schwierigen Situation "müssen wir Gott um Hilfe bitten, und die Laien müssen die Initiative ergreifen", um den Dialog und den Frieden wieder in Gang zu bringen, hoffte er. Ahn Jae-hong, Präsident der „Korea Catholic Lay Apostolate Association“, sagt in diesem Zusammenhang: "Als Katholik kann ich nicht akzeptieren, dass man nur auf 'Frieden durch Gewalt' besteht, während die Schrecken des Krieges zwischen der Ukraine und Russland und des Krieges zwischen Israel und Hamas für alle sichtbar sind. Wir werden unsere Stimme erheben, um eine Verbesserung der Beziehungen zu fordern und uns dafür einzusetzen".

Im Jahr 2024, dem 74. Jahrestag des Ausbruchs des Koreakrieges, der zur Verfestigung der Teilung der koreanischen Halbinsel führte, scheinen die innerkoreanischen Beziehungen auf dem Tiefpunkt zu sein, aber das koreanische Volk vergisst nicht, dass es "ein Volk" ist, und erinnert an die vergangenen 70 Jahre des Dialogs, der Zusammenarbeit und der Koexistenz.

(PA) (Fides 19/6/2024)

 

ASIEN/LIBANON - Medien berichten über den bevorstehenden Besuch von Kardinalstaatssekretär Parolin

 

Beirut (Fides) – Als pastoralen Besuch in einem Land, das von einer stagnierenden institutionellen und wirtschaftlichen Krise gezeichnet ist und von der wachsenden Gefahr einer Ausweitung des Konflikts, der den Nahen Osten zerreißt, bedroht wird, beschreiben die libanesischen Medien die Nachricht vom bevorstehenden Besuch von Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin im Land.

Wie libanesische Fernsehsender und Zeitungen, allen voran die Tageszeitung an „Nahar“ berichten, beginnt der Besuch am Sonntag, den 23. Juni, und wird voraussichtlich bis Donnerstag, den 27. Juni, dauern. Aus dem Bericht geht hervor, dass der Kardinalstaatssekretär in den Libanon reist, um an der Universität Saint-Joseph einer eucharistischen Liturgie anlässlich der Vorstellung eines vom Malteserorden geförderten Landwirtschaftsprojekts vorzustehen, das wirtschaftliche Entwicklung und Ernährungssicherheit miteinander verbinden soll. Gleichzeitig wird Kardinal Parolin nach Angaben libanesischer Medien auch mit führenden Vertretern der libanesischen Kirche - allen voran dem maronitischen Patriarchen Bechara Boutros Rai - und Vertretern politischer Institutionen wie dem Interims-Premierminister Najib Mikati und dem Präsidenten des Repräsentantenhauses Nabih Berri zusammentreffen.

In den libanesischen Medien finden sich auch Kommentare, die an das Interesse erinnert, mit der der Heilige Stuhl die Ereignisse und Schwierigkeiten im Libanon stets betrachtet hat, mit dem Ziel, den Pluralismus und die Koexistenz zwischen den verschiedenen konfessionellen Komponenten als charakteristisches Merkmal der nationalen Identität zu bewahren. Verschiedene Analysen unterstreichen die Bedeutung des Besuchs des Kardinalstaatssekretärs, indem sie ihn mit dem kritischen Moment voller Ungewissheiten in Verbindung bringen, den der Libanon derzeit erlebt.

In den letzten Tagen hat US-Präsident Joe Biden seinen Abgesandten Amos Hochstein nach Israel und Beirut geschickt, um eine dringende Beruhigung des Konflikts zwischen der Armee des jüdischen Staates und den Milizen der libanesischen Schiitenpartei Hisbollah herbeizuführen, damit es nicht zu einem offenen Krieg kommt. Die Hisbollah ihrerseits hat kürzlich Bilder veröffentlicht, die sie als Aufnahmen ihrer eigenen Drohne ausgibt, die die große israelische Hafenstadt Haifa überflogen hat.

Seit Ende Oktober 2022 hat der Libanon keinen Präsidenten mehr. Nach dem Ende der Amtszeit von Michel Aoun haben die parteiübergreifenden Vetos der Parteien stets eine Einigung auf einen Kandidaten für das Amt verhindert, das im libanesischen institutionellen System einem maronitischen Christen vorbehalten ist.

(GV) (Fides 19/6/2024)

 

EUROPA/DEUTSCHLAND - Präsident der Päpstlichen Missionswerke in Aachen im Amt bestätigt

 

Vatikanstadt (Fides) – Kardinal Luis Antonio G. Tagle, Propräfekt des Dikasteriums für die Evangelisierung, hat am 14. Mai 2024 Pfarrer Dirk Bingener für weitere fünf Jahre (2023-2028) im Amt als Präsident der Päpstlichen Missionswerke in Aachen bestätigt.

(EG) (Fides 19/06/2024)

 

AFRIKA/ÄTHIOPIEN - Apostolischer Vikar von Soddo ernannt

 

Vatikanstadt (Fides) – Papst Franziskus hat den bisherigen Provinzvikar von Kidane Meheret der Kapuziner in Äthiopien, Guardano der Gemeinschaft in Konto, Direktor des „Pascal Technical and Vocational Training Institute“ und Koordinator der Pastoralarbeit des Apostlischen Vikariats Soddo, P. Dejene Hidoto Gamo (ofmCap) zum Apostolischen Vikar von Soddo (Äthiopia).

P. Dejene Hidoto Gamo (ofmCap) wurde am 21. März 1972 in Sibaye (Soddo) geboren. Er hat einen Bachelor-Abschluss in Soziologie von der Universität Addis Abeba und einen Master of Arts in Ethik von der „St. Paul University“ in Ottawa (Kanada). 1998 legte er die ewigen Gelübde ab und wurde nach Abschluss seines Studiums und seiner Ausbildung am Institut für Philosophie und Theologie der Kapuziner in Addis Abeba am 9. Juli 2000 in Addis Abeba zum Priester geweiht.

Nach seiner Priesterweihe hatte er folgende Ämter inne: Pfarrer der Gemeinde „Our Lady of Lourdes“ in Dubbo (Wolaita) (2000-2006); Sozialdirektor, stellvertretender Kaplan der englischsprachigen internationalen Gemeinschaft und Guardian der Bruderschaft des Heiligen Erlösers in Addis Abeba (2006-2009); Guardian der Bruderschaft des Heiligen Erlösers (2009-2012); Direktor des „Abba Pascal Technical and Vocational Training Institute“in Soddo (2012-2012 und von 2016 bis heute); seit 2023 Pastoralkoordinator des Apostolischen Vikariats von Soddo. Derzeit ist er Provinzialvikar von Kidane Meheret der Kapuziner in Äthiopien und Guardian der Gemeinschaft von Konto.

 

(EG) (Fides 19/06/2024)


DR Kongo: Auf der Flucht von sexualisierter Gewalt betroffen

Straflosigkeit und fehlende Sicherheit begünstigen Übergriffe

 

Sexualisierte Gewalt in Konflikten * DR Kongo * Weltflüchtlingstag

 

19.06.2024

 

(Berlin/dwd) - Sexualisierte Gewalt vor allem gegen Mädchen und Frauen ist eine Waffe in zahlreichen bewaffneten Konflikten weltweit, die auch im Osten der Demokratischen Republik Kongo eingesetzt wird. „Eine der schlimmsten Formen von Gewalt löst entweder Flucht aus oder betrifft viele Flüchtende genau dann, wenn sie am wehrlosesten sind. Die betroffenen brauchen dringend mehr Schutz“, sagt Charlotte Greene, Leiterin des Regionalbüros der Diakonie Katastrophenhilfe. 

 

Rund vier Millionen Menschen sind laut UN-Angaben seit Oktober 2022 im Osten der DR Kongo vor allem aus ländlichen Regionen vertrieben worden. Nach Kämpfen zwischen der Rebellengruppe M23 und dem kongolesischen Militär haben in den vergangenen Monaten eine halbe Million Menschen allein in Goma, der Provinzhauptstadt von Nord-Kivu, Zuflucht gesucht. „Während bewaffneter Zusammenstöße und den anschließenden Vertreibungen steigen Fälle von sexualisierter Gewalt an. Sie dient Kämpfern entweder als Waffe im Krieg oder sie wird willkürlich zu ihrer Befriedigung eingesetzt“, berichten Vertreterinnen eines Netzwerks von Frauenorganisationen, welches die Diakonie Katastrophenhilfe unterstützt.

 

Laut Daten von Hilfsorganisationen mussten 2023 in dem zentralafrikanischen Land mehr als 120.000 Fälle von geschlechtsbasierter Gewalt behandelt werden, die vor allem Kinder, junge Mädchen und Frauen betrifft. Gewalt in Form von sexueller Belästigung bis hin zu Gruppenvergewaltigungen macht dabei den größten Anteil dieser Gewaltform aus. Das Frauennetzwerk kritisiert, dass aufgrund des Konflikts verstärkt bewaffnete Reservisten innerhalb von Dorfgemeinden und Vertriebenensiedlungen eingesetzt werden, um die Kontrolle auszuüben. Sie seien jedoch für einen Anstieg der Fallzahlen verantwortlich, da es sich dabei um untrainierte Reservisten handelt, die die Regeln des Völkerrechts nicht kennen und zum Teil nicht für ihre Dienste bezahlt werden. Hinzu kämen andere Kriminelle, die ebenfalls Macht in Gemeinden ausüben und für sexuelle Übergriffe verantwortlich seien.

 

Neben physischen Verletzungen und Traumata sind Überlebende der Gewalt von weitreichenden Folgen wie Geschlechtskrankheiten oder ungewollten Schwangerschaften betroffen. Ausreichend Schutz und Gerechtigkeit bleibt ihnen danach verwehrt. „Eine Anklage und juristische Aufarbeitung scheitert an der materiellen Armut der Betroffenen. Weit entfernte Gerichtstermine können sie nicht wahrnehmen, weil sie die Fahrtkosten nicht aufbringen. Eine Vielzahl von Fällen wird schlichtweg eingestellt“, sagt Charlotte Greene. Zusätzlich seien Betroffene in vielen Fällen gezwungen, ihre Heimat zu verlassen, weil sie von ihrer Gemeinde stigmatisiert und ausgeschlossen wurden oder Angst vor weiteren Übergriffen haben. „Mit unserer Partnerorganisation können wir die Menschen über die Risiken und Schritte nach erlebter Gewalt aufklären und unterstützen. Das hilft durchaus, aber um die Menschen wirklich zu schützen und angemessen zu unterstützen, braucht es mehr Hilfsangebote und echte Sicherheit, die es seit Jahrzehnten in der DR Kongo nicht gibt“, sagt Greene.

 

Seit fast 30 Jahren machen sich Dutzende bewaffnete Gruppen die Kontrolle über riesige rohstoffreiche Gebiete im Osten der DR Kongo streitig. Wiederholt drohte die derzeit einflussreichste Rebellengruppe M23 mit der Einnahme der Millionenstadt Goma. Dort kam es in den vergangenen Monaten mehrfach zum Beschuss von Flüchtlingssiedlungen. Rund 26 Millionen der rund 114 Millionen Einwohner der DR Kongo sind auf humanitäre Hilfe angewiesen. 7,2 Millionen Menschen sind aufgrund des Konflikts intern vertrieben, während 1,1 Millionen Menschen Schutz in Nachbarländern gesucht haben.

 

Die Diakonie Katastrophenhilfe bittet um Spenden:

Diakonie Katastrophenhilfe, Berlin

Evangelische Bank

IBAN: DE68 5206 0410 0000 5025 02

BIC: GENODEF1EK1

Stichwort: Nothilfe DR Kongo

Online unter: www.diakonie-katastrophenhilfe.de/spenden/

 

 


Rettung vor Tod und Zerstörung

SOS-KINDERDÖRFER BRINGEN KINDER UND FAMILIEN AUS CHARKIW IN DIE WESTUKRAINE

Foto: SOS-Kinderdörfer weltweit Hermann-Gmeiner-Fonds Deutschland e.V.. Fotograf:Katerina Ilievska
Foto: SOS-Kinderdörfer weltweit Hermann-Gmeiner-Fonds Deutschland e.V.. Fotograf:Katerina Ilievska

18.06.2024

 

(Kiew/München/ots) - Aufgrund der Eskalation der Gewalt und dem Dauerbeschuss in der Provinz Charkiw haben die SOS-Kinderdörfer über 200 Kinder und Erwachsene aus dem Kriegsgebiet evakuiert und in die Westukraine gebracht. Der ukrainische Staat hatte die Evakuierung angeordnet und unter anderem die SOS-Kinderdörfer um Unterstützung gebeten. Boris Breyer, Pressesprecher der Hilfsorganisation, sagt: "Wir sind froh, dass wir vielen Kindern helfen und Leben retten konnten, aber gleichzeitig sind wir in großer Sorge: Viele Dörfer und Städte in der Region sind dem Erdboden gleichgemacht, erneut sind Kinder getötet oder verletzt worden. Es ist schockierend: Die Zahlen steigen an."

 

 


Panama: Kirche verstärkt Sorge für Flüchtlinge im Darién-Dschungel

Erzbischof José Domingo Ulloa Mendieta aus Panama-Stadt bei einem Besuch im Darién-Dschungel im Frühjahr 2024. © Kirche in Not
Erzbischof José Domingo Ulloa Mendieta aus Panama-Stadt bei einem Besuch im Darién-Dschungel im Frühjahr 2024. © Kirche in Not

17.06.2024

 

(München/acn) - Die Bischöfe von Panama, Kolumbien und Costa Rica haben sich darauf verständigt, die Seelsorge und humanitäre Betreuung von Flüchtlingen im Darién-Dschungel zu verstärken. Das betonte Erzbischof José Domingo Ulloa Mendieta aus Panama-Stadt bei einem Besuch in der internationalen Zentrale von „Kirche in Not“ (ACN) in Königstein im Taunus.

 

Der Darién-Dschungel (auch „Darién Gap“) ist ein Urwaldgebiet an der Grenze zwischen Kolumbien und Panama. Jährlich durchqueren hunderttausende Menschen das unwegsame Gelände Richtung Norden, um vorrangig in die Vereinigten Staaten zu gelangen. Der direkte Weg durch unwegsames Gelände ist circa 100 Kilometer lang.

 

 

„In Anbetracht der zunehmenden humanitären Krise, der Todesgefahren und der extremen Verwundbarkeit, der die Migranten ausgesetzt sind, möchten wir unsere Stimme erheben“, sagte der Erzbischof. Der Darién Gap gilt als eine der gefährlichsten Fluchtrouten Lateinamerikas, wird aber immer mehr genutzt: Beobachter schätzen, dass dieses Jahr die Millionen-Marke erreicht werden könnte.


FIDES-NACHRICHTEN - 18.06.2024

AFRIKA/NIGERIA - Erneut Priester entführt

 

Abuja (Fides) - Ein weiterer Priester ist in Nigeria entführt worden. Pater Christian Ike, Pfarrer der Gemeinde St. Mathew’s in Ajalli (Orumba North Local Government Area im südlichen Bundesstaat Anambra), wurde zusammen mit einer weiteren Person am Morgen des 16. Juni entführt.

Dies teilte die Diözese Ekwulobia in einer Erklärung mit. "Liebe Brüder und Schwestern, bitte beten Sie für die Freilassung von Pfarrer Christian Ike und Herrn Ogbonnia Aneke, die heute Morgen gegen 9.45 Uhr entführt wurden, als sie von der Messe an einem Vorort der Pfarrei St. Matthew's in Ajalli zurückkehrten", heißt es in einer Erklärung des Kanzlers der Diözese, Pfarrer Lawrence Nwankwo, vom 16. Juni.

Laut der polizeilichen Rekonstruktion, die sich auf den Bericht eines Augenzeugen stützt, waren der Priester und einige andere Personen auf dem Rückweg von der St. Michael's-Kirche, wo sie den Morgengottesdienst gefeiert hatten. "Als sie an der Kreuzung nach Amagu ankamen, wurde ihr Fahrzeug von bewaffneten Männern angehalten, die mit drei Fahrzeugen kamen. Während zwei Personen entkommen konnten, nahmen die Angreifer den Priester und eine weitere Person mit und entwendeten auch einige persönliche Gegenstände der Fahrzeuginsassen".

Im Mai wurden in Nigeria mindestens zwei weitere Priester entführt und nach einigen Tagen wieder freigelassen wurden, während im Juni im Bundesstaat Kaduna Pfarrer Gabriel Ukeh entführt und wieder freigelassen wurde.

Die Diözese Ekwulobia, in der Pater Christian Ike lebt und arbeitet, wird von Kardinal Peter Ebere Okpaleke geleitet.

(L.M.) (Fides 18/6/2024)

 

AFRIKA/SUDAN - Wahllose Bombenangriffe auf Krankenhäuser und Flüchtlingslager in Nord-Darfur

 

Al-Fashir (Fides) - Patienten und Mitarbeiter des „Southern Hospital“ in Al-Fashir in der Region Darfur, im Nordwesten des Sudan, wurden von den „Rapid Support Forces“ (RSF) verwundet und erschossen. Die Rebellen griffen auch das nahe gelegene Camp der Binnenvertriebenen Abu Shouk an und töteten dabei auch mehrere Kinder. Der wahllose Beschuss der Wohnviertel der Stadt geht weiter, das Flüchtlingscamp steht seit mehreren Wochen unter Beschuss, und es gibt immer mehr Tote und Verletzte.

Örtlichen Quellen zufolge befinden sich unter den Verwundeten im Krankenhaus auch der Direktor selbst und der Leiter der Notaufnahme. Aufgrund seiner logistischen Bedeutung ist das Krankenhaus immer wieder Schauplatz von Angriffen der Kriegsparteien gewesen. In der vergangenen Woche hatte es deshalb bereits mehrere Versuche gegeben, Patienten aus dem „Southern Hospital“ zu evakuieren, da es in dem Gebiet zu Zusammenstößen zwischen der RSF und den sudanesischen Streitkräften gekommen war. Am Donnerstag, den 13. Juni, schlugen mehr als 30 Raketen in der Hauptstadt ein. Auch die „El Faki Mohamed Saeed“-Moschee östlich des Krankenhauses von Igra wurde schwer beschädigt.

Die Stadt El Fasher, in der rund 1,5 Millionen Menschen leben, darunter etwa 800.000 Vertriebene, ist die letzte der fünf Hauptstädte im Bundesstaat Darfur, die nicht von der RSF kontrolliert wird. Die Einwohner befürchten, dass die vollständige Kontrolle der Stadt durch die Rebellen der RSF einen Konflikt zwischen den arabischen Stämmen, die die RSF unterstützen, und dem Stamm der Zaghawa auslösen wird, aus dem die meisten der in Nord-Darfur aktiven Rebellen stammen.

Berichten zufolge haben sich die Führer der Zaghawa an den tschadischen Präsidenten Mahamet Deby (ebenfalls ein Zaghawa) gewandt und ihn gebeten, einzugreifen, um ein "katastrophales Blutbad" in der Region zu verhindern.

Die internationale Gemeinschaft hat wiederholt an die Kriegsparteien appelliert, die Gewalt zu deeskalieren und den freien Zugang für humanitäre Hilfe wiederherzustellen, bisher jedoch ohne Erfolg.

Die Kämpfe haben zu Massenvertreibungen geführt. Schätzungsweise 85 Prozent der Bevölkerung verließen die nördlichen Bezirke und zogen in sicherere Gebiete im Süden von El Fasher oder flohen nach Mellit, 60 km von der Hauptstadt entfernt, oder sogar nach Libyen.

Seit Ende Oktober 2023 begann sich die Sicherheitslage in El Fasher rapide zu verschlechtern, als die RSF den Druck auf die anderen vier Hauptstädte des Staates Darfur verstärkte. Nun droht die Situation zu explodieren.

(AP) (Fides 18/6/2024)

 

VATIKAN - Neues Buch zur Figur von Kardinal Celso Costantini: "Brückenbauer” zu China

 

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Von Gianni Valente

 

Rom (Fides) - "Vor allem gegenüber den Chinesen hielt ich es für angebracht, in keiner Weise den Verdacht zu bestätigen, dass die katholische Religion unter dem Schutz und, schlimmer noch, als politisches Instrument im Dienste der europäischen Nationen steht", so der aus der norditalienischen Region Friaul stammende Kardinal Celso Costantini in seinen Memoiren zu den besonderen Merkmalen seiner Mission als Erster Apostolischer Delegat in China, die von 1922 bis 1933 dauerte.

In jüngster Zeit haben die Entwicklung der Beziehungen zwischen China und dem Vatikan und das Abkommen zwischen dem Heiligen Stuhl und der Volksrepublik China über die Ernennung von Bischöfen das Interesse an Costantini (1876-1958), einem Vorreiter des Dialogs zwischen dem Vatikan und Peking, geweckt und zu neuen Studien geführt. Doch auch in den letzten Jahrzehnten, lange vor dem Abkommen zwischen China und dem Heiligen Stuhl über die Ernennung von Bischöfen, wurde die Erinnerung an diese brillante und prophetische Persönlichkeit der katholischen Kirche des 20. Jahrhunderts dank der Arbeiten und Initiativen seines Landsmannes Prälat Bruno Fabio Pighin, Professor an der Fakultät für Kirchenrecht „S. Pio X.“ in Venedig und bischöflicher Delegierter für das Heiligsprechungsverfahrens Costantinis, wachgehalten.

Ein neuer, von Professor Pighin herausgegebener Band trägt nun dazu bei, weniger bekannte Aspekte der facettenreichen Persönlichkeit Costantinis zu erforschen.

Der in italienischer Sprache erschienene Band trägt den Titel “Il Cardinale Celso Costantini e la Cina. Costruttore di un ‘ponte’ tra Oriente e Occidente” ("Kardinal Celso Costantini und China. Erbauer einer Brücke zwischen Ost und West"). Die von „Marcianum Press“ herausgegebene Publikation wurde von der Vereinigung "Amici del Cardinale Celso Costantini“ („Freunde von Kardinal Celso Costantini") in Auftrag gegeben, die bereits die Dauerausstellung "Kardinal Celso Costantini und China" auf den Weg brachte, die 2023 im Diözesanmuseum für Sakrale Kunst der Diözese Pordenone eröffnet wurde.

Das neue Werk über Costantini wird am Donnerstag, den 20. Juni (17 Uhr), in der Aula Magna der Päpstlichen Universität Urbaniana vorgestellt. Der Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin und Erzbischof Fortunatus Nwachukwu, Sekretär des Dikasteriums für die Evangelisierung (Sektion für die Erstevangelisierung und die neuen Teilkirchen), werden zusammen mit Bischof Juan Ignacio Arrieta, Sekretär des Dikasteriums für Gesetzestexte, an der Präsentation teilnehmen. Der Bischof der Heimatdiözese von Kardinal Costantini, Concordia-Pordenone, Giuseppe Pellegrini, und Professor Vincenzo Buonomo, Päpstlicher Delegierter und Prorektor der Universität Urbaniana, werden Grußworte zur Eröffnung sprechen.

 

Pordenone, Fiume, Peking, Rom

In dem großformatigen Band beleuchten die verschiedenen Kapitel, die von Akademikern und Gelehrten verfasst wurden, die vielseitigen Persönlichkeit Costantinis. Von den Jahren seiner Berufung zum Priesteramt in der Diözese Concordia-Pordenone - wo er in der während der Zeit des Ersten Weltkriegs auch Generalvikar war - bis hin zu seiner pastoralen Tätigkeit als erster Apostolischer Administrator von Fiume (heute in Kroatien), wo er 1920-21 ein Blutbad verhinderte, indem er sich dem Vorhaben des Dichters Gabriele D'Annunzio und der italienischen Nationalisten widersetzte, die die unabhängige Stadt zurückerobern wollten.

Der Historiker Agostino Giovagnoli rekonstruiert die Rolle Costantinis als "großer Verkünder des Evangeliums" in China, während Adel Afif Nasr seinen Beitrag zum Konzil von Shanghai beschreibt. Im zweiten Teil des Werks wird an Costantini als Protagonist der sakralen Kunst erinnert. Der mit 150 Fotos und Illustrationen versehene Band stellt auch die künstlerischen Werke und die kostbaren chinesischen Textilien vor, die der Kardinal hinterlassen hat, und bietet außerdem eine wertvolle bibliografische Übersicht, die von Simon Ee Kim Chong herausgegeben wurde.

 

Die "Methode Costantini " und das Abkommen über die Ernennung der Bischöfe

Die Veröffentlichung und die Präsentation des neuen von Pighin herausgegeben Werks in Rom, ist Teil einer Reihe von Veranstaltungen, die dem hundertsten Jahrestag des "Primum Concilium Sinense" gewidmet sind, dem Konzil der katholischen Kirche in China, das vom 15. Mai bis 12. Juni 1924 in Shanghai stattfand und dessen Hauptleiter der damalige Apostolische Delegat Costantini war. Eine wichtige Konferenz zum 100. Jahrestag des „Concilium Sinense“, die von der Päpstlichen Universität Urbaniana in Zusammenarbeit mit der Fides und der Pastoralkommission für China organisiert wurde, fand am 21. Mai in der Aula Magna der Päpstlichen Universität statt. Zu den Rednern gehörten unter anderem der Bischof von Shanghai Joseph Shen Bin, Kardinal Pietro Parolin und Kardinal Luis Antonio Tagle, Pro-Präfekt des Dikasteriums für die Evangelisierung.

In der Videobotschaft an die Konferenzteilnehmer hob Papst Franziskus auch den wesentlichen Beitrag hervor, den Kardinal Costantini auf dem Konzil von Shanghai geleistet hatte, das auf Geheiß von Papst Pius XI. einberufen worden war, um die apostolische Arbeit auf chinesischem Boden neu zu beleben, das Wachstum einer einheimischen chinesischen Kirche zu fördern und zu begleiten und sich der kolonialen Mentalität zu widersetzen, die auch in die kirchlichen Praktiken eingedrungen war. „Constantini", erinnerte Papst Franziskus in dieser Videobotschaft, "betonte einfach, dass die Mission der Kirche darin besteht, zu evangelisieren und nicht zu kolonisieren". Auf dem Konzil von Shanghai hat die Gemeinschaft zwischen dem Heiligen Stuhl und der Kirche in China, auch dank der Arbeit von Celso Costantini, ihre fruchtbaren Früchte gezeigt, „Früchte des Guten für das ganze chinesische Volk".

Kardinal Parolin fügt im Vorwort des von „Marcianum Press“ herausgegebenen Bandes aufschlussreiche Details hinzu, die die ganze Tragweite der Prophezeiung dessen erfassen, was der Staatssekretär die „Methode Costantini" nennt.

Nach seinen Jahren in China war Kardinal Costantini Sekretär der Kongregation „de Propaganda Fide“ und 1953 wurde er von Pius XII. zum Kardinal ernannt. Der neue Band über Costantini erzählt auch von den geduldigen und hartnäckigen Versuchen, die er als Apostolischer Delegat unternahm, um die Entstehung von direkten Beziehungen zwischen dem Heiligen Stuhl und den chinesischen Behörden zu fördern, und von der systematischen Sabotage - die fast immer erfolgreich war - durch westliche Mächte, um zu verhindern, dass der Papst ohne Vermittler mit Peking verhandelt. "Dieser Weg", so Kardinal Parolin, "gab eine Richtung vor, die die Kirche heute weiterverfolgt, wie es auch mit dem 2022 bestätigten provisorischen Abkommen zwischen dem Heiligen Stuhl und der Volksrepublik China geschah. Dieses Abkommen, das bereits 2007 von Papst Benedikt angestrebt und 2018 unter dem Pontifikat von Papst Franziskus unterzeichnet wurde, betrifft die Ernennung von Bischöfen in China, in idealer Kontinuität mit den sechs ersten chinesischen Bischöfen, die 1926 in Rom von Pius XI. und Costantini selbst geweiht wurden". Heute, auch aufgrund der 2018 unterzeichneten und zweimal verlängerten Vereinbarung, "stehen alle Prälaten im Land des Konfuzius in Gemeinschaft mit dem Nachfolger Petri und dem universalen Bischofskollegium".

Der Kardinalstaatssekretär erinnert auch an die Rolle, die Costantini nach den ersten Bischofsweihen spielte, die ab 1958 ohne päpstliches Mandat in China durchgeführt wurden. In diesem für die kirchliche Gemeinschaft so schmerzlichen Moment, betont Kardinal Parolin, "riet Costantini Papst Pius XII., die chinesische Situation nicht mit europäischen Augen zu sehen, denn es handele sich nicht um ein 'Schisma'". Eine Perpektive, die konkrete Auswirkungen hatte: In der Enzyklika „Ad Apostolorum Principis“ von 1958 wurde in Bezug auf chinesische Bischöfe, die ohne Zustimmung des Papstes geweiht wurden, "nicht von 'Schisma' gesprochen". Darin bekräftigte Pius XII. vielmehr auch in der neuen politischen Situation die Pflicht der chinesischen Katholiken, ihr Heimatland zu lieben und seine Gesetze zu respektieren, die nicht im Widerspruch zum christlichen Glauben und zur Moral stehen, um die harmonische Entwicklung der gesamten Nation zu fördern. Die „Methode Costantini“, so der Kardinalstaatssekretär, sei auch „eine Quelle der Inspiration für die Gegenwart“. Eine Perspektive, die auch in dem vom Priester und Professor Bruno Fabio Pighin herausgegebenen Band "gut veranschaulicht" wird.

(Fides 18/6/2024)

 

ASIEN/SRI LANKA - Wirtschaft erholt sich: Armutsquote bleibt hoch, Bevölkerung fordert Präsidentschaftswahlen

 

Colombo (Fides) - Die wirtschaftliche Lage in Sri Lanka beginnt sich nach der zweijährigen Wirtschaftskrise, die auf den im April 2022 erklärten Zahlungsausfall und das vierjährige Rettungspaket durch Kredite des Internationalen Währungsfonds (IWF) folgte, allmählich zu erholen: Das Land war mit 83 Milliarden Dollar verschuldet, mehr als die Hälfte davon bei ausländischen Gläubigern. Nach Angaben des IWF sinkt nun die Inflation und die Wirtschaft begann in der zweiten Jahreshälfte 2023 wieder zu wachsen, was eine gute Nachricht für ein Land ist, in dem die Menschen seit Anfang 2022 unter schwerem Mangel an Lebensmitteln, Medikamenten, Kraftstoff und Strom leiden. Die dadurch ausgelösten Straßenproteste hatten zur Absetzung des damaligen Präsidenten Gotabaya Rajapaksa geführt.

Im Rahmen des Rettungsprogramms in Höhe von 2,9 Mrd. USD stellt der Internationale Währungsfonds Darlehen in Tranchen zur Verfügung und überprüfte halbjährlich, ob das Land bei den erforderlichen Wirtschaftsreformen auf Kurs ist. Bislang hat Sri Lanka zwei Zahlungen erhalten und auch Zusagen für einen Schuldenerlass von wichtigen Gläubigern wie Indien, Japan und China bekommen. Die Regierung führt unterdessen auch Gespräche mit privaten Gläubigern.

Im Juli 2022 wurde der ehemalige Premierminister Ranil Wickremesinghe zum Präsidenten ernannt (bis zum offiziellen Ende der Amtszeit im Jahr 2024), und seither ist es der Regierung dank der Unterstützung internationaler Institutionen gelungen, die Stromversorgung wiederherzustellen und den Mangel an lebensnotwendigen Gütern weitgehend zu beheben. Die srilankische Währung hat sich gefestigt und die Zinssätze sind auf etwa 10 % gesunken. Die Probleme der hohen Besteuerung, der Lebenshaltungskosten und der hohen Arbeitslosigkeit aufgrund des Zusammenbruchs der Industrieproduktion und des rückläufigen Tourismus bleiben jedoch bestehen. Einem aktuellen Bericht der Weltbank zufolge ist die Armutsquote das vierte Jahr in Folge gestiegen, und Ende 2023 werden 25,9 % der Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze leben. Im vergangenen März genehmigte die Regierung eine Erhöhung des monatlichen Mindestlohns um 40 Prozent von 12 500 Rupien (etwa 40 Euro) auf 17 500 Rupien, um die Arbeitnehmer angesichts der steigenden Lebenshaltungskosten zu unterstützen.

Die Bevölkerung wartet nun auf einen Termin für Neuwahlen, während Präsident Ranil Wickremasinghe versucht, seine Amtszeit zu verlängern. Die Wahlkommission von Sri Lanka hat angekündigt, dass die Präsidentschaftswahlen zwischen dem 17. September und dem 17. Oktober stattfinden werden, doch die Regierungspartei hat unterdessen die Absicht bekundet, die Wahl zu verschieben und ein Referendum zur Verlängerung der Amtszeit des Präsidenten um weitere zwei Jahre abzuhalten.

Verbände der Zivilgesellschaft, Organisationen der katholischen Kirche und anderer Religionsgemeinschaften sind der Ansicht, dass der von der Regierung vorgelegte Gesetzentwurf "den Bestrebungen und Rechten des Volkes völlig zuwiderläuft", und verweisen darauf, dass die Verfassung dem Präsidenten eine fünfjährige Amtszeit garantiert und dass es das Recht der Bürger ist, sich durch ihre Stimmabgabe zu äußern.

Drei Jahre nach der Vorlage des Berichts über die Verantwortung von Geheimdiensten und Politikern im Hinblick auf die Osterattentat 2019 (bei Sprengstoffanschlägen auf drei Kirchen und mehrere Hotels kamen über 250 Menschen ums Leben), hat Präsident Wickremesinghe unterdessen beschlossen, das gesamte Verfahren neu aufzurollen und eine neue Untersuchungskommission unter der Leitung eines pensionierten Richters einzusetzen, um die immer noch offene Wunde der Anschläge zu schließen. Die Untersuchungskommission soll die Aktionen und Reaktionen der Geheimdienste nach der Warnung aus Indien am Vorabend der Anschläge vom Ostersonntag 2019 untersuchen und aufklären. Nach Ansicht des Sprechers der katholischen Bischofskonferenz, Pater Cyril Gamini Fernando, "ist dies eine unnötige Verzögerung: Die Regierung sollte einfach die Empfehlungen umsetzen, die bereits von der vorherigen Untersuchungskommission ausgesprochen wurden". Fünf Jahre nach den tragischen Ereignissen von 2019 "ist die Situation immer noch dieselbe, aber die Kirche gibt nicht auf, für Gerechtigkeit zu kämpfen", sagte er.

(PA) (Fides 18/6/2024)

 

EUROPA/DEUTSCHLAND - Präsident von Missio München im Amt bestätigt

 

Vatikanstadt (Fides) - Kardinal Luis Antonio G. Tagle, Propräfekt des Dikasteriums für die Evangelisierung, hat am 7. Mai 2024 Monsignore Wolfgang Huber aus dem Klerus der Erzdiözese München für weitere fünf Jahre im Amt als Präsident der Päpstlichen Missionswerke in München (Missio München) bestätigt.

(EG) (Fides 18/06/2024)

 

AFRIKA/SAMBIA - Diözese Ndola in den Rang einer Erzdiözese erhoben und erster Erzbischof ernannt

 

Vatikanstadt (Fides) – Papst Franziskus hat die bisherige Diözese Ndola (Sambia) in den Rang einer Erzdiözese mit den beiden Suffraganbistümern Kabwe und Solwezi erhoben und den bisherigen Bischof der Diözese Ndala Benjamin Phiri zum ersten Erzbischof ernannt.

Die Erzdiözese Ndola liegt in einem zentralen Teil Sambias. Sie erstreckt sich über 32.000 km². Bei einer Bevölkerung von 3.223.400 gibt es 1.920.580 Katholiken (59,6 %), die in 84 Pfarreien strukturiert sind. Es gibt 187 Priester (106 Diözesan- und 81 Ordenspriester), 151 Ordensbrüder und 340 Schwestern sind ebenfalls in der Seelsorge tätig. Es gibt 143 Priesterseminaristen. Die Erzdiözese stützt sich auch auf den Dienst zahlreicher Katecheten.

Die neue Kirchenprovinz von Ndola wird die Diözesen Kabwe und Solwezi als Suffraganbistümer haben.

(EG) (Fides 18/06/2024)

LINK

 

Statistiken -> http://www.fides.org/it/attachments/view/file/DATI_STATISTICI_PROVINCIA_ECCLESIASTICA.pdf


FIDES-NACHRICHTEN - 17.06.2024

AFRIKA/SUDAN - Fast 10 Millionen Vertriebene: Bischof von El Obeid beklagt mangelnde Dialogbereitschaft

 

El Obeid (Fides) – Die Schreckensnachrichten aus dem Sudan reißen nicht ab. Die Zahlen sind erschreckend: Laut „Reliefweb“ wurden seit April 2023, dem Beginn des Konflikts, 9,2 Millionen Menschen gewaltsam vertrieben, davon 7,1 Millionen innerhalb des Landes und 1,9 Millionen in den Nachbarländern. Eine tragische Situation, wenn man bedenkt, dass der Sudan selbst und mehrere Nachbarländer bereits vor dieser neuen Notsituation eine große Zahl von Flüchtlingen aufgenommen hatten (allein im Sudan waren etwa 1 Million Flüchtlinge aus anderen Krisengebieten auf der Flucht).

Der Südsudan und der Tschad, zwei Länder, die von den grenzüberschreitenden Flüchtlingen buchstäblich überflutet wurden, beherbergen 670.000 bzw. 758.000 Sudanesen und stehen kurz vor dem Zusammenbruch. Die nun größtenteils zivilen Flüchtlinge benötigen Wasser, Nahrungsmittel, Unterkünfte, medizinische Versorgung und grundlegende Dinge. Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) hat Mühe, die Neuankömmlinge zu registrieren und sie an sicherere Orte zu bringen. Nichtregierungsorganisationen sind vor Ort immer weniger aktiv, da sie gezwungen sind, das Land zu verlassen oder aus Sicherheitsgründen ihren Standort zu verlagern (wie im Falle des medizinischen Hilfswerks „Ärzte ohne Grenzen“, das sein Tätigkeit im „South Hospital“ in El-Fasher, der Hauptstadt des Staates Nord-Darfur, nach wiederholten Angriffen zwischen Ende Mai und Anfang Juni einstellen mussten).

"Die Konfliktsituation in unserem Land", berichtet der Bischof von El-Obeid Tombe Trille Yunan gegenüber Fides, "ist immer noch sehr ernst, wir verzeichnen ständig neue Zusammenstöße in verschiedenen Gebieten des Sudan“. Der Konflikt dauert seit mehr als einem Jahr (seit dem 15. April 2023) an und betrifft die beiden Anführer der beiden Konfliktparteien, General Abdel Fattah Al Burhan, Chef der Regierung und der Streitkräfte (SAF) und Mohamed Hamdan Dagalo, genannt Hemedti, Chef der Miliz „Rapid Support Forces“ (RSF). "Der Krieg zwischen diesen beiden", so der Bischof weiter, "hat zur Zerstörung staatlicher und privater Einrichtungen geführt, die Menschen leiden unter Hunger, mangelnder medizinischer Versorgung und fehlenden Versorgung mit lebensnotwendigen Gütern, einschließlich Wasser. Der Internetzugang ist zu einem Privileg für einige wenige geworden, und selbst für diese wenigen ist die Zugangsdauer sehr begrenzt".

El-Obeid ist die Hauptstadt des Bundesstaates Nord-Kordofan im Sudan.

Bischof Tombe Trille forderte kürzlich die beiden Konfliktparteien auf, niederzuknien und zu beten, um einen ebenso sinnlosen wie grausamen Konflikt zu beenden. "Ich rufe die Verantwortlichen auf, sich zum Gebet niederzuknien", sagte der Prälat, "und auf die Stimme Gottes und die Stimme des Volkes, der Kinder und der Frauen zu hören, die nach Frieden schreien, und auch auf das Blut, das aus unserem Land fließt, von absolut unschuldigen Menschen, die im Kreuzfeuer gestorben sind.

 

Appelle blieben bisher ungehört

"Inzwischen", so räumt der Bischof ein, "hört niemand mehr auf irgendjemanden, die Anführer setzen das Kämpfen und Töten fort und sind überzeugt, dass sie die Oberhand haben, und niemand ist bereit, einen Schritt zurückzutreten und vor allem den Dialog zu suchen. Die Kriegsparteien sprechen eher darüber, wie sie den anderen loswerden können, als über Dialog. Unsere Führer sind noch nicht zu einem Treffen bereit. Ihr Mantra lautet: 'Die andere Gruppe will die Waffen nicht niederlegen, also bleibt nur der Weg, sie auf dem Feld zu besiegen'".

In einem solchen Kontext sei es auch schwierig, die alltäglichen Tätigkeiten im Zusammenhang mit der eigenen pastoralen Arbeit zu verrichten. Sich in der Diözese oder darüber hinaus zu bewegen, Gemeinden zu begegnen, Messen zu feiern und die Sakramente zu spenden. "Ich bewege mich für meine pastorale Arbeit auf eigenes Risiko, manchmal durch die Wüste“ erzählt Bischof Tombe Trille, „Für eine Strecke von nur zwei Stunden brauche ich jetzt zwei Wochen oder mindestens zehn Tage". "Trotzdem", fügt er hinzu, "führe ich die Mission weiter aus, auch wenn alles zur Vorsicht mahnt. Aber die Lage ist so ernst, dass es nirgendwo sicher ist, nicht einmal in dem Zimmer, in dem ich wohne. Deshalb ist es besser, dass ich meine Mission fortsetze, ich bin gerade aus dem Südsudan, aus dem Grenzgebiet, für die Weihe eines Diakons zurückgekommen. Wir bitten die Mitglieder unserer Gemeinschaften immer, sich gegenseitig zu trösten, im Gebet, in der Mission und in der Spendung der Sakramente nicht nachzulassen, auch wenn einige Pfarreien ohne unsere Dienste sind, weil sie evakuiert worden sind. Vor allem die Katecheten halten die Gemeinschaften in diesen schwierigen Zeiten zusammen".

 

AFRIKA/BURKINA FASO - “Centre Pélican“: Menschliche, soziale, intellektuelle und spirituelle Bildung für Kinder und Jugendliche in Not

 

Paspanga (Fides) - "Ein Ort, an dem sie einen 'sicheren Hafen' finden können, ein Ort der Hoffnung für junge Menschen in Schwierigkeiten, die hier lernen und gleichzeitig geistliche Begleiter treffen, mit denen sie ihre Nöte teilen können", dies ist das von Pater Augustine Rotshak Gonsum, einem Priester der Afrikamissionare (Weiße Väter), geleitete Bildungshaus „Centre Pélican“ in Paspanga, einem kleinen Dorf zwischen Burkina Faso und Niger, in dem menschliche, soziale, intellektuelle und spirituelle Bildung angeboten werden soll.

"Die meisten unserer Schüler kommen aus armen Familien, die nirgendwo eine Schule besuchen können", so der Missionar gegenüber Fides. „Einige sind Waisenkinder, die bei ihren Verwandten leben, ohne konkrete Unterstützung. Andere haben ihre Dörfer wegen der Terroranschläge verlassen und leben bei ihren Eltern und Freunden. Es gibt auch viele, die die Schule aus verschiedenen Gründen vor Jahren abgebrochen haben. Auch junge Menschen, die innerhalb des Landes vertrieben wurden oder obdachlos sind und sich oft allein und ohne einen Erwachsenen, an den sie sich wenden können, befinden, finden in unserem Zentrum Unterstützung".

Doch das Bildungshaus ist nicht nur ein Ort des Lernens. "Wir sind auch ein Ort der Begegnung und der menschlichen Förderung", erklärt Pater Augustinus. „Junge Menschen verschiedener Religionen treffen sich außerhalb ihrer Gotteshäuser oder Moscheen, um gemeinsam verschiedene Themen anzugehen. Das ganze Jahr über veranstalten wir Begegnungen und Treffen, bei denen wir unter anderem über Frieden, Versöhnung, sozialen Zusammenhalt, interreligiösen Dialog, Ökologie und die Klimakrise sprechen. Es gibt auch kulturelle Tage, an denen wir über unsere Werte, Traditionen und Bräuche diskutieren. Wir sprechen auch über die Entwicklung von Fähigkeiten, Selbstvertrauen und Selbstachtung und darüber, wie man sich in unsere sich ständig verändernde Gesellschaft integrieren kann. Wir nehmen auch Kinder auf, die ihre BEPC- (Brevet d'Etude de Premier Cycle) oder BAC- (Baccalauréat) Prüfungen wiederholt nicht bestanden haben, und helfen ihnen, indem wir ihnen Unterricht nach dem nationalen Lehrplan anbieten. Wir haben eine Bibliothek mit Schulbüchern, Romanen und religiösen Büchern“.

"Natürlich", betont Pater Augustine, "ist das Zentrum nicht nur ein Ort des Austauschs und der menschlichen Förderung, sondern behält auch seine spirituelle Dimension. Es ist in erster Linie ein Ort der Begegnung mit Gott. Wir haben eine Kapelle, die jeden Tag geöffnet ist und in die Studenten und andere Personen von außerhalb zum Gebet eintreten können. Auch nichtkatholische Schüler können ihren Glauben frei praktizieren, indem sie freie Flächen und Räume nutzen“. „Um all diese Ziele zu erreichen", so Pater Augustinus abschließend, "folgen wir internen Regeln, die uns leiten und führen“.

Das „Centre Pélican“ wurde 1992 von Pater Edouard Duclos, einem Afrikamissionar, gegründet. Der Pelikan ist das Symbol der Weißen Väter. Wenn das Tier keine Nahrung mehr hat opfert es sein Blut für seine Jungen, genau wie die vielen Missionare, die als Märtyrer für das Volk Gottes gestorben sind.

Der Name der Gesellschaft der Afrikamissionare (Weiße Väter) und der Missionsschwestern Unserer Lieben Frau von Afrika (Weiße Schwestern) bringt die Berufung und das Missionsverständnis des Ordens perfekt zum Ausdruck: in Afrika und für Afrika geboren, sind sie eine Gesellschaft des apostolischen Lebens, die sich aus Priestern, geweihten Laienbrüdern und Ordensschwestern zusammensetzt, die sich in Solidarität mit den Afrikanern, aufmerksam für deren Probleme und engagiert für ihre Zukunft einsetzen.

(AP) (Fides 17/6/2024)

 

AFRIKA/SÜDAFRIKA - Präsident Ramaphosa für zweite Amtszeit bestätigt

 

Johannesburg (Fides) – Zwar wurde Cyril Ramaphosa als Präsident Südafrikas im Amt bestätigt, doch es war die Bildung einer noch nie dagewesenen Regierungskoalition erforderlich, die sich aus den historischen Gegnern der Apartheid und der Partei, die als Ausdruck der "Weißen" gilt, zusammensetzt.

Dies sind die Folgen der Parlamentswahlen in Südafrika vom 29. Mai (vgl. Fides 31/5/2024), bei denen der African National Congress (ANC) zum ersten Mal seit 1994, als die ersten wirklich freien Wahlen nach dem Ende der Apartheid abgehalten wurden, seine absolute Mehrheit verlor. Die absolute Mehrheit, hatte es der Partei von Nelson Mandela ermöglicht, die ganze Zeit über alleine zu regieren. Mit 159 von 400 Sitzen ist der ANC nach wie vor die führende Partei Südafrikas, aber er musste sich Verbündete suchen, um seinen Vorsitzenden Ramaphosa wieder zum Präsidenten wählen zu lassen und dann eine Koalitionsregierung zu bilden, die als "inklusiv" bezeichnet wird. Neben dem ANC wird ihr die Democratic Alliance (DA) angehören, die bisher größte Oppositionspartei, die die Interessen der Südafrikaner europäischer Herkunft und der Finanz- und Industriekreise vertritt, sowie die Inkatha Freedom Party (IFP) , eine nationalistische Zulu-Partei, und die ebenfalls konservative Patriotic Alliance (PA).

Dank dieses Bündnisses wurde Ramaphosa am 15. Juni mit 283 Stimmen von der neu eingerichteten Nationalversammlung wiedergewählt. Im Gegensatz zu mehreren anderen afrikanischen Ländern wird in Südafrika das Staatsoberhaupt nicht vom Volk, sondern von der gesetzgebenden Versammlung gewählt. Um das Präsidentenamt bewarb sich auch Julius Malema, der Gründungsvorsitzende der „Economic Freedom Fighters“, einer linken Partei und ehemaliges Mitglied der ANC-Jugendliga, der 44 Stimmen erhielt. Die 58 Abgeordneten der MK (uMkhonto weSizwe), der Partei des ehemaligen Präsidenten Jacob Zuma, der ebenfalls aus dem ANC ausgetreten ist, nahmen nicht an der Abstimmung zur Wahl des Präsidenten teil. Sie prangerten vielmehr angebliche Unregelmäßigkeiten bei den Wahlen vom 29. Mai an und forderten die Unabhängige Wahlkommission auf, diese zu annullieren.

Dies hat zu einer starken politischen Polarisierung zwischen einer Mehrheit „der Mitte“ und einer linken Opposition geführt, die die derzeitige ANC-Führung entschieden ablehnt. Es ist kein Zufall, dass die Führer der beiden größten Oppositionsformationen, Zuma und Malema, ehemalige ANC-Mitglieder sind. Ramaphosa wird sich jedoch mit einer Opposition innerhalb seiner eigenen Partei auseinandersetzen müssen, der das Bündnis mit der DA nicht gefällt. Außerdem könnte der Boykott der parlamentarischen Arbeit durch Zumas 58 Abgeordnete zu weiteren Spannungen im Land führen. Trotz seiner Verhaftung im Jahr 2021 wegen Missachtung der Justiz genießt Zuma in seinem Wahlkreis KwaZulu-Natal nach wie vor eine gewisse Popularität, wie die Unruhen zeigen, die in dieser Provinz unmittelbar nach Bekanntgabe seiner Inhaftierung ausbrachen.

(L.M.) (Fides 17/6/2024)

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ASIEN/INDIEN - Premierminister Narendra Modi trifft Papst Franziskus und lädt ihn zu einem Besuch in Indien ein

 

Neu Delhi (Fides) - "Ich habe Papst Franziskus am Rande des G7-Gipfels getroffen. Ich bewundere sein Engagement, den Menschen zu dienen und unseren Planeten zu verbessern. Ich habe ihn auch eingeladen, Indien zu besuchen", sagte Indiens Premierminister Narendra Modi, der gerade für seine dritte Amtszeit in Folge gewählt wurde, über seine offiziellen Kommunikationskanäle. Modi war bereits 2021 im Vatikan mit Papst Franziskus zusammengetroffen, und nun hat diese erneute Begegnung, die von den Medien verewigt wurde, ein starkes Echo auch in den indischen Medien und der öffentlichen Meinung gefunden.

Indische Zeitungen und Fernsehsender berichteten über die Rede von Papst Franziskus auf dem G7-Gipfel und hoben hervor, wie der Papst die Staats- und Regierungschefs der Demokratien und der Industrieländer aufforderte, bei der Entwicklung und Nutzung künstlicher Intelligenz die Menschenwürde an die erste Stelle zu setzen - ein Thema, das auch Indien herausfordert.

Die Reaktionen auf das erneute persönliche Treffen zwischen dem Papst und Modi waren gemischt: Vertreter der katholischen Gemeinde Indiens äußerten sich optimistisch und hofften, dass nach dem Treffen die Chancen auf einen Papstbesuch in Indien steigen würden, und hofften, dass sich das Treffen positiv auf die Beziehungen zwischen Indien und dem Heiligen Stuhl auswirken würde.

Wie einige Zeitungen berichteten, waren jedoch einige Hindu-Politiker der Bharatiya Janata Party (BJP), Modis Partei, nicht erfreut darüber, dass Modi dem Oberhaupt der katholischen Kirche die Hand schüttelte und den Papst sogar umarmte. In elf indischen Bundesstaaten, von denen die meisten von der BJP regiert werden, gibt es so genannte "Anti-Konversionsgesetze", Vorschriften, die die Möglichkeit einer religiösen Bekehrung einer Person einer gerichtlichen Prüfung unterziehen und die Gewissensfreiheit beeinträchtigen. Mit diesen Gesetzen soll vor allem gegen die Aktivitäten von Christen vorgegangen werden, die als "Proselytismus" gelten.

Andere Oppositionspolitiker erinnerten daran, dass Narendra Modi vor kurzem den religiösen Faktor instrumentalisiert hat, indem er sich religiöser Rhetorik bediente und sich den Wählern als "Gesandter Gottes" präsentierte, und stellten daher Modis Aufrichtigkeit bei dieser Umarmung des Papstes in Frage.

Der indische Jesuitenpater Cedric Prakash betont in diesem Zusammenhang: "Wir müssen verstehen und mit Fakten beweisen, dass dies nicht die Umarmung eines Heuchlers ist. Modi und seine Partei haben in diesen Jahren der Regierung die muslimisch-christlichen Minderheiten in Indien leiden lassen. Es muss mit konkreten politischen Maßnahmen bewiesen werden, dass die Regierung die Verfassung und die Grundsätze der Staatsbürgerschaft für Bürger aller religiösen Überzeugungen respektiert“. Außerdem, so der Jesuit weiter, "muss die mündliche Einladung an den Papst, die sicherlich sehr willkommen ist - seine Anwesenheit wäre eine Quelle des Stolzes für uns alle -, in eine echte und offizielle Einladung umgewandelt werden: Wir erwarten, dass unsere Regierung sie dem Heiligen Stuhl so bald wie möglich vorlegt, während es hieß (und dann nicht formalisiert wurde), dass dies bereits 2021 geschehen sollte. Wenn der Papst nach Indien kommt, wird er sicherlich die Not der Armen, der Schwächsten und Leidenden, der Fischer und Bauern, der indigenen Völker hervorheben können: Seine Anwesenheit unter uns wäre ein Segen. Wir fordern Premierminister Modi daher dringend auf, jetzt konkrete und reale Schritte für die Einladung von Papst Franziskus zu unternehmen“.

 

(PA) (Fides 17/6/2024)


Sudan: Hitzewelle verschlimmert humanitäre Situation im Bürgerkrieg

Pater Jacob Thelekkadan und die Salesianerschwestern von „Dar Mariam“ bei Khartum. © Pater Jacob Thelekkadan
Pater Jacob Thelekkadan und die Salesianerschwestern von „Dar Mariam“ bei Khartum. © Pater Jacob Thelekkadan

15.06.2024

 

(München/acn) - 14 Monate nach Beginn des Bürgerkriegs im Sudan spitzt sich die humanitäre Krise weiter zu. Dazu trägt auch eine aktuelle Hitzewelle mit Temperaturen von bis zu 45 Grad bei. „Wir haben kaum noch Treibstoff, um einen Stromgenerator oder eine Wasserpumpe zu betreiben“, teilte Salesianerpater Jacob Thelekkadan dem weltweiten katholischen Hilfswerk „Kirche in Not“ (ACN) mit. Um die extremen Temperaturen zu überleben, griffen die Menschen auf „rudimentäre Techniken“ wie nasse Handtücher oder dergleichen zurück.

 

Pater Jacob, der regelmäßig in Kontakt mit „Kirche in Not“ steht, hält sich in dem von Salesianerinnen geleiteten Zentrum „Dar Mariam“ (Haus Mariens) nahe der Hauptstadt Khartum auf. Dort hatten nach Ausbruch der Kämpfe Mitte April 2023 zunächst 300 Menschen verschiedener Religionszugehörigkeit Zuflucht gefunden, heute leben dort noch etwa 80 Personen. Sie werden von den Salesianerinnen seelsorgerisch betreut und erhalten Lebensmittel. Aber auch das wird zunehmend schwieriger, wie Pater Jacob erklärt: „Unsere Mahlzeiten bestehen aus Linsenbrei oder Reis. Eier, Fleisch oder Gemüse gibt es nicht mehr.“ Alle Bewohner in „Dar Mariam“ seien „unterernährt und schwach“, besonders die Kinder.

 

 


FIDES-NACHRICHTEN - 16.06.2024

AFRIKA - Auch Seoul umwirbt afrikanische Länder auf der Suche nach strategischen Mineralien, neuen Märkten und UN-Unterstützung

 

Seoul (Fides) - "Gemeinsames Wachstum, Nachhaltigkeit und Solidarität". Dies sind die drei "Säulen" der Zusammenarbeit zwischen afrikanischen Ländern und Südkorea, wie es in der gemeinsamen Erklärung heißt, die zum Abschluss des Gipfeltreffens zwischen Afrika und Südkorea, das am 5. Juni in Seoul zu Ende ging, veröffentlicht wurde.

