Stiftung Bildung feiert mit 250 Gästen die Bildung. Förderpreise gehen in fünf Bundesländer

Alle Preisträger*innen der Förderpreise „youstartN“ und „Verein(t) für gute Kita und Schule“ der Stiftung Bildung am 8. Dezember 2023 in Berlin. Foto: Stiftung Bildung
Alle Preisträger*innen der Förderpreise „youstartN“ und „Verein(t) für gute Kita und Schule“ der Stiftung Bildung am 8. Dezember 2023 in Berlin. Foto: Stiftung Bildung

14.12.2023

(Berlin/sb) – Die Spenden- und Lobbyorganisation Stiftung Bildung zeichnete am 8. Dezember, dem Tag der Bildung, herausragende Kita- und Schulprojekte sowie nachhaltige Schüler*innenfirmen mit ihren Förderpreisen „Verein(t) für gute Kita und Schule“ und „youstartN“ aus. Die mit insgesamt 29.000 Euro dotierten Preise wurden im Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) verliehen und gingen nach Baden-Württemberg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein und Sachsen.

Zahlreiche Vertreter*innen aus Politik und des zivilgesellschaftlichen Bildungsengagements folgten der Einladung der Stiftung Bildung, um gemeinsam diejenigen zu ehren, die sich für bessere Bildung in Deutschland einsetzen. Gemeinsam mit 250 Gästen feierte die Stiftung Bildung ehrenamtliches Engagement in der Bildung und ehrte junges Unternehmertum mit Schwerpunkt Nachhaltigkeit sowie praxisnahes Lernen in Kita und Schule.

Für den Förderpreis „youstartN“ für nachhaltige Schüler*innenfirmen gab es an diesem Tag drei Jury-Preise mit je 3.000 Euro Preisgeld, beim Förderpreis „Verein(t) für gute Kita und Schule“ zum Thema Handwerk l(i)eben, der gemeinsam mit dem Bundesverband (BSFV) und den Landesverbänden der Kita- und Schulfördervereine vergeben wird, drei Jury-Preise und einen Publikumspreis, mit je 5.000 Euro Preisgeld.

Moderiert wurde die Preisverleihung von Julian Janssen, der auch als „Checker Julian“ aus dem KiKa bekannt ist und mit viel Humor und Authentizität den Tag auflockerte. „Ich bin sehr dankbar, heute hier dabei zu sein. Ich finde es toll zu sehen, was ihr euch in euren jungen Jahren schon traut, zu tun. Es waren so viele unterschiedliche Projekte dabei, die an so vielen Stellen etwas anstoßen“, brachte er seine Anerkennung für die Kinder und Jugendlichen zum Ausdruck.

Michael Kellner (MdB), Parlamentarischer Staatssekretär im BMWK, war das erste Grußwort vorbehalten. Als Mittelstandbeauftragter der Bundesregierung lobte er die Themenwahl des diesjährigen Förderpreises und schlug den Bogen vom Thema Handwerk zu Nachhaltigkeit, in dem er sagte: „Nachhaltigkeit gehört zum Handwerk traditionell schon immer dazu. Reparieren, Materialien wiederverwenden – ganz anders als eine Massenproduktion zum Wegwerfen. Wir brauchen junge Menschen, die mit unternehmerischem Geist und handwerklichem Geschick, unterstützt durch eine zukunftsorientierte und chancengerechte Bildung, die Herausforderungen von morgen gestalten.“

Dr. Christoph Steegmans, Unterabteilungsleiter für Engagementpolitik im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ), wünschte sich, dass die Engagementbereitschaft der Anwesenden noch viel mehr um sich greifen möge. „Es wird vieles für selbstverständlich genommen und das Danke sagen wird immer weniger. Das holen wir heute nach. Ihr alle habt sehr viel geleistet und euer Engagement ist nicht als selbstverständlich zu nehmen.“

Maja Rentrop-Klewitz, Referentin der Unterabteilung „Lebensbegleitendes Lernen“ im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), zeigte ihre Begeisterung für die vielfältigen Ideen und das Engagement der Projekte: „Wir möchten nicht nur, dass die Leute am Schreibtisch sitzen und pauken, sondern dass sie ins Handeln kommen und aus dem Lernen heraus sich bereit machen, etwas in ihrem Umkreis zu verändern. In der Schule kann das beginnen und über die Nachbarschaft bis in die Welt hinein wirken.“

Für Katja Hintze, Vorstandsvorsitzende der Stiftung Bildung, stand die Anerkennung der Kinder und Jugendlichen selbst sowie die des Bildungsengagements ganz vorn. Dann sagte sie: „Ein chancengerechtes, zeitgemäßes, partizipatives Bildungssystem ermöglicht kommenden Generationen ein selbstbestimmtes Leben, weil beste Bildung sie bestmöglich auf die Zukunft vorbereitet. Es trägt zur Fachkräftesicherung und Innovationen bei, ermöglicht individuelle Förderung und bessere Teilhabe - unabhängig der Herkunft und stärkt somit unsere Gesellschaft und unsere Demokratie.“

Und weiter: „PISA macht traurig und die Haushaltsverhandlungen lähmen. Bildung ist unserer Meinung nach eine Priorität, die ganz nach vorne gehört und eine Schlüsselinvestition für unser aller Zukunft.“

Die ausgezeichneten Schüler*innenfirmen und Handwerksprojekte

 

Der Förderpreis „youstartN“ 2023 ging an:

Die Schüler*innenfirma „Aufmöbeln“ einer Regionalschule aus Mecklenburg-Vorpommern, deren Kern darin besteht, alte Möbel zu sammeln, sie wieder aufzuarbeiten und sie dann zu verkaufen.

Die Schüler*innenfirma „Botschafterschule“ einer Grundschule aus Niedersachsen. Die Kinder kennen sich dort mit den 17 Nachhaltigkeitszielen bestens aus, denn sie besuchen andere Grundschulen und stellen dort die 17 SDGs vor und arbeiten vor Ort mit den Kindern.

Die Schüler*innenfirma „Die blauen Engel“ eines Gymnasiums in Nordrhein-Westfalen setzt Umweltthemen schon seit einigen Jahren um. So sind z.B. der Bau eines Modells eines Passivhauses, die Begrünung eines Klassenraums, der Bau eines Modells eines Aufwindkraftwerks und das Ausbilden von Energiemanager*innen in den Klassen entstanden.

Der Förderpreis „Verein(t) für gute Kita und Schule“ 2023 ging an:

Die SBBZ Mooswaldschule aus Baden-Württemberg für ihr Projekt „Schule (ge)schafft“. Die Schüler*innen tauschten dabei ein Jahr lang das Klassenzimmer mit Lehrwerkstätten - und lernten so verschiedene handwerkliche Berufsfelder kennen.

Die Kirchhundemer Grundschule am Kreuzberg aus Nordrhein-Westfalen für ihr Projekt „Der Werkzeugführerschein“. Die Schüler*innen lernten dabei den Umgang mit Werkzeugen, bekamen Einblicke in verschiedene handwerkliche Berufe und am Ende sogar ein Zertifikat.

Die RBZ Wirtschaft Kiel aus Schleswig-Holstein für ihr Projekt „Wir bauen uns die Welt, wie sie uns gefällt“, in dem geflüchtete und deutsche Jugendliche im Alter von 17 bis 21 Jahren gemeinsam eine temporäre Begegnungsstätte für den Schulhof entwarfen und ihre Ideen im digitalen und analogen Modellbau umsetzten.

Den Publikumspreis ging an:

Die Grundschule Bennewitz aus Sachsen und ihr Projekt „Brot macht Schule“, in dem die Schüler*innen mit Hilfe der örtlichen Bäckerei das Bäckerhandwerk kennenlernten und Tipps und Tricks für gesunde Pausenbrote erhielten.

Die Verleihung der Förderpreise mit 250 Kindern, Jugendlichen, Lehrkräften, Pädagog*innen, Handwerker*innen und ehrenamtlich Engagierten sowie Vertreter*innen aus Politik und Zivilgesellschaft war auch in diesem Jahr wieder ein Fest für Bildung und für diejenigen, die sie mit ihrem ehrenamtlichen Bildungsengagement besser machen.