Hamburg

DIE DEICHTORHALLEN STELLEN DAS PROGRAMM 2024 VOR

Foto: dth
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19.12.2023

 

 

 (Hamburg/dth) - Umfangreiche Ausstellungen von weltweit führenden Künstler*innen wie Claudia Andujar, Franz Gertsch, Nan Goldin und das visionäre Ausstellungsprojekt »Survival in the 21st Century« bilden den Kern des am 15. Dezember auf der Jahrespressekonferenz vorgestellten Ausstellungsprogramms der Deichtorhallen Hamburg im Jahr 2024. Mit den Künstler*innen Jakob Lena Knebl und Ashley Hans Scheirl sowie Andrea Orejarena und Caleb Stein werden zudem zwei Künstler*innen-Duos ausgestellt. Die Ausstellungen greifen unter anderem aktuelle Themen wie Klimawandel, kulturelle sowie persönliche Identitätskonstruktionen und den Umgang mit alternativen Wahrheiten auf.

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Die aktuelle Ausstellung in der Halle für aktuelle Kunst »Dix und die Gegenwart« wird bis zum 1. April 2024 verlängert. Bis zum Ostermontag können die Besucher*innen das während der NS-Zeit ab 1933 entstandene, vermeintlich unpolitische Spätwerk Otto Dix‘ (1891–1969) und die künstlerische Dix-Rezeption bis in die Gegenwart sehen.

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Auch die aktuelle Ausstellung in der Sammlung Falckenberg »Cindy Sherman – Anti-Fashion« wird noch bis zum 3. März 2024 zu sehen sein. Die US-Amerikanerin Cindy Sherman (*1954) zählt zu den bedeutendsten und international erfolgreichsten Künstler*innen der Gegenwart. In ihren Fotografien inszeniert sie sich selbst in vielfältigen Rollen, mit denen sie sowohl spielerisch als auch kritisch tradierte Schönheitsideale und Stereotypen infrage stellt.

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Im PHOXXI ist noch bis zum 21. Januar 2024 das Werk der Künstlerin Kathrin Linkersdorff ausgestellt. Kathrin Linkersdorffs (*1966) faszinierende Arbeiten fluktuieren zwischen Kunst und Wissenschaft. Die großformatigen Werke enthüllen unsichtbare Welten aus der Botanik, die dem bloßen Auge verborgen bleiben und nur über das Medium Fotografie sichtbar werden.

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Abgelöst wird Kathrin Linkersdorff im PHOXXI von der Ausstellung »Claudia Andujar – The End of the World« ab dem 9. Februar 2024. Die Werke von Claudia Andujar (*1931), eine in der Schweiz geborene brasilianische Fotografin und Aktivistin, zeugen vom langjährigen Engagement der Fotografin für den Schutz der Yanomami, einer der größten indigenen Gemeinschaften im brasilianischen Amazonasgebiet, wodurch sie zu einer der bedeutendsten Vertreterinnen der künstlerisch-dokumentarischen Fotografie Südamerikas wurde. Claudia Andujar versteht Fotografie als künstlerisches und politisches Werkzeug. Ihr Werk ist geprägt von dem starken Verantwortungsgefühl, mit dem sich die Künstlerin in der Pro-Yanomami-Kommission (CCPY) für geschützte Gebiete entlang der brasilianisch-venezolanischen Grenze einsetzt.

 

 

Im Anschluss an Cindy Sherman werden in der Sammlung Falckenberg ab dem 27. April 2024 die sinnlichen, ästhetisch stark aufgeladenen Installationen des österreichischen Duos Jakob Lena Knebl (*1970) und Ashley Hans Scheirl (*1956) gezeigt. In einem Mix aus Skulptur, Malerei, Design, Inszenierung, Fotografie und Film erschaffen sie begehbare, verführerische Welten. Knebl und Scheirl beziehen sich in vielfältigen Referenzen auf die Kunst- und Designgeschichte, um deren Rolle in der Konstruktion von Identität aufzuzeigen und sie im zeitgenössischen Kontext zu verhandeln. In der Ausstellung »Passage« spielt die Architektur der ehemaligen Phoenixwerke eine zentrale Rolle, da sie an Ladenpassagen erinnert, wie sie ab dem frühen neunzehnten Jahrhundert in Paris entstanden sind. Die Besucher*innen werden zu Flaneuren und Flaneusen und damit selbst zu einem Teil der Ausstellung. Die Ausstellung ist in Kooperation mit dem Palais de Tokyo, Paris entstanden und besteht neben modifizierten Teilen der in Paris gezeigten Ausstellung »DOPPELGANGER!« eigens für die Sammlung Falckenberg angefertigte Werke.