Südkorea fügt sich damit ein in die Reihe der verschiedenen nicht-afrikanischen Länder (China, USA, Frankreich, Japan, Italien, Vereinigtes Königreich, Türkei) oder kontinentalen Institutionen (wie die Europäische Union), das afrikanische Staats- und Regierungschefs zu einem gemeinsamen Gipfel einlädt.

Seouls Interesse an Afrika konzentriert sich auf drei Themen: den Zugang zu strategischen Rohstoffen, die Schaffung neuer Märkte für seine Produkte und die politische Unterstützung in UN-Gremien, insbesondere im Hinblick auf Pjöngjang.

Die afrikanischen Länder ihrerseits sehen in diesem neuen "Wettlauf um Afrika" der großen und mittelgroßen Mächte die Chance, sich von einer alten postkolonialen Logik zu befreien (dies gilt für die ehemaligen französischen Kolonien) und bessere Bedingungen im Austausch für ihre Rohstoffe oder ihre politische und strategische Unterstützung aushandeln zu können (z.B. im Hinblick auf die Überlassung von Militärstützpunkten an nicht-afrikanische Mächte).

Am Gipfeltreffen in Seoul nahmen 48 afrikanische Länder (30 davon waren durch ihre Staatschefs vertreten) sowie Vertreter der Afrikanischen Union und der Afrikanischen Entwicklungsbank (African Development Bank Group, AfDB) teil.

Südkorea hat zugesagt, seine Entwicklungshilfe für Afrika bis 2030 auf 10 Mrd. USD zu verdoppeln und 14 Mrd. USD an Exportfinanzierung bereitzustellen, um koreanischen Unternehmen zu helfen, ihren Handel und ihre Investitionen auf dem Kontinent zu steigern. Seoul unterstützt auch die Initiative zur Schaffung eines einheitlichen afrikanischen Marktes, wie sie in den Vereinbarungen zur Errichtung der Afrikanischen Kontinentalen Freihandelszone (African Continental Free Trade Area, AfCFTA) vorgesehen ist. In diesem Zusammenhang erklärt sich Südkorea bereit, bei der Schaffung von Zollverfahren zur Erleichterung des innerafrikanischen Handels zu helfen. Die koreanische Regierung beabsichtigt außerdem, die Rolle einheimischer Unternehmen beim Bau "traditioneller" Infrastrukturen (Straßen, Eisenbahnen, Brücken, Häfen, Flughäfen, Staudämme, Meerwasserentsalzungsanlagen, Elektrizitäts- und Wasserwirtschaftssysteme) und innovativer Infrastrukturen (die so genannten "Smart Cities") zu verstärken, womit sie nicht nur in direktem Wettbewerb mit China, sondern auch mit einer mittelgroßen Macht wie der Türkei steht. Nach Angaben Seouls können bei der Digitalisierung der Verwaltungen afrikanischer Staaten die in Südkorea bereits bestehenden Programme genutzt werden. Darüber hinaus engagiert sich das asiatische Land im Rahmen des Programms "Tech4Africa Initiative" für die "Verbesserung der digitalen Fähigkeiten junger Menschen in Afrika" durch Schulungen und Stipendien. Dabei handelt es sich um Soft-Power-Maßnahmen, die darauf abzielen, mittel- bis langfristig Verbindungen zu künftigen afrikanischen Führungskräften in Politik und Wirtschaft herzustellen. Darüber hinaus versucht Südkorea, durch die Unterstützung der industriellen Infrastruktur und der digitalen Transformation einen großen und schnell wachsenden Markt zu erschließen, der 1,4 Milliarden Menschen umfasst, von denen die meisten unter 25 Jahre alt sind.

Gegenwärtig hat jedoch der Zugang zu den Bodenschätzen Afrikas, die von allen Weltmächten umstritten sind, Priorität. Während des Gipfels wurde der „Korea-Afrika-Dialog über kritische Mineralien“ (Korea-Africa Critical Minerals Dialogue) ins Leben gerufen, der als wichtige institutionelle Grundlage für die Stärkung der Zusammenarbeit zwischen Korea und Afrika dienen wird. "Wir haben die gemeinsame Vision, die Zusammenarbeit zu verstärken, um eine stabile Versorgung mit kritischen Mineralien zu gewährleisten und die technologische Zusammenarbeit bei kritischen Mineralien zu gegenseitig vereinbarten Bedingungen zu fördern", heißt es in der gemeinsamen Erklärung, die den Weg für eine Zusammenarbeit ebnet, die über die bloße Gewinnung von Mineralien hinausgeht, um in Afrika eine Mineralverarbeitungskette für fortschrittlichere Volkswirtschaften zu schaffen.

Auf der politischen Seite ist die Verpflichtung Seouls, "zu Frieden und Sicherheit in Afrika beizutragen, unter anderem durch die Verbesserung und Ausweitung von Kooperationsprojekten in den Bereichen Verteidigung, Verteidigungsindustrie und öffentliche Sicherheit zwischen Korea und Afrika", nicht zu unterschätzen. Der Verweis auf die Verteidigungsindustrie ist interessant, wenn man bedenkt, dass Südkorea laut dem jüngsten SIPRI-Bericht (TRENDS IN INTERNATIONAL ARMS TRANSFERS, 2023) auf der Liste der waffenexportierenden Staaten an zehnter Stelle steht.

Schließlich hat Seoul ein geopolitisches Interesse daran, sich in den UN-Gremien bei einem Block von 54 Staaten, der drei rotierende Sitze im UN-Sicherheitsrat innehat, Stimmen zu sichern. Nicht zufällig heißt es in Ziffer 21 der gemeinsamen Erklärung: "Wir bekräftigen unser Engagement für die vollständige Umsetzung aller Resolutionen des UN-Sicherheitsrats und betonen die Bedeutung der Bemühungen der internationalen Gemeinschaft um eine vollständige, überprüfbare und unumkehrbare Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel".

(L.M.) (Fides 15/6/2024)

 

ASIEN/MALAYSIA - Kardinal Francis: “In einem ‘asiatischen Mikrokosmos’ erleben wir das Zusammenwirken der Unterschiede”

 

Penang (Fides) - "Es ist der Pluralismus der Kulturen und ethnischen Gruppen, der Malaysia zu einem 'Miniatur-Asien' macht. Die Koexistenz verschiedener Komponenten ermöglicht es der katholischen Gemeinschaft, das Zusammenwirken der Unterschiede zu erleben, das sich in der Vielfalt abspielt", so Kardinal Sebastian Francis, Bischof von Penang, zum Profil der katholischen Gemeinschaft in einem Land, Malaysia, dessen Bevölkerung (ca. 34 Millionen Einwohner) durch eine breite Koexistenz in Bezug auf Kulturen, ethnische Gruppen, Religionen, Traditionen gekennzeichnet ist: "Obwohl die ethnischen Malaien und die islamische Religion als 'national' gelten, und obwohl die Malaien als 'Kinder der Erde' bezeichnet und als 'besonders' angesehen werden, glaube ich, dass es genug Vielfalt gibt, um die Nation einigermaßen gesund zu erhalten", fährt der Kardinal fort. "Die Malaien sind geschützt und sind nur Muslime, wie es in der Verfassung verankert ist. Aber eine demokratische Nation wie die unsere kann sich heute nicht dafür entscheiden, völlig monokulturell oder monoreligiös zu sein. Unser Land ist von einem interessanten Pluralismus geprägt, der es zu einem wahrhaft asiatischen Land macht, zu einem Mikrokosmos, in dem man die konstituierende Dimension Asiens erleben kann", so der Kardinal. Neben den Malaien (60 % der Bevölkerung) sind die Chinesen (24 %) und die Inder (7 %) wichtige Bestandteile der Gesellschaft, während die indigenen nicht-malaysischen Gemeinschaften (die vor allem im malaysischen Borneo leben) etwa 10 % der Bevölkerung ausmachen.

"Wir sprechen Bahasa, die gleiche Sprache wie Indonesien, aber wir lernen Englisch, weil wir bis Mitte des letzten Jahrhunderts ein britisches Protektorat waren. Es gibt überall eine große kulturelle Vielfalt. In gewisser Weise ist es schön, dass Malaysia all diese Komponenten hat, die auch in der katholischen Kirche zu finden sind, natürlich mit Ausnahme der Malaien (die per Gesetz Muslime sind), aber einschließlich der indigenen Malaysier", erklärt er.

Natürlich", fährt er fort, "ist die Tatsache, dass ein Malaie zwangsweise Muslim ist und die Religion nicht wechseln kann, etwas Einzigartiges: Es ist ein Überbleibsel des britischen Kolonialismus und wurde sanktioniert, als die Nation bereits die Unabhängigkeit erlangt hatte. Die Idee war, das kulturelle und religiöse Erbe der Vorfahren zu bewahren und es vor jeglicher Veränderung oder anderer Macht zu schützen. Heute ist jedoch festzustellen, dass die indische Bevölkerung - wie die, von der ich abstamme - und der chinesische Anteil ebenfalls von Vorfahren abstammen, die vor Jahrhunderten hierher kamen. Heute sind wir vollwertige Bürger, wir sind seit Jahrhunderten hier verwurzelt, wir sind und fühlen uns voll und ganz als Malaysier".

In unserem Land, so der Kardinal, "stehen wir vor den gleichen Herausforderungen, den gleichen Problemen wie in anderen Nationen, in denen es mehr Sprachen, mehr Kulturen und mehr Religionen gibt. Ein schöner Ausdruck besagt, dass die Kirche aus Unterschieden besteht, sie ist das Zusammenwirken der Unterschiede: Wir sehen, dass darin ein Reichtum liegt, denn unsere Gemeinschaften sind nicht durch ethnische Zugehörigkeit oder Sprache getrennt, sondern sie sind vereint, sie leben Gemeinschaft zwischen verschiedenen Komponenten, sie sind gut miteinander integriert, wie die Bibel sagt, in einem Leib, einem Geist, einem Herrn, einem Glauben, einer Kirche. Die Synodalität ist für uns ein gewöhnlicher Weg, eine alltägliche Tatsache. Und jeder hat die Gewohnheit und die Veranlagung, mit Menschen anderer kultureller oder religiöser Herkunft in Dialog zu treten", stellt er fest.

In der katholischen Liturgie wird die Landessprache verwendet, obwohl es vier offizielle Sprachen gibt: Bahasa Malay, Englisch, Chinesisch und indisches Tamil.

Darüber hinaus gibt es in Malaysia, einem ohnehin schon vielfältigen Land, ein weiteres wichtiges Phänomen, das den Schmelztiegel noch größer werden lässt: "Obwohl wir kein so großes Land sind, haben wir viele Zuwanderer, die aus Indonesien, den Philippinen, Vietnam und Bangladesch kommen. Einige bringen natürlich auch christliche Traditionen mit (wie einige Vietnamesen oder Filipinos). Hier können wir sagen, dass wir in der Fülle einer anderen Dimension leben, nämlich der des Willkommens und der Geschwisterlichkeit: Alle sind willkommen, in allen Kirchen im Geiste der Enzyklika ‚Fratelli tutti', in der wir eine besondere Harmonie finden".

Was die kirchliche Dimension betrifft, so stellt der Kardinal fest, dass "wir im Bereich der Berufungen zum Priestertum und zum gottgeweihten Leben Gott sei Dank über die notwendigen Ressourcen für das pastorale Leben verfügen, während in den Ordensgemeinschaften der Missionare, die vor allem aus Frankreich, Irland und Italien kommen, ein gewisser Rückgang der Berufungen zu verzeichnen ist. Durch Gottes Gnade verfügen die lokalen Kongregationen, die vor Ort entstanden sind, über Berufungen, um hoffnungsvoll in die Zukunft zu blicken, und wir sehen dies bereits in den Priesterseminaren, wo es nicht sehr viele Studierende gibt, aber der Herr lässt die Arbeiter in seinem Weinberg nicht fehlen, die Zahl ist ausreichend".

Wichtig ist auch die Zunahme der missionarischen Berufungen von Laien, sowohl von Männern als auch von Frauen: "Wir haben der Glaubensbildung und der Verkündigung des Wortes von Beginn des Lebens unserer Kirche an große Bedeutung beigemessen. Wir kümmern uns um das christliche Leben der Laien, und nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil haben wir den Schwerpunkt auf die Ausbildung der Laien gelegt, insbesondere durch Schulungen oder Fortbildungsveranstaltungen in den Pfarreien".

Unterdessen gab es im Land einen politischen Wandel: "Unser Einfluss im Bereich der Bildung hat enorm abgenommen, weil die Regierung die Kontrolle über die Bildung in den öffentlichen Schulen, sowohl den staatlichen als auch den privaten, übernommen hat. Wenn wir im Bildungsbereich präsent sein wollen, müssen wir als private Akteure auftreten, aber die Regierung kontrolliert auch das private Bildungswesen, entscheidet über die Lehrpläne und zahlt den Lehrern ihr Gehalt. Wir sind also Eigentümer der Immobilien und des Grund und Bodens, auf dem die Schulen gebaut werden, aber es ist die Regierung, die das Schulleben tatsächlich kontrolliert. Technisch gesehen gehört uns also zwar das Gebäude, aber nicht das System. Wir leisten einen Beitrag, ohne jedoch dem Bildungssystem eine konkrete Gestalt geben zu können".

„Dies", erklärt er, "ist der politische Rahmen seit der Unabhängigkeit (die 1957 stattfand), und die Kirche hat ihre Dimension in dieser Situation gefunden. Heute gibt es in Malaysia ein sehr hohes Maß an Bildungsnieveau. Es gibt ein breites Bildungsangebot, sowohl in den staatlichen Schulen als auch in den privaten Schulen, aber letztere sind teuer. Und auch das Gesundheitssystem ist von der Regierung sehr gut organisiert und effizient. Vor diesem Hintergrund hat die Kirche ihren sozialen Auftrag neu ausgerichtet, denn angesichts der hervorragenden Arbeit des Staates brauchen wir uns in diesen Bereichen nicht zu engagieren. Wir haben unsere Ressourcen und Energien zum Beispiel in den Bereich der ganzheitlichen menschlichen Entwicklung verlagert: Wir arbeiten vor allem mit Migranten und Flüchtlingen oder in Situationen von Armut und Not, oft auch in Zusammenarbeit mit Nichtregierungsorganisationen, für die soziale Entwicklung".

"Natürlich", fährt der Kardinal fort, "pflegen und leben wir den Glauben und die Sakramente in den Pfarrgemeinden, die die Grundlage für das Leben der Kirche sind, ich würde sagen, das Herz. Die Menschen sind nach wie vor sehr präsent und nehmen am Gemeindeleben und an den Sakramenten teil: Unsere Kirchen sind normalerweise voll. Ich kann sagen, dass es in der Nation auf allen Ebenen ein religiöses Erwachen gibt, für das Christentum, aber auch für den Islam und andere Religionen. Die Religion ist immer noch ein zentrales Element im Leben der Menschen, selbst in einem Land, das sich schnell modernisiert hat. Diese Dimension schafft Raum für die Verkündigung und den Auftrag der Kirche: Unsere Verkündigung besteht darin, die Freude des Evangeliums weiterzugeben, insbesondere die Dimension Christi, die den Menschen Hoffnung gibt. Es ist eine Botschaft, die das Herz des Menschen erreicht, der immer auf der Suche nach Glück ist".

Die Mission der malaysischen Kirche (insgesamt 1,3 Millionen Gläubige) umschreibt der Kardinal mit drei Worte: "Freude, Barmherzigkeit und Hoffnung, wie der Papst in ‚Evangelii gaudium‘ sagt. Das ist die Richtung, die wir in den letzten zehn Jahren eingeschlagen haben. Wir bereiten uns geistig und mit großer Erwartung auf das Gnadenereignis des Heiligen Jahres vor: Zu diesem Anlass wollen wir eine nationale Versammlung der Gläubigen aus den neun Diözesen der malaysischen Halbinsel und Borneo, den beiden größten Teilen des Landes, durchführen. Bischöfe, Priester, Ordensleute, Katecheten, Gläubige: es wird ein historisches Treffen sein, bei dem wir Hoffnung finden werden, denn der Titel dieses Heiligen Jahres passt perfekt zu unserem Pastoralplan. Um die Richtung für die Kirche in Malaysia zu bestimmen, werden wir uns mit den Themen Kirche, Gesellschaft, Familie und ganzheitliche Ökologie befassen".

Abschließend betont Kardinal Francis, dass er auch "die Verbindung mit der Föderation der asiatischen Bischofskonferenzen gestärkt hat und natürlich immer intensiv die Beziehung der Gemeinschaft mit der Weltkirche und dem Heiligen Stuhl fördern will, in der Gewissheit, dass der Heilige Geist uns auf unserem Weg als kleine vielfältige, offene, dialogfähige und gastfreundliche Gemeinschaft leitet".

 

(PA) (Fides 15/6/2024)


FIDES-NACHRICHTEN - 15.06.2024

AFRIKA/SÜDAFRIKA - Illegale „Initiation Schools“: Missbrauch an Jugendlichen nimmt zu

 

Johannesburg (Fides) – Insgesamt 138 Jungen wurden von der Polizei gerettet, nachdem sie aus illigalen Initiationsschulen (Initiation Schools) an mehreren Orten in der Provinz Gauteng entführt worden waren, wie die lokale Presse berichtet. Die Leichen von zwei Jungen wurden ebenfalls geborgen. Das Phänomen der illegalen Initiationsschulen, in denen Verbrechen wie Entführungen zu Erpressungszwecken und die Folterung von Jugendlichen begangen werden, ist in Südafrika auf dem Vormarsch.

Nach der Definition der südafrikanischen Regierung bezieht sich die „männliche Initiation“ in Südafrika auf eine kulturelle Praxis, die den Übergang junger Männer zum Erwachsensein markiert. Der kulturelle Brauch der „männlichen Initiation“ beinhaltet die Beschneidung. „Die männliche Initiation bereitet junge Männer darauf vor, verantwortungsvolle Männer in der Gesellschaft zu sein", heißt es dazu.

Diese Praxis kann nach Angaben der südafrikanischen Behörden von "so genannten Initiationsschulen, die alle Gesundheits- und Sicherheitsanforderungen erfüllen" und "bei den zuständigen Behörden registriert sein müssen", ausgeübt werden. Die „Initiationsschulen“ werden als Bildungseinrichtungen angesehen, in denen die „Initiierten“ neben der Beschneidung auch das „Werben, Heiratsverhandlungen, ihre sozialen Pflichten und das Verhalten als erwachsener Mann“ lernen.

Leider haben die Fälle von illegalen Schulen, deren einziges Ziel das schnelle Geld ist, in den letzten Jahren zugenommen. So werden mehrere junge Menschen Opfer von improvisierten Ärzten und Krankenschwestern ohne medizinische Ausbildung.

Die steigende Zahl illegaler „Initiationsschulen“ geht auch mit einer Zunahme der Berichte über Entführungen und Übergriffe auf minderjährige Jungen einher, die in diesen Einrichtungen begangen wurden. Neben der Provinz Gauteng hat sich dieses Phänomen auch auf das Ostkap, den Freistaat und Limpopo ausgeweitet.

So genannte Initiations- Praktiken sind in traditionellen Kulturen überall auf der Welt weit verbreitet. In Südafrika werden sie von verschiedenen ethnischen Gruppen praktiziert, die das vielfältige nationale Mosaik bilden.

Die Initiation gilt nach wie vor als wichtiger Teil der Erziehung junger Menschen, ohne die sie weder an den Aktivitäten und sozialen Angelegenheiten ihrer Gemeinschaften teilnehmen noch mit der Vorbereitung auf die Ehe beginnen können.

Diese Praktiken werden durch verschiedene nationale und lokale Gesetze geregelt, was die Aufgabe derjenigen erschwert, die sie überwachen müssen.

(L.M.) (Fides 14/6/2024)

 

ASIEN/MYANMAR - Gewalt und Armut in einem nicht enden wollenden Konflikt

 

Yangon (Fides) - Myanmar ist nach Angaben des „Armed Conflict Location and Event Data Project (ACLED)“ der gewalttätigste Ort der Welt. Die internationale, gemeinnützige und unabhängige Organisation, sammelt, klassifiziert und analysiert die Daten über Konflikte in allen Ländern und Gebieten der Welt. Der Bürgerkonflikt, der im Februar 2021 begann, als die Armee die demokratisch gewählte Regierung stürzte, hat nach Angaben von ACLED mindestens 50.000 Menschenleben gefordert, darunter mindestens 8.000 Zivilisten, und etwa 2,3 Millionen Menschen vertrieben (UN-Daten). Es ist ein Konflikt, den Papst Franziskus in seinen Friedensappellen nicht unerwähnt lässt: "Lasst uns Myanmar und so viele andere Länder, die sich im Krieg befinden, nicht vergessen", forderte er bei seiner letzten Generalaudienz am 12. Juni.

Während die breite Widerstandsfront in den (auch für den Handel strategischen) Grenzgebieten bedeutende Erfolge erzielt hat, sind das Zentrum Myanmars und die großen Städte nach wie vor Hochburgen des Militärs. Sieben Monate nach der berüchtigten "Operation 1027" - einem Angriff der „Drei-Brüder-Allianz“ und ihrer Verbündeten - ist der Konflikt weiterhin blutig. Im Rahmen der „Operation 1027“ wurden Dutzende von strategisch wichtigen Stellungen eingenommen und rund 4.000 Soldaten zur Kapitulation gezwungen. Die Offensive breitete sich vom Bundesstaat Shan auf den Bundesstaat Karenni und schließlich auf den Bundesstaat Arakan und die Bundesstaaten Kachin, Chin und Karen aus.

Nach einer Analyse des "Myanmar Peace Monitor" hat der Widerstand zwar strategische Erfolge erzielt, verfügt aber nicht über ein koordiniertes Bündnis unter der Regierung der nationalen Einheit (NUG), wie viele gehofft hatten. Das heißt, die Oppositionsfront gegen das Regime ist zersplittert zwischen den Volksverteidigungskräften (PDF) und den bewaffneten ethnischen Organisationen, die weiterhin mit dem einen gemeinsamen Interesse kämpfen, die Junta zu stürzen. Es gibt weder eine koordinierte Kommandostruktur noch eine solide politische Vereinbarung.

In den letzten Monaten haben die Widerstandskräfte insgesamt 55 Städte eingenommen, doch die Behauptung, das Militär kontrolliere weniger als 40 % des Landes, scheint die Realität zu verzerren: Tatsächlich ist das zentrale Myanmar, vom Irrawaddy-Delta bis Mandalay, nach wie vor fest in der Hand der Junta. In Naypyidaw, Yangon, Mandalay und den wichtigsten Städten ist das Leben "normal", auch wenn die Stromversorgung auf ein Minimum reduziert ist.

Der anhaltende Konflikt hat schwerwiegende Auswirkungen auf die Wirtschaft und die zunehmende Armut. In ihrem jüngsten "Myanmar Economic Monitor" prognostiziert die Weltbank, dass das Bruttoinlandsprodukt Myanmars in dem im März 2025 endenden Finanzjahr nur um 1 % wachsen wird. Die Situation hat sich im vergangenen Jahr erheblich verschlechtert, seit die Junta die Kontrolle über viele der wichtigsten Grenzübergänge des Landes und die Überlandhandelsrouten nach China, Bangladesch und Indien übernommen hat. Vertreibung, Arbeitsplatzverluste und Einkommensverluste haben einen Großteil der bisherigen Fortschritte bei der Armutsbekämpfung zunichte gemacht, so der Bericht, der auf "sehr schwache wirtschaftliche Aussichten hinweist, die den Familien in Myanmar kurz- bis mittelfristig kaum Erleichterung verschaffen werden". Darüber hinaus hat die Wehrpflicht, die im Februar von der Junta eingeführt wurde, um die zunehmend dezimierten Reihen der Armee aufzufüllen, "die Abwanderung in ländliche Gebiete und ins Ausland verstärkt und den Arbeitskräftemangel in einigen Wirtschaftssektoren vergrößert", so der Bericht.

Seit dem Staatsstreich im Jahr 2021 hat die internationale Gemeinschaft Wirtschaftssanktionen verhängt, um die Möglichkeiten der Militärgeneräle einzuschränken, sich an den natürlichen Ressourcen und den von ihnen kontrollierten Unternehmen zu bereichern, doch das Militär umgeht diese Sanktionen durch den Verkauf von Holz, hauptsächlich an Indien und China.

Die Misswirtschaft des Militärs hat für einen großen Teil der Bevölkerung zu einer Wirtschaftskrise geführt, so dass sich die Armutsrate im Vergleich zum März 2020 verdoppeln wird. Wie das UN-Hochkommissariat für Menschenrechte feststellt, lebt inzwischen fast die Hälfte der Bevölkerung in Armut, und die Landbevölkerung ist vom Hungertod bedroht, da das Militär den Zugang zu den von Gewalt und Konflikt betroffenen Gebieten weiter einschränkt. Erschwerend kommt hinzu, dass wichtige Versorgungswege und Wasserstraßen im ganzen Land blockiert sind, so dass die Hilfskräfte 17,6 Millionen Bedürftige nicht erreichen können.

(PA) (Fides 14/6/2024)

 

ASIEN/CHINA - Zu den Ursprüngen der Herz-Jesu-Verehrung der chinesischen Katholiken

 

Von Marta Zhao

 

Shijiazhuang (Fides) - Nach Angaben des "Leitfadens zur katholischen Kirche in China", der von dem großen französischen Missionar Jean Charbonnier (1932-2023) herausgegeben wurde, gibt es auf dem chinesischen Festland über 200 Pfarreien, Kirchen und Kapellen, die dem Heiligsten Herzen geweiht sind. Unter ihnen befindet sich die Kathedrale der Erzdiözese Guangzhou, die vielleicht schönste aller Kathedralen in China. Neue Kirchen werden weiterhin dem Heiligsten Herzen Jesu geweiht, wie die im Juni 2023 eingeweihte Kirche in der Diözese Wenzhou (vgl. Fides 26/6/2023).

Laut der katholischen Zeitung "Shengxin" („Heiligstes Herz), die von 1887 bis 1949 in Shanghai erschien, war es der Jesuitenpater Jean Charles de Broissia, der die Herz-Jesu-Verehrung in China einführte. Die Verbreitung der Herz-Jesu-Verehrung in China ist jedoch vor allem seinem Mitbruder Romain Hinderer (1668-1744) zu verdanken, der zwischen 1722 und 1732 in der Stadt Hangzhou die erste große Herz-Jesu-Kirche errichtete (dort, wo sich heute der Mausoleumspark eines anderen großen italienischen Jesuiten befindet, des Historikers, Geographen und Kartographen Martino Martini, der von 1614 bis 1661 lebte).

Auch die Steyler Missionare haben auch einen großen Beitrag zur Verbreitung der Verehrung des Heiligsten Herzens Jesu unter den chinesischen Katholiken geleistet. Vom Gründer, dem heiligen Arnold Janssen, bis zum heiligen Joseph Freinademetz haben Steyler Missionare immer Trost in der göttlichen Barmherzigkeit gefunden, die sich durch das Heiligste Herz Jesu über die Menschheit ergießt.

Heute ist die Verehrung des Heiligsten Herzens Jesu Teil des christlichen Lebens, das im Alltag der chinesischen katholischen Gemeinschaften gelebt wird. Eine spirituelle Dynamik, die besonders im Monat Juni gepflegt wird, dem Monat, den das Volk Gottes in allen Teilen der Welt dem Heiligsten Herzen widmet. Es gibt Laien, die ihre gesamte Familie dem Heiligsten Herzen Jesu weihen, während Priester den Tag der priesterlichen Heiligung an seinem liturgischen Hochfest begehen. In jedem Haus einer chinesischen katholischen Familie befindet sich mindestens ein Bild des Heiligsten Herzens.

Auch in diesem Monat Juni häufen sich in China die Zeugnisse der Verehrung des Heiligsten Herzens Jesu. In der Herz-Jesu-Pfarrei in Quxi, Ouhai, in der Diözese Wenzhou, nehmen zum Beispiel jeden Sonntag im Juni mehr als 350 Katholiken nach der feierlichen Prozession vom Kloster der Schwestern der Heiligen Theresia an der Eucharistie teil und beten gemeinsam den Rosenkranz. Zudem nehmen sie auch an Treffen und Katechesen teil, die der Verehrung des Heiligsten Herzens gewidmet sind.

Bei der Frauenkongregation vom Heiligsten Herzen in der Diözese Guizhou hat vor kurzem Schwester Fausta Tao Guangying die ewige Gelübde abgelegt. Bischof der Diözese Guiyang (Hauptstadt der Provinz Guizhou), Paul Xiao Zejiang, würdigte die Entscheidung der Ordensfrau für das gottgeweihte Leben, weil sie "die evangelische Aufforderung Jesu an die jungen Menschen widerspiegelt, alles, was ihnen lieb ist, aufzugeben, was nur in Christus vorbehaltlos geschehen kann, mit Jesus als höchstem Schatz".

Am internationalen Tag der Heiligung der Priester erteilte Bischof Paul Xiao im Rahmen eines feierlichen Gottesdienstes, an der über 600 Katholiken teilnahmen, zwei neuen Priestern die Weihe.

(Fides 14/6/2024)

 

AMERIKA/KOLUMBIEN - Frieden und Gerechtigkeit: Arbeitsgruppe für Kolumbien sucht nach gemeinsamen Lösungen

 

Rom (Fides) - Migration, Menschenrechtsverletzungen, Frieden und Umweltschutz sind nur einige der Themen, mit denen sich die Arbeitsgruppe für Kolumbien (Grupo de Trabajo por Colombia, GTC) in diesen Tagen in Rom beschäftigt, um den Frieden und die soziale Gerechtigkeit in dem lateinamerikanischen Land zu stärken.

"Ich bin so etwas wie die Hände und Füße der sozialen Arbeit, die wir als Gruppe im Prozess der Transformation des kolumbianischen Territoriums leisten", sagte der Bischof von Tibù Israel Bravo Cortés im Gespräch mit Fides. „Die Arbeitsgruppe hilft uns, in der internationalen Gemeinschaft sichtbar zu sein und einen Großteil unserer Arbeit zu leisten. Beim Treffen mit Papst Franziskus am 12. Juni beschrieb der Papst Kolumbien als ein edles Land mit liebenswerten Menschen und Arbeitern, aber wir dürfen nicht vergessen, dass es aufgrund der Gewalt, die uns seit über 70 Jahren im Griff hat, enormes Leid gibt", fügt der Bischof hinzu, der Mitglied der Kolumbianischen Bischofskommission für Soziale Kommunikation ist.

Wie die kolumbianische Caritas „Pastoral Social Caritas Colombiana“ betonte, ist eine konzertierte Aktion dringend erforderlich, um Frieden und Gerechtigkeit im Land zu schaffen, wobei die aktuellen Probleme aus einer Perspektive der Solidarität, Spiritualität und internationalen Zusammenarbeit angegangen werden müssen.

Die Gruppe, die sich aus Vertretern der Caritas aus Norwegen, England und Wales, Schottland, Spanien, Deutschland, den Vereinigten Staaten, Lateinamerika und der Karibik zusammensetzt, hat in Zusammenarbeit mit der kolumbianischen Caritas „Pastoral Social – Caritas Colombiana“ vom 12. bis 14. Juni in Rom eine Reihe von Treffen abgehalten, um die kritischen Themen Kolumbiens vermehrt auf die internationale Agenda zu setzen und die Ergebnisse der Zusammenarbeit in den 32 Jahren ihres Bestehens zu stärken.

(AP) (Fides 14/6/2024)

 

AFRIKA/KAPVERDEN - Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke ernannt

 

Vatikanstadt (Fides) - Kardinal Luis Antonio G.Tagle, Pro-Präfekt des Dikasteriums für die Evangelisierung hat am 3. Juni 2024, Pfarrer Angelo Florentino Fernandes Rodrigues aus dem Klerus der Diözese Santiago (Kapverden) für fünf Jahre zum Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke in den Kapverden ernannt.

Nach seiner Priesterweihe am 3. Juli 2022 war er Pfarrvikar in der Pfarrei „Ilha de Fogo“ in São Filipe, und ab September 2023 bis heute ist er dort Gemeindepfarrer. Seit 2023 ist er auch Mitglied des Wirtschaftsrates der Diözese.

Sein Theologiestudium absolvierte er am Alberoni-Kolleg in Piacenza. Er besitzt eine Lizenz in Wirtschaft und Management im Bereich Entwicklungsprojekte und -zusammenarbeit, die er 2013 an der „Jaean Piaget“ in Praia (Kap Verde) erworben hat.

 

(EG) (Fides 14/06/2024)


Nigeria: Zwei Jahre nach Pfingstmassaker sind Verdächtige noch immer nicht angeklagt

Die Kirche St. Franz Xaver in Owo. © Kirche in Not
Die Kirche St. Franz Xaver in Owo. © Kirche in Not

13.06.2024

 

(München/acn) - Zwei Jahre nach dem Anschlag auf die katholische Kirche St. Franz Xaver in Owo im nigerianischen Bundesstaat Ondo befinden sich mehrere Verdächtige zwar in Haft, eine juristische Aufarbeitung ist jedoch noch nicht in Sicht. Daran erinnerte Gemeindepfarrer Michael Abugan im Gespräch mit dem weltweiten katholischen Hilfswerk „Kirche in Not“.

 

Am 5. Juni 2022, dem Pfingstsonntag, hatten bewaffnete Täter die vollbesetzte Kirche in Owo gestürmt, als gerade die heilige Messe zu Ende ging. Sie schossen in die Menge und zündeten Sprengkörper. Augenzeugen berichteten, dass die Attacke über 20 Minuten dauerte. Lokalen Angaben zufolge starben 41 Menschen, über 70 wurden verletzt. Es bekannte sich keine Gruppierung zu der Tat, die Ausführung legt jedoch einen islamistischen Hintergrund nahe.