 

Ab dem 17. Mai 2024 wird in der Halle für aktuelle Kunst die Ausstellung »Survival in the 21st Century« zu sehen sein.  Kuratiert von Nicolaus Schafhausen und Georg Dietz fragt das visionäre Ausstellungsprojekt mit künstlerischen Mitteln danach, wie der Mensch im 21. Jahrhundert leben wird. Überleben im 21. Jahrhundert ist eine Frage des Lernens: Verlernen, umlernen, neu lernen, lernen, anders zu denken, anders zu handeln, anders zu sprechen, anders zu fühlen. Integraler Bestandteil der Ausstellung ist die »School of Survival«. In verschiedenen Kursen zu den Themen Komplexitätsdenken, Kochen, Codierung, Wirtschaft und Technologie, neues Vokabular für Demokratie, Schreiben, Klimawandel und Spiritualität stellt sie die Werkzeuge und Techniken, das Wissen und die Praktiken bereit, um gemeinsam aufzubauen, neu zu verbinden, sich anzupassen, anzuerkennen und voranzukommen.

 

Die neue Kuratorin am Haus der Photographie, Nadine Isabelle Henrich, startet am 7. September 2024 mit der Ausstellung »Tactics & Mythologies: Andrea Orejarena & Caleb Stein« in die neue Ausstellungsreihe »Viral Hallucinations«. Diese erkundet neue Räume hybrider dokumentarischer Praktiken, die sich an der Schnittstelle zeitgenössischer Fotografie und den Bildkulturen globaler Online-Communitys mit alternativen Realitäten auseinandersetzen. Das Duo Andrea Orejarena (*1994) und Caleb Stein (*1994) reist in seinen Projektzen an Orte sogenannter »glitches« (Störungen) in der Simulation, die in den USA in sozialen Medien verbreitet werden, um Verschwörungserzählungen zu unterfüttern, und dokumentieren diese.

 

Ab dem 16 November 2024 werden in der Sammlung Falckenberg Werke der Stipendiat*innen des Arbeitsstipendiums der Stadt Hamburg ausgestellt. Zu sehen sind dieses Mal die Arbeiten der Jahrgänge 2022, 2023 und 2024.

 

In der Halle für aktuelle Kunst schließt das Jahr 2024 mit Ausstellungen zu Franz Gertsch und Nan Goldin - Werke aus der Sammlung F.C. Gundlach ab dem 12. Dezember 2024. Franz Gertsch (1930-2022) zählt zu den bedeutendsten Schweizer Künstlern der Gegenwart und hat mit seinen Werken in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts einen neuen Realismus-Begriff geprägt. Diese erste große Überblicksausstellung in Nordeuropa ist eine Kooperation mit dem Louisiana Museum of Modern Art in Humlebæk, Dänemark, wo sie zuvor zu sehen sein wird.

 

Nan Goldins (*1953) Herangehensweise an die Fotografie ist geprägt von Nähe und Vertrautheit. Goldin taucht in die Welten ihrer Freunde und Liebhaber ein und dokumentiert deren Leben mit einer Authentizität, die oft roh und ungeschminkt ist. Rund 100 Arbeiten von Nan Goldin in der Sammlung F.C. Gundlach machen das besondere Verhältnis der beiden deutlich. Von der damaligen Arbeitsweise der Künstlerin abweichend, die ihre Arbeiten als Slideshows präsentierte, gelang es dem Sammler und Fotografen F.C. Gundlach, Nan Goldin davon zu überzeugen, erstmalig großformatige Abzüge ihrer Diapositive zu produzieren